V/0389/2008
Familien stärken - Eltern im Fokus präventiver Angebote
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Berichterstattung EB SÜD 2008
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„Präventionsgruppe für minderjährige Schwangere, junge Mütter und deren Kinder“ Konzept Das Angebot " Präventionsgruppe für minderjährige Schwangere, junge Mütter und deren Kinder" wird in der Beratungsstelle Südviertel e.V. in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien in Münster seit Dezember 2002 durchgeführt. Die praktische Umsetzung erfolgt im Rahmen zweier Gruppenangebote (Müttergruppe / Mutter -Kind- Gruppe), die j eweils einmal wöchentlich stattfinden. Bei Bedarf werden von den Fachkräften Einzeltermine angeboten um Themen zu bearbeiten, die den Rahmen der Gruppenarbeit übersteigen. Einmal im Jahr wird eine Familienfreizeit gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Inhalte der Gruppensitzungen: - Vermittlung von Wissen bezüglich Erziehungs- und Versorgungsfragen - Alltagsorganisation und -gestaltung mit Kind - Verselbständigung, Sorgeselbständigkeit, Entlastung - Gesundheitsvorsorge - Sexualität (Aufklärung/Verhütung) - Psychohygiene - Pflegen von Freundschaften, sozialen Kontakten - Partnerschaftsentwicklung und Familienplanung Zielgruppe: 8-10 junge schwangere Frauen/ Mütter und deren Kinder Ziele: für die jungen Mütter - sich an Bezugspersonen zu binden, Ansprache aushalten und teilnehmen - Tagesstruktur für sich und die Kinder entwickeln (Rituale und Abläufe) - Fähigkeiten bezüglich Säuglings- und Kinderpflege erlernen - Entwickeln von Kompetenzen im Bereich sozialer Interaktionen und Beziehungen, Selbststeuerung, Selbstwert- oder Gefühlsregulation - eine Identität als „junge Mutter“ herausbilden - Erziehungskompetenzen erlernen (Grenzen setzen, Regelverhalten üben, Loben etc.) - andere junge Mütter kennen lernen, um sich außerhalb der Gruppe zu treffen und auszutauschen, mit dem Ziel sich emotional zu entlasten - Unterstützung in ihrer Lebensplanung und -gestaltung erhalten - Unterstützung bei der Suche nach angemessenen beruflichen Perspektiven - Hilfe bei Freizeitplanung - Fähigkeiten im Umgang mit Behörden entwickeln die Kinder werden durch die Gruppenangebote - sicher an ihre Mütter und in einer sozialen Gruppe gebunden - angemessen versorgt und in ihrer Entwicklung gefördert - in ihren sozialen Kompetenzen mit anderen Kindern gefördert - im Erlernen von Regeln, Grenzen und Ritualen unterstützt Methoden Gesprächskreis, Psychoedukation, Selbsterfahrung, Rollenspiele, Freizeitaktivitäten, Körperarbeit, Werken und Basteln, Bildungsfahrten, Vorträge Erfahrungen und Ergebnisse: Bei fast allen teilnehmenden Müttern liegen Indikatoren sozialer Ausgrenzung vor und sie kommen aus Familien in riskanten Lebenslagen. Die G ruppenangebote werden kontinuierlich gut angenommen, die Teilnehmeranzahl ist steigend. Zurzeit sind alle Plätze belegt, es sind 8 Mütter im Alter von 19 bis 32 Jahren mit deren Kindern im Alter von 3 Monaten bis zu 2,5 Jahren in der Gruppe. Deutlich wird, dass klare Abläufe, Rituale und Struktur es den Müttern erleichtern sich zu öffnen. Zudem trägt auch noch die feste Gruppe zur Vertrauensbildung bei und ermöglicht es den Müttern in einem sicheren Rahmen von ihren Problemen zu berichten. Die jungen Mütter erfahren in der Gruppenarbeit, dass sie angenommen und verstanden werden und berichten, dass sie von der emotionalen Entlastung profitieren. Als förderlich erweist sich dabei die Aufteilung in eine Mutter -Kind Gruppe und eine Frauengruppe. Die abends stattfindende Frauengruppe wird noch intensiver für die Auseinandersetzung mit den Themen Partnerschaft und Familie genutzt, da die Aufmerksamkeit nicht immer auf die anwesenden Kinder mit gerichtet werden muss. Zum Projekt gehört eine Bildungsfreizeit pro Jah r. Die jungen Mütter fahren mit ihren Kindern, den Betreuerinnen und der Psychologin für 3 -4 Tage auf eine Nordseeinsel. Neben den sensitiven Erfahrungen der Elemente Sonne, Sand und Wasser für die Kinder werden die Mütter über mehrere Tage begleitet und i n ihrer Interaktion mit den Kindern wahrgenommen. Neben der Möglichkeit sich über einen langen Zeitraum durch die begleitenden Fachkräfte beraten zu lassen, wird die Bildungsfahrt für Auseinandersetzung mit Themen genutzt, die im Alltag oder in zwei Stunden Gruppenarbeit nicht benannt werden können. Die bisherigen Bildungsfreizeiten wurden sehr positiv bewertet und waren auch für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe von hoher Bedeutung. Es wird von einigen Müttern als Herausforderung beschrieben mit de n anderen Teilnehmern eine so lange Zeit am Stück gemeinsam zu verbringen. Und nicht zu vergessen erleben die jungen Mütter gemeinsam mit Ihren Kindern, die sonst keinen Urlaub machen können, durch die Bildungsfahrten ein Stück familiäre Normalität und soziale Teilhabe.
Beschlussvorlage
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V/0389/2008
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Betrifft
Familien stärken - Eltern im Fokus präventiver Angebote
Beratungsfolge
04.06.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der anliegende Bericht wird zur Kenntnis genommen.
