2008/0481
Projekt Bauwagensiedlung für die Punkerszene Darmstadt
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Ziel Ziel des Modellprojektes ist die dauerhafte Sesshaftmachung oben genannten Personenkreises unter besonderer Berücksichtigung einer Integration in Darmstadt oder nah an Darmstadt angrenzenden Wohnmöglichkeiten Umsetzen des Darmstädter Modells im Sinne der Präventionskonvention II. InfrastrukturDer Bauwagenstellplatz soll in Erweiterung der vorhandenen Fläche des Geländes der städtischen Wohn-container zwecks Unterbringung städtischer obdachloser Menschen in der Gräfenhäuser Str. 157 ange-gliedert werden. Die Anzahl und Anordnung der einzelnen Bauwagen auf dem Gelände sind in der diesem Konzept beige-fügten Platzordnung geregelt. Im Vorfeld des Projektes ist eine klare Abgrenzung des Stellplatzes von den städtischen Wohncontainern, der Straße, dem Teich und den Bahngleisen durch zweckmässige Sichtblenden/ Pfosten etc. notwendig. III. Rahmenvoraussetzungen Nachfolgende Eckpunkte sind Voraussetzung für eine Umsetzung des Modellprojektes: Zuweisung für einen Stellplatz durch die städtische Obdachlosenbehörde über eine so genannte Stell-platzgenehmigung alle zwei Monate Wahrung des sozialen Friedens auf dem Gelände und im Umfeld kein Umschlagplatz für illegale Drogen Verhindern von Sogwirkung des Klientels enge Zusammenarbeit im Vorfeld und während des Betreibens mit dem zuständigen Polizeirevier Ar-heilgen: d.h. das Polizeirevier wird regelmäßig informiert, welche BewohnerInnen auf dem Gelände of-fiziell gemeldet sind. Es gilt gemeinsame verbindliche Absprachen zu treffen über nächtliche Streifen. Hierbei kann auf die bereits gute Zusammenarbeit bei den städtischen Wohncontainern zurückgegriffen werden Enger Austausch seitens des Betreibers zu der einweisenden Behörde, zum Ordnungsamt und dem Kommunalen Präventionsrat Darmstadt Einhalten der Platzordnung. IV. AngebotDer Betreiber (Büro für Sozial- und Wohnberatung) bietet folgende Dienstleistung an: - starke Betonung auf die Gewährleistung der Einhaltung der Platzordnung (Sicherheit und Ordnung) - Schnittstellenarbeit bezüglich Bauwagen- und WohncontainerbewohnerInnen - regelmäßiger Bewohnerrat - Motivationsarbeit - Hinführen zu integrationsfördernden Massnahmen, d.h. z.B. Schaffen von Akzeptanz für feste Wohn- formen, Hinführen zu alternativen Wohnformen im Sinne von Betreutem Wohnen und eigenem Wohn- raum - Unterstützung bei administrativen Belangen und Ämtern - Kooperation mit Behörden, insbesondere Polizei und Ordnungsamt, Institutionen, Wohnbaugesellschaf- ten etc. - Organisation und Koordination der Hilfen - Krisenintervention bei Ruhestörungen, Menschenansammlungen, Konflikten mit Containerbewohnern etc. V. Evaluation und Zeitrahmen Das Modellprojekt ist zunächst auf ein Jahr als Probelauf befristet. Am Ende des Bewilligungszeitraumes gilt es die gemachten Erfahrungen mit allen Beteiligten zu bewerten und über eine Fortführung des Pro-jektes zu entscheiden. Kriterium hierfür wäre insbesondere die Situation in der Darmstädter Innenstadt, inwieweit das Modellprojekt einen Beitrag leisten kann im Sinne des Darmstädter Modells als ein As-pekt gelungener Sicherheits- und Präventionspolitik. VI. Platzordnung Die Platzordnung ist Bestandteil