V/0183/2023
Recyclinghöfe in Münster - Konzeptionelle Weiterentwicklung 2030
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Anlage: Recyclinghofkonzept
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RECYCLINGHÖFE IN MÜNSTER KONZEPTIONELLE WEITERENTWICKLUNG 2030 STADT MÜNSTER Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Inhalt Einleitung ........................................................................................................................................ 1 Recyclinghofkonzept Stand 2022 .................................................................................................... 1 Größe & Aufbau .......................................................................................................................... 2 Einzugsgebiete ............................................................................................................................ 4 Anlieferungen .............................................................................................................................. 5 Abfallmengen .............................................................................................................................. 7 Aktuelle Situation und Bewertung ................................................................................................ 8 Zukünftige Anforderungen ............................................................................................................. 10 Bevölkerungswachstum ............................................................................................................. 10 Vergleich mit anderen Städten .................................................................................................. 10 Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes .................................................................................. 11 Vision 2030 der AWM ................................................................................................................ 12 Recyclinghofkonzept 2030 ............................................................................................................ 13 Recyclinghoftypen und Anzahl .................................................................................................. 13 Neuausrichtung der Recyclinghöfe ............................................................................................ 14 Zusammenfassung .................................................................................................................... 16 Anhang ......................................................................................................................................... 18 1 Einleitung Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) betreiben seit 2005 insgesamt 11 Recyclinghöfe über das Stadtgebiet verteilt. Durch eine Erweiterung der Öffnungszeiten 2014 wurde der bürgerfreundli- che Service weiter ausgebaut und gleichzeitig eine sortenreine Erfassung zusätzlicher Wertstoff- mengen angestrebt. Das Bringsystem Recyclinghof ist nach wie vor eines der wichtigsten Entsor- gungsmöglichkeiten, die die Stadt ihrer Bevölkerung bietet. Durch die Anzahl und Verteilung der Wertstoffhöfe wurde bis heute ein hoher Standard hinsichtlich der Erreichbarkeit gehalten. Geringe Gebührensätze für nur einige der Abfallfraktionen runden das attraktive Angebot für die Bürger ab. Nun wurde der letzte Recyclinghof vor über 15 Jahren fertiggestellt und es drängt sich die Frage auf, wie das Konzept für das Recyclinghofnetz der Abfallwirtschaftsbetriebe für die nächsten 10 Jahre aussehen kann. Denn Münster bleibt nicht stehen, es entwickelt sich und es wächst. Gerade das Bevölkerungswachstum stellt die AWM vor Probleme, die sich in den letzten Jahren immer weiter herauskristallisiert haben. Im Rahmen dieses Konzeptes soll die aktuelle Situation der Wertstoffhöfe erläutert werden und Maßnahmen vorgestellt werden, wie die AWM in Zukunft den hohen Standard ihres Recyclinghofnetzes halten können. Recyclinghofkonzept Stand 2022 Das aktuelle Recyclinghofnetz in Münster ist gut ausgebaut. Die AWM betreiben ihre 11 Recycling- höfe selbst und gewährleisten dies durch wechselnde Öffnungstage der Stadtteilhöfe. Betrachtet man den Aufbau der Wertstoffhöfe, dann handelt es sich um flächenmäßig kleine Höfe, die gleich- mäßig über das 303 km 2 große Stadtgebiet verteilt liegen. Durch die gleichmäßige Verteilung wird eine gute Erreichbarkeit angestrebt und die Fahrzeiten der Bürger zum jeweils nächsten Wertstoffhof werden reduziert. Das Öffnungskonzept beruht auf wechselnden Öffnungstagen und -zeiten, die bedarfsgerecht gewählt wurden. Jeder Hof, ausgenommen der Recyclinghof in Mauritz, ist mindestens an zwei Tagen der Woche von 12-19 Uhr geöff- net. Zwei der drei kleineren Höfe mit nur einem wöchentlichen Öffnungstag haben zusätzlich alle 14 Tage einen weiteren Tag geöffnet. Die Wertstoffhöfe am Entsorgungszentrum (EZM) in Coerde und in Gremmendorf (Eulerstraße) sind ganztägig von Montag bis Samstag für die Bürger geöffnet. Die Kosten für den Betrieb der Recyclinghöfe werden hauptsächlich durch die Abfallgebüh- ren finanziert, da Kosten für Privatpersonen le- diglich bei der Abgabe von losem Restmüll, Bauschutt und behandeltem Holz anfallen. So werden die Münsteraner dazu ermuntert „mal 2 eben schnell“ ihre Abfälle auf den Recyclinghöfen zu entsorgen. Dies soll die bessere Wertstofftren- nung fördern und wilde Abfallablagerungen vermeiden. Das Konzept für die Recyclinghöfe in Münster fußt also auf dem Servicegedanken für die Bürger: schnelle und gute Erreichbarkeit, geringe Gebühren und das alles für die Umwelt. Um einen besseren Überblick über die verschiedenen Recyclinghöfe und ihre Auslastung zu erhal- ten wird im Folgenden der Ist-Zustand hinsichtlich Größe, Einzugsgebiet, sowie Anlieferungen und Abfallmengen beleuchtet. Größe & Aufbau Momentan betreiben die AWM Recyclinghöfe im Größenbereich von 2.700 m2 bis hin zum kleinsten Hof in Kinderhaus mit gerade mal 720 m2. Der Wertstoffhof am EZM (2.500 m2) zusammen mit dem Hof an der Eulerstraße (2.700 m2) sind flächenmäßig die größten und aufgrund der Öffnungszeiten auch die wichtigsten Höfe. Trotz der relativ großen Fläche haben die Höfe am EZM und an der Eulerstraße allerdings nur eine relativ kleine Parkfläche, die maximal 25 % der Gesamtfläche beträgt. Dies ist der Trennung von Anlieferungs- und Abfuhrbereich geschuldet. Nicht nur die Größe, auch der Aufbau unterscheidet die beiden Höfe von den kleineren Außenhöfen. Beide Wertstoffhöfe haben zwei Ebenen. Die Con- tainer befinden sich auf einer tieferen Ebene, so dass die Bürger ihre Abfälle leichter in die Behälter entsorgen können. Im Stadtgebiet wird aufgrund des Transports mit Presscontainern gearbeitet, wo- hingegen am EZM offene Container genutzt werden. Die räumliche Nähe zu den Sortieranlagen macht dies möglich. Am EZM fahren die Bürger zu Be- ginn über eine Fahrzeug- waage, die Abfälle