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2008/0481

Projekt Bauwagensiedlung für die Punkerszene Darmstadt

Magistratsvorlage 06.11.2008

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Modellprojekt für einen Bauwagenstellplatz (für städtische Punks)
auf dem Anwesen Gräfenhäuser Str. 157 in 64297 Darmstadt 


I. Ziel
Ziel des Modellprojektes ist die dauerhafte Sesshaftmachung oben genannten Personenkreises unter besonderer Berücksichtigung einer Integration in Darmstadt oder nah an Darmstadt angrenzenden Wohnmöglichkeiten
Umsetzen des „Darmstädter Modells“ im Sinne der Präventionskonvention

II. InfrastrukturDer Bauwagenstellplatz soll in Erweiterung der vorhandenen Fläche des Geländes der städtischen Wohn-container zwecks Unterbringung städtischer obdachloser Menschen in der Gräfenhäuser Str. 157 ange-gliedert werden. 
Die Anzahl und Anordnung der einzelnen Bauwagen auf dem Gelände sind in der diesem Konzept beige-fügten Platzordnung geregelt. Im Vorfeld des Projektes ist eine klare Abgrenzung des Stellplatzes von den städtischen Wohncontainern, der Straße, dem Teich und den Bahngleisen durch zweckmässige Sichtblenden/ Pfosten etc. notwendig.   

III. Rahmenvoraussetzungen 
Nachfolgende Eckpunkte sind Voraussetzung für eine Umsetzung des Modellprojektes: 
Zuweisung für einen Stellplatz durch die städtische Obdachlosenbehörde über eine so genannte Stell-platzgenehmigung alle zwei Monate
Wahrung des sozialen Friedens auf dem Gelände und im Umfeld
kein Umschlagplatz für illegale Drogen
Verhindern von Sogwirkung des Klientels
enge Zusammenarbeit im Vorfeld und während des Betreibens mit dem zuständigen Polizeirevier Ar-heilgen: d.h. das Polizeirevier wird regelmäßig informiert, welche BewohnerInnen auf dem Gelände of-fiziell gemeldet sind. Es gilt gemeinsame verbindliche Absprachen zu treffen über nächtliche Streifen. Hierbei kann auf die bereits gute Zusammenarbeit bei den städtischen Wohncontainern zurückgegriffen werden  
Enger Austausch seitens des Betreibers zu der einweisenden Behörde, zum Ordnungsamt und dem Kommunalen Präventionsrat Darmstadt 
Einhalten der Platzordnung.

IV. AngebotDer Betreiber (Büro für Sozial- und Wohnberatung) bietet folgende Dienstleistung an:
- starke Betonung auf die Gewährleistung der Einhaltung der Platzordnung (Sicherheit und Ordnung)
- Schnittstellenarbeit bezüglich Bauwagen- und WohncontainerbewohnerInnen 
- regelmäßiger „Bewohnerrat“
- Motivationsarbeit 
- Hinführen zu integrationsfördernden Massnahmen, d.h. z.B. Schaffen von Akzeptanz für feste Wohn-   formen, Hinführen zu alternativen Wohnformen im Sinne von Betreutem Wohnen und eigenem Wohn-  raum
- Unterstützung bei administrativen Belangen und Ämtern  
- Kooperation mit Behörden, insbesondere Polizei und Ordnungsamt, Institutionen, Wohnbaugesellschaf-  ten etc. 
- Organisation und Koordination der Hilfen 
- Krisenintervention bei Ruhestörungen, Menschenansammlungen, Konflikten mit Containerbewohnern   etc.   
         