2. Für den Zeitraum von drei Jahren - beginnend zum 01.08.2008 - werden jährlich 59.460 €
(Gesamtsumme für den Projektzeitraum: 178.380 €) aus der Produktgruppe Familienförde-
rung für fünf im Bereich der Prävention angesiedelten Einzelfall-Projekte zur Verfügung ge-
stellt.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, dem Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien zum
Ablauf des dreijährigen Förderzeitraums über die Ergebnisse zu berichten.
Vorlagen-Nr.:
V/0389/2008
Auskunft erteilt:
Frau Landenberger
Frau Thesing
Frau Trockel
Ruf:
492 58 76
492 51 57
492 51 12
E-Mail:
Landenberger@stadt-muenster.de
ThesingS@stadt-muenster.de
TrockelS@stadt-muenster.de
Datum:
19.05.2008
Öffentliche Beschlussvorlage
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II. Finanzierung/Mittelbereitstellung
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren:
Aufwendungen
Nr. Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkungen
Produktgruppe 0604 Familienförderung
Teilergebnisplan
(Zeile)
15 Transferaufwendun-
gen
2008
25.508,33
2009 60.120,00
2010 58.580,00
2011 34.171,67
Insgesamt: 178.380,00
Begründung:
1. Bericht
1.1 Das Modellprojekt
Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien hat gemeinsam mit freien Trägern der Jugendhilfe
ein dreijähriges Modellprojekt verschiedenster Konzeptansätze für unterschiedliche Zielgruppen
durchgeführt (vgl. V /0342/2005). Dabei bildete die Erprobung unterschiedlicher präventiver Ange-
bote und die Auseinandersetzung mit den Erfordernissen gelingender Prävention die Zielorientie-
rung.
Die Modellphase umfasst den Zeitraum 01.08.2005- 31.07.2008.
An dem Modellprojekt haben fünf Träger mit vier unterschiedlichen Angeboten teilgenommen.
− Deutscher Kinderschutzbund
„Starke Eltern - Starke Kinder“: gewaltfreie Erziehung durch Stär-
kung der Erziehungskompetenz der Eltern
− Caritasverband „Elterntraining für Mütter mit kleinen Kindern in Münster Süd-Ost“: Vermittlung
basaler Erziehungsfähigkeiten
− Anna Krückmann Haus „Sure Start“ (gemeinsames Projekt mit dem Haus der Familie): Förde-
rung der Babies und Kleinkinder über die Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung
− Haus der Familie
„Sure Start“ (gemeinsames Projekt mit dem Anna-Krückmann-Haus): Förde-
rung der Babies und Kleinkinder über die Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung
− Beratungsstelle Südviertel e.V
. „Präventionsgruppe für schwangere und minderjährige Mütter
und deren Kinder“: Schulung und Unterstützung der jungen Mütter in und bei der Versorgung
ihrer Kinder
Die Projekte wurden in eigener fachlicher Verantwortung der freien Träger durchgeführt.
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1.2 Qualitätszirkel
Ausgehend von der Beschlussvorlage „Familien stärken - Eltern im Focus präventiver Angebote -
ein dreijähriges Modellprojekt“– wurde parallel zu den Projekten ein Qualitätszirkel unter der Fe-
derführung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien eingerichtet. Die Laufzeit des Quali-
tätszirkels ist analog des Projektzeitraumes vom 01.08.2005 - 31.07.2008 angelegt. Der Qualitäts-
zirkel wurde sechsmal durchgeführt.
Die Teilnahme am Qualitätszirkel sicherte, neben dem individuellen Kompetenzausbau der Träger
im Bereich Prävention, eine fachliche Qualifizierung präventiver Arbeitsansätze für Familien in
Münster. Die Verortung der Träger in den verschiedenen Stadtteilen ermöglichte es, sozialräumli-
che Unterschiede zu analysieren. Eine genauere Kenntnis über die Zielgruppe und ihre Bedürfnis-
se erzeugte eine fachliche Differenzierung und Professionalisierung der Angebote. Indikatoren sind
dabei insbesondere die Erreichbarkeit von Familien und der Abbau von Schwellenängsten. Der
Erfahrungsaustausch der Träger untereinander wurde angeregt. Die Ergebnisse und Erfahrungen
aus dem Modellprojekt wurden in einem dialogischen Prozess zusammengetragen und ausgewer-
tet.
1.3 Ergebnisse des begleitenden Controllingprozesses
Um die Qualität der ausgewählten Präventionsprogramme zu erfassen und zu sichern, wurden alle
Angebote während der gesamten Projektlaufzeit durch einen Controllingprozess begleitet. Die in-
haltliche Ausgestaltung dieses Controllingprozesses wurde mit den Beteiligten im Qualitätszirkel
erarbeitet.
Handlungsleitend waren die drei grundsätzlichen Zielrichtungen des Modellprojekts:
Eltern in ihrem Erziehungsalltag unterstützen
Frühzeitigen Zugang zu Familien finden
Familien mit besonderen Belastungsfaktoren erreichen
Zur Operationalisierung der Ziele wurden Indikatoren gebildet, anhand derer am Ende des Projekt-
zeitraums der Erfolg des einzelnen Präventionsprogramms gemessen wurde. Alle Indikatoren wur-
den gemeinsam mit weiteren Punkten zu Fragen umformuliert, die in einem Fragebogen zusam-
mengefasst und von den Teilnehmer/-innen beantwortet wurden. Die folgenden Ergebnisse wur-
den trägerspezifisch ausgewertet und im Qualitätszirkel besprochen, werden an dieser Stelle aber
als Gesamtergebnis abgebildet.