werden kontrolliert und die Bürger fahren im Einbahnstra- ßenprinzip über den Hof. Die offenen Container be- finden sich im Containerhof in der Mitte des Recyclinghofs, wo sie auch während des Betriebs un- gestört getauscht werden können. An der Eulerstraße regelt ein Schrankensystem die Zu- und Aus- fahrt zum Hof. Die Presscontainer stehen auf dem angrenzenden Betriebsgelände und sind über den Wertstoffhof von vorne zugänglich. Getauscht werden sie auch hier über das Betriebsgelände, was während des Betriebs möglich ist. Im mittleren Größenbereich von ca. 1.600 m2 bis 1.200 m2 liegen die Wertstoffhöfe Roxel, Mecklen- beck, Hiltrup, Gievenbeck, Handorf und Wolbeck. Obwohl die Höfe fast 1.000 m2 kleiner sind, ist hier in den meisten Fällen eine größere Parkfläche vorhanden. Sie beträgt zwischen 25-35% der Ge- samtfläche. Der Wertstoffhof Mauritz zählt trotz seiner 2.500 m 2 zu den mittelgroßen Höfen, da die lange Einfahrt und eine Bauminsel in der Mitte des Hofes zwar zur Fläche beitragen, allerdings nicht als Containerstellplatz oder Parkfläche genutzt werden können. Die kleinsten Wertstoffhöfe sind mit 950 m2 und 720 m2 in Nienberge und Kinderhaus. 3 Die kleineren Außenhöfe sind vom Aufbau her ähnlich: Die Zu- und Abfahrt zum Hof erfolgt durch eine separate Ein- und Ausfahrt (Ausnahme: Mauritz), es findet aber keine Zufluss-Regelung statt. Aufgrund der geringen Flächen wurden beim Bau keine zwei Ebenen geschaffen, sondern die Presscontainer sind über Stahltreppen von vorne zu befüllen. Die Container werden außerhalb der Öffnungszeiten getauscht. 4 Einzugsgebiete Die Einwohner Münsters spielen eine große Rolle bei der momentanen Situation auf den Recycling- höfen. Denn die Münsteraner Bevölkerung ist alleine in den letzten 10 Jahren stark gewachsen. In der Tabelle ist die wohnberechtigte Bevölkerung der Stadtbezirke für das Jahr 2021 zusammenge- fasst. Jeder Bezirk umfasst die aufgezählten Stadtteile und ihnen wurden die vorhandenen Recyc- linghöfe zugeordnet. Die Verteilung der Höfe in den äußeren Stadtbezirken ist im Hinblick auf die Einwohnerzahlen aus- geglichen. Mit Ausnahme von Münster-Hiltrup, wo fast 38.000 Bürger im Einzugsgebiet eines Re- cyclinghofes leben, kommen in den Außenbezirken ca. 15.000 Bürger auf einen Recyclinghof. Die wechselnden Öffnungszeiten bzw. die täglichen Öffnungszeiten führen in Münster-West, Münster- Nord und Münster-Südost dazu, dass täglich ein Wertstoffhof in erreichbarer Nähe geöffnet hat. Münster-Mitte hat als einziger Bezirk keinen eigenen Wertstoffhof. Hierbei handelt es sich um den bevölkerungsreichen Innenstadtbereich, in dem ein Wertstoffhof schwer zu realisieren ist. Um Müns- ter-Mitte liegen jedoch verteilt in den anliegenden Stadtteilen die Höfe Kinderhaus, Gievenbeck, Mecklenbeck und Eulerstraße. Durch die Wohnstruktur in der Innenstadt, die meist aus Wohnungen oder kleineren Grundstücken besteht, fallen insgesamt auch weniger Abfälle an, die nicht über die Abfallabfuhr entsorgt werden können. Hinzu kommt die regelmäßige Sperr- und Grüngutabfuhr, die ebenfalls entlastend wirkt. Diese Faktoren, zusammen mit den täglichen Öffnungszeiten des Hofs an der Eulerstraße, decken momentan noch den Bedarf der Bevölkerung in Münster-Mitte. Allgemein ist die Nutzung der Recyclinghöfe aber nicht an den eigenen Wohnort gebunden. Es ist deshalb schwierig eine Aussage darüber zu treffen, welche Bürger welche Höfe besuchen. Meist ist der Hof im eigenen Stadtteil auch der favorisierte Hof. Stadtbezirke Recycling- höfe Wohnberechtigte Bevölkerung Stadtbezirke Recycling- höfe Wohnberechtigte Bevölkerung Münster-West 62.134 Münster-Südost 31.052 Gievenbeck Gieven- beck Gremmen- dorf-West Euler- straße Sentrup Gremmendorf-Ost Mecklenbeck Mecklen- beck Angelmodde Albachten Wolbeck Wolbeck Roxel Roxel Münster-Hiltrup 38.217 Nienberge Nienberge Berg Fidel Münster-Nord 30.698 Hiltrup-Ost Hiltrup Coerde EZM Hiltrup-Mitte Kinderhaus- Ost Kinderhaus Hiltrup-West Kinderhaus- West Amelsbüren Sprakel Münster-Mitte 128.863 Münster-Ost 23.368 Mauritz-Ost St. Mauritz Gelmer-Dyck- burg Handorf Handorf 5 Um diese Aussage zu prüfen, wurden im Jahr 2021 über einen Zeitraum von vier Wochen Bürger auf ausgewählten Wertstoffhöfen befragt. Es sollte analysiert werden aus welchem Stadtteil sie kom- men um ihre Abfälle anzuliefern. Die Auswertung zeigt, dass der Recyclinghof an der Eulerstraße durch seine zentrale Lage und die Öffnungszeiten von Bürgern aus vielen umliegenden Stadtteilen genutzt wird. Die kleineren Höfe in Gievenbeck, Roxel und Mecklenbeck werden hingegen hauptsächlich von dort ansässigen Müns- teranern frequentiert. Die Befragung auf den Höfen Roxel und Mecklenbeck ergab, dass viele Bürger aus Albachten die beiden Höfe anfahren. In Albachten existiert aktuell kein eigener Recyclinghof, weshalb die Bürger auf die Wertstoffhöfe in den umliegenden Stadtteilen ausweichen. Sie decken den Bedarf für den Stadtteil Albachten mit ab. Die Bevölkerungsverteilung in Münster gibt einen allgemeinen Überblick darüber, wie viele Bürger aktuell auf einen Recyclinghof kommen und liefert erste Indizien für eine Überbeanspruchung ein- zelner Höfe. Zusammen mit den Anlieferungsstatistiken sowie der Abfallmengen der Recyclinghöfe lässt sich eine deutlichere Aussage über die Auslastung der Recyclinghöfe in Münster treffen. Anlieferungen Die Anlieferungsstatistiken der letzten Jahre zeigen, wie sich die Beanspruchung der Höfe entwickelt hat. Da die Erhebung der Anlieferungszahl nicht für jeden Recyclinghof jährlich stattfindet, sind die Jahreszahlen für jede Zählung in der Grafik mit angegeben. Durch den Vergleich einer zurücklie- genden Zählung mit der jeweils Aktuellsten, soll die Frequentierung der Wertstoffhöfe aufgezeigt werden. So kann vernachlässigt werden, dass nicht jeder Hof an gleich vielen Werktagen geöffnet hat. 6 Vor allem die Recyclinghöfe in Hiltrup und in Roxel werden von den Bürgern verstärkt genutzt. Beide Höfe haben zwei ganze Öffnungstage, plus einen halben zusätzlichen Tag in Hiltrup. Im Vergleich zum Recyclinghof in Gievenbeck, der ebenfalls an zwei Tagen geöffnet hat, liefern in Roxel und Hiltrup deutlich mehr Bürger ihre Abfälle an. Betrachtet man die Entwicklung der Anlieferungszahlen in den letzten Jahren, zeigt sich, dass in Hiltrup, Gievenbeck und Nienberge die Zahl der jährlichen Anlieferungen zugenommen hat. In Roxel hingegen stagnieren die Anlieferungen auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Die Wertstoffhöfe an der Eulerstraße und am EZM haben aufgrund der werkstäglichen Öffnungszei- ten höhere Anlieferungszahlen als die anderen Höfe, weshalb sie gesondert zu betrachten sind. Beim Wertstoffhof an der Eulerstraße zeigt sich, dass die Anlieferungen im Laufe der letzten Jahre zugenommen haben. Um die Auslastung des Recyclinghofs am EZM besser beurteilen zu können, wurden die Verwiegungen der letzten drei Jahre ausgewertet. Hier werden zwar nur die Bürger er- fasst, die tatsächlich verwogen wurden