V/0129/2015
Ergebnisse der modellhaften Erprobung einer Wohnstandortentwicklung in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung in Hiltrup-Ost - Impulse zur Stabilisierung des Wohnstandortes Hiltrup-Ost
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Anl 5 Standortkarte -Quartier am Lodden fuer Hiltrup-Ost 17-3-2015
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Bearbeitung: 61.11 Detlef Weigt Stand: 02/2015 Standortentwicklung "Quartier am Lodden" für Hiltrup Ost 80 0 8040 Meter Grundkarte:Vermessungs- und Katasteramt der Stadt Münster Treffpunkt und mehr Neues Wohnen, für Hiltrup-Ost Anlage 5 zur Vorlage 0129/2015
Anl 4 Anregungen zur Entwicklungspraxis
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Quelle: Meinungsäußerungen aus der Bürgerschaft im Rahmen der Zukunftswerkstatt, im Rahmen des Viertelspaziergangs und in Form von Zuschriften ANREGUNGEN AUS DEM VIERTEL ZUR ENTWICKLUNGSPRAXIS I M WOHNVIERTEL □ Es wird vorgeschlagen, in der künftigen Entwicklung des Wohnviertels Gebäu- destrukturen, die familien-, kinder, und mehrgenera tionenfreundliches Wohnei- gentum finanzierbar ermöglichen, zu erhalten oder z u schaffen. □ Bei Umbau- oder Erweiterungswünschen bzw. Neubauwün schen von Eigentü- mern, die ihr Gebäude selbst nutzen, wird die Bauve rwaltung um eine flexible Genehmigungspraxis gebeten. □ Abweichungen vom Bebauungsplan sollten eher dann mö glich sein, wenn der Wohnraum wirklich selbst genutzt werde eine gute Einfügung gegeben sei und das Einvernehme n mit der Nachbar- schaft vorliege eine wirklich gute Architektur erreicht werde. □ Abweichungen sollten insbesondere dann ausgeschloss en sein, wenn diese das Gefüge zerstören und wenn diese auf „Verdichtung“ und Maximierung des Ge winns durch max. Grundstücksausnutzung abzielen. □ Erarbeitung und Auflage eines Bürgerbuches für Hilt rup-Ost Anlage 4 zur Vorlage V/0129/2015
Anl 2 Anregungen zur Infrastruktur
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Quelle: Meinungsäußerungen aus der Bürgerschaft im Rahmen der Zukunftswerkstatt, im Rahmen des Viertelspaziergangs und in Form von Zuschriften POSITIONEN, ANREGUNGEN UND VORSCHLÄGE AUS DEM VIERT EL ZUR INFRASTRUKTURENTWICKLUNG DES WOHNVIERTELS (1) 1 Das vorhandene Wegenetz und die Naherholungsmöglic hkeiten seien vorbild- lich. 2 Das Viertel weise keine schwerwiegenden sozialen P robleme auf. 3 Die vorhandenen Waldflächen dürften durch weitere Siedlungsentwicklung nicht angetastet werden. 4 Der öffentliche Raum werde barrierefrei oder barri erearm bewertet. Lediglich an der Straßeneinmündung Waldesruh/Ringstraße fehle ei ne Bordsteinabsenkung. 5 Es wurde bemängelt, dass KFZ nicht allein im Verke hrsraum sondern mit einer Fahrzeugseite auf dem Gehweg parken. 6 Ausbau des schnellen VDSL-Breitband-Netzes im Wohn viertel Es wurde die Einrichtung von schnellen WLAN-Hot-Spo ts in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung bis VDSL mit mindestens 50 Mbit/ s anliegt, angeregt. 7 Es fehle an barrierefreien und bezahlbaren Wohnmög lichkeiten für Ältere im Wohnviertel. 8 Die Ringstraßen- und Heerdesiedlung biete keinen g eeigneten Standort für eine Einrichtung zur Altenpflege. Das Angebot mobiler Pf legedienste in der Ringstra- ßen- und Heerdesiedlung, ggf. angebunden an eine ne ue Einrichtung in einem anderen Viertel von Hiltrup-Ost, bedürfe einer Verb esserung. 9 Der Stadtteil Hiltrup-Ost benötige weitere Begegnu ngsmöglichkeiten, gleichsam im öffentlichen Raum wie auch in geeigneten Räumlic hkeiten. 10 Ältere Hauseigentümer bedürfen einer Unterstützung bei der Hausverwaltung. Die Stadt wird aufgefordert zu helfen, indem Sie äl teren Menschen über ihre städtischen Wohnungsunternehmen preiswerte Hausverw altungs-, Hausmeister- oder Betriebskostenabrechnungen als Sevice-Leistung anbiete. Ältere Menschen würden damit dabei unterstützt, vorhandenen Wohnrau m zu vermieten. 11 Information über Förderungen beim barrierefreien A usbau von Wohnungen Die Stadt wird aufgefordert, das Beratungsangebot z ur Energieeinsparung und Altbausanierung um den Baustein „Beratung beim barr ierefreien Umbau“ ergän- zend zum vorhandenen Beratungsangebot des Informati onsbüros Pflege zu er- weitern. Nr. Anlage 2 zur Vorlage V/0129/2015 Quelle: Meinungsäußerungen aus der Bürgerschaft im Rahmen der Zukunftswerkstatt, im Rahmen des Viertelspaziergangs und in Form von Zuschriften POSITI ONEN, ANREGUNGEN UND VORSCHLÄGE AUS DEM VIERTEL ZUR INFRASTRUKTURENTWICKLUNG DES WOHNVIERTELS (2) 12 Die Distanzen zwischen den Wohnlagen in der Heerde siedlung und den Versor- gungsmöglichkeiten an der Straße Osttor seien, insb esondere für Ältere, ver- hältnismäßig groß. Es wurde deshalb angeregt, dass die Wirtschaftsförd erung Münster zusammen mit interessierten Unternehmen über Möglichkeiten u nd einen Ausbau von „on- line-Einkaufmöglichkeiten“, insbesondere für Ältere , nachdenke. Darüber hinaus wurde angeregt, Unterstützungen und Koordination für mobile Lieferdienste im Wohnviertel anzubieten. 13 Es wurde angeregt auf dem Parkplatz vor dem TUS-G elände einen Wochen- markt zu initiieren. 14 Es wurde ein Ausbau der Tempo-30-Zone im Bereich d es Föhrenwegs bis zur Einmündung des Kanalwegs angeregt. 15 Es wurde angeregt, den Wohnstandort Hiltrup-Ost st ärker als Wohnstandort für Studierende zu bewerben. 16 Die regelmäßigen Bemühungen der Stadt zur Schließu ng von Spielplätzen im Wohnviertel sollen aufhören. 17 Die Zahl der vorhandenen Kindergarten- und U3-Betr euungsplätze im Wohn- viertel seien aktuell und in der Zukunft nicht aus reichend. Die Stadt müsse hier mit einem entsprechenden Ausbau reagieren, zumal es mittlerweile ein Recht auf wohnortnahe Kinderbetreuung gibt. 18 Das vorhandene Angebot an Kita-Plätzen im Kinderga rten Sankt Marien bedürfe einer Verbesserung. Die geteilten Betreuungszeiten von 7.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 18.00 Uhr seien unpraktikabel. Es bedürfe eines Ausbaus der Tagesmutterbetreuung f ür unter 3-Jährige im Wohnviertel. 19 Der weitere Ausbau der guten Ansätze in der Nachba rschaftshilfe bedürfe einer Unterstützung: Beispiele: Hilfe bei der Gartenarbei t, Aufklärung Senioren über Wohnen gegen Hilfe, Begründung von Hilfsallianzen ( Einkaufsfahrten, Kinderbe- treuung, Seniorenbotendienste, Hausservice-Dienste) 20 Das vorhandene Bus-Taxi-Angebot wird entweder gut oder schlecht beurteilt. 21 Die Gehwege sind teilweise sehr schmal, eine Verbr eiterung wird nicht für er- forderlich gehalten, auch weil damit Anliegerbeiträ ge anfallen würden. Nr.
Anl 1 Studie m Anhang zur Wohnstandortentwicklung in Hiltrup Stand 18-3-2015
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Erfahrungs- und Ergebnisbericht zur Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung 2014 März 2015 Anlage 1 zur Vorlage 0129/2015 Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 2 Erfahrungs- und Ergebnisbericht zur Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung 2014 Inhaltsverzeichnis Seite I. Gesamtstädtischer Handlungsansatz und strategisches Ziel .................................. 3 II. Auftrag und methodischer Ansatz für Hiltrup-Ost .................................................... 4 in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung III. Projektverlauf und Ergebnisse ............................................................................... 5 1. Projektverlauf .................................................................................................... 5 2. Qualitäten, Schwächen und Veränderungen sowie .......................................... 9 Leitvorstellungen und Ideen zur Entwicklung des Wohnviertels 3. Interessenlagen in der Innenentwicklung eines Wohnstandortes ..................... 9 am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung 4. Zukunftsbilder ................................................................................................. 11 Würdigung der studentischen Arbeiten seitens der Verwaltung 5. Stimmen und Reaktionen aus dem Viertel ...................................................... 21 6. Werkschau und Diskussionsveranstaltung ..................................................... 23 IV. Schlussfolgerungen aus dem Projektverlauf 2014 ................................................ 28 1. Impulse zur Wohnstandortentwicklung ........................................................... 28 2. Ausblick für die gesamtstädtische Strategie.................................................... 31 Anhang ............................................................................................................................ 32 Der Wohnstandort Hiltrup-Ost – Potenzialanalyse Sachstand und Perspektiven am Beispiel der Ringsstraßen- und Heerdesiedlung Abschriften der Tafeln aus der Zukunftswerkstatt Wohnen in der Ringstraßen- und Heerdesieldung in Hiltrup-Ost am 31.03.2014 Übersicht Wohnstandortentwicklung in Münster Übersicht „Ablauf kooperative Wohnstandortentwicklung (Zukunftswerkstatt Wohnen) im Wohnviertel „Ringstraßen- und Heerdesiedlung“ in Hiltrup-Ost“ Muster Fragenbogen Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost Auswertung Fragebögen Werkschau Zukunftsbilder Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 3 I. Gesamtstädtischer Handlungsansatz und strategisches Ziel Die wachsende Stadt Münster steht in der Wohnraumversorgung wie auch in der Stadtent- wicklung und beim Klimaschutz vor besonderen Herausforderungen. Die Stadt Münster be- absichtigt dazu, wie seit vielen Jahren in ihrer Siedlungsentwicklung gleichsam die Möglich- keiten in der Innen- und Außenentwicklung zu nutzen. Vor diesem Hintergrund hat der Rat der Stadt Münster im April 2011 die Verwaltung beauftragt, ein Handlungskonzept Wohnen zu erarbeiten. Im Dezember 2013 hat der Rat auf Grundlage der Vorlage V/0593/2013 Grundzüge und Weichenstellungen eines kommunalen Handlungskonzeptes beschlossen. Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung hat im Juli 2014 ein Kompen- dium als Leitfaden zu den verschiedenen Bausteinen des Handlungskonzeptes Wohnen herausgegeben. Der Baustein beziehungsweise das Handlungsfeld „Mobilisierung von Standorten im Sied- lungsbestand“ ist dabei einer der sechs Kernbausteine des Handlungskonzeptes. Dieses Handlungsfeld war auch schon mehrfach im Arbeitskreis „Wohnen in Münster“, zuletzt am 15.1.2013 mit dem Thema 2 „Vorrang für die Innenentwicklung“, thematisiert worden. Mit Blick auf den wachsenden Stellenwert der Innenentwicklung für die Stadt Münster wächst auch das Erfordernis, mit neuen geeigneten Instrumenten und Strategien die vorhandenen Potenziale zu nutzen. Ihr Stellenwert in der Entwicklung Münsters wächst auch, weil insbe- sondere dort Möglichkeiten eines ökologisch und ökonomisch intelligenten Umgangs mit der Flächen- und Infrastrukturentwicklung liegen. Können für die künftige Innenentwicklung bei- spielsweise inhaltliche Orientierungsrahmen entwickelt werden, um Inhalte, Art und Maß von Innenentwicklung zu justieren und damit künftigen strukturellen Defiziten, Fehlentwicklungen und Herausforderungen begegnen zu können? Der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen (ASSVW) hat 2011 mit der Vorlage V/0006/2011 den hohen Stellenwert der Innenentwicklung für die Stadtent- wicklung Münsters in Übereinstimmung mit der Landesinitiative „Allianz für die Fläche“ bestä- tigt und zugleich die Verwaltung beauftragt, in zwei Stadtteilen, Bahnhofsviertel und Hiltrup- Ost, mögliche Strategien einer systematischen Innenentwicklung exemplarisch zu erproben. Die Praxis in der Innenentwicklung zeigt, dass Innenentwicklung durch Akzeptanzprobleme und Zielkonflikte geprägt wird. Zudem variieren die Aufgabenstellungen: Sie setzen sich in der Regel aus einer Mischform der folgenden drei Aufgabentypen, die im Rahmen des Pilot- projektes „Neues Wohnen im Bestand“ von Pahl-Weber 2000 herausgearbeitet wurden, zu- sammen: Mobilisierung von Potenzialen Nachfragegerechte Innenentwicklung von Räumen durch Mobilisierung von Standorten und Flächen Quartiersstabilisierung Stabilisierung und Weiterentwicklung eines Raumes in bisheriger Form und Zielstellung – Funktions- und Werterhaltung sowie Qualitätssicherung im Siedlungsbestand (Stärkung Zen- tren, Sicherstellung der Ver- und Entsorgung, der Versorgung und einer zeitgemäßen Nut- zung und Dichte sowie energetischer und funktionaler Standards) Leitbildänderung oder städtebauliche Neuorientierung Neues oder modifiziertes Entwicklungsziel mit Optionen für Neues Wohnen im Bestand – neue nutzungsstrukturelle oder funktionale Prägung für eine geordnete städtebauliche Ent- wicklung Schwerpunkt in Hiltrup-Ost sollte eine Stabilisierung des Wohnstandortes sein. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 4 II. Auftrag und methodischer Ansatz für Hiltrup-Ost am Beispiel der Ring- straßen- und Heerdesiedlung Der Planungsausschuss hat die Verwaltung im Februar 2011 beauftragt, im Stadtteil Hiltrup- Ost zur Stärkung der Innenentwicklung die Entwicklungsaufgabe „Quartiersstabilisierung“ mit den möglichen Handlungsschwerpunkten „Funktionserhaltung/Qualitätssicherung“ exempla- risch und auf der Grundlage einer Potenzialanalyse zu erproben. Damit soll ergänzend zur bisherigen projektbezogenen Praxis in der Innenentwicklung ein flächenbezogener Ansatz in der Innenentwicklung erprobt werden. Substanziell sind dabei die Wandlungsbedarfe und - Wandlungsbereitschaft im Stadtteil. Der Planungsausschuss hat in Kenntnis der Potenzialanalyse für Hiltrup-Ost die Verwaltung Anfang 2014 beauftragt, in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung (Stadtzelle Ringstraße) ei- ne kooperative Wohnstandortentwicklung modellhaft zu initiieren. Der Auftrag bezieht sich somit nur auf einen Teilraum von Hiltrup-Ost, wo der laufende Generationswechsel in vollem Gang ist, der die geringste Bebauungsdichte im Stadtteilvergleich verzeichnete und sowohl in der Bevölkerungs- wie auch in der Eigentümerstruktur höchste Anteile älterer Menschen aufwies. Außerdem wurde gegenüber dem Auftrag in der Vorlage V/0006/2011 die Vorge- hensweise thematisch eingegrenzt. Konkrete Aufgabenstellungen waren, die Eigentümer über die Ergebnisse der Potenzialana- lyse zu informieren, mit der Eigentümer- und Bewohnerschaft eine Leitorientierung für die künftige Wohnstandortentwicklung zu erarbeiten und exemplarisch Perspektiven für das Wohnen im Viertel zu entwickeln. Für die Erarbeitung exemplarischer Perspektiven, insbesondere als Grundlage für eine Zu- kunftsdiskussion, wurde das Department Städtebau msa – münster school of architecture, Prof. Joachim Schultz-Granberg an der Fachhochschule Münster als Kooperationspartner gewonnen. Herr Prof. Schultz-Granberg hat im Department Städtebau das Entwurfsseminar THINK-TANK ZUNKUNFT EINFAMILIENHAUS für Architektur-Studierende der Fachhoch- schule Münster für den statistischen Bezirk Ringstraße in Hiltrup-Ost angeboten. Die Studie- renden, die sich für das Seminar angemeldet hatten, haben den Stadtteil analysiert und in der Zukunftswerkstatt Wohnen den Eigentümern in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung angeboten, ihre Entwurfsarbeit konkret auf ihren Grundstücken im Stadtteil und auf der Grundlage von Entwicklungsvorstellungen der Grundstückseigentümer einzusetzen. Im Er- gebnis sollten damit Zukunftsbilder und Anregungen für die Zukunftsdiskussion im Wohnvier- tel erarbeitet werden. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 5 III. Projektverlauf und Ergebnisse 1. Projektverlauf Mit Blick auf den Anspruch einer intensiven Einbeziehung der Bewohner- und Eigen- tümerschaft hat das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung im März 2014 zu einer Zukunftswerkstatt Wohnen im Wohnviertel eingeladen, mit dem Ziel im Vorfeld von konkreten Realisierungsabsichten und Bauanträgen mit der Bewohner- und Eigentümerschaft Vorstellungen über das künftige Wohnen im Viertel zu entwi- ckeln. Ausschlaggebend war dabei das Anliegen, eine Reihe wesentlicher Merkmale einer Zukunftswerkstatt in der Innenentwicklungsfrage der Ringstraßen- und Heerdesi- edlung anzuwenden und zu nutzen. Dazu zählten, • die Bewohner- und Eigentümerschaft über die Ausgangslage des Wohngebietes ergänzend zur eigenen Wahrnehmung zu informieren, • die darauf begründeten Fragestellungen zu vermitteln, • mögliche Ziele und gewünschte Veränderungen kooperativ zu erarbeiten, • möglichen oder (bisher nicht) denkbaren Handlungsansätzen einen Raum zu ge- ben, • dazu gleichsam möglichst konkret, kreativ und phantasievoll neue Ideen oder Zu- kunftsbilder für die Entwicklung des Wohnen im Viertel zu entwickeln und • letztlich die Tragfähigkeit und Übertragbarkeit der Ideen zu prüfen. Zukunftswerkstatt Wohnen am 31.3.2014 Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung hat die örtliche Eigen- tümer- und Bewohnerschaft über die Presse und mit einem Flyer, der im Wohnviertel zuvor verteilt wurde, zu einer Auftaktveranstaltung der Zukunftswerkstatt Wohnen am 31. März 2014 eingeladen. Mit der Einladung wurden folgende Einstiegsfragen ausge- geben: • Welche Entwicklung soll das Wohnviertel aus Sicht des Stadtteils nehmen? • Welche Potenziale für das Wohnen sollen genutzt werden? • Welche Grenzen bei Veränderungen müssen beachtet werden? • Welche Herausforderungen beim Wohnen gilt es anzugehen? • Inwieweit genügt das Wohnraumangebot und die vorhandene Bebauung im Wohnviertel den aktuellen und zukünftigen Wohnbedürfnissen und – vorstellungen? Im ersten Teil der Veranstaltung wurden die Intention der Wohnstandortinitiative (er- gebnisoffener Diskussionsprozess über die Herausforderungen, Potenziale und Gren- zen der baulich-räumlichen Entwicklung des Wohnviertels), wesentliche Strukturmerk- male der Ringstraßen- und Heerdesiedlung und ihre Entwicklung (z. B. Bevölkerungs- und Haushaltezahlen, Bebauungsdichte und –intensität) vorgestellt. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden Stärken, Schwächen und Entwicklungsten- denzen sowie Vorstellungen und Ideen zur Entwicklung des Wohnviertels zur Diskus- sion gestellt, die im Vorfeld der Veranstaltung in mehreren Gesprächen mit Schlüssel- personen aus dem Stadtteil ermittelt wurden. Das Ergebnis der Diskussion wurde auf Tafeln dokumentiert und durch Abschriften der Tafeln (Siehe Anhang) dokumentiert. Am Ende der Veranstaltung wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, in der nächsten Phase der Zukunftswerkstatt Wohnen zusammen mit Studierenden der Fachhochschu- le Münster auf der Grundlage der eigenen Vorstellungen Zukunftsentwürfe und –bilder Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 6 auf dem eigenen Grundstück für eine exemplarische Diskussion im Stadtteil zu erarbei- ten. Die Veranstaltung hatte mehr als 120 Besucher und sie wurde von einer misstraui- schen Stimmung gegenüber der Verwaltung in großen Teilen der Eigentümerschaft geprägt. Gleichwohl konnten zum Ende der Veranstaltung Ansätze einer Mitwirkungs- bereitschaft von Eigentümern festgestellt werden. Im Anschluss an die Veranstaltung haben sich einige BewohnerInnen kritisch zum initi- ierten Prozess und zur Potenzialanalyse über Leserbriefe und in direkten Kontakten mit der Verwaltung geäußert. Zukunftswerkstatt Wohnen am 29.4.2014 Die nächste Phase der Zukunftswerkstatt Wohnen wurde mit einer weiteren Veranstal- tung am 29. April in enger Kooperation mit Herr Prof. Joachim Schultz-Granberg und Studierenden der münster school of architecture eingeläutet. In der Veranstaltung ha- ben sich mehrere Eigentümer für eine Zusammenarbeit mit den Studierenden interes- siert, im Nachgang entwickelten sich daraus insgesamt 10 Kooperationen von Eigen- tümern mit jeweils zwei Studierenden. Darüber hinaus konstituierte sich auf Anregung aus dem Teilnehmerkreis eine Arbeits- gruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ mit ca. 14 Personen, die sich vorwie- gend aus Eigentümern und Bewohnern zusammensetzte, die auf ihrem Grundstück und auch im Wohnviertel keine Veränderung im Sinne von Nachverdichtung wünsch- ten, sich aber gleichwohl für die Quartiersentwicklung als Ganzes engagieren wollten. Wesentliche Zielvorstellung war, Anregungen für die Entwicklung der Infrastruktur des Wohnviertels zu erarbeiten. Bereits in der konstituierenden Zusammenkunft wurden mehrere Anregungen formuliert, die im Anschluss von vier Studierenden bei der Erar- beitung von zwei Zukunftsbildern aufgegriffen wurden. Außerdem zeigten sich mehrere Teilnehmer interessiert, für die Bewohner des Viertels ein „Bürgerbuch“ mit wesentli- chen Informationen für die Bewohnerschaft zusammenzustellen Die zweite Veranstaltung wurde von einer deutlich geringeren Personenzahl besucht. Es war auffällig, dass insbesondere die älteren Teilnehmer der ersten Veranstaltung an der zweiten Veranstaltung nicht teilgenommen haben. Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infrastruktur am 5. Juni 2014 Am 5. Juni 2014 hat im katholischen Pfarrheim am Loddenweg ein weiteres Treffen des Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ stattgefunden. Es haben 13 Eigentümer oder Bewohner aus dem Viertel an dem Treffen teilgenommen, die fast ausschließlich im Bereich der Heerdesiedlung wohnen. Bei diesem Treffen wurde um eine Mitwirkung bei der Erarbeitung eines Bürgerbuches geworben. Außerdem bekräf- tigte eine Mehrheit der Teilnehmer erneut, dass sie keine Nachverdichtung in ihrem Viertel wünschen. Die Gruppe vereinbarte, noch vor den Sommerferien, am 25 Juni, einen Viertelspaziergang durchzuführen, um damit weitere Hinweise für die künftige Quartiersentwicklung zu erhalten und zugleich weitere, insbesondere ältere Bewohne- rinnen und Bewohner aus dem Wohnviertel in den Diskussionsprozess einzubinden. Viertelspaziergang am 25. Juni 2014 Zum Ende der 25. Woche wurden die Eigentümer- und Bewohnerschaft nach Vorberei- tung und unter Mitwirkung von Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ mit einem Flyer und über die Zeitungen zur Teilnahme an einem Viertelspaziergang am 25. Juni nachmittags eingeladen. Dem Aufruf folgten ca. 30 Personen. Der Viertelspaziergang wurde von den Teilnehmern intensiv für bilaterale Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 7 Gespräche zur Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und zur künftigen Viertelentwick- lung genutzt. Aus Sicht der Verwaltung waren folgende Ergebnisse aus der Veranstal- tung festzuhalten: • Einige Teilnehmer erklärten, dass sie keine Nachverdichtung im Wohnviertel wünschen. • Außerdem wünschten sich einige Teilnehmer von der Verwaltung mehr Flexibili- tät, wenn Eigentümer Um- oder Anbauten planen und durchführen wollen. • Das vorhandene Wegenetz und die Grünverbindungen gehören aus Sicht der Teilnehmer zu Qualitäten des Wohnviertels. • Der Wunsch nach mehr Begegnungsmöglichkeiten im Stadtteil wurde mehrfach geäußert. • Es wurde mehrfach geäußert, dass nur vereinzelt Defizite im Infrastrukturausbau vorlägen und/oder diese nicht veränderungsbedürftig seien. So wurde der öffent- liche Raum in dem betrachteten Bereichen überwiegend barrierefrei bewertet. Lediglich in der Einmündung der Straße Waldesruh in die Ringstraße fehlte eine Bordsteinabsenkung. • Für den südlichen Teil des Föhrenwegs hat ein Teilnehmer angeregt, die vorhan- dene Tempo-30-Zone bis zur Einmündung der Kanalpromenade auszuweiten. Außerdem haben einige Teilnehmer Interesse an einer Mitwirkung in der Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infrastruktur signalisiert. msa - münster school of architecture am 3. Juli 2014 Am 3. Juli wurden die fertig gestellten 12 Projektarbeiten der Studierenden an der Fachhochschule Münster bewertet. Mit einer Ausnahme wurden die Arbeiten von den Studierenden und den Grundstückseigentümern für die Zukunftsdiskussion im Stadtteil zur Verfügung gestellt und freigegeben. Im Anschluss wurden die Projektarbeiten im Auftrag der Verwaltung als Zukunftsbilder in der Dokumentation THINK TANK ZUKUNFT EINFAMILIENHAUS der msa zusam- mengefasst. Im September wurden 11 Zukunftsbilder auf den Internetseiten des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrplanung zum Download angeboten. Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infrastruktur am 4. September 2014 Am 4. September hat im evangelischen Gemeindesaal neben der Christuskirche ein weiteres Treffen der Arbeitsgruppe stattgefunden. Es haben ca. 15 Personen teilge- nommen. Zwei Studierende haben die beiden Zukunftsbilder „Hiltrup macht blau“ und „Gemein (Er-)Leben“ vorgestellt, weil diese insbesondere auf der Grundlage von Anre- gungen der Arbeitsgruppe aus der konstituierenden Sitzung am 29.4.2015 entwickelt wurden. Die Ergebnisse wurden mehrheitlich begrüßt und positiv oder zumindest dis- kussionswürdig bewertet. In einem zweiten Teil haben einige Bürger einen „Bürgerbeitrag“ vorgestellt. Darin wur- den Kritik an der Zukunftswerkstatt Wohnen und Befürchtungen vor einer unmaßstäbli- chen und unverträglichen Nachverdichtung geäußert sowie zahlreiche Anregungen und Forderungen zur Verbesserung der Infrastruktur formuliert. In der anschließenden Diskussion zu den vorgetragenen Positionen entstand unter den Teilnehmern kein einheitliches Meinungsbild zum Bürgerbeitrag. Am Ende der Diskussion überwog unter den Teilnehmern in der Veranstaltung die Zu- stimmung zum Prozess. Werkschau und Diskussion der Zukunftsbilder in der Zukunftswerkstatt Wohnen in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung in Hiltrup-Ost Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung hat mit einer Pressemit- teilung am 29.10.2014 zu einer Ausstellung der Zukunftsbilder am 7. und 8. November Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 8 sowie zu einer Diskussionsveranstaltung am 8. November vormittags in der Aula des Kant-Gymnasiums in Hiltrup eingeladen. Ergänzend sind in Hiltrup-Ost, mit räumlichem Schwerpunkt in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung, 750 Einladungs-Flyer an die Haushalte verteilt worden. Mit folgenden Fragestellungen und Angeboten wurde eingeladen: • Wie sollen sich die Wohnviertel in Hiltrup-Ost entwickeln? • Genügen Wohnraumangebot und Bebauung den aktuellen und den zukünftigen Bedürfnissen? • Sollen Potenziale für das Wohnen im Viertel genutzt werden und welche Grenzen bei Veränderungen müssen beachtet werden? • Ist zum Schutz der Viertelqualitäten eine planerische Steuerung notwendig? • Die Stadtteilbewohner wurden eingeladen zu klären, wie die Zukunftsbilder be- wertet werden, ob die Aufgabenstellungen auch an anderer Stelle im Viertel auf- treten und ob die Ideen und Lösungsansätze im Stadtteil übertragbar sind. Die Ausstellungszeiten waren, Freitag, der 7. November, von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr und Samstag, der 8. November, von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Die Diskussionsveranstal- tung hat am Samstag, den 8. November, von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr stattgefunden. In der Ausstellung wurden an beiden Tagen zusammen ca. 80 Besucher gezählt, meh- rere Teilnehmer haben an beiden Tagen die Veranstaltung besucht. Während der Aus- stellung standen ein Mitarbeiter des Amtes und Herr Prof. Schultz-Granberg wie auch einige Studierende der münster school of architecture (Fachhochschule Münster) den Ausstellungsbesuchern für Nachfragen zur Verfügung. Herr Prof. Schultz-Granberg er- läuterte zudem in einem Rundgang am Freitag die Zukunftsbilder. Im Vorfeld der Ausstellung wurden zur Information der Bürgerschaft neben der Doku- mentation THINK TANK ZUKUNFT EINFAMILIENHAUS mit den Zukunftsbildern der Studierenden auch als Hintergrundinformation die Erläuterung „Hintergrund, Auftrag, Zielstellung und Methodik, Fragestellungen und Kooperationspartner des Modellvorha- bens zur Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost 2014“ auf den Seiten des Stadtpla- nungsamtes zum Download zur Verfügung gestellt. Eingangs der Ausstellung wurde mit der Übersicht „Wohnstandortentwicklung in Müns- ter“ die Initiative für die Ausstellungsbesucher in den Rahmen des Handlungskonzep- tes Wohnen der Stadt Münster eingefügt (Siehe Anhang). Außerdem wurde mit der Übersicht „Ablauf kooperative Wohnstandortentwicklung (Zukunftswerkstatt Wohnen) im Wohnviertel „Ringstraßen- und Heerdesiedlung“ in Hiltrup-Ost“ (Siehe Anhang) der bisherige Verlauf der Initiative dargestellt und die Ausstellung in den Verlauf eingeord- net. Die Ausstellungsbesucher wurden mit einem ausstellungsbegleitenden Fragenbo- gen zu den Zukunftsbildern befragt. Ein Anwohner hat im Vorfeld der Ausstellung mit einem Flugblatt die Bewohner der Wohngebäude der Wohn- und Stadtbau am Zedernweg auf die Initiative aufmerksam gemacht, insbesondere auf die Nachteile des Zukunftsbildes „Hinterhof-Potenzial“ aus seiner Sicht hingewiesen und die Kontaktdaten der Stadtverwaltung als Informations- quelle mitgeteilt. Neben den Veranstaltungen haben im Zeitraum April bis Dezember 2014 zwischen der Verwaltung/Vertretern der msa und einer kleinen Gruppe von Bewohnern, die in der Heerdesiedlung wohnen und zugleich in der Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ mitwirkten zahlreiche und teilweise umfängliche Kontakte und Schrift- wechsel stattgefunden. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 9 2. Qualitäten, Schwächen und Veränderungen sowie Leitvorstellungen und Ideen zur Entwicklung des Wohnviertels In der ersten Zukunftswerkstatt sind nacheinander Qualitäten, Schwächen und Verän- derungen im Wohnviertel sowie Leitvorstellungen und Ideen zur Entwicklung des Wohnviertels abgefragt worden. Die Meldungen wurden auf Tafeln dokumentiert (Siehe Anhang). Die genannten Qualitäten dokumentieren die hohe Zufriedenheit in der Bewohner- schaft. Neben der guten Nachbarschaft wurden mehrere Infrastrukturqualitäten ge- nannt. Positiv gesehen wurden auch die ruhige und attraktive Lage sowie die individu- ellen Entwicklungsmöglichkeiten der Grundstücke. Die Frage nach den wahrgenommenen Schwächen wurde deutlich differenzierter be- antwortet. Hier wurden in der Tendenz Schwächen aus der Perspektive einzelner Be- wohnergruppen oder Interessenlagen genannt. Auffällig ist die Häufung von Punkten mit Relevanz für die ältere Bewohnerschaft. Die genannten Veränderungen geben einen Einblick in den Wandel des Wohnviertels in der Bevölkerungszusammensetzung, in der Immobilienentwicklung und in die Ein- zelhandelsversorgung. Die Antworten auf die Frage nach Vorstellungen und Ideen zur Entwicklung des Wohn- viertels vermitteln das Spektrum der künftigen Handlungsfelder und Herausforderun- gen des Wohnviertels. Aus der Perspektive der älteren Bewohnerschaft werden gleich mehrere Herausforde- rungen genannt (Verbleib im Viertel, Bedarf für barrierefreien Um- oder Neubau, Dienstleistungen). Die Entwicklung zu einem Mehrgenerationenviertel wie auch ein weiterer Zuzug von Familien werden begrüßt. Im Zuge des künftigen Wandels sehen die TeilnehmerInnen Modernisierungs- und Erweiterungsbedarf im Gebäudebestand sowie auch Bedarfe für (neuen) bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum. Bei künfti- gen Veränderungen wird Augenmaß gewünscht. 3. Interessen- und Wohnlagen in der Innenentwicklung eines Wohnstandor- tes am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung Die Ringsstraßen- und Heerdesiedlung kennzeichnet, nicht untypisch für ein älteres Wohngebiet, eine Vielzahl und Mischung unterschiedlicher Bevölkerungs-, Alters und Interessengruppen. Das Spektrum der Interessenlagen wie auch die Betroffenheit zum Thema Innenent- wicklung ist infolge des direkten Bezugs zur individuellen Wohnsituation bzw. zu den individuellen Wohn-, Nutzungs- und Verwertungsvorstellungen sehr groß. Das Spekt- rum resultiert auch aus den ständigen sozialen, demografischen, kulturellen, sozialen, baulich-räumlichen und nutzungsstrukturellen Wandlungsprozessen im Wohnviertel, die beispielsweise aus einer relativ homogenen Konstellation zum Entstehungszeit- punkt, als Wohnviertel für Familien, aktuell zu einem Mehrgenerationenviertel geführt haben und die im Viertel als Qualität wahrgenommen wird. Diese Entwicklung führt zu einer Gleichzeitigkeit von Alt und Neu, Überformung, Verfall, Revitalisierung und Neu- entwicklung im Wohnviertel, Eine Darstellung des gesamten Spektrums würde den Rahmen dieser Studie spren- gen. Nachfolgend werden deshalb nur prägende Eckpunkte der individuellen Interes- senlagen skizziert: Diese richten sich insbesondere Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 10 • nach der Lebensphase (Auszubildende/Berufseinsteiger, junge Familien, ältere Familien, best ager, junge Ältere, Hochbetagte), • nach der Lebens- und Haushaltsform (Einzelperson, Paar, Wohngemeinschaft, Zweigenerationenhaushalt, Mehrgenerationenhaushalt), • nach dem Bezug zur Immobilie (Nachbar, Mieter, Eigennutzer, Vermieter, Erbe), • nach der Zugehörigkeit (Viertelbewohner, Mietinteressent, Kaufinteressent, Inves- tor) • nach der finanziellen Stärke und • nach den Haltungen als Quartiersbewohner (zum Beispiel als engagierter Quar- tiersakteur). Die Familien wie auch die Älteren gehören zu den stärksten Bevölkerungsgruppen im Stadtteil. Die Zukunftsfähigkeit des Wohnviertels wird insbesondere davon abhängen, ob und inwieweit das Viertel für die folgenden Zielgruppen attraktiv sein wird oder als Wohnstandort in Frage kommen kann. Nachfolgend seien die wichtigsten genannt: • Junge Familien mit begrenztem Budget, die in bezahlbarem Wohnraum leben oder diesen suchen • Familien, die ein Haus mit größerem Garten bewohnen oder suchen • Familien, die ein größeres oder ausbaufähiges Haus für ein Mehrgenerationen- wohnen bewohnen oder suchen • Einzelpersonen oder Paare mit begrenztem Budget, die ein Haus oder eine Woh- nung zu bezahlbaren Bedingungen bewohnen oder suchen • Einzelpersonen und Paare, die ein Haus mit größerem Garten bewohnen oder su- chen • Ältere Einzelpersonen oder Paare, die möglichst lange in ihrem Haus verbleiben möchten oder die eine barrierefreie Wohnung bewohnen oder suchen • Investoren, die einen rentierlichen Ausbau bzw. Neubau von Wohnraum anstre- ben. Dazu stellen sich insbesondere die folgenden Fragen: • Wie kann vor dem Hintergrund der vorhandenen Wohnmöglichkeiten ein Verbleib älterer Menschen im Stadtteil sowie ihre Versorgung mit barrierefreiem Wohnraum und ggf. mobilen und wohnortnahen Dienstleistungen unterstützt werden? • Wie können diese Menschen sich selbst und/oder die solidarische Gesellschaft diesen helfen, ein selbstbestimmtes Leben bis in das hohe Alter zu führen? • Inwieweit sind die vorhandenen Bebauungsstrukturen und –formen geeignet, an- gesichts des laufenden und weiteren Generationswechsels jungen Familien sowie Menschen mit begrenztem Budget zeit- und bedarfsgerechte Möglichkeiten zum Wohnen oder für eine Eigentumsbildung zu eröffnen? Die Wohnsituation der Älteren im Wohnviertel wird insbesondere durch • die soziale Einbindung, • dem Umfang der altersbedingten Einschränkungen, • die Verfügbarkeit individueller PKW-Mobilität, • die finanziellen Möglichkeiten und • die Nähe zu den Versorgungseinrichtungen geprägt. Die größeren oder vergrößerten Einfamilienhäuser eröffnen Chancen für ein Mehrge- nerationenwohnen unter einem Dach, wo Ältere und Hochbetagte im Familienverbund Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 11 gute Wohn- und Lebensmöglichkeiten vorfinden können. Hierzu finden sich mehrere im Stadtteil positiv bewertete Beispiele im Wohnviertel. Die hohe Zahl der älteren Ein- und Zweipersonenhalte sind ein Hinweis darauf, dass im Wohnviertel auch viele Ältere allein in ihren Einfamilienhäusern leben, weil die Kinder zwischenzeitlich andernorts ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben. Die damit ver- bundene große Wohnfläche stellt zunächst grundsätzlich kein Problem dar. Allerdings kann z. B. mit wachsenden altersbedingten Einschränkungen und ohne familiäre Un- terstützung diese Wohnkonfiguration zu Belastungen führen, die letztlich externe Hilfe- stellungen erfordern: Beispiele sind Gartenpflege, Winterdienste und Haushaltsdienste. Diese Schlussfolgerung wurde im Prozess „Älter werden in Hiltrup“ ausdrücklich bestä- tigt. Darüber hinaus können bei Wegfall der PKW-Mobilität die Versorgungsmöglichkei- ten und die Pflege sozialer Kontakte, zumindest in den nördlichen Teilen des Wohn- viertels eingeschränkt werden. In der Zukunftswerkstatt Wohnen wurde deutlich, dass hier sehr gut entwickelte Nachbarschaftshilfen bestehen, die allerdings in ihrem Um- fang nur begrenzt sein können. In der Zukunftswerkstatt Wohnen wie auch im Prozess „Älter werden in Hiltrup“ ist deutlich geworden, dass viele Ältere sich einen möglichst langen Verbleib in ihrem Wohnviertel wünschen. Durch einen barrierefreien Umbau wird in einigen Fällen der Verbleib in der eigenen Wohnung deutlich verlängert werden können. Eine wachsende Gruppe unter den jüngeren Älteren denkt gleichsam über einen Wohnungswechsel nach. Dabei wird oftmals ein Verblieb im Wohnviertel oder im Stadtteil favorisiert. Hier ist allerdings das Angebot an barrierefreien Wohnungen im Wohnviertel offenkundig sehr begrenzt. Die Wohnstandortentscheidung von Familien muss oftmals vor dem Hintergrund eines eingeschränkten Budgets erfolgen, wenn diese nicht auf eine Unterstützung aus der eigenen Familie oder auf eine Erbschaft zurückgreifen können. Die Entscheidung wird in der Zukunft auch verstärkt durch das Erfordernis bestimmt werden, ihre Vorstellun- gen und die Gleichzeitigkeit von materieller Versorgung, Kindererziehung, Familienle- ben, Teilnahme am gesellschaftlichem Leben, bedarfsgerechte Freizeitgestaltung und Vorsorge für die Zukunft miteinander in Einklang zu bringen. Auch diesen Anforderun- gen wird sich das Wohnviertel stellen müssen. Die Zukunftsfähigkeit des Wohnviertel wird auch davon abhängen, ob und inwieweit der Stadtteil über die aktuelle Phase des erhöhten Wohnungsbedarfs in Münster hin- aus als Wohnstandort attraktiv bleiben und über nachgefragte Wohnangebote verfügen wird. 4. Zukunftsbilder Würdigung der studentischen Arbeiten seitens der Verwaltung Die 12 Zukunftsbilder, bzw. die damit visualisierten Ideen wurden unter der Federfüh- rung des Amtes 61 und unter Mitwirkung der Ämter 50, 51, 52 und 67 mit Blick auf die Zielstellung der Initiative geprüft. Die Bewertungsergebnisse aus Sicht der Verwaltung zu den einzelnen Arbeiten werden nachfolgend skizziert. Die Arbeiten resultieren in einem wesentlichen Teil aus Entwicklungsvorstellungen und –wünschen der Eigentümer- und Bewohnerschaft. Die Studierenden haben darüber hinaus anknüpfend an die jeweiligen Anregungen und Vorstellungen mögliche Potenzi- ale über das jeweils betrachtete Grundstück hinaus im Stadtteil aufgezeigt. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 12 Die Qualität und Bearbeitungstiefe der vorgelegten Entwürfe bzw. Zukunftsbilder sind ausdrücklich anzuerkennen. Es wurde ein sehr großes Spektrum verschiedener In- nenentwicklungsfälle behandelt und abgedeckt. Damit eröffnen die Zukunftsbilder die Chance für eine breite und intensive Diskussion im Stadtteil und in der Stadtgesell- schaft über die Potenziale und die Grenzen zukünftiger Innenentwicklung, und das nicht nur in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung. Ein großer Dank gilt dem Engagement der Eigentümer, die ihr Grundstück und/oder ih- re Ideen zur Verfügung gestellt haben, wie auch dem Kooperationspartner Department Städtebau, msa - münster school of architecture , Prof. Joachim Schultz-Granberg mit seinen Studierenden in den 12 Studienprojekten. Im Zuge der Quartiersanalyse und des Diskussionsprozesses der Zukunftswerkstatt (2 Werkstätten, Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infrastruktur, Viertelspaziergang) sind eine Reihe von Hinweisen und Anregungen zur Entwicklung der Infrastruktur in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung sowie im Stadtteil Hiltrup-Ost insgesamt gene- riert bzw. von der Bürgerschaft genannt worden. Dazu zählten: 1. Die Stärkung von vorhandenen Qualitäten und Identitätsansätzen im öffentlichen und privaten Raum 2. Die Verbesserung der Wegeverbindungen für bewegungseingeschränkte Perso- nen und Menschen mit Behinderungen, insbesondere zu den Versorgungsein- richtungen an der Straße Osttor und zu den Erholungsflächen 3. Die Schaffung von zusätzlichen Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen im Stadtteil 4. Die Einrichtung eines ambulanten Pflegestützpunktes 5. Die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum für Ältere und Menschen mit Behin- derungen 6. Die baulich-räumliche Erweiterung des Betreuungsangebotes für Kinder Diese Anregungen waren Impuls für die beiden nachfolgenden Zukunftsbilder. TT2-P01-P01 HILTRUP MACHT BLAU Infrastrukturelle Interventionen auf Quartiersebene Die Ringsstraßen- und Heerdesiedlung verfügt über ein vielfältiges Wegenetz, das zahlreiche Bewegungsmöglichkeiten innerhalb des Stadtteils und insbesondere eine Erreichbarkeit der attraktiven Waldflächen und des Kanalbereichs als identitätsgeben- de Elemente eröffnet. Die Arbeit „HILTRUP MACHT BLAU“ greift diese Qualitäten auf und formuliert Vor- schläge zur Stärkung der lokalen Identität, zur besseren Nutzung öffentlicher Räume für Menschen mit Bewegungseinschränkungen und zur Schaffung von niedrigschwelli- gen Begegnungsmöglichkeiten. Die Entwurfsverfasserinnen sehen darin gleichsam eine private und öffentliche Aufga- be. So stehen die blauen Bänke als Beispiel für ein Element zur Stärkung der lokalen Identität des Wohnviertels sowie der Verweil- und Begegnungsmöglichkeiten gleich- sam im privaten und öffentlichen Raum. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 13 Bewertung Die damit verbundene Wohnumfeldverbesserung wird als guter Ansatz für eine Aufwer- tung des Stadtteils bewertet. Das flächendeckende Netz wird als idealtypische Option verstanden, deren Umsetzung nicht allein über das Aufstellen von Bänken sondern durch gezieltes Auffinden von zentralen und wichtigen Räumen im Quartier und ihre bewusste Entwicklung durch verschiedenste Maßnahmen (verkehrstechnische Anpas- sung, Sitzgelegenheiten, etc.) erreicht werden kann. Hier stellt sich die Frage, ob und inwieweit in der Bewohnerschaft des Wohnviertels ein Interesse zur Gestaltung der öf- fentlichen Räume wie auch ihrer Vorgärten im Sinne einer gemeinsamen und identi- tätsstiftenden Aufgabe besteht oder geweckt werden kann. Mit der gleichen Intention werden durch die Entwurfsverfasserinnen auch im Waldpark belebende und die Attrak- tivität erhöhende Maßnahmen vorgeschlagen. Die Einrichtung eines Trimm-Dich- Pfades sowie eine Vorhaltung von Mehrgenerationen-sportgeräten und Boule Bahnen wird positiv bewertet. TT2-P01-P02 GEMEINSAM (ER-)LEBEN Neustrukturierung des Gemeindeplatzes Die Parkierungsflächen im Bereich des TUS Hiltrup verfügen über eine, im Stadtteil- kontext, siedlungsstrukturell zentrale Lage, die derzeit nur vereinzelt für eine Begeg- nung im Stadtteil genutzt wird. Die Parkplätze werden augenscheinlich überwiegend von Sporttreibenden, Kirchgängern und Besuchern der Versorgungseinrichtungen an der Straße Osttor genutzt. Die Zentralität wird bereits heute durch eine Bushaltestelle und einen Bildstock untermauert. Sie ist gleichwohl im baulich-räumlichen Rahmen nicht ablesbar. Die Arbeit „GEMEINSAM (ER-)LEBEN“ entwickelt in diesem Bereich auf einem städti- schen Grundstück ein Konzept mit Vorschlägen für eine kurz- bis langfristige und be- darfsgerechte Infrastrukturentwicklung des Stadtteils, die die Hinweise und Anregun- gen unter den Punkten 3 bis 6 aufgreift. Die Idee der Entwurfsverfasserinnen ist, für den gesamten Stadtteil Hiltrup-Ost einen zentralen Ort oder Dorfplatz zu schaffen, wie er bis jetzt im Stadtteil nicht zur Verfügung steht. Durch die zentrale Lage empfiehlt sich der Standort für den Ausbau der sozialen Infrastruktur. Das Konzept umfasst im Wesentlichen folgende baulich-räumlichen Maßnahmen: • Erweiterung der vorhandenen Parkplatzflächen an seiner Ostseite und ihre Neu- gestaltung mit der Konsequenz: Aufstockung der vorhandenen Stellplatzzahl um 37 auf 167 Stellplätze und unter Inanspruchnahme von Waldflächen • Verlagerung der Erschließung des Parkplatzes über die Straße Osttor in den Be- reich gegenüber der Straße Rohrkamp • Zusätzliche Bebauung mit drei Gebäuden (Pflegestützpunkt, Wohncafe und Wohngebäude) im Bereich der heutigen Parkplatzerschließung und • Zusätzliche Bebauung mit vier Gebäuden (Kita und Wohnungen) an der neuen Ostseite des Parkplatzes Nach dem Umbau der Parkplatzflächen könnten die anderen Maßnahmen bedarfsge- recht und zeitlich gestaffelt geplant und realisiert werden. Mit der Neustrukturierung des Platzes wird die Ortseingangssituation neu definiert. Bildstock, Bushaltestelle und der überwiegende Baumbestand im Bereich der Marienkirche werden im Konzept nicht angetastet. Die Platzgestaltung greift den Eingang des TUS-Hiltrup auf. Die vor- handenen Vereinsanlagen des TUS-Hiltrup werden durch das Bebauungskonzept aus ihrer Randlage herausgeführt und in den Siedlungszusammenhang integriert. Mit dem Konzept werden im Endausbau folgende Nutzungsvolumina generiert: Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 14 • Ambulanter Pflegestützpunkt (incl. Küche, Pflegeraum, Gymnastik, etc) und 8 barrierefreie Wohnungen mit jeweils 60 qm • Wohncafe mit Funktions- und Nebenräumen (ca. 245 qm) • Wohngebäude mit 6 barrierefreien Wohneinheiten mit jeweils 90 qm • 3-Gruppen-Kita und 4 barrierefreie Wohnungen, eine Gästewohnung und 3 Wohnungen mit interner Treppenerschließung Bewertung Die Option „Einrichtung eines ambulanten Pflegestützpunktes“ an diesem Standort wird begrüßt. Die Option „Bau einer Kindertageseinrichtung“ ist insbesondere an dem Be- darf in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung auszurichten. Der Pflegestützpunkt mit Service- und Beratungsleistungen für den gesamten Stadtteil würde ein aktuelles Defi- zit im Stadtteil konkret aufgreifen. Eine Verknüpfung mit zusätzlichem Wohnraum er- scheint grundsätzlich sinnvoll. Es liegt im Wesen eines zentralen Ortes, dass zahlreiche raumfunktionale, nutzungs- strukturelle und verschiedene gesetzliche Anforderungen an einem Punkt zusammen- treffen bzw. sich überlagern. Das vorliegende Konzept ersetzt nicht die, vor einer Rea- lisierung, notwendigen Planverfahren, in denen alle Anforderungen geprüft und mitei- nander in Einklang gebracht werden. Hier werden insbesondere die Nutzungsbelange des TUS Hiltrup sowie der katholischen Gemeinde St. Marien in Hiltrup eine wesentli- che Rolle spielen. Es wird vielmehr als Zukunftsbild verstanden, das die Frage aufwirft, ob und inwieweit dieser Bereich für die vorgeschlagene Funktion über die notwendige Eignung verfügt und aus Stadtteilperspektive wie auch aus gesamtstädtischer Sicht weiterverfolgt werden sollte. Die Möglichkeit einer etappenweisen Umsetzung und die Kombination aus Kinderta- geseinrichtung und Wohnungen werden positiv bewertet. Die baulich-räumliche Ausbil- dung der bisher nur gefühlten, verkehrlichen Mitte können ein städtebaulicher Gewinn für den Stadtteil Hiltrup-Ost insgesamt sein. Den Entwurf kennzeichnet eine gute Raumbildung durch die geplanten Gebäudestellungen; die Platzfläche bekommt eine Fassung durch die Giebelständigkeit der Gebäude mit der Kindertages- und Wohnnut- zung. Das eingeschossige Wohncafe schafft in Kombination mit der straßenbegleiten- den Bebauung kleine einladende Platz- und Aufenthaltsflächen. Der Betrieb des einge- schossigen Wohncafes scheint nur in Kombination mit einem Träger (Kirche, Pflege- stützpunkt, etc.) denkbar. Der Entwurf betreibt einen behutsamen Umgang mit dem al- ten Gehölzbestand und dem vorhandenen Kirchenumfeld. Bei einem zusätzlichen Raumbedarf des TUS Hiltrup (Sport-, Freizeit- und Verwaltungsflächen) wäre eine mögliche Aufstockung des Gebäudebestandes zur Ausbildung einer prägnanten Raumkante zur Platzfläche städtebaulich wünschenswert. Vor der Frage einer mögli- chen Genehmigungsfähigkeit wäre die notwendige Zahl an Parkplätzen zu ermitteln. Außerdem wäre ein Lärmschutzgutachten als zentrale Hürde zur Klärung der Proble- matik durch Überlagerung der Nutzungen/Funktionen Dorfplatz, Sportumfeld, Fest- platznutzung und Wohnen erforderlich. TT2-P03 HINTERHOF-POTENZIALE Aufwertung des Bestands und Konversion eines Garagenhofs Die Eigentümerin der acht Mehrfamilienhäuser am Zedernweg wünschte ein Konzept, welches die vorhandene Wohnfläche erweitert und eine höhere Wohnqualität schaffen Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 15 sollte. Ziel war es ebenfalls, eine altersgemischte Bewohnerstruktur zu ermöglichen, die vorhandenen Stellplätze zu erhalten und zusätzliche Stellflächen für Fahrräder zu ergänzen. Das Konzept sieht vor, • die gewünschten Stellplätze in einer Tiefgarage mit 42 KFZ-Stellplätzen unterzu- bringen, • die Wohnfläche der Bestandsgebäude (in den Vollgeschossen und im Dachge- schoss) hofseitig durch angefügte Wintergärten zu erweitern, • mit dem Bodenaushub das Hofniveau anzuheben und damit einen ebenerdigen Austritt aus dem Erdgeschoss zu ermöglichen und • einen Neubau von 6 eingeschossigen Wohneinheiten im Bereich des ehemaligen Garagenhofs. Die oberirdisch überbauten Flächen erhöhen sich von 2.220 qm auf 2.710 qm, die pro- jektierte Zahl entspricht einer oberirdischen GRZ von 0,3. Neben der Wohnflächener- weiterung für die vorhandenen Wohnungen erhöht sich die Anzahl der Wohnungen von 32 auf 51. Bewertung Das Konzept eröffnet eine erhebliche Verbesserung der privaten und halböffentlichen Nutzungsmöglichkeiten im Bereich der rückwärtigen Hoflage. Die eingeschossige Flachdachbebauung der rückwärtigen Hoflage nimmt in hohem Maße Rücksicht auf die Bebauung in der Umgebung. Das Konzept mit Rückbau und Tieferlegung der Garagen sichert den bedarfsgerechten Stellplatznachweis, führt zu einer Beruhigung der rück- wärtigen Bereiche und schafft Möglichkeiten einer baulichen Ergänzung. Für die Süd- seite der Gebäudebestände wird eine differenziertere, maßvollere und feingliedrigere Architektur empfohlen. TT2-P04 HÜLLE UND FÜLLE Transformation - Einfamilienhaus in Mehrgenerationenwohnen Aufgabenstellung war, mögliche Nutzungskonzepte für das vorhandene große Einfami- lienhaus zu entwickeln und dabei auch Möglichkeiten für barrierefreies Wohnen oder generationenübergreifendes Wohnen zu schaffen. Das Gebäude wird komplett entkernt und mit einer flexiblen inneren Tragwerksstruktur versehen. Diese eröffnet die Möglichkeit verschiedene Nutzungskonzepte in dem Ge- bäude zu realisieren. Im Konzept wird eine Nutzbarkeit für eine Familie mit 3 oder 4 Kindern und Großeltern oder für eine Seniorenwohngemeinschaft mit kleiner Wohnung für Pflegepersonal nachgewiesen. Die Entwicklung des Gebäudes kann somit bedarfs- gerecht Wohndefizite im Viertel aufgreifen. Alternativ haben die Entwurfsverfasser eine neue Gebäudestruktur entwickelt, die über eine nochmals erweiterte Grundrissflexibilität verfügt. Ein exemplarischer Nachweis er- folgt über die Nutzung als Senioren-WG und über die Nutzung als Mehrgenerationen- haus. Bewertung Der Umbau im Bestand wird positiv bewertet, da hierbei kaum städtebauliche Verände- rungen auftreten und nachbarschaftliche Belange unberührt bleiben. Im Detail müsste Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 16 die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieses aufwendigen Umbaus und der Stellplatznach- weis bei einer Erhöhung der Wohneinheiten geprüft werden. Die gewünschte hohe Flexibilität in der Raumnutzung wird vermutlich nur mit erhöhten Baukosten (Schall- schutz, etc.) zu erreichen sein. TT2-P05 EINFACH GUT - DOPPELT GEMOPPELT – ALLE VEREINT Die Eigentümer wünschten sich ein Zukunftsbild, in dem im Anschluss an die Familien- phase und nach Teilung des vorhandenen Grundstücks im rückwärtigen Gartenbereich entweder ein freistehendes Einfamilienhaus oder in Kooperation mit dem Nachbarn ein Doppelhaus errichtet wird. Das Konzept schlägt in drei verschiedenen Varianten eine bauliche Nutzung der rück- wärtigen Gartenbereiche vor. Im Konzeptteil „EINFACH GUT“ wird ein langgestreckter Baukörper mit Satteldach mit allen wesentlichen Wohnfunktionen barrierefrei im Erdgeschoss vorgeschlagen. Im Konzeptteil „DOPPELT GEMOPPELT“ wird auf die Grundstücksgrenze ein Doppel- haus mit vergleichbaren Qualitäten wie im ersten Vorschlag gesetzt. Im Konzeptteil „ALLE VEREINT“ wird vorausgesetzt, dass die Eigentümer und ihre fünf Nachbarn mit aktuell vergleichbarer Bebauung die rückwärtigen Teile ihrer Grundstü- cke in eine Eigentümergemeinschaft einbringen. Für das so neu geschaffene Eigentum wird zur Erschließung eine neue Stichstraße vom Loddenweg ausgehend angelegt, über die drei eingeschossige neue Doppelhäuser erreichbar wären. Bewertung Das städtebauliche Konzept wird positiv bewertet, weil es ausgehend von einer Einzel- lösung auf einem Grundstück Wege zu einer gemeinschaftlichen Idee, einer Entwick- lung zusammen mit den Nachbarn, aufzeigt. Durch eine gemeinschaftliche Zufahrt ent- stehen geringere Kosten für den Einzelnen und weniger Versiegelung durch kürzere Zufahrten. Ein tragfähiges Konzept für die Doppelhäuser oder für die Eigentümerge- meinschaft könnte ggf. unschlüssige Nachbarn von den Vorteilen einer zusätzlichen Bebauung überzeugen. Die Architekturqualität im dritten Konzeptteil wird im Vergleich mit den anderen Teilen höher bewertet. TT2-P06 WUNDERBAR WANDELBAR Ein Haus für alle Fälle Der Wunsch der Eigentümer war es, ein Mehrgenerationenprojekt auf ihrem Grund- stück entstehen zu lassen. Das derzeit bewohnte Gebäude wird nach der Familienpha- se nicht mehr komplett genutzt und eignet sich wenig für ein barrierefreies Wohnen im Alter. Das Konzept sieht die Schaffung von zwei neuen Wohneinheiten im rückwärtigen Gar- ten des Grundstücks vor, die die Wohnfläche auf dem Grundstück um 140 qm erhöhen und in Folge der Modulbauweise verändert und erweitert werden können. Das vorhan- dene Stallgebäude kann als Gästehaus oder gemeinschaftliches Kaminzimmer umge- baut werden. Das vorhandene Vorderhaus wird in zwei Wohneinheiten aufgeteilt, die für eine Vermietung zur Verfügung stehen. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 17 Bewertung Das Konzept überzeugt mit dem Neubau barrierefreien Wohnraums und seine (Mit-) Finanzierung durch eine Vermietung des bestehenden Gebäudes. Die städtebauliche Idee erscheint gut vereinbar mit dem Standort und seinem Siedlungscharakter. Beson- deres Augenmerk sollte auf die Qualität und Materialität der Neubaufassaden gelegt werden; eine Holzfassade erscheint fraglich. Die Frage des Stellplatznachweises wäre zu lösen. TT2-P07 REIHENHAUS UNLIMITED Individueller barrierefreier Umbau eines Reihenhauses Die Eigentümer wünschten sich ein Zukunftsbild für einen möglichst langen Verbleib in ihrer Immobilie, zur Verbesserung der Wohnqualität, mit einem barrierefreien Ausbau sowie mit einer Vergrößerung der Wohnfläche zu ihrem Reihenmittelhaus. Das Konzept sieht vor, auf der Vorderseite einen barrierefreien Zugang einzurichten und über einen hydraulischen Aufzug die barrierefreie Zugänglichkeit aller Geschosse zu ermöglichen. Durch eine Erweiterung des Gebäudes im Bereich der rückwärtigen Terrasse wird ein nennenswerter Nutzflächengewinn erzielt (42 qm). Mit der Erweite- rung und dem Umbau wird die energetische Bilanz des Gebäudes optimiert. Bewertung Die Umsetzung der konkreten Umbauvorschläge erscheinen realistisch, die finanzielle Vertretbarkeit der Investitionen wäre zu prüfen. Das Reihenmittelhaus wird damit auch für Bewohner mit Bewegungseinschränkungen gut nutzbar. Auswirkungen auf das städtebauliche Erscheinungsbild sind gering. Die Umbaumaßnahmen und die Erweite- rung im rückwärtigen Bereich sind zurückhaltend, sodass eine Zustimmung der Nach- barschaft möglich werden könnte. Die aufgezeigten Variationen müssen im Zusammenhang der gesamten Reihenhaus- zeile betrachtet werden, eine komplette Einhausung wäre beispielsweise nur bei einer kompletten Reihe sinnvoll. TT2-P08 HOME IMPROVEMENT Das wachsende Haus Die Eigentümer wünschten sich lediglich eine kleine Änderung im Grundriss und beab- sichtigen keine weiteren darüber hinausgehenden Änderungen an ihrem Gebäude vor- zunehmen. Gleichwohl haben sie den Studierenden die Erarbeitung eines Zukunftsbil- des auf ihrem Grundstück ermöglicht. Im Wohnviertel sind zahlreiche Einzel- und Doppelhäuser aus der Nachkriegszeit durch Anbauten und andere bauliche Ergänzungen in den zurückliegenden 50 Jahren erwei- tert worden. Mit dem Zukunftsbild haben die Entwurfsverfasser die Frage thematisiert, wie ein bedarfsgerechter Verbleib der Eigentümer oder Bewohner im Alter in der ge- wachsenen Kubatur durch sinnvolle Aufteilung unterstützt werden kann. Das Konzept sieht vor, das bestehende Wohngebäude in Längsrichtung zu teilen. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 18 In einer ersten Variante (V01) wird das bestehende Gebäude durch einfache Umbau- maßnahmen in zwei Wohneinheiten mit 129 qm und 70 qm geteilt. In der zweiten Variante (V02) wird in das Gebäude ein zentraler Erschließungskern eingefügt, der für das Gebäude gleichsam eine attraktive Aufteilung in zwei Wohnein- heiten eröffnet. Diese Lösung erlaubt alternativ aber auch die Einrichtung von bis zu vier Wohneinheiten im vorhandenen Gebäude. Die beiden Wohnungen im Oberge- schoss könnten durch den Einbau eines Aufzugs auch einen barrierefreien Zugang er- halten. Abschließend haben die Entwurfsverfasser mögliche Anwendungsfälle des Konzeptes im Wohnviertel aus ihrer Sicht benannt. Bewertung Die Idee eines zentralen Erschließungseinschnittes verbessert die Nutzungsvielfalt des Gebäudes erheblich. Im vorliegenden Fall wurde für die Problematik der Umsetzbarkeit im Bestand eine Lösung gefunden. Eine Realisierung wird einfacher, und ggf. auch kostengünstiger, wenn die Idee bereits bei der erstmaligen Anbauplanung umgesetzt würde. Bei zwei Einzelgebäuden wird aufgrund von Brandschutzvorgaben keine zu- sätzliche Belichtung über das neue Treppenhaus möglich sein. Es ist hervorzuheben, dass durch den Umbau keine Beeinträchtigungen für die Nachbarn entstehen. Der Stellplatzbedarf, der durch neue Wohneinheiten ausgelöst würde, wäre in der Regel auf dem Grundstück nachzuweisen. TT2-P09 DOCKING STATION Zusammen ist man weniger allein Die Eigentümerin des 1.400 qm großen Grundstücks wünschte sich ein Konzept, mit dem 4 Einzelpersonen oder Pärchen, die sich räumlich verkleinern möchten, auf ihrem Grundstück gemeinschaftlich zusammenwohnen können. Das Konzept sieht vor, • im ca. 1.000 qm großen Garten des Grundstücks vier freistehende und einge- schossige Baukörper mit ca. 50 qm Grundfläche zu errichten, • mehrere Funktionen oder Nebennutzungen (Müll, Geräte, Transportmittel, Post, usw.) auf dem Grundstück zentral zu organisieren, • gemeinschaftliche Nutzungen und Funktionen (Wäsche, Gäste) im Erdgeschoss und im KG des vorhandenen Bestandsgebäudes vorzuhalten, • das Oberschoss des Bestandgebäudes für eine Vermietung an 1 bis 3 Personen auszubauen und • das Grundstück autofrei zu halten, ein privates Carsharing mit zwei Fahrzeugen zu organisieren und die erforderlichen Stellplätze außerhalb des Grundstücks vorzuhalten. Mit dem Konzept wird zusätzlicher Wohnraum für 4 bis 8 Personen in einer alternativen gemeinschaftlichen Wohnform geschaffen. Zielgruppe sind Personen jenseits der Fa- milienphase, die mit dem Umzug vorhandenen Wohnraum für den Bezug von Familien freiziehen. Darüber hinaus kann über die Vermietung des Oberschosses im Bestands- gebäude generationenübergreifendes Wohnen auf dem Grundstück eröffnet werden. Bewertung Die städtebauliche Idee ist überzeugend, das Konzept erscheint tragfähig. Die barriere- freie Wohngemeinschaft ist attraktiv für ältere Menschen jenseits der Familienphase, Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 19 sie erscheint nicht geeignet für pflegebedürftige Bewohner. Die Qualität der Fassaden und der Architektur bis in die Grundrisse wirken ausgereift und wertig. Der erhöhte Stellplatzbedarf aufgrund der zusätzlichen Wohneinheiten wird auch bei dem vorge- schlagenen Carsharing-Konzept nachzuweisen sein. TT2-P10 HAUS x 3 Barrierefreie Umstrukturierung Vom Einfamilienhaus zum Mehrgenerationenhaus Die Eigentümer wünschten sich für ein Haus einer vorhandenen Gebäudegruppe ein Zukunftsbild, mit dem durch innerräumliche Umstrukturierung eine verbesserte und barrierefreie Nutzung des Erdgeschosses und eine Option zur Vermietung des Ober- geschoss eröffnet werden könnte. Als weiterer Ansatz sollte geklärt werden, ob und inwieweit durch eine ganzheitliche Umstrukturierung der drei Häuser die Nutzungsmög- lichkeiten verbessert werden könnten. Die Eigentümer haben aus persönlichen Gründen darum gebeten, das Zukunftsbild nicht in den Diskussionsprozess zur Wohnstandortentwicklung einzustellen. Bezogen auf die erste Fragestellung wurde durch eine Umstrukturierung in Verbindung mit einer geringfügigen Erweiterung (ca. 12 qm) die Möglichkeit eines ebenerdigen und barrierefreien Wohnens mit allen notwendigen Funktionen geschaffen. Gleichzeitig steht der vorhandene Wohnraum im OG und im DG für eine Neuvermietung zur Verfü- gung. Bewertung Die Wohn- und Nutzungsqualität eines Gebäudes wie auch seine Wirtschaftlichkeit werden erheblich verbessert, wenn durch flexible Grundrissanpassungen auf sich wandelnde Nutzerkonfigurationen oder –ansprüche flexibel reagiert werden kann. So wird im Konzept durch Umstrukturierung des Raumangebotes im Gebäude und eine geringfügige Erweiterung die Schaffung zusätzlicher Wohneinheiten ermöglicht. Der damit verbundene Stellplatznachweis müsste auf dem Grundstück sichergestellt wer- den. Das Konzept erbringt den Nachweis, dass die betrachtete Gebäudegruppe über eine sehr hohe Nutzungsflexibilität verfügt; das eröffnet Chancen, wie zum Beispiel ein generationenübergreifendes Wohnen sowie auch Reaktionen auf aktuelle Wohnungs- marktengpässe. Die dahinter liegende Nutzungsstruktur ist ergänzend und exempla- risch in einen Neubauentwurf übertragen worden. Es wäre gleichsam beim Umbau im Bestand wie auch beim Neubau zu klären, wie zum Beispiel die Anforderungen an den Schall- und Brandschutz zwischen den Wohneinheiten gewährleistet werden können. TT2-P11 REIHENHAUS + Die Eigentümer wünschen sich für ihr Reihenendhaus bedarfsgerechte Bebauungs- konzepte für die zukünftigen Lebensphasen. Mit dem Konzept (TT2-P11-V01-03) wird vorgeschlagen, durch einen sukzessiven Ausbau, insbesondere im Bereich der heutigen Garage, mögliche zukünftige Nut- zungsvorstellungen realisieren zu können. Dazu zählen Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 20 • eine Umnutzung der vorhandenen Garage im Erdgeschoss für eine gewerbliche Nutzung (V01) • eine Umstrukturierung im Grundriss und Aufteilung in zwei Wohneinheiten (Woh- nung im EG barrierefrei) (V02) und • Aufstockung des eingeschossigen Bauteils für eine familientaugliche Bemessung der oberen Wohnung (V03) In einer weiteren zusätzlichen Variante des Konzeptes (V04) wird auch die Möglichkeit einer barrierefreien Wohnung im Erdgeschoss in Verbindung mit einer Aufteilung in zwei Wohneinheiten in einem Reihenmittelhaus aufgezeigt. Die notwendige Wohnflä- chenerweiterung erfolgt durch einen einseitig grenzständigen Anbau im Gartenbereich mit einem Innenhof. In der fünften Variante (V05) wird dargelegt, wie das gleiche Ziel durch Umnutzung ei- ner vorhandenen angrenzenden Garage beim zweiten Endhaus dieses Reihenhausen- sembles erreicht werden kann. Bewertung Die Vorschläge des Konzeptes decken ein breites Spektrum an Entwicklungsvarianten ab. Mit den ersten Varianten des Konzeptes wird nachgewiesen, wie ein Bestandsge- bäude durch flexible und etappenweise Maßnahmen bedarfsgerecht und vermutlich auch wirtschaftlich tragfähig für wechselnde Wohn- oder Nutzungsanforderungen umgebaut werden kann. Eine Erweiterung der Erdgeschosszone erscheint bei den bei- den Reihenendhäusern realistischer, die Erweiterung eines Reihenmittelhauses in den Gartenbereich erzeugt eine hohe Bebauungstiefe, die problematisch bewertet wird. Die vorgeschlagene Erweiterung im ersten und zweiten Obergeschoss durch Aufstockung des Anbaus (V03) erzeugt ein Anbauvolumen, das architektonisch zu massiv wirkt. Bei den Reihenendhäusern überzeugen die Varianten (V02 und V05) mittels einer gering- fügigen Erdgeschosserweiterung und einem zusätzlichen Eingang eine tragfähige (bar- rierefreie) Wohneinheit im Erdgeschoss zu schaffen und das Ober- und Dachgeschoss als gesonderte Wohneinheit zu nutzen. Die Frage des Stellplatznachweises wäre zu klären. TT2-P12 AUS EINS MACH ZWEI – Umbau zu einem Zweifamilienhaus mit barrierefreiem Erdgeschoss IM 2. LEBTS SICH BESSER Barrierefreie Hinterbebauung DARFS NOCH MEHR SEIN Grundstückspotenzial Hiltrup-Ost Auf den Wunsch der Bauherrin ist für die vorhandene eingeschossige Doppelhaushälf- te ein Umbauvorschlag, „AUS EINS MACH ZWEI“; zu einem Zweifamilienhaus mit bar- rierefreiem Erdgeschoss entwickelt worden. Dabei wurde auch das Obergeschoss er- weitert, sodass dort eine vermietfähige Wohnung für eine Familie geschaffen würde. Mit Blick auf die nicht unerheblichen Umbaukosten der ersten Variante, haben die Ent- wurfsverfasser alternativ eine „BARRIEREFREIE HINTERBEBAUUNG“ in Verbindung mit gleichzeitiger Vermietung oder Verkauf der Doppelhaushälfte entwickelt. Wesentli- che Merkmale sind ein langgestreckter eingeschossiger Baukörper mit flach geneigtem Satteldach. Die Hinterbebauung wäre deutlich preisgünstiger und leichter bei einer Vermietung des Vorderhauses zu finanzieren. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 21 Den möglichen Mehrwert einer Hinterlandbebauung für das Viertel in der entwickelten Maßstäblichkeit haben die Entwurfsverfasser zum Anlass genommen, alle Grundstü- cke im Wohnviertel auf deren Möglichkeiten für eine Grundstücksteilung zu untersu- chen mit der Frage, ob und inwieweit ein theoretisches Potenzial für neue zusätzliche (Hinterland-) Bebauung bestehen könnte. Bewertung Der Wunsch nach einer barrierefreien Wohnmöglichkeit in Verbindung mit einer neu zu schaffenden Wohneinheit kann, wenn er allein im Bestandsgebäude realisiert werden soll, zu hohen Umbaukosten und zu baulich/architektonisch problematischen Ergebnis- sen führen. Dagegen ist die städtebauliche Idee eines barrierefreien Bungalows im Garten als verträgliche Ausbauvariante für das Leben im Alter auf eigenem Grund und in gewohnter Umgebung emotional, gestalterisch und finanziell attraktiv. Eine maßvolle und zurückhaltende Hinterlandbebauung in der vorgeschlagenen Form ordnet sich klar dem bestehenden Siedlungscharakter unter. Bei einer zusätzlichen Wohneinheit wäre ein entsprechender Stellplatznachweis auf dem Grundstück obligatorisch. Es wird er- wartet, dass das Miet- oder Kaufpreisniveau für das Bestandsgebäude an diesem Standort nach dem Bau des Bungalows, ungeachtet seines baulichen Zustandes, in dem finanziellen Rahmen von Haushalten mit durchschnittlichem Einkommensniveau liegt. Die Studierenden haben mit ihrer Studie „Darfs noch mehr sein“, generiert aus der Größe und dem Zuschnitt der Grundstücke und unter Berücksichtigung des Gebäude- bestandes, rein theoretische Anwendungsfälle zum Beispiel für ihre Idee eines barrie- refreien Bungalows aufgezeigt. 