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V/0389/2008

Familien stärken - Eltern im Fokus präventiver Angebote

Vorlagen 05.05.2008

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 04.06.2008, TOP 16

Berichterstattung EB SÜD 2008

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Oase_CV

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DKSB QZ Modellprojekt 2008

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Ansehen

Berichterstattung EB SÜD 2008

4701 Zeichen

„Präventionsgruppe für minderjährige 
Schwangere, junge Mütter und deren Kinder“ 
Konzept
Das Angebot " Präventionsgruppe für minderjährige Schwangere, junge Mütter und 
deren Kinder" wird in der Beratungsstelle Südviertel e.V. in Zusammenarbeit mit dem Amt für 
Kinder, Jugendliche und Familien in Münster seit Dezember 2002 durchgeführt. Die praktische 
Umsetzung erfolgt im Rahmen zweier Gruppenangebote (Müttergruppe / Mutter -Kind-
Gruppe), die j eweils einmal wöchentlich stattfinden. Bei Bedarf werden von den  Fachkräften 
Einzeltermine angeboten um Themen zu bearbeiten, die den Rahmen der Gruppenarbeit 
übersteigen. Einmal im Jahr wird eine Familienfreizeit gemeinsam entwickelt und umgesetzt.
Inhalte der Gruppensitzungen:
- Vermittlung von Wissen bezüglich Erziehungs- und Versorgungsfragen
- Alltagsorganisation und -gestaltung mit Kind
- Verselbständigung, Sorgeselbständigkeit, Entlastung
- Gesundheitsvorsorge
- Sexualität (Aufklärung/Verhütung)
- Psychohygiene
- Pflegen von Freundschaften, sozialen Kontakten
- Partnerschaftsentwicklung und Familienplanung
Zielgruppe: 8-10 junge schwangere Frauen/ Mütter und deren Kinder
Ziele:   für die jungen Mütter
- sich an Bezugspersonen zu binden, Ansprache aushalten und teilnehmen
- Tagesstruktur für sich und die Kinder entwickeln (Rituale und Abläufe)
- Fähigkeiten bezüglich Säuglings- und Kinderpflege erlernen 
- Entwickeln von Kompetenzen im Bereich sozialer Interaktionen und Beziehungen, 
Selbststeuerung, Selbstwert- oder Gefühlsregulation
- eine Identität als „junge Mutter“ herausbilden 
- Erziehungskompetenzen erlernen (Grenzen setzen, Regelverhalten üben, Loben etc.)
- andere junge Mütter kennen lernen, um sich außerhalb der Gruppe zu treffen und 
auszutauschen, mit dem Ziel sich emotional zu entlasten
- Unterstützung in ihrer Lebensplanung und -gestaltung erhalten
- Unterstützung bei der Suche nach angemessenen beruflichen Perspektiven
- Hilfe bei Freizeitplanung 
- Fähigkeiten im Umgang mit Behörden entwickeln
die Kinder werden durch die Gruppenangebote
- sicher an ihre Mütter und in einer sozialen Gruppe gebunden 
- angemessen versorgt  und in ihrer Entwicklung gefördert 
- in ihren sozialen Kompetenzen mit anderen Kindern gefördert 
- im Erlernen von Regeln, Grenzen und Ritualen unterstützt
Methoden
Gesprächskreis, Psychoedukation, Selbsterfahrung, Rollenspiele, Freizeitaktivitäten, 
Körperarbeit, Werken und Basteln, Bildungsfahrten, Vorträge
Erfahrungen und Ergebnisse:
Bei fast allen teilnehmenden Müttern liegen Indikatoren sozialer Ausgrenzung vor und sie 
kommen aus Familien in riskanten Lebenslagen. Die G ruppenangebote werden kontinuierlich 
gut angenommen, die Teilnehmeranzahl ist steigend. Zurzeit sind alle Plätze belegt, es sind 8

Mütter im Alter von 19 bis 32 Jahren mit deren Kindern im Alter von 3 Monaten bis zu 2,5 
Jahren in der Gruppe. Deutlich wird,  dass klare Abläufe, Rituale und Struktur es den Müttern 
erleichtern sich zu öffnen. Zudem trägt auch noch die feste Gruppe zur Vertrauensbildung bei 
und ermöglicht es den Müttern in einem sicheren Rahmen von ihren Problemen zu berichten. 
Die jungen Mütter  erfahren in der Gruppenarbeit, dass sie angenommen und verstanden 
werden und berichten, dass sie von der emotionalen Entlastung profitieren. Als förderlich 
erweist sich dabei die Aufteilung in eine Mutter -Kind Gruppe und eine Frauengruppe. Die 
abends stattfindende Frauengruppe wird noch intensiver für die Auseinandersetzung mit den 
Themen Partnerschaft und Familie genutzt, da die Aufmerksamkeit nicht immer auf die 
anwesenden Kinder mit gerichtet werden muss.
Zum Projekt gehört eine Bildungsfreizeit pro Jah r. Die jungen Mütter fahren mit ihren Kindern, 
den Betreuerinnen und der Psychologin für 3 -4 Tage auf eine Nordseeinsel. Neben den 
sensitiven Erfahrungen der Elemente Sonne, Sand und Wasser für die Kinder werden die 
Mütter über mehrere Tage begleitet und i n ihrer Interaktion mit den Kindern wahrgenommen. 
Neben der Möglichkeit sich über einen langen Zeitraum durch die begleitenden Fachkräfte 
beraten zu lassen, wird die Bildungsfahrt für Auseinandersetzung mit Themen genutzt, die im 
Alltag oder in zwei Stunden Gruppenarbeit nicht benannt werden können.
Die bisherigen Bildungsfreizeiten wurden sehr positiv bewertet und waren auch für das 
Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe von hoher Bedeutung. Es wird von einigen Müttern 
als Herausforderung beschrieben mit de n anderen Teilnehmern eine so lange Zeit am Stück 
gemeinsam zu verbringen. Und nicht zu vergessen erleben die jungen Mütter gemeinsam mit 
Ihren Kindern, die sonst keinen Urlaub machen können, durch die Bildungsfahrten ein Stück 
familiäre Normalität und soziale Teilhabe.

