2006/0174
Auflösung des Zweckverbandes Jugend-, Drogenberatung und Drogenhilfe für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg und Neuordnung der Drogenhilfe
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2006/0174
8849 Zeichen
Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
an den Magistrat Beteiligt vor Dezernat II
Amt: Sozialverwaltung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Magistrats-
beschlussfassung:
Dezernat I
Hauptamt
Kämmerei
Rechtsamt
Frauenbüro
Vorlage-Nr. 2006/0174
Magistratsbeschluss-Nr.
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Internet ja nein
Tagesordnung I II
Verteiler:
OBW bei abschl.
Beschlussfassung
Magistrat
Betreff: Auflösung des Zw eckverbandes Jugend-, Drogenberatung und Drogenhilfe für
die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg und Neuordnung der
Drogenhilfe
Bezug: Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom 24.06.2004 und vom
28.04.2005 zur Auflösung des Zweckverbandes und Neukonzeption der
Drogenhilfe
Vorlage vom: 28.02.2006
Beschlussvorschlag:
1. Der Magistrat nimmt das Gutachten der Heubeck AG (Anlage 1), beauftragt durch die
Zusatzversorgungskasse Darmstadt (ZVK) der Gemeinden und Gemeindeverbände in
Darmstadt, vom 10.01.06 sowie das Schreiben der ZVK (Anlage 2) vom 17.02.2006 zur
Kenntnis.
2. Der Magistrat beschließt vorbehaltlich der Zustimmung des Personalrats und der
Frauenbeauftragten, dass die derzeitigen Beschäftigten des Zweckverbandes (12
hauptamtlich und 38 geringfügig Beschäftigte - Stand Februar 2006 -) wegen der Auflösung
des Verbandes Anstellungsverträge bei der Stadt unter Wahrung ihres Besitzstandes (§ 613 a
BGB) erhalten. Die Beschäftigten sollen im Rahmen einer Personalgestellung nach § 4 Abs. 3
TVöD ihre Arbeitsleistung bei dem freien Träger erbringen, der die Aufgaben des Verbandes
übernimmt.
3. Zur Umsetzung sind im Nachtragshaushalt 2006, spätestens im Haushalt 2007, die in der
Anlage 3 aufgeführten Planstellen im UA 4650 zu schaffen und mit kw-Vermerken zu
versehen.
Die 12 Stellen werden nicht auf die Einsparvorgabe gem. Magistratsbeschluss
vom 20.07.05 angerechnet. Für die Übernahme der geringfügig Beschäftigten sind im SN1,
UA 4650, Beschäftigungsentgelte einzustellen.
Der seither unter der Haushaltsstelle 01.4650.700200 etatisierte Zuschuss an den
2
...
Zweckverband ist in Höhe der Personalkosten (Planstellen 470.000 Euro + geringfügig
Beschäftigte 225.000 Euro) anteilig zu kürzen und der SN1 gleichzeitig um diesen
Betrag zu erhöhen.
4. Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung der zu Ziffer 2
und 3 gefassten Beschlüsse zu ergreifen, insbesondere die vertraglichen Regelungen mit
einem freien Träger und mit den Beschäftigten auszuhandeln. Ferner ist die gebotene
Beteiligung des Personalrats und der Frauenbeauftragten vorzunehmen. Sodann ist mit einer
erneuten Vorlage die Zustimmung von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung über die
erzielten Verhandlungsergebnisse unter Beifügung der entsprechenden Vertragsentwürfe
herbeizuführen.
Anlagen: Anlage 3 Stellenplan Zweckverband 2006
Anlage 2 Schreiben ZVK
Anlage 1 Seite 1 Gutachten Fa. Heubeck
Anlage 1 Seite 2 Gutachten Fa. Heubeck
Anlage 1 Seite 3 Gutachten Fa. Heubeck
Beschluss des Magistrats vom
Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 28.02.06
Begründung:
1. Sachstand Beschlüsse
3
...
1.1 Die städt. Gremien haben zur Vorlage 0235 vom 17.03.2004 das fachpolitische
Konzept zur Sucht- und Drogenhilfe in Darmstadt beschlossen. Danach ist unter
anderem vorgesehen, dass der Zweckverband die Aufgaben des SCENTRAL
einem freien Träger übertragen soll.
1.2 Der Vorstand und die Verbandsversammlung des Zweckverbandes haben darauf-
hin in ihrer Sitzung am 28. April 2004 einen Absichtsbeschluss zur Auflösung des
Zweckverbandes im Anschluss an die Aufgabenübertragung an freie Träger
gefasst.
1.3 Aus den darauf folgenden Verhandlungen des Zweckverbandes mit den potentiell-
en künftigen Trägern ging ein Gesamtkonzept hervor, das vom Verbandsvorstand
sowie der Verbandsversammlung am 10.3. 2005 beschlossen wurde.
1.4 Auch dieses Gesamtkonzept wurde am 23.3.2005 vom Magistrat sowie am
28.4.2005 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und sah vor, dass
die Drogenberatung des Landkreises künftig durch den Landkreis selber in Die-
burg betrieben wird und die Drogenberatung für die Darmstädter Bevölkerung
vom Caritasverband e.V. im Rahmen eines Suchthilfezentrums zu erbringen ist.