dieses Konzeptes und im Anhang mit beigefügt. Alle wichtigen Verhal-tensregeln bezüglich Ordnung, Sicherheit, Hygiene und Konsequenzen bei Nichteinhaltung sind darin enthalten. VII. Kosten Der Aufwand für das Modellprojekt beläuft sich auf neun Fachleistungsstunden wöchentlich. Die Stunden werden mit unserem üblichen Stundensatz für eine Fachleistungsstunde in Höhe von 39,00 Euro zzgl. ge-setzl. Mwst berechnet. In den Personalkosten sind enthalten: Pädagogisches Personal: acht Std./ Reinigung: drei Std./ Verwaltung: eine Std. In den Personalkosten sind kein regulärer Wochenenddienst, kein Nachtdienst und keine Sachkosten ent-halten. Einsätze am Wochenende werden von dem Betreiber individuell nach Bedarf vorgenommen. Die Gesamtkosten belaufen sich nach oben gemachten Angaben auf monatlich 1.796,07 ¬ inclusive gesetzl. Mwst. Die Kosten sind berechnet für ein Jahr ab Beginn des Projektes. PAGE PAGE 2 Büro für Sozial- und Wohnberatung/ Konzept/ Bauwagen/ Seite PAGE 2 ¨¹ºàüBxßàîÝíïÄÏf@BDHJNPTVZ\hjlpr~ûóæ×ÍÆ½Æ½·Æ½¬½¬Æ¤¬¤½¬½¬½¬¤¬w0JmHnHu0J j0JU jUCJOJQJ^JaJ5B*OJQJph3fCJOJQJhCJOJQJ^JaJ5OJQJB*OJQJph3fCJOJQJ5CJOJQJaJ5B*CJOJQJaJph3f5B*CJOJQJph3f5CJOJQJCJ h. 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2008/0481
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 19.11.2008 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat V Dezernat VI an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Sozialverwaltung Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2008/0481 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Projekt Bauwagensiedlung für Teile der Darmstädter Punkerszene Vorlage vom: 6.11.2008 Beschlussvorschlag: Der Magistrat stimmt dem Projekt Bauwagensiedlung für den Zeitraum von einem Jahr zu. Nach Abschluss des Projektjahres ist dem Magistrat ein entsprechender Bericht vorzulegen. Anlagen: Konzept Platzordnung Bauwagensiedlung Datenschutzrelevante Anlage: Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründung zur Magistratsvorlage vom 6. November 2008: Im Rahmen der AG Sicherheit wurde die Präventionskonvention (Gefahrenabwehrverordnung) als ein wesentlicher Bestandteil im Gesamtkonzept der Sicherheits- und Präventionspolitik der Wissenschaftsstadt Darmstadt entwickelt. Die Präventionskonvention wurde mit Magistratsbeschluss vom 28.12.2007 verabschiedet und ist seit dem 1. Januar 2008 in Kraft. Wesentliches Merkmal im Gesamtkonzept Sicherheit und Prävention ist der Dialog mit den Szenen im Bereich der Innenstadt zu alternativen Plätzen, im Rahmen einer zielgerichteten aufsuchenden Sozialarbeit, sowie bei Bedarf Vermittlung an spezifische Hilfsangebote. Für betroffene Teile der Darmstädter Punkerszene (und deren Hunde), wurde bisher eine Unterbringung im Rahmen der Obdachlosenunterbringung durch den Fachdienst für besondere soziale Hilfen in der Container-Unterkunft Gräfenhäuser Straße 157 angeboten. Im Dialog mit dieser Gruppe aus der Punkerszene wurde eine Konzeption für ein Modellprojekt „Bauwagensiedlung“ entwickelt (Anlage). Diesem Konzept liegt eine durch die Betroffenen selbst entwickelte Platzordnung bei. Diese Bauwagensiedlung lässt sich auf einem Gelände hinter der städtischen Obdachlosenunterkunft Gräfenhäuser Straße 157 realisieren. Eine sozialpädagogische Betreuung dieses