oder eine Gebühr zahlen mussten, trotzdem lässt sich hier 7 ein Trend feststellen. Die Verwiegungen sind 2019 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und sie blie- ben im Jahr 2020 auf dem Niveau. Ab September 2021 wurden die Öffnungszeiten der Hauptwaage verlängert, so dass die Anlieferer von Grünabfällen nachmittags nicht mehr über die Recyclinghof- Waage verwogen werden mussten. Deshalb ging die Zahl der Verwiegungen in diesem Jahr leicht zurück, jedoch nicht auf den Wert des Jahres 2018. Ein Indiz für eine Mehrbelastung des Wertstoff- hofs am Entsorgungszentrum. Abfallmengen Neben den jährlichen Anlieferungszahlen werden zusätzlich die Abfallmengen der Recyclinghöfe betrachtet. Je öfter ein Hof von den Bürgern als Entsorgungsmöglichkeit genutzt wird, desto höher sind in der Regel die Abfallmengen. Deshalb soll durch die Auswertung der angelieferten Mengen für die letzten drei Jahre die Frequentierung der Höfe besser beurteilt werden können. Die Recyclinghöfe Roxel, Gievenbeck und Hiltrup weisen von den kleineren Höfen die größte jährli- che Abfallmenge auf. Diese Höfe haben zwei ganze Tage, bzw. zweieinhalb Tage in der Woche geöffnet, weshalb öfter und damit mehr Abfall angeliefert werden kann. Der halbe zusätzliche Öff- nungstag in Hiltrup kann allerdings nicht den großen Unterschied zu Roxel und Gievenbeck erklären. Mittwochs von 8:30 bis 13 Uhr finden im Schnitt weniger Anlieferungen statt, als Montag- und Frei- tagnachmittag. Hiltrup war also 2019 im Vergleich deutlich besser besucht, als die anderen Stadtteil- höfe. Die Abfallmengen von Roxel und Gievenbeck stimmen soweit mit den Anlieferungszahlen überein: Roxel ist laut der angelieferten Mengen besser besucht als Gievenbeck. Bei den restlichen Höfen lassen sich keine großen Unterschiede erkennen. Kinderhaus hat als kleinster Hof auch die geringste Abfallmenge. Was bei allen Höfen hinsichtlich der Abfallmenge gleich ist, ist die Entwicklung im Jahr 2020: Die Abfallmenge hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen. In Wolbeck mit 11 % noch am geringsten und in Roxel mit einem Minus von 35 % am stärksten. Diese Entwicklung lässt sich ei- nerseits auf eine kurzzeitige Schließung der Höfe aufgrund der Pandemielage zurückführen. Ande- rerseits wurde aufgrund der Verkehrssicherheit auf den Stadtteilhöfen die Betriebsordnung der Höfe geändert. Anlieferung von Fahrzeugen mit Anhängern, einer Fahrzeughöhe > 2 m oder schwerer 3,5 t wurden untersagt. Der Recyclinghof EZM steht den ausgenommenen Fahrzeugen weiterhin für Anlieferungen zur Verfügung. Durch diese notwendige Maßnahme reduzierte sich die Abfallmenge -13% -34% -21% -26% -18% -27% -12% -24% -25% 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 2019 2020 2021 8 der Außenhöfe deutlich. Auch wenn dieser Effekt sich im Jahr 2021 bei den meisten Höfen wieder relativierte, reduzierten sich die Abfallmengen für Hiltrup und Roxel erkennbar. Die werktäglich geöffneten Höfe am EZM und an der Eulerstraße haben aufgrund der Öff- nungszeiten höhere Abfallmengen und wer- den deshalb gesondert betrachtet: Wie bei den kleineren Höfen macht sich ein deutli- cher Unterschied im Jahr 2020 bemerkbar. An der Eulerstraße wurden 35 % weniger Ab- fälle angeliefert als 2019. Auch im Jahr 2021 blieb die Abfallmenge auf dem niedrigeren Niveau des Vorjahres. Am Recyclinghof EZM hingegen ist eine Steigerung der Abfallmen- gen festzustellen. Privatpersonen mit Anhä- nger sowie Gewerbetreibenden weichen nun auf diesen Hof aus und steigern die Abfallmenge deut- lich. Obwohl also die gesamte Abfallmenge aller Höfe im Jahr 2020 geringer war als im Vorjahr, lässt sich die Umstellung der Anlieferungsregelung erkennen. Bei allen Höfen fand eine Abnahme der Abfalltonnagen statt. Der Recyclinghof am EZM nahm die Abfälle der Bürger mit Anhänger auf und verzeichnete als einziger der elf Höfe größere Mengen. Aktuelle Situation und Bewertung Die Auswertung der aufgezeigten Daten gibt die aktuelle Situation auf den Recyclinghöfen in Müns- ter wieder. Es werden Probleme aufgezeigt, die im folgenden Abschnitt zusammengefasst und be- wertet werden. So wird deutlich, für welche Höfe sich Handlungsbedarf ergibt. Als Hauptproblem stellt sich die Größe der Wertstoffhöfe dar. Durch das Wachstum der Münsteraner Bevölkerung haben mittlerweile einige Recyclinghöfe eine zu kleine Grundfläche um ihrer Besucher- anzahl gerecht zu werden. Es werden größere Kapazitäten benötigt, damit eine Überlastung einzel- ner Recyclinghöfe vermieden werden kann. Am deutlichsten zeigt sich diese Problematik am Recyclinghof in Hiltrup. Die Anlieferungen und die Abfallmenge sind im Vergleich zu den anderen Stadtteilhöfen deutlich erhöht. Die gesamte Fläche des Recyclinghofes beträgt lediglich 1.500 m 2, was abzüglich der genutzten Fläche nur eine be- grenzte Zahl an Fahrzeugen auf dem Hof zulässt. Die Zufahrt des Recyclinghofes liegt in einer Kurve der Glasuritstraße ohne separate Abbiegespuren. Die Verkehrssituation ist deshalb ungünstig und ein zu hohes Besucheraufkommen verursacht einen Rückstau auf die Hauptstraße. Im Einzugsbe- reich des Recyclinghofes wohnen fast 40.000 Einwohner. Für den Recyclinghof Hitrup ergibt sich aus der aktuellen Situation ein kurzfristiger Handlungsbedarf Ein ähnliches Bild zeichnet sich für den Recyclinghof an der Eulerstraße ab: Der Hof wird wegen seiner zentralen Lage und den langen Öffnungszeiten von den Bürgerinnen und Bürgern stark ge- nutzt. Deshalb besuchen ihn nicht nur Anwohner aus Gremmendorf, sondern auch aus den umlie- genden Stadtteilen wie Hiltrup, Mauritz und dem Innenstadtbereich. Auch die Kapazität dieses Hofs ist mittlerweile zu klein um den Besucherzahlen gerecht zu werden. Gerade an Samstagen ist der Recyclinghof viel frequentiert und die Fahrzeuge stauen sich zeitweise bis in den öffentlichen Ver- kehrsraum zurück. Hier gibt es ebenfalls Handlungsbedarf. +10% -34% 0 2.500 5.000 7.500 10.000 12.500 15.000 EZM Eulerstraße Tonnen (t) 2019 2020 2021 9 Ähnlich sieht es in Roxel aus: Der Hof war einer der ersten Wertstoffhöfe Münsters und wird deshalb bis heute gerne von den Bürgerinnen und Bürgern besucht. Auch Münsteraner aus dem Stadtteil Albachten geben hier ihre Abfälle ab. Im Vergleich zu Gievenbeck oder Wolbeck verzeichnet er trotz ähnlicher Öffnungszeiten höhere Abfallmengen. Der Hof befindet sich ebenfalls an seiner Auslas- tungsgrenze und auch der Standort ist durch seine Zufahrtssituation nicht optimal. Im Bereich Ro- xel/Albachten gibt es ebenfalls Handlungsbedarf. Alle anderen Recyclinghöfe sind flächenmäßig nicht mehr optimal ausgestattet um in Spitzenanlie- ferungszeiten die Verkehrssicherheit auf den Höfen und im Staubereich zu gewährleisten. Als erste Maßnahme wurde daher im Jahr 2020 die Betriebsordnung für die Recyclinghöfe, mit Ausnahme des Recyclinghofes EZM, geändert, so dass Fahrzeuge mit Anhänger, schwerer als 3,5 t und höher als 2 m nicht mehr anliefern dürfen. Für die Anlieferung steht ausschließlich