Mandari Insight

3661/2023

Jahresbericht der Naturschutzwacht 2021/2022, Bezirk 9 (Mülheim West)

Mitteilung BV 21.11.2023

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 27.11.2023, TOP 10.2.12

Mitteilung BV

· application/pdf

Ansehen

Jahresbericht Naturschutzwacht 2021/2022

· application/pdf

Ansehen

Mitteilung BV

3705 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
57/571 
 
Vorlagen-Nummer 
 3661/2023 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 27.11.2023 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 27.11.2023 
 
Jahresbericht der Naturschutzwacht 2021/2022, Bezirk 9 (Mülheim West) 
Im Anhang wird Ihnen der Jahresbericht 2021/2022 der Naturschutzwacht Mülheim West, Be-
zirk 9 zur Kenntnis gegeben. Der Naturschutzwart hat mit seinem Ehrenamt erst in der Mitte 
des Jahres 2021 begonnen. Daher sind beide Jahre in einem Bericht zusammengefasst. 
Die Untere Naturschutzbehörde bedankt sich für die gute Zusammenarbeit und das Engage-
ment von Herrn Enger. 
 
Zu den im Jahresbericht angesprochenen Beobachtungen nimmt die Untere Naturschutzbe-
hörde wie folgt Stellung: 
 
Das Naturschutzgebiet Am grünen Kuhweg als ehemalige Kiesgrube mit einfassendem 
Gehölzbestand enthält keine eigenständigen Wege für eine interne Erschließung. Lediglich 
der Grüne Kuhweg quert das NSG in West-Ost-Richtung. Die Aussichts-Hütte soll erneuert 
werden sowie der Blick auf den See geöffnet werden.  
Eine aktualisierte Beschilderung ist für alle NSG im Stadtgebiet vorgesehen und vorbereitet. 
Es ist vorgesehen die bekannteren und stärker frequentierten NSG, wie beispielsweise die 
Flittarder Rheinaue, zuerst mit neuen Schildern auszustatten.   
 
Im Naturschutzgebiet Am Hornpottweg hat in 2023 ein Termin zwischen der Unteren Natur-
schutzbehörde, der Bezirksregierung Köln (als Vertreterin der Eigentümerin) und der Natur-
schutzstation Leverkusen-Köln stattgefunden. Dabei wurde das Konzept für einen Lehrpfad 
erörtert und vorabgestimmt, der in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation umgesetzt 
werden soll. In dem Zusammenhang werden auch die alten Infotafeln ersetzt.  
 
Im Naturschutzgebiet Flittarder Rheinaue werden entlang des Rheins viele Zugänge rein 
traditionell genutzt obwohl das Benutzen nur für die entsprechend gekennzeichneten Wege 
offengehalten ist und alle anderen Wege schon seit rd. 30 Jahren nicht zulässig sind. Vielfach 
werden die regelmäßig vom Wasser- und Schifffahrtsamt freigehaltenen Bezugskorridore zu 
den Schildern der Rheinkilometrierung als Zugänge zum Rhein aufgefasst und genutzt. Die 
betreffende Regelung ist mit den Funktionen des NSG und der Erhaltung der Lebensräume 
seltener Pflanzen und Tiere begründet und dementsprechend über den Landschaftsplan gere-
gelt und reglementiert. Eine grundsätzliche Öffnung des Ufers steht dazu im Widerspruch. Die

2 
 
Verwaltung hat für eine verbesserte Besucherlenkung die zulässigen Wege kennzeichnen las-
sen. Das dazu verwendete System – Holzpfähle mit roter Spitze – hat sich in der Wahner 
Heide in den letzten Jahrzehnten bewährt. Gleichzeitig wird über neue Infotafeln eine verbes-
serte Aufklärung der Öffentlichkeit stattfinden. Die Aufstellung der neuen Infotafeln im NSG ist 
für das Frühjahr 2024 vorgesehen.  
 
Die Idee einer Fährverbindung Niehl-Stammheim ist intensiv zwischen den Initiatoren und der 
Unteren Naturschutzbehörde einerseits, wie auch der Bezirksregierung Köln mit den Dezerna-
ten Höhere Wasserbehörde und Höhere Naturschutzbehörde diskutiert worden. Der Bau ei-
nes Fähranlegers mit entsprechender Infrastruktur im Naturschutzgebiet ist jedoch nicht ge-
nehmigungsfähig.  
 
