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V/0709/2011

Umbenennung der Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster

Vorlagen 16.09.2011

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 19.10.2011, TOP 6

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

8265 Zeichen

V/0709/2011 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Kulturamt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Umbenennung der Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
11.10.2011 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
11.10.2011 Kulturausschuss Vorberatung 
19.10.2011 Hauptausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
Die Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst wird künftig Kunsthalle Münster heißen. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten. 
 
 
Begründung: 
 
Kunsthalle als institutionelle Bezeichnung 
Seit ihrer Eröffnung im Sommer 20
04 trägt die städtische Einrichtung für Wechselausstellungen 
zeitgenössischer Kunst in Münster den Namen „Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster“ 
(AzKM). Die AzKM ist die städtische Institution, die sich ausschließlich der Präsentation und Ver-
mittlung arrivierter internationaler, zeitgenössischer Kunst widmet.  
 
Eine Umbenennung der AzKM in „Kunsthalle Münster“ ist seit langem im Gespräch und u. a. des-
halb erstrebenswert, weil die bereits häufig in der Kulturpolitik NRWs und der Kunstszene verwen-
dete Bezeichnung „Kunsthalle“ für die AzKM eine deutlich klarere Auskunft über die kulturelle Auf-
gabe und das Selbstverständnis dieser Institution gibt. Gleichzeitig würden dadurch eine Aufwer-
tung des städtischen Ausstellungsortes und eine Profilierung des Kunststandortes Münster insge-
samt in der regionalen wie überregionalen Öffentlichkeit einhergehen. In der Berichtsvorlage 
V/0010/2009 und in der nachfolgenden Beschlussvorlage V/0372/2009 sind die Bereiche Bildende 
Gegenwartskunst, Literatur and Tanz als die zentralen Handlungsfelder der kulturellen Profilierung 
der Stadt Münster beschrieben und durch das Votum des Kulturausschusses bestätigt worden. In 
dem zentralen Handlungsfeld Bildende Gegenw artskunst ist die besondere Bedeutung der Aus-
stellungshalle zeitgenössische Kunst als europäisch vernetztes Forum für eine Auseinanderset-
Vorlagen-Nr.: 
V/0709/2011 
Auskunft erteilt: 
Frau Dr. Kirkpatrick 
Ruf: 
492-4191 
E-Mail: 
Kirkpatrick@stadt-muenster.de  
Datum: 
14.09.2011 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0709/2011 
zung mit Gegenwartskunst auf hohem Niveau und als Institution, die entschieden zur kulturellen 
Profil der Stadt beiträgt, ausführlich erörtert worden. Explizit sind in der Beschlussvorlage 
V/0372/2009 die Notwendigkeit wie auch Chancen, die Profilierung der AZKM voranzutreiben, dar-
gelegt worden. Die Umbenennung ist eine Maßnahme, die im Sinne der o. g. Vorlagen die strate-
gische Kulturförderung und Standortentwicklung umsetzt.    
 
Definition „Kunsthalle“ 
Zur Begriffsdefinition: Die Bezeichnung „Kunsthalle“ wird allgemein wie ein generischer Begriff 
verwendet und bezeichnet Kunstinstitutionen, in denen Wechselausstellungen von moderner und 
zeitgenössischer Kunst mit kuratorischem Anspruch gezeigt werden, die gleichzeitig auf Überregi-
onalität und Internationalität abzielen. Dabei gibt es Kunsthallen mit und ohne eigene Sammlun-
gen. Daneben gibt es in der Gattung „Ausstellungsorte“ Institutionen wie das „Museum“, die „Städ-
tische Galerie“ und den „Kunstverein“. Diese Definition von „Kunsthalle“ genießt eine Allgemeingül-
tigkeit  sowohl in Fachkreisen als auch bei einem allgemein interessierten und informierten Publi-
kum. Es gibt Kunsthallen in zahlreichen großen und kleinen Städten in Deutschland, in der 
Schweiz und in Österreich. Kunsthallen finden sich in u. a. in Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, 
Karlsruhe, Kassel, Kiel, Nürnberg, St. Gallen, Bern, Mainz, Wilhelmshaven, Lingen, Bielefeld, 
Mannheim, Bremen, Emden, Tübingen, Rostock, Erfurt, Darmstadt, Göppingen und Kempten.   
 
