V/0838/2005
Antrag Nr. A-R/0037/2005 der Fraktion UWG/ödp "Familiengerechtes Wachstum unserer Stadt fördern"
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Beschlussvorlage
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V/0838/2005 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Antrag Nr. A-R/0037/2005 der Fraktion UWG/ödp "Familiengerechtes Wachstum unserer Stadt fördern" Beratungsfolge 09.11.2005 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: Das Anliegen des Antrags (s. Anlage) wird im Zuge der Umsetzung der Beschlüsse zum Hand- lungsprogramm Wohnen – Fortschreibung 2005 berücksichtigt. Der Antrag ist damit erledigt. Begründung: Die Antragstellerin setzt sich dafür ein, „diejenigen Bereiche der Innenstadt, für die (noch) keine gültigen Bebauungspläne existieren, daraufhin zu untersuchen, wo Maßnahmen der Nachverdich- tung im Rahmen langfristiger städtebaulicher Ziele (Flächennutzungspläne, Grünordungspläne, etc.) zulässig und möglich sind“. In der Begründung zu ihrem Antrag bezieht sich die Antragstellerin auf Zielsetzungen des Hand- lungsprogramms Wohnen (junge Familien in der Stadt halten, kostengünstige Baumöglichkeiten bereitstellen, Flächenverbrauch reduzieren, lagegünstige Standorte anbieten). Dazu nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung: Die Intentionen des Antrags werden von der Verwaltung voll unterstützt. Sie entsprechen weitge- hend den mit dem Handlungsprogramm Wohnen der Stadt Münster beschlossenen Zielen. Aller- dings hält die Verwaltung eine systematische Untersuchung aller Teilräume der Innenstadt im Hin- blick auf Möglichkeiten zur Nachverdichtung aus folgenden Gründen nicht für erforderlich, um die- se Ziele zu erreichen: 1. Im Verlauf der Erarbeitung des Flächennutzungsplanes sind in der zweiten Hälfte der 90er Jahre unfangreiche Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt worden und zwar im Rahmen der Einbeziehung der Stadt Münster in das Bundesmodellvorhaben „Städte der Zukunft“. Im Jahr 2000 sind unter dem Titel „Neues Wohnen im Bestand“ die Ergebnisse eines Projektes veröffentlicht worden, das sich mit den Potenzialen und Strategien für ver- Vorlagen-Nr.: V/0838/2005 Auskunft erteilt: Herr Uplawski Ruf: 492 12 20 E-Mail: Uplawski@stadt-muenster.de Datum: 12.10.2005 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0838/2005 dichtetes Wohnen im Bestand beschäftigt hat. Diese Projektergebnisse haben bisher wenig von ihrer Aktualität verloren. 2. Die bisherige Praxis im Umgang mit der Thematik hat deutlich gemacht, dass das Wissen um die Potenziale der Nachverdichtung keineswegs der erste Schritt auf dem Weg zu kon- kreten Vorhaben ist. Im Gegenteil – die bisherigen Erfahrungen lassen den Rückschluss zu, dass es wenig Erfolg versprechend ist, sich derartigen Vorhaben über Standort- und Potenzialdiskussionen zu nähern. Neue Bauvorhaben in bestehenden Strukturen werden jeweils als Eingriffe in das Lebensumfeld der ansässigen Bewohner empfunden und ent- sprechend kritisch beurteilt. Dies hat in Münster dazu geführt, dass die Realisierungs- chancen zahlreicher Vorhaben dieser Art erschwert wurden. Gegenüber Nachverdich- tungsvorhaben bestehen bis heute noch starke Vorbehalte, die nur ausgeräumt werden können, wenn es gelingt nachzuweisen, dass die Strategie „Neues Wohnen im Bestand“ für die Quartiersentwicklung sinnvoll ist und keine der beteiligten Gruppierungen übervorteilt wird. Die dazu notwendige Überzeugungsarbeit kann nicht erst aus Anlass einer Standort- diskussion oder eines Bauantrags geleistet werden. 3. Die Verwaltung ist der Auffassung, dass es zurzeit darauf ankommt, gute Beispiele zu rea- lisieren, damit die Strategie „Neues Wohnen im Bestand“ den Stellenwert einnehmen kann, der ihr zurecht sowohl im obigen Antrag als auch im Handlungsprogramm Wohnen der Stadt Münster zugeordnet wird. Dazu ist ein sensibles Vorgehen erforderlich, das hohe An- forderungen an die Kommunikation zwischen den Beteiligten im Vorfeld der konkreten Pro- jektentwicklung stellt. Die Stadt/Verwaltung spielt dabei eine Nebenrolle. Die wichtigsten Akteure sind Eigentümer und Mieter. Das Anliegen der Stadt ist es allerdings, dass die pri- vaten Akteure in den Quartieren der Stadt gemeinsam die Veränderungen tragen, die nötig sind, um ein Quartier im Sinne der Ziele der jeweiligen Quartiersentwicklung weiterentwi- ckeln zu können. Ergänzungen des vorhandenen Wohnungsbestandes durch zusätzliche Neu-, Um- oder Anbauten können sicherlich wichtige Beiträge zur Stabilisierung und Wei- terentwicklung bestehender Quartiere leisten. 