Ergänzend sei darauf verwiesen, dass die StEB den Abwasserdüker unter dem Rhein zwi-
schen Niehl und Stammheim neu bauen wird. Die Bauzeit ist auf rd. 5 Jahre veranschlagt. Die 
Baustelleneinrichtung findet sich nördlich des Großklärwerks östlich des Rheindeichs. Im 
Deichvorland wird der neue Inspektionsschacht errichtet werden. Die Beschickung dieser 
Baustelle erfolgt über den bestehenden befestigten Weg.

Jahresbericht Naturschutzwacht 2021/2022

9215 Zeichen

Jahresbericht Naturschutzwacht Köln-Mülheim West - 2021/2022 
 
Im Mai 2021 habe ich die Aufgabe der Naturschutzwacht für den Westteil des Bezirks Mülheim of-
fiziell übernommen. Der vorliegende Bericht umfasst die Jahre 2021 und 2022.  
Ich wohne in Mülheim und versuche hier Verbindungen herzustellen zwischen Naturschutz und 
dem Sozialraum (z. B. Kirchengemeinde und Jugendeinrichtungen).  
Das Gebiet Mülheim-West ist mir sehr vertraut, da ich seit einigen Jahren hier viel mit dem Rad 
und zu Fuß unterwegs bin. 
 
Auffällig ist für mich auch hier der Interessenkonflikt zwischen Naturschutz mit den für Flora und 
Fauna erforderlichen Einschränkungen für uns Menschen und dem Bedürfnis, sich in der Natur vor 
Ort möglichst frei zu bewegen. Manche Hundehalter machen dies auch für Ihre Tiere geltend, oft in 
Unkenntnis, was dies für die Tier- und insbesondere die Vogelwelt bedeuten kann. 
Andererseits ist eine Zunahme des Bewusstseins von Verantwortung für die Naturräume zu be-
obachten: Meldungen von Auffälligkeiten, Müllbeseitigung (von einzelnen oder organisiert), Inte-
resse an Führungen und Schautafeln u. a.  
Bei den Beschilderungen erscheint es mir wichtig, dass neben den Informationen zum jeweiligen 
Naturraum auch Hinweise auf und nachvollziehbare Begründungen für die Ver- und Gebote ge-
macht werden. Im Naturschutzgebiet (NSG) Am Hornpottweg ist dies vor geraumer Zeit gesche-
hen. Hier wären m. E. Aktualisierungen und die Überprüfung von Standorten der Tafeln ange-
bracht. 
 
Im Einzelfall spreche ich Menschen an, wenn mir Fehlverhalten auffällt. Dabei bin ich eher vorsich-
tig und zurückhaltend, da ich zumeist allein unterwegs bin und auch keine ordnungsrechtlichen Be-
fugnisse habe. Stattdessen habe ich mich mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes vor Ort getroffen, 
um die Zusammenarbeit abzusprechen und beispielsweise eine Campingnutzung im Naturschutz-
gebiet zu melden. 
Auch mit der AWB habe ich Kontakt aufgenommen zur Beseitigung größerer Müllmengen am Grü-
nen Kuhweg. Ich konnte dabei Hinweise auf einen Schüler einer Schule vor Ort finden. 
Dies habe ich zum Anlass genommen, die Schule zu besuchen und über meinen Fund in Kenntnis 
zu setzen. So konnte ich auch auf das Naturschutzgebiet, meine Funktion und auf die Müllproble-
matik hinweisen. Ob die Thematik mit den Schülern behandelt wurde, ist mir allerdings nicht be-
kannt. 
 