Beschlussvorlage

16640 Zeichen

V/0389/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Familien stärken - Eltern im Fokus präventiver Angebote 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
04.06.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung: 
 
 
1. Der anliegende Bericht wird zur Kenntnis genommen. 
 
2. Für den Zeitraum von drei Jahren - beginnend zum 01.08.2008 - werden jährlich 59.460 € 
(Gesamtsumme für den Projektzeitraum: 178.380 €) aus der Produktgruppe Familienförde-
rung für fünf im Bereich der Prävention angesiedelten Einzelfall-Projekte zur Verfügung ge-
stellt. 
 
3. Die Verwaltung wird beauftragt, dem Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien zum 
Ablauf des dreijährigen Förderzeitraums über die Ergebnisse zu berichten. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0389/2008 
Auskunft erteilt: 
Frau Landenberger 
Frau Thesing 
Frau Trockel 
Ruf: 
492 58 76 
492 51 57 
492 51 12 
E-Mail: 
Landenberger@stadt-muenster.de 
ThesingS@stadt-muenster.de 
TrockelS@stadt-muenster.de  
Datum: 
19.05.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0389/2008 
 
II. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: 
 
 
Aufwendungen 
 
 Nr. Bezeichnung Haush.-
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkungen 
 
Produktgruppe 0604 Familienförderung    
Teilergebnisplan 
(Zeile) 
15 Transferaufwendun-
gen 
2008 
25.508,33 
   2009 60.120,00 
   2010 58.580,00 
   2011 34.171,67 
 
 
Insgesamt: 178.380,00  
 
Begründung: 
 
1. Bericht 
 
1.1 Das Modellprojekt 
 
Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien hat gemeinsam mit freien Trägern der Jugendhilfe 
ein dreijähriges Modellprojekt verschiedenster Konzeptansätze für unterschiedliche Zielgruppen 
durchgeführt (vgl. V /0342/2005). Dabei bildete die Erprobung unterschiedlicher präventiver Ange-
bote und die Auseinandersetzung mit den Erfordernissen gelingender Prävention die Zielorientie-
rung. 
 
Die Modellphase umfasst den Zeitraum 01.08.2005- 31.07.2008.  
 
An dem Modellprojekt haben fünf Träger mit vier unterschiedlichen Angeboten teilgenommen. 
 
− Deutscher Kinderschutzbund
 „Starke Eltern - Starke Kinder“: gewaltfreie Erziehung durch Stär-
kung der Erziehungskompetenz der Eltern 
 
− Caritasverband  „Elterntraining für Mütter mit kleinen Kindern in Münster Süd-Ost“: Vermittlung 
basaler Erziehungsfähigkeiten 
 
− Anna Krückmann Haus  „Sure Start“ (gemeinsames Projekt mit dem Haus der Familie): Förde-
rung der Babies und Kleinkinder über die Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung 
 
− Haus der Familie
 „Sure Start“ (gemeinsames Projekt mit dem Anna-Krückmann-Haus): Förde-
rung der Babies und Kleinkinder über die Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung 
 
− Beratungsstelle Südviertel e.V
. „Präventionsgruppe für schwangere und minderjährige Mütter 
und deren Kinder“: Schulung und Unterstützung der jungen Mütter in und bei der Versorgung 
ihrer Kinder 
 
Die Projekte wurden in eigener fachlicher Verantwortung der freien Träger durchgeführt.

- 3 - 
V/0389/2008 
1.2 Qualitätszirkel 
 
Ausgehend von der Beschlussvorlage „Familien stärken - Eltern im Focus präventiver Angebote - 
ein dreijähriges Modellprojekt“– wurde parallel zu  den Projekten ein Qualitätszirkel unter der Fe-
derführung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien eingerichtet. Die Laufzeit des Quali-
tätszirkels ist analog des Projektzeitraumes vom 01.08.2005 - 31.07.2008 angelegt. Der Qualitäts-
zirkel wurde sechsmal durchgeführt. 
 
Die Teilnahme am Qualitätszirkel sicherte, neben dem individuellen Kompetenzausbau der Träger 
im Bereich Prävention, eine fachliche Qualifizierung präventiver Arbeitsansätze für Familien in 
Münster. Die Verortung der Träger in den verschiedenen Stadtteilen ermöglichte es, sozialräumli-
che Unterschiede zu analysieren. Eine genauere Kenntnis über die Zielgruppe und ihre Bedürfnis-
se erzeugte eine fachliche Differenzierung und Professionalisierung der Angebote. Indikatoren sind 
dabei insbesondere die Erreichbarkeit von Familien und der Abbau von Schwellenängsten. Der 
Erfahrungsaustausch der Träger untereinander wurde angeregt. Die Ergebnisse und Erfahrungen 
aus dem Modellprojekt wurden in einem dialogischen Prozess zusammengetragen und ausgewer-
tet. 
 
 
 
1.3 Ergebnisse des begleitenden Controllingprozesses 
 
Um die Qualität der ausgewählten Präventionsprogramme zu erfassen und zu sichern, wurden alle 
Angebote während der gesamten Projektlaufzeit durch einen Controllingprozess begleitet. Die in-
haltliche Ausgestaltung dieses Controllingprozesses wurde mit den Beteiligten im Qualitätszirkel 
erarbeitet.   
 
Handlungsleitend waren die drei grundsätzlichen Zielrichtungen des Modellprojekts: 
ƒ Eltern in ihrem Erziehungsalltag unterstützen 
ƒ Frühzeitigen Zugang zu Familien finden 
ƒ Familien mit besonderen Belastungsfaktoren erreichen 
 
Zur Operationalisierung der Ziele wurden Indikatoren gebildet, anhand derer am Ende des Projekt-
zeitraums der Erfolg des einzelnen Präventionsprogramms gemessen wurde. Alle Indikatoren wur-
den gemeinsam mit weiteren Punkten zu Fragen umformuliert, die in einem Fragebogen zusam-
mengefasst und von den Teilnehmer/-innen beantwortet wurden. Die folgenden Ergebnisse wur-
den trägerspezifisch ausgewertet und im Qualitätszirkel besprochen, werden  an dieser Stelle aber 
als Gesamtergebnis abgebildet. 
 