Projektes erfolgt durch den Betreiber der Container- Unterkunft, Büro für Sozialberatung Heike Fehr. Bereits mit Magistratsbeschluss vom 10. Oktober 2007 wurde eine Laufzeit des Projekts und dessen Evaluation ab Modellstart für ein Jahr festegelegt. Es entstehen in der Projektphase aufgrund der Finanzierung über einen zweckgebundenen Nachlass (Nachlass Ihrig) für den städtischen Haushalt keine zusätzlichen Kosten. Dem vorgelegten Konzept zur Errichtung einer Bauwagensiedlung auf dem Gelände Gräfenhäuser Straße 157 wird für ein Jahr zugestimmt. Ein entsprechender Bauantrag ist einzureichen. Die Bauwagensiedlung ist durch ausreichenden Sichtschutz, wie Zäune oder Büsche, zur Straße hin zu schützen. Nach einem Jahr ist das Projekt zu evaluieren und dem Magistrat ein entsprechender Bericht mit Erläuterung eventuell zukünftiger Kosten und Vorschläge für endgültige Standorte vorzulegen. Darmstadt, 6. November 2008 bö, Nst.: 13-3277 Dezernat V Dezernat VI Jochen Partsch Dieter Wenzel Stadtrat S t a d t r a t Anlagen
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Entwurf für eine Platzordnung für Bauwagen auf dem Gelände der städtischen Wohncontainer in der Gräfenhäuser Str. 157
Sehr geehrte Bewohner und Bewohnerinnen der Bauwagen,
damit wir den Aufenthalt und das Wohnen auf dem Gelände für alle BewohnerInnen gewährleisten können, sind nachfolgende Punkte verbindlich einzuhalten:
Auf dem Bauwagengelände können ausschließlich Personen, die von der städtischen Obdachlo-senbehörde eine Stellplatzgenehmigung erhalten haben, dauerhaft wohnen. Eine Stellplatzgeneh-migung muss alle zwei Monate erneuert werden.
Die Stellplätze sind für jeden Bauwagen klar festgelegt. D.h. ein Umstellen der Bauwagen ist nicht erlaubt. Nicht genehmigte Bauwagen werden kostenpflichtig entfernt und der/ die jeweilige Besit-zerIn wird polizeilich angezeigt.
Für die BewohnerInnen des Bauwagenplatzes steht ein separater Sanitärcontainer mit WC`s und Waschgelegenheiten zur Verfügung. Der Sanitärcontainer wird mindestens einmal in der Woche von einem/ einer BewohnerIn gereinigt. Die sanitären Anlagen im Wohncontainer sind ausschließ-lich von den dort eingewiesenen Bewohnern und deren Gäste zu benutzen.
Das Gelände für die Bauwagen ist durch Pfosten/ Sichtschutz gegenüber den Bahngleisen, dem Teich, der Straße und dem städtischen Wohncontainer abgegrenzt.
Die Sauberkeit des Bauwagenplatzes liegt in der Eigenverantwortung der BewohnerInnen. Die Kontrolle obliegt dem Betreiber (Büro für Sozial- und Wohnberatung).
Es dürfen nur die Kochgelegenheiten in den Bauwagen und äußere Feuerstellen benutzt werden, die zuvor vom Hochbauamt der Stadt Darmstadt bezüglich der gesetzlichen Vorschriften für Brandschutz genehmigt worden sind. Das Kochen und Anwärmen von Speisen und dergleichen ist nur auf den genehmigten Kochgelegenheiten gestattet. Die Kochgelegenheiten innerhalb des Wohncontainers stehen für die Bauwagenbewohnerinnen nicht zur Verfügung und umgekehrt. Jeder Bauwagen muss mit einem gültigen Feuerlöscher ausgestattet sein.
Die Bauwagen müssen an einem bestimmten Tag in der Woche für den Betreiber zugänglich sein, bzw. bei besonderen Vorkommnissen. Analog zu den Wohncontainern hat der Betreiber von je-dem Bauwagen eine Kopie des Eingangschlüssels.