der Recyclinghof des EZMs zur Verfügung. Wie die Abfallmengen klar zeigen, reduzierte sich damit die Belastung der kleineren Höfe im Jahr 2020 deutlich. Auch wenn sich dieser Effekt bei vielen der Wertstoffhöfe 2021 wieder abmilderte, konnte bei allen Recyclinghöfen die Verkehrssituation nachhaltig verbessert wer- den. An den Recyclinghöfen in Hiltrup, Roxel und der Eulerstraße zeigt dies die Reduzierung der Abfallmengen. Handlungsbedarf ergibt sich aber aus der derzeitigen Situation, dass Anhängeranlie- ferungen nur an einem Recyclinghof im Stadtgebiet möglich sind. Durch die Änderung der Betriebsordnung sind die Abfallmengen und Verwiegungen im letzten Jahr für den Wertstoffhof am EZM gestiegen. Es ergibt sich eine Mehrbelastung durch den zusätzlichen Kundenstrom, der zusammen mit den Gewerbebetrieben den Hof anfährt. Um dem gerecht zu wer- den, muss auch hier eine Strategie entwickelt werden, wie der Hof zukünftig weiterentwickelt oder entlastete werden kann. Nicht nur die aktuelle Situation auf den Recyclinghöfen, auch zukünftige Anforderungen müssen bei der Weiterentwicklung des Recyclinghofnetzes in Münster berücksichtigt werden. Die Neuerungen, die sich in den letzten Jahren herauskristallisiert haben, fordern vonseiten der AWM neue Anforde- rungen an unsere Wertstoffhöfe. Diese werden im folgenden Abschnitt definiert. 10 Zukünftige Anforderungen Bei den zukünftigen Anforderungen an die Recyclinghöfe in Münster spielen sowohl die Stadtent- wicklung hinsichtlich der Bevölkerung und des Wohnungsbaus eine Rolle, aber auch rechtliche No- vellen und die eigene Vision der AWM sind von Bedeutung. Insgesamt soll erfasst werden, was von Interesse sein wird, wenn man eine Neuausrichtung des Recyclinghofnetzes anstrebt. Dabei soll auch im Kopf der Bürger ein Imagewandel der Recyclinghöfe stattfinden. Die AWM wollen weg vom Bild der „Müllkippe“ und hin zum modernen Wertstoffhof, der seinen Schwerpunkt auf Recycling und Wiederverwendung legt. Dabei geht es um eine partnerschaftliche Beziehung zwischen den Müns- teraner Bürgern und der AWM um zusammen eine saubere und lebenswerte Stadt zu schaffen und Abfälle zu vermeiden. Bevölkerungswachstum Dass die Bevölkerung Münsters in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen ist, ist allge- mein bekannt. In Zahlen bedeutet das konkret: 2010 lebten noch ca. 279.800 Menschen in der Stadt. 2020 waren es schon 316.400 Münsteraner Bürger. Die Prognosen sagen voraus, dass die Bevöl- kerungszahl 2030 auf 335.000 Einwohner steigen soll und bis 2040 sogar auf 357.000. Dieses Wachstum muss natürlich auch für die Recyclinghöfe berücksichtigt werden. Deshalb ist vor allem relevant, welche Stadtteile in Zukunft das Potenzial haben, Platz für die wachsende Bevölkerung zu bieten. Das Stadtplanungsamt ist für die städtische Entwicklung von Wohngebieten zuständig und anhand seiner Projekte zum Thema Wohnungsbau & Stadtentwicklung lässt sich vorhersagen, wel- che Stadtteile wachsen werden. Diese Vorhersage stimmt weitestgehend mit einer Prognose der Bevölkerungsentwicklung in Stadtteilen bis zum Jahr 2025 überein. Die Stadtteile Gremmendorf-West und Gievenbeck sind Standorte zweier ehemaliger Kasernen, die sich bereits im Umbau zu Stadtquartieren befinden. Hier entstehen das York- und das Oxford-Quar- tier, die für 1.800 bzw. 1.200 Wohneinheiten Platz bieten werden. Ganz in der Nähe im Hafen ent- stehen ebenfalls neue Stadtquartiere, die sowohl für Privatpersonen als auch für Gewerbebetriebe Immobilien schaffen sollen. Ebenfalls in Münster-Mitte, im Stadtgebiet Aaseestadt, soll das Kloster Pluggendorf zu einem Wohnquartier umgebaut werden. Der Bau soll hier in den nächsten Jahren beginnen. Aber nicht nur innenstadtnahe Neubaugebiete sind geplant, auch in Wolbeck, Albachten-Ost und Amelsbüren wurden Grundstücke erworben, die in Zukunft für Wohnungsbau genutzt werden sollen. In Wolbeck befindet sich das 8,5 ha große Gebiet „Südlich Berdel“ im Planungsverfahren, hier sind vor allem Mehrfamilienhäuser vorgesehen. In Albachten-Ost soll ein neues Wohnquartier entstehen, das Platz für 475 Wohneinheiten bietet. In Amelsbüren soll das Baugebiet nordwestlich „Am Dorn- busch“ für die Schaffung von 170 neuen Wohneinheiten genutzt werden. In den nächsten 10-20 Jahren wird sich also gerade in den genannten Stadtteilen die Bevölkerungs- dichte erhöhen und somit natürlich auch die Auslastung der Wertstoffhöfe verändern. Diese Ent- wicklung muss im neuen Wertstoffhof-Konzept zu tragen kommen und sollte einer der wichtigsten Gründe für die Weiterentwicklung der Recyclinghöfe in Münster sein. Vergleich mit anderen Städten Auch der Vergleich mit anderen Städten bietet die Chance zu prüfen, wo es für uns hingehen kann. Städte mit ähnlichen Einwohnerzahlen wie Münster sind dafür ausgewählt worden. Die Auswertung 11 zeigt, dass Münster Spitzenreiter ist, was die Anzahl der Wertstoffhöfe betrifft. Bezieht man die Stadtfläche mit ein, die pro Recyclinghof abgedeckt wird, dann sind Münster und Bochum vergleich- bar. Bochum hat allerdings deutlich mehr Einwohner, die pro Hof bedient werden müssen. Alle an- deren Städte hingegen haben weniger Wertstoffhöfe, die durch mehr Einwoh- ner genutzt werden. Daraus lässt sich fol- gern, dass die Anzahl der Wertstoffhöfe nicht unbedingt entscheidend ist. Auch wenige Höfe können den Einwohnern eine gute Entsorgungsmöglichkeit bieten. Hierbei sind dann die Ausstat- tung und die Größe des Hofes ausschlaggebend, damit genügend Kapazitäten vorgehalten werden können. Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes Nicht nur das Bevölkerungswachstum drängt auf eine Veränderung der Recyclinghöfe. Das Kreis- laufwirtschaftsgesetz (KrWG) wurde novelliert und stellt ebenfalls neue Anforderungen an die AWM als öffentlich-rechtlichen Entsorger. Zwar gelten noch Übergangsfristen, seit dem 29.10.2020 ist die Novelle aber in Kraft und weitet die Getrenntsammelpflicht auf die Abfälle Alttextilien und Sperrgut aus. Die Sammlung soll gerade bei letzterem so erfolgen, dass die Vorbereitung zur Wiederverwen- dung und das Recycling der einzelnen Bestandteile möglich ist. Diese Gesetzesänderung gibt die- sem Abfallstrom also eine neue Wertigkeit, stellt uns als Abfallwirtschaftsbetriebe aber auch vor eine neue Herausforderung. Von der Neuregelung ist nicht nur die Sperrgutsammlung betroffen, langfris- tig müssen auch die Wertstoffhöfe so gestaltet werden, dass der Schwerpunkt vor allem auf der Wiederverwendung liegt. Die Novelle wird in der Zukunft somit für eine umfangreiche Änderung des Abfallmanagements auf den Recyclinghöfen führen und muss bei der Gestaltung und Konzeptionierung von neuen Wert- stoffhöfen berücksichtig werden. Bei der Wiederverwendung von Sperrgut sind vor allem Gebrauchtwarenkaufhäuser eine interes- sante Möglichkeit. Deshalb werden sie im Rahmen des Konzepts als eigenes Unterkapitel erwähnt und es soll kurz erläutert werden, wie sie in Zusammenarbeit mit den Wertstoffhöfen an der