V. Evaluation und Zeitrahmen
Das Modellprojekt ist zunächst auf ein Jahr als Probelauf befristet. Am Ende des Bewilligungszeitraumes gilt es die gemachten Erfahrungen mit allen Beteiligten zu bewerten und über eine Fortführung des Pro-jektes zu entscheiden.
Kriterium hierfür wäre insbesondere die Situation in der Darmstädter Innenstadt, inwieweit das Modellprojekt einen Beitrag leisten kann im Sinne des „Darmstädter Modells“ als ein As-pekt gelungener Sicherheits- und Präventionspolitik. 
VI. Platzordnung 
Die Platzordnung ist Bestandteil dieses Konzeptes und im Anhang mit beigefügt. Alle wichtigen Verhal-tensregeln bezüglich Ordnung, Sicherheit, Hygiene und Konsequenzen bei Nichteinhaltung sind darin enthalten.  VII. Kosten
Der Aufwand für das Modellprojekt beläuft sich auf neun Fachleistungsstunden wöchentlich. Die Stunden werden mit unserem üblichen Stundensatz für eine Fachleistungsstunde in Höhe von 39,00 Euro zzgl. ge-setzl. Mwst berechnet. In den Personalkosten sind enthalten: 
Pädagogisches Personal: acht Std./ Reinigung: drei Std./ Verwaltung: eine Std.   
In den Personalkosten sind kein regulärer Wochenenddienst, kein Nachtdienst und keine Sachkosten ent-halten. Einsätze am Wochenende werden von dem Betreiber individuell nach Bedarf vorgenommen. 

Die Gesamtkosten belaufen sich nach oben gemachten Angaben auf monatlich 1.796,07 ¬  inclusive gesetzl. Mwst. Die Kosten sind berechnet für ein Jahr ab Beginn des Projektes. 










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		Büro für Sozial- und Wohnberatung/ Konzept/ Bauwagen/ Seite  PAGE 2	 



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2008/0481

3444 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
19.11.2008 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat V Dezernat VI an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Sozialverwaltung  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2008/0481 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Projekt Bauwagensiedlung für Teile der Darmstädter Punkerszene 
 
Vorlage vom:  6.11.2008 
 
Beschlussvorschlag: 
Der Magistrat stimmt dem Projekt Bauwagensiedlung für den Zeitraum von einem Jahr zu. Nach 
Abschluss des Projektjahres ist dem Magistrat ein entsprechender Bericht vorzulegen. 
 
Anlagen: Konzept 
Platzordnung Bauwagensiedlung 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 6. November 2008: 
 
Im Rahmen der AG Sicherheit wurde die Präventionskonvention (Gefahrenabwehrverordnung) als ein 
wesentlicher Bestandteil im Gesamtkonzept der Sicherheits- und Präventionspolitik der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt entwickelt. 
 
Die Präventionskonvention wurde mit Magistratsbeschluss vom 28.12.2007 verabschiedet und ist seit 
dem 1. Januar 2008 in Kraft. Wesentliches Merkmal im Gesamtkonzept Sicherheit und Prävention ist 
der Dialog mit den Szenen im Bereich der Innenstadt zu alternativen Plätzen, im Rahmen einer 
zielgerichteten aufsuchenden Sozialarbeit, sowie bei Bedarf Vermittlung an spezifische Hilfsangebote. 
 
Für betroffene Teile der Darmstädter Punkerszene (und deren Hunde), wurde bisher eine 
Unterbringung im Rahmen der Obdachlosenunterbringung durch den Fachdienst für besondere 
soziale Hilfen in der Container-Unterkunft Gräfenhäuser Straße 157 angeboten. 
 
Im Dialog mit dieser Gruppe aus der Punkerszene wurde eine Konzeption für ein Modellprojekt 
„Bauwagensiedlung“ entwickelt (Anlage). Diesem Konzept liegt eine durch die Betroffenen selbst  
entwickelte Platzordnung bei. 
 
Diese Bauwagensiedlung lässt sich auf einem Gelände hinter der städtischen Obdachlosenunterkunft 
Gräfenhäuser Straße 157 realisieren. 
 
Eine sozialpädagogische Betreuung dieses Projektes erfolgt durch den Betreiber der Container-
Unterkunft, Büro für Sozialberatung Heike Fehr. 
 
Bereits mit Magistratsbeschluss vom 10. Oktober 2007 wurde eine Laufzeit des Projekts und dessen 
Evaluation ab Modellstart für ein Jahr festegelegt. Es entstehen in der Projektphase aufgrund der 
Finanzierung über einen zweckgebundenen Nachlass (Nachlass Ihrig) für den städtischen Haushalt 
keine zusätzlichen Kosten. 
 
