A-R/0021/2005
Münster braucht wieder einen Münster-Pass!
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Originalantrag
6392 Zeichen
1 Antrag 13.05.2005 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 mail: spdfrak@muenster.de Internet: www.spd-muenster.de Münster braucht wieder einen Münster-Pass! Ausgrenzung verhindern - Menschen mit geringem Einkommen integrieren! Der Rat möge beschließen: 1. In der Stadt Münster wird eine modifizierte Form des bewährten „Münster- Passes“ zum nächstmöglichen Termin wieder eingeführ t. Der „Münster- Pass“ wird unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Zi el ist es, Menschen mit geringem Einkommen durch eine abgesenkte eigene Kos tenbeteiligung von 50% die Teilhabe am öffentlichen Leben von Kult ur, Bildung, Freizeit und Sport zu ermöglichen; ebenso die Nutzung des öf fentlichen Personennahverkehrs. Entlastet werden sollen insbes ondere Personen mit geringem Einkommen, die aufgrund ihres Alters oder wegen Erwerbsminderung in der Regel dauerhaft auf Hilfen angewiesen sind, außerdem Familien mit Kindern, die nur über geringe Haushaltsbudgets verfügen. 2. Folgenden Personenkreisen sollen Vergünstigungen eröffnet werden: • Berechtigte, die auf Leistungen nach Kapitel 4 SGB XII (Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter Erwerb sminderung) angewiesen sind und • Familien mit Kindern, die auf Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld), auf Leistung en zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII oder auf Leistunge n nach dem Asylbewerberleistungsgesetz angewiesen sind. 3. Die Vergünstigungen sollen dazu beitragen, die o .g. Personenkreise auch langfristig als neue BenutzerInnen- und KundInnenkr eise für den ÖPNV sowie für Kultur-, Bildungs-, Freizeit- und Sporteinrichtungen zu gewinnen. 4. Die Stadt Münster verhandelt mit den beteiligten Verkehrsunternehmen und den nichtstädtischen Anbietern sozialer, kultur eller und 2 gesundheitlicher Angebote sowie von Bildungs-, Spor t-, Kinder- und Jugendfreizeitangeboten über die Preisnachlässe, di e dem o.g. Personenkreis gewährt werden können. 5. Der Münster-Pass wird an alle Berechtigten unent geltlich ausgegeben. Um den Verwaltungsaufwand gering zu halten, wird der M ünster-Pass möglichst unaufgefordert ausgegeben. 6. Die im Haushaltsplan etatisierten Mittel für den „Familien-Pass“ werden in voller Höhe für die Finanzierung des „Münster-Passe s“ eingesetzt; weitere Haushalts-Mittel werden bedarfsabhängig zur Verfügung gestellt. 7. Die Verwaltung wird beauftragt, ein entsprechend es Konzept zu entwickeln und den zuständigen Fachausschüssen sowie dem Rat z ur Entscheidung vorzulegen. Begründung: In Münster sind zurzeit über 15.000 Menschen auf so ziale Leistungen angewiesen, weil sie zu wenig oder gar kein Einkommen haben. Un ter ihnen beziehen einige Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung nach dem SG B XII, die Mehrheit Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld nach dem SGB II . Die Niveaus aller dieser Leistungen sind nahezu identisch; die Leistungen na ch dem Asylbewerberleistungsgesetz liegen noch darunter. Wer auf Grundsicherung nach dem SGB XII angewiesen ist, hat in aller Regel kaum reale Chancen auf eine Verbesserung der wirtschaftl ichen Situation. Die Stärkung aktivierender Angebote und Maßnahmen zur Arbeitsmar ktintegration im SGB II bedeutet, dass Arbeitsuchenden und ihren Angehörige n profilierte Hilfen und verbindliche Perspektiven angeboten werden, ihre Be dürftigkeit zu überwinden. Dabei darf allerdings nicht verkannt werden, dass e s für Familien mit einem schmalen Haushaltsbudget sehr schwierig ist, die vi elen Anforderungen des Alltags ebenso gut zu bewältigen, wie dies anderen Familien möglich ist. Viele sonst selbstverständliche Dinge des täglichen Lebens könn en sich diese Familien nicht leisten, ein Zustand, der zumal für die Kinder erhe bliche Einschränkungen mit sich bringt. Diese Einschränkungen reichen über enttäuschte Erwartungen zumeist hinaus und können nicht nur in wenigen Einzelfällen zu sub stanziellen Mängeln an lebensnotwendigen Dingen bei den Kindern führen, wie der Bericht über Kinderarmut in Münster aus dem Jahr 2002 belegt. Mit der Wiedereinführung des „Münster-Passes“ greif t die SPD-Fraktion auf ein bewährtes Instrument zurück, um Personen mit gering em Einkommen die Nutzung des ÖPNV sowie öffentlicher Kultur-, Bildungs-, Freizeit- und Sportangebote mit einer verringerten Eigenbeteiligung zu ermöglichen. Darüb er hinaus werden den entsprechenden Anbietern langfristig neue Nutzer- bzw. Kundenkreise erschlossen. Vom Juni 1998 bis Ende 2001 gab es in Münster berei ts eine vergleichbare Ermäßigungsregelung für Personen mit geringem Einko mmen. Diese Hilfe war erfolgreich, weil sie zielgerichtet eingesetzt wurd e und damit dem entsprechenden Personenkreis unmittelbar zu Gute kam. 3 Die Abschaffung des Münster-Passes verbunden mit de r Einführung eines Familien- Passes durch die CDU-Mehrheit verwandelte ein ehede m einkommensabhängiges Programm hin zu einer einkommensunabhängigen Zugang smöglichkeit. Wenngleich die Nutzungsmöglichkeiten weiter gehen, erschwert d er Kaufpreis (auch der ermäßigte) den Zugang zu den Vergünstigungen gerade für diejenigen, die sehr wenig Einkommen haben. Obschon nunmehr ein deutlich größerer Personenkreis anspruchsberechtigt ist, darf das Modell „Familien- Pass“ als gescheitert betrachtet werden. Dies wird durch die überaus geringe Inanspruchnahme belegt. Mit der Neuauflage eines Münster-Passes wendet sich die SPD-Fraktion gerade denen zu, die aufgrund ihrer Einkommenssituation besonders hilfebedürftig sind. Das gilt ganz besonders für Familien mit geringem Einkommen, die besondere Entlastung durch den Münster-Pass erhalten. Die eingesetzten F inanzmittel werden zukünftig wieder gebündelt und zielgerichtet eingesetzt. Die SPD-Fraktion legt Wert auf die Integration von Menschen mit geringem Einkommen und versucht, einer Ausgrenzung entgegenz uwirken – der vorliegende Ratsantrag bekräftigt dieses Anliegen. Beanka Ganser Ralf Hubert Udo Reiter Wolfgang Heuer Michael Jung Moritz von Schmelin g Alexander Bercht Marianne Koch Anne Schulze Wint zler Anika Bergner Gaby Kubig-Steltig Joachim Tonn Philipp Gabriel Kurt Pölling Beate Vilhjalmsson Anne Hakenes Karsten Rahn Holger Wigger Marianne Hopmann
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0021/2005
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 24.05.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37