Insgesamt haben sich 291 Teilnehmer/-innen an den vier verschiedenen Gruppenangeboten betei-
ligt. 194 Fragebögen wurden von den Trägern zurückgesandt und bilden somit die Grundlage für
die Auswertungsergebnisse. Diese werden im Folgenden in Verbindung mit den für die jeweilige
Zielrichtung entwickelten Indikatoren dargestellt.
1.3.1 Eltern in ihrem Erziehungsalltag unterstützen
Das Ziel, Eltern in ihre
m Erziehungsalltag zu unterstützen, wurde an folgenden Indikatoren fest-
gemacht:
Allgemeine Bewertung des Gruppenangebots durch die Teilnehmer/-innen auf einer Schulno-
tenskala von 1 bis 6
Bewertung des Gruppenangebots hinsichtlich des Lernerfolgs:
- Wurde mehr Sicherheit im Umgang mit dem Kind erlangt?
- Wurde etwas Neues über das Kind gelernt?
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Die meisten Teilnehmer/-innen bewerteten das jeweilige Präventionsangebot im oberen Drittel der
Skala und drückten dadurch eine hohe Zufriedenheit mit der von ihnen besuchten Gruppe aus.
Lediglich jede/r fünfte Teilnehmer/-in zeigte sich durchschnittlich zufrieden. Schlechte Bewertun-
gen in der unteren Hälfte der Schulnotenskala kamen nur sehr vereinzelt vor.
175 Teilnehmer/-innen gaben an, durch das Präventionsangebot mehr Sicherheit im Umgang mit
ihrem Kind erlangt zu haben. Diese Anzahl entspricht einer Quote von über 90 %. Annähernd e-
benso viele Teilnehmer/-innen (88 %) benannten, dass sie durch die Teilnahme an der Gruppe
Neues über ihr Kind gelernt hätten.
1.3.2 Frühzeitigen Zugang zu Familien finden
Für dieses Z
iel wurden folgenden Indikatoren festgelegt:
Alter des Kindes/des jüngsten Kindes bei Besuch des Gruppenangebots unter 3 Jahren
Existenz anderer „Helfer“ bzw. öffentlicher Hilfen im Familiensystem
Hinsichtlich des ersten Indikators wurden unterschiedliche Ausprägungen der Präventionspro-
gramme deutlich. Während drei Gruppenangebote Teilnehmer/-innen mit sehr jungen Kindern er-
reichten
1, fühlten sich von dem vierten Angebot 2 größtenteils Teilnehmer/-innen mit älteren Kin-
dern angesprochen. Entsprechend verteilt war auch die Altersstruktur der Teilnehmer/-innen
selbst. Die Teilnehmer/-innen mit sehr jungen Ki ndern waren deutlich jünger als die Teilnehmer/-
innen mit älteren Kindern.
Der zweite Indikator konnte nicht ausgewertet werden, da die Antworten auf die dazugehörende
Frage uneindeutig ausfielen.
1.3.3 Familien mit besonderen Belastungsfaktoren erreichen
Zu diesem
Ziel wurden zunächst Indikatoren gebildet, die einzeln betrachtet Hinweise auf Belas-
tungssituationen von Familien benannten. Vereinbart wurde, erst dann von „Familien mit besonde-
ren Belastungsfaktoren“ zu sprechen, wenn in einer Familie zwei oder mehr der folgenden Krite-
rien zutreffen:
Zuwanderungsgeschichte
3 Kinder unter 6 Jahren oder 4 Kinder unter 10 Jahren
Leistungsbezug nach SGB II oder SGB XII (ganz oder ergänzend)
Teilnehmer/-in besitzt keinen Schulabschluss
Mutter ist bei der Geburt des ersten Kindes unter 20 Jahre
Alleinerziehend
Die Auswertung ergab, dass der Anteil der Teilnehmer/-innen mit besonderen Belastungsfaktoren
bei 36 % lag. Es zeigte sich, dass sich die verschiedenen Gruppenangebote in diesem Punkt of-
fensichtlich an unterschiedliche Zielgruppen richteten. Während zwei Präventionsprogramme eine
Quote von 66 % bzw. 79 % erreichten, waren in den anderen beiden Gruppen 21 % bzw. 27 %
dieser Personengruppe zuzuordnen.
1 Sure Start, Oase, Präventionsgruppe für jungen schwangere und minderjährige Mütter und deren Kinder
2 Starke Eltern- Starke Kinder
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1.4 Schlussfolgerungen
Neben den individuellen, projektbezogenen Berichten (siehe Anlage), können aufgrund der pro-
jektbezogenen Erfahrungen folgende Aussagen übereinstimmend getroffen werden:
Im Hinblick auf die Erreichbarkeit von Familien erwe ist es sich als notwendig, präventive Hilfen
quartiersbezogen auszurichten. Die Standortwahl ist ein maßgeblicher Aspekt für die Realisierung
von niederschwelligen Hilfen. Zum Standort gehören Gesichtspunkte wie die Räumlichkeiten, in
denen das Angebot stattfindet, die Nähe zu den Wohnungen, in denen die Familien leben, Brü-
ckenpersonen im Stadtteil oder auch die institutionelle Verankerung des Angebotes vor Ort. Gera-
de für Familien mit besonderen Belastungen gilt, dass bekannte Personen/ Institutionen und Orte,
die bereits als hilfreich bei der Bewältigung des Alltags erlebt wurden, Angst nehmen können und
den Zugang zu den Angeboten erleichtern.
