Mandari Insight

V/0669/2023

"Horizont - Joboffensive für Menschen mit Migrationsvorgeschichte" gem. § 16 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II in Verbindung mit § 45 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 5 SGB III

Vorlagen 28.11.2023

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung, Sitzung am 06.02.2024, TOP 6

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlage A

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

9754 Zeichen

V/0669/2023 
V/0669/2023 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
"Horizont - Joboffensive für Menschen mit Migrationsvorgeschichte" gem. § 16 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 
SGB II in Verbindung mit § 45 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 5 SGB III 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   06.02.2024 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar-
beitsförderung 
Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
Die Verwaltung wird beauftragt, das Angebot “Horizont - Joboffensive für Menschen mit Migrations-
vorgeschichte“ für Zugewanderte mit intensiver (sozialpädagogischer/psychosozialer) Betreuung zur 
Stabilisierung ihrer Lebenssituation und Steigerung ihrer Beschäftigungsfähigkeit gemäß § 16 Abs. 
1 S. 2 Nr. 2 SGB II in Verbindung mit § 45 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 5 SGB III für den Angebotszeitraum 
vom 01.06.2024 bis 31.05.2025 (zuzüglich einer optionalen Vertragsverlängerung vom 01.06.2025 
bis 31.05.2026) im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung zu beschaffen. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
Es wird zur Kenntnis genommen, 
-   dass der Schätzwert der geplanten Beschaffung des Angebotes „Horizont - Joboffensive für Men-
schen mit Migrationsvorgeschichte“ über der Wertgrenze in Höhe von 750.000,00 € liegt.  
-   dass die Beschaffung über eine öffentliche Ausschreibung in einem europaweiten Vergabeverfah-
ren (VgV) erfolgen wird.  
-   dass die finanziellen Mittel für das Angebot “Horizont - Joboffensive für Menschen mit Migrations-
vorgeschichte“ in Form von Verpflichtungsermächtigungen zum Zeitpunkt der Ausschreibung vor-
handen sind. Der kommunale Haushalt wird nicht belastet. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jobcenter 
 
15.12.2023 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Frau Schmaloer 
Telefon: 492-9189 
SchmaloerS@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0669/2023 
Begründung: 
 
I. Zielgruppe und Bedarf  
 
Das Angebot “Horizont - Joboffensive für Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ richtet sich sowohl 
an arbeitsmarktnahe zugewanderte erwerbsfähige Leistungsberechtigte als auch an arbeitsmarktfer-
nere zugewanderte erwerbsfähige Leistungsberechtigte aus dem R echtskreis SGB II, die intensive 
Unterstützung und Begleitung im Integrationsprozess in den Arbeitsmarkt benötigen. 
 
Viele Zugewanderte haben Schwierigkeiten, erfolgreich in eine Ausbildung oder Arbeit einzumünden. 
Hier kommen zu den oftmals auftretenden und bekannten Beeinträchtigungen u.a. eine fehlende 
Schul- und Sozialisationsbiographie in Deutschland und das Fehlen berufspraktischer Vorerfahrungen 
hinzu. Auch sind bestimmte Grundlagen der Allgemeinbildung, der kulturellen Gegebenheiten und 
zum „Leben in Deutschland“ nicht verinnerlicht.  
 
Zudem haben Zugewanderte häufig psychische und/oder physische (kriegsbedingte) gesundheitliche 
Einschränkungen. Auch fällt das Erlernen einer Fremdsprache/ der deutschen Sprache schwer. Ins-
besondere ist das Erreichen eines Sprach-Niveaus schwierig, das den Anforderungen des Arbeitsall-
tags in Deutschland entspricht.  
 
Des Weiteren ist die Vereinbarkeit von Care -Aufgaben und Berufstätigkeit bei potentiellen Teilneh-
menden, oftmals bei weiblichen Zugewanderten, ein zentraler Aspekt in Bezug auf ihre Soziale Teil-
habe am Arbeitsmarkt, die durch geeignete Maßnahmen im Angebot „Horizont - Joboffensive für 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ unterstützt werden soll. 
 
Die Lebenssituation der Zielgruppe ist vielfach prekär. Sie benötigt Gelegenheiten und Impulse, um 
ihre Arbeitsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit wiederherstellen können. 
 
Aufgrund der zuvor genannten Problemlagen ist ein erhöhter Unterstützungsbedarf gegeben. Den 
individuellen besonderen Förderbedarfen und der (berufsbezogenen) Sprachförderung ist Rechnung 
zu tragen. 
 