Das Profil der AzKM 
 Die Ausstellungshalle in Münster präsentiert pro Jahr ein Programm von vier Ausstellungen mit 
Begleitveranstaltungen. Die beteiligten Künstler der Ausstellungen genießen fast ausschließlich 
überregionales bis internationales Renommee. So haben auch einige der wichtigsten zeitgenössi-
schen Künstler in Münster ausgestellt, Künstler die u. a. an weltweit beachteten großen Ausstel-
lungen wie der documenta oder der Biennale in Venedig teilgenommen haben. International re-
nommierte Künstler und Künstlerinnen wie Ugo Rondinone, Joëlle Tuerlinckx, Phil Collins, Jose-
phine Meckseper, Monika Baer oder Laura Owens haben Einzelausstellungen in der AzKM reali-
siert. Gruppenausstellungen in den vergangen Jahren wie „Lügen.nirgends“ (2008), „Video Per-
formance – Modelle der Selbstbetrachtung“ (2009), „Site of Silence“ (2009) oder „Krieg/Individuum“ 
(2010) haben gesellschaftliche und politische Themenstellungen aufgegriffen und den Diskurs über 
zeitgenössische Kunst in Münster geprägt. Auch in diesen Gruppenausstellungen waren internati-
onal anerkannte Künstler wie Martha Rosler, Stephen Prina, Marcel van Eeden, Corinna Schnitt, 
Mathilde ter Heijne, Marcel Dzama, Jenny Holzer, Sophie Calle, The Atlas Group/Walid Raad und 
Marina Abramovic vertreten. 
 
Die AzKM im Netzwerk der Kunstinstitutionen 
Die etwa 10.000 Besucher der AzKM im Jahr reisen zum Teil von weit außerhalb der Grenzen 
NRWs bzw. dem Ausland an. In den vergangenen Jahren hat die Ausstellungshalle ihre Kontakte 
zu zahlreichen international arbeitenden Kunsthallen und Institutionen weiter ausgebaut und mit 
international bekannten Ausstellungsorten wie der Blaffer Gallery of the University of Houston, dem 
Camden Arts Centre in London, dem Bonnefantenmuseum in Maastricht, der Pinakothek der Mo-
derne in München, dem Migrosmuseum für Gegenwartskunst Zürich und der Kunsthalle Zürich 
zusammengearbeitet.  
  
Die AzKM als Standortförderer 
Eine Aufgabe der städtischen Ausstellungshalle ist es, als Netzwerkpartner die künstlerischen Po-
tentiale der Kunstszene der Stadt Münster zu fö rdern. Durch die Integration von Künstlern aus 
Münster in einem Ausstellungskontext, der überregional wahrgenommen wird - wie in der AzKM - 
wird deren Präsenz in der überregionalen Kunstfachkreisen optimiert. Als Netzwerkpartner und 
Förderinstanz unterstützt die Ausstellungshalle unterschiedliche Künstlerinitiativen und Ausstel-
lungsinstitutionen wie den Förderverein Aktuelle  Kunst sowie verschiedene Off-Space-Räume; 
Kooperationen mit der Kunstakademie Münster haben Tr adition. Einmal im Jahr findet die Förder-
preisausstellung der Freunde der Kunstakademie in der Ausstellungshalle statt. Auch haben viele 
der Professoren der Kunstakademie an Ausstellungen in der AzKM teilgenommen.

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V/0709/2011 
Fazit: 
Sowohl in Fachkreisen als auch bei einem allgemein interessierten Publikum ist die Bezeichnung 
„Kunsthalle“ mit einem eindeutigen programmatischen und qualitätsbedingten Profil verbunden. 
Die vorgesehene Umbenennung steht für eine Aufwertung der Ausstellungshalle im Sinne einer 
klaren Profilschärfung, die das Spektrum der Möglichkeiten für Kooperationen mit gleichwertigen 
Kunstinstitutionen und renommierten Künstlern erweitert.  
 
Münster hat sich zu einer renommierten Adresse für zeitgenössische bildende Kunst entwickelt. 
Durch die Skulptur-Projekte, die Kunstakademie und die unterschiedlichen Ausstellungsorte wie 
das LWL-Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte, den Westfälischen Kunstverein und die 
AzKM hat Münster seinen Ruf als überregionalen Kunststandort begründet. All diese Institutionen 
und Einrichtungen mit ihren verschiedenen Zielsetzungen und Profilen sowie dem breit gefächer-
ten Angebot an Ausstellungen und Veranstaltung zur zeitgenössischen Kunst bereichern die Kul-
turlandschaft Münsters.  
 
Eine Umbenennung der AzKM als maßgebliche städtische Institution für zeitgenössische Kunst, 
die zu dem internationalen Renommee der Stadt beigetragen hat, würde neue Möglichkeiten eröff-
nen, Münster als Standort für bildende Kunst – überregional und international - nachhaltig und 
langfristig zu profilieren. Die Umbenennung wird auch aus der Fachwelt (unter anderem von Prof. 
Dr. Gerd Blum, Professor für Kunstgeschichte; Dr. Heiner Hachmeister, Galerist Münster; Mike 
Karstens, Galerist Münster; Prof. Maik Löbbert, Re ktor der Kunstakademie Münster; Olaf Nicolai, 
Künstler Berlin; Galerie Esther Schipper, Stefan US, Künstler) positiv bewertet. 
 
 
I. V. 
 
gez. 
Dr. Hanke 
Stadträtin

Beratungsverlauf (3)

11.10.2011 Kulturausschuss
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung
11.10.2011 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 5.10 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
19.10.2011 Hauptausschuss
TOP 6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0709/2011
Typ
Vorlagen
Datum
16.09.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37