Insgesamt haben sich 291 Teilnehmer/-innen an den vier verschiedenen Gruppenangeboten betei-
ligt. 194 Fragebögen wurden von den Trägern zurückgesandt und bilden somit die Grundlage für 
die Auswertungsergebnisse. Diese werden im Folgenden in Verbindung mit den für die jeweilige 
Zielrichtung entwickelten Indikatoren dargestellt. 
 
1.3.1 Eltern in ihrem Erziehungsalltag unterstützen 
Das Ziel, Eltern in ihre
m Erziehungsalltag zu unterstützen, wurde an folgenden Indikatoren fest-
gemacht: 
ƒ Allgemeine Bewertung des Gruppenangebots durch die Teilnehmer/-innen auf einer Schulno-
tenskala von 1 bis 6 
ƒ Bewertung des Gruppenangebots hinsichtlich des Lernerfolgs: 
- Wurde mehr Sicherheit im Umgang mit dem Kind erlangt? 
- Wurde etwas Neues über das Kind gelernt?

- 4 - 
V/0389/2008 
Die meisten Teilnehmer/-innen bewerteten das jeweilige Präventionsangebot im oberen Drittel der  
Skala und drückten dadurch eine hohe Zufriedenheit mit der von ihnen besuchten Gruppe aus. 
Lediglich jede/r  fünfte Teilnehmer/-in zeigte sich durchschnittlich zufrieden. Schlechte Bewertun-
gen in der unteren Hälfte der Schulnotenskala kamen nur sehr vereinzelt vor.  
175 Teilnehmer/-innen gaben an, durch das Präventionsangebot mehr Sicherheit im Umgang mit 
ihrem Kind erlangt zu haben. Diese Anzahl entspricht einer Quote von über 90 %. Annähernd e-
benso viele Teilnehmer/-innen (88 %) benannten, dass sie durch die Teilnahme an der Gruppe 
Neues über ihr Kind gelernt hätten.  
 
1.3.2 Frühzeitigen Zugang zu Familien finden 
Für dieses Z
iel wurden folgenden Indikatoren festgelegt: 
ƒ Alter des Kindes/des jüngsten Kindes bei Besuch des Gruppenangebots unter 3 Jahren 
ƒ Existenz anderer „Helfer“ bzw. öffentlicher Hilfen im Familiensystem 
 
Hinsichtlich des ersten Indikators wurden unterschiedliche Ausprägungen der Präventionspro-
gramme deutlich. Während drei Gruppenangebote Teilnehmer/-innen mit sehr jungen Kindern er-
reichten
1, fühlten sich von dem vierten Angebot 2 größtenteils Teilnehmer/-innen mit älteren Kin-
dern angesprochen. Entsprechend verteilt war auch die Altersstruktur der Teilnehmer/-innen 
selbst. Die Teilnehmer/-innen mit sehr jungen Ki ndern waren deutlich jünger als die Teilnehmer/-
innen mit älteren Kindern.  
Der zweite Indikator konnte nicht ausgewertet werden, da die Antworten auf die dazugehörende 
Frage uneindeutig ausfielen. 
 
1.3.3 Familien mit besonderen Belastungsfaktoren erreichen 
Zu diesem 
Ziel wurden zunächst Indikatoren gebildet, die einzeln betrachtet Hinweise auf Belas-
tungssituationen von Familien benannten. Vereinbart wurde, erst dann von „Familien mit besonde-
ren Belastungsfaktoren“ zu sprechen, wenn in einer Familie zwei oder mehr der folgenden Krite-
rien zutreffen: 
 
ƒ Zuwanderungsgeschichte 
ƒ 3 Kinder unter 6 Jahren oder 4 Kinder unter 10 Jahren 
ƒ Leistungsbezug nach SGB II oder SGB XII (ganz oder ergänzend) 
ƒ Teilnehmer/-in besitzt keinen Schulabschluss 
ƒ Mutter ist bei der Geburt des ersten Kindes unter 20 Jahre 
ƒ Alleinerziehend 
 
Die Auswertung ergab, dass der Anteil der Teilnehmer/-innen mit besonderen Belastungsfaktoren 
bei 36 % lag. Es zeigte sich, dass sich die verschiedenen Gruppenangebote in diesem Punkt of-
fensichtlich an unterschiedliche Zielgruppen richteten. Während zwei Präventionsprogramme eine 
Quote von 66 % bzw. 79 % erreichten, waren in den anderen beiden Gruppen 21 % bzw. 27 % 
dieser Personengruppe zuzuordnen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                
 
1 Sure Start, Oase, Präventionsgruppe für jungen schwangere und minderjährige Mütter und deren Kinder 
2 Starke Eltern- Starke Kinder

- 5 - 
V/0389/2008 
1.4 Schlussfolgerungen 
 
Neben den individuellen, projektbezogenen Berichten (siehe Anlage), können aufgrund der pro-
jektbezogenen Erfahrungen folgende Aussagen übereinstimmend getroffen werden: 
 
Im Hinblick auf die Erreichbarkeit von Familien erwe ist es sich als notwendig, präventive Hilfen 
quartiersbezogen auszurichten. Die Standortwahl ist ein maßgeblicher Aspekt für die Realisierung 
von niederschwelligen Hilfen. Zum Standort gehören Gesichtspunkte wie die Räumlichkeiten, in 
denen das Angebot stattfindet, die Nähe zu den Wohnungen, in denen die Familien leben, Brü-
ckenpersonen im Stadtteil oder auch die institutionelle Verankerung des Angebotes vor Ort. Gera-
de für Familien mit besonderen Belastungen gilt, dass bekannte Personen/ Institutionen und Orte, 
die bereits als hilfreich bei der Bewältigung des Alltags erlebt wurden,  Angst nehmen können und 
den Zugang zu den Angeboten erleichtern.  
 
