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BKA 0832

Anfrage der Fraktion Bd. 90/DIE GRÜNEN v. 15.01.2024: Trinkwasser-Sicherung nach dem Tagebau-Ende

Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss 15.03.2024

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Nächste Beratung: Braunkohlenausschuss, Sitzung am 15.03.2024, TOP 6.1

Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anfrage der Fraktion Bd. 90/DIE GRÜNEN v. 15.01.2024: Trinkwasser-Sicherung nach dem Tagebau-Ende)

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Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 1 zu TOP 6.1_Anfrage_Fraktion Bd. 90DieGrünen_Trinkwasser BKA_15.03.2024)

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Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 2 zu TOP 6.1_cre_2024_02_08_1_bka_anfrage_trinkwasser_vom_2024_01_15)

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Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anfrage der Fraktion Bd. 90/DIE GRÜNEN v. 15.01.2024: Trinkwasser-Sicherung nach dem Tagebau-Ende)

722 Zeichen

Seite 1 von 1 
Sitzungsvorlage Braunkohle-
nausschuss 
- öffentlich - 
BKA 0832 
Dezernat 
Regionalplanung, 
Braunkohlenplanung, 
Geschäftsstelle 
Ansprechperson  
Telefon  
BEZIRKSREGIERUNG 
Köln 
 
 
Datum 16.02.2024 
 
Beratungsfolge Termin TOP Beratungsaktion 
Braunkohlenausschuss 15.03.2024 6.1 zur Kenntnis 
 
TOP: 
Anfrage der Fraktion Bd. 90/DIE GRÜNEN v. 15.01.2024: Trinkwasser-Sicherung nach dem 
Tagebau-Ende 
 
Beschlussvorschlag: 
Der Braunkohlenausschuss nimmt die Ausführungen des Erftverbandes zur Kenntnis. 
 
 
Erläuterungen: 
 
 
Anlage(n): 
1. Anl. 1 zu TOP 6.1_Anfrage_Fraktion Bd. 90DieGrünen_Trinkwasser BKA_15.03.2024  
2. Anl. 2 zu TOP 6.1_cre_2024_02_08_1_bka_anfrage_trinkwasser_vom_2024_01_15

Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 2 zu TOP 6.1_cre_2024_02_08_1_bka_anfrage_trinkwasser_vom_2024_01_15)

20338 Zeichen

Bereich  Gewässer  
Abteilung  Grundwasser  
Ansprechpartner *in  Nils  Cremer  
Durchwahl  02271 88 -1228  
Unser Zeichen  cre_2024_02_08_1  
Aktenzeichen  G1 070 -S70 -84 
E-Mail  
 
Nils .Cremer@e rftverband.de  
 
Erftverband  
Am Erftverband 6  
50126 Bergheim  
02271 88 -0 
www.erftverband.de  
info@erftverband.de  
 
 
Erftverband KdöR  
Steuer -Nr.: 203/5906/0588  
USt -IdNr.: DE228801678  
 
Kreissparkasse Köln  
DE86 3705 0299 0142 0058 95  
SWIFT -BIC: COKSDE33  
 
Vorsitzender des  
Verbandsrates:  
Bürgermeister  
Dr. Hans -Peter Schick  
 
Vorstand:  
Prof. Heinrich Schäfer  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bergheim, den 08.02.2024 
 
Anfrage zum Braunkohlenausschuss am 15.03.2024: Trinkwasser -Sicherung 
nach dem Tagebau-Ende 
„Wie kann der zukünftige Trinkwasserbedarf langfristig bis zum endgültigen 
Erreichen der ursprünglichen Fließrichtungen sichergestellt werden?“ 
 
Antwort des Erftverbandes: 
 