Die Bandbreite, ein Angebot zu bewerben, ist vielfältig. Zugänge wurden über Wurfzettel, Flyer,
Werbung in der Tageszeitung, persönliche Ansprache, den Kommunalen Sozialdienst, Brücken-
personen im Stadtteil, Institutionen im Stadtteil (z.B. Kindertageseinrichtungen, Jugendeinrichtun-
gen) sowie Kinderärzte und Gynäkologen hergestellt. Es gibt kein eindeutiges, erfolgreiches Ak-
quisemodell. Die Gegebenheiten vor Ort müssen erforscht und für die Akquise genutzt werden. Die
Akquise der Familien erfolgt nach den individuellen Bedingungen vor Ort und erfordert sehr flexible
und kreative Lösungen. Zudem ist eine fortwährende Werbung für das Angebot erforderlich. Die
Werbung für Angebote durch die Zeitung eignet sich ausschließlich für bildungsnahe Familien.
Die Bindungen und Beziehungen zwischen Eltern und Kindern zu fördern, erfordert auch
eine Beziehungsarbeit zwischen den Fachkräften und den Eltern. Neben dem „Kernange-
bot“ benötigen gerade Familien mit besonderen Belastungsfaktoren eine immer wiederkeh-
rende Ansprache und Motivation. Auch eine sporadische einzelbezogene Begleitung und
Unterstützung kann erforderlich sein, um eine Kontinuität der Teilnahme zu sichern und auf
individuelle Problemstellungen der Familien einzugehen.
2. Weiteres Verfahren
Der Nutzen eines Modellprojekts liegt in der Erprobung der Wirksamkeit, der sinnvollen Ausrich-
tung, der Effektivität und der Effizienz neuer fachlicher Ansätze.
In den vergangenen drei Jahren wurde genau dies hinsichtlich der fachlichen Ansätze der vier An-
gebote innerhalb des Modellprojekts getan.
Die in diesem Zeitraum gewonnenen Erfahrungen, die Erkenntnisse des fachlichen Controllings
des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien und der bezüglich des Projekts „Sure Start“
durchgeführten externen Evaluation, wurden genutzt, um die Angebote weiterzuentwickeln oder
passgenauer auszurichten.
In Perspektivgesprächen wurden mit allen Beteiligten die zum Teil notwendigen Modifikationen
besprochen und gemeinsam beschlossen.
Alle Angebote sollen für zunächst drei Jahre unter den veränderten Bedingungen fortgesetzt wer-
den. Die Evaluation der Projekte hinsichtlich ihrer Wirksamkeit wird weiter geführt. Nach Ablauf der
drei Jahre wird im Dialog mit den freien Trägern eine Verstetigung der Projekte angestrebt.
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Die Projekte im Einzelnen:
2.1 Alltagspräsente Erziehungsberatung des Caritasverbandes
Das im primärpräventiven Bereich angesiedelte Projekt „OASE“ wurde im Sinne einer fachlichen
Weiterentwicklung neu konzipiert. Dieses Angebot wird als zusätzliche Ressource der Erziehungs-
beratungsstelle in Hiltrup des Caritasverbandes organisiert.
Zielgruppe des erweiterten Konzepts sind Familien, deren Ressourcen zur Inanspruchnahme der
klassischen Erziehungsberatung zur Steigerung der Erziehungskompetenzen nicht ausreichen, die
sich jedoch aufgrund der vorhandenen Ressourcen im Vorfeld von ambulanten Hilfen bewegen. Im
Kontext von Niedrigschwelligkeit bedarf diese im präventiven Bereich angesiedelte intensive Er-
ziehungsberatung keines geregelten Hilfeplanverfahrens. Der Zugang ist zum einen offen, zum
anderen erfolgt er über den Kommunalen Sozialdienst. Dieser kann die fachliche Kompetenz der
Erziehungsberatungsstelle auch in Form von Fallbesprechungen abrufen.
Das Beratungs- und Unterstützungsangebot nutzt die in der Erziehungsberatungsstelle vorhande-
ne fachliche Kompetenz passgenau für den Bereich der Prävention in der Jugendhilfe.
Jährliche Kosten Gesamtkosten
12.000 € 36.000 €
2.2 „Starke Eltern – starke Kinder“- Kinderschutzbund
Die Elternkurse „Starke Eltern – starke Kinder“ des Deutschen Kinderschutzbundes OV Münster
werden zukünftig in Kooperation mit den Familienzentren und, an einem noch festzulegenden Mo-
dellstandort, in Kooperation mit einer Offenen Ganztagsgrundschule durchgeführt. Orte, an denen
sich Kinder und somit auch Eltern vermehrt aufhalten. Mit der veränderten Akquise der Zielgruppe
sollen die vorteilhaften strukturellen Rahmenbedingungen zu einer hohen Auslastung der Kurse
führen. So können möglichst viele Familien von dem Angebot partizipieren.
Jährliche Kosten Gesamtkosten
9.240 € 27.720 €
2.3 „ Sure Start“- Anna Krückmann Haus und Haus der Familie
Im Bereich der universellen Prävention bewegt sich das Angebot „Sure Start“ des Hauses der Fa-
milie und des Anna Krückmann Hauses. Das Angebot wird an beiden Standorten in den Stadtteilen
Gievenbeck und Coerde weitergeführt. Zukünftig wer den die Kurse mit mindestens acht bis zwölf
Müttern und ihren Babys / Kleinkindern durchgeführt.
Die Kinderbetreuung wird künftig statt eigener Angebote die Aufgabe wahrnehmen, die nicht insti-
tutionell betreuten Geschwisterkinder der teilnehmenden Babys und Kleinkinder, an eine KiTa her-
anzuführen. Durch Gespräche, Kontaktaufnahme zu der entsprechenden KiTa und Probebesuche
in der KiTa sollen Ressentiments der Mütter gegenüber der institutionellen Kindertagesbetreuung
abgebaut werden. Die Weiterentwicklung der fachlichen Ausrichtung dieser Aufgabe versus der
partiellen, zum Angebot begleitenden Betreuung, erhöht die Chancen der frühen Förderung und
somit der frühkindlichen Bildung dieser Kinder. Dieser Aufgabenbereich soll zunächst bis Mitte
2009 in o.g. Form wahrgenommen werden.