 
Dem vorgelegten Konzept zur Errichtung einer Bauwagensiedlung auf dem Gelände Gräfenhäuser 
Straße 157 wird für ein Jahr zugestimmt. Ein entsprechender Bauantrag ist einzureichen. 
 
Die Bauwagensiedlung ist durch ausreichenden Sichtschutz, wie Zäune oder Büsche, zur Straße hin 
zu schützen. 
 
Nach einem Jahr ist das Projekt zu evaluieren und dem Magistrat ein entsprechender Bericht mit 
Erläuterung eventuell zukünftiger Kosten und Vorschläge für endgültige Standorte vorzulegen. 
 
 
Darmstadt, 6. November 2008 
bö, Nst.: 13-3277 
 
Dezernat V      Dezernat VI 
 
 
 
 
Jochen Partsch     Dieter Wenzel 
Stadtrat      S t a d t r a t  
 
Anlagen

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¢¢>>>>ÙBüro f. Sozial-  u. Wohnberatung

Entwurf für eine Platzordnung für Bauwagen auf dem Gelände der städtischen Wohncontainer in der Gräfenhäuser Str. 157
                                                                 
Sehr geehrte Bewohner und Bewohnerinnen der Bauwagen,  

damit wir den Aufenthalt und das Wohnen auf dem Gelände für alle BewohnerInnen gewährleisten können, sind nachfolgende Punkte verbindlich einzuhalten: 
Auf dem Bauwagengelände können ausschließlich Personen, die von der städtischen Obdachlo-senbehörde eine Stellplatzgenehmigung erhalten haben, dauerhaft wohnen. Eine Stellplatzgeneh-migung muss alle zwei Monate erneuert werden.
Die Stellplätze sind für jeden Bauwagen klar festgelegt. D.h. ein Umstellen der Bauwagen ist nicht erlaubt. Nicht genehmigte Bauwagen werden kostenpflichtig entfernt und der/ die jeweilige Besit-zerIn wird polizeilich angezeigt.
Für die BewohnerInnen des Bauwagenplatzes steht ein separater Sanitärcontainer mit WC`s und Waschgelegenheiten zur Verfügung. Der Sanitärcontainer wird mindestens einmal in der Woche von einem/ einer BewohnerIn gereinigt. Die sanitären Anlagen im Wohncontainer sind ausschließ-lich von den dort eingewiesenen Bewohnern und deren Gäste zu benutzen. 
Das Gelände für die Bauwagen ist durch Pfosten/ Sichtschutz gegenüber den Bahngleisen, dem Teich, der Straße und dem städtischen Wohncontainer abgegrenzt. 
Die Sauberkeit des Bauwagenplatzes liegt in der Eigenverantwortung der BewohnerInnen. Die Kontrolle obliegt dem Betreiber (Büro für Sozial- und Wohnberatung). 
Es dürfen nur die Kochgelegenheiten in den Bauwagen und äußere Feuerstellen benutzt werden, die zuvor vom Hochbauamt der Stadt Darmstadt bezüglich der gesetzlichen Vorschriften für Brandschutz genehmigt worden sind. Das Kochen und Anwärmen von Speisen und dergleichen ist nur auf den genehmigten Kochgelegenheiten gestattet. Die Kochgelegenheiten innerhalb des Wohncontainers stehen für die Bauwagenbewohnerinnen nicht zur Verfügung und umgekehrt. Jeder Bauwagen muss mit einem gültigen Feuerlöscher ausgestattet sein. 
Die Bauwagen müssen an einem bestimmten Tag in der Woche für den Betreiber zugänglich sein, bzw. bei besonderen Vorkommnissen. Analog zu den Wohncontainern hat der Betreiber von je-dem Bauwagen eine Kopie des Eingangschlüssels.   
Abfälle sind in die vom Betreiber aufgestellten Mülltonnen zu werfen. Sperrige Stücke müssen zerkleinert werden.  
Jeder/ jede BauwagenbewohnerIn ist für seine/ ihre Gäste verantwortlich. Die Gäste können ma-ximal drei Nächte bei einem/ einer BewohnerIn übernachten. Übernachten ist nur innerhalb der Bauwagen erlaubt, nicht im Freien. Bei mehr als drei Übernachtungen bedarf es der Genehmigung des Betreibers (Büro für Sozial- und Wohnberatung).