Ausgangssituation und Grundlagen mit Bezug zur Sicherung der 
Wasserversorgung: 
Die bergbaubedingten Auswirkungen auf die Menge und Qualität des Grundwassers 
als wichtigste Ressource für die Trinkwasserversorgung werden sich bis weit nach 
Bergbauende bemerkbar machen. Im Rheinischen Braunkohlenrevier werden 
jährlich etwa 500  Mio. m3 Grundwasser gehoben, um die Braunkohlentagebaue 
trocken zu halten. Diese sümpfungsbedingte n Entnahmen haben zur Ausbildung 
eines großflächigen Absenkungstrichters geführt. Die Grundwasserabsenkungen 
erstrecken sich im oberen Grundwasserstockwerk über eine Fläche von mehr als 
1.600 km2 (Abb. 1). In den tieferen Grundwasserleitern ist die Drucken tspannung 
sogar auf einer Fläche von mehr als 3.000 km2 oder annähernd 10 % der Fläche des 
Landes NRW nachweisbar. Das bergbaubedingte Wassermengendefizit umfasst in 
Summe mehr als 20  Mrd. m3, wovon etwa 7  Mrd. m3 auf die Hohlformen der 
zukünftigen Tagebauseen entfallen. 
Während der Grundwasserwiederanstieg mit dem Erreichen einer stabilen 
Grundwasserströmungssituation (hydraulischer Endzustand) zum Ende des 
Jahrhunderts revierweit abgeschlossen sein wird, werden einige stoffliche 
Belastungen, wie z.  B. erh öhte Sulfatkonzentrationen infolge des Abstroms von 
Grundwasser aus den Abraumkippen, gebietsweise mindestens für weitere 
Jahrzehnte die Grundwasserqualität beeinflussen.  
Neben den verschiedenen bergbaubedingten Auswirkungen sind auch nicht -
bergbaubedingte Einflüsse zu betrachten, wie mögliche Auswirkungen des 
Klimawandels auf die Grundwasserneubildung und damit das Wasserdargebot. 
Ebenso sind qualitative bzw. stoffliche Belastungen des Grundwassers relevant, 
z. B. durch Nitrat, Rückstände oder Abbauproduk te (Metaboliten) von 
Erftverband | Postfach 1320 | 501 03 Bergheim  
 
Bezirksregierung Köln 
z.H. Frau Eva Kuhl 
Dezernat 32 - Regionalentwicklung, 
Braunkohle 
Dienstgebäude Scheidtweilerstraße 4 
50933 Köln

Seite 2 
Erftverband  
08.02.2024  
 
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Aktenzeichen : 
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Pflanzenbehandlungsmitteln, PFAS etc. Sämtliche dieser Effekte sind bei der 
Aufstellung langfristiger und großräumiger Konzepte zur Sicherung der 
Wasserversorgung zu berücksichtigen und werden nachfolgend erläutert.  
Darüber hinaus ist für die Sicherung der Wasserversorgung die Bedarfsentwicklung, 
d. h. die langfristig benötigte Trinkwassermenge von Bedeutung, die im 
Wesentlichen von der Entwicklung der Bevölkerungszahlen abhängt. 
 
Bergbaubedingte Einflussfaktoren auf die Sicherung der Wasserversorgung: 
Sulfatfreisetzung aus den Abraumkippen: 
Aus den Abraumkippen einschließlich der Außenkippen wird als Folge der 
Pyritoxidation über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten Grundwasser mit 
hohen Sulfatkonzentrationen von durchschnittlich etwa 1.500 mg/l ausgetragen und 
strömt mit dem Grundwasser in die unverritzten Grundwasserleiter. Dieser 
Kippengrundwasserabstrom wird nach erfolgtem Grundwasserwiederanstieg in 
allen drei Tagebauen überwiegend in nordöstliche Richtun g erfolgen. Die 
betroffenen Gewinnungsstandorte sind in der folgenden Tabelle aufgelistet. 
 
