3999/2023
Benennung von zwei Planstraßen Im Baugebiet Mertener Straße "Welle-Areal" in Köln-Marienburg
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Anlage 1_Benennungsplan Baugebiet Mertener Straße "Welle-Areal"
136 Zeichen
MertenerStraße Wohnwege Mertener Straße Els-Vordemberge-Straße Benennungsplan Baugebiet Mertener Straße (Welle-Areal) Köln-Marienburg N
Anlage 2_Plan Verlegung Mertener Straße
120 Zeichen
Plan Verlegung Mertener Straße Köln-Marienburg N Mertener Straße Verlauf ursprünglich Mertener Straße Neu (Planstraße B)
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
3300 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
VIII/23/235/1
235/1-Go
Vorlagen-Nummer
3999/2023
Freigabedatum
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung
Betreff
Benennung von zwei Planstraßen Im Baugebiet Mertener Straße "Welle-Areal" in Köln-
Marienburg
Beschlussorgan
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)
Gremium Datum
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Rodenkirchen beschließt,
die Planstraße A, die im Norden am Raderberggürtel beginnt, in südliche Richtung
verläuft und nach etwa 230 Metern an der Mertener Straße endet, zu benennen in
Els-Vordemberge-Straße
und die Planstraße B, die im Osten an der Mertener Straße beginnt, in westliche Rich-
tung verläuft und nach etwa 170 Metern an der Els-Vordemberge-Straße endet, ein-
schließlich aller markierten Wohnwege, einzubeziehen in die
Mertener Straße.
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 11.03.2024
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Haushaltsmäßige Auswirkungen
Nein
Auswirkungen auf den Klimaschutz
Nein
Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)
Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)
Begründung:
im Baugebiet Mertener Straße/Welle Areal in Köln-Marienburg entstehen 700 bis 750
Wohnungen einschließlich der erforderlichen Wohnfolgeeinrichtungen wie einer Kita,
einem Spielplatz, einer öffentlichen Grünfläche sowie wohngebietsverträglichen Ge-
werbeeinheiten und einer Tiefgarage.
Es baut die DWK Die Welle Köln Erste GmbH & Co. KG. Des Weiteren ist das Archi-
tekturbüro ASTOC Architects and Planners tätig.
Ein Erschließungsvertrag zwischen dem Bauverwaltungsamt und der DWK Die Welle
Köln Erste GmbH & Co. KG liegt vor.
Es handelt sich um das Areal der ehemaligen Deutschen Welle, welches wieder nutz-
bar gemacht werden soll, um einer städtebaulichen Neuordnung zugeführt
zu werden.
Die südlichen Betriebe und das Deutschlandradio im Norden wurden in den Geltungs-
bereich des Bebauungsplanes einbezogen.
Das Baugebiet wird vom Raderberggürtel im Norden, der Mertener Straße im Osten
und bereits bestehender Bebauung im Süden und Westen begrenzt.
Im Baugebiet Mertener Straße/Welle-Areal in Köln -Marienburg entstehen zwei Plan-
straßen, die benannt beziehungsweise einbezogen werden müssen: Die Planstraße A
und die Planstraße B.
Bei der Planstraße B handelt es sich um ein Teilstück der Mertener Straße, deren ur-
sprünglicher Verlauf verlegt wurde.
Der Benennungsplan wurde mit dem Architekturbüro ASTOC Architects and Planners,
der Hausnummernfestsetzung im Bauverwaltungsamt und der Feuerwehr abge-
stimmt.
Zur Person:
Els Vordemberge
* 05.07.1902 als Else Tintner in Wien
+25.02.1999 in Köln
Els Vordemberge war jüdischer Herkunft. Sie war Schauspielerin, Hörspielsprecherin,
Journalistin und Mitbegründerin des Kölner Senders WERAG (Westdeutsche Rund-
funk AG) später WDR (westdeutscher Rundfunk). Ab 1927 bis zu ihrer Entlassung war
sie Leiterin des Kinderfunks der WERAG und wurde 1944-45, zusammen mit ihrem
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Ehemann, in Köln-Zollstock vor der Deportation versteckt. Nach dem Krieg war sie
maßgeblich beteiligt am Wiederaufbau des NWDR (Nordwestdeutscher Rundfunk)
und eines fortschrittlichen, partizipativen Kinderfunks nach dem Krieg.
Anlagen
Benennungsplan
Plan zur Verlegung Mertener Straße
Gutachten Els Vordemberge anonymisiert
Anlage3_Gutachten Els Vordemberge anonymisiert
1885 Zeichen
/ 2
4520 30.11.2023
Frau Dr. Christians-Bernsee
26338
4520_Vfg. Vordemberge,
Els.docx
1. Schreiben an: ab: 30.11.2023
235/1
Ingrid Goldmann-de Boer
Benennung einer Straße nach Els Vordemberge
Sehr geehrte Frau Goldmann-de Boer,
zu Ihrer Anfrage kann ich folgende Ausführungen machen:
Els Vordemberge wurde am 5. Juli 1902 als Elsa Tintner in Wien als Tochter jüdi-
scher Eltern geboren und starb am 25. Februar 1999 in Köln. Nach einer Schau-
spielausbildung bei Luise Dumont hatte sie Engagements u.a. in Düsseldorf, Düren
und Osnabrück. Ab 1927 war sie Leiterin des Kinderfunks der Westdeutschen Rund-
funk AG (WERAG) bis zu ihrer Entlassung 1933.
Ab 1933 beschäftigungslos, überlebte Els Vordemberge das NS-Regime in einer „pri-
vilegierten Mischehe“ mit dem Künstler Friedrich Vordemberge und ab 1944 im Un-
tergrund – das Ehepaar wurde 1944-45 in Köln-Zollstock vor der Deportation ver-
steckt.1 Nach dem Krieg war Els Vordemberge maßgeblich am Wiederaufbau des
NWDR beteiligt und zentrale Akteurin des Kinderfunks.
Zu Els Vordemberge und ihrer Bedeutung als jüdische weibliche Künstlerin und Jour-
nalistin gibt es einige biografische Darstellungen, u.a. von Birgit Bernard im Portal
Rheinische Geschichte.2
1 Vgl. Horst Matzerath (Hrsg.), „...vergessen kann man die Zeit nicht, das ist unmöglich". Kölner erin-
nern sich an die Jahre 1929-1945, Köln 31987, S. 216 ff.
2 Birgit Bernard, Els Vordemberge, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter:
https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/els-vordemberge/DE-
2086/lido/5e37f71aeb99f1.19667000 (abgerufen am 29.11.2023).
- 2 -
Die Benennung einer Straße nach Els Vordemberge wird vom NS-Dokumentations-
zentrum nachdrücklich befürwortet.
Mit freundlichen Grüßen
i.A. Dr. Annemone Christians-Bernsee
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3999/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 31.01.2024
- Erstellt
- 01.12.2023 09:14