Mandari Insight

2009/0115

Angemessene Heizkosten nach § 22 Abs. 1 SGB II, § 29 Abs. 3 SGB XII

Magistratsvorlage 10.03.2009

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2009/0115

5610 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
28.05.2009 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Amt für Soziales und 
Prävention  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
 
Vorlage-Nr. 2009/0115 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Angemessene Heizkosten nach § 22 Abs. 1 SGB II, § 29 Abs. 3 SGB XII 
 
Vorlage vom: 10.05.2009 
 
Beschlussvorschlag: 
1. Der Beschluss vom 30. Mai 2007 (Nr. 2007/0245) über die Festlegung von Grenzen für die 
Angemessenheit von Heizkosten bei Leistungen nach dem SGB II und dem SGB XII wird 
aufgehoben. 
2. Der Magistrat nimmt zur Kenntnis, dass die ARGE und das Amt für Soziales und Prävention 
zukünftig für die Einzelfallentscheidungen über die Anerkennung angemessener Heizkosten 
entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge 
vom 8. Juli 2008 verfahren. 
 
Anlagen: Heizkosten-Tabelle in kW/h 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 10.05.2009 
 
Bei der Gewährung von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch, Zweites Buch (SGB II – 
Arbeitslosengeld II) bzw. der Leistungen nach dem 3.und 4. Kapitel des Sozialgesetzbuch, Zwölftes 
Buch (SGB XII – Hilfe zum Lebensunterhalt bzw. Grundsicherung im Alter und bei 
Erwerbsminderung) werden Leistungen für Unterkunft und Heizung in Höhe der tatsächlichen 
Aufwendungen erbracht, sofern diese angemessenen sind. 
 
Am 30.5.2007 hat der Magistrat von einer Vorlage der Sozialverwaltung Kenntnis genommen und 
folgender Vorgehensweise zugestimmt: 
Als Richtwerte für angemessene Heizkosten gelten künftig folgende Beträge: 
- Heizkosten ohne Warmwasser 1,00 Euro pro m² Wohnfläche (vorher 0,82 Euro) 
- Heizkosten inkl. Warmwasser 1,20 Euro pro m² Wohnfläche (vorher 0,97 Euro) 
Als Richtwerte für unangemessene Heizkosten gelten künftig folgende Beträge: 
- Heizkosten ohne Warmwasser über 1,25 Euro pro m² Wohnfläche (vorher 1,02 Euro) 
- Heizkosten inkl. Warmwasser über 1,50 Euro pro m² Wohnfläche (vorher 1,28 Euro) 
 
Diese Richtwerte entsprechen insbesondere wegen stark gestiegener Energiepreise nicht mehr den 
heutigen Verhältnissen. 
Da nach der Rechtsprechung des Landessozialgerichtes Darmstadt die vom Vermieter oder vom 
Versorgungsunternehmen geforderten Vorauszahlungen für die Vermutung der Angemessenheit der 
Kosten sprechen, musste bereits in vielen Fällen eingelegten Widersprüchen abgeholfen werden. In 
anhängigen Klageverfahren ist beabsichtigt, die Klagen in den Fällen anzuerkennen, bei denen sich 
nach heutiger Maßgabe die Unangemessenheit der Kosten nicht belegen lässt.  
 
Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge hat unter dem 8. Juli 2008 „Erste 
Empfehlungen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung im SGB II (§ 22 SGB II)“ 
herausgegeben, nach denen künftig verfahren werden soll.  
Der Hessischen Landkreistag hat sich diesen Empfehlungen bereits angeschlossen. 
 
Nach den Empfehlungen ist zu berücksichtigen, dass Heizkosten von verschiedenen Faktoren 
abhängig sind, nämlich insbesondere 
 
1. dem individuellen Bedarf, also die persönlichen und familiären Verhältnisse (z. B. 
Kleinkinder, Menschen mit Behinderung, alte/kranke Menschen, Erwerbstätigkeit) 
2. der Größe und Beschaffenheit der Wohnung (z. B. Lage, Bauzustand, Wärmedämmung, 
Dichtigkeit der Fenster, Raumhöhen) 
3. der vorhandenen Heizmöglichkeiten (z. B. Art, Alter, Zustand und Betriebsart der 
Heizanlage) 
4. den regionalen und örtlichen Gegebenheiten (z. B. Klima, Brennstoffpreise).

3 
... 
Die Entscheidung, ob unwirtschaftliches Heizverhalten mit der Folge vorliegt, dass nur die 
angemessenen Kosten gezahlt werden, bedarf damit stets einer u. U. aufwändigen Prüfung im 
Einzelfall. 
 
Als für die Verwaltung praktikables sowie für die Betroffenen und auch die Gerichte 
nachvollziehbares Verfahren wird eine sog. „Nichtnachprüfungsgrenze“ festgelegt. Ferner wird der 
Verbrauch nicht mehr auf Euro-Beträge sondern auf Kilowattstunden bezogen. 
Die Nichtnachprüfungsgrenze markiert den Bereich, bei dem die Angemessenheit der Kosten 
generell vermutet wird. Es werden grundsätzlich nur die Fälle u.U. unter Hinzuziehung der 
städtischen Energieberatung hinsichtlich der Angemessenheit überprüft, in denen die jeweilige 
Grenze überschritten ist. 
 
Die Grenzwerte wurden an Hand des Darmstädter Heizspiegels 2004 differenziert nach Heizart (Öl, 
Erdgas, Nachtspeicheröfen, Fernwärme) und Wohnart (Ein- bzw. Zweifam ilien-Wohnhaus, 
Wohnung in Mietshaus) festgelegt. 
 
Aufgrund der überproportional gestiegenen Energiekosten muss künftig von steigenden Leistungen 
und damit von einer finanziellen Mehrbelastung für die Stadt ausgegangen werden. Einsparungen 
ergeben sich durch wegfallende Anwalts- und Verfahrenskosten oder durch Hinzuziehen von 
Energieberatern. 
 
Gleichzeitig müssen alle Anstrengungen verstärkt werden, Wohnhäuser energetisch zu sanieren, 
um die Heizkosten zu minimieren und damit die Aufwendungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
für Kosten der Unterkunft und hier insbesondere Heizkosten zu reduzieren. 
 
 
Darmstadt, den 10.05.2009  
Ak – Nst. 2468  
 
 
Dezernat II       Dezernat V 
 
 
Wolfgang Glenz      Jochen Partsch 
Bürgermeister       Stadtrat

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Details

Vorlagen-Nr.
2009/0115
Typ
Magistratsvorlage
Datum
10.03.2009
Erstellt
29.09.2026 00:00