Tabelle 1: Vom Sulfatabstrom betroffene Wassergewinnungsstandorte incl. 
Abschätzung des Betroffenheitszeitpunktes. 
Wasser-
gewinnungs-
anlage 
Wasser-
versorgungs-
unternehmen 
Beeinflussender 
Tagebau 
Beeinflussung 
ab 
Aldenhoven Verbandswasserwerk 
Aldenhoven GmbH 
Inden bereits heute 
Paffendorf    
incl. Glesch 
Westnetz GmbH Hambach nach 2035 
Fürth RWE Power Garzweiler nach 2040, ggf. 
auch später 
Türnich Westnetz GmbH Hambach nach 2055 
Betroffenheit unklar, 
ggf. Weiterbetrieb 
möglich 
Sindorf Westnetz GmbH Hambach nach 2065, 
Betroffenheit unklar, 
ggf. Weiterbetrieb 
möglich 
 
Im Nordraum werden neben dem Ausfall des Wasserwerk s Fürth, der nach 2040 
erwartet wird, keine weiteren Standorte der öffentlichen Wasserversorgung von 
einem Zustrom sulfatreichen Grundwassers betroffen, aber große Gebiete fallen als 
Reservestandorte für die Wasserversorgung aus. 
 
Organische Spurenstoffe aus dem Rheinwasser: 
Die wasserwirtschaftliche Entwicklung im Rheinischen Braunkohlenrevier ist in der 
Nachbergbauphase eng mit der Überleitung von Rheinwasser verbunden. Die 
Rheinwasserzufuhr gewährleistet  nicht nur  die schnellstmögliche Füllung der 
Bergbaufolgeseen Hambach und Garzweiler, sondern ist im Nordraum in Ergänzung

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Aktenzeichen : 
G1 070 -S70 -84 
 
zu den Wassermengen aus der nachlaufenden Sümpfung des Tagebaus Garzweiler 
auch für die Bereitstellung von Ökowasser unverzichtbar. 
Dieses Ökowasser sichert den Bestand der grundwasserabhängigen Feuchtgebiete, 
stellt die Bespannung bzw. die ökologischen Mindestabflüsse der oberirdischen 
Fließgewässer sicher, trägt zum beschleunigten Wiederanstieg des Grundwassers 
bei und gewährleistet durch Infiltrationsmaßnahmen insbesondere ein 
ausreichendes Dargebot für die Wasserwerke in der Region.  
Um die Wasserversorgung im Nordraum langfristig sicherzustellen, ist das 
Rheinwasser nicht nur unter Berücksichtigung quantitativer Aspekte erforderlich , es 
muss auch hohe Qualitätsansprüche erfüllen, wobei die im Rheinwasser enthaltenen 
organischen Spurenstoffe wie Arzneimittelwirkstoffe, PFAS, Industriechemikalien 
und viele andere Substanzen von Bedeutung sind. 
Da bereits heute eine Infiltration aufberei teten Sümpfungswassers erfolgt und im 
Monitoring Garzweiler II untersucht wird, sind die Wassergewinnungsstandorte, die 
im Nordraum  aktuell von einem Infiltrationswasserzufluss betroffen sind, bekannt. 
Die Entwicklung der zukünftigen Betroffenheiten wird m it Hilfe des Reviermodells 
abgeschätzt. Daraus ergibt sich zum Beginn der Seefüllung Garzweiler ab 2036 mit 
dem dann einsetzen den Bedarf zur Rheinwasserinfiltration – bis 2035 reichen die 
Wassermengen aus der nachlaufenden Sümpfung zur Stützung aus – ein 
rheinwassergeprägter Infiltrationswassereinfluss an den in Tabelle  2 genannten  
Wassergewinnungsstandorten: 
 
Tabelle 2: Infiltrationswasserbeeinflusste Gewinnungsstandorte im Nordraum bei 
Rheinwasserinfiltration.  
Wassergewinnungsanlage Wasserversorgungsunternehmen 
Uevekoven Kreiswasserwerk Heinsberg GmbH 
Beeck Kreiswasserwerk Heinsberg GmbH 
Fuchskuhle NEW NiederrheinWasser GmbH 
Reststrauch NEW NiederrheinWasser GmbH 
Wiedbusch NEW NiederrheinWasser GmbH 
Hoppbruch NEW NiederrheinWasser GmbH 
Gatzweiler NEW NiederrheinWasser GmbH 
Rheindahlen NEW NiederrheinWasser GmbH 
Wickrath Kreiswerke Grevenbroich GmbH 
Allerheiligen/Norf/Rosellen Kreiswerke Grevenbroich GmbH 
Mühlenbusch Kreiswerke Grevenbroich GmbH 
 