Jährliche Kosten pro Standort Gesamtkosten
1. Jahr 13.990 €3
2. + 3. Jahr jeweils 12.670 € 78.660 €
3 Kinderbetreuung nur im ersten Jahr
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2.4 „Präventionsgruppe für minderjährige Schwangere, junge Mütter und deren Kinder“
Seit Dezember 2002 hält die Beratungsstelle Südviertel das Angebot „Präventionsgruppe für min-
derjährige Schwangere, junge Mütter und deren Kinder“ vor. Retrospektiv betrachtet, zeigt der Mo-
dellzeitraum die hohe Passgenauigkeit bezogen auf die Zielgruppe junger Mütter dieses Angebo-
tes. Die bereits in der Evaluation des Fachlic hen Controllings des Amtes für Kinder, Jugendliche
und Familien von 2004 herausgestellten Kernaussagen haben sich auch hier bestätigt. Die kon-
zeptionelle Ausrichtung des Angebots bleibt somit in der vorliegenden Form erhalten.
Jährliche Kosten Gesamtkosten
12.000 € 36.000 €
2.5 Fazit
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Ziele dieses dreijährigen Modellprojektes in allen Pro-
jekten erreicht wurden. Besonders hervorzuheben ist, dass sich hier präventive Arbeitsansätze
weiterentwickelt haben, die auch perspektivisch den präventiven Bereich in der Jugendhilfe stär-
ken und bereichern werden.
I.V.
gez.
Dr. Hanke
Anlagen:
1. Projektberichte der Träger
Oase_CV
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Caritasverband für die Stadt Münster e. V.
Josefstraße 2, 48151 Münster
Oase_CV.doc
___________________________________________________
1. Standort, Konzept und Ziele:
Das Präventionsangebot der Caritas Münster fand bis Ende des Jahres 2007 in den Räumen
der ev. Friedenskirchengemeinde in Münster-Gremmendorf statt. Seit Januar 2008 trifft sich
die Gruppe im Familienzentrum St. Bernhard in Münster-Angelmodde.
Die Gruppe ist als niederschwelliges Präventionsprojekt (Mütterberatung/offener Treffpunkt
für Mütter mit kleinen Kindern) konzipiert. Die Gruppe trifft sich einmal wöchentlich vormit-
tags (zusätzlich Elternabende).
Ziele: - Die Ressourcen der Mütter aufgreifen, si e fördern und ermutigen
- Ein soziales Netz im Sozialraum knüpfen
- Informationen und Rückmeldungen für die Mütter in Fragen des Umgangs mit
den Kindern und anderen alltagspraktischen Frag en zu geben
2. Teilnehmerinnen:
• Bislang nahmen 27 Mütter und 29 Kinder am Angebot teil.
• Zugang: durch Flyer: 4, andere Mütter/Mundpropagan da: 9, Kinderärzte: 4, KSD: 2,
Kitas: 5, Ansprechpartnerinnen im Sozialraum: 3 (Hebamme, Caritas vor Ort Beratungs-
stelle, Pfarrer)
3. Erfahrungen/Ergebnisse:
• Die Gruppe ist als offener Treff konzipiert, der ü berwiegende Anteil von Müttern (85 %)
nahm jedoch regelmäßig (in Abhängigkeit vom Alter des Kindes), bis über ein Jahr lang
teil.
• Die wöchentlichen Treffen zeigten eine wiederkehre nde Struktur. Der Ablauf ermöglichte
altersgemäße Spiel- und Interaktionssequenzen sowie Beobachtungseinheiten des Inter-
aktionsverhaltens mit anschließender Rückmeldung über gelungene mütterliche Feinfüh-
ligkeit.
• Ein wichtiger unterstützender Faktor war der indiv iduelle Kontakt der Gruppenleiterinnen
zu den Teilnehmerinnen auch außerhalb der Gruppentreffen. So benötigten insbesonde-
re die jungen Mütter (18, 19 Jahre) anfangs regelmäßige Telefonkontakte und auch
Hausbesuche, um ihre Motivation zur Teilnahme zu erhöhen.
• Ein nachhaltiges Ergebnis ist das soziale Netzwerk , das für nahezu alle Mütter entstan-
den ist. 89 % der Mütter gaben an, dass sie auch außerhalb der Gruppentreffen unter-
einander Kontakt geknüpft hatten. Auch die mündlichen Rückmeldungen der Mütter
sprachen von den zunehmend privaten und unterstützenden Kontakten, die die Mütter
aus ihrer sozialen Isolation heraus führten.
• Die Mütter betonten Lernerfahrungen in den Bereich en: gesunde Ernährung, sprachliche
Entwicklung, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, allgemeine Entwicklungsfragen und
Schlafverhalten.
• Deutlich wurde auch der positive Gruppeneffekt für die Mütter und Kinder, der zur Entlas-
tung durch das Teilen von Erfahrungen beitrug (auch andere Kinder schlafen noch nicht
durch, träumen schlecht, sind noch nicht trocken, schreien oder trotzen). Auch durch das
Modelllernen profitierten die Mütter vom Gruppenangebot.
• Die Kinder profitierten durch die Interaktion mit anderen Kindern in vielen Bereichen ihrer
Entwicklung, vorrangig in ihrem Sprach- und Sozialverhalten. Die Mütter, die die wach-
senden Kompetenzen bei ihren Kindern wahrnahmen, konnten angemessener auf deren
Bedürfnisse eingehen.
