1535/2022
Radverkehrskonzept Lindenthal
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Anlage_2_Radverkehrskonzept_Lindenthal
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Anlage 2
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle III/66/661/4 661/4 Vorlagen-Nummer 1535/2022 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Radverkehrskonzept Lindenthal Beschlussorgan Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung Lindenthal nimmt den Netzentwurf (Anlage 2) als Zielkonzept für das Radver- kehrskonzept Lindenthal zur Kenntnis und beschließt, dieses Netz als Grundlage für alle zukünftigen Planungen im Straßenraum zu verwenden Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 08.06.2022 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Das Strategiepapier „Köln Mobil 2025“ setzt den Rahmen für die zukünftige verkehrliche Entwicklung Kölns. Angestrebt wird eine deutliche Veränderung des Modal-Splits hin zu den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrradfahren und zu Fuß gehen). Die Verkehrsmittel des Umweltverbun- des sollen dabei einen Anteil von 2/3 der Wege der Gesamtbevölkerung Kölns erreichen. Die Erstellung von Radverkehrshauptnetzen für alle Stadtbezirke bildet dabei die konzeptionelle Grundlage für die Radverkehrsförderung der nächsten Jahre. Damit wird eine flächendeckende und längerfristige Rahmenplanung für die Netzentwicklung vorgegeben. Für die Stadtbezirke Lindenthal (Stadtteile Klettenberg, Lindenthal, Sülz), Innenstadt und Ehrenfeld wurden in den vergangenen Jah- ren Radverkehrskonzepte erarbeitet, die neben den Radverkehrshauptnetzen auch einen Maßnah- menkatalog beinhalten. Im Sinne einer Beschleunigung der Planungsprozesse und einer stadtweit einheitlichen Netzgestaltung wurde für die weiteren Bezirke die Erstellung der Radverkehrshauptnet- ze in den Vordergrund gestellt. Mit der Unterstützung eines externen Ingenieurbüros wurden die Netzentwürfe der Radverkehrs- hauptnetze für die Bezirke Lindenthal, Rodenkirchen, Nippes, Chorweiler, Porz, Kalk und Mülheim parallel erstellt. Darüber hinaus wird es weitere untergeordnete Radverkehrsverbindungen geben, die nicht Gegenstand des hier vorgestellten Netzes sind. Die Entwürfe wurden in den jeweiligen Runden Tischen und daraus gebildeten Facharbeitskreisen intensiv mit Bezirksvertreter*innen und Verbänden diskutiert. Durch die zeitgleiche Erarbeitung wird neben der Beschleunigung der Planungsprozesse die bezirksgrenzenübergreifende Konsistenz der Netze gewährleistet. Die Radverkehrshauptnetze bilden ein Raster der Radhauptrouten mit Bündelungsfunktion. Diese sollen zu jeder Quelle und zu jedem Ziel eine Entfernung von 200 m nicht überschreiten. Die Radver- kehrshauptnetze werden nach dem bewährten Muster der bereits beschlossenen Konzepte in grüne und gelbe Verbindungen gegliedert, die eine unterschiedliche Charakteristik aufweisen. Die Aufteilung in ein grünes und gelbes Netz hat das grundsätzliche Ziel, eine klare Zuordnung zur Führungsart des Radverkehrs zu treffen (Mischverkehr oder Trennung). Zudem sollen unterschiedliche Zielgruppen berücksichtigt, Netzlücken geschlossen und ein flächendeckendes Angebot geschaffen werden. Das Radverkehrshauptnetz als Zielkonzept: Grundlage der zukünftigen Radverkehrsplanungen im Bezirk Lindenthal ist das Radverkehrshaupt- netz. Dieses Konzept bildet die Zielvorstellung der zukünftigen Radhauptrouten ab und ist maßgeblich für die Berücksichtigung des Radverkehrs bei zukünftigen Planungen. Durch zukünftige Straßenpla- nungen auf diesem Netz wird der Zielzustand sukzessive hergestellt. Ziel ist ein zusammenhängen- des, durchgehend befahrbares Radverkehrsnetz, das den Bezirk Lindenthal mit den benachbarten Stadtteilen verbindet und innerbezirkliche Verbindungen anbietet. Dabei soll der Radverkehr auf den Radhauptrouten gebündelt werden und ein besonders sicher und komfortabel befahrbares Netz ent- stehen. Bei der Umsetzung von Einzelmaßnahmen im Rahmen des Zielkonzeptes wird die Netzbedeutung der Verbindung erneut überprüft sowie aktuelle Entwicklungen berücksichtigt. Neben den bezirklichen 3 Netzkonzepten werden für das übergeordnete Netz parallel Konzepte erstellt. Dazu gehören die Schnellen Radverbindungen für Köln und die RadPendlerRouten. Diese werden bzw. wurden in sepa- raten Vorlagen behandelt. Die übergeordneten Verbindungen und