 
II. Angebotsziel 
 
Kernziel des Angebotes ist es, Menschen mit Migrationsvorgeschichte in den Arbeitsmarkt zu integ-
rieren und Soziale Teilhabe durch Beschäftigung zu ermöglichen.  
 
Der Fokus des Angebo tes soll auf der Vermittlung in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäfti-
gungsverhältnis liegen. 
 
Dies soll durch eine intensive (soz ial-)pädagogische / psycho-soziale Betreuung, durch den Einsatz 
von Sprach- und Kulturmittler*innen für ein besseres Ver ständnis der Lebens- und Arbeitsbedingun-
gen, durch die Heranführung an die Erfordernisse des deutschen Arbeitsmarkts und durch die Qualifi-
zierung und Vermittlung berufsbezogener Sprachkompetenzen erreicht werden. 
 
 
III. Rahmenbedingungen 
 
Das Angebot „Horizont - Joboffensive für Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ beginnt am 
01.06.2024 und endet am 31.05.2025. Die Angebotsdauer des Gesamtangebotes beträgt 12 Monate. 
Das Angebot gliedert sich in zwei Module. Alle Teilnehmenden nehmen an Mo dul 1, dem Case Ma-
nagement als Einzelcoaching mit vorgeschalteter Kompetenzfeststellung und parallel stattfindenden 
Gruppenangeboten teil. Einige der Teilnehmenden münden nach erfolgreicher Aufnahme einer sozi-
alversicherungspflichtigen Beschäftigung in Modul 2 ein. Das Angebot „Horizont - Joboffensive für 
Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ wird in Teilzeit mit einem wöchentlichen Umfang von 30

- 3 - 
V/0669/2023 
Stunden angeboten. Der individuelle Umfang der wöchentlichen Teilnahmedauer richtet sich nach der 
Bedarfslage der Teilnehmenden. Es besteht die Möglichkeit einer Optionsziehung. Der Optionszeit-
raum beginnt am 01.06.2025 und endet am 31.05.2026.  
 
Modul 1: Case Management - Ganzheitliche Betreuung als Einzelcoaching (bei Bedarf mit Blick auf 
die Bedarfsgemeinschaft ) mit vorgeschalteter Kompetenzfeststellung und parallel stattfindenden 
Gruppenangeboten  
In Modul 1 stehen 32 Plätze für Teilnehmende je Monat zur Verfügung.  
Das Modul 1 gliedert sich in zwei Phasen. In Phase 1 erfolgt eine Kompetenzfeststellung und in Pha-
se 2 werden neben dem Case Management zwei Gruppenangebote vorgehalten.  
Die Kompetenzfeststellung und das Case Management werden in Form eines Einzelcoachings mit 
einem Umfang von mindestens zwei Beratungseinheiten pro Woche (à 45 Minuten) durchgeführt. 
Diese Beratungseinheiten können an einem Termin erfolgen.  
Die Teilnehmenden werden im Case Management motiviert, an den Gruppenangeboten teilzuneh-
men. In dem Gruppenangebot „Lernwerkstatt“ stehen 15 Plätze für Teilnehmende je Monat zur Verfü-
gung. Es ist tä glich in der Zeit von 08:30 – 12:30 Uhr vorzuhalten. Zudem können allgemeine berufs-
orientierte Themen (z.B. „Arbeitsmarkt in Deutschland“, „Anerkennungsverfahren für ausländische 
Bildungs- und Berufsabschlüsse“, etc.) in wiederkehrenden Modulen für Kleingr uppen angeboten 
werden.  
Die Teilnehmenden können Modul 1 für 12 Monate zugewiesen werden.  
 
Modul 2: Nachbetreuung zur Stabilisierung einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung  
Das Modul 2 ist nach Bedarf der jeweiligen Teilnehmenden und unter Vo raussetzung der Aufnahme 
einer (nicht nach § 16i/e SGB II geförderten) sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung anzusteu-
ern. Es werden keine festen Platzzahlen je Monat vorgegeben. Die Auftraggeberin geht davon aus, 
dass 10 Teilnehmende im Angebotszeitraum vom 01.06.2024 bis 31.05.2025 zugewiesen werden. 
Die Nachbetreuung zur Stabilisierung einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung umfasst 
maximal 2 Beratungseinheiten pro Woche à 45 Minuten und kann maximal für 6 Monate erfolgen. 
 