An zwei weiteren Standorten der Kreiswerke Grevenbroich (Butzheim und 
Büttgen/Driesch) ist von geringen Infiltrationswassereinflüssen auszugehen, deren 
Höhe derzeit im Rahmen des Monitoring Garzweiler  II ermittelt und anschließend 
bewertet wird.  
Hinzu kommen mehrere Lebensmittelbetriebe wie Getränkehersteller oder 
Gemüsewaschanlagen und Bäder, die von einem anteiligen Zustrom infiltrierten 
Rheinwassers betroffen sein werden.

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08.02.2024  
 
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Aktenzeichen : 
G1 070 -S70 -84 
 
Verschwenken von Einzugsgebieten: 
Der nach Bergbauende erfolgende Grundwasserwiederanstieg wird durch die 
Seefüllung u nd die Infiltrationsmaßnahmen beschleunigt, wozu die 
Rheinwasserzufuhr maßgeblich beiträgt. Der Anstieg der Grundwasserstände geht 
insbesondere in Tagebaunähe mit einer Änderung der Grundwasser -
strömungsrichtungen einher, die wiederum ein Verschwenken der Einzugsgebiete 
der Brunnen der Wassergewinnungsanlagen mit sich bringen können. Gebiete, die 
auf diese Weise neuer Bestandteil eines Einzugsgebietes werden, sind zu schützen 
und hinsichtlich eventueller stofflicher Vorbelastungen zu monitoren. Dies wird in  
laufenden Schutzzonenverfahren behördlicherseits bereits umgesetzt.  
Da die Ausmaße des Verschwenkens und die damit möglicherweise verbundenen 
Änderungen der Grundwasserqualität von der Tiefe der Tagebaue, der Lage der 
Gewinnungsanlagen, der stofflichen B elastung des Grundwassers im jeweiligen 
Zustromgebiet sowie dem geologischen Aufbau abhängig und damit sehr individuell 
ausgeprägt sind, werden diese nicht wasserwerksspezifisch aufgelistet, sondern in 
den zugehörigen Wasserrechtsverfahren betrachtet. In d iesem Zusammenhang 
können sich – teilweise bereits heute – erhöhte Aufbereitungserfordernisse ergeben, 
ohne dass hiermit die Aufgabe oder Verlagerung von Gewinnungsstandorten 
verbunden oder absehbar ist. 
 
Nicht-Bergbaubedingte Einflussfaktoren auf die Sich erung der 
Wasserversorgung: 
Grundwasserqualität: 
Im Nordraum besteht eine nahezu flächenhafte Belastung des oberflächennahen 
Grundwassers mit erhöhten Nitratkonzentrationen, die ganz überwiegend auf 
landwirtschaftlich bedingte Stoffeinträge zurückzuführen sind. Auf lokaler Ebene 
sind darüber hinaus erhöhte Konzentrationen an Wirkstoffen und / oder 
Abbauprodukten (Metaboliten) von Pflanzenschutzmitteln zu berücksichtigen.  
Auch Abstromfahnen von leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen 
(LHKW, z.  B. Tetrachlorethen) sowie perfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS, z.  B. 
Perfluoroktansäure = PFOA) treten auf und sind bei der Planung zu berücksichtigen.  
Die Konzentrationen aller genannten Stoffe sind aufgrund der langen Verweilzeiten 
und langsamen Regenera tion der Grundwasservorkommen weitgehend stabil und 
bekannt, schränken aber die Auswahl geeigneter Gewinnungsstandorte räumlich 
ein.  
 