5. Stimmen und Reaktionen aus dem Viertel Im Laufe des bisherigen Prozesses sind zahlreich Positionen, Stimmen und Meinungen zum Projekt geäußert worden. Diese lassen sich wie folgt inhaltlich gruppieren: + Mehrere Eigentümer aus dem Viertel, die sich konkret mit der Weiterentwicklung ihrer Immobilie auseinandersetzen und die über einen Umbau, Anbau oder Neu- bau nachdenken, waren an einer konstruktiven Mitwirkung im Prozess interes- siert. Aus diesem Kreis haben schließlich 10 Eigentümer ihr Grundstück wie auch ihre Ideen und Vorstellungen den Studierenden der msa zur Erarbeitung von Zu- kunftsbildern auf ihrem Grundstück zur Verfügung gestellt. + Sowohl die Studierenden als auch die mitwirkenden Bauherren haben die Zu- sammenarbeit bezogen auf Ihre Grundstücke als angenehm und konstruktiv empfunden. Die Entwürfe haben bei den Eigentümern teilweise großen Anklang gefunden. Es wurde von mehreren Eigentümern insbesondere begrüßt, über Zu- kunftsbilder dieser Art, eine sachliche Diskussion über die künftige bauliche Ent- wicklung des Wohnens im Viertel zu initiieren. 11 Zukunftsbilder wurden in der Werkschau gezeigt. + Im Rahmen des Viertelspaziergangs haben sich mehrere Bürger aus dem Viertel positiv zu seiner Durchführung und zu seinem Verlauf geäußert. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 22 o Einige Eigentümer wollten das Anliegen „Das Wohnviertel gemeinsam weiterent- wickeln“ im Bereich Wohnumfeldverbesserung weiterverfolgen, sie plädierten für eine thematische Ausweitung des Handlungsansatzes. Ihr Anliegen sei, die Dis- kussion über die Zukunft des Wohnviertels nicht auf die Frage, bauliche Ergän- zungen auf einzelnen Grundstücken, zu beschränken sondern eine ganzheitliche Betrachtung der Infrastruktur sowie der „weichen Rahmenbedingungen“ für das Wohnen im Viertel durchzuführen. Dazu wurde in der zweiten Veranstaltung die Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ eingerichtet. o Die Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infrastruktur hat sich nach ihrer kon- stituierenden Zusammenkunft zweimal getroffen. Einige Mitglieder der Gruppe haben zudem der Planung und Betreuung des Viertelspaziergangs mitgewirkt. Die inhaltlichen Ergebnisse der Arbeitsgruppe sind teilweise in die Darstellung „Positionen, Anregungen und Vorschläge zur Infrastrukturausstattung“ (Siehe An- lage 2 zur Vorlage 0129/2015) eingeflossen. o Einige Eigentümer haben Anregungen zur künftigen Entwicklungspraxis im Wohnviertel abgegeben. Sie sind in der Darstellung „Anregungen aus dem Viertel zur Entwicklungspraxis im Wohnviertel“ (Siehe Anlage 3 zur Vorlage 0129/2015) dokumentiert. - Einige Eigentümer sahen in dem Prozess einen Versuch der Verwaltung, ihre konkreten Vorstellungen zur Verdichtung des Viertels realisieren zu können. Ei- nige Eigentümer forderten eine Einstellung des Prozesses, weil damit Schaden vom Wohnviertel abgewendet würde. - Einige Eigentümer sowie auch ein Teil der Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infrastruktur haben sich gegen eine Nachverdichtung im Viertel ausgespro- chen. Die Positionen sind in die Darstellung „Positionen gegen eine weitere bau- liche Entwicklung im Wohnviertel“(Siehe Anlage 4 zur Vorlage 0129/2015) einge- flossen. Sie konnten zudem keinen Mehrwert in dem durchgeführten Prozess er- kennen. - Einige Eigentümer fühlen sich durch die Verwendung des Begriffs „Zukunfts- werkstatt“ irritiert oder nicht korrekt informiert. Aus ihrer Sicht werden die Ein- gangsfragen zur weiteren baulichen Entwicklung im Viertel nicht als akut wahr- genommen. Zudem müsse das Thema „Weiterentwicklung des Wohnviertels“ fachlich deutlich breiter mit Vertretern verschiedener Ämter, der Fachgruppen der verschiedenen Gemeinden und Vereine, verschiedener Wirtschaftspartner, Ver- treter der Ver- und Entsorgung, Sozialpartner und Anderen sowie natürlich allen interessierten und engagierten Bürgern in Arbeitsgruppen über einen längeren Zeitraum nach verschiedenen fachlichen Schwerpunkten bearbeitet werden. Au- ßerdem erfordere die Arbeit in einer Zukunftswerkstatt ein grundlegendes Ver- trauen unter allen Beteiligten. Ein Bewohner in der Heerdesiedlung hat Mitte 2014 seine Positionen in einem Bür- gerbeitrag zusammengestellt und in der Arbeitsgruppe im September vorgestellt. Nach intensiver Diskussion hat ein Teil der Gruppe den Beitrag unterstützt. Die Positionen finden sich mehrheitlich auch in den Anlagen zur Vorlage 0129/2015. Jenseits der darin geäußerten Ablehnung des Prozesses und planerischer Interventio- nen, jenseits der Forderungen zur Viertelverbesserung verdient aus Sicht der Verwal- tung ein Punkt besondere Beachtung: In einem Szenario wird die Sorge vor überzoge- Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 23 ner Spekulation mit Boden und Gebäuden geäußert. Die bisherige Entwicklungs- und Genehmigungspraxis wie auch die Verwertungspraxis durch die Eigentümer hat bis jetzt keine entsprechende Tendenz erkennen lassen. Für den Fall, dass hier eine Ver- änderung wahrnehmbar werden sollte, würde die Verwaltung für eine geordnete städ- tebauliche Entwicklung eine planerische Intervention, zum Beispiel durch Aufstellung eines Bebauungsplanes, empfehlen. Es ist festzuhalten, dass die initiierte Zukunftsdiskussion im Wohnviertel, auch auf- grund der Interessengegensätze, nur eingeschränkt zu konsensualen Ergebnissen ge- führt hat. Die Vielfalt der Interessenlagen wurde offenkundig. Es ist nicht auszuschlie- ßen, dass die gewählte ergebnisoffene Strategie Anknüpfungspunkte für Misstrauen und destruktiven Widerstand geboten hat. Der Umkehrschluss wirft die Frage auf, ob demgegenüber eine Zukunftsdiskussion auf der Grundlage gesamtstädtischer raum- funktionaler Zielaussagen zu anderen Ergebnissen geführt hätte, da das Thema In- nenentwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals auf das Thema „unmaßstäb- liche Nachverdichtung“ reduziert wird. So ist es nur teilweise gelungen, dass die prakti- zierte Innenentwicklungsinitiative im Wohnviertel als Chance und Gewinn für den Stadtteil aufgefasst wurde. Die von wenigen Bürgern artikulierten Vorbehalte, auf die die Verwaltung bis an die Kapazitätsgrenzen eingegangen ist, waren umfangreich und öffentlichkeitswirksam. Sie zielten im Wesentlichen darauf ab, dass planerische Inter- ventionen im Viertel unterbleiben. Hier wird deutlich, dass Innenentwicklung in ihrem Potenzial begrenzt ist, wenn es nicht gelingt, jenseits der Grundhaltung „Besitzstands- wahrung“, Verantwortung für den Stadtteil und Eigeninitiative zu mobilisieren. Die Ansprachestrategie, die Dialogkultur sowie das Bild des Stadtentwicklers in der Bürgerschaft sind hier essentiell. 6. Werkschau und Diskussionsveranstaltung Schwerpunkt der Werkschau am 7./8.11.2014 war die Präsentation der 11 Arbeiten der Studierenden als Zukunftsbilder für die Wohnstandortentwicklung in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung. Die Zukunftsbilder und ihre Details (Gemeinsam (Er-)Leben, Hiltrup mach blau, Zweite Reihe …, Home Improvement, Wunderbar Wandelbar, Rei- henhaus+, Reihenhaus Unlimited, Hülle und Fülle, Do-cking Station, Hinterhof Poten- zial, Aus Eins mach Zwei / Im 2. Lebts sich besser) wurden auf 34 Ausstellungstafeln gezeigt. Zu mehreren Arbeiten haben die Studierenden auch Funktions- oder Mas- senmodelle präsentiert. Eingangs der Ausstellung wurde mit der Übersicht „Wohnstandortentwicklung in Müns- ter“ die Initiative in den Rahmen des Handlungskonzeptes Wohnen der Stadt Münster eingefügt (Anhang). Außerdem wurden mit der Übersicht „Ablauf kooperative Wohn- standortentwicklung (Zukunftswerkstatt Wohnen) im Wohnviertel „Ringstraßen- und Heerdesiedlung“ in Hiltrup-Ost“ (Anhang) der bisherige Verlauf der Initiative dargestellt und die Ausstellung in den Verlauf des Prozesses eingeordnet. In den zurückliegenden Monaten bis zur Ausstellung hat die Bürgerschaft zahlreiche Möglichkeiten genutzt, sich im Prozess zu beteiligen und zum Prozess zu äußern. Die Meinungsäußerungen wurden gleichsam als Beiträge für die Diskussion über die Zu- kunft des Wohnviertels gewertet, sie wurden in der Ausstellung auf 4 Ausstellungsta- feln unter der Überschrift „Stimmen aus dem Viertel“ gezeigt. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 24 Herr Prof. Schultz-Granberg, die anwesenden Studierenden wie auch die Verwaltung wurden intensiv von den Besuchern der Ausstellung für Erläuterungen nachgefragt. Die Zukunftsbilder haben gleichsam positive und negative Reaktionen ausgelöst. Die Ideen und Lösungsansätze zur Schaffung von barrierefreiem Wohnraum haben sehr viel Zu- stimmung gefunden. Überwiegende Zustimmung und besonderes Interesse haben die Ideen im Zukunftsbild „Gemeinsam Erleben“ und die im Zukunftsbild „Hiltrup macht blau“ aufgeworfenen Fragen zur Verbesserung der Gestaltung und Nutzbarkeit von öf- fentlichen Räumen und Plätzen erhalten. Es war auch ein erhöhtes Interesse an dem Thema barrierefreies Wohnen in Reihenhäusern und im Geschosswohnungsbau ver- nehmbar. Einige Ausstellungsbesucher begrüßten zudem, dass auch die kritischen Stimmen zum Prozess wie auch die Anregungen zur Weiterentwicklung der Infrastruktur in der Aus- stellung dargestellt wurden. Mehrere Besucher haben den Prozess und die damit ver- bundene Idee, Zukunftsbilder für den Stadtteil zu entwickeln, ausdrücklich befürwortet. Reflektion der Diskussionsveranstaltung am 08.11.2014 Am Samstagvormittag haben ca. 30 Personen die Diskussionsveranstaltung besucht. Die Veranstaltung wurde von Jens Stachowitz, Kommunalberater aus Dortmund, mo- deriert. Für fachlich-thematische Rückfragen standen Professor Schultz-Granberg, Pro- fessorin Dr. Christiane Rohleder von der Katholischen Fachhochschule (Kooperations- partnerin aus dem Projekt Sophia ‚Älter werden in Hiltrup’), Dr. Helga Kreft-Kettermann und Detlef Weigt vom Stadtplanungsamt der Stadt Münster zur Verfügung. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass zahlreiche Teilnehmer und Teilnehmerinnen den Ansatz der Stadtverwaltung, vorsorgend und damit frühzeitig die Zukunftsfähigkeit und Entwicklung eines Quartiers mit der Quartiersbevölkerung zu diskutieren und Lösungen für eine stabile Zukunft zu erarbeiten, positiv bewerten und insbesondere auch den Fo- kus auf die Entwicklung des Wohnens unterstützen. Ein Blick auf die Quartiersbiografie macht deutlich, dass trotz bereits eingesetztem Generationenwechsels das Viertel von der Bevölkerungsstruktur weiter altert und gerade die Mischung der Bewohnerstruktu- ren Herausforderungen an „neues Wohnen im Bestand“ ebenso richtet wie an die Vor- haltung und den Ausbau infrastruktureller Angebote. Vor diesem Hintergrund wurde auch die Vielfalt der Zukunftsbilder, das unterschiedli- che architektonische wie auch städtebauliche Herangehen an die individuellen Frage- stellungen der Eigentümer und Eigentümerinnen und der Quartiersbewohner gelobt. Neben den positiven Stimmen gab es auch kritische Äußerungen gegen den instru- mentellen Ansatz der Durchführung einer Zukunftswerkstatt und das gerade in dem Quartier der Ringstraßen- und Heerdesiedlung. Besonders deutlich wurden Ängste in Richtung einer ungewollten Verdichtung und Veränderung des Quartiersbildes (Stra- ßen-/Siedlungsbildes) artikuliert. Die Realisierbarkeit der Zukunftsbilder werden hinter- fragt und das insbesondere mit Blick auf das Bauordnungsrecht, gleichsam wird das Erfordernis der Schaffung neuen Wohnraums in Frage gestellt. Dagegen werden Er- fordernisse für einen notwendigen Infrastrukturausbau und die Schaffung weiterer An- gebote für das Wohnen älterer Menschen im Quartier benannt. Wobei hierzu gerade das Projekt Sophia, das in Kooperation von Stadtverwaltung und der Katholischen Fachhochschule und dem Landschaftsverband Westfalen Lippe durchgeführt wird, eine sehr gute Plattform bildet. Als ein Anker zu diesem Projekt ist die Katholische Fach- hochschule auch in der Zukunftswerkstatt beteiligt. Auch wird ausgeführt, dass durch den bereits eingesetzten Generationenwechsel keine weitere Steuerung von außen, in diesem Fall seitens der Stadtverwaltung notwendig sei und gewünscht werde. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 25 Ein zentraler Tenor der Diskussion war auch die Frage nach der Realisierbarkeit. Hier- zu wird von Prof. Schultz-Granberg erläutert, dass es sich um Zukunftsbilder mit zahl- reichen Ideen und Anknüpfungspunkten handelt, um über die Zukunft des Stadtteils nachzudenken. Rückblickend haben die bisherigen Veranstaltungen und auch die Veranstaltung am 7./8.11.2014 gezeigt, dass es Verständnisschwierigkeiten gab, zwischen der Rolle der Verwaltung, eine vorsorgende Funktion für die Entwicklung des Quartiers unter Einbe- ziehung der Bewohner von Anfang an und damit präventiv einzunehmen und den Ängsten und Befürchtungen der Quartiersbewohner, eine ungewollte Entwicklung „übergestülpt“ zu bekommen. Die Annäherung an das Verständnis für die Intention und Vorgehensweise wurde durch eine Anzahl von Wortbeiträgen zum Ende der Veranstal- tung deutlich. Auch die Tatsache, dass der demografische Wandel zu Entwicklungen und Dynamiken im Quartier, insbesondere mit dem gezielten Blick auf eine nachfrage- und bedarfsgerechte Wohnraumversorgung der unterschiedlichen Bevölkerungsgrup- pen führen wird, wurde als Herausforderung und Notwendigkeit für eine vorsorgende Wohnstandortentwicklung gesehen. Eine Einschätzung, die die Verwaltung in ihrem Vorgehen stärkt, gleichzeitig aber auch dafür sensibilisiert, die Ängste und Skepsis der Bewohnerschaft aufzunehmen. Die Presseberichterstattung im Nachgang zur Werkschau und Diskussionsveranstal- tung war im Tenor leider sehr einseitig, da nur die skeptischen und kritischen Stimmen wiedergegeben wurden, die positiven Rückmeldungen blieben leider unberücksichtigt. Auswertung der Befragungsergebnisse der Ausstellungsteilnehmer Während der Ausstellung wurde eine begleitende Befragung der Besucher durchge- führt. Die Teilnahme war freiwillig, und der Fragebogen (Siehe Anhang), der aus- schließlich an die Ausstellungsbesucher ausgegeben wurde, war auch als Leitfaden für die Ausstellung konzipiert. Es wurden 25 ausgefüllte Fragebögen bis ca. eine Woche nach der Ausstellung abgegeben. Drei weitere Bögen sind am 10.12.2014 eingegan- gen. Damit haben ca. 40% der Ausstellungsbesucher an der Befragung teilgenommen. Aussagekraft der Befragung Die Altersstruktur der Teilnehmenden entspricht weitgehend der Altersstruktur (31.12.2013) im Untersuchungsgebiet, Abweichungen bestehen beim Anteil der Teil- nehmenden in der Altersgruppe 66+ mit ca. 22% gegenüber 35% beim Bevölkerungs- anteil und bei der Altersgruppe 30-41 Jahre mit 25%-Anteil bei den Teilnehmenden ge- genüber rd. 15% Anteil in der Viertelbevölkerung. Die Haushaltszugehörigkeit der Teil- nehmenden stimmte annähernd auch mit der Haushaltsstruktur in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung überein, 61% der Teilnehmenden leben in 1- oder 2- Personenhaushalten, die Ein- und Zweipersonenhaushalte im Viertel haben einen An- teil von rd. 72%. 36% der Teilnehmenden leben in drei- und Mehrpersonenhaushalten, diese stellen 2013 rund 28% der Haushalte im Viertel. Mehr als 4/5 der Teilnehmenden wohnen entweder in der Heerdesiedlung (43%) oder in der Siedlung Ringstraße (39%). Allgemeines Urteil der Befragten Die Teilnehmer der Befragung haben mit großer Mehrheit die Ausstellung (Freitag und Samstag) und die Diskussionsveranstaltung (Samstag) entweder gut oder sehr gut bewertet. Zur Bewertung der Diskussionsveranstaltung wurden mehrfach keine Anga- ben gemacht, weil die Befragungsteil-nehmer vermutlich ausschließlich am Freitag die Ausstellung besucht hatten. Lediglich zwei Antwortende hatten beide Veranstaltungen schlecht bewertet. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 26 Bewertung Zukunftsbilder Gemeinsam (Er-)leben und Hiltrup macht blau Die Bewertungen der Zukunftsbilder „Gemeinsam Erleben“ und „Hiltrup macht blau“ sind über-wiegend positiv ausgefallen. Das gilt insbesondere auch für die Frage nach der Bereitschaft, sich persönlich für die Verwirklichung der Ziele (Mehr Bänke für Hiltrup-Ost, Revitalisierung öffentlicher Wege und Räume) einzusetzen. Die Bereit- schaft unter den Teilnehmenden aus der Heer-desiedlung ist deutlich höher, eine Mehrheit der Teilnehmenden aus der Siedlung Ringstraße wäre „eher nicht“ oder „nicht“ bereit sich zu engagieren. Bewertung Zukunftsbild „Hinterhof Potenzial“ Das Zukunftsbild „Hinterhof Potenzial“ mit der Aufgabe „Aufwertung Wohnumfeld und Wohnflächenerweiterung“ nimmt allein durch seinen Umfang eine Sonderrolle unter den Zukunftsbildern ein. Die Bedeutsamkeit der Fragestellung bewerteten jeweils ca. 1/3 mit ja, teils/teils oder mit nein bzw. ohne Angabe. Es fällt auf, dass hier das Urteil von Bewohnern aus der Heerdesiedlung positiver ausfällt. Die Stadtteilverträglichkeit und Übertragbarkeit des Zukunftsbildes wurde von allen Teilnehmenden demgegen- über etwas schlechter beurteilt. Die Übertragbarkeit der Entwurfsidee wurde von den Teilnehmenden aus der Ringstraße deutlich besser beurteilt. Bedeutsamkeit der Fragestellungen/Aufgabenstellungen Die Antworten auf die Frage nach der Bedeutsamkeit der Fragestellung oder Aufga- benstellung bei den einzelnen Zukunftsbildern machen deutlich, dass bei fast allen Zu- kunftsbildern mindestens ein Drittel der Teilnehmenden, teilweise mehr als die Hälfte, eine Relevanz für die Stadtteil-entwicklung sehen, ein deutlich geringerer Teil der Teil- nehmenden ist hier gegenteiliger Meinung. Höchste Zustimmungen erhielten die Auf- gabenstellungen zu den Reihenhäusern und die Umbauvorschläge „Aus eins mach zwei“, „Hülle und Fülle“ sowie „Home Improvement“. Rund 1/3 der Teilnehmenden sah keine Bedeutsamkeit bei den Fragestellungen der Zukunftsbilder „Wunderbar Wandel- bar“, „Im 2. lebts sicher besser“, „Hinterhofpotenzial“, „Docking-Station“ und „2. Reihe …“, die die Schaffung barrierefreier Wohneinheiten im rückwärtigen Bereich der Grundstücke behandeln. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein überwie- gender Teil der Teilnehmenden den barrierefreien Um- oder den barrierefreien Neubau als bedeutsame Aufgaben für die Entwicklung des Wohnviertels ansehen. Stadtteilverträglichkeit der Zukunftsbilder und Übertragbarkeit der Entwurfsideen Zur Frage nach der Stadtteilverträglichkeit und Übertragbarkeit haben zwischen 18% und 29% keine Angaben gemacht. Die Dokumentation der Rückmeldungen zeigt, dass bei der Hälfte der Zukunftsbilder die Zustimmungen gegenüber den Ablehnungen überwiegen. Auffällig ist, dass mit wenigen Ausnahmen die Zustimmung zur Stadtteilverträglichkeit größer ausfällt und gleichsam die negativen Einschätzungen zur Übertragbarkeit der Entwurfsidee größer ausfallen. Die vier Zukunftsbilder mit der größten Zustimmung zur Stadtteilverträglichkeit sind „Hülle und Fülle“, „Home Improvement“, „Reihenhaus+“ und „Aus Eins mach Zwei“. Eine Übertragbarkeit der Entwurfsidee sahen eine Mehrheit der Teilnehmenden insbesondere bei den Zukunftsbildern „Home Improvement“, „Aus Eins mach Zwei“, „Hinterhof Potenzial“, „Hülle und Fülle“ und „Reihenhaus+“. Damit sind in der Tendenz die Stadtteilverträglichkeit und Übertragbarkeit der Zukunftsbilder, die eine Neuorganisation, Umbau oder Erweiterung behandeln, positiver bewertet wor- den. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 27 Bewertung Positionen, Anregungen und Vorschläge zur Infrastrukturentwicklung Die Befragten wurden zudem gebeten, aus den im bisherigen Prozess geäußerten Po- sitionen, Anregungen und Vorschläge zur Infrastrukturentwicklung des Wohnviertels die aus ihrer Sicht fünf wichtigsten Punkte zu benennen. Dabei sind die folgenden Punkte am häufigsten genannt worden: Nr.1 Das vorhandene Wegenetz und die Naherholungsmöglichkeiten seien vorbild- lich. Nr.2 Das Viertel weise keine schwerwiegenden sozialen Probleme auf. Nr.11 Information über Förderungen beim barrierefreien Ausbau von Wohnungen – Die Stadt wird aufgefordert, das Beratungsangebot zur Energieeinsparung und Altbau-sanierung um den Baustein „Beratung beim barrierefreien Umbau“ ergänzend zum vorhandenen Beratungsangebot des Informationsbüros Pflege zu erweitern. Nr.3 Die vorhandenen Waldflächen dürften durch weitere Siedlungsentwicklung nicht angetastet werden. Nr.7 Es fehle an barrierefreien und bezahlbaren Wohnmöglichkeiten für Ältere im Wohnviertel Nr.8 Das Angebot mobiler Pflegedienste in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung, …, bedürfe einer Verbesserung. Nr.9 Der Stadtteil Hiltrup-Ost benötige weitere Begegnungsmöglichkeiten, gleich- sam im öffentlichen Raum wie auch in geeigneten Räumlichkeiten Dieses Votum lenkt die Aufmerksamkeit auf wesentliche, im Stadtteil wahrgenommene, Qualitätsmerkmale und auf Handlungserfordernisse mit Bezug auf die Wohnsituation älterer Menschen. In einer offenen Frage wurden die Befragten gebeten, bis zu drei Punkte zu benennen, die aus ihrer Sicht bei der Entwicklung des Wohnviertels für besonders wichtig gehal- ten werden. Die Antworten lassen sich wie folgt in sieben Gruppen einteilen: • Eine Gruppe der Nennungen (12 Nennungen) zielt darauf ab, dass der Charakter des Wohnviertels erhalten bleibt und/oder dass Interventionen unterbleiben sol- len. • Eine Gruppe (9) plädiert für eingeschränkte baulich-räumliche Veränderungen, dabei sollen Grenzen gesetzt und eingehalten werden. • Eine Gruppe (9) thematisiert die Bedürfnisse verschiedener Bewohnergruppen (Junge Familien, Senioren, etc.). • Eine Gruppe (6) spricht sich für Qualität in der Kommunikation und im Umgang miteinander aus. • Eine Gruppe (3) plädiert für die Erhaltung und Pflege des Waldes. • Eine Gruppe (6) spricht Defizite und Befürchtungen in der Verkehrsanbindung an. • Eine Gruppe (4) hält die Einkaufmöglichkeiten für die Entwicklung des Wohnvier- tels für bedeutsam oder für verbesserungsbedürftig. Hinweis Im Nachgang zur Ausstellung ist eine verfremdete Fassung des ausstellungsbegleiten- den Fragebogens der Stadt in Umlauf gebracht worden. Er ist überschrieben mit „Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost“ und hat den Untertitel „Erweitert um Bürger- fragen“. Im Kopf trägt dieser Fragebogen das Logo der Stadt Münster mit dem Zusatz „Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung“ und nennt einen Mitarbei- ter dieses Amtes namentlich und mit Kontaktdaten als Ansprechpartner. Der verfrem- dete Fragebogen enthält gegenüber dem dreiseitigen städtischen Fragebogen auf ca. Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 28 11 Seiten zahlreiche Erläuterungen und Fragen, die durchaus suggestiven Charakter aufweisen. Die Verwaltung stellt klar, dass dieser Fragebogen weder von der Stadt Münster entwi- ckelt noch Gegenstand einer Bewohnerbefragung durch die Stadt Münster, noch von der Verwaltung in Umlauf gebracht worden ist. Auch Dritte sind nicht von der Stadt Münster beauftragt oder autorisiert worden, diesen Fragebogen zu entwickeln oder zum Gegenstand einer Bürgerumfrage zu machen. Der Fragebogen ist eine Fälschung, die Urheberschaft ist unbekannt. Aus Sicht der Stadt Münster stellt der Fragebogen eine unseriöse Täuschung der Bürgerschaft dar. Es war nicht erkennbar, in welchem Umfang und in welchem Raum der gefälschte Fra- gebogen verteilt worden ist. Bis zum Ende der 50. Kalenderwoche 2014 sind insge- samt 18 ausgefüllte Exemplare des gefälschten Fragebogens im Stadthaus 3 einge- gangen. Im Nachgang der Werkschau haben sich außerdem zwei Bewohner der Heerdesied- lung mit gesonderten Stellungnahmen an die Verwaltung gewandt. Die Inhalte sind im Zuge der Erarbeitung des Ergebnis- und Erfahrungsberichtes eingeflossen. IV. Schlussfolgerungen aus dem Projektverlauf 2014 1. Impulse zur Wohnstandortentwicklung Zukunftsbilder Die 11 Zukunftsbilder haben, als qualitativ hochwertige Beiträge, nicht nur den jeweili- gen Eigentümern Ideen und Anregungen (positiv oder negativ) für die Entwicklung der Immobilien und der Grundstücke im Viertel aufgezeigt. Das dabei behandelte Spektrum der baulich-räumlichen Herausforderungen ist umfangreich, die Reichweite damit er- heblich. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Aufgabenstellungen zu den Zukunftsbildern mit nur einer Ausnahme aus dem Wohnviertel gekommen sind. Es ist derzeit offen, ob und inwieweit ein Zukunftsbild von einem Eigentümer oder einer Ei- gentümergruppe für konkretere Entwicklungsüberlegungen im Wohnviertel aufgegriffen wird. In den Fällen, wo offenkundig nachbarliche Belange berührt werden oder wo Er- fordernisse eines Interessenausgleichs oder einer städtebaulichen Ordnung entstehen, steht die Planungsverwaltung wie bisher zur Klärung der Möglichkeiten und Grenzen einer Realisierung zur Verfügung. Zukunftsdiskussion Hintergrund der praktizierten Wohnstandortentwicklung in der Ringstraßen- und Heer- desiedlung zur Quartiersstabilisierung ist das Erfordernis auch im Siedlungsbestand Münsters vorhandene Potenziale einer Innenentwicklung zur Begrenzung des Flä- chenwachstums und Verbesserung der Wohnraumversorgung zu nutzen. Im exempla- rischen Anwendungsfall wurde gleichwohl kein qualitatives oder quantitatives Ziel aus- gegeben, im Mittelpunkt standen hier vielmehr Fragen nach der Zukunftsfähigkeit des Wohnviertels und nach Entwicklungsbedarfen des Wohnungsbestandes aus örtlicher Perspektive sowie den daraus ggf. resultierenden planerischen Interventionserforder- nissen. Mit dieser gebietsbezogenen Strategie wurde eine Zukunftsdiskussion im Wohnviertel ergebnisoffen angestoßen. Diese hat auf der Grundlage der Zukunftsbilder nicht die erwartete Tiefe und Ausprägung erreicht. Die öffentliche Diskussion wurde zum Bei- Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 29 spiel durch Befürchtungen vor einer unmaßstäblichen Nachverdichtung geprägt. Über den Rahmen allgemeiner Zielaussagen hinaus konnten aus der Zukunftsdiskussion in- sofern nicht in dem erhofften Umfang potenzielle Handlungsfelder identifiziert werden. Nachfolgend werden drei Handlungsansätze thematisiert. Unmaßstäbliche Nachverdichtung Die Sorge vor einer unmaßstäblichen Nachverdichtung wurde insbesondere in der Heerdesiedlung, wo Bebauungspläne einen Rahmen für die weitere Entwicklung set- zen, artikuliert. Die Ablehnung einer unmaßstäblichen Nachverdichtung wird von der Verwaltung geteilt, die jüngere Entwicklungspraxis hat allerdings gezeigt, dass das vorhandene Planungsrecht in Verbindung mit den bisherigen Entwicklungserwartungen der Eigentümer zu einer geordneten städtebaulichen Entwicklung führt. Aus Verwal- tungssicht besteht hier insofern kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Gleichwohl gilt es, insbesondere in der Entwicklung des Ringstraßenviertels, die Verwertungsabsichten der Eigentümer zu beobachten, ob hier planerischer Interventionsbedarf zum Schutz des Viertels entstehen könnte. Bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum Darüber hinaus werden aus Sicht der Verwaltung gleichsam in mehreren Zukunftsbil- dern, ihren Aufgabenstellungen wie auch in mehreren Positionen aus dem Quartier Konturen eines Handlungsfeldes erkennbar: Die Schaffung von bezahlbarem und bar- rierefreiem Wohnraum ist eine wichtige Zukunftsaufgabe im Stadtteil. Ein Teil des Bedarfs wird ggf. über einen barrierefreien Umbau von vorhandenen Woh- nungen oder Häusern gedeckt werden können. Das Informationsbüro Pflege der Stadt Münster bietet hier Beratungsleistungen an und es werden Unterstützungsleistungen vermittelt. Außerdem können ggf. Erkenntnisse aus dem vom Land NRW geförderten Projekt „Altbauneu“ zur energetischen Gebäudesanierung nach Abschluss der Erpro- bungsphase auch in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung Anwendung finden. Einige Zukunftsbilder, „Aus eins mach Zwei“, „Reihenhaus Unlimited“, „Reihenhaus +“ und „home improvement“, haben ebenfalls die Frage eines barrierefreien Umbaus be- handelt und sie haben, jenseits der rechtlichen Genehmigungsfähigkeit, Möglichkeiten für einen barrierefreien Umbau aufgezeigt. Allerdings ist festzuhalten, dass der barrie- refreie Umbau (zum Beispiel bei Einfamilienhäusern mit erhöhten Erdgeschossen) teil- weise mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden wäre. Insofern stellt sich die Frage, ob und wie der Bedarf an barrierefreien Wohnraum im Wohnviertel auch ander- weitig gedeckt werden könnte. Hierzu sind in den Zukunftsbildern exemplarisch zwei grundsätzliche Alternativen aufgezeigt worden. In den Zukunftsbildern „Hinterhof-Potenzial“, „Zweite Reihe“, „Wunderbar Wandelbar“ und „Docking Station“ wurden in dafür geeigneten Teilen des Wohnviertels neue barrie- refreie Wohnmöglichkeiten durch zusätzliche Bebauung im rückwärtigen Bereich vor- geschlagen. Eine Realisierung wäre in der Regel nur über die Schaffung notwendiger planungsrechtlicher Grundlagen (Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplanes) denkbar, die aus Verwaltungssicht dann zu empfehlen wäre, wenn die Eigentümer ei- nes Baublocks diese neue Nutzungsmöglichkeit befürworten würden. Aus rechtlichen Gründen besteht diese Option nur eingeschränkt für die großen Grundstücke am Wald- rand, weil hier zwischen Bebauung und Wald zwingend ein Abstand von 30 Metern einzuhalten ist. Im Zukunftsbild „Hülle und Fülle“ wird vorgeschlagen, durch eine umfängliche Entker- nung eines großen Einfamilienhauses neuen barrierefreien Wohnraum, zum Beispiel Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 30 für betreutes Wohnen, zu schaffen. Der damit projektierte Eingriff in das Gebäude er- reicht eine Dimension, die womöglich einen Vergleich mit der Alternative Ab- riss/Neubau herausfordert. Gleichwohl bestehen hier ggf. Möglichkeiten im Rahmen des bestehenden Planungsrechts bedarfsgerechte Wohnmöglichkeiten zu schaffen. Die Ringstraßen- und Heerdesiedlung verfügt insofern über mehrere Entwicklungsopti- onen zur Nachfrage nach bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum. Bei ihrer Reali- sierung können ggf. weitere Optionen mit bezahlbarem Wohnraum für junge Familien eröffnet werden. Im zurückliegenden und laufenden Wandlungsprozess des Wohnvier- tels ist offenkundig nicht in dem notwendigen Umfang, wie der artikulierte Bedarf zeigt, bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum entstanden. Aus Sicht der Stadtentwicklung würde die Aktivierung dieser Potenziale einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Stadtteils leisten. Folgende Fragen spielen in diesem Zusammenhang eine wichti- ge Rolle: • Wie können auf einzelnen Grundstücken stadtteilverträglich Potenziale für barrie- refreien und bezahlbaren Wohnraum aktiviert werden? • Haben ggf. Eigentümer Interesse, auf ihrem Grundstück einen Umbau oder Neu- bau vorzunehmen oder dafür ihr Grundstück zur Verfügung zu stellen? • Gibt es Eigentümer oder Bewohner, die an einer Neuschaffung barrierefreien Wohnraums interessiert sind und/oder sich dafür, gemeinsam mit Dritten, enga- gieren wollen? • Besteht Interesse im Wohnviertel an dem Thema „gemeinschaftliche Wohnfor- men“? • Kann auf einem Grundstück die Schaffung einer kleinen Einheit mit betreutem Wohnen (4 WE) zusammen mit einem Träger initiiert werden? Die Planungsverwaltung schlägt unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Modellvorhaben „Älter werden in Hiltrup“ sowie aus dem Projekt SoPHiA vor, modell- haft in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung geeignete Ansprache– und Aktivierungs- strategien zur Schaffung barrierefreien Wohnraums zu erproben. Die Neuschaffung von barrierefreiem Wohnraum und der barrierefreie Umbau von Wohnungen wären substanzielle Beiträge für die baulich-räumliche Transformation zu einem Mehrgenerationenviertel. Standortentwicklung im Quartier am Lodden für Hiltrup-Ost Im Zuge der Zukunftswerkstatt und der Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infra- struktur wurden eine Reihe von Anregungen, teilweise in Übereinstimmung mit politi- schen Anträgen formuliert, denen exemplarisch im Zukunftsbild „Gemeinsam (Er- )Leben“ ein Gesicht gegeben wurde. Es hat sich herausgestellt, dass der Standort an der Straße Osttor und direkt an den Landschaftsraum Lodden angrenzend (Quartier am Lodden) über ein großes Stabilisierungspotenzial und eine strategisch wichtige La- ge verfügt und gleichsam seine Entwicklung mit großen planerischen Herausforderun- gen (Immissionsschutz, Landschaftsschutz) verbunden ist (vergl. Anlage 5 Standort- karte). Hier ist ein integrierter Handlungsansatz erforderlich, in dem über die exempla- rische Machbarkeit im Zukunftsbild hinaus eine tragfähige Perspektive für den ganzen Stadtteil entwickelt werden kann. Die Verwaltung schlägt deshalb an dieser Stelle vor, ein Strukturkonzept unter Beachtung der Ergebnisse der Zukunftswerkstatt zu erarbei- ten mit den Zielen, die Potenziale des Standortes aufzuzeigen und die Zukunftsfähig- keit des Wohnstandortes Hiltrup-Ost zu verbessern. Mit dem Strukturkonzept sollen die Rahmenbedingungen und die Dimension ei- ner möglichen Standortentwicklung ermittelt werden. Dabei sind insbesondere die Perspektiven des TuS Hiltrup und der kath. Pfarrgemeinde St. Marien wie auch die In- Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 31 teressen der aktuellen Nutzer des Quartiers zu berücksichtigen. Auf der Grundlage des Strukturkonzeptes wird eine Entscheidung über das weitere Vorgehen herbeizuführen sein. Die beabsichtigte Stabilisierung würde insbesondere durch eine Schaffung von neuem barrierefreien Wohnraum, durch einen weiteren Ausbau als Treffpunkt für den gesam- ten Stadtteil und durch bedarfsgerechte Ergänzung der öffentlichen und privaten Infra- struktur- und Dienstleistungsangebote erreicht werden. Der aktuelle Sportbetrieb des TuS Hiltrup an dieser Stelle soll durch die Standortent- wicklung nicht beeinträchtigt werden. Darüber hinaus wird zu prüfen sein, ob und in- wieweit sich aus einer Standortentwicklung neue Entwicklungspotenziale für den Sportverein ergeben können. Aufgrund der siedlungsstrukturellen Randlage des Bereiches nördlich der Straße Ost- tor scheidet die Ansiedlung von großflächigen Einzelhandelsnutzungen als Entwick- lungsziel aus. Aus Sicht des Handels mag dieser Standort gegebenenfalls aufgrund seiner guten Anbindung interessant sein – Im Falle einer Realisierung (z. B. Ansied- lung Lebensmittelmarkt) würden sich aber negative Auswirkungen durch Umsatzverla- gerungen zu Lasten der bestehenden, siedlungsstrukturell integriert gelegenen, Nah- versorgungsmärkte (Am Roggenkamp, Osttor) ergeben und somit kontraproduktiv zum Ziel der Bestandssicherung dieser Betriebe wirken. Geschäftsaufgaben wären dann nicht auszuschließen, was wiederum zu einer Verschlechterung der Nahversorgung in fußläufiger Entfernung führen würde. Das Quartier am Lodden verfügt insofern über keine Eignung als Ansiedlungsstandort für großflächige Einzelhandelsnutzungen. 2. Ausblick für die gesamtstädtische Strategie Die wachsende Stadt Münster steht kurz- bis mittelfristig vor sehr großen ordnungs- und entwicklungspolitischen Herausforderungen. Das betrifft insbesondere die Fragen nach der Wohnraumversorgung und nach der Weiterentwicklung des Siedlungsbe- standes. Mit dem Handlungskonzept Wohnen steht dazu ein gesamtstädtischer Rah- men mit mehreren Bausteinen zur Verfügung. Die damit verbundenen Aufgaben und Wandlungsprozesse erstrecken sich, gleichsam raumfunktional wie inhaltlich, über die gesamte Stadt. Wenn die Stadt Münster flächensparend wachsen und sich weiterent- wickeln soll, stellt sich insbesondere die Frage der Ausgestaltung der münsteraner In- nenentwicklung. Inwieweit könnten darin die Stabilisierung, Transformation und Qualifi- zierung bestehender Wohngebiete eine strategisch bedeutsame Aufgabe werden? In- wieweit bedürfen die Innenentwicklung und die Entwicklung einzelner Teilräume Müns- ters dabei eines gesonderten gesamtstädtischen und teilräumlich differenzierten Ziel- systems? Innenentwicklung auf Quartiersebene ist insbesondere dann erfolgreich, wenn darin die Chance, sich gemeinsam mit Gleichgesinnten für eine Weiterentwicklung eines Quar- tiers aktiv einzusetzen, genutzt wird. Das setzt entsprechende Bereitschaft für Verän- derung Engagement und Zusammenarbeit voraus. Insofern stellt sich für den Sied- lungsbestand Münsters wie im betrachteten Wohnviertel die Frage, ob über die Praxis von Besitzstandswahrung hinaus, bevorzugt Gruppen von Eigentümern oder Nutzern diese Chance ergreifen und über die eigenen Interessen hinaus Verantwortung für das Quartier übernehmen wollen. Innenentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe derer, Wohnstandortentwicklung in Hiltrup-Ost am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung - Seite 32 die in einem Viertel leben, sich engagieren, planen, investieren, bauen oder dieses nutzen. Die Planungsverwaltung sieht sich hier als Partner und Impulsgeber. Anhang Der Wohnstandort Hiltrup-Ost – Potenzialanalyse - S achstand und Ausblick am Beispiel der Ringstraßen- und Heerdesiedlung Die Bezirksvertretung Hiltrup wie auch der ASSVW wurden im Januar/Februar 2014 über die Ergebnisse der Potenzialanalyse der Stadtverwaltung zu Hiltrup-Ost informiert. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse bis dahin, eine Kur zfassung wurde auch in der ersten Veranstaltung am 31. März 2014 öffentlich vorgestel lt, haben unter anderem gezeigt, dass das Wohnviertel sich in einem langjährigen Wandlung sprozess zu einem Mehrgenerationenviertel befindet. Dieser Prozess ha t in besonderer Ausprägung in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung stattgefunden. Das Viertel ist zum überwiegenden Teil in den 50er- bis 70er-Jahren entstanden. Wesentliche P lanungsziele waren auf der Grundlage der wachsenden Mobilität mit dem PKW in der Nähe zu den Arbeitsplätzen in Hiltrup günstigen Wohnraum und attraktive Möglichkeiten für eine Eigentumsbildung zu schaffen. Das Viertel befindet sich stadtstrukturell in zweif acher Hinsicht in einer Randlage: Es liegt, getrennt durch den Kanal in einer Randlage von Hilt rup und es gehört zu den äußeren Wohnsiedlungsflächen in Münster. Es verfügt gleichw ohl mit dem Radweg entlang des Kanals und auch mit den Zugverbindungen über den Ba hnhof Hiltrup über direkte Anschlüsse in die Innenstadt Münsters. In den nachfolgenden Ausführungen sind auch die in der in Hiltrup-Ost 2014 initiierten Zukunftswerkstatt Wohnen geäußerten Qualitäten, Sch wächen und Veränderungen im Wohnviertel eingeflossen. Wohnbevölkerung Das Viertel hat gegenüber den 80er Jahren (31.12.19 83 – 2027 Einwohner (Haupt-und Nebenwohnsitz)) und trotz der Realisierung des ergä nzenden Baugebiets am Pinienweg in den 90er Jahren ¼ der Wohnbevölkerung verloren, die jährlichen Bevölkerungsrückgänge der vergangenen Jahre haben sich zuletzt verlangsam t, die Einwohnerzahl liegt aktuell bei ca. 1.500 Einwohnern Die Bevölkerungsstruktur hat s ich verändert: Gleichsam mit dem Rückgang bei jungen Familien sowie Kindern und Juge ndlichen hat eine Zunahme in der Altersgruppe 42 bis 53 Jahre und eine starke Zunahm e der älteren Menschen und Hochbetagten stattgefunden. Letzteres hat, allerdings in geringerer Ausprägung, auch in den anderen Teilen Hiltrups stattgefunden. Die Bevölkerungsveränderungen führen zu Konsequenze n für die Nutzung öffentlicher (sozialer) und privater Dienstleistungen sowie die ver- und entsorgende Infrastruktur. Die hohe Zahl der Älteren erfordert beispielsweise Infr astrukturanpassungen. Die Erreichbarkeit und Lebensqualität ist für einen nicht unerhebliche n Kreis von Nicht- oder Nicht-mehr- Automobilisten eingeschränkt. Die aktuelle Bevölkerungsprognose macht deutlich, d ass in den nächsten Jahren bis 2020 unter Einbeziehung des Generationswechsels die Bevö lkerungszahl in Hiltrup-Ost und auch in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung auf dem aktu ellen Niveau verbleiben wird. In der Bevölkerungsstruktur von Hiltrup-Ost wird im Bestan d in den nächsten fünf Jahren ein Wachstum bei den jungen Familien und bei den Kinder n bis 10 Jahren, hier um ca. 20 %, erwartet. Die Gesamtbevölkerungszahl verbleibt glei chwohl auf dem aktuellen Niveau, weil zeitgleich insbesondere die Altersgruppe 45-59 Jahr e abnehmen wird. Vorrangig eine Bautätigkeit ab 2018 in der Stadtzelle Emmerbachtal würde zu einem Bevölkerungswachstum in Hiltrup-Ost sowie zu einem weiteren Wachstum zum Beispiel bei Kindern bis 10 Jahren führen. Es ist gleichwohl nic ht auszuschließen, dass in weiterer Zukunft auch der Siedlungsbestand Emmerbachtal mit fortschreitendem Generationswechsel einen Anstieg der Kinderzahlen verzeichnen wird. Es ist weiter davon auszugehen, dass Hiltrup-Ost in näherer und fernerer Zukunft ein Mehrgenerationen-Stadtteil mit erheblichem Anteil älterer Menschen bleiben wird. Haushaltsstruktur In der Ringstraßen- und Heerdesiedlung dominieren d ie 1- und 2-Personenhaushalte und darunter die Haushalte mit älteren BewohnerInnen. A llerdings wohnen knapp die Hälfte der Bewohner in 3- oder Mehrpersonenhaushalten, damit h ält das Viertel seine Funktion als Wohnort für Familien, der fortschreitende Generationswechsel kann den Zuzug von weiteren Familien ermöglichen. Bebauungsstruktur und -dichte Die Bebauungsdichte und –intensität ist im innerstä dtischen Vergleich gering, entsprechend ist auch die Wohndichte vergleichsweise gering. Das Ringstraßenviertel wird, abgesehen von der über wiegend zweigeschossigen Straßenrandbebauung an der Straße Osttor, durch fre istehende eingeschossige Einfamilienhäuser oder Doppelhäuser mit steilem Sat teldach, jeweils oftmals mit dem Erdgeschoss in erhöhter Lage, geprägt. Diese sind g egenüber dem Ursprung an vielen Stellen durch, teilweise umfängliche, Anbauten, übe rwiegend in den rückwärtigen Bereich, ergänzt. Damit hat sich die ursprüngliche Struktur , freistehende Einzel- oder Doppelhäuser mit jeweils einer Wohneinheit, gewandelt. In wachse ndem Umfang leben mehrere Parteien oder Generationen, teilweise in eigenständigen Wohneinheiten, auf einem Grundstück. Die Heerdesiedlung kennzeichnet ein Nebeneinander v on vergleichsweise größeren eingeschossigen Einfamilienhäusern mit unterschiedl ichen Dachformen, zweigeschossigen Reihenhäusern sowie mehreren zweigeschossige Mehrfa milienhäusern, jeweils mit flacher geneigten Satteldächern. In beiden Siedlungsteilen finden sich zahlreiche Grundstücke in der Größenordnung 700 bis 1000 m2 mit Grundflächenzahle n von 0,1 bis 0,2 sowie Vollgeschossflächenzahlen von 0,1 bis 0,24. Ein Tei l davon liegt in Waldrandlage. Die Bebauung erstreckt sich fast ausschließlich entlang der Erschließungs- und Wohnstraßen. Vereinzelt, zum Beispiel an der Straße „Am Hain“ so wie an der „Ringstraße“, wird das Straßenbild nicht durch straßenbegleitende Bebauung sondern durch große Gärten geprägt. Die größtenteils offenen und attraktiven Vorgärten unterstreichen das ruhige und freundliche Erscheinungsbild der Siedlung. Grün und Landschaft Das Viertel verfügt über herausragende Qualitäten f ür ein ruhiges Wohnen. Benachbarte Landschaftsschutzgebiete, Waldflächen und schutzwür dige Biotope sowie die Lage am Kanal tragen wesentlich zur Wohn-und Lebensqualität bei: insbesondere Das Wohnviertel ist mit nur sehr wenigen Ausnahmen sehr gut an diese Qu alitäten, zum Beispiel für eine Naherholung, angebunden. Die Qualitäten sind zudema n vielen Stellen im Viertel wahrnehmbar. Das Viertel verfügt im Siedlungsraum u nd in seinem Umfeld über zahlreiche Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Die Bevölkerungsverluste vergangener Jahre in Verbindung mit dem unverändertem Spielangebot (d rei Spielplätze (1 x A-Kategorie für alle Altersgruppen und 2 x B-Kategorie zur Versorgu ng von Klein- und Schulkindern) mit insgesamt 3608 qm) haben gemäß Grünordnung Münster zum Stand 31.12.2013 die Versorgungsquote auf 146 % ansteigen lassen. Der Un terhaltungsaufwand je Einwohner ist damit deutlich erhöht. Die anderen Teile Hiltrup ve rfügen gleichsam über gute Versorgungsquoten, allerdings mit Werten zwischen 1 08 und 120 % in deutlich niedrigerer Ausprägung. Immobilienmarkt und Gebäudezustand Hiltrup-Ost kennzeichnet im Vergleich der äußeren Stadtteile Münsters eine durchschnittliche Immobilienmarktdynamik. So haben im Zeitraum 1996 b is 2010 in Hiltrup-Ost ca. 500 Verkaufsfälle (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen) stattgefunden. Diese erstrecken sich allerdings stärker als in anderen Stadtteilen auf den Siedlungsbestand, weil nur untergeordnet neues Bauland erschlossen wurde. Es w ird davon ausgegangen, dass die sehr große Nachfrage in Münster die Marktfähigkeit der Immobilien in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung zumindest in den nächsten Jahren stü tzen wird. Gleichzeitig ist mittelfristig davon auszugehen, dass der Immobilienmarkt im Bestand wachsen wird. Bei den Einfamilienhäusern auf vergleichsweise groß en Grundstücken (> 800 qm) mit niedriger Bebauungsdichte sind der Bodenwertanteil und die grundstücksbezogenen Kosten (Grundbesitzabgaben) erheblich, die potenziellen Kä