Abfälle sind in die vom Betreiber aufgestellten Mülltonnen zu werfen. Sperrige Stücke müssen zerkleinert werden.
Jeder/ jede BauwagenbewohnerIn ist für seine/ ihre Gäste verantwortlich. Die Gäste können ma-ximal drei Nächte bei einem/ einer BewohnerIn übernachten. Übernachten ist nur innerhalb der Bauwagen erlaubt, nicht im Freien. Bei mehr als drei Übernachtungen bedarf es der Genehmigung des Betreibers (Büro für Sozial- und Wohnberatung).
Gäste können bei unangemessenem Verhal-ten durch den Betreiber vom Gelände verwiesen werden. Jeder/ jede BewohnerIn ist verant-wortlich, dass sein/ ihr Besuch das Gelände verlässt. Dauergäste werden nicht toleriert.
Ab 22:00 Uhr ist Nachtruhe. Die BauwagenbewohnerInnen werden angehalten ab diesem Zeit-punkt innerhalb der Bauwagen die Zimmerlautstärke einzuhalten, als auch auf dem Gelände sich angemessen zu verhalten. Jeder/ jede BewohnerIn ist des Weiteren angehalten Rücksicht auf seine/ ihre MitbewohnerInnen zu nehmen.
Partys seitens der BauwagenbewohnerInnen müssen mindestens eine Woche vorher bei den Be-treibern (Büro für Sozial- und Wohnberatung) angemeldet werden. Lärmstörungen ab 24:00 Uhr sind zu unterlassen.
Bezüglich der Wohncontainer sind die BauwagenbewohnerInnen angehalten sich wie Gäste zu verhalten. Dies gilt analog für die BewohnerInnen der Wohncontainer auf dem Gelände der Bau-wagen.
Die BauwagenbewohnerInnen sind für die artgerechte Haltung ihrer Tiere verantwortlich. Für die Versorgung der Tiere sind ausschließlich die BesitzerInnen verantwortlich. Das Halten von exoti-schen Tieren ist nicht gestattet.
Die Gewerbeausübung innerhalb der Bauwagen und auf dem Gelände ist verboten.
Das Anwenden und Androhen von körperlicher Gewalt innerhalb des Gesamtgeländes (Bauwa-gen, Wohncontainer und Gelände) ist strikt untersagt.
Der Konsum, Handel und die Lagerung von Suchtmitteln jeglicher Art ist ebenfalls untersagt.
Der Besitz und das Einbringen von Schusswaffen jeglicher Art (auch waffenscheinfreie Schusswaf-fen) sowie von Messern mit feststehenden Klingen, Butterflies oder Springmessern ist verboten.
Bei notwendiger Medikamenteneinnahme (vom zuständigen Arzt verschrieben) ist der Betreiber aus Sicherheitsgründen zu unterrichten.
Aufgrund von Konflikten entstehende Neuregelungen der Platzordnung müssen von den Bauwa-genbewohnerInnen akzeptiert werden.
Die Platzordnung ist Bestandteil der Stellplatzgenehmigung. Das Hausrecht (d.h. für das gesamte Gelände) hat der Betreiber. Die Einhaltung der o.g. Punkte wird von dem Betreiber kontrolliert. Die dafür autorisierten Personen haben in Ausübung ihres Hausrechts zu Kontrollzwecken insbe-sondere bzgl. der Punkte 15 und 16 das Recht die Bauwagen zu durchsuchen.
Bei Zuwiderhandlungen gegen die Platzordnung erfolgen angemessene Konsequenzen. Wenn ein/ eine BewohnerIn einen/ eine anderen/ andere BewohnerIn an Leib und Leben bedroht, verlässt er/ sie unmittelbar das Gelände und verliert damit auch seinen Stellplatz. Das Gleiche gilt bei Dieb-stahl von Einrichtungsgegenständen jeglicher Art.
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Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Gräfenhäuser Straße 157
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2008/0481
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 06.11.2008
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00