Ver- marktung von wiederverwendbarem Sperrgut mitwirken können. Sollen auf einem Wertstoffhof Mö- belstücke für die Wiederverwendung erfasst werden, bedeutet das in der praktischen Umsetzung: Alte Gegenstände wie z.B. Möbel, die von den Bürgern entsorgt werden sollen, müssen durch das Personal vor Ort auf ihre Wiederverwendbarkeit geprüft und zwischengelagert werden. Da das Ziel der Wiederverkauf der Möbelstücke ist, muss ein Transport zu einem an- oder ausgegliederten Ver- marktungsort folgen. Hier müssen die Mengen erfasst, eventuelle Reparaturen durchgeführt und Preise festgelegt werden. In Berlin wurde ein solches Konzept bereits umgesetzt. Berlin hat 2020 ihre „NochMall“ eröffnet, ein Gebrauchtwarenkaufhaus, das seine Ware von zwei Berliner Recyclinghöfen erhält. Verkauft wer- den ausrangierte Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Haushaltswaren, Spielzeug und Bücher. Durch den Verkauf der Waren kann das Kaufhaus seine Kosten decken, es arbeitet aber nicht gewinnori- entiert. Es ist für die Berliner Stadtreinigung aber viel mehr als ein reines Second-Hand-Kaufhaus. Recycling- höfe Fläche (km2) Einwohner 2020 Einwohner pro Recyclinghof Bochum 6 145 364.454 60.743 Wuppertal 4 168 355.004 88.751 Bielefeld 3 258 333.509 111.170 Bonn 2 141 330.579 165.290 Münster 11 303 316.403 28.764 Mannheim 2 145 309.721 154.861 12 Es gilt als Erlebnisort von Nachhaltigkeit und bietet unter anderem auch Upcycling-Workshops oder die Teilnahme an Repair-Cafés an. Ziel des neuen Recyclinghofkonzepts sollte es sein, solche Nachhaltigkeits- und ReUse-Projekte bei der Gestaltung von zukünftigen Wertstoffhöfen mit einzubeziehen. Denn hierfür benötigt man Flä- chen, Transportketten und Kooperationspartner, die eng mit den AWM zusammenarbeiten. Gleich- zeitig bieten solche Projekte ein großes Potenzial die Stadt Münster nachhaltiger und lebenswerter zu gestalten. Vision 2030 der AWM Genau solche Nachhaltigkeitsprojekte sind ein Schritt zur Verwirklichung der Vision 2030, in der die Abfallwirtschaftsbetriebe ihre zukünftigen Ziele festgelegt haben. Die Hauptaufgabe ist es, ein ab- fallfreies Münster zu schaffen und so zur Hauptstadt der Abfallvermeidung zu werden. Es geht dabei um die Gewinnung von Wertstoffen, die primär stofflich verwertet werden können. Die AWM sollen als starker Partner der Bürger auftreten und in Sachen Recycling und Wertstoffgewinnung beratend zur Seite stehen. So soll das Bewusstsein für Wertstoffe und Ressourcen der Münsteraner gestärkt werden. Gerade in dem Bereich können Recyclinghöfe eine tragende Rolle spielen. Die Menschen können vor Ort sehen, wie richtig getrennt wird und welche Wertstoffe gesammelt werden. Wert- stoffhöfe bieten so die Möglichkeit nicht nur „Müllkippe“ zu sein, sondern können ein Kompetenz- zentrum für Recycling oder Upcycling werden und so einen Imagewandel vollziehen. 13 Recyclinghofkonzept 2030 Die Anforderungen, die zukünftig an das Recyclinghofnetz in Münster gestellt werden, stehen nun dem Ist-Zustand der Wertstoffhöfe mit den derzeitigen Problemen gegenüber . Das neue Konzept muss die Herausforderungen berücksichtigen und die aktuellen Probleme lösen um mit der Entwick- lung Münsters und der Kreislauf- und Abfallwirtschaft Schritt zu halten. In den nächsten Abschnitten wird aufgezeigt, wie die AWM den Anforderungen und der derzeitigen Situation hinsichtlich der Re- cyclinghöfe gerecht werden kann. Recyclinghoftypen und Anzahl Aufgrund der Bewertung der derzeitigen Situation und den neuen Rahmenbedingungen der Zukunft, ist der Bau zusätzlicher Recyclinghöfe nicht erforderlich. Die Anzahl der Recyclinghöfe in Münster ist nicht der Grund für die derzeitigen Probleme. Die Einzugsgebiete sind angemessen. Im Vergleich mit Städten mit vergleichbarer Einwohnerzahl nimmt Münster eine Spitzenposition ein, was die An- zahl der Wertstoffhöfe betrifft. Anhand der Bevölkerungszahl in den Stadtgebieten und der Wachstumsprognose sollen aber die Größen der Recyclinghöfe in den Stadtteilen bedarfsgerecht gewählt werden. Deshalb werden im Folgenden drei verschiedene Wertstoffhoftypen definiert, die sich in ihrer Fläche, ihrem Aufbau und ihrer Ausstattung unterscheiden. Recycling- hoftypen Fläche Ausstattung Nutzung Kosten (Grundstück) 70-90 €/m2 Zentraler Hof 8000 - 10.000 m2 - Fahrzeugwaage, Wartezeiter- fassung, Container- und Kunden- ebene, Containerstellflächen, stationäre Schadstoffsammlung, Gebäude/Fläche für Nachhaltig- keitsprojekte - Teilüberdachung des Hofs - Tägliche Öffnungszeiten - Einzugsgebiet Münster- Nord bzw. Münster-Süd Gewerbe- kunden, Privat- personen, PKWs + Anhänger 560.000 €- 900.000 € Haupthof 3000 - 5000 m2 - Zufahrt mit Schrankenanlage, Container- und Kundenebene, stationäre/mobile Schadstoff- sammlung, Fläche für Sperrgut- sammlung - Teilüberdachung des Hofs - Tägliche Öffnungszeiten - Einzugsgebiet 30.000 -40.000 Einwohner Privat- personen Optional: PKWs + Anhänger von privat 210.000 € - 450.000 € Nebenhof 2000 m2 - Ein- und Ausfahrt, Barkasse + EC-Gerät, optional: mobile Schadstoffsammlung - Wechselnde Öffnungszeiten - Einzugsgebiet 15.000 – 20.000 Einwohner Privat- personen 140.000 € - 180.000 € 14 Der zentrale Hof soll ausreichend Kapazitäten haben um nicht nur das Bevölkerungswachstum auf- zufangen, sondern soll auch als Anlaufstelle für Gewerbebetriebe und Personen mit Anhängern oder Fahrzeugen > 2 m bzw. schwerer als 3,5 t dienen. Damit das möglich ist, muss die Fläche des Hofes 8.000 – 10.000 m2 betragen, da sonst nicht genug Containerstellplätze, Lagerfläche und Parkfläche vorhanden sind. Der Recyclinghof sollte modern und kunden- sowie mitarbeiterfreundlich gestaltet werden. Auch das komfortable Befüllen der Container ist in dem Zusammenhang ein Aspekt, der einen Recyclinghof attraktiv macht. Nachhaltigkeitsprojekte könnten auf der Fläche mit eingebunden werden, die gleichzeitig die Anforderungen der KrWG-Novelle erfüllen. Der Haupthof hat mit 3.000 – 5.000 m2 eine geringere Fläche und ein Einzugsgebiet von 30.000 - 40.000 Einwohnern. Vom Typ her soll er dem derzeitigen Recyclinghof Eulerstraße ähneln, also bereits mit einer erhöhten Kundenebene, damit der Einwurf in die Presscontainer erleichtert wird. Auch bei dieser Größe sind Lagerflächen für wiederverwendbare Möbelstücke denkbar, die an- schließend in einem Secondhand-Kaufhaus vermarktet werden könnten. Der Wertstoffhoftyp würde in Bevölkerungsreichen Stadtteilen Sinn machen, da er ausreichend Platz und Entsorgungsmöglich- keiten für Privatpersonen bieten kann. Der Recyclinghof vom Typ Nebenhof ist für einzelne bzw. mehrere Stadtteile gedacht, die eine mo- derate Bevölkerungsdichte haben. Das Einzugsgebiet sollte 15.000 – 20.000 Einwohner betragen. Hier soll ein Hof in der Größenordnung Mecklenbeck oder Handorf mit zusätzlichen Angeboten dafür sorgen, dass die Bürger weiterhin in erreichbarer Nähe ihre Abfälle entsorgen können. So wird der Verkehr langfristig entlastet und der Service für die Bürger bleibt weiterhin