Mutter-Kind-Treff im Südosten Münsters
Seite 2 des Aktenvermerkes vom
Caritasverband für die Stadt Münster e. V.
Josefstraße 2, 48151 Münster
Oase_CV.doc
• Vermittlung weiter gehender Hilfen: Zwei Mütter mi t hohem Hilfebedarf konnten unter-
stützt werden, weitere Hilfe (SPFH) in Anspruch zu nehmen. Drei Mütter wurden ermu-
tigt, ihre Schulausbildung wieder aufzunehmen oder an einem Sprachkurs teilzunehmen.
Zwei Mütter konnten zur Schuldnerberatung vermittelt werden, zwei Mütter wurden in a-
kuter Trennungssituation zur Trennungs- und Scheidungsberatung vermittelt.
4.Resümee:
Es zeigte sich, dass die Teilnehmerinnen zum Großteil im direkten räumlichen Umfeld des
Treffpunktes in der ev. Friedenskirchengemeinde wohnten. Trotz intensiver und wiederholter
Informationsarbeit (bei Ärzten, Hebammen, Kitas) waren Mütter, die im gleichen Stadtteil,
aber in einem anderen Wohnquartier wohnten, nicht gut zu erreichen.
In der ersten Gruppenphase wurde die Gruppe auch von Müttern besucht, die vordergründig
nicht zur Zielgruppe der sozial benachteiligten Menschen gehörten. Auch bei diesen Teil-
nehmerinnen zeigten sich Unterstützungsbedarfe in Umgang und Förderung der Kinder.
Um die Präsenz der Gruppe in der Wahrnehmung junger Mütter, die zum Kreis der sozial
benachteiligten Menschen zählen zu erhöhen, ist die OASE seit Januar 2008 in das Famili-
enzentrum St. Bernhard umgezogen. Die aktuelle Zusammensetzung der Gruppe (9 Mütter
und 11 Kinder) zeigt, dass nun mehr Familien mit besonderen Belastungsfaktoren erreicht
werden.
Münster, 08.02.2008
i.A. gez. Dr. Ralf Kaisen
i.A. gez. Johannes Röttgen
DKSB QZ Modellprojekt 2008
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Elternkurse „Starke Eltern –starke Kinder“® des DKSB OV Münster im Rahmen des Modellprojektes „Familien stärken“ Der Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder“® des Deutschen Kinderschutzbundes ist ein präventives Angebot. Ziel des Elternkurses ist es, Mütter und Väter zu stärken, sie angemessen über die Grundlagen für ein gutes Aufwachsen ihrer Kinder und über gewaltfreie Erziehung zu informieren, mit ihnen Handwerkszeug für die tägliche Erziehungspraxis einzuüben und alters- und entwicklungsangemessene Spielräume und Grenzen für Kinder zu entwickeln. Aus Forschungsberichten wissen wir, dass ein wesentlicher Faktor für eine positive kindliche Entwicklung die individuelle Anerkennung und Wertschätzung des Kindes ist. Deshalb beginnen unsere Elternkurse mit dem Motto: „Achte auf die positiven Seiten deines Kindes!“ Kinder, denen ihre Eltern eine klare Orientierung geben, haben ein positiveres Selbstbild und zeigen weniger Problemverhalten. Sie sind weniger depressiv, ängstlich oder aggressiv. Sie zeigen bessere Schulleistungen und haben bessere Beziehungen zu Gleichaltrigen. Eltern üben u.a. im Elternkurs: Zuneigung zeigen, Bedürfnisse erkennen, ausdrücken und in die Balance bringen, Entwicklungspotentiale erkennen und Freiräume gewähren, Kompetenzentwicklung fördern und unangemessenes Verhalten begrenzen. (vgl. Stärkung familialer Beziehungs- und Erziehungskompetenz, Kurzfassung eines Gutachtens des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, BMFSFJ, April 2005) Das Konzept: Der Elternkurs basiert auf dem Modell der anleitenden Erziehung, dem im § 1631 Abs. 2 BGB verankerten Recht des Kindes und auf der UN-Konvention über die Rechte des Kindes (besonders: Artikel 5: Pflichten der Eltern; Artikel 9: Elterliche Sorge und Nicht-Trennung von den Eltern; Artikel 19: Schutz vor Gewalt; Artikel 12/13: Recht auf Gehör/freie Meinungsäußerung, Artikel 42: Bekanntmachung der Konvention). Der zeitliche Umfang des Elternkurses beträgt im Modellprojekt 9-10 Kurseinheiten ( jeweils 3 Ustd.) . Die Gruppengröße beträgt zwischen 8 und 14 Teilnehmer/-innen. Die Wirkung des Elternkurses Starke Eltern – Starke Kinder® des Deutschen Kinderschutzbundes beruht auch auf dem Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppe und der praktischen Umsetzung im familialen Kontext durch Wochenaufgaben. Die Wirksamkeit aller Elternkurses „Starke Eltern –starke Kinder“® des DKSB wird systematisch überprüft. Bei Bedarf gestalten wir die Übergänge fließend zu anderen Hilfen oder Trägern der Jugendhilfe. Die Zielgruppe: Zielgruppe waren im Modellprojekt Eltern mit min. einem Kind im Kindergartenalter. In Kooperation mit Kindertageseinrichtungen wurden insbesondere Eltern mit besonderen Belastungen auf den Kurs hingewiesen. Bei der Anmeldung wurde auf die Überprüfung dieser Kriterien verzichtet, um den Zugang möglichst niedrigschwellig zu halten. Die Erfahrungen/ Ergebnisse: Die Effekte des Kurses wurden auch von den Eltern positiv beurteilt, die ihre Erziehungsfähigkeit oder ihre familiären Ressourcen zu Beginn als besonders eingeschränkt beschrieben hatten. Mütter und Väter beschrieben, dass