ufer- oder Nutzer dieser Immobilien werden damit, bei gleichbleibenden Bodenpreisen und Kaufpreiserwartungen, zumindest aus mittleren Marktsegmenten rekrutiert werden müssen. Der Reihenhausbestand in der Heerdesiedlung, oftmal s wegen des geringen Bodenwertanteils attraktiv für junge Familien, wird voraussichtlich seine Marktfähigkeit bewahren. Einschränkend kann sich allerdings die begrenzte Wohnfläche auswirken. Es liegen derzeit keine Informationen über den Stan d des technischen, baulichen und energetischen Zustandes der Gebäude vor. Gleichwohl wird davon ausgegangen, dass eine entsprechende Ertüchtigung der Gebäude auch in den nächsten Jahren ein wichtiges Handlungsfeld, insbesondere im Zusammenhang mit Eigentümerwechsel, sein wird. Versorgung Die Versorgung mit privaten Dienstleistungen und di e Nahversorgung konzentrieren sich in Hiltrup-Ost überwiegend auf den Bereich südlich und nördlich der Straße Osttor. Im Verlauf der letzten beiden Jahrzehnte hat sich das Angebot reduziert. Aktuell kann noch von einer ausreichenden Versorgung gesprochen werden. Es ist gleichwohl nicht auszuschließen, dass sich vor dem Hintergrund des Strukturwandels i m Einzelhandel (Lage- und Standortanforderungen, Trend zur Großflächigkeit) i n Verbindung mit der Konkurrenz im Stadtteil die Chancen für einen dauerhaften Bestand der Nahversorgungsangebote verschlechtern könnten. Daher gilt es, die beiden i n Hiltrup-Ost in integrierter Lage ansässigen Nahversorgungsbetriebe, falls erforderli ch und gewünscht, bei etwaigen Maßnahmen zur Bestandssicherung zu unterstützen. Die vorhandene technische Infrastruktur zur Ver- un d Entsorgung wie auch der ÖPNV werden gegenwärtig in der Ringstraßen- und Heerdesi edlung gegenüber früheren Jahren von einer deutlich kleineren Personenzahl genutzt. Die Vorhalte- und Unterhaltungskosten (zum Beispiel für die Abwasserkanalisation) sind ni cht in gleichem Maße gesunken, damit hat sich der Aufwand je Einwohner erhöht. Wandlungsprozess Das Wohnviertel unterliegt bereits seit vielen Jahr en einem Wandlungsprozess. Neben den demografischen Veränderungen haben auch Eigentümerw echsel und baulich-räumliche Veränderungen wie auch der Zuzug von Familien in jü ngerer Vergangenheit stattgefunden. Insbesondere die zukünftigen Eigentümerwechsel werd en voraussichtlich den weiteren Wandlungsprozess stützen. Wesentliche Handlungsfelder im Gebäudebestand waren Kernsanierungen, energetische Maßnahmen und bauliche Erweiterungen. Im Rahmen der aktuellen Planungsziele wurden dabei in der Vergangenheit zahlreiche Wohnflächener weiterungen und bauliche Ergänzungen zugelassen. Die durchgeführten bauliche n Ergänzungen erfolgten größtenteils zur Schaffung zeitgemäßer Wohnungszuschnitte sowie zur Deckung sich wandelnder Wohnanforderungen. Es mussten allerdings auch, insb esondere wegen der Unvereinbarkeit mit den aktuellen planerischen Zielen und mit nachb arlichen Belangen, Veränderungen abgelehnt werden, auch wenn diese die im Stadtteil gewünschte Entwicklung als Mehrgenerationenviertel unterstützt hätten. Abschriften der Tafeln aus der Zukunftswerkstatt am 31.03.2014, Tafel 1 Abschriften der Tafeln aus der Zukunftswerkstatt Wo hnen in der Ringstraßen- und Heerdesieldung in Hiltrup-Ost am 3 1.03.2014 Qualitäten • Sehr gute Nachbarschaft - Nachbarbarschaftsfeste - Hilfe bei Einkäufen und Kirchgang - Hilfe beim Winterdienst • Ruhige Lage - geringe Verkehrsbelastung - Kanal, Waldgebiet, Landschaftsschutzgebiet • Erholungsqualität - ruhige Lage (gerade im Verglei ch zur Innenstadt) • Gutes Infrastrukturangebot in Hiltrup - Einkaufsmöglichkeiten - Dienstleistungen, Verwaltung - Anbindung Innenstadt (Rad und Bahn) • Bahnhof Hiltrup (Anbindung an das Schienennetz) • Stärken im Infrastrukturangebot des Viertels - Grundschule, Kita - Sport- und Freizeitangebot • Ausgeglichene soziale Struktur • Grundstücksgröße - flexibel nutzbar, Anbauten sind möglich • Vorhandene Siedlungsstruktur • Chancen aus einem Einfamilienhaus ein Zweifamilien haus zu machen Abschriften der Tafeln aus der Zukunftswerkstatt am 31.03.2014, Tafel 2 Schwächen • Bus- Anbindung - keine Buslinie im Viertel - große Entfernung zur nächsten Bushaltestelle - geringe Nachfrage nach Taxi-Bus • Anbindung des Viertels an die Infrastruktur in Hil trup über Tunnel unter der Bahnlinie problematisch • Schwächen im Infrastrukturangebot des Viertels - eingeschränkte Einkaufsmöglichkeiten - einziger Supermarkt liegt am Rand des Viertels • Häuser/ Grundstücke - Gartenpflege aufwändig - Barrierefreiheit kaum möglich - teuer für junge Familien • Zu große Grundstücke • Keine Straßentrasse (A43 Richtung Bielefeld) • Winterdienstangebot fehlt • Fehlende Fußgängerbrücke über den Kanal • Eingeschränkte soziale Sicherheit (Gefahrenstellen Wald und Unterfüh- rung) • Fehlende Wohnanlage für barrierefreies Wohnen - 15-20 Wohnungen - 1-2 Personen pro Wohnung • Schlechte Abstimmung TaxiBus mit ÖPNV • Baugesetze zu strikt bei Veränderungsbedarfen Abschriften der Tafeln aus der Zukunftswerkstatt am 31.03.2014, Tafel 3 Veränderungen • Steigender Altersdurchschnitt - Zunahme der Zahl d er Haushalte mit älteren Personen • Generationswechsel - zunehmend Eigentümerwechsel im Viertel - Zuzug von Familien • Sukzessive Aufwertung der Immobilien - Kernsanierung - Wärmedämmung - Erweiterung • Verschlechterung der Einkaufsmöglichkeiten • Verändertes Bewusstsein (Flächenbedarf) Abschriften der Tafeln aus der Zukunftswerkstatt am 31.03.2014, Tafel 4 Vorstellungen und Ideen zur Entwicklung des Wohnvie rtels aus der Zukunftswerkstatt Wohnen in der Ringsstraße n- und Heerdesiedlung in Hiltrup-Ost am 31. März 2014 • Möglichst langer Verbleib im Viertel bzw. Stadttei l - Umzug in eine barrierefreie Wohnung • Möglichst langer Verbleib im vorhandenen Wohnraum • Altengerechte Umrüstung des Gebäudebestandes zu ba rrierefreiem Wohnraum • Zeitgemäßer Ausbau und Modernisierung der Wohngebä ude • Verbesserung Information über bzw. Angebot von mob ile Versorgungs- und Pflegedienstleistungen • Ausbau Wohnen mit Service - betreutes Wohnen im St adtteil • Verjüngung des Viertels durch Zuzug von Familien • Gemischte Altersstruktur wertet das Viertel auf • Schaffung von (neuem) bezahlbarem Wohnraum für Fam ilien • Schaffung von (neuem) bezahlbarem barrierefreien W ohnraum • Vergrößerung der Wohnfläche kleiner Einfamilienhäu ser • Änderung der (roten) Gehwegplatten • Veränderung/ Erweiterung der Modernisierungsmöglic hkeiten • Veränderung mit Augenmaß Wohnstandortentwicklung in Münster Kommunales Handlungskonzept Wohnen V/0593/2013 mit 12 Modulen/Bausteinen Sensibilisierung Öffentlichkeits- arbeit Wohnungs- markt- monitoring Bündnis Wohnen Barrierefreiheit in Neubau und Bestand Sicherung Preis- und Belegungs- bindungen Bauland- entwicklung Sozialgerechte Bodennutzung Sozialer Wohnungsbau Dialogkultur mit Markt- akteueren Ziele Stadt- entwicklung Wohnungs- marktanalyse Mobilisierung von Standorten im Siedlungsbestand V/0006/2011 - Bausteine für eine weitere Stärkung der inneren Entwicklung im Bereich Wohnen – Antrag A-R/0023/2009 der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster „Als Ergänzung zur Ausweisung von Neubaugebieten strategische Entwicklungsperspektiven für das Wohnen im Bestand schaffen“ und Ratsbeschluss vom 8.12.2010 zum „Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 für Münster“ Potenzialanalyse Bahnhofsviertel Münster Stadtteil Hiltrup-Ost - Wohnviertel Ringstraßen- und Heerdesiedlung V/0892/2013 „Modellhafte Erprobung von Aktivierungs- und Prozessstrategien für „Neues Wohnen im Bestand“, hier: Bahnhofsviertel – Abschlussbericht, Fazit und weiteres Vorgehen“ Datenanalyse – Stadtteil im Wandel Ideensammlung und Zielfindung im Stadtteil Information über Strukturmerkmale und Potenziale Qualitäten, Schwächen, Veränderungen u. Leitvorstel lungen aus Viertelsicht Kooperative Erarbeitung von Zukunftsbildern für das Wohnen im Viertel Neues Wohnen im Bestand - Quartiersentwicklung und Infrastruktur Studie zu Herausforderungen, Potenzialen und Grenzen einer nachhaltigen Entwicklung des Wohnen am Beispiel des Stadtteils Hiltrup-Ost aus Stadtteilperspektive Innenentwicklungsstrategie für die Stadt Münster Werkschau „Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost“ u. Diskussion im Stadtteil Ablauf kooperative Wohnstandortentwicklung (Zukunftswerkstatt Wohnen) im Wohnviertel „Ringstraßen- und Heerdesiedlung“ in Hiltrup-Ost Information Strukturmerkmale Potenziale Bewertung des Wohnen im Viertel durch die Eigentümer- und Bewohnerschaft Qualitäten Mängel Veränderungen Leitideen aus Eigentümer- und Bewohnersicht zur Entwicklung des Wohnviertels 31.3.2014 Bildung Kooperationen zwischen Eigentümern und Studierenden der msa Umbau-, Erweiterungs- und Neubauvorstellungen im Bestand Bildung Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infrastruktur Wohnviertel im Generationswechsel Ganzheitliche Betrachtung der Entwicklung des Wohnen im Bestand im Viertel 29.4.2014 Erarbeitung von Zukunftsbildern in Zusammenarbeit m it Eigentümern und exemplarische Übertragung/Anwendung der Ideen im Wo hnviertel Zukunftsbild zur Stärkung der Quartiersidentität Zukunftsbild zur Optimierung des Infrastrukturangeb otes im Stadtteil Dokumentation bis September 2014 Keine Nachverdichtung Förderung Mobiler Dienstleister Bürgerbuch 5.6.2014 Was wird gut bewertet? Was kann verbessert werden? 25.6.2014 Erörterung von zwei Zukunftsbildern Argumentation gegen Nachverdichtung Vorschläge zur Infrastrukturentwicklung 4.9.2014 Bezirks- vertretung Hiltrup Planungs- ausschuss (ASSVW) Sept. 2014 7.u.8.11.2014 Heraus- forderungen + Potenziale + Grenzen einer Wohn- standort- entwicklung im Bestand am Beispiel Hiltrup-Ost Bezirks- vertretung Hiltrup Planungs- ausschuss (ASSVW) I/2015 In der Ausstellung werden Zukunftsbilder zu den Möglichkeiten und Perspektiven des Wohnens in Hiltrup-Ost gezeigt. Mit diesem Fragebogen, der gleichzeitig durch die Ausstellung führt, bit- ten wir Sie als Ausstellungsbesucher um eine Einschätzung zu den Zukunftsbildern. Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. Die Angaben werden anonym ausgewertet und nur nach Gruppen zusammengefasst veröffentlicht. Das Meinungsbild wird in die Dokumentation des Projektes aufgenommen. Zukunftsbild P 0 2 Gemeinsam (Er-)Leben Aufgabenstellung: Entwicklungsidee: Optimierung der Infrastrukturausstattung Verbesserun g der Infrastrukturausstattung und neuer (betreuter) Wohnraum für Ältere an zentraler Stelle in Hiltrup-Ost ++ + O – – – ? 1 2 3 4 5 6 angebote für Ältere Zukunftsbild P 0 1 Hiltrup macht blau Aufgabenstellung: Entwicklungsidee: • Stärkung der Qualitäten im öffentlichen • Fußgänge rfreundliches Netzwerk öffentlicher und privaten Raum und privater Räume • Verbesserung der Wegeverbindungen • Potenziale auf öffentlichen und privaten Räumen nutzen ++ + O – – – ? 1 2 3 4 5 6 Zusatzfrage: Mehr Bänke für Hiltrup-Ost Realisierung mit bürgerschaftlichem Engagement Wären Sie auch persönlich bereit, sich für die Verwirklichung der Ideen einzusetzen? Schaffung eines zentralen Begegnungs- ortes / Dorfplatzes Bitte bewerten Sie die dem Zukunftsbild zugrunde liegenden Entwicklungsideen. Bitte kreuzen Sie dazu ein Kästchen je Zeile an [ von "sehr positiv" = ++ bis "sehr negativ" = – – ] 2. Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost 1. Zusätzlicher Wohnraum und Dienstleistungs- Zusätzliche Kinderbetreuungsmöglichkeiten Offenes Wohncafé Bitte bewerten Sie die dem Zukunftsbild zugrunde liegenden Entwicklungsideen. Bitte kreuzen Sie dazu ein Kästchen je Zeile an [ von "sehr positiv" = ++ bis "sehr negativ" = – – ] weiß nicht Revitalisierung öffentlicher Wege und Räume Ja, eventuell eher nicht Nein, auf keinen Fall Ja Ideen zu einzelnen Grundstücken Mit den nachfolgenden Ideen werden auf einzelnen Grundstücken Möglichkeiten und Perspektiven zur Schaffung von zusätzlichem und/oder zeitgemäßem Wohnraum aufgezeigt. Bitte beantworten Sie zu den nachfolgenden Projekten jeweils die Frage nach der Bedeutsamkeit, der Stadtteilverträglichkeit und der Übertragbarkeit auf den Stadtteil. Ja Nein Ja Nein Ja Nein 1 2 3 1 2 3 1 2 3 P 05-1 "Zweite Reihe - einfach gut" + o – + o – + o – P 05-2 "Zweite Reihe - doppelt gemoppelt" + o – + o – + o – P 05-3 "Zweite Reihe - alles vereint" + o – + o – + o – P 08 "Home Improvement" + o – + o – + o – P 06 "Wunderbar Wandelbar" + o – + o – + o – P 11 "Reihenhaus +" + o – + o – + o – P 07 "Reihenhaus Unlimited" + o – + o – + o – P 04 "Hülle und Fülle" + o – + o – + o – P 09 "Docking-Station" + o – + o – + o – P 03 "Hinterhof Potenzial" + o – + o – + o – P 12-1 "Aus Eins mach Zwei" + o – + o – + o – P 12-2 "Im 2. lebts sich besser" + o – + o – + o – Gemeinschaftliches Wohnprojekt für Einzelpersonen oder Paare Umbau eines Einfamilienhauses in ein Mehrgenerationenhaus Barrierefreier Umbau eines Reihenmittelhauses Umbau eines Reihenhauses für zeitgemäße Wohnraumanforderungen Barrierefreie Wohneinheit im Garten Barrierefreier Umbau eines Einfamilienhauses mit zweiter Wohneinheit Aufwertung Wohnumfeld und Wohnflächenerweiterung teils/ teils Bedeutsamkeit der Frage- stellung? teils/ teils Erweiterung und Neuorganisation eines Einfamilienhauses Neubau eines barrierefreien Einfamilienhauses im Garten Neue barrierefreie Wohneinheit(en) im Garten Wie bewerten Sie die folgenden Zukunfts- bilder? Bitte kreuzen Sie dazu je Zeile drei Kästchen an! 3. Stadtteilverträg- lichkeit des Zu- kunftsbildes? teils/ teils Übertragbarkeit der Entwurfs- idee? Entwicklung der Infrastruktur In der Arbeitsgruppe Quartiersentwicklung und Infrastruktur sind eine Reihe von Anregungen zur Entwick- lung der Infrastruktur zusammengetragen worden. Die Anregungen finden Sie an der Ausstellungstafel: Bitte tragen Sie die Nummern für die aus Ihrer Sicht f ü n f wichtigsten Punkte ein. Entwicklung des Wohnviertels Was halten Sie für die weitere Entwicklung des Wohn viertels für besonders wichtig? Nennen Sie bitte dazu bis zu 3 Punkte. 1. 2. 3. Gesamtbewertung Wie haben Sie die aktuelle Ausstellung und Diskussionsveranstaltung „Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" im Kant-Gymnasium empfunden? Bitte vergeben Sie dazu jeweils eine Schulnote von 1 bis 6! Bewertung Ausstellung: ( Bitte Note eintragen ) Bewertung Diskussionsveranstaltung: ( Bitte Note eintragen ) Für die Statistik Ihre Altersgruppe? unter 30 Jahre 42 - 53 Jahre 66 - 77 Jahre 30 - 41 Jahre 54 - 65 Jahre über 77 Jahre Ihr Geschlecht? Frau Mann Personen in Ihrem Haushalt? ( Bitte Anzahl eintragen ) - davon Kinder unter 18 Jahren? ( Bitte Anzahl eintragen ) Wo und wie wohnen Sie? Im Zur Eigentum Miete Heerdesiedlung Siedlung Ringstraße übriges Hiltrup-Ost außerhalb Hiltrup-Ost 6. 3. 5. 4. 1. 2. Positionen, Anregungen, Vorschläge (bitte Nummern eintragen): "POSITIONEN, ANREGUNGEN UND VORSCHLÄGE AUS DEM VIERTEL ZUR INFRASTRUKTURENTWICKLUNG DES WOHNVIERTELS" 4. 5. Ausstellungszeitraum: Freitag, 7.11.2014 15.30 - 19.30 Uhr Samstag, 8.11.2014 9.30 - 12.30 Uhr "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" in der Aual des Kant-Gymnasiums in Hiltrup Auswertung der ausstellungsbegleitenden Befragung Zeichenerklärung — = nichts vorhanden ( genau null ) . = Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten X = Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll Bewertung Zukunftsbild P 0 2 ++ (1) + (2) o (3) – (4) – – (5) ? / o.A. Mittel- wert (1)-(5) Nen- nun- gen =100% % % % % % % Ø absolut 39 25 11 11 14 – 2,4 28 - darunter Heerdesiedlung 42 . . – 2,5 12 36 . . – 2,5 11 46 18 21 – 2,1 28 - darunter Heerdesiedlung 42 . . – 2,1 12 45 . . – 2,5 11 25 43 11 – 2,5 28 - darunter Heerdesiedlung 33 42 . . . – 2,3 12 . 55 . – 2,8 11 36 21 11 7 2,5 28 - darunter Heerdesiedlung 33 25 . . . . 2,4 12 27 27 . . 2,7 11 Bewertung Zukunftsbild P 0 1 ++ (1) + (2) o (3) – (4) – – (5) ? / o.A. Mittel- wert (1)-(5) Nen- nun- gen =100% % % % % % % Ø absolut Mehr Bänke für Hiltrup-Ost 21 36 21 – 2,6 28 - darunter Heerdesiedlung 25 – 3,0 12 27 – 2,6 11 14 46 11 11 2,4 28 - darunter Heerdesiedlung . . – . 2,2 12 . . . . 2,6 11 Realisierung mit bürgerschaftlichem Engagement 21 36 21 . 2,5 28 - darunter Heerdesiedlung . – – . 1,9 12 36 . . . 2,9 11 ? / o.A. Nen- nun- gen =100% % absolut Persönliche Bereitschaft insgesamt 4 28 - darunter Heerdesiedlung . 12 - darunter Siedlung Ringstraße . 11 75 % 14 25 . % % eher nicht Nein, auf kei- nen Fall 18 – 27 - darunter Siedlung Ringstraße - darunter Siedlung Ringstraße - darunter Siedlung Ringstraße Offenes Wohncafé Revitalisierung öffentlicher Wege und Räume 27 . - Seite 2 von 11 - - darunter Siedlung Ringstraße Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" Frage 1: Zukunftsbild P 0 2 Gemeinsam (Er-)leben Bitte bewerten Sie die dem Zukunftsbild zugrunde liegenden Entwicklungsideen. Frage 2: Zukunftsbild P 0 1 Hiltrup macht blau Bitte bewerten Sie die dem Zukunftsbild zugrunde liegenden Entwicklungsideen. Schaffung eines zentralen Begegnungsortes / Dorfplatzes Zusätzlicher Wohnraum und Dienstleistungsangebote für Ältere Zusätzliche Kinderbetreuungsmöglichkeiten - darunter Siedlung Ringstraße 50 - darunter Siedlung Ringstraße - darunter Siedlung Ringstraße 83 36 Ja 36 Ja, even- tuell % 39 Zusatzfrage: Wären Sie auch persönlich bereit, sich für die Verwirklichung der Ideen einzusetzen? 25 27 27 21 25 36 14 21 18 67 55 18 33 42 55 18 Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 Zukunftsbild Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. % % % % % % % % % % % % abs. Barrierefreier Umbau eines Einfamilienhauses mit zweiter Wohneinheit P 12-1 "Aus Eins mach Zwei" 64 21 . . 39 36 . . 39 21 18 21 28 Umbau eines Reihenhauses für zeitgemäße Wohnraumanforderungen P 11 "Reihenhaus +" 57 18 14 11 43 25 11 21 29 29 21 21 28 Umbau eines Einfamilienhauses in ein Mehrgenerationenhaus P 04 "Hülle und Fülle" 54 21 14 11 46 21 . . 32 29 14 25 28 Barrierefreier Umbau eines Reihenmittelhauses P 07 "Reihenhaus Unlimited" 54 18 11 18 32 29 11 29 29 21 21 29 28 Erweiterung und Neuorgani- sation eines Einfamilienhauses P 08 "Home Improvement" 50 25 14 11 43 29 . . 46 21 11 21 28 Neue barrierefreie Wohn- einheit(en) im Garten P 06 "Wunderbar Wandelbar" 43 18 32 7 21 25 36 18 25 18 39 18 28 Barrierefreier Wohneinheit im Garten P 12-2 "Im 2. lebts sich besser" 39 14 36 11 21 21 36 21 25 11 43 21 28 Aufwertung Wohnumfeld und Wohnflächenerweiterung P 03 "Hinterhof Potenzial" 32 29 25 14 25 21 29 25 39 . 29 . 28 Gemeinschaftliches Wohnprojekt für Einzelpersonen oder Paare P 09 "Docking-Station" 32 21 32 14 25 21 29 25 18 21 36 25 28 Neubau eines barrierefreien Einfamilienhauses im Garten P 05-1 "2. Reihe - einfach gut" 32 32 32 4 29 25 29 18 21 18 39 21 28 P 05-2 "2. Reihe - doppelt gemoppelt" 29 25 32 14 14 32 29 25 11 18 43 29 28 P 05-3 "2. Reihe - alles vereint" 21 25 39 14 . 29 36 . 11 18 43 29 28 Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" Frage 3: Ideen zu einzelnen Grundstücken: Wie bewerten Sie die folgenden Zukunftsbilder? - sortiert nach "Bedeutsamkeit" Übertragbarkeit der Entwufsidee? Nennungen = 100% Stadtteilverträglichkeit des Zukunftsbildes? Bedeutsamkeit der Fragestellung? - Seite 3 von 11 - Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 Zukunftsbild Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. % % % % % % % % % % % % abs. Umbau eines Einfamilienhauses in ein Mehrgenerationenhaus P 04 "Hülle und Fülle" 54 21 14 11 46 21 . . 32 29 14 25 28 Erweiterung und Neuorgani- sation eines Einfamilienhauses P 08 "Home Improvement" 50 25 14 11 43 29 . . 46 21 11 21 28 Umbau eines Reihenhauses für zeitgemäße Wohnraumanforderungen P 11 "Reihenhaus +" 57 18 14 11 43 25 11 21 29 29 21 21 28 Barrierefreier Umbau eines Einfamilienhauses mit zweiter Wohneinheit P 12-1 "Aus Eins mach Zwei" 64 21 . . 39 36 . . 39 21 18 21 28 Barrierefreier Umbau eines Reihenmittelhauses P 07 "Reihenhaus Unlimited" 54 18 11 18 32 29 11 29 29 21 21 29 28 Neubau eines barrierefreien Einfamilienhauses im Garten P 05-1 "2. Reihe - einfach gut" 32 32 32 4 29 25 29 18 21 18 39 21 28 P 05-2 "2. Reihe - doppelt gemoppelt" 29 25 32 14 14 32 29 25 11 18 43 29 28 P 05-3 "2. Reihe - alles vereint" 21 25 39 14 . 29 36 . 11 18 43 29 28 Aufwertung Wohnumfeld und Wohnflächenerweiterung P 03 "Hinterhof Potenzial" 32 29 25 14 25 21 29 25 39 . 29 . 28 Gemeinschaftliches Wohnprojekt für Einzelpersonen oder Paare P 09 "Docking-Station" 32 21 32 14 25 21 29 25 18 21 36 25 28 Neue barrierefreie Wohn- einheit(en) im Garten P 06 "Wunderbar Wandelbar" 43 18 32 7 21 25 36 18 25 18 39 18 28 Barrierefreier Wohneinheit im Garten P 12-2 "Im 2. lebts sich besser" 39 14 36 11 21 21 36 21 25 11 43 21 28 Nennungen = 100% Frage 3: Ideen zu einzelnen Grundstücken: Wie bewerten Sie die folgenden Zukunftsbilder? - sortiert nach "Stadtteilverträglichkeit" Bedeutsamkeit der Fragestellung? Stadtteilverträglichkeit des Zukunftsbildes? Übertragbarkeit der Entwufsidee? - Seite 4 von 11 - Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 Zukunftsbild Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. % % % % % % % % % % % % abs. Erweiterung und Neuorgani- sation eines Einfamilienhauses P 08 "Home Improvement" 50 25 14 11 43 29 . . 46 21 11 21 28 Barrierefreier Umbau eines Einfamilienhauses mit zweiter Wohneinheit P 12-1 "Aus Eins mach Zwei" 64 21 . . 39 36 . . 39 21 18 21 28 Aufwertung Wohnumfeld und Wohnflächenerweiterung P 03 "Hinterhof Potenzial" 32 29 25 14 25 21 29 25 39 . 29 . 28 Umbau eines Einfamilienhauses in ein Mehrgenerationenhaus P 04 "Hülle und Fülle" 54 21 14 11 46 21 . . 32 29 14 25 28 Umbau eines Reihenhauses für zeitgemäße Wohnraumanforderungen P 11 "Reihenhaus +" 57 18 14 11 43 25 11 21 29 29 21 21 28 Barrierefreier Umbau eines Reihenmittelhauses P 07 "Reihenhaus Unlimited" 54 18 11 18 32 29 11 29 29 21 21 29 28 Neue barrierefreie Wohn- einheit(en) im Garten P 06 "Wunderbar Wandelbar" 43 18 32 7 21 25 36 18 25 18 39 18 28 Barrierefreier Wohneinheit im Garten P 12-2 "Im 2. lebts sich besser" 39 14 36 11 21 21 36 21 25 11 43 21 28 Neubau eines barrierefreien Einfamilienhauses im Garten P 05-1 "2. Reihe - einfach gut" 32 32 32 4 29 25 29 18 21 18 39 21 28 P 05-2 "2. Reihe - doppelt gemoppelt" 29 25 32 14 14 32 29 25 11 18 43 29 28 P 05-3 "2. Reihe - alles vereint" 21 25 39 14 . 29 36 . 