Gäste können bei unangemessenem Verhal-ten durch den Betreiber vom Gelände verwiesen werden. Jeder/ jede BewohnerIn ist verant-wortlich, dass sein/ ihr Besuch das Gelände verlässt. „Dauergäste“ werden nicht toleriert.
Ab 22:00 Uhr ist Nachtruhe. Die BauwagenbewohnerInnen werden angehalten ab diesem Zeit-punkt innerhalb der Bauwagen die Zimmerlautstärke einzuhalten, als auch auf dem Gelände sich angemessen zu verhalten. Jeder/ jede BewohnerIn ist des Weiteren angehalten Rücksicht auf seine/ ihre MitbewohnerInnen zu nehmen. 
Partys seitens der BauwagenbewohnerInnen müssen mindestens eine Woche vorher bei den Be-treibern (Büro für Sozial- und Wohnberatung) angemeldet werden. Lärmstörungen ab 24:00 Uhr sind zu unterlassen. 
Bezüglich der Wohncontainer sind die BauwagenbewohnerInnen angehalten sich wie Gäste zu verhalten. Dies gilt analog für die BewohnerInnen der Wohncontainer auf dem Gelände der Bau-wagen.
Die BauwagenbewohnerInnen sind für die artgerechte Haltung ihrer Tiere verantwortlich.  Für die Versorgung der Tiere sind ausschließlich die BesitzerInnen verantwortlich. Das Halten von exoti-schen Tieren ist nicht gestattet.
Die Gewerbeausübung innerhalb der Bauwagen und auf dem Gelände ist verboten.
Das Anwenden und Androhen von körperlicher Gewalt innerhalb des Gesamtgeländes (Bauwa-gen, Wohncontainer und Gelände) ist strikt untersagt. 
Der Konsum, Handel und die Lagerung von Suchtmitteln jeglicher Art ist ebenfalls untersagt. 
Der Besitz und das Einbringen von Schusswaffen jeglicher Art (auch waffenscheinfreie Schusswaf-fen) sowie von Messern mit feststehenden Klingen, Butterflies oder Springmessern ist verboten.
Bei notwendiger Medikamenteneinnahme (vom zuständigen Arzt verschrieben) ist der Betreiber aus Sicherheitsgründen zu unterrichten.
Aufgrund von Konflikten entstehende Neuregelungen der Platzordnung müssen von den Bauwa-genbewohnerInnen akzeptiert werden. 
Die Platzordnung ist Bestandteil der Stellplatzgenehmigung. Das Hausrecht (d.h. für das gesamte Gelände) hat der Betreiber. Die Einhaltung der o.g. Punkte wird von dem Betreiber kontrolliert. Die dafür autorisierten Personen haben in Ausübung ihres Hausrechts zu Kontrollzwecken insbe-sondere bzgl. der Punkte 15 und 16 das Recht die Bauwagen zu durchsuchen.  
Bei Zuwiderhandlungen gegen die Platzordnung erfolgen angemessene  Konsequenzen. Wenn ein/ eine BewohnerIn einen/ eine anderen/ andere BewohnerIn an Leib und Leben bedroht, verlässt er/ sie unmittelbar das Gelände und verliert damit auch seinen Stellplatz. Das Gleiche gilt bei Dieb-stahl von Einrichtungsgegenständen jeglicher Art. 

Darmstadt, den 


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BewohnerIn						Büro für Sozial- und Wohnberatung 








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Beratungsverlauf (1)

TOP 621

Orte (1)

  • Gräfenhäuser Straße 157

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2008/0481
Typ
Magistratsvorlage
Datum
06.11.2008
Erstellt
29.09.2026 00:00