auf einem hohen Stan- dard. Im Anhang befindet sich ein Entwurf für einen Recyclinghof vom Typ Haupthof. Er dient der besseren Visualisierung des Recyclinghoftyps, der den neuen Anforderungen entspricht. Als Witterungsschutz für die Mitarbeitenden und Kunden ist hier noch eine Überdachung oder eine Teilüberdachung des Hofs denkbar. Die Einführung der drei Recyclinghof-Typen kann nicht nur den zukünftigen Bedarf decken, sondern kann auch die effizientere Nutzung von AWM-Ressourcen bedeuten. Das bisherige Konzept beruht auf einer schnellen Erreichbarkeit, die viele Wertstoffhöfe und damit Flächen erfordert. Zwei Öff- nungstage pro Woche bedeuten im Umkehrschluss eine dreitägige Schließung, in denen die Höfe nicht genutzt werden. Mit Blick auf die Zukunft sind solche ungenutzten Potenziale mehr und mehr kritisch zu sehen. Eine Anpassung der Öffnungszeiten ist im Rahmen des neuen Konzeptes not- wendig. Eine neue Ausrichtung der Recyclinghöfe soll deshalb auch auf eine nachhaltige Flächen- nutzung und nachhaltigen Personaleinsatz abzielen. Der Service für den Bürger muss dadurch nicht in den Hintergrund rücken. Neuausrichtung der Recyclinghöfe Durch die Zuordnung der Wertstoffhöfe Münsters zu den drei Recyclinghoftypen ergibt sich ein Re- cyclinghofnetz, das bedarfsgerecht ausgerichtet ist. Ausschlaggebend dafür ist die erfasste Auslas- tung der Höfe, die Größe des Einzugsgebiets und das zukünftige Bevölkerungswachstum im jewei- ligen Stadtteil. Die Recyclinghöfe Nienberge, Wolbeck, Kinderhaus, Handorf, St. Mauritz und Mecklenbeck stoßen momentan nicht an ihre Auslastungsgrenzen und es ist in den nächsten Jahren keine starke Zu- nahme der Einwohnerzahl in diesen Stadtgebieten zu erwarten. Die Höfe sollen deshalb als Typ 15 „Nebenhof“ vorerst weiter betrieben werden. Bei einer Verfügbarkeit von Grundstücken in Gewerbe- gebieten ist über einen Neubau nachzudenken um auch diese Stadtteilhöfe attraktiver gestalten zu können. Der Recyclinghof Hiltrup befindet sich aktuell an seiner Auslastungsgrenze und aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte muss der Hof in Zukunft dem Typ „Haupthof“ entsprechen. Da der Standort nicht erweiterbar ist, muss ein neues Grundstück gesucht werden. Der Bau eines neuen Hofes bietet die Chance ihn modern zu gestalten und ausreichend Kapazitäten für die nächsten Jahrzehnte zu schaf- fen. Tägliche Öffnungszeiten und die Anlieferung mit Anhänger für Privatpersonen wären dabei ein bürgerfreundlicher Service. Der Recyclinghof an der Eulerstraße entspricht aufgrund seiner Bauweise und Ausstattung nahezu einem Haupthof. Der Hof ist innenstadtnah gelegen und werktäglich geöffnet, weshalb er Anlauf- stelle für Bürger aus dem ganzen Stadtgebiet ist. Dennoch wäre auf lange Sicht ein Zentraler Hof im südlichen Stadtgebiet sinnvoll. Der Zentrale Hof am EZM bedient momentan alleine alle Gewer- betreibenden und Privatpersonen mit Anhänger, was bei der Bevölkerungsentwicklung Münsters in Zukunft zu Problemen führen wird. Ein weiterer Faktor ist der lange Fahrweg aus dem Süden in den Norden der Stadt. Die Belastung des Verkehrs und der CO 2-Ausstoß sind im Hinblick auf den Kli- mawandel kritisch zu betrachten. Der Bau eines Zentralen Hofes im Süden Münsters würde auch hier einen neuen Standort erfordern, da der Hof Eulerstraße nicht weiter ausgebaut werden kann. Würde sich im Umkreis des jetzigen Hofes ein neuer Standort finden, der den Anforderungen ent- spricht, könnte der Zentrale Hof den Recyclinghof Eulerstraße ersetzen. Die Fläche kann dann an- derweitig durch die AWM genutzt werden, da das Betriebsgelände in absehbarer Zeit an seine Gren- zen stoßen wird. Bei einer Grundstücklage weiter im südlichem Stadtgebiet könnte der bestehende Recyclinghof als Haupthof weiterbetrieben werden. Da in Gievenbeck ein neues Wohnquartier entsteht und der Stadtteil bereits eine hohe Bevölke- rungsdichte aufweist, ist hier eine neue Standortsuche für den Recyclinghof erforderlich. Der neue Hof muss dem Format Haupthof entsprechen, damit auch der Westen Münsters einen Wertstoffhof hat, der dem zukünftigen Bedarf gerecht wird. Durch den neuen Haupthof in Gievenbeck ist die Verlagerung des Recyclinghofs in Roxel Richtung Albachten eine sinnvolle Maßnahme. So kann ein Hof vom Typ Nebenhof geschaffen werden, der eine größere Kapazität besitzt, eine bessere Lage hat und der den Bürgern aus Roxel und aus Al- bachten zur Verfügung steht. Dies wäre eine nachhaltige Lösung und es würde sich kein Nachteil für die Bürger der beiden Stadtteile daraus ergeben. Der Recyclinghof am EZM als Zentraler Hof im Norden Münsters existiert bereits, allerdings ist hier eine Erneuerung und Erweiterung des Hofs notwendig. Die Größe des Hofs entspricht nicht der Fläche, die ein Zentraler Hof zukünftig haben muss um der wachsenden Bevölkerung zu genügen. Hier muss geprüft werden, ob eine Erweiterung umsetzbar ist oder ob der Hof an anderer Stelle des Entsorgungszentrums neu gebaut werden muss. Die Abbildung soll abschließend verdeutlichen, wie das zukünftige Recyclinghofnetz Münsters im Vergleich zum heutigen Stand aussehen könnte. Langfristig gesehen sollte der Schwerpunkt von dem engmaschigen Netz aus kleinen Wertstoffhöfen, hin zu effizient und nachhaltig genutzten Re- cyclinghöfen verschoben werden. Dabei sollten Höfe entstehen, die von der Größe und Kapazität mit der zukünftigen Entwicklung Münsters Schritt halten können. 16 Für den Neubau werden in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen erforderlich. Erweiterte Öffnungszeiten und zusätzlicher Service können nur mit zusätzlichen Personal und damit verbun- denen Kosten realisiert werden. Jedes einzelne Projekt und jede Maßnahme wird daher auf seine Umsetzbarkeit unter den Kriterien Nachhaltigkeit, Ökonomie und Ökologie überprüft. Zusammenfassung Das Bevölkerungswachstum, die derzeitige Größe der Recyclinghöfe und die Förderung von Wie- derverwendung sind die vordergründigen Faktoren, die eine Veränderung des Recyclinghofkonzepts erfordern. Hinzu kommt die Änderung der Betriebsordnung hinsichtlich der Anlieferung mit Fahrzeu- gen > 2 m, schwerer als 3,5 t oder mit Anhängern. Dies war eine kurzfristige Lösung für die Entlas- tung der kleineren Wertstoffhöfe. Aus verkehrstechnischer und umweltfreundlicher Sicht kann die Nutzung nur eines Recyclinghofes für Anhängeranlieferungen und Kleigewerbebetrieb keine Lösung sein. Nicht alle Recyclinghöfe werden im gleichem Maße von der Neuausrichtung betroffen sein. Statt- dessen ist ein bedarfsgerechtes und dadurch nachhaltiges Konzept erarbeitet worden. In dessen Rahmen wurden verschiedene Recyclinghoftypen definiert, die sich an der Bevölkerungsdichte im Stadtteil orientieren. Aus der Auswertung der Daten ergaben sich Maßnahmen, die anhand ihrer Dringlichkeit in eine zeitliche Reihenfolge gebracht wurden: Der größte Handlungsbedarf besteht am Recyclinghof in Hiltrup. Der Umbau zu einem Haupthof und die erforderliche Grundstücksuche für einen neuen Hof in Hiltrup muss deshalb erste Priorität haben. Die zweite Priorität sollte sein, ein Grundstück im Süden Münsters zu finden um einen zwei- ten zentralen Hof zu errichten. Dieser muss Platz für Gewerbetreibende und Privatpersonen mit Anhängern bieten. Die Zukunft des Recyclinghofes Eulerstraße ist dabei abhängig von der Lage des neuen Grundstücks. 