sie bereits während der ersten Kurswochen wieder mehr Freude mit den Kindern erleben und der Erziehungsalltag stressfreier ist. Die Elternkurse führen wir mit dem Ziel durch, dass Eltern auch im Anschluss an den Kurs schwierige erzieherische Situationen gut bewältigen können. Der überwiegende Teil der Eltern (80-85 %) fühlte sich dafür ausreichend gestärkt. Um verstärkt Zielgruppen mit besonderen Belastungen zu erreichen, hat der Kinderschutzbund Landesverband NRW ergänzende Manuale zum Elternkurs für die Arbeit mit so genannten „bildungsfernen“ Eltern (Elternkurs – ganz praktisch) erarbeitet. Übersetzungen des Elternkurses sind u. a. in russischer und türkischer Sprache im DKSB BV erarbeitet worden. Das Ziel, jedes Jahr einen bilingualen Kurs durchzuführen, beginnend mit einem Familienwochenende in einem Bildungshaus, konnte nach dem guten Start aufgrund der veränderten Landesförderung für Weiterbildung nicht weiter fortgeführt werden. Mit einem veränderten Konzept in Kooperation vor Ort hoffen wir, dies in 2008 realisieren zu können. In Münster streben wir, begründet aus den Erfahrungen der Kurssituationen des letzten Jahres, die Umsetzung der „Elternkurse – ganz praktisch“ durch weitere Qualifizierung der Elternkursleiter und die Schulung von pädagogischen Fachkräften z. B. aus den Kindertageseinrichtungen für 2008 an. Im Tandem mit bereits erfahrenen Kursleitungen könnten diese die Zugänge zu Eltern mit besonderen Belastungen und auch zu Müttern und Vätern mit Migrationshintergrund erleichtern. Das Ziel aus dem Jahr 2006, mehr Väter zu erreichen, verfolgen wir weiter. Die geplante Anzahl der Elternkurse insgesamt konnte aufgrund der Fokussierung der Kindertageseinrichtungen auf andere Themen ( QM-Handbuch, personelle Veränderungen, Familienzentren, Bildungsdokumentation) und persönlichen Veränderungen von Kursleitern/-innen nicht voll erreicht werden. Der Aufbau von Elternselbsthilfe zur Sicherung der Nachhaltigkeit soll von den Kursleitungen unterstützt werden, war aber bislang nicht im Modellprojekt kalkuliert. Im Anschluss an ¼ der Elternkurse hat es Nachtreffen von Eltern und Kursleitungen gegeben, die den Eltern ermöglichten weitere Fragen zu klären und dazu motivierten, in Selbsthilfe weitere Treffen zu organisieren. Im zweiten Quartal 2008 planen wir deshalb die Kurse mit 10 Einheiten zur Sicherung der nachhaltigen Wirksamkeit und Unterstützung privater Netzwerkbildung. . Die aus der Veränderung des §8a SGB VIII sich ergebenden Anforderungen für die Elternkursleiter und den Träger, setzen wir durch veränderte Honorarverträge, Informationen und kollegiale Beratungsmöglichkeiten für die Kursleiter sowie Verpflichtung zur kurzfristigen Inanspruchnahme einer Kinderschutzfachkraft um.
Sure Start_HdF_AKH
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Bericht des Projektes: Sure Start – sichere Bindung von Anfang an 1. Konzept Ziel dieses präventiven Programms ist die Förderung der Babys und Kleinkinder von bildungs- und wirtschaftlich armen Müttern über die Stärkung einer liebevollen Mutter-Kind-Interaktion. Das Konzept setzt bei den Ressourcen der Mütter an. Einfache und verständliche Methoden werden genutzt, wie z. B. Videoaufzeichnungen, um das Verständnis der Mütter für die Entwicklung und Bedürfnisse ihres Kindes zu wecken und zu fördern. So werden die Mütter in ihrer Erziehungskompetenz positiv unterstützt. Sure start leistet einen Beitrag dazu, dass das Zusammenleben in der Familie gelingt, so dass auch Kinder aus sog. benachteiligten Verhältnissen die ihnen zustehenden Lern- und Entwicklungschancen erhalten. An beiden Standorten wird ein vierstündiges, wöchentliches Treffen (incl. Vor- und Nachbereitung, Auswertung) durchgeführt mit folgendem Ablauf: gemeinsames Frühstück – Gesprächsmöglichkeit: welche Probleme/Fragen gibt es?, Begrüßungsritual mit allen Kindern und Müttern, gemeinsames entwicklungsspezifisches Spielangebot für Kinder und Mütter, parallel dazu: individuelle Einzelförderung für Kind und Mutter durch zwei Mitarbeiterinnen, ca. 30 min. pro Kind, mit Foto-/Videodokumentation, Abschlussritual mit allen Kindern und Müttern. 2. Zielgruppe Babys und Kleinkinder von bildungs- und wirtschaftlich armen Eltern gemeinsam mit ihren Müttern In Gievenbeck nehmen 14 - 16 Babys und Geschwister-Kleinkinder mit ihren 9 -12 Müttern regelmäßig teil. Es sind deutsche und ausländische Mütter, verschiedener Nationalitäten. Die Frauen bringen unterschiedliche Problematiken mit: ungewollte oder frühe Schwangerschaft, wenig Geld. Lebenssituation: Alleinerziehend, gesundheitliche Beschwerden (körperliche und psychische), Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten/ Entwicklungsverzögerungen (Behinderung?), belastende Familiensituationen (z.B. Versorgung von Enkelkind, weil Tochter das eigene Kind nicht versorgen kann, Gewalt). In Coerde nehmen 14 -16 Babys und (Geschwister-)Kleinkinder mit ihren 9 – 12 Müttern regelmäßig teil. Zur Gruppe gehören viele Romafrauen, aber auch weitere Nationalitäten: persisch, indisch, deutsch und türkisch. Besondere Problemlagen in diesen Familien wie in Gievenbeck, zusätzlich: Familien mit vielen Kindern, Flüchtlingsstatus. 