Wassermengen bzw. -dargebotsbetrachtung vor dem Hintergrund des 
Klimawandels: 
Im Rahmen des DVGW -Zukunftsprogramms Wasser  und als Bestandteil der 
Helmholtz-Klimainitiative wurde durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung 
(UFZ) eine Klimafolgenstudie durchgeführt, welche die Auswirkungen der 
zukünftigen klimatischen Entwicklung in Deutschland bis zum Jahr 2100 auf die 
Wasserverfügbarkeit beleuchtet.  
Für Deutschland zeigt sich als Ergebnis der Studie, dass die Jahresniederschläge 
mit steigenden Temperaturen im Median über alle Simulationen hinweg leicht 
zunehmen. Es zeigt sich auch, dass die durch höhere Temperaturen ebenfalls 
steigende Verdunstung das zu erwartende Niederschlagsplus nicht aufzehrt. In der 
Bilanz bleibt demnach Wasser übrig. In den meisten Regionen Deutschlands sind 
deshalb stabile Verhältnisse b zw. ein leichter Anstieg bei der 
Grundwasserneubildung zu erwarten.

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Aktenzeichen : 
G1 070 -S70 -84 
 
Die im Auftrag des LANUV NRW vom Forschungszentrum Jülich, IBG, 
durchgeführten Projektionen der Grundwasserneubildung unter dem Einfluss des 
Klimawandels in NRW kommen ebenfalls zu dem Er gebnis, das in NRW auch 
zukünftig eine langjährige mittlere Grundwasserneubildung erwartet werden kann, 
die sich nicht grundlegend vom aktuellen Niveau unterscheidet. Die in den letzten 
Jahren beobachteten Phasen unterdurchschnittlicher Grundwasserneubildu ng sind 
auch in den Projektionen zu erkennen. 
Auf der Grundlage einer Untersuchung der Internationalen Kommission für die 
Hydrologie des Rheingebietes zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den 
Abfluss des Rheins wurde festgestellt, dass auch die klimawa ndelbedingten 
Auswirkungen auf die Abflussmenge des Rheins begrenzt sind und die 
Rheinwassermenge aus heutiger Sicht zur Umsetzung des Entnahmekonzeptes  
ausreicht. Bei Ansatz verschiedener Klimaszenarien ergaben sich Abweichungen in 
der Größenordnung von 10 % gegenüber der 100a-Dauerlinie, d. h. dass die Füllzeit 
bei einer prognostizierten Dauer von 40  Jahren für den Tagebausee Hambach um 
maximal vier Jahre abweichen könnte. 
 
Bevölkerungs- und Bedarfsentwicklung: 
Aufgrund einer seit Jahren stabilen Bevölker ungszahl im Rheinischen Revier, der 
Prognose einer langfristig ebenfalls weitgehend gleichbleibenden 
Einwohnerentwicklung und einem stabilen spezifischen Bedarf, d.  h. 
gleichbleibenden einwohnerspezifischen Verbrauchsmengen, ist langfristig auch ein 
weitgehend gleichbleibender Bedarf der Trinkwassermenge zu erwarten. 
 
Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung: 
Langfristig betrachtet ist von einem weitgehend gleichbleibenden Trinkwasserbedarf 
auszugehen, dem ein stabiles Wasserdargebot aus Grundwasserneub ildung und 
der Abflussmenge des Rheins gegenübersteht. Hinsichtlich der Wassermenge 
bestehen daher sehr gute Voraussetzungen, um das bergbaubedingte 
Wassermengendefizit innerhalb dieses Jahrhunderts zu kompensieren und die 
Wasserversorgung sicherzustellen. 
Bezüglich der Wasserqualität sind revierweit bis zu fünf Wassergewinnungs -
standorte von einem Abstrom sulfathaltigen Grundwassers betroffen, der ab 2035 
zu einer Aufgabe der Gewinnungsstandorte führen kann. Da eine Aufbereitung der 
sulfathaltigen Wässer m it einem sehr hohen technischen und finanziellen Aufwand 
verbunden ist, steht hier die Erschließung bzw. Sicherung von Ersatzstandorten im 
Vordergrund. Auf der Erft -Scholle wird das Wasserwerk Dirmerzheim die 
Wasserversorgung dauerhaft sichern. Der Standor t wird nicht durch den Zustrom 
sulfathaltigen Kippengrundwassers beeinflusst und weist ein hohes Dargebot auf  
und kann folglich die erforderlichen Mengen bereitstellen, so dass mit dem 
potenziellen Wegfall der Wasserwerke (Paffendorf incl. Glesch, Sindorf, Türnich) auf 
der Erft -Scholle eine schrittweise Verlagerung der Wassergewinnung in südliche 
Richtung nach Dirmerzheim erfolgen wird. Das Einzugsgebiet ist entsprechend von 
Gefährdungen freizuhalten. 
Auf der Rur -Scholle wird derzeit ein neuer Standort projektiert, um die 
bergbaubedingt fehlenden Mengen für das Wasserwerk Aldenhoven bereitzustellen, 
wenn die aktuellen Ersatzbrunnen bei Bourheim von einem Sulfatzustrom betroffen 
werden.  
Um den langfristigen Wegfal l des Wasserwerks Fürth zu kompensieren, bestehen 
verschiedene Ansätze, wie:

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• die Erschließung neuer Wasserwerksstandorte . Fest geplant ist der Standort 
Kückhoven als Ersatz für das im Tagebauvorfeld Garzweiler  II gelegene 
Wasserwerk Holzweiler. Weitere Optionen sind ergänzende Standorte westlich 
des Tagebaus Garzweiler  II, bei Kapellen / Langwaden  und / oder  im Gebiet 
Korschenbroicher Feld 
• Wiederaufnahme der Förderung an ehemaligen Gewinnungsstandorten (z.  B. 
WW Chorbusch) 
• die Ausschöpfung bestehender Wasserrechte an Standorten, die heute eine 
geringere Förderung aufweisen (z. B. WW Hoppbruch, WW Lodshof / Waldhütte) 
• die Fremdversorgung mit Wasser  aus dem Raum der LINEG bei Moers  
(Wasserverbund Niederrhein GmbH) 
Jede der genannten Maßnahmen ist geeignet, zusätzliche Wassermengen in der 
notwendigen Qualität für die öffentliche Trinkwasserversorgung bereitzustellen, 
teilweise begleitet durch weitere Maßnahmen wie die Erhöhung von 
Infiltrationsmengen. Es sind auch mehrere Lösungen in Kombination denkbar.  
Angesichts des langen zeitlichen Vorlaufs und der Vielzahl an 
wasserwirtschaftlichen Optionen ist die Versorgungssicherheit grundsätzlich 
gewährleistet. Dies gilt auch für die Sicherung der Wasserversorgung der in der 
Anfrage angesprochenen Stadt Grevenbroich. Allerdings  sind die Planungen noch 
nicht abgeschlossen. 
Im Nordraum ist die langfristige Sicherung der Wasserversorgung darüber hinaus in 
hohem Maß von den Infiltrationsmaßnahmen abhängig, ohne die das Dargebot der 
Gewinnungsanlagen aufgrund der bergbaubedingten Grundwasserabsenkungen 
nicht ausreichen würde. Das Infiltrationswasser wird mit Beginn der Seefüllung 
überwiegend aus Wasser der nachlaufe nden Sümpfung und anteilig aus 
Rheinwasser bestehen. Mit dem Grundwasserwiederanstieg geht der 
Infiltrationsbedarf dann ebenso zurück wie die Wassermenge aus der 
nachlaufenden Sümpfung, während der Rheinwasserbedarf für Infiltrationszwecke 
über mehrere Jah rzehnte annähernd konstant bleibt. Dadurch steigt der 
Rheinwasseranteil an den Infiltrations- und Einleitmengen an.  
Wesentlich hierbei ist die gute Qualität des Wassers aus der nachlaufenden 
Sümpfung, das eine geringe Mineralisation zeigt und frei von son stigen 
anthropogenen Einflüssen ist. Aus Qualitätsgründen ist dieses Wasser daher 
ausschließlich für Ökowasserzwecke, d.  h. Infiltrations - oder Direkteinleitungs -
maßnahmen zu verwenden. 
Die Qualitätsansprüche an das Rheinwasser sind bei dessen Verwendung fü r 
Ökowasserzwecke nur durch eine Aufbereitung zur Entfernung der organischen 
Spurenstoffe wie Arzneimittelwirkstoffe, PFAS, Industriechemikalien und vielen 
andere Subtanzen erreichbar. Das Ziel muss aus Sicht des Erftverband es darin 
bestehen, ein spurensto fffreies Wasser zu infiltrieren  bzw. in die oberirdischen 
Fließgewässer einzuleiten , das hinsichtlich der organischen Inhaltsstoffe den 
Vorgaben der Trinkwasserverordnung entspricht. Neben dem allgemeinen Schutz 
der Ressource Grundwasser begründet sich diese Forderung u. a. auch darin, dass  
• ständig neue Substanzen mit teilweise hoher Toxizität detektiert werden (Beispiel 
PFAS), 
• die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen organischen Inhaltsstoffen 
oftmals unklar sind und 
• für die Einzugsgebiete der Trinkwasserbrunnen ein verstärkter Vorsorgegedanke 
unter Berücksichtigung eines Multibarrierenprinzips gilt. 
Aus den genannten Gründen sieht die Trinkwasserverordnung keine end -of-pipe-
Lösung vor, d.  h. eine Aufbereitung , die als letzte Option erst im Wa sserwerk 
stattfindet. Eine zentrale Aufbereitung ist darüber hinaus aus technischer als auch