17 Aufgrund der Entstehung des neuen Wohnquartiers im bevölkerungsreichen Gievenbeck, steht an dritter Stelle die Grundstückssuche für einen neuen Haupthof in diesem Stadtteil. So bietet sich die Möglichkeit einen großen Recyclinghof zu errichten, der die Bürger aus dem Westen Münsters bedient. Als vierte Priorität ist der Neubau eines modernen Nebenhofs in Roxel ins Auge zu fassen. So erreicht man zusammen mit dem westlichen Haupthof in Gievenbeck ein flächendecken- des Recyclinghofnetz, das den umliegenden Stadtteilen Albachten, Roxel und Mecklenbeck gleichermaßen gerecht wird. Eine Grundstückssuche ist hierfür notwendig, die sich auf das Stadtgebiet zwischen Roxel und Albachten konzentrieren sollte. Als letzte Priorität ist die Anpassung des Recyclinghofs am Entsorgungszentrum zu nennen, der auf lange Sicht vergrößert werden muss. Nur so kann er weiterhin als Zentraler Hof im wachsenden Münster bestehen. Hierbei ist zwischen einer Erweiterung oder dem Neubau an einer anderen Stelle des Entsorgungszentrums abzuwägen. Die anderen Stadtteilrecyclinghöfe sollten optional neu errichtet werden, wenn passende Grundstücke zur Verfügung stehen. Hierbei ist eine Zwei-Ebenen-Lösung zur optimierten Befüllung der Container durch die Bürgerinnen und Bürger anzustreben. Das alte Konzept des Recyclinghofnetzes in Münster beruhte auf einer schnellen Erreichbarkeit der Wertstoffhöfe für die Bürger. Damit die AWM zukünftig ein nachhaltigeres Konzept umsetzen kann, sollen neue Höfe entstehen die komfortabler sind und größere Kapazitäten bieten. Dabei sollen keine zusätzlichen Recyclinghöfe entstehen, sondern lediglich alt durch neu ersetzt werden. Abge- rundet wird das neue Konzept durch Rücknahmebereiche für wiederverwendbare Gegenstände auf den Zentralen und Haupthöfen. Ein Gebrauchtwarenkaufhaus mit Repair-Einrichtungen an einem getrennten Standort bzw. angegliedert an einem der Zentralen Höfe ergänzen das neue Recycling- hofkonzept. Auch das Zusammenfassen weiterer Höfe sollte weiterhin eine Option bleiben. Durch angepasste Öffnungszeiten können so weiterhin ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten gesichert werden. Gleichzeitig würde der Flächenbedarf insgesamt verringert werden. Stillstandzeiten der Anlagen würden reduziert. Der fortschreitende demographische Wandel und der Fachkräftemangel sind schon jetzt spürbar, weshalb es zunehmend schwieriger wird, eine Schadstoffsammlung auf allen Höfen während der gesamten Öffnungszeiten durchzuführen. Eine Anpassung in diesem Bereich ist ebenfalls eine Option. Ein nachhaltiger Personaleinsatz für Abfallwerker 50+ in Zeiten ohne Schad- stoffsammlung auf den kleineren Nebenhöfen wäre dann möglich. Abschließend kann man sagen, dass die Neuausrichtung hin zu größeren Höfen viele Vorteile bietet, sowohl für die Bürger, als auch für die AWM: Neue komfortable und moderne Wertstoffhöfe mit integrierten ReUse-Projekten auf denen die Bürger mit den AWM Hand in Hand mitwirken können. Alles Möglichkeiten, die sich für die Stadt Münster und die Abfallwirtschaftsbetriebe bieten, um zu einer nachhaltigen Stadt und einem Partner für die Bürger zu werden. 18 Anhang Recyclinghof vom Typ Haupthof
Anlage A
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Anlage A zur V/0183/2023 Kurzüberblick Die awm haben ein Konzept für die Weiterentwicklung des Recyclinghofnetzes in Münster erar- beitet. Auf Grundlage von aktuellen Daten und der Entwicklung der Stadt in den nächsten Jahren wurden Recyclinghoftypen definiert. Sie sollen zukünftig in den Stadtteilen eine bedarfsgerechte Entsorgungsmöglichkeit gewährleisten. Langfristig sollen sie als erste Anlaufstelle für die rechtlich erforderliche Wiederverwendung von Abfällen dienen, und ReUse-Konzepte sollen ein Teil der awm werden. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel der Neukonzeptionierung des Recyclinghofnetzes in Münster ver- folgt. Je nach Bevölkerungsdichte in den Stadtteilen sollen drei verschiedene Recyclinghoftypen entstehen, die unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Der Neubau mancher Recyclinghöfe soll Wiederverwendungseinrichtungen integrieren und so langfristig eine Infrastruktur für die Wieder- verwendung von z.B. Sperrgut aufbauen. Die Teilziele lauten: Grundstückssuche für einen neuen Recyclinghof (Typ Haupthof) in Hiltrup Grundstückssuche für einen Zentralen Hof im Süden Münsters Grundstückssuche für einen neuen Recyclinghof (Typ Haupthof) in Gievenbeck Grundstückssuche für einen neuen Recyclinghof (Typ Nebenhof) im Sta dtgebiet zwischen Roxel und Albachten Erweiterung des Recyclinghofs am EZM oder Neubau an einer anderen Stelle des Entsor- gungszentrums Neuerrichtung der anderen Stadtteilhöfe im Zwei-Ebenen Prinzip, wenn passenden Grundstü- cke gefunden werden Zielerreichung: Das Konzept steht am Beginn der Umsetzung. Hierfür sind Grundstückssuchen in den jeweiligen Stadtgebieten erforderlich. Nach heutigem Stand ist eine Realisierung bis zum Jahr 2030 vorge- sehen. Für die Integration von Wiederverwendungsprojekten wird ein Konzept erarbeitet, das den vor- handenen Markt in Münster sowie mögliche Kooperationspartner vorsondieren soll. Der finanzielle Bedarf kann derzeit nicht kalkuliert werden. Für jede einzelne Maßnahme werden im Rahmen der erforderlichen politischen Beschlüsse die finanziellen Auswirkungen dargelegt. Finanzierung Produktgruppe: 11.02 Abfallwirtschaft (awm) Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja Nein Durch die Vorlage entstehen keine unmittelbaren Kosten. Die Kosten der Einzelmaßnahmen wer- den in zukünftigen Beschlussvorlagen aufgeschlüsselt und betreffen nicht den städt. Haushalt sondern die Wirtschaftspläne der awm. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig x überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die Anpassung des Recyclinghofnetzes an die zukünftigen Anforderungen der Stadt Münster er- folgt auf freiwilliger Basis. Hier gilt es zu berücksichtigen, dass die Entsorgungskapazität mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten muss. Die Wiederverwendung von Abfallströmen wie z.B. Sperrgut gibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz (§20 KrWG) vor. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Ein neuer Zentraler Hof im Süden Münsters soll Gewerbe- und Privatkunden zur Verfügung ste- hen. Er soll den Recyclinghof am EZM entlasten und den Verkehrsstrom nach Coerde verringern. Die Reduktion des CO2-Ausstoß dient dem Klimaschutz. Die Schaffung von Wiederverwendungsmöglichkeiten von Abfällen und ReUse-Konzepte dienen dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.
