0984/2024
Beantwortung einer Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Betriebsausschusses der Gebäudewirtschaft am 11. März 2024 zu den Folgen des Starkregenereignisses im Sommer 2021 in Bickendorf – Lindweiler Hof und Umgebung
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
5452 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VI/26 Vorlagen-Nummer 02.05.2024 0984/2024 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft 17.06.2024 Beantwortung einer Anfrage der SPD-Fraktion aus der Sitzung des Betriebsausschusses der Gebäudewirtschaft am 11. März 2024 zu den Folgen des Starkregenereignisses im Sommer 2021 in Bickendorf – Lindweiler Hof und Umgebung Die SPD-Fraktion bittet in der Sitzung des Betriebsausschusses der Gebäudewirtschaft vom 11. März 2024 die Verwaltung um Stellungnahme zu den Folgen des Starkregenereignisses im Sommer 2021 in Bickendorf - Lindweiler Hof und Umgebung: Text der Anfrage: 1. Steht die Verwaltung in Kontakt mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern vor Ort und sind ihr deren Vorschläge (z.B. Retentionsbecken) zu einer baulichen Sicherung vor Starkregenereignissen der Verwaltung bekannt? 2. Wie schätzt die Verwaltung die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger vor Ort bezüglich Umsetzbarkeit und Wirksamkeit ein? 3. Welche eigenen Maßnahmen plant die Verwaltung, um den seinerzeit betroffenen Bereich durch bauliche oder andere Maßnahmen vor den Folgen zukünftiger Starkregenereignisse zu schützen? 4. Wann ist mit einer Umsetzung der unter 3. genannten Maßnahmen zu rechnen? Antwort der Verwaltung: Zu 1.) Die Verwaltung steht in Kontakt mit den Bürger*innen vor Ort und die Vorschläge der Bür- ger*innen zu einer baulichen Sicherung bei Starkregenereignissen sind bekannt. Es gab be- reits Termine vor Ort und im Stadthaus unter der Organisation des Umwelt- und Verbraucher- schutzamtes. Zu 2.) Das Grundstück Rochusstraße 80 (Lindweiler Hof) ist als Interimsstandort für das Montes- souri-Gymnasium Rochusstraße 145 und darüber hinaus als dauerhafter Standort für eine Ge- samtschule und eine Kindertagesstätte vorgesehen. Auf dem circa 11.000 qm großen Grund- stück ist somit das Bausoll einer weiterführenden Schule für rund 1.000 Schüler*innen, sowie einer Kindertagesstätte für 85 Kinder zu realisieren. Die Objekt- und Außenanlagenplanung ist auf die Nutzerbedarfe der Einrichtungen auszurichten. Dabei sind unter anderem die Belange von Baurecht, Barrierefreiheit, Inklusion, Unfallkasse, Denkmalschutz, Baumschutz, Nachhal- tigkeit und Betreibersicherheit zu berücksichtigen. Das Projekt wird im Totalunternehmer-Ver- fahren umgesetzt. Das Grundstück wird mit der Erfüllung des Bausolls, einschließlich der genannten Belange, ausgereizt. Darüber hinaus muss ein Dorfteich unter anderem aus Unfallschutzgründen auf einem Schul- und Kitagelände ausgeschlossen werden. 2 Die Forderung nach einem Retentionsbecken wird durch die Stadtentwässerungsbetriebe Köln umgesetzt. Bei dem extremen Starkregenereignis mit Überflutungen im Jahr 2021 war der Stadtteil Bi- ckendorf und hier insbesondere der Tiefpunkt in der Subbelrather Straße /Teichstraße beson- ders betroffen. Um das Risiko zukünftiger Überflutungen zu verringern, sieht die Planung der Stadtentwässerungsbetriebe Köln vor, den Tiefpunkt zukünftig über eine leistungsfähige Ge- fällerinne zu entwässern. Zusätzlich erfolgt der Neubau eines unterirdischen Regenrückhalte- beckens, in dem bei Starkregenereignissen bis zu 1.000 Kubikmeter des von der Straße ab- geleiteten Niederschlagwassers zwischengespeichert werden können. Die Dimensionierung des Regenrückhaltebeckens erfolgte mit Hilfe einer computergestützten Kanalnetz- und Ober- flächenabflusssimulation, bei der ein 30- und 50-jährliches Regenereignis berücksichtigt wurde. Das Rückhaltebecken wird auf dem Schulgrundstück realisiert, die bauliche Umset- zung erfolgt durch das Totalunternehmen. Zu 3.) Mit dem Konzept „Schwammstadt“ soll Regenwasser dort zwischengespeichert werden, wo es fällt. Dieses Konzept wird bei dem Neubau der Schule und Kita Rochusstraße 80 berücksich- tigt. Dementsprechend werden Maßnahmen zur Regenrückhaltung, wie zum Beispiel versi- ckerungsfähige Flächen, Rigolen, Dachbegrünungen und gegebenenfalls Fassadenbegrünun- gen vorgesehen. Ein genaues Konzept, einschließlich Überflutungsnachweis, wird im Rahmen der Planung durch den Totalunternehmer erstellt. Die Maßnahmen zur Regenrückhaltung wer- den zur verzögerten Einleitung und Verdunstung des auf dem Schulgrundstück anfallenden Regenwassers beitragen und somit das Kanalnetz und die Umgebung entlasten. Darüber hinaus ist vorgesehen, zusätzlich oberirdische Rückhalteflächen auf dem Schul- grundstück zu schaffen. Konkrete Konzepte und Entwürfe liegen zurzeit noch nicht vor, da diese erst im weitere Totalunternehmer-Verfahren durch die Bieter*innen zu erstellen sind. Bei dem Verfahren wird die Nachhaltigkeit in Bezug auf Versickerung, Retention und Biodiver- sität besondere Berücksichtigung finden. Dementsprechend sind Konzepte zur Starkregenvor- sorge durch die Totalunternehmer zu erstellen, die im Rahmen der Auswahl in die Bewertung einfließen. Eingehende Vorschläge (Retentionsvolumen, topografische Anpassungen) der To- talunternehmer werden dabei hinsichtlich der Wirksamkeit durch die Stadtentwässerungsbe- triebe Köln geprüft. Zu 4.) Das Vergabeverfahren für den Totalunternehmer für den Neubau ist wie geplant gestartet. Das zweistufige Vergabeverfahren wird voraussichtlich bis Ende 2024 abgeschlossen werden. Die Fertigstellung des Schul- und Kitabauprojektes ist für Ende 2027 vorgesehen. gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0984/2024
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 02.05.2024
- Erstellt
- 12.03.2024 07:22