Die Bandbreite, ein Angebot zu bewerben, ist vielfältig. Zugänge wurden über Wurfzettel, Flyer, 
Werbung in der Tageszeitung, persönliche Ansprache, den Kommunalen Sozialdienst, Brücken-
personen im Stadtteil, Institutionen im Stadtteil (z.B. Kindertageseinrichtungen, Jugendeinrichtun-
gen) sowie Kinderärzte und Gynäkologen hergestellt. Es gibt kein eindeutiges, erfolgreiches Ak-
quisemodell. Die Gegebenheiten vor Ort müssen erforscht und für die Akquise genutzt werden. Die 
Akquise der Familien erfolgt nach den individuellen Bedingungen vor Ort und erfordert sehr flexible 
und kreative Lösungen. Zudem ist eine fortwährende Werbung für das Angebot erforderlich. Die 
Werbung für Angebote durch die Zeitung eignet sich ausschließlich für bildungsnahe Familien.  
 
Die Bindungen und Beziehungen zwischen Eltern und Kindern zu fördern, erfordert auch 
eine Beziehungsarbeit zwischen den Fachkräften und den Eltern. Neben dem „Kernange-
bot“ benötigen gerade Familien mit besonderen Belastungsfaktoren eine immer wiederkeh-
rende Ansprache und Motivation. Auch eine sporadische einzelbezogene Begleitung und 
Unterstützung kann erforderlich sein, um eine Kontinuität der Teilnahme zu sichern und auf 
individuelle Problemstellungen der Familien einzugehen. 
 
 
 
2. Weiteres Verfahren 
 
Der Nutzen eines Modellprojekts liegt in der Erprobung der Wirksamkeit, der sinnvollen Ausrich-
tung, der Effektivität und der Effizienz neuer fachlicher Ansätze. 
In den vergangenen drei Jahren wurde genau dies hinsichtlich der fachlichen Ansätze der vier An-
gebote innerhalb des Modellprojekts getan. 
Die in diesem Zeitraum gewonnenen Erfahrungen, die Erkenntnisse des fachlichen Controllings 
des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien und der bezüglich des Projekts „Sure Start“ 
durchgeführten externen Evaluation, wurden genutzt, um die Angebote weiterzuentwickeln oder 
passgenauer auszurichten. 
 
In Perspektivgesprächen wurden mit allen Beteiligten die zum Teil notwendigen Modifikationen 
besprochen und gemeinsam beschlossen. 
Alle Angebote sollen für zunächst drei Jahre unter den veränderten Bedingungen fortgesetzt wer-
den. Die Evaluation der Projekte hinsichtlich ihrer Wirksamkeit wird weiter geführt. Nach Ablauf der 
drei Jahre wird im Dialog mit den freien Trägern eine Verstetigung der Projekte angestrebt.

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V/0389/2008 
Die Projekte im Einzelnen: 
 
2.1 Alltagspräsente Erziehungsberatung des Caritasverbandes 
 
Das im primärpräventiven Bereich angesiedelte Projekt „OASE“ wurde im Sinne einer fachlichen 
Weiterentwicklung neu konzipiert. Dieses Angebot wird als zusätzliche Ressource der Erziehungs-
beratungsstelle in Hiltrup des Caritasverbandes organisiert. 
Zielgruppe des erweiterten Konzepts sind Familien, deren Ressourcen zur Inanspruchnahme der 
klassischen Erziehungsberatung zur Steigerung der Erziehungskompetenzen nicht ausreichen, die 
sich jedoch aufgrund der vorhandenen Ressourcen im Vorfeld von ambulanten Hilfen bewegen. Im 
Kontext von Niedrigschwelligkeit bedarf diese im  präventiven Bereich angesiedelte intensive Er-
ziehungsberatung keines geregelten Hilfeplanverfahrens. Der Zugang ist zum einen offen, zum 
anderen erfolgt er über den Kommunalen Sozialdienst. Dieser kann die fachliche Kompetenz der 
Erziehungsberatungsstelle auch in Form von Fallbesprechungen abrufen. 
Das Beratungs- und Unterstützungsangebot nutzt die in der Erziehungsberatungsstelle vorhande-
ne fachliche Kompetenz passgenau für den Bereich der Prävention in der Jugendhilfe. 
 
Jährliche Kosten Gesamtkosten 
12.000 € 36.000 € 
 
 
2.2 „Starke Eltern – starke Kinder“- Kinderschutzbund 
 
Die Elternkurse „Starke Eltern – starke Kinder“ des Deutschen Kinderschutzbundes OV Münster 
werden zukünftig in Kooperation mit den Familienzentren und, an einem noch festzulegenden Mo-
dellstandort, in Kooperation mit einer Offenen Ganztagsgrundschule durchgeführt. Orte, an denen 
sich Kinder und somit auch Eltern vermehrt aufhalten. Mit der veränderten Akquise der Zielgruppe 
sollen die vorteilhaften strukturellen Rahmenbedingungen zu einer hohen Auslastung der Kurse 
führen. So können möglichst viele Familien von dem Angebot partizipieren.  
 
Jährliche Kosten Gesamtkosten 
9.240 € 27.720 € 
 
 
2.3 „ Sure Start“- Anna Krückmann Haus und Haus der Familie 
 
Im Bereich der universellen Prävention bewegt sich das Angebot „Sure Start“ des Hauses der Fa-
milie und des Anna Krückmann Hauses. Das Angebot wird an beiden Standorten in den Stadtteilen 
Gievenbeck und Coerde weitergeführt. Zukünftig wer den die Kurse mit mindestens acht bis zwölf 
Müttern und ihren Babys / Kleinkindern durchgeführt.  
Die Kinderbetreuung wird künftig statt eigener Angebote die Aufgabe wahrnehmen, die nicht insti-
tutionell betreuten Geschwisterkinder der teilnehmenden Babys und Kleinkinder, an eine KiTa her-
anzuführen. Durch Gespräche, Kontaktaufnahme zu der entsprechenden KiTa und Probebesuche 
in der KiTa sollen Ressentiments der Mütter gegenüber der institutionellen Kindertagesbetreuung 
abgebaut werden. Die Weiterentwicklung der fachlichen Ausrichtung dieser Aufgabe versus der 
partiellen, zum Angebot begleitenden Betreuung, erhöht die Chancen der frühen Förderung und 
somit der frühkindlichen Bildung dieser Kinder. Dieser Aufgabenbereich soll zunächst bis Mitte 
2009 in o.g. Form wahrgenommen werden. 
 