1.5 Die Dienste des SCENTRAL (einschließlich Notschlafplätze und Streetwork)
sollten dem Landeswohlfahrtsverband (Zentrum für Soziale Psychiatrie in Heppen-
heim -ZSP-, das bereits Träger der Substitutionsambulanz ist) übertragen
werden.
2. Umsetzung der Beschlüsse
Folgende Maßnahmen sind zwischenzeitlich zur Umsetzung der Beschlüsse vollzogen
worden:
2.1 Drogenberatung für Darmstadt-Dieburg
Seit Januar 2005 wurde die Drogenberatung für den Landkreis Darmstadt Dieburg aus dem
Zweckverband herausgelöst und zum Landkreis Darmstadt-Dieburg überführt. Der Kreis hat
dafür vier Beschäftigte des Zweckverbandes übernommen.
2.2 Drogenberatung für Darmstadt
Im Juli 2005 wurde die Drogenberatung dem Caritasverband e.V. übertragen. Zur
Einrichtung des Suchthilfezentrums, in dem jetzt die Beratung für legale und illegale Drogen
zusammengeführt ist, waren neue Räume erforderlich. Seit Januar 2006 besteht das
Suchthilfezentrum der Caritas in der Nähe des Hauptbahnhofs.
2.3 Substitutionsambulanz
Die Aufgaben der Substitutionsambulanz werden weiterhin vom ZSP wahrgenommen.
Inhaltliche Vorgaben (Anzahl der Plätze, Standort und Finanzen, Fragen der Kooperation)
sollen in einer Vereinbarung festgelegt werden, zu der die entsprechenden Verhandlungen
bereits begonnen haben. Es ist vorgesehen, den Landkreis Darmstadt-Dieburg an den
Kosten zu beteiligen.
2.4 Niederschwelliges Angebot des Scentral
Nicht umgesetzt werden konnte die Übertragung der Aufgaben des SCENTRAL auf das
ZSP. Zwar hat dessen Geschäftsführerin über Monate wiederholt bekundet, es könne von
der Aufgaben- und Personalübernahme ausgegangen werden.
Aber nach einem negativen Votum des Hessischen Sozialministeriums, das auf eine
unzulässige Aufgabenausweitung des Landeswohlfahrtsverbandes erkannte, hat die
4
...
Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes am 1.12.2005 die Übernahme der
neuen Aufgabe abgelehnt.
Von dem ursprünglich vorgesehenen zusammengefassten Aufgaben- und Personalübergang
an einen freien Träger muss nunmehr abgewichen werden. Die beiden einzigen Träger, die
jetzt noch für die Aufgabenübernahme zur Verfügung stehen (Caritas e.V. und Diakonisches
Werk), gehören nicht der ZVK an. Dies hätte zur Folge, dass bei Auflösung des
Zweckverbandes und Übernahme der Beschäftigten durch den Träger ein Ausgleichsbetrag,
um eine Beschäftigte bereinigt, von 665.000 Euro an die ZVK zu leisten wäre. Dies ergibt
sich aus dem als Anlage 1 beigefügten Gutachten der ZVK vom 10.01.06. Diese Belastung
muss in Anbetracht der angespannten Haushaltslage von Stadt und Landkreis abgewendet
werden.
3. Weiteres Vorgehen
Als Lösungsmöglichkeit bietet sich an, von dem im neuen TVöD geschaffenen Instrument
der "Personalgestellung" (§ 4 Abs. 3) Gebrauch zu machen. Dies ist die auf Dauer angelegte
Beschäftigung bei einem Dritten. Die Modalitäten der Personalgestellung sind zwischen dem
(öffentlichen) Arbeitgeber und dem Dritten vertraglich zu regeln (Protokollerklärung zu § 4
Abs. 3 TVöD).
Werden die Beschäftigten des Zweckverbandes von der Stadt Darmstadt übernommen, die
Mitglied der ZVK ist, fällt die Ausgleichsabgabe auch dann nicht an, wenn die Beschäftigten
dauerhaft Aufgaben bei der Caritas oder dem Diakonischen Werk wahrnehmen. Dies hat die
ZVK mit anliegendem Schreiben vom 17.02.06 versichert (Anlage 2).
Die Personalüberleitungen des Stammpersonals des Zweckverbandes in die Dienste der
Stadt Darmstadt sind gegenüber der nicht mehr zu realisierenden Lösung mit dem ZSP
kostenneutral. Bei künftigen personellen Abgängen erfolgt keine Nachbesetzung durch die
Stadt. Der freie Träger akquiriert auf eigene Kosten dann ggf. zusätzliches Personal und
erhält hierfür eine Personalkostenerstattung im Rahmen eines Zuschusses der Stadt.
Insgesamt werden die nunmehr bereitzustellenden Stellen bei der Stadt sukzessive wieder
abgebaut.
Die einzelnen Maßnahmen unterliegen der jeweiligen Mitbestimmung des Personalrats und
der Frauenbeauftragten.
Darmstadt, 28.02.2006
Dezernat I Dezernat II
Walter Hoffmann Wolfgang Glenz
Oberbürgermeister Bürgermeister
anlage 1
11911 Zeichen
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Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2006/0174
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 28.02.2006
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00