AN/0194/2022
Kölner Stipendium für temporäre Schutzaufenthalte von gefährdeten Menschenrechtsverteidiger*innen
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Gem. Antrag nach § 3 (Grüne)
5730 Zeichen
Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN im Kölner Rat CDU-Fraktion im Kölner Rat SPD-Fraktion im Kölner Rat Fraktion Die LINKE im Kölner Rat Volt-Fraktion im Kölner Rat RM Gabrysch (KLIMA FREUNDE) An die Oberbürgermeisterin Frau Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 24.01.2022 AN/0194/2022 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 03.02.2022 Kölner Stipendium für temporäre Schutzaufenthalte von gefährdeten Menschenrechtsverteidiger*innen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Antragsteller bitten Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung des Rates am 03. Februar 2022 aufzunehmen. Die Stadt Köln soll, dem Beispiel anderer deutscher und europäischer Städte folgend, ein Stipendium für temporäre Schutzaufenthalte von gefährdeten Menschenrechtsverteidi- ger*innen vergeben. Beschluss: 1. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Stipendium für die Aufnahme von zwei Men- schenrechtsverteidiger*innen pro Jahr für maximal 12 Monate pro Person zu konzi- pieren und das Konzept zeitnah den Ausschüssen AVR und Finanzen zur Beschluss- fassung sowie den Ausschüssen Soziales, Seniorinnen und Senioren, dem Integrati- onsrat und dem UA Regionale Zusammenarbeit als Mitteilung vorzulegen. 2. Die Verwaltung wird gebeten, für die Aufsetzung einer möglichen Träger*innenschaft die stadteigenen Stiftungen und das Büro/Amt für Internationales zu berücksichtigen. 3. Geeignete Organisationen und Einrichtungen mit besonderer Expertise in Menschen- rechtsfragen, für die Situation und Rechte bestimmter gefährdeter Personengruppen, für bestimmte Länder und Regionen sowie solche, die für die Umsetzung des Kon- zepts und die künftige Begleitung und Unterstützung der nach Köln kommenden Sti- pendiat*innen besonders wichtig sind (z.B. Bildungs-, Gesundheits- und Kultureinrich- tungen für Spracherwerb, Fortbildungen, psychosoziale Unterstützung, Netzwerkar- beit, Rechts- und Sicherheitsberatung, Advocacy), sollen in die Erarbeitung des Kon- zepts eng einbezogen werden. - 2 - 4. Förderprogramme der EU (wie der EU Human Rights Defenders Mechanism und das European Instrument for Democracy and Human Rights) und der Bundesregierung (wie die Elisabeth-Selbert-Initiative) sollen auf ihre Eignung für eine Mitfinanzierung geprüft und wenn möglich genutzt werden. 5. Das Stipendium soll alle nötigen Kosten des Schutzaufenthalts (v.a. Unterbringung in einer möblierten Wohnung, z.B. der GAG, Lebenshaltungskosten, Krankenversiche- rung und Reisekosten) abdecken. 6. Das Programm muss durch die Verwaltung fachlich begleitet werden. Die Stelle für Menschenrechte ist umgehend auszuschreiben und zu besetzen. Finanzierung: EUR 100.000 p.a. politischer Veränderungsnachweis gemäß AN/2094/2021 Begründung: Diejenigen zu schützen, die wegen ihres friedlichen Einsatzes für die Menschenrechte von körperlicher und psychischer Gewalt, Verhaftung, Berufsverboten und sogar Mord bedroht werden (u.a. Angehörige ethnischer Minderheiten, die für Landrechte kämpfen; Frauen, die sich gegen Diskriminierung und Gewalt wehren; LGBTIQ -Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für ihr Recht auf sexuelle Identität engagieren oder Journalistinnen und Journalisten, die Korruptionsfälle aufdecken), auch indem man ihnen in Europa temporär Schutz gewährt, ist schon seit längerem etablierte EU -Politik (siehe u.a. EU Guidelines 2004 und 2008, EP Re- solution 2010). Die Bundesregierung misst dem im Rahmen ihrer Menschenrechtspolitik ebenfalls eine zunehmende Bedeutung bei (siehe 14. Bericht der Bundesregierung über ihre Menschenrechtspolitik, 2018-2020). Wirksamer Schutz muss lokal organisiert und gewähr- leistet werden und braucht ein konstruktives Zusammenspiel von zivilgesellschaftlichen und städtischen Akteur*innen und Einrichtungen. Köln verfügt hierfür über hervorragende Vo- raussetzungen. In Köln wird bereits vieles unternommen, u m Menschenrechte zu schützen und zu gewährleisten. Wie ambitioniert die Stadt ist, zeigt sich in vielen Ratsbeschlüssen, städtischen Konzepten, Aktionsplänen und Maßnahmen ebenso wie in der Beteiligung an wichtigen nationalen und internationalen Initiativen. Bürgerschaftliches Engagement und eine Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Strukturen sind dabei ein wichtiger Motor. Mit den beantragten Stipendien für temporäre Schutzaufenthalte wird gefährdeten Men- schenrechtsverteidiger*innen ein sicherer Ort geboten, den sie für die persönliche Erholung, Bewältigung von Traumata und – wenn möglich – für die Weiterbildung und Netzwerkarbeit nutzen können, um danach gestärkt ihr wichtiges Engagement fortsetzen zu können. Köln wiederum ermöglicht dies eine Stärkung der Reputation als Stadt, die ihre menschenrechtli- che Verantwortung besonders engagiert wahrnimmt, verbunden mit einem erheblichen Aus- strahlungseffekt in die Stadtgesellschaft und zusätzlichen Möglichkeiten, die Bürger*innen Kölns für die Wichtigkeit der Menschenrechte zu sensibilisieren. Auf diplomatischen Wegen sollen besonders gefährdete politisch Verfolgte für festgelegte Zeiträume nach Köln gebracht werden. Hier erhalten sie eine Unterkunft, ein Stipendium und Unterstützung bei der Netzwerkbildung. Perspektivisch soll das Stipendium in einer stadteigenen Stiftung angesiedelt werden. - 3 - Mit freundlichen Grüßen gez. gez. gez. Lino Hammer Grüne- Fraktionsgeschäftsführer Niklas Kienitz CDU- Fraktionsgeschäftsführer Mike Homann SPD- Geschäftsführer gez. gez. gez. Michael Weisenstein LINKE- Fraktionsgeschäftsführer Lucas Sickmöller Volt- Fraktionsgeschäftsführer Nicolin Gabrysch Einzelmandatsträgerin Klima Freunde
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/0194/2022
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 (Grüne)
- Datum
- 24.01.2022
- Erstellt
- 24.01.2022 12:52