Jährliche Kosten pro Standort Gesamtkosten 
1. Jahr 13.990 €3 
2. + 3. Jahr jeweils 12.670 € 78.660 € 
 
 
                                                 
3 Kinderbetreuung nur im ersten Jahr

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V/0389/2008 
2.4 „Präventionsgruppe für minderjährige Schwangere, junge Mütter und deren Kinder“ 
 
Seit Dezember 2002 hält die Beratungsstelle Südviertel das Angebot „Präventionsgruppe für min-
derjährige Schwangere, junge Mütter und deren Kinder“ vor. Retrospektiv betrachtet, zeigt der Mo-
dellzeitraum die hohe Passgenauigkeit bezogen auf die Zielgruppe junger Mütter dieses Angebo-
tes. Die bereits in der Evaluation des Fachlic hen Controllings des Amtes für Kinder, Jugendliche 
und Familien von 2004 herausgestellten Kernaussagen haben sich auch hier bestätigt. Die kon-
zeptionelle Ausrichtung des Angebots bleibt somit in der vorliegenden Form erhalten.  
 
Jährliche Kosten  Gesamtkosten 
12.000 € 36.000 € 
 
 
 
2.5 Fazit 
 
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Ziele dieses dreijährigen Modellprojektes in allen Pro-
jekten erreicht wurden. Besonders hervorzuheben ist, dass sich hier präventive Arbeitsansätze 
weiterentwickelt haben, die auch perspektivisch den präventiven Bereich in der Jugendhilfe stär-
ken und bereichern werden. 
 
 
 
I.V. 
 
 
 
 
gez.  
 
Dr. Hanke 
 
 
 
 
 
 
Anlagen: 
 
1. Projektberichte der Träger

Oase_CV

4858 Zeichen

Caritasverband für die Stadt Münster e. V. 
Josefstraße 2, 48151 Münster 
 
Oase_CV.doc 
___________________________________________________ 
 
1. Standort, Konzept und Ziele:  
Das Präventionsangebot der Caritas Münster fand bis Ende des Jahres 2007 in den Räumen 
der ev. Friedenskirchengemeinde in Münster-Gremmendorf statt. Seit Januar 2008 trifft sich 
die Gruppe im Familienzentrum St. Bernhard in Münster-Angelmodde. 
Die Gruppe ist als niederschwelliges Präventionsprojekt (Mütterberatung/offener Treffpunkt 
für Mütter mit kleinen Kindern) konzipiert. Die Gruppe trifft sich einmal wöchentlich vormit- 
tags (zusätzlich Elternabende).  
 
Ziele:   - Die Ressourcen der Mütter aufgreifen, si e fördern und ermutigen 
  - Ein soziales Netz im Sozialraum knüpfen 
  - Informationen und Rückmeldungen für die Mütter in Fragen des Umgangs mit 
    den Kindern und anderen alltagspraktischen Frag en zu geben 
 
 
2. Teilnehmerinnen: 
• Bislang nahmen  27 Mütter und 29 Kinder am Angebot  teil. 
• Zugang: durch Flyer: 4, andere Mütter/Mundpropagan da: 9, Kinderärzte: 4, KSD: 2,   
Kitas: 5, Ansprechpartnerinnen im Sozialraum: 3 (Hebamme, Caritas vor Ort Beratungs- 
stelle, Pfarrer) 
 
 
3. Erfahrungen/Ergebnisse: 
• Die Gruppe ist als offener Treff konzipiert, der ü berwiegende Anteil von Müttern (85 %) 
nahm jedoch regelmäßig (in Abhängigkeit vom Alter des Kindes), bis über ein Jahr lang 
teil.  
• Die wöchentlichen Treffen zeigten eine wiederkehre nde Struktur. Der Ablauf ermöglichte 
altersgemäße Spiel- und Interaktionssequenzen sowie Beobachtungseinheiten des Inter- 
aktionsverhaltens mit anschließender Rückmeldung über gelungene mütterliche Feinfüh- 
ligkeit.  
• Ein wichtiger unterstützender Faktor war der indiv iduelle Kontakt der Gruppenleiterinnen 
zu den Teilnehmerinnen auch außerhalb der Gruppentreffen. So benötigten insbesonde- 
re die jungen Mütter (18, 19 Jahre) anfangs regelmäßige Telefonkontakte und auch 
Hausbesuche, um ihre Motivation zur Teilnahme zu erhöhen.    
• Ein nachhaltiges Ergebnis ist das soziale Netzwerk , das für nahezu alle Mütter entstan- 
den ist. 89 % der Mütter gaben an, dass sie auch außerhalb der Gruppentreffen unter- 
einander Kontakt geknüpft hatten. Auch die mündlichen Rückmeldungen der Mütter 
sprachen von den zunehmend privaten und unterstützenden Kontakten, die die Mütter 
aus ihrer sozialen Isolation heraus führten. 
• Die Mütter betonten Lernerfahrungen in den Bereich en: gesunde Ernährung, sprachliche 
Entwicklung, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, allgemeine Entwicklungsfragen und 
Schlafverhalten.     
• Deutlich wurde auch der positive Gruppeneffekt für  die Mütter und Kinder, der zur Entlas- 
tung durch das Teilen von Erfahrungen beitrug (auch andere Kinder schlafen noch nicht 
durch, träumen schlecht, sind noch nicht trocken, schreien oder trotzen). Auch durch das 
Modelllernen profitierten die Mütter vom Gruppenangebot.  
• Die Kinder profitierten durch die Interaktion mit anderen Kindern in vielen Bereichen ihrer 
Entwicklung, vorrangig in ihrem Sprach- und Sozialverhalten. Die Mütter, die die wach- 
senden Kompetenzen bei ihren Kindern wahrnahmen, konnten angemessener auf deren 
Bedürfnisse eingehen.  
 