Beschlussvorlage
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V/0183/2023 V/0183/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Recyclinghöfe in Münster - Konzeptionelle Weiterentwicklung 2030 Beratungsfolge 18.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 18.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 19.04.2023 Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Vorberatung 20.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 20.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung 20.04.2023 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 25.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 02.05.2023 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 04.05.2023 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 10.05.2023 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der beigefügte Bericht „Recyclinghöfe in Münster – Konzeptionelle Weiterentwicklung 2030“ wird zur Kenntnis genommen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die nächsten Schritte für die Umsetzung des Konzeptes vorzube- reiten. 3. Die in dem Bericht genannten Änderungen bzgl. Standorten und Öffnungszeiten der Recycling- höfe sind zunächst unverbindliche Vorschläge. Sie bedürfen in jedem Einzelfall weiterer Be- schlüsse durch die zuständigen Gremien. II. Finanzielle Auswirkungen: Durch den Beschluss zu dieser Vorlage entstehen keine unmittelbaren Kosten. Die Kosten für Ein- zelmaßnahmen des Recyclinghofkonzeptes werden in der jeweiligen Beschlussvorlage aufgelistet. Abfallw irtschaftsbetriebe Münster 03.04.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Hasenkamp Telefon: 6052-10 Hasenkamp@aw m.stadt- muenster.de - 2 - V/0183/2023 Begründung: Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) betreiben seit 2005 über das Stadtgebiet verteilt insge- samt 11 Recyclinghöfe. Durch eine Erweiterung der Öffnungszeiten 2014 wurde der bürgerfreundli- che Service ausgebaut und das Bringsystem Recyclinghof etablierte sich als eine der wichtigsten Entsorgungsmöglichkeiten, die die Stadt ihrer Bevölkerung bietet. Durch die Anzahl und Verteilung der Wertstoffhöfe wurde bis heute ein hoher Standard hinsichtlich der Erreichbarkeit gehalten. Darauf beruhte das bisherige Recyclinghofkonzept, das 1998 entstand. Nun wurde der letzte Recyclinghof vor über 15 Jahren fertiggestellt und es drängt sich die Frage auf, wie das Konzept für das Recyclinghofnetz der Abfallwirtschaftsbetriebe für die nächsten 10 Jahre aussehen kann. Denn Münster bleibt nicht stehen, es entwickelt sich und es wächst. Das Bevölkerungswachstum, die derzeitige Größe der Recyclinghöfe und die Förderung der Wieder- verwendung (von z.B. Sperrgut) sind die vordergründigen Faktoren, die eine Veränderung des Recyc- linghofkonzepts erfordern. Nicht alle Recyclinghöfe werden in gleichem Maße von der Neuausrich- tung betroffen sein. Stattdessen ist ein bedarfsgerechtes und dadurch nachhaltiges Konzept erarbei- tet worden. In dessen Rahmen wurden verschiedene Recyclinghoftypen definiert, die sich an der Be- völkerungsdichte im Stadtteil orientieren. Aus der Auswertung der Daten ergaben sich Maßnahmen, die anhand ihrer Dringlichkeit in eine zeitliche Reihenfolge gebracht wurden: Der größte Handlungsbedarf besteht am Recyclinghof in Hiltrup. Der Umbau zu einem Haupt- hof und die erforderliche Grundstücksuche für einen neuen Hof in Hiltrup muss deshalb erste Priorität haben. Die zweite Priorität sollte sein, ein Grundstück im Süden Münsters zu finden um einen zweiten zentralen Hof zu errichten. Dieser muss Platz für Gewerbetreibende und Privatpersonen mit Anhängern bieten. Die Zukunft des Recyclinghofes Eulerstraße ist dabei abhängig vo n der Lage des neuen Grundstücks. Aufgrund der Entstehung des neuen Wohnquartiers im bevölkerungsreichen Gievenbeck, steht an dritter Stelle die Grundstückssuche für einen neuen Haupthof in diesem Stadtteil. So bietet sich die Möglichkeit, einen großen Recyclinghof zu errichten, der die Bürger aus dem Westen Münsters bedient. Als vierte Priorität ist der Neubau eines modernen Nebenhofs in Roxel ins Auge zu fassen. So erreicht man zusammen mit dem westlichen Haupthof in Gi evenbeck ein flächendeckendes Recyclinghofnetz, das den umliegenden Stadtteilen Albachten, Roxel und Mecklenbeck gleichermaßen gerecht wird. Eine Grundstückssuche ist hierfür notwendig, die sich auf das Stadtgebiet zwischen Roxel und Albachten konzentrieren sollte. Als letzte Priorität ist die Anpassung des Recyclinghofs am Entsorgungszentrum zu nennen, der auf lange Sicht vergrößert werden muss. Nur so kann er weiterhin als Zentraler Hof im wachsenden Münster bestehen. Hierbei ist zwischen einer Erweiterung oder dem Neubau an einer anderen Stelle des Entsorgungszentrums abzuwägen. Die anderen Stadtteilrecyclinghöfe sollten optional neu errichtet werden, wenn passende Grundstücke zur Verfügung stehen. Hierbei ist eine Zwei-Ebenen-Lösung zur optimierten Be- füllung der Container durch die Bürgerinnen und Bürger anzustreben. - 3 - V/0183/2023 Damit die awm zukünftig dieses Konzept umsetzen können, sollen neue Höfe entstehen die komfor- tabler sind und größere Kapazitäten bieten. Dabei sollen keine zusätzlichen Recyclinghöfe entstehen, sondern lediglich alt durch neu ersetzt werden. Abgerundet wird das neue Konzept durch Rücknah- mebereiche für wiederverwendbare Gegenstände auf den Zentralen und Haupthöfen. Ein Ge- brauchtwarenkaufhaus mit Repair-Einrichtungen an einem getrennten Standort, bzw. angegliedert an einem der Zentralen Höfe, ergänzen das neue Recyclinghofkonzept. Die Anpassung der Öffnungszei- ten soll weiterhin eine Option bleiben um die Entsorgungsmöglichkeiten für die Bürger zu sichern und auszuweiten zu können. Gleichzeitig würden Stillstandzeiten der Anlagen reduziert werden. Abschließend kann man sagen, dass die Neuausrichtung hin zu größeren Höfen viele Vorteile bietet, sowohl für die Bürger, als auch für die awm. Um die Umsetzung des Konzepts vorbereiten zu können, müs sen konkrete Maßnahmen eingeleitet werden. Vordergründig geht es darum, eine Grundstückssuche für neue Recyclinghöfe im Stadtteil Hiltrup, in Münster-Süd, in Gievenbeck und in Roxel/Albachten in die Wege zu leiten. Bei den im Kon- zept genannten Änderungen bezüglich Standorten und Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe handelt es sich zunächst um unverbindliche Vorschläge. Sie sollen anschließend in den einzelnen Bezirksvertre- tungen vorgestellt und diskutiert werden und bedürfen in jedem Einzelfall weiterer Beschlüsse durch die zuständigen Gremien. Die Weiterentwicklung der Recyclinghöfe in Richtung Wiederverwendung ist ebenfalls ein Kernthema des Konzepts. Für die Umsetzung sind Kooperationspartner nötig, die bereits die Infrastruktur für Re- paraturen und die Verm arktung besitzen. Der Markt soll deshalb nach möglichen Partnern sondiert werden und ein Konzept für die Integration von ReUse -Projekten in die awm und ihre Recyclinghöfe soll entworfen werden. Das gesamte Recyclinghofkonzept „Recyclinghöfe in Münster – Konzeptionelle Weiterentwicklung 2030“ ist in der Anlage beigefügt. I.V. gez. Heuer Stadtrat Anlage: - Bericht „Recyclinghöfe in Münster – Konzeptionelle Weiterentwicklung 2030“ - Anlage A
Beratungsverlauf (10)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
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Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
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Zur SitzungOrte (5)
- Eulerstraße
- Glasuritstraße
- Kinderhaus
- Pluggendorf
- Berdel
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Details
- Aktenzeichen
- V/0183/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 27.03.2023
- Erstellt
- 24.03.2023 09:56