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Aktenzeichen : 
G1 070 -S70 -84 
 
aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoller und könnte in den Ökowasserwerken Jüchen 
und Wanlo nach einer entsprechenden baulichen Ergänzung erfolgen. 
Für alle Maßnahmen  gilt, dass neben der Sicherung der Wasserversorgung auch 
ein eventueller Mehrbedarf berücksichtigt wird, der im Rahmen des Strukturwandels 
entstehen könnte. Die beschriebenen Maßnahmen werden in großräumigen und 
langfristigen Wasserversorgungskonzepten be schrieben, die unter Federführung 
bzw. Beteiligung des Erftverband es derzeit erarbeitet (Nordraum bzw. Venloer 
Scholle - Tagebau Garzweiler und Rur -Scholle – Tagebau Inden) bzw. aktualisiert 
werden ( Erft-Scholle – Tagebau Hambach ). Insbesondere über das Monitoring 
Garzweiler erfolgt eine enge Abstimmung mit den beteiligten Behörden und 
Wasserversorgungsunternehmen.  
Die Kernaussage der großräumigen und langfristigen Wasserversorgungskonzepte 
besteht darin, dass sich die Region ohne Ausnahme dauerhaft selbst mit 
Trinkwasser versorgen kann , wobei gebietsweise noch nicht alle Planungsdetails 
feststehen. Wesentliche Voraussetzungen hierfür sind: 
• die frühzeitige Zufuhr von Rheinwasser, 
• die vordringliche und ausschließliche Nutzung des Wassers aus der 
nachlaufenden Sümpfung für Infiltrations - und Einleitmaßnahmen (Ökowasser)  
im Nordraum, 
• die Aufbereitung des für diese Ökowasserzwecke zu verwend enden 
Rheinwassers zur Entfernung insbesondere der organischen Spurenstoffe und 
• die Sicherung  der Trinkwassereinzugsgebiete durch die Ausweisung von 
Wasserschutzzonen unter Berücksichtigung deren Verschwenkens. 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
Im Auftrag 
 
 
 
 
Dr. Nils Cremer

Beratungsverlauf (1)

15.03.2024 Braunkohlenausschuss
TOP 6.1
Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
BKA 0832
Typ
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss
Datum
15.03.2024
Erstellt
16.02.2024 09:50