Mutter-Kind-Treff im Südosten Münsters

Seite 2 des Aktenvermerkes vom  
 
 
Caritasverband für die Stadt Münster e. V. 
Josefstraße 2, 48151 Münster 
 
Oase_CV.doc 
• Vermittlung weiter gehender Hilfen: Zwei Mütter mi t hohem Hilfebedarf konnten unter- 
stützt werden, weitere Hilfe (SPFH) in Anspruch zu nehmen. Drei Mütter wurden ermu- 
tigt, ihre Schulausbildung wieder aufzunehmen oder an einem Sprachkurs teilzunehmen. 
Zwei Mütter konnten zur Schuldnerberatung vermittelt werden, zwei Mütter wurden in a- 
kuter Trennungssituation zur Trennungs- und Scheidungsberatung vermittelt. 
 
 
 
4.Resümee: 
Es zeigte sich, dass die Teilnehmerinnen zum Großteil im direkten räumlichen Umfeld des 
Treffpunktes in der ev. Friedenskirchengemeinde wohnten. Trotz intensiver und wiederholter 
Informationsarbeit (bei Ärzten, Hebammen, Kitas) waren Mütter, die im gleichen Stadtteil, 
aber in einem anderen Wohnquartier wohnten, nicht gut zu erreichen.  
In der ersten Gruppenphase wurde die Gruppe auch von Müttern besucht, die vordergründig 
nicht zur Zielgruppe der sozial benachteiligten Menschen gehörten. Auch bei diesen Teil- 
nehmerinnen zeigten sich Unterstützungsbedarfe in Umgang und Förderung der Kinder. 
 
Um die Präsenz der Gruppe in der Wahrnehmung junger Mütter, die zum Kreis der sozial 
benachteiligten Menschen zählen zu erhöhen, ist die OASE seit  Januar 2008 in das Famili- 
enzentrum St. Bernhard umgezogen. Die aktuelle Zusammensetzung der Gruppe (9 Mütter 
und 11 Kinder) zeigt, dass nun mehr Familien mit besonderen Belastungsfaktoren erreicht 
werden. 
 
 
Münster, 08.02.2008 
 
 
i.A. gez. Dr. Ralf Kaisen 
i.A. gez. Johannes Röttgen

DKSB QZ Modellprojekt 2008

5984 Zeichen

Elternkurse „Starke Eltern –starke Kinder“® des DKSB OV 
Münster im Rahmen des Modellprojektes „Familien stärken“
Der Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder“®   des Deutschen 
Kinderschutzbundes ist ein präventives Angebot. Ziel des Elternkurses ist es, 
Mütter und Väter zu stärken, sie angemessen über die Grundlagen für ein gutes 
Aufwachsen ihrer Kinder und über gewaltfreie Erziehung zu informieren, mit 
ihnen Handwerkszeug für die tägliche  Erziehungspraxis einzuüben und alters- 
und entwicklungsangemessene Spielräume und Grenzen für Kinder zu 
entwickeln. 
Aus Forschungsberichten wissen wir, dass ein wesentlicher Faktor für  eine positive kindliche Entwicklung 
die individuelle Anerkennung und Wertschätzung des Kindes ist. Deshalb beginnen unsere Elternkurse mit 
dem Motto: „Achte auf die positiven Seiten deines Kindes!“
Kinder, denen ihre Eltern eine klare Orientierung geben, haben ein positiveres Selbstbild und zeigen weniger 
Problemverhalten. Sie sind weniger depressiv,  ängstlich oder aggressiv. Sie zeigen bessere Schulleistungen 
und haben bessere Beziehungen zu Gleichaltrigen.
Eltern üben u.a. im Elternkurs: Zuneigung zeigen, Bedürfnisse erkennen, ausdrücken und in die Balance 
bringen,  Entwicklungspotentiale erkennen und Freiräume gewähren, Kompetenzentwicklung fördern und 
unangemessenes Verhalten begrenzen. 
(vgl. Stärkung familialer Beziehungs- und Erziehungskompetenz, Kurzfassung  eines Gutachtens des 
Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 
BMFSFJ, April 2005)
Das Konzept:
Der Elternkurs basiert auf dem Modell der anleitenden Erziehung, dem im § 1631 Abs. 2 BGB verankerten 
Recht des Kindes und  auf der UN-Konvention über die Rechte des Kindes (besonders: Artikel 5: Pflichten 
der Eltern; Artikel 9: Elterliche Sorge und Nicht-Trennung von den Eltern; Artikel 19: Schutz vor Gewalt; 
Artikel 12/13: Recht auf Gehör/freie Meinungsäußerung, Artikel 42: Bekanntmachung der Konvention).
Der zeitliche Umfang des Elternkurses beträgt  im Modellprojekt 9-10 Kurseinheiten ( jeweils 3 Ustd.) . 
Die Gruppengröße beträgt zwischen 8 und 14 Teilnehmer/-innen.
Die Wirkung des Elternkurses Starke Eltern – Starke Kinder® des Deutschen Kinderschutzbundes beruht 
auch auf dem Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppe und der praktischen Umsetzung im familialen 
Kontext durch Wochenaufgaben.
Die Wirksamkeit aller Elternkurses „Starke Eltern –starke Kinder“® des DKSB wird systematisch
überprüft. 
Bei Bedarf gestalten wir die Übergänge fließend  zu anderen Hilfen oder Trägern der Jugendhilfe.
Die Zielgruppe:
Zielgruppe waren im Modellprojekt Eltern mit min. einem Kind im Kindergartenalter. In Kooperation mit 
Kindertageseinrichtungen wurden insbesondere Eltern mit besonderen Belastungen auf den Kurs 
hingewiesen. Bei der Anmeldung wurde auf die Überprüfung  dieser Kriterien verzichtet, um den Zugang 
möglichst niedrigschwellig zu halten.  
Die Erfahrungen/ Ergebnisse: 
Die Effekte des Kurses wurden auch von den Eltern positiv beurteilt, die ihre Erziehungsfähigkeit oder  ihre 
familiären Ressourcen zu Beginn als besonders eingeschränkt beschrieben hatten. Mütter und Väter 
beschrieben, dass sie bereits während der ersten Kurswochen wieder mehr Freude mit den Kindern erleben 
und der Erziehungsalltag stressfreier ist. Die Elternkurse führen wir mit dem Ziel durch, dass Eltern auch im 
Anschluss an den Kurs schwierige erzieherische Situationen gut bewältigen können. Der überwiegende Teil 
der Eltern (80-85 %) fühlte sich dafür ausreichend gestärkt.  
Um verstärkt Zielgruppen mit besonderen Belastungen zu erreichen, hat der Kinderschutzbund 
Landesverband NRW ergänzende Manuale zum Elternkurs für die Arbeit mit so genannten „bildungsfernen“ 
Eltern (Elternkurs – ganz praktisch) erarbeitet. Übersetzungen des Elternkurses sind u. a.  in russischer und