3. Erfahrungen und Ergebnisse Eine gemeinsame Erfahrung in beiden Stadtteilen ist, dass die Aquise der Zielgruppe sehr aufwendig war (unzählige Kooperationskontakte wurden genutzt), dennoch konnte die Zielgruppe gleich ab September 2005 regelmäßig erreicht werden. Inzwischen ist z.T. schon eine neue Müttergeneration nachgewachsen. Sie nimmt sehr interessiert und dankbar teil, wenn eine Kontinuität der Treffen und der Begleitung gewährleistet ist. Deshalb ist die lückenlose Weiterfinanzierung des Projektes besonders wichtig. Die ressourcenorientierte Förderung ist nachhaltig, dies wird im Evaluationsbericht Prof. Dr. Bergs-Winkels im Einzelnen dokumentiert. Die Mütter: - erfahren z.T. erstmalig unterstützenden Kontakt zu dt. Frauen, zur deutschen Kultur (Sprache, Singen, Spielen, Feste), - verstehen die Signale des Babys und lernen unmittelbar und adäquat darauf zu reagieren (feinfühligkeitstraining), - üben den sog.“Baby Talks“, d.h.lernen u.a.in Lautsprache mit dem Kind zu sprechen und die Handlungen mit und am Kind zu kommentieren. - lassen sich auf gemeinsames Spielen mit ihrem Kind ein, sie verstehen, dass das Baby/Kleinkind hierfür kindgerecht angezogen sein sollte (Bewegungsfreiheit) – und verändern ihr Verhalten, - wenden neu erworbenes Verhalten im Alltag zu Hause an (z.B. ‚nicht schlagen‘) und berichten davon, - erfahren/erleben, dass ihr Baby/Kleinkind kompetent ist - Lernprozesse sind besonders erfolgreich über die Fotodokumentationen und Videorückmeldung - sind z.T. Mehrfachmütter und können sich in manchen Fällen zum ersten Mal auf eine intensive Beziehung zu ihrem Kind einlassen (Rückmeldung einer Mutter: ‚mein Kind liebt mich ja...‘), - erfahren Unterstützung bei Fragen/Problemen durch die Gruppe der anderen Mütter und die Leitung z.B. kindgerechte Ernährung, Erziehungsthemen, Gewalt in der Familie - und geben sich gegenseitig Hilfen auch außerhalb der Treffen - akzeptieren präventive Hilfen, die sonst nie in Anspruch genommen hätten, wie Hebammenbetreuung, Erziehungsberatung - Gruppe in Coerde hat Interesse entwickelt, Deutsch zu lernen, und nimmt zusätzlich an einem familienpädagogischen Sprachkurs ein, der für sie eingerichtet wurde - Einzelne (Groß)Mütter, die eine freiwillige Auflage zur Teilnahme an Sure Start durch den KSD haben, werden durch die Projektarbeit unterstützt, ihre (Enkel)Kinder weiter zu Hause zu versorgen. Die Babys/Kleinkinder profitieren von dieser Entwicklung der Mütter und vom sozialen Geschehen in der Gruppe. Folgende Entwicklungen der Kinder sind im Zusammenhang mit der Projektarbeit zu bewerten: - Die Romakinder werden in den ersten Lebensmonaten traditionell fest im Puck gewickelt. Dies wurde von den Müttern bald verändert nachdem sie bei Sure Start über Entwicklung des Babys und sein Bewegungsbedürfnis im ersten Lebensjahr Wissen erwerben konnten. Die Kinder erhalten vielfältige Anregungen, die die Frauen zu Hause umsetzen. Ältere Babys (8-12 Monate alt), die grobmotorisch eine Entwicklungsverzögerung aufwiesen, haben hier ihre Schwächen überraschend schnell ausgleichen können. - Die Kinder holen die Entwicklungsverzögerungen im feinmotorischen und sprachlichen Bereich schnell auf. - Entwicklungsverzögerungen sind ebenso im feinmotorischen Bereich zu beobachten. Viele Mütter ließen ihre Kinder nicht alleine essen wegen rigider Reinlichkeitsvorstellung. Durch das Aufzeigen von Alternativen und Experimentierfelder werden die Kinder und die Mütter zu neuen Erfahrungen ermutigt. Die Kinder holen die Entwicklungsverzögerungen im feinmotorischen Bereich schnell auf. - Grundsätzlich wird bei Sure Start deutsch gesprochen. Es ist immer wieder nötig, diese Regel bei den Müttern ‚durchzusetzen‘. Die älteren Kinder sprechen spontan und immer besser deutsch. - Zahlreiche positive Einzel- Entwicklungen (Eifersucht, Aggressivität u.a.m. ) Die pädagogischen Teams - Kooperation ist in beiden Stadtteilen intensiv mit weiteren Hilfesystemen notwendig: Kinder- und FrauenärztInnen, Hebammen, KSD, Frühförderstelle, Gesundheitsamt, Erziehungsberatungsstellen, Schuldnerberatung, u.v.m. - Begleitung der Frauen außerhalb der Treffen ist erforderlich, z.T. um sie zur Teilnahme zu stärken, z.T. um sie zu weiteren Hilfen zu begleiten u.a.m.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Josefstraße 2
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0389/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 05.05.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37