Anbindungen sind im Radver- kehrshauptnetz integriert. Das gelbe Netz bildet das Radverkehrsnetz entlang der MIV-Hauptverkehrsstraßen (motorisierter Individualverkehr) ab. Hier wird in der Regel eigene Radverkehrsinfrastruktur angeboten; grundsätz- lich wird die Fahrbahnführung bevorzugt (Radfahrstreifen, Schutzstreifen). Abhängig von den örtli- chen Gegebenheiten ist die Radverkehrsführung auch über bauliche Radwege möglich. Das Grund- prinzip lautet hier getrennte Führung vom MIV. Der MIV-Verkehrsanteil und/oder die angeordnete Geschwindigkeit sind in der Regel so hoch, dass der Radverkehr einen besonderen Schutzraum be- nötigt. In wenigen Ausnahmefällen kann auf die Anwesenheit von Radfahrenden im Straßenraum lediglich mit Markierungen hingewiesen werden. Auch zukünftig werden im gelben Netz die Verkehrs- anteile des MIV die des Radverkehrs voraussichtlich übertreffen. Das Fahren entlang der Hauptver- kehrsstraßen richtet sich vorrangig an routinierte, schnelle Radfahrende, die möglichst zügig fahren möchten, und hat darüber hinaus ebenfalls den Anspruch, sichere und komfortable Verbindungen anzubieten. Bislang sind an diesen Hauptverkehrsstraßen einige Netzlücken im Radverkehrsnetz vorhanden. Diese Netzlücken werden durch die Umsetzung des vorliegenden Netzkonzeptes ge- schlossen. Das grüne Netz bildet ein Netz für Radfahrende abseits der großen MIV-Verkehrsströme ab. Hier wird der Radverkehr im Mischverkehr mit den anderen Verkehrsarten geführt, eine separierende Radverkehrsinfrastruktur wird in der Regel nicht angeboten. Das Grundprinzip lautet hier Verträglich- keit. Schon heute oder mittelfristig überwiegt der nicht motorisierte Verkehr im Vergleich zum MIV auf den weitaus meisten Strecken im grünen Netz. Das grüne Netz ist auch das Angebot für jene, die das Fahren an Hauptverkehrsstraßen aus Gründen mangelnder subjektiver Sicherheit ablehnen. Das grüne Netz wird durch gezielte Maßnahmen hinsichtlich Sicherheit und Komfort so weit optimiert, dass es dem Anspruch dieser Zielgruppe gerecht wird. Die Geschwindigkeit ist in der Bandbreite Schrittgeschwindigkeit bis Tempo 30 einzuordnen. Es können geschwindigkeitsreduzierende Maß- nahmen eingesetzt werden. Lichtsignalanlagen (LSA) sollen im Prinzip auf dem grünen Netz abge- baut werden (Synergieeffekte zum LSA-Abbau-Programm der Stadt Köln werden genutzt), einzig bei den Schnittstellen mit dem gelben Netz ist der Erhalt zu prüfen. Einbahnstraßen sollen auf dem grü- nen Netz für den Radverkehr in beide Richtungen geöffnet werden. Führungsformen im grünen Netz sind Tempo 30, Verkehrsberuhigter Bereich, Fahrradstraße, Fuß- gängerzone/Fahrrad frei und Radwege im Grünen. Der Radverkehr soll hier sicher und komfortabel geführt werden, muss auf den innerstädtischen Stadtstraßen aber auch auf zu Fuß Gehende Rück- sicht nehmen. Auch einige Fußgängerbereiche sind aus Gründen des Netzzusammenhangs Teil des Radverkehrsnetzes. Hier hat jedoch der Fußverkehr Vorrang und höhere Geschwindigkeiten sind für den Radverkehr nicht immer möglich. Im Rahmen des Radverkehrskonzeptes Lindenthal wird zudem aus dem grünen Netz ein Netz poten- tieller Fahrradstraßen abgeleitet, das in einem nächsten Schritt als bezirkliches Fahrradstraßennetz beschlossen werden soll. Dialog mit Verbänden und Bezirksvertreter*innen Das Netz wurde im Rahmen des Runden Tisches Radverkehr im Bezirk Lindenthal am 02.02.2021 und am 23.06.2021 vorgestellt und im Facharbeitskreis am 30.09.2021 sowie am 20.10.2021 mit Ver- bänden, Initiativen und Politik diskutiert. Von Verbandsseite wurden etwa 90 Vorschläge eingereicht, die zum einen die Aufnahme neuer Ver- bindungen und zum anderen die Änderung einiger Verbindungen von grün zu gelb betreffen. Alle ca. 90 Vorschläge wurden geprüft und jeder Vorschlag wurde im Rahmen der Facharbeitskreissitzungen einzeln besprochen. Hier konnte für fast alle Anregungen eine Einigung erzielt werden. 