türkischer Sprache im DKSB BV erarbeitet worden.
Das Ziel, jedes Jahr einen bilingualen Kurs durchzuführen, beginnend mit einem Familienwochenende in 
einem Bildungshaus, konnte nach dem guten Start aufgrund der veränderten Landesförderung für 
Weiterbildung nicht weiter fortgeführt werden. Mit einem veränderten Konzept in Kooperation  vor Ort 
hoffen wir, dies in 2008 realisieren zu können. 
In Münster streben wir, begründet aus den Erfahrungen der Kurssituationen des letzten Jahres, die 
Umsetzung der „Elternkurse – ganz praktisch“ durch weitere Qualifizierung der Elternkursleiter und die 
Schulung von pädagogischen Fachkräften z. B. aus den Kindertageseinrichtungen für 2008 an. Im Tandem 
mit bereits erfahrenen Kursleitungen könnten diese die Zugänge zu Eltern mit besonderen Belastungen und 
auch zu Müttern und Vätern mit Migrationshintergrund erleichtern. Das Ziel aus dem Jahr 2006, mehr Väter 
zu erreichen, verfolgen wir weiter. Die geplante Anzahl der Elternkurse insgesamt konnte aufgrund der 
Fokussierung der Kindertageseinrichtungen auf andere Themen ( QM-Handbuch, personelle Veränderungen, 
Familienzentren, Bildungsdokumentation) und persönlichen Veränderungen von Kursleitern/-innen nicht voll 
erreicht werden.
Der Aufbau von Elternselbsthilfe zur Sicherung der Nachhaltigkeit soll von den Kursleitungen unterstützt 
werden, war aber bislang nicht im Modellprojekt kalkuliert. Im Anschluss an ¼ der Elternkurse hat es 
Nachtreffen von Eltern und Kursleitungen gegeben, die den Eltern ermöglichten weitere Fragen zu klären 
und dazu motivierten, in Selbsthilfe weitere Treffen zu organisieren. Im zweiten Quartal 2008 planen wir 
deshalb die Kurse mit 10 Einheiten zur Sicherung der nachhaltigen Wirksamkeit und Unterstützung privater 
Netzwerkbildung.
.
Die aus der Veränderung des §8a SGB VIII sich ergebenden Anforderungen für die Elternkursleiter und den 
Träger, setzen wir durch veränderte Honorarverträge, Informationen und kollegiale Beratungsmöglichkeiten 
für die Kursleiter sowie Verpflichtung zur kurzfristigen Inanspruchnahme einer Kinderschutzfachkraft  um.

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Bericht des Projektes: Sure Start – sichere Bindung von Anfang an  
 
1.  Konzept 
Ziel dieses präventiven Programms ist die Förderung der Babys und Kleinkinder von bildungs- und 
wirtschaftlich armen Müttern über die Stärkung einer liebevollen Mutter-Kind-Interaktion. Das Konzept 
setzt bei den Ressourcen der Mütter an. Einfache und verständliche Methoden werden genutzt, wie z. B. 
Videoaufzeichnungen, um das Verständnis der Mütter für die Entwicklung und Bedürfnisse ihres Kindes zu 
wecken und zu fördern. So werden die Mütter in ihrer Erziehungskompetenz positiv unterstützt. Sure start 
leistet einen Beitrag dazu, dass das Zusammenleben in der Familie gelingt, so dass auch Kinder aus sog. 
benachteiligten Verhältnissen die ihnen zustehenden Lern- und Entwicklungschancen erhalten. 
An beiden Standorten wird ein vierstündiges, wöchentliches Treffen (incl. Vor- und Nachbereitung, 
Auswertung) durchgeführt mit folgendem Ablauf: gemeinsames Frühstück – Gesprächsmöglichkeit: welche 
Probleme/Fragen gibt es?, Begrüßungsritual mit allen Kindern und Müttern, gemeinsames 
entwicklungsspezifisches Spielangebot für Kinder und Mütter, parallel dazu: individuelle Einzelförderung 
für Kind und Mutter durch zwei Mitarbeiterinnen, ca. 30 min. pro Kind, mit Foto-/Videodokumentation,  
Abschlussritual mit allen Kindern und Müttern. 
 
2.  Zielgruppe 
Babys und Kleinkinder von bildungs- und wirtschaftlich armen Eltern gemeinsam mit ihren Müttern  
In Gievenbeck  nehmen 14 - 16 Babys und  Geschwister-Kleinkinder mit ihren  9 -12 Müttern regelmäßig 
teil. Es sind deutsche und ausländische Mütter, verschiedener Nationalitäten. Die Frauen bringen 
unterschiedliche Problematiken mit: ungewollte oder frühe Schwangerschaft, wenig Geld.  
Lebenssituation: Alleinerziehend, gesundheitliche Beschwerden (körperliche und psychische), Kinder mit 
Verhaltensauffälligkeiten/ Entwicklungsverzögerungen (Behinderung?),  belastende Familiensituationen 
(z.B. Versorgung von Enkelkind, weil Tochter das eigene Kind nicht versorgen kann, Gewalt). In Coerde  
nehmen 14 -16 Babys und (Geschwister-)Kleinkinder mit ihren 9 – 12 Müttern regelmäßig teil. Zur Gruppe 
gehören viele Romafrauen, aber auch weitere Nationalitäten: persisch, indisch, deutsch und türkisch. 
Besondere Problemlagen in diesen Familien wie in Gievenbeck, zusätzlich: Familien mit vielen Kindern, 
Flüchtlingsstatus.   
 