4. Der Arbeitskreis Wohnen in Münster, in dem die Akteure des Münsteraner Wohnungs- marktes zusammenarbeiten, hat die Erarbeitung eines Kommunikationskonzeptes ange- regt, um entsprechende Projektideen und –initiativen flankieren zu können. Dieses Konzept liegt in ersten Ansätzen vor. Die Abstimmung innerhalb des Arbeitskreises steht bevor. Es ist vorgesehen, an einem konkreten Fall die im Kommunikationskonzept vorgeschlagene Vorgehensweise zu erproben. Dabei wird die jeweils zuständige Bezirksvertretung vorab einbezogen. Fazit: Eine erneute systematische Erfassung der M öglichkeiten zur Nachverdichtung ist zurzeit entbehrlich. Mit dem Projektbericht „Neues Wohnen im Bestand“ liegen hinreichend aktuelle Be- standsgrundlagen vor. Die Vorbehalte gegenüber der Strategie „Neues Wohnen im Bestand“ müs- sen abgebaut werden. Ein bedeutender Schritt dazu wäre die Realisierung guter Beispiele, mit deren Hilfe der Nachweis geführt werden kann, dass derartige Vorhaben für die Quartiersentwick- lung erforderlich sind und letztlich auch für die Bewohner (mittel- bis langfristig) Vorteile bringen. Die Verwaltung beabsichtigt den gemeinsam mit den Akteuren des Wohnungsmarktes (Arbeits- kreis Wohnen in Münster) eingeschlagenen Weg weiterzugehen und bittet dafür um Unterstützung. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlage: Antrag der Fraktion UWG/ödp vom 06.09.05 - 3 - V/0838/2005
Anlage-A-R/0037/2005
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Fraktionsantrag 06.09.2005 „Familiengerechtes Wachstum unserer Stadt fördern“ Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Die Verwaltung der Stadt Münster wird beauftragt, z unächst diejenigen Bereiche der Innenstadt, für die (noch) keine gültigen Bebau ungspläne existieren, daraufhin zu untersuchen, wo Maßnahmen der Nachverd ichtung im Rahmen der langfristigen städtebaulichen Ziele (Flächennutzung spläne, Grünordnungspläne, etc.) zulässig und möglich sind. Begründung: Die Abwanderungstendenzen junger Familien in die Um landgemeinden Münsters sind u.a. auch darin begründet, dass die Schaffung von Wohneigentum durch die sehr hohen Grunderwerbspreise zunehmend schwieriger wird. Kostengünstiges Bauen in attraktiven Wohnlagen unserer Stadt ist im Gegensatz zu den wes entlich günstigeren Preisen der Umlandgemeinden nur noch wenigen Familien möglich. Kommunale Maßnahmen durch Anbieten von Grundstücken, die im Kauf- oder Erbpac htpreis unter den hohen städtischen Durchschnittswerten liegen, können die Gesamtsituation nicht spürbar verbessern. Andererseits gibt es in Münster eine Vielzahl von b ebauten Grundstücken, deren Lage und Größe eine Nachverdichtung (in Form von Anbau o der Neubau) problemlos zuließen. Gerade Altgrundstücke verfügen häufig übe r Flächen, die der Nachfolgegeneration gerne als Baugrund zur Verfügun g gestellt würden. Zusätzlich wäre mit dieser Maßnahme eine Reduzierung des anson sten nötigen Flächenverbrauches die Folge und innenstadtnahe Wohnlagen würden gefördert. Fraktionsgemeinschaft im Rat der Stadt Münster Bei ausreichender Nutzung einer derartigen Möglichk eit der Nachverdichtung könnte mittelfristig das für die Stadt wesentlich konsteni ntensivere Zurverfügungstellen von Neubaugebieten reduziert werden, mehr junge Familie n in dieser Stadt gehalten und das Wohnen mehrerer Generationen in räumlicher Nähe auf einem Grundstück gefördert werden. Im übrigen entspräche diese Maßnahme auch dem Leitgedanken des Antrages „Handlungsprogramm Wohnen“ 0351 / 2005. 1. Die Verwaltung wird beauftragt, für die ermittel ten Gebiete Vorschläge zu erarbeiten, mit welchen planungsrechtlichen Mitteln die Nachverdichtung zeitnah und kostengünstig ermöglicht werden kann. 2. In einem weiteren Schritt soll die Verwaltung kl ären, wo Nachverdichtungen durch vorhabenbezogene Bebauungspläne ermöglicht we rden können. Mit welchen Instrumenten können diese veröffentlicht un d wie können private Investitionen unterstützt werden? Im Ergebnis würde dies für die Stadt dazu führen, dass das Ziel der Neuansiedlung von Familie n in diesen Bereichen kostenneutral erfolgen könnte. 3. Für die Gebiete, in denen die Nachverdichtung im Rahmen der „umgebenden Bebauung“ nach § 34 BGesB möglich ist, ist zu prüfen, mit welchen Mitteln die Umsetzung der Nachverdichtung angeregt werden kann. gez. RH Gerd Kersting RH Fritz Pfau RF Hannelore Wiesenack-Hauß Fraktionsvorsitzender: Fritz Pfau Stellvertreter: Gerd Kersting Fraktionsgeschäftsstelle: Junkerstraße 3, 48143 Mü nster Tel: 686 7510 Fax: 686 7512 Fraktion.uwg-oedp@citykom.net
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Junkerstraße 3
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0838/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 19.10.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37