4 Nach den durchgeführten Facharbeitskreissitzungen in den anderen Bezirken wurden alle bezirkli- chen Netzentwürfe in Abstimmung mit dem beauftragten Büro u. a. hinsichtlich der Netzkriterien, der zukünftigen Netzbedeutung und der stadtweit einheitlichen Netzgestaltung verwaltungsintern abgegli- chen. In diesem Zusammenhang wurde bestätigt, dass der größte Teil der in Lindenthal eingebrach- ten und diskutierten Änderungen sinnvoll und relevant ist. In Bezug auf die Militärringstraße und die Netzdichte im Kernbereich von Sülz, kam es zwischen eini- gen Teilnehmenden des Facharbeitskreises und der Verwaltung zu abweichenden Einschätzungen. Während einige Teilnehmende des Facharbeitskreises eine Fahrspurumwandlung auf Abschnitten der Militärringstraße und somit eine Aufnahme in das gelbe Netz forderten, sprach sich die Verwal- tung für eine Stärkung der Parallelführung (u. a. Belvederestraße) und somit gegen eine Aufnahme in das Zielkonzept aus. Für den Kernbereich in Sülz wurde im Facharbeitskreis die Aufnahme von etwa 17 zusätzlichen Ab- schnitten in das grüne Netz vorgeschlagen, sodass hier im Vergleich zur Gesamtstadt ein auffallend engmaschiges Netz entstünde. Nach verwaltungsinterner Prüfung wurden 5 der 17 vorgeschlagenen Abschnitte in das Zielkonzept aufgenommen. Im Runden Tisch Radverkehr am 05.04.2022 wurden die Abschnitte im Kernbereich von Sülz, bei denen es zu abweichenden Einschätzungen zwischen Verwaltung und Politik kam, nochmals darge- stellt sowie allen Beteiligten im Nachgang zugeschickt. Nach Fristablauf gingen bei der Verwaltung keine weiteren Anmerkungen ein. Grundsätzlich erfolgt nach Beschluss des Netzes in jedem Fall eine Einzelprüfung bzw. Einzelpla- nung. Hierbei wird unter anderem genau untersucht, ob die Netzfestlegung unter der Berücksichti- gung aktueller Entwicklungen sinnvoll umgesetzt werden kann. Klimabewertung: Die Verwaltung verfolgt das Ziel, die sektorspezifischen Beträge zum Klimaschutz zu erfüllen. Das Radverkehrskonzept Lindenthal bildet als Zielkonzept einen Rahmen für Maßnahmen der Rad- verkehrsförderung. Der thematische Fokus des Konzepts liegt auf der Realisierung von attraktiven Radverkehrsverbindungen im Bezirk Lindenthal. Den Bürgerinnen und Bürgern wird eine adäquate Alternative zur Nutzung des privaten Pkw angeboten, der Umweltverbund wird gestärkt. Dies trägt zu einer möglichen Reduktion des Treibhausgasausstoßes bei, wodurch der Beschluss als positiver Be- trag zum Klimaschutz bewertet werden kann. Anlagen: 1. Öffentlichkeitsbeteiligung 2. Radverkehrshauptnetz
Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteilig. (BV 3, 5 + 8)
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Hinweise zum Ausfüllen der Anlage Anlage „Öffentlichkeitsbeteiligung“ VARIANTE 1 Beteiligungsstufe Ausgestaltung (wesent- liche Beteiligungsformate) ☐ Information ☐ Anhörung / Beratung ☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung VARIANTE 2 ☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. ☐ Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: Beteiligungsstufe Ausgestaltung (wesent- liche Beteiligungsformate) ☐ Information ☐ Anhörung / Beratung ☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung ☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung ist gesetzlich vorgeschrieben. ☐ Folgende Form des Verfahrens ist vorgeschrieben: ☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. ☐ Ein spezielles Verfahren ist nicht vorgeschrieben. Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: ☐ Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorgeschlagen. VARIANTE 3 ☒ Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen, weil: Grund Begründung ☐ Dringlichkeitsentscheidung ☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat bereits stattgefunden. ☐ Der Gestaltungsspielraum ist nicht ausreichend. ☐ Eine Verfahrensverlängerung er- zeugt schwerwiegende Nachteile. ☒ Sonstiges Das Radverkehrskonzept Lindenthal ist ein Zielkonzept und Grundlage für zu- künftige Planungen im Straßenraum. Die aus ihm folgenden Maßnahmen stellen Einzelplanungen dar, für die in Abhängig- keit des Ratsbeschlusses jeweils eigene Öffentlichkeitsbeteiligungen vorgesehen werden müs sen. Das Radverkehrskon- zept wurde im Rahmen des Runden Ti- sches Radverkehr sowie Facharbeitskrei- sen unter der Teilnahme von politischen Vertreter/innen und fachkundigen Ver- bänden besprochen und erarbeitet. Sollte der Platz zur Skizzierung der Ausgestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung oder zur Begründung, weshalb keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen wird, nicht ausreichen, fügen Sie bitte ein zusätzliches Blatt bei.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1535/2022
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 30.05.2022
- Erstellt
- 05.05.2022 15:02