3.  Erfahrungen und Ergebnisse 
Eine gemeinsame Erfahrung in beiden Stadtteilen ist, dass die Aquise der Zielgruppe sehr aufwendig war 
(unzählige Kooperationskontakte wurden genutzt), dennoch konnte die Zielgruppe gleich ab September 2005 
regelmäßig erreicht werden. Inzwischen ist  z.T. schon eine neue Müttergeneration nachgewachsen.  Sie 
nimmt sehr interessiert und dankbar teil, wenn eine Kontinuität der Treffen und der Begleitung gewährleistet 
ist. Deshalb ist die lückenlose Weiterfinanzierung des Projektes besonders wichtig. Die ressourcenorientierte 
Förderung ist nachhaltig, dies wird im Evaluationsbericht Prof. Dr. Bergs-Winkels im Einzelnen 
dokumentiert.  
Die Mütter:  
- erfahren z.T. erstmalig unterstützenden Kontakt zu dt. Frauen, zur deutschen Kultur (Sprache, Singen, 
Spielen, Feste),  
- verstehen die Signale des Babys und lernen unmittelbar und adäquat darauf zu reagieren 
(feinfühligkeitstraining),  
- üben den sog.“Baby Talks“, d.h.lernen u.a.in Lautsprache mit dem Kind zu sprechen und die 
Handlungen mit und am Kind zu kommentieren.  
- lassen sich auf gemeinsames Spielen mit ihrem Kind ein, sie verstehen, dass das Baby/Kleinkind hierfür 
kindgerecht angezogen sein sollte (Bewegungsfreiheit) – und verändern ihr Verhalten,   
- wenden neu erworbenes Verhalten im Alltag zu Hause an (z.B. ‚nicht schlagen‘) und berichten davon,  
- erfahren/erleben, dass  ihr Baby/Kleinkind kompetent ist  - Lernprozesse sind besonders erfolgreich über 
die Fotodokumentationen und Videorückmeldung

- sind z.T. Mehrfachmütter und  können sich in manchen Fällen zum ersten Mal auf eine intensive 
Beziehung zu ihrem Kind einlassen (Rückmeldung einer Mutter: ‚mein Kind liebt mich ja...‘),  
- erfahren Unterstützung bei Fragen/Problemen durch die Gruppe der anderen Mütter und die Leitung z.B. 
kindgerechte Ernährung, Erziehungsthemen, Gewalt in der Familie  - und geben sich gegenseitig Hilfen 
auch außerhalb der Treffen 
- akzeptieren präventive Hilfen, die sonst nie in Anspruch genommen hätten, wie Hebammenbetreuung, 
Erziehungsberatung 
- Gruppe in Coerde hat Interesse entwickelt, Deutsch zu lernen, und nimmt zusätzlich an einem 
familienpädagogischen Sprachkurs ein, der für sie eingerichtet wurde 
- Einzelne (Groß)Mütter, die eine freiwillige Auflage zur Teilnahme an Sure Start durch den KSD haben, 
werden durch die Projektarbeit unterstützt, ihre (Enkel)Kinder weiter zu Hause zu versorgen. 
Die Babys/Kleinkinder  profitieren von dieser Entwicklung der Mütter und vom sozialen Geschehen in der 
Gruppe. Folgende Entwicklungen der Kinder sind im Zusammenhang mit der Projektarbeit zu bewerten: 
- Die Romakinder werden in den ersten Lebensmonaten traditionell fest im Puck gewickelt. Dies wurde 
von den Müttern bald verändert nachdem sie bei Sure Start über Entwicklung des Babys und sein 
Bewegungsbedürfnis im ersten Lebensjahr Wissen erwerben konnten. Die Kinder erhalten vielfältige 
Anregungen, die die Frauen zu Hause umsetzen. Ältere Babys (8-12 Monate alt), die grobmotorisch eine 
Entwicklungsverzögerung aufwiesen, haben hier ihre Schwächen überraschend schnell ausgleichen 
können. 
- Die Kinder holen die Entwicklungsverzögerungen im feinmotorischen und sprachlichen Bereich schnell 
auf. 
- Entwicklungsverzögerungen sind ebenso im feinmotorischen Bereich zu beobachten. Viele Mütter ließen 
ihre Kinder nicht alleine essen wegen rigider Reinlichkeitsvorstellung. Durch das Aufzeigen von 
Alternativen und Experimentierfelder werden die Kinder und die Mütter zu neuen Erfahrungen ermutigt. 
Die Kinder holen die Entwicklungsverzögerungen  im feinmotorischen Bereich schnell auf. 
- Grundsätzlich wird bei Sure Start deutsch gesprochen. Es ist immer wieder nötig, diese Regel bei den 
Müttern ‚durchzusetzen‘. Die älteren Kinder sprechen spontan und immer besser deutsch. 
- Zahlreiche positive Einzel- Entwicklungen (Eifersucht, Aggressivität u.a.m. ) 
Die pädagogischen Teams 
- Kooperation ist in beiden Stadtteilen intensiv mit weiteren Hilfesystemen notwendig: Kinder- und 
FrauenärztInnen, Hebammen, KSD, Frühförderstelle, Gesundheitsamt, Erziehungsberatungsstellen, 
Schuldnerberatung, u.v.m. 
- Begleitung der Frauen außerhalb der Treffen ist erforderlich, z.T. um sie zur Teilnahme zu stärken, z.T. 
um sie zu weiteren Hilfen zu begleiten u.a.m.

Beratungsverlauf (1)

04.06.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 16 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Josefstraße 2

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0389/2008
Typ
Vorlagen
Datum
05.05.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37