Mit der Stadt Köln (Untere Naturschutzbehörde) hat es mehrere Vororttermine gegeben.  
Dabei wurden verschiedene Handlungsbedarfe deutlich: 
 
Naturschutzgebiet N 11 „A m Grünen Kuhweg“ (zwischen der A3 und Köln Dünnwald) 
 
- sehr große Mengen an leeren und aufgeschnittenen Kabelhüllen: Diese konnten mittlerweile in 
einer Aktion mit dem NABU in Zusammenarbeit mit der AWB zumindest zum Teil beseitigt wer-
den. Eine weitere Maßnahme wäre erforderlich um die restlichen Kabel zu entfernen. 
- Das gezielte Freischneiden des südlichen Dünenhanges erfolgt regelmäßig durch den NABU 
und wurde von mir aktiv unterstützt. 
- Der Schutzzaun auf der Nordseite des Weges als Abgrenzung der unter Naturschutz stehenden 
Kiesgrube ist an mehreren Stellen defekt und unvollständig. Dies ist u. a. durch umgestürzte 
Bäume verursacht. M. E. müsste der Zaun erneuert werden. Die kleine Aussichtshütte kann we-
gen Baumumsturz nicht mehr erreicht und genutzt werden. Hier wäre auch ein Rückschnitt der 
Bäume davor sinnvoll, um den Blick auf den See und dessen Vogelwelt wieder zu ermöglichen.

- Die Beschilderung ist verbesserungsbedürftig. Eine Infotafel könnte sinnvoll sein, andererseits 
besteht die Gefahr, dass dadurch nichteingezäunte Bereiche interessant und damit möglicher-
weise verstärkt begangen werden, obwohl dies der Naturschutz nicht zulässt, da hier keine offi-
ziellen Wege existieren. 
 
Naturschutzgebiet N 12 „Am Hornpottweg“ (westlich der Berliner Straße) 
 
- Diese ehemalige Kiesgrube ist durch die steilen Hänge, den Elektrozaun und die Beweidung be-
sonders geschützt. Gleichzeitig bietet der Rundweg um das Gelände einen sehr guten Einblick 
von den verschiedenen Seiten. Besondere Beachtung finden die beiden Wasserbüffel (mit Na-
men Fritz und Pudding).  
- Bei einem gemeinsamen Rundgang mit dem Beweider konnte ich Einblicke in die Tierhaltung 
der Rinder und Büffel erhalten. Ich konnte meine Funktion als Naturschutzwacht deutlich ma-
chen und eine gegenseitige Unterstützung vereinbaren. 
- Außer der vielfältigen Vogelwelt konnte ich eine größere Gruppe von Wildschweinen (ca. 14) be-
obachten, die ohne jegliche Scheu neben den Rindern auf der Wiese am See nach Futter such-
ten.  
 
 
Abbildung  1: Wasserbüffel  im NSG "Am Hornpottweg" 
 
Naturschutzgebiet N10 „Flittarder Rheinaue“ 
 
- Situationsbeschreibung:  
Dieses Naturschutzgebiet ist sehr weitläufig und verfügt über keinerlei Einzäunungen. Einzelne 
Naturschutz- und Fußgängerschilder weisen auf Betretungsmöglichkeiten und -verbote hin. Bis-
her gibt es hierzu keine Infotafeln mit Wegekarten. Es existieren eine Vielzahl von („illegalen“) 
Trampelpfaden und auch das Rheinufer wird als zugänglich wahrgenommen. Allerdings gilt für 
das gesamte Rheinufer vom Stammheimer Ruderclub bis zum Bayerwerk ein ganzjähriges Be-
tretungsverbot. Dies scheint bei der Bevölkerung auf Unverständnis und Ablehnung zu stoßen. 
Deutlich wird das auch den Mitarbeitenden des Ordnungsamtes, die bei Verstößen Bußgelder 
erteilen und sich in Rechtfertigungszwang sehen. 
 
- In meiner Funktion als Mittler zwischen Naturschutz und Bevölkerung rege ich daher an, dass 
ein gewisser Abschnitt des Rheinufers freigegeben wird, und dass die Betretungsverbotszonen