 
IV. Inhalt 
 
Modul 1 
In Modul 1 – Phase 1 werden mit Hilfe der „Kompetenzfeststellung“ sowohl die Potentiale und Fertig-
keiten als auch die Unterstützungsbedarfe der Teilnehmenden identifiziert. Zudem wird die Lebenssi-
tuation der Teilnehmenden eruiert. Die Ziele, die sich a us der „Kompetenzfeststellung“ ableiten las-
sen, werden daraufhin gemeinsam mit den Teilnehmenden erarbeitet und in einem individuellen För-
derplan festgehalten.  
Das Modul I – Phase 2 besteht aus dem „Case Management - Ganzheitliche Betreuung“ und „Grup-
penangeboten“. Im Case Management wird der Blick auf die individuelle Lebenssituation der Teil-
nehmenden (und ggf. der jeweiligen Bedarfsgemeinschaften) gerichtet. Die Verringerung oder Besei-
tigung der Problemlagen und die Vermittlung in ein Praktikum/ in eine Qualifizierung/ in eine Beschäf-
tigung oder Ausbildung sind zentrale Aspekte. Neben dem Einzelcoaching können die Teilnehmen-
den an Gruppenangeboten mitwirken. Ein wesentliches Gruppenangebot ist die „Lernwerkstatt“. In 
der „Lernwerkstatt“ erfolgt eine praktische Berufsorientierung durch sinnstiftende Tätigkeiten mit indi-
vidueller Sprachförderung (allgemein und fachsprachlich). In diesem Kontext soll ein Spracherwerb im 
Alltag und „learning by doing“ erzielt werden, um keine „Sprachkurs-Atmosphäre“ aufkommen zu las-
sen. 
 
Modul 2  
Die Teilnahme an Modul 2 stellt eine Option (individuell nach Bedarf) für diejenigen Teilnehmenden 
dar, die eine (nicht nach § 16i/e SGB II geförderte) sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf-
nehmen.

- 4 - 
V/0669/2023 
V.  Erfolgserwartungen 
 
Das Jobcenter der Stadt Münster bewertet das geplante Angebot als erfolgreich, wenn in Modul 1 
 
 80 Prozent der Teilnehmenden nach Beendigung von Modul 1 lokale Unterstützungsmöglichkei-
ten zum Abbau unterschiedlicher Integrationsbarrieren und ihre arbeitsmarktbezogenen Fähigkei-
ten und Stärken kennen.  
 70 Prozent der Teilnehmenden lokale Unterstützungsmöglichkeiten nutzen und Strategien zur 
Beseitigung unterschiedlichster Integrationsbarrieren umsetzen. 
 50 Prozent der Teilnehmenden ihre Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II durch Erzielung eines 
Erwerbseinkommens verringern. 
 
Das Jobcenter der Stadt Münster bewertet das geplante Angebot als erfolgreich, wenn in Modul 2 
 
     100 Prozent der Teilnehmenden ihre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stabilisieren. 
 
 
 
In Vertretung 
 
 
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin

Anlage A

1852 Zeichen

Anlage A zur V/0669/2023 
Kurzüberblick 
Mit der Vorlage holt die Verwaltung die Entscheidung der Politik über die Ausschreibung des 
Angebotes „Horizont – Joboffensive für Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ ein. Die Vergabe 
des Angebotes soll für den Zeitraum vom 01.06.2024 bis 31.05.2026 erfolgen. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Das geplante Angebot richtet sich an Zugewanderte aus dem Rechtskreis SGB II, die i.d.R. 25 
Jahre und älter sind und eine intensive (sozial-)pädagogische/ psychosoziale Betreuung zur 
Stabilisierung ihrer Lebenssituation und zur Steigerung ihrer Beschäftigungsfähigkeit benötigen. 
 
Flankierend zu einem Einzelcoaching sollen die Teilnehmenden im Rahmen eines Gruppenange-
botes ihre berufspraktischen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen ausloten. Die Heranfüh-
rung an die Erfordernisse des deutschen Arbeitsmarkts, die Unterstützung bei der Aneignung 
berufsbezogener Sprachkompetenzen und die Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige 
Beschäftigung sind übergeordnete Ziele der zu konzipierenden Maßnahme. 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0501 Leistungen der Grundsicherung 
Das Angebot „Horizont – Joboffensive für Menschen mit Migrationsvorgeschichte“ wird aus Bun-
desmitteln finanziert. Der kommunale Haushalt ist nicht betroffen. 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
X überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
 vollständig 
freiwillig 
 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Das geplante Angebot richtet sich ausschließlich an zugewanderte erwerbsfähige leistungsbe-
rechtigte Männer und Frauen. Auch zugewanderte Menschen mit Schwerbehinde-
rung/gesundheitlichen Einschränkungen, (Allein-)Erziehende und Ältere können von dem Ange-
bot profitieren.

Beratungsverlauf (1)

06.02.2024 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0669/2023
Typ
Vorlagen
Datum
28.11.2023
Erstellt
03.11.2023 09:55