11 18 43 29 28 Gemeinschaftliches Wohnprojekt für Einzelpersonen oder Paare P 09 "Docking-Station" 32 21 32 14 25 21 29 25 18 21 36 25 28 Bedeutsamkeit der Fragestellung? Stadtteilverträglichkeit des Zukunftsbildes? Übertragbarkeit der Entwufsidee? - Seite 5 von 11 - Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" Frage 3: Ideen zu einzelnen Grundstücken: Wie bewerten Sie die folgenden Zukunftsbilder? - sortiert nach "Übertragbarkeit" Nennungen = 100% Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 Zukunftsbild Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. % % % % % % % % % % % % abs. Neubau eines barrierefreien Einfamilienhauses im Garten P 05-1 "2. Reihe - einfach gut" 32 32 32 4 29 25 29 18 21 18 39 21 28 - darunter Heerdesiedlung 58 . . – 33 . 33 . 25 . 42 . 12 - darunter Siedlung Ringstraße . 64 . – . 27 36 . . . 45 27 11 P 05-2 "2. Reihe - doppelt gemoppelt" 29 25 32 14 14 32 29 25 11 18 43 29 28 - darunter Heerdesiedlung 42 . 33 . . 25 33 . . 25 42 . 12 - darunter Siedlung Ringstraße . 55 . – . 27 36 . . . 45 27 11 P 05-3 "2. Reihe - alles vereint" 21 25 39 14 . 29 36 . 11 18 46 25 28 - darunter Heerdesiedlung 33 – 50 17 . 25 42 . – 33 42 25 12 - darunter Siedlung Ringstraße . 64 . – . . 45 27 . . 55 . 11 Erweiterung und Neuorgani- sation eines Einfamilienhauses P 08 "Home Improvement" 50 25 14 11 43 29 . . 46 21 11 21 28 - darunter Heerdesiedlung 58 25 – 17 50 25 – 25 42 33 – 25 12 - darunter Siedlung Ringstraße 45 . . – 45 27 . . 64 – . . 11 Neue barrierefreie Wohn- einheit(en) im Garten P 06 "Wunderbar Wandelbar" 43 18 32 7 21 25 36 18 25 18 39 18 28 - darunter Heerdesiedlung 58 – 33 8 25 . 42 . 25 . 42 . 12 - darunter Siedlung Ringstraße 36 36 27 – 27 27 27 18 27 27 27 18 11 Umbau eines Reihenhauses für zeitgemäße Wohnraumanforderungen P 11 "Reihenhaus +" 57 18 14 11 43 25 11 21 29 29 21 21 28 - darunter Heerdesiedlung 58 . . 8 42 25 . . 25 33 25 17 12 - darunter Siedlung Ringstraße 64 . . 9 45 . . 27 27 . 27 . 11 Barrierefreier Umbau eines Reihenmittelhauses P 07 "Reihenhaus Unlimited" 54 18 11 18 32 29 11 29 29 21 21 29 28 - darunter Heerdesiedlung 58 . . 17 42 . . 25 33 . 25 . 12 - darunter Siedlung Ringstraße 64 . . 9 36 . . 27 36 . . 27 11 Fortsetzung Frage 3: Ideen zu einzelnen Grundstücken: Wie bewerten Sie die folgenden Zukunftsbilder? - mit Ergebnissen nach Siedlungen Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" Bedeutsamkeit der Fragestellung? Stadtteilverträglichkeit des Zukunftsbildes? Übertragbarkeit der Entwufsidee? Nennungen = 100% - Seite 6 von 11 - Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 Zukunftsbild Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. Ja teíls/ teils Nein o.A. % % % % % % % % % % % % abs. Umbau eines Einfamilienhauses in ein Mehrgenerationenhaus P 04 "Hülle und Fülle" 54 21 14 11 46 21 . . 32 29 14 25 28 - darunter Heerdesiedlung 75 . – . 50 33 . . 50 33 – 17 12 - darunter Siedlung Ringstraße 55 . . – 55 . . 27 27 . 27 . 11 Gemeinschaftliches Wohnprojekt für Einzelpersonen oder Paare P 09 "Docking-Station" 32 21 32 14 25 21 29 25 18 21 36 25 28 - darunter Heerdesiedlung 33 25 25 17 25 25 25 25 25 . 33 . 12 - darunter Siedlung Ringstraße 36 27 36 – 27 27 27 18 . 36 36 . 11 Aufwertung Wohnumfeld und Wohnflächenerweiterung P 03 "Hinterhof Potenzial" 32 29 25 14 25 21 29 25 39 . 29 . 28 - darunter Heerdesiedlung 33 33 25 8 . 25 33 . 33 . 33 . 12 - darunter Siedlung Ringstraße 40 40 . . 40 30 . . 60 . . 30 10 Barrierefreier Umbau eines Einfamilienhauses mit zweiter Wohneinheit P 12-1 "Aus Eins mach Zwei" 64 21 7 7 39 36 . . 39 21 18 21 28 - darunter Heerdesiedlung 83 . . 8 42 42 – 17 42 33 . . 12 - darunter Siedlung Ringstraße 55 27 . . 45 . . . 36 – 36 27 11 Barrierefreier Wohneinheit im Garten P 12-2 "Im 2. lebts sich besser" 39 14 36 11 21 21 36 21 25 11 43 21 28 - darunter Heerdesiedlung 33 . 33 . . . 42 25 . . 50 25 12 - darunter Siedlung Ringstraße 55 . 36 . 27 27 27 18 36 . 27 . 11 Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" noch Frage 3: Ideen zu einzelnen Grundstücken: Wie bewerten Sie die folgenden Zukunftsbilder? - mit Ergebnissen nach Siedlungen Bedeutsamkeit der Fragestellung? Stadtteilverträglichkeit des Zukunftsbildes? Nennungen = 100% Übertragbarkeit der Entwufsidee? - Seite 7 von 11 - Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 absolut in % absolut in % absolut in % Nr. 1 2 10 3 15 6 13 Nr. 2 2 10 2 10 6 13 Nr. 11 4 20 1 5 5 10 Nr. 3 – – 3 15 4 8 Nr. 7 3 15 – – 4 8 Nr. 8 2 10 – – 4 8 Nr. 9 1 5 3 15 4 8 Nr. 16 1 5 2 10 3 6 Nr. 12 2 10 – – 2 4 Nr. 13 1 5 1 5 2 4 Nr. 19 1 5 1 5 2 4 Nr. 6 – – 1 5 1 2 Nr. 10 1 5 – – 1 2 Nr. 15 – – 1 5 1 2 Nr. 17 – – 1 5 1 2 Nr. 18 – – 1 5 1 2 Nr. 21 – – – – 1 2 Nennungen insgesamt* 20 100 20 100 48 100 *) hier Nennungen von 11 der 28 Befragten (Ø 4,4 Nennungen ) - Seite 8 von 11 - Insgesamt Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" Frage 4: Entwicklung der Infrastruktur (Anregungen auf den Ausstellungstafeln) "POSITIONEN, ANREGUNGEN UND VORSCHLÄGE AUS DEM VIERTEL ZUR INFRASTRUKTURENTWICKLUNG DES WOHNVIERTELS". Bitte tragen Sie die Nummern für die aus Ihrer Sicht f ü n f wichtigsten Punkte ein. Siedlung Ringstraße Heerdesiedlung Nr. der Ausstellungstafel Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 Lfd. Nr. Text von* 1 R 2 H 3 H 4 H 5 R 6 R 7 R 8 R 9 So 10 R 11 R 12 H 13 R 14 So 15 R 16 H 17 H 18 H 19 R 20 So 21 H 22 H 23 H 24 H 25 H 26 H 27 H 28 So 29 H 30 R *) Texte von Anwohnern der Heerdesiedlung = H , Siedlung Ringstraße = R , Sonstige = So Keine Eingriffe von außen Fortsetzung a Intensivere Betreuung älterer Mitbürger/innen Nachverdichtung durch Anbauten ist OK, aber keine großen Neubauten Plan für Bänke ist total überzogen / Trimm-dich = gut / Seniorengeräte sind erfahrungsgemäß überall ein Flopp! Ausschluss Hinterhofbebauung Mehr Freiheit für kleine Umbauten. Aber kategorische Ausschluss von Hinterhofbebauung. Was ist eigentlich mit den Jugendlichen? Keine hohe Nachverdichtung Das Senioren genauso wie jungen Familien nach ihren Bedürfnissen leben können. Bänke und seniorengerechter "Spielplatz" wir kaum angenommen Struktur soll bleiben wie sie ist Das das Flair des Wohnviertels grundsätzlich erhalten bleibt. Seniorenbetreuung Bebauungsplan Efa Das die Stadt ein Auge darauf hat, das Investoren dieses Viertel nicht zur Gewinnmaximierung ausnutzen können. Bitte so lassen wie es ist, Kiebitzweg 5 Häuser 13 Kinder, alles super wie es ist. Für besonders wichtig halte ich Ruhe und Raum, die ich jetzt habe. Kauf nur zur Eigennutzung Mit Hiltrup-Ost bin ich zufrieden so wie es ist, deswegen auch hier Haus gekauft. Jüngere / Ältere Das die Stadt nur selektiv eingreift, z.B. Bebauungsrichtlinien. Die Bewohner sollen eigenständig bleiben und entscheiden. - Seite 9 von 11 - Frage 5: Was halten Sie für die weitere Entwicklung des Wohnviertels für besonders wichtig? Nennen Sie bitte dazu bis zu 3 Punkte. (offene Frage) - hier Anmerkungen von 19 Befragen ( 6 Fragebögen hier ohne Angaben ) Wohnen / Bauen Charakter des Viertels erhalten Beibehaltung der Grundstücksgrößen = attraktiv für junge Familien Natürliche Entwicklung ohne Einfluss von außen Das man es sich ohne äußeren Einfluss frei und normal entwickeln lässt Charakter der Siedlung mit den großen Gärten soll erhalten bleiben Finger weg von Hiltrup-Ost! Das Wohnviertel braucht keine Veränderungen! Individualität Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" Siedlung Ringstraße soll den Siedlungscharakter behalten Möglichkeit für ältere, gehbehinderte Bewohner zum Osttor zu kommen Erschwinglicher Wohnraum für junge Familien Wohnen mit mehreren Generationen Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 Lfd. Nr. Text von* (Fortsetzung) 31 H 32 R 33 H 34 R 35 So 36 H Wald 37 R 38 R 39 R Verkehr 40 R 41 R 42 H 43 R 44 R 45 R Einkaufen 46 H 47 H 48 H 49 H *) Texte von Anwohnern der Heerdesiedlung = H , Siedlung Ringstraße = R , Sonstige = So Note 1 Note 2 Note 3 Note 4 Note 5 Note 6 o.A. Mittel- wert (1)-(6) Nen- nun- gen =100% % % % % % % % Ø absolut 5 16 . . – . 1 18 % 57 % . . – . 4 % . 11 . – – . 12 . 39 % . – – . 43 % Gesamtbewertung ( nach Schulnoten ) noch Frage 5: Was halten Sie für die weitere Entwicklung des Wohnviertels für besonders wichtig? Nennen Sie bitte dazu bis zu 3 Punkte. (offene Frage) Busverbindungen Nicht mehr Autoverkehr Verkehrsanbindung an das Osttor Verkehr im Viertel überhaupt. Frage 6: Wie haben Sie die aktuelle Ausstellung und Diskussionsveranstaltung „Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" im Kant-Gymnasium empfunden? Bitte vergeben Sie dazu jeweils eine Schulnote von 1 bis 6! Einkaufsmöglichkeiten fußläufig Einkaufsmöglichkeiten im Bereich der Heerdesiedlung Moderne Einkaufsmöglichkeiten Einkaufsmöglichkeiten Wald muss geschützt werden, auch durch entsprechenden Abstand einer Bebauung "Plattform" Jung hilft Alt [Garten, Handwerklich …] Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" - Seite 10 von 11 - Keine neue Anbindung des Wohngebietes / keine neue Straße/Verbindung zur Hauptstraße → Osttor Beleuchtung nördlicher Radweg Osttor, Zubringer zum Hiltruper See Erhaltung der Waldflächen, des Waldes (auch private) Einbindung der Anwohner Pflege des Wegenetzes im Stadtwald, grobe Steine im Wegenetz Nähe Ringstraße Offenheit + Toleranz untereinander <–> Egoismus Im Gespräch miteinander bleiben Alt + Jung zusammenbringen 28 2,4 28 Sammlung von Ideen + Diskussion → Baukastenverfahren Kommunikation Bewertung Ausstellung Bewertung Diskussionsveranstaltung 2,3 Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014 Frage A: Ihre Altersgruppe? Frage B: Ihr Geschlech t? absolut in % unter 30 Jahren – 0 Frau 30 - 41 Jahre 7 25 Mann 42 - 53 Jahre 8 29 ohne Angabe 54 - 65 Jahre 6 21 Nennungen = 100 % 66 - 77 Jahre 5 18 über 77 Jahre 1 4 ohne Angabe 1 4 Nennungen = 100 % 28 100 Frage C: Personen im Haushalt? - davon Kinder unter 18 Jahren absolut in % 1 Person – 0 ohne Kinder 2 Personen 17 61 mit Kindern 3 Personen 1 4 ohne Angabe 4 Personen 5 18 Nennungen = 100 % 5 Personen 2 7 6 Personen 2 7 ohne Angabe 1 0 Nennungen = 100 % 28 100 Frage C: Personen im Haushalt? x Frage A: Ihre Altersgruppe? 30-41 42-53 54-66 66+ o.A. absolut absolut absolut absolut absolut 1 Person – – – – – 2 Personen 14 63 83 100 – 3 und mehr Personen 86 38 17 – – ohne Angabe – – – – 1 Nennungen absolut 7 8 6 6 1 Anteil in % 20 % 28 % 24 % 24 % 4 % Frage D: Wo und wie wohnen Sie? Im Eigentum zur Miete o.A. absolut absolut absolut absolut in % Heerdesiedlung 11 1 – 12 43 Siedlung Ringstraße 11 – – 11 39 übriges Hiltrup-Ost 1 – 1 2 7 außerhalb Hiltrup-Ost – 1 1 2 7 ohne Angabe – – 1 1 4 Nennungen = 100 % 23 2 3 28 100 Insgesamt davon Wohnart und Wohnort Anzahl Personen im Haushalt Insgesamt Anzahl Personen im Haushalt Altersgruppe Umfrage "Werkschau Zukunftsbilder für Hiltrup-Ost" Anzahl Personen im Haushalt - Seite 11 von 11 - Altersgruppe Insgesamt Geschlecht Tabellenerstellung: Amt 61 (Schemmick) Stand: 11.12.2014
Beschlussvorlage
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V/0129/2015 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Ergebnisse der modellhaften Erprobung einer Wohnstandortentwicklung in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung in Hiltrup-Ost - Impulse zur Stabilisierung des Wohnstandortes Hiltrup-Ost Beratungsfolge 23.04.2015 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 30.04.2015 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1) Der Ergebnis- und Erfahrungsbericht zur modellhaften Erprobung einer kooperativen Wohn- standortentwicklung in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung in Hiltrup-Ost 2014 wird zur Kenntnis genommen (Anlage 1). 2) Die Verwaltung wird beauftragt, die Anregungen aus der Bürgerschaft (Anlage 2: Nr. 4, 6, 8- 19) zur Infrastrukturentwicklung aus dem bisherigen Prozess zu prüfen und nach Möglichkeit umzusetzen. 3) Die Verwaltung wird beauftragt, modellhaft bei der zukünftigen Wohnstandortentwicklung mit Blick auf die Wohnsituation älterer Viertelbewohner in Hiltrup-Ost auf eine stadtteilverträgli- che Errichtung von zusätzlichen barrierefreien und bezahlbaren Wohnungen und den barrie- refreien Umbau von Wohnungen mit geeigneten Kommunikations- und Ansprachestrategien hinzuwirken. 4) Die Verwaltung wird beauftragt, für den Bereich nördlich der Straße Osttor und östlich der Einmündung der Straße Loddenweg ein Strukturkonzept unter Beachtung der Ergebnisse des bisherigen Wohnstandortentwicklungsprozesses zu erstellen (Siehe Anlage 5: Standort- entwicklung Quartier am Lodden für Hiltrup-Ost). II. Finanzielle Auswirkungen: Durch die Vorlage entstehen keine direkten finanziellen Auswirkungen. Sollten in der Umsetzung der Beschlusspunkte 2), 3) und 4) noch Beschlüsse erforderlich sein, werden hierzu Beschluss- vorlagen mit Bezifferung der finanziellen Auswirkungen vorgelegt. Vorlagen-Nr.: V/0129/2015 Auskunft erteilt: Herr Weigt Ruf: 492 61 36 E-Mail: Weigt@stadt-muenster.de Datum: 07.04.2015 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0129/2015 Begründung: Zu Beschlusspunkt 1 Ausgangslage und -fragen Der Wohnstandort Hiltrup-Ost mit der Ringstraßen- und Heerdesiedlung übernimmt wichtige Funk- tionen in der Wohnraumversorgung Münsters, die neben der Neuerschließung von Wohnbaufl ä- chen unverzichtbar auch die Weiterentwicklung vorhandener Wohnstandorte und darin eine stand- ortgerechte Mobilisierung von Potenzialen für „Neues Wohnen im Bestand“ erfordert (vergl. Aktuel- les Handlungskonzept Wohnen, V/0593/2013). Hier ist essentiell, im Zuge der Weiterentwicklung von Wohnstandorte n gleichsam deren standortspezifischen Entwicklungsanforderungen zu b e- rücksichtigen und Entwicklungspotenziale zu mobilisieren. Die Ringstraßen- und Heerdesiedlung im Stadtteil Hiltrup-Ost, überwiegend entstanden und entwi- ckelt in den 50er bis 70er-Jahren, gehört zu den attraktiven Wohnstandorten in den Außenstadttei- len Münsters. In den 90er-Jahren erfolgte eine kleine Arrondierung am Pinienweg, darüber hinaus hat seit den 70er -Jahren ein typischer Wandel durch kleine bauliche Veränderungen und Ergä n- zungen stattgefunden. Die Bevölkerungszahl im Wohnviertel hat in der jüngeren Vergangenheit erheblich abg enommen, derzeit liegt die Einwohnerzahl rd. 25% unter den Zahlen Mitte der 80er -Jahre, in näherer Zukunft wird die Einwohnerzahl gemäß Kleinräumiger Bevölk erungsprognose (KBP 2013 -2020) auf dem gegenwärtigen Niveau bleiben. Das Wohnviertel prägen gleichsam eine im innerstädtischen Ve r- gleich niedrige Bebauungs- und Bevölkerungsdichte, eine hohe Wohnqualität, ein außero rdentlich attraktives Umfeld, ein ausreic hendes Infrastrukturangebot, ein Rückgang im privaten Verso r- gungsangebot (Konzentrationstendenzen im Bereich der Straße Osttor), eine gute Anbi ndung an die Innenstadt, ein Generationswechsel mit Zuzug von Familien und der Wandel zu einem Meh r- generationenviertel mit hohem Anteil älterer Menschen. Die aktuelle Entwicklungsphase ist mit zahlreichen Potenzialen und strukturellen Herausforderu n- gen verknüpft, exemplarisch seien genannt: die besondere Eignung für generationenübergreifendes familiäres Wohnen, der fortlaufende Generationswechsel mit Eigentümerwechseln zahlreiche, allerdings mehrheitlich städtebaulich ordnungsbedürftige, Optionen für zusätzli- chen Wohnraum (Anbauten, Erweiterungen, Hinterlandbebauung) Aufwertungstendenzen bei Eigentümerwechseln großer Grundstücke mit niedriger Ausnut- zung verringerte Kaufkraft im Quartier durch verringerte Mantelbevölkerung infolge der geringen Einwohnerdichte Erhöhte Unterhaltungskosten je Einwohner für die öffentliche Infrastruktur infolge überdurch- schnittlicher Versorgungsquoten Vor diesem Hintergrund stellen sich aus Sicht der Verwaltung Fragen zu Stabilisierungserforde r- nissen für das Wohnviertel: Welche Impulse zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit sind geboten? Ist der Stadtteil oder das Viertel auch auf längere Sicht funktions- und konkurrenzfähig? Sind die Bevölkerungsverluste in der Vergangenheit umkehrbar? Welche Schlussfolgerungen sind aus dem Wandel zur einem Mehrgenerationenviertel zu ziehen? Wie kann vor dem Hintergrund der vorhandenen Wohnmöglichkeiten ein Verbleib der älteren Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil sowie ihre Versorgung mit barrierefreien Woh n- raum und ggf. mobilen und wohnortnahen Dienstleistungen unterstützt werden? Inwieweit sind die vorhandenen Bebauungsstrukturen und –formen geeignet, angesichts des zu erwartenden Generationswechsels jungen Familien zeit- und bedarfsgerechte Möglichkei- ten zum Wohnen oder für eine Eigentumsbildung zu eröffnen? - 3 - V/0129/2015 Auftrag Die Verwaltung wurde auf der Grundlage einer Potenzialanalyse, anknüpfend an die Vorlage V/0006/2011, „Bausteine für eine weitere Stärkung der inneren Entwicklung im Bereich Wohnen …“, mit einer kooperativen Wohnstandortentwicklung beauftragt. Konkret sollten eine geeignete Eigentümerinformation durchgeführt, eine Leitorientierung für die künftige Wohnstandortentwic k- lung und exemplarisch Perspektiven für das Wohnen im Viertel in Kooperation mit der Eigentümer- schaft entwickelt werden. Die Frage der Aktivierung von Potenzialen wurde damit zunächst ausg e- klammert. Prozessverlauf Nach dem Prozessauftakt Ende März 2014 wurden insgesamt 8 weitere Veranstaltungen oder Meilensteine in 2014 initiiert. 31.3.2014 – Zukunftswerkstatt I mit Eigentümerinformation zu Eckpunkten der Potenzialanaly- se und Diskussion von Stärken, Schwächen, Veränderungen und möglichen Leitorientierungen des Wohnviertels 29.4.2014 – Zukunftswerkstatt II mit Entwicklung von 10 Kooperationen zwischen Eigentümer- Innen und Studierenden der msa – münster school of architecture zur Erarbeitung von Zu- kunftsbildern. Des Weiteren wurde eine Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ gegründet, deren ca. 14 Mitglieder überwiegend eine bauliche Verdichtung im Sinne einer un- maßstäblichen Nachverdichtung im Viertel ablehnten, sich vielmehr für die Quartiersentwick- lung als Ganzes engagieren wollten und eine Reihe von Anregungen zur Infrastrukturentwick- lung des Stadtteils formulierten (vergl. Anlage 2). Die Anregungen der Arbeitsgruppe wurden im Anschluss von Studierenden der msa in zwei Zukunftsbildern aufgegriffen. 5.6. 2014 – Zusammenkunft der Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“, deren Mitglieder mehrheitlich bekräftigten, dass sie keine Nachverdichtung wünschen. Es wurde die Durchführung eines Viertelspaziergangs zur Einbindung weiterer Bewohnerinnen und Bewoh- ner vereinbart. 25.6.2014 – Viertelspaziergang mit rd. 30 Teilnehmern mit dem Schwerpunkt Barrierefreiheit im öffentlichen Raum 3.7.2014 – Abschluss der Arbeit der Studierenden (Zukunftsbilder) und Bewertung durch die msa 4.9.2014 – Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ mit Vorstellung von zwei Zukunftsbildern (Gemeinsam (Er-)Leben, Hiltrup macht blau) und Erörterung eines „Bürgerbei- trags“ mit Positionen gegen eine Nachverdichtung und Anregungen zur Infrastrukturentwick- lung sowie zur künftigen Entwicklungspraxis des Viertels, der von einem Mitglied der Arbeits- gruppe erarbeitet wurde. September 2014 – Information der Bezirksvertretung Hiltrup und des Ausschusses für Stadt- planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen (ASSVW) über den Sachstand Oktober 2014 – Veröffentlichung von 11 Zukunftsbildern auf den Internetseiten des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 7./8.11.2014 – Werkschau der Zukunftsbilder ergänzt durch eine Zusammenfassung der bis dahin geäußerten Stimmen aus dem Viertel und eine Diskussionsveranstaltung zu den Zu- kunftsbildern Zuletzt wurden die Bezirksvertretung Hiltrup und der Planungsausschuss im Januar 2015 mit einer schriftlichen Mitteilung der Verwaltung über den Verfahrensstand informiert. - 4 - V/0129/2015 Erfahrungen/ Erkenntnisse Der Auftakt der Initiative im März 2014 u. a. mit der Frage nach der künftigen Entwicklung des Wohnviertels hat mit mehr als 120 Teilnehmern großes Interesse gefunden. Das Angebot einer Auseinandersetzung mit der Zukunft des Wohnviert els wurde allerdings durch ein Misstrauen g e- genüber der Verwaltung geprägt. Es ist der Verwaltung nur bei einem Teil der Bewohnerschaft gelungen, das Motiv und das Anliegen der Initiative zu vermitteln. Ungewohnt war für die Bewo h- nerschaft, dass keine Planungsvorschläge zur Diskussion standen. Die Zukunftsfrage wurde inso- fern angestoßen, eine kontinuierliche Prozessteilnahme wurde nur bei einigen Bewohnerinnen und Bewohnern erreicht, und das aus unterschiedlichen Interessenlagen. Rückblickend konnte den Erwartungen insbesondere der älteren Viertelbewohner vor allem auch in dem Hiltruper Projekt SoPHiA (Kooperationsprojekt der Katholischen Hoch schule NRW, Abteilung Münster, Prof. Diec k- mann, mit der Stadt Münster (Sozialamt) entsprochen werden. Hier wird darauf hingewiesen, dass sowohl inhaltlich als auch auf der Projektebene ein enger und konstruktiver Austausch zwischen SoPHiA und der teilräumlichen Wohnstandortentwicklung praktiziert worden ist. Die Kooperation mit Herrn Prof. Schultz -Granberg, msa, und den Studierenden seines Seminars „Think Tank Zukunft Einfamilienhaus“ war aus Verwaltungssicht in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn und Erfolg. Die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Eigentümern wurde mehrheitlich als Gewinn aufgefasst, hier wurde eine koo perative Grundhaltung gelebt. Die Aufgabenstellungen haben ein breites Spektrum an Innenentwicklungsaufgaben abgedeckt. Die Entwürfe h aben sehr viele Ideen und Anregungen zur künftigen Entwicklung des Wohnviertels beigeste uert. Sie geben zudem einen Einblick in aktuelle Handlungsfelder: So haben sehr viele Zukunftsbi lder sich mit der Schaffung von barrierefreiem Wohnraum durch Neu- oder Umbau auseinandergesetzt. Die Entwürfe der Studierenden wurden ganz bewusst als Zukunftsbilder aufgefasst und kommun i- ziert, die damit einen deutlichen Abstand zu Realität wahren und zugleich eine ernsthafte Ause i- nandersetzung mit neuen Ideen eröffnen sollten. Die Qualität der Entwürfe war vor diesem Hinte r- grund eindrucksvoll, die Zukunftsbilder haben wertvolle Beiträge zur Zukunftsfrage für das Woh n- viertel beigesteuert. Die Zukunftsbilder sind im Internet auf den Seiten des Amtes für Stadtentwick- lung, Stadtplanung Verkehrsplanung unter folgender URL dokumentiert: http://www.muenster.de/stadt/stadtplanung/raum-wohnen.html Im weiteren Verlauf der Begründung wird auf die Inhalte der Zukunftsbilder näher eingegangen. Mit der kooperativen Erarbeitung von Zukunftsbildern war beabsichtigt, einen bedarfs - und bewoh- nerorientierten