eindeutig gekennzeichnet werden. Als Zugangsbereich bietet sich m. E. das Ufer in Höhe des 
Dükers an. Hier besteht bereits ein Zugang und es gibt Bestrebungen von hier aus die frühere 
Fußgängerfähre nach Niehl wiedereinzurichten.  
- Ich habe an einer Begehung teilgenommen, bei der die Platzierung der neuen Infotafeln festge-
legt wurden. Diese sind allerdings bisher noch nicht angebracht worden.  
- Vermüllung der Überschwemmungszonen:  
In den letzten Jahren konnte der Vermüllung durch regelmäßige Sammelaktionen insbesondere 
durch die Initiative K.R.A.K.E. Einhalt geboten werden. Ich habe mich daran beteiligt und konnte 
dazu beitragen, dass die Kommunikation zwischen Stadt (Naturschutzbehörde und Ordnungs-
amt) und der Initiative verbessert wurde.  
- Ich habe erste Kontakte aufgebaut mit der Naturschutzstation am Schlosspark in Stammheim 
und dem BUND, der für Pflegemaßnahmen der Obst- und Weidenbäume in der Aue zuständig 
ist. 
 
 
Weitere Ausführungen zum Jahr 2022 
 
In der Flittarder Rheinaue wurden die Wanderwege mit rot markierten Holzpfählen kenntlich ge-
macht. Die Wegführung wurde teilweise verlegt und damit den realen Gegebenheiten auf sinnvolle 
Weise angepasst. 
 
Zeitweise existierte insbesondere über die kalte Jahreszeit ein Zeltlager (10-12 Zelte) in der Aue 
kurz vor der nördlichen Stadtgrenze. Auf Grund der schwierigen Wohnraumsituation und zur Ver-
hinderung von akuten Notlagen wurde diese Nutzungsform auch im Naturschutzgebiet zumindest 
in dieser Zeit bisher von der Stadt toleriert. Ein mittleres Hochwasser führte zur Auflösung bzw. 
teilweisen Verlagerung des Zeltlagers zum Von-Diergardt-See. 
 
Die Müllsammlungen der KRAKE, der Bürgervereine und auch von ansässigen Firmen in Köln 
führten zu einer vollständigen Beseitigung der verbliebenden Hinterlassenschaften. Allerdings 
zeigt sich auch hier, dass viel Müll von den Verursachern bereits entsorgt wird. Dies ist mir beson-
ders an einem Wochenende aufgefallen, an dem das Rheinufer und eine abgelegene Autobahnun-
terführung Nähe Grüner Kuhweg von einer Partyszene junger schwarz gekleideter Menschen be-
völkert und genutzt wurde. Ich konnte mit Teilnehmern sehr vernünftig sprechen. Der Müll war da-
nach größtenteils in Säcken verpackt und konnten auf meine Veranlassung hin von der AWB ab-
geholt werden.  
Ich meine bei einem Großteil der Naturraum nutzenden Menschen einen positiven Sinneswandel 
festzustellen. 
 
Am Hornpott nahm ich an einer ganztägigen Veranstaltung zum Thema Rinder- und Wasserbüffel-
haltung und Umzäunungsmöglichkeiten als Pflegemaßnahme in Naturschutzgebieten teil.  
Der Tierhalter und die NABU Leverkusen / Köln gaben einen sehr guten Einblick in die Situation 
vor Ort, auch zum Thema Flora und Fauna. 
In den späten Abendstunden im Juni konnte ich den Laubfrosch am Hornpott hören und dies der 
NABU für ihre Erfassung mitteilen. 
 
Da ich mich auch für die Gebiete in meinem Einzugsbereich interessiere und einsetze, die keine 
ausgewiesenen Naturschutzgebiete sind, habe ich u. A. folgende Initiative ergriffen: 
Kontaktaufnahme zur Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in Bonn. Diese ist Eigentümerin ver-
schiedener Wald- und Wiesengelände. Sie führt Maßnahmen zur Renaturierung durch.

Dabei können insbesondere größere Baumfällungen und Betretungseinschränkungen auf das Un-
verständnis der Bevölkerung treffen. Um dem entgegen zu wirken habe ich eine Begehung vor Ort 
angeregt, an der Vertreter verschiedener Interessengruppen teilnehmen sollen.  
 
 
gez. 
 
Jürgen Enger     Köln-Mülheim, 25.04.2022 
 
ergänzt und aktualisiert      10.07.2023

Beratungsverlauf (2)

27.11.2023 Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde
TOP 6.3 Kenntnisnahme (Mitteilung)

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.11.2023 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 10.2.12 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3661/2023
Typ
Mitteilung BV
Datum
21.11.2023
Erstellt
09.11.2023 10:19