Handlungsansatz für die Zukunftsdiskussion zu verfol gen. Es ist sehr erfreulich, dass das Angebot von einigen Bewohnerinnen und Bewohnern angenommen und so die Z u- kunftsbilder entwickelt werden konnten. Die damit intendierte Zukunftsdiskussion wurde nur tei l- weise erreicht, da der Prozess von einigen Eigentümern als Versuch einer „Nachverdichtung durch die Hintertür“, als Gefährdung ihrer Interessen und als Provokation aufgefasst worden ist. Die E r- arbeitung eines widerspruchsfreien Zielkanons war damit nicht möglich. Auf Anregung der Eigentümerschaft wurde i m Prozess die Frage der Infrastrukturentwicklung mit der Gründung einer Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ aufgegriffen. Für die Ringstraßen- und Heerdesiedlung sind dabei wesentliche Positionen und wichtige prüfenswerte Anregungen zur künftigen Entwicklungspraxis im Stadtteil entwickelt worden. Hier bestätigt sich aus Verwaltungssicht das Erfordernis einer integrierten Vorgehensweise in der Innenentwicklung. In der Innenentwicklung bedarf es offenkundig sektoraler, fachlich vernetzter und im Quartier ve r- ankerter Impulse für bestimmte Aufgabenstellungen, Zielgruppen oder Teilräume. Für das betrach- tete Wohnviertel stellt sich die Frage, welche Impulse seine Zukunftsfähigkeit verbessern könnten. In der Begründung zu den Beschlusspunkten 3) und 4) werden hierzu konkrete Vorschläge unte r- breitet. - 5 - V/0129/2015 Zukunftsbilder Mit den Zukunftsbildern sind, mehrheitlich auf einzelnen Grundstücken, Ideen und Perspektiven zur Schaffung von zusätzlichem und/oder zeitgemäßem Wohnraum aufgezeigt worden. Das Spekt- rum der Aufgabenstellungen gibt einen Einblick in die baulich -räumlichen Herausforderungen des Stadtteils. Dazu zählten Optimierung der Infrastrukturausstattung und neuer (betreuter) Wohnraum für Ältere Barrierefreie Wohneinheit(-en) im Garten Erweiterung und Neuorganisation eines Einfamilienhauses Umbau Reihenhaus für zeitgemäße Wohnraumanforderungen Barrierefreier Umbau eines Reihenhauses Umbau eines Einfamilienhauses in ein Mehrgenerationenhaus Gemeinschaftliches Wohnprojekt auf einem Grundstück Aufwertung Wohnumfeld und Wohnflächenerweiterung Barrierefreier Umbau eines Einfamilienhauses mit zweiter Wohneinheit Ein weiteres Zukunftsbild „Hiltrup macht blau“ setzte sich mit der Frage einer Stärkung der Qualitä- ten im öffentlichen Raum und der Verbesserung der Wegeverbindungen auseinander. Mit einer Ausnahme sind die Aufgabenstellungen auf Anregung der jeweiligen Eigentümer en t- standen. Das Zukunftsbild „home improvement“ begründet sich nicht auf die Anregung des Eige n- tümers, weil dieser keine größeren Ver änderungen beabsichtigt. Gleichwohl wurde das Engag e- ment der Studierenden unterstützt. Die Aufgabenstellung des Zukunftsbildes „Gemeinsam (Er -)Leben“ ist im Wesentlichen in der A r- beitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruktur“ formuliert worden: Schaffung von zusätzlichen Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen im Stadtteil Einrichtung eines ambulanten Pflegestützpunktes Schaffung von zusätzlichem Wohnraum für Ältere und Menschen mit Behinderungen Erweiterung und Verbesserung des Betreuungsangebotes für Kinder Hier ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass e in Antrag der SPD -Fraktion in der BV Münster - Hiltrup „Senioren Wohnprojekt in Hiltrup -Ost ermöglichen“ sich weitgehend mit einer der Au s- gangsfragen des Modellvorhabens (Verbleib der Älteren im S tadtteil; Versorgung mit barrierefre i- em Wohnraum und mobilen sowie wohnortnahen Dienstleistungen; Potenziale für neues Wohnen im Bestand) deckte, das Anliegen des Antrags wurde in der Stadtteildiskussion bestätigt und in der Projektbearbeitung berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund sind die Arbeiten in einem wesentlichen Teil Ausdruck von Entwicklung s- vorstellungen und –wünschen der Eigentümer- und Bewohnerschaft. Die Studierenden haben darüber hinaus anknüpfend an die jeweiligen Anregungen und Vorste l- lungen mögliche Potenziale über das jeweils betrachtete Grundstück hinaus im Stadtteil aufg e- zeigt. Ein großer Dank gilt dem Engagement der Eigentümer, die ihr Grundstück und/oder ihre Ideen zur Verfügung gestellt haben wie auch dem Kooperationspartner Departm ent Städtebau, msamünster school of architecture , Prof. Schultz -Granberg mit seinen Studierenden im Studi- enprojekt. Die Qualität und Bearbeitungstiefe der vorgelegten Entwürfe bzw. Zukunftsbilder ist aus drücklich anzuerkennen. In einer Werkschau und Dis kussionsveranstaltung am 7./8.11.2014 wurden die Zukunftsbilder vorgestellt und zur Diskussion gestellt. E s wurden an beiden Tagen insgesamt ca. 80 Besucher/Teilnehmer gezählt. Die Ausstellungsbesucher wurden mit einem ausstellungsbeglei- tenden Fragebogen befragt. Vier Ergebnisse sind festzuhalten: Neben den Vorbehalten gegen den Prozess und Zustimmung zum praktizierten Vorgehen sind zu den Zukunftsbildern gleichsam positive und negative Rückmeldungen abgegeben worden. Überwiegende Zustimmung hat das Zukunftsbild „Gemeinsam (Er-)Leben“ gefunden, beson- - 6 - V/0129/2015 deres Interesse haben die Ideen zum barrierefreien Neu- oder Umbau sowie die im Zukunfts- bild aufgeworfenen Fragen zur Gestaltung und Nutzbarkeit der öffentlichen Räume und Plätze gefunden. In der ausstellungsbegleitenden Befragung der Besucher ist mit großer Mehrheit die Ausstel- lung und die Diskussionsveranstaltung gut oder sehr gut bewertet worden. Weitere Ergebnisse finden sich im Ergebnis- und Erfahrungsbericht (vergl. Anlage 1). Es ist hier deutlich darauf hinzuweisen, dass von Unbekannten eine verfremdete Fassung des Fragebogens der Stadt mit städtischem Logo in Umlauf gebracht worden ist. Die Verwaltung stellt klar, dass es sich hierbei um eine Fälschung handelt, die nicht von der Stadt Münster au- torisiert wurde. Mit der Veranstaltung am 7./8.11.2014 war beabsichtigt, eine breite Diskussion im Stadtteil über die Potenziale und Grenzen zukünftiger Innenentwicklung in der Ringstraßen- und Heer- desiedlung zu initiieren. Aus Verwaltungssicht ist einzuräumen, dass die erwartete Tiefe und Intensität der Auseinandersetzung nur teilweise erreicht wurde. Gleichwohl lassen sich mit Blick auf die Schlüsselfrage nach Handlungserfordernissen zwei Impulse für die künftige Standortentwicklung von Hiltrup-Ost und der Ringstraßen- und Heerdesiedlung ableiten (vergl. Begründung zu den Beschlusspunkten 3 und 4). Aus Sicht der Verwaltung ließen sich aus den Zukunftsbildern durchaus weitere Ansätze (z. B. für den Zuzug und die Eigentumsbildung junger Familien) generieren, deren Weiterverfolgung allerdings nur bei vorliegender Interessenlage und entsprechender Mitwirkungsbereitschaft im Wohnviertel empfohlen werden kann. Die Presseberichterstattung im Nachgang zur Werkschau und Diskussionsveranstaltung war im Tenor leider unausgewogen, da nur die skeptischen und kritischen Stimmen wiedergege- ben wurden, die positiven Rückmeldungen blieben leider unberücksichtigt. Zum Beschlusspunkt 2 Stimmen aus dem Viertel In der ersten Zukunftswerkstatt am 31.3.2014 sind die Qualitäten, Schwächen und Veränderungen sowie Vorstellungen und Ideen zur Entwicklung des Wohnviertels von den anwesenden Teilne h- mern zusammengetragen worden (Anlage 1, Anhang). Die Auflistung der Qualitäten ist ein Spiegel der im Stadtteil wahrgenommenen großen Zufriedenheit der Teilnehmer mit ihrem Wohnviertel. Die Liste der Schwächen offenbart, dass neben den Qualitäten von einzelnen Bewohnergruppen (z. B. älteren Menschen) auch Defizite wahrgenommen werden. Die Liste der wahrgenommenen Verä n- derungen im Viertel (z. B. d er positiv bewertete Wa ndel zu einem Mehrgenerationenstadtteil) ist wiederum Ausdruck eines breit getragenen Me inungsbildes. Unter den Vorstellungen und Ideen zur Entwicklung des Wohnviertels finden sich mehrheitlich Entwicklungswünsche von älteren B e- wohnerinnen und Bewohnern, die darauf abzielen, möglichst lange im Viertel verbleiben zu kö n- nen. In der Zukunftswerkstatt und in der Arbeitsgruppe „Infrastruktur und Quartiersentwicklung“ sind zahlreich Positionen, Anregungen und Vorschläge aus dem Viertel zur künftigen Entwicklung der Infrastruktur des Wohnviertels gegen eine weitere bauliche Entwicklung im Wohnviertel und zur künftigen Entwicklungspraxis im Wohnviertel geäußert und abgegeben worden. Die Positionen, Anregungen und Vorschläge zur Entwicklung der Infrastruktur (Anlage 2) setzen sich aus allgemeinen Positionen und Zielen zur Wohnviertelentwicklung (Nr. 1, 2, 3, 5, 7, 20, 21), aus konkreten Anregungen zur Infrastrukturentwicklung (Nr. 4, 6, 8, 9, 13, 14, 15, 17, 18) und aus Forderungen zum Ausbau kommunaler Leistungen (Nr. 10, 11, 12, 16, 19) zusammen. Die Verwal- - 7 - V/0129/2015 tung schlägt vor, die Umsetzbarkeit der sehr konkreten Anregu ngen zur Infrastrukturentwicklung und zum Ausbau kommunaler Leistungen zu prüfen. Im Rahmen der ausstellungsbegleitenden Befragung am 7./8.11.2014 sind die Befragten gebeten worden, aus den insgesamt 21 Punkten die aus Ihrer Sicht wichtigsten zu benennen. Dabei sind die Punkte 1, 2, 11, 3, 7, 8 und 9 am häufig s- ten benannt worden. Daneben sind im Prozess Positionen gegen eine weit ere bauliche Entwicklung im Sinne einer u n- maßstäblichen Nachverdichtung im Wohnviertel und Fragen zum Thema Nachverdichtung genannt worden (Anlage 3), die im Wesentlichen auf einen Bestand des geltenden Planungsrechts, insb e- sondere der Bebauungspläne in de r Heerdesiedlung, sowie auf die Vereinbarkeit weiterer baul i- cher Entwicklungen mit der vorhandenen Infrastruktur abzielen. Die Verwaltung schlägt vor, bei etwaigen künftigen Änderungen des Planungsrechts diese Positionen einfließen zu lassen und die Fragen zu behandeln. Außerdem sind einige Anregungen zur Entwicklungspraxis im Wohnviertel eingebracht wo rden (Anlage 4). Hier werden insbesondere eine flexible Baugenehmigungspraxis bei selbs tgenutzten Erweiterungs- und Neubauwünschen und das Einvernehmen mit nachbarschaftlichen Interessen gefordert. Zugleich sollte die Flexibilität eingeschränkt werden, wenn die Bebauungsvorstellungen auf ein Übermaß an Verdichtung abzielen. Aus Sicht der Verwaltung entsprechen diese Forderu n- gen auf der Grundlage der planungsrechtlichen und bauordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen der aktuellen Verwaltungspraxis. Ein Bewohner der Heerdesiedlung hat im Kontext seiner Mitwirkung in der Arbeitsgruppe „Quar - tiersentwicklung und Infrastruktur“ einen Bürgerbeitrag zur Vierte lsentwicklung erarbeitet, der von einem Teil dieser Arbeitsgruppe unterstützt wird. Die Fraktionen sowie fraktionslosen Mitglieder in der Bezirksvertretung Hiltrup und im Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen erhalten jeweils ein Exemplar des großformatigen Plans. Die konkreten Anregungen darin sind in die Anlagen 2, 3 und 4 eingeflossen. Ein Dank gilt den Bewohnerinnen und Bewohnern, die Fragen und Anregungen zur Viertelsen t- wicklung sowie zur Infrastrukturentwicklung beigesteuert haben. Zu den Beschlusspunkten 3 und 4 Impulse für die Standortentwicklung Neuer Wohnraum für ältere Menschen Der Wandel zu einem Mehrgenerationenviertel mit hohem Anteil älterer Menschen hat offe nkundig zu einer verstärkten Nachfrage nach barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum im Wohnviertel geführt. Für die Deckung dieser Nachfrage eignen sich hier, mit Blick auf die sich einschränkenden Bewegungsmöglichkeiten älterer Menschen und dem Anspruch, bis ins hohe Alter möglichst selbstbestimmt leben und sich ver sorgen zu können, insbesondere die Teile des Wohnviertels in kurzer fußläufiger Entfernung zur Straße Osttor (Ringstraßenviertel). Ein Teil des Bedarfs wird ggf. über einen barrierefreien Umbau der vorhandenen Wohnungen oder Häuser gedeckt werden können. Hier wird auf die vorhandenen städtischen Beratungsangebote in der Sozialverwaltung verwiesen. Außerdem können ggf. Erkenntnisse aus dem vom Land NRW geförderten Projekt „ALTBAUNEU“ zur energetischen Gebäudesanierung nach Abschluss der E r- probungsphase im Wohnviertel Anwendung finden. Einige Zukunftsbilder wie v. a. „Aus eins mach Zwei“, „Reihenhaus Unlimited“, „Reihenhaus +“ und „home improvement“ haben ebenfalls die Frage eines barrierefreien Umbaus behandelt und sie haben, jenseits rechtlicher Genehmigungsfragen, Möglichkeiten für einen barrierefreien Umbau aufgezeigt. Es ist festzuhalten, dass der barrierefreie Umbau (zum Beispiel bei Einfamilie nhäusern mit erhöhten Erdgeschossen) teilweise mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden - 8 - V/0129/2015 wäre. Insofern stellt sich die Frage, ob und wie der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum im Woh n- viertel auch anderweitig gedeckt werden könnte. Hierzu sind in den Zukunftsbildern exempl arisch zwei grundsätzliche Alternativen aufgezeigt worden. In den Zukunftsbildern „Hinterhof-Potenzial“, „ Zweite Reihe “, „Wunderbar Wandelbar “ und „Do- cking Station“ wurden in dafür geeigneten Teilen des Wohnviertels neue barrierefreie Wohnmö g- lichkeiten durch zusätzliche Bebauung im rückwärtigen Bereich vorgeschlagen. Eine Realisierung wäre in der Regel nur über die Schaffung notwendiger planungsrechtlicher Grundlagen (Aufste l- lung oder Änderung eines Bebauungsplanes) denkbar, die aus Verwaltungssicht dann zu empfe h- len wäre, wenn die Eigentümer eines Baublocks diese neue Nutzungsmöglichke it befürworten würden. Aus rechtlichen Gründen besteht diese Option nur eingeschränkt für die großen Grun d- stücke am Waldrand, weil hier zwischen Bebauung und Wald zwingend ein Abstand von 30 Metern einzuhalten ist. Im Zukunftsbild „Hülle und Fülle“ wird v orgeschlagen, durch eine umfängliche Entkernung eines großen Einfamilienhauses neuen barrierefreien Wohnraum, zum Beispiel für betreutes Wohnen, zu schaffen. Der damit projektierte Eingriff in das Gebäude erreicht eine Dimens ion, die womöglich einen Vergleich mit der Alternative Abriss/Neubau herausfordert. Gleichwohl bestehen auch hier ggf. Möglichkeiten, im Rahmen des bestehenden Planungsrechts bedarfsgerechte Wohnmöglic h- keiten zu schaffen. Die Ringstraßen - und Heerdesiedlung verfügt insofern über mehre re Entwicklungsoptionen im Hinblick auf die Nachfrage nach bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum. Bei ihrer Realisi e- rung können ggf. weitere Optionen mit bezahlbarem Wohnraum für junge Familien eröffnet we r- den. Im zurückliegenden und laufenden Wandlungsprozess des Wohnviertels ist offenkundig nicht in dem notwendigen Umfang, wie der artikulierte Bedarf zeigt, bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum entstanden. Aus Sicht der Stadtentwicklung würde die Aktivierung dieser Potenziale einen wicht igen Beitrag z ur Zukunftsfähigkeit des Stadtteils leisten. Folgende Fragen spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle: Wie können auf einzelnen Grundstücken stadtteilverträglich Potenziale für barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum aktiviert werden? Haben ggf. Eigentümer Interesse, auf ihrem Grundstück einen Umbau oder Neubau vorzu- nehmen oder dafür ihr Grundstück zur Verfügung zu stellen? Gibt es Eigentümer oder Bewohner, die an einer Neuschaffung barrierefreien Wohnraums interessiert sind und/oder sich dafür, gemeinsam mit Dritten, engagieren wollen? Besteht Interesse im Wohnviertel an dem Thema „gemeinschaftliche Wohnformen“? Kann auf einem Grundstück die Schaffung einer kleinen Einheit mit betreutem Wohnen (4 WE) zusammen mit einem Träger initiiert werden? Die Planungsverwaltung schlägt unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Modellvorh a- ben „Älter werden in Hiltrup“ sowie im Rahmen des Projekts SoPHiA vor, modellhaft in der Rin g- straßen- und Heerdesiedlung geeignete Ansprache – und Aktivierungsstrate gien zur Schaffung barrierefreien Wohnraums zu erproben. Mit diesem Vorschlag wird ein Beschluss der Bezirksve r- tretung Hiltrup vom 13.3.2014 zur Erschließung von neuem Wohnraum im Bestand im Stadtbezirk Hiltrup aufgegriffen. Zudem bestehen inhaltliche Berührungspunkte zum Beschluss der Bezirksver- tretung Hiltrup vom 8.5.2014, in Hiltrup -Ost Quartiersentwicklung (Selbstbestimmtes Leben für ältere Menschen im gewohnten Umfeld unterstützen - Wohnumfeldverbesserung erreichen) durch- zuführen. Die Neuschaffung vo n barrierefreiem Wohnraum und der barrierefreie Umbau von Wohnu ngen wären substanzielle Beiträge für die baulich -räumliche Weiterentwicklung zu einem Mehrgenerat i- onenviertel. - 9 - V/0129/2015 Standortentwicklung Quartier am Lodden für Hiltrup-Ost Im Zuge der Zukunftswer kstatt und der Arbeitsgruppe „Quartiersentwicklung und Infrastruk tur“ wurden eine Reihe von Anregungen, teilweise in Übereinstimmung mit politischen Anträgen , for- muliert, denen exemplarisch im Zukunftsbild „Gemeinsam (Er-)Leben“ ein Gesicht gegeben wurde. Es hat sich hera usgestellt, dass der Standort nördlich der Straße Osttor und östlich der Einmü n- dung der Straße Loddenweg (Quartier am Lodden) über ein großes Stabilisierungspotenzial für Hiltrup-Ost verfügen könnte und gleichsam seine Entwicklung mit große n planerischen Herausfor- derungen (Immi ssionsschutz, Landschaftsschutz) verbunden ist (vergl. Anlage 5 Standortkarte). Hier ist ein integrierter Handlungsansatz erforderlich, in dem über die exemplarische Machbarkeit im Zukunftsbild hinaus eine tragfähige P erspektive für den ganzen Stadtteil entwickelt werden kann. Die Verwaltung schlägt deshalb an dieser Stelle vor, ein Strukturkonzept unter Beachtung der E r- gebnisse der Zukunftswerkstatt zu erarbeiten mit den Zielen, die Potenziale des Standortes aufzu- zeigen und die Zukunftsfähigkeit des Wohnstandortes Hiltrup-Ost zu verbessern. Mit dem Struktur- konzept sollen die Rahmenbedingungen und die Dimension einer möglichen Standor tentwicklung ermittelt werden. Dabei sind insbesondere die Perspektiven des TuS-Hiltrup und der kath. G e- meinde St. Marien in Hiltrup zu berücksichtigen. Im Strukturkonzept wird eine Beeinträchtigung des Sportbetriebs ausgeschlossen, für den Sportverein in integrierter Lage könnten sich neue Entwick- lungsoptionen eröffnen. Darüber hinaus wird z um Schutz der bestehenden Einzelhandelsverso r- gungsstruktur im Stadtteil an diesem Standort auch die Ansiedlung von großflächigem Einzelha n- del ausgeschlossen. Auf der Grundlage des Strukturkonzeptes wird eine Entsche idung über das weitere Vorgehen herbeizuführen sein. Ausblick Die Verwaltung wird nach Beschlussfassung dieser Vorlage mit einem Flyer die Eigentümer - und Bewohnerschaft über zentrale Ergebnisse und Schlussfolgerungen des Prozesses und die B e- schlussfassung informieren. Die Verwaltung wird, de m modellhaften Ansatz des Prozesses in der Ringstraßen - und Heerde- siedlung wie auch des Prozesses im Bahnhofsviertel entsprechend (vergl. V/0892/2013), die E r- gebnisse und Erfahrungen aus diesem Prozess für die Praxis der Innenentwicklung in ähnlich ge- lagerten Stadtvierteln Münsters aufbereiten. i.V. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlagen: Anlage 1 Ergebnis- und Erfahrungsbericht Anlage 2 Anregungen aus der Bewohnerschaft zur Infrastrukturentwicklung Anlage 3 Position aus der Bewohnerschaft gegen eine weitere bauliche Entwicklung Anlage 4 Anregungen aus der Bewohnerschaft zur Entwicklungspraxis Anlage 5 Standortkarte „Standortentwicklung Quartier am Lodden für Hiltrup-Ost“
Anl 3 Positionen gegen weitere baul Entwicklung
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Quelle: Meinungsäußerungen aus der Bürgerschaft im Rahmen der Zukunftswerkstatt, im Rahmen des Viertelspaziergangs und in Form von Zuschriften POSITIONEN GEGEN EINE WEITERE BAULICHE ENTWICKLUNG IM WOHNVIERTEL - □ Mit einer Nachverdichtung erhöht sich die Zahl der PKW im Wohnviertel. Hier wird die Frage gestellt, ob und inwieweit die vorha ndenen Erschließungsstraßen das dadurch erhöhe Verkehrsaufkommen noch aufnehmen können. □ Mit einer Nachverdichtung erhöht sich die Zahl der versiegelten Flächen im Wohnviertel. Hier wird die Frage gestellt, ob und i nwieweit die vorhandene Re- genwasserkanalisation bei Starkregenereignissen die zusätzlichen Regenmen- gen aufnehmen können. □ Die Negativbeispiele „Kleikamp 5“ und „Ecke Krieger weg/ Brunnenstraße“ im Brunnenviertel sollen sich nicht in der Ringstraßen - und Heerdesiedlung wie- derholen. Es wird befürchtet, dass durch den Diskus sionsprozess der Zukunfts- werkstatt die Realisierungschancen dieser schlechte n Beispiele erhöht werden. □ Der laufende Generationswechsel erfordere keine Nac hverdichtung und sei im vollem Gange. Der Wohnstandort wurde und werde von zuziehenden Bürgern gewählt, weil eine Nachverdichtung noch nicht statt gefunden habe und weil sie darauf vertrauen, dass diese auch zukünftig nicht s tattfinde. Der Generationswechsel verlaufe vorbildlich, weil d as Wohnviertel über eine ho- he Wohnqualität verfüge und im Vergleich zu anderen Stadtteilen noch modera- te Grundstückspreise kennzeichne. □ Der Stadtteil gehöre historisch bedingt zu den dünn besiedelten Stadtteilen in Münster. Das Wohnviertel kennzeichne eine homogene Struktur, die durch Nachverdich- tung gefährdet würde. Es werde befürchtet, dass dur ch Nachverdichtung der Charakter des Wohnviertels zerstört werde. □ Der Schutz des Viertels durch den bestehenden Bebau ungsplan habe sich be- währt und dürfe nicht angetastet werden. Die Notwendigkeit eines Eingriffs durch die „Stadtp laner“ werde nicht gewünscht oder für erforderlich gehalten. Die bestehenden Gebäude seien dazu geeignet Mehrgen erationenhaushalte auf- zunehmen und in den Erdgeschossen barrierefreie Woh nbereiche zu schaffen. □ Das Szenario einer Nachverdichtung im Stadtteil (ve rgl. Bürgerbeitrag von Herrn Huth) müsse verhindert werden. Es werden Eigentumss chäden durch Nachver- dichtung befürchtet. □ Das theoretische Bevölkerungspotenzial (2.800 Einwo hner bei 4 Personen pro Haushalt) sei ohne zusätzliche Nachverdichtung gege nüber heute ca. 1.500 Einwohnern völlig ausreichend für das Wohnviertel. Anlage 3 zur Vorlage V/0129/2015
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (11)
- Brunnenstraße
- Loddenweg
- Zedernweg
- Pinienweg
- Kiebitzweg 5
- Kleikamp 5
- Am Roggenkamp
- Zum Hiltruper See
- Kanalpromenade
- Waldesruh
- Osttor
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Details
- Aktenzeichen
- V/0129/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 24.02.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37