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AN/1390/2020

Lüftungsanlagen in Klassenzimmern

Antrag nach § 3 BV2 (CDU) 01.12.2020

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen), Sitzung am 14.12.2020, TOP 8.1.9

Sachstandsbericht BV

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Gemeinsame Stellungnahme von Gesundheitsamt Amt 53 und Berufsfeuerwehr Köln Amt 37 zum Antrag AN 1390 2020 CDU BV Rodenkirchen

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Antrag nach § 3 (CDU BV2)

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Top 8.1.7 KStA-Artikel selbstgebaute Filter

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Sachstandsbericht BV

406 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
/ 
 
___________________________ 
Vorlagen-Nummer 
 AN/1390/2020 
 Stand: 20.05.2022 
Sachstandsbericht  
Lüftungsanlagen in Klassenzimmern 
Die CDU-Fraktion zieht den Antrag zurück. 
8.1.9.1 Gemeinsame Stellungnahme des Gesundheitsamtes und der Feuerwehr der 
Stadt Köln 
3599/2020 
Die Bezirksvertretung Rodenkirchen nimmt die Stellungnahme zur Kenntnis.

Gemeinsame Stellungnahme von Gesundheitsamt Amt 53 und Berufsfeuerwehr Köln Amt 37 zum Antrag AN 1390 2020 CDU BV Rodenkirchen

6852 Zeichen

532         08.12.2020 
532-1         Herr Bork 
         Herr Dr. Wiesmüller 
 
 
 
AN/1390/2020 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 14.12.2020 
Lüftungsanlagen in Klassenzimmern 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, 
 
die CDU-Fraktion bittet, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung der 
Bezirksvertretung Rodenkirchen am 14. Dezember 2020 zu setzen. 
 
 
Vor dem Hintergrund stark gestiegener Infektionszahlen mit dem Virus COVID-19 und einer 
hohen Zahl möglicher unentdeckter Infektionen bei Schulkinderni und unter Bezugnahme auf 
den Artikel KStA vom 09.11.2020 „Für unter 200 Euro Forscher entwickeln Lüftungsanlage 
für Schulen zum Selberbauen“ii möge die Bezirksvertretung Rodenkirchen beschließen: 
 
Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen: 
 
1. ob Lüftungsanlagen, wie vom Max-Planck-Institut für Chemieiii entwickelt, in 
Klassenräume und Sporthallen im Stadtbezirk Rodenkirchen noch im Winter 
2020/2021 eingebaut werden können, und 
2. inwieweit Förderungen von Eigenmaßnahmen von Schulen oder Elternverbände zum 
Einbau von Lüftungsanlagen, wie vom Max-Planck-Instituts für Chemie (vgl. 1), 
entwickelt in Klassenräume und Sporthallen im Stadtbezirk Rodenkirchen zur 
Verfügung gestellt werden können? 
 
 
 
Mit 37 abgestimmte Antwort der Gesundheitsverwaltung (53 Gesundheitsamt): 
 
Wenn in Klassenräumen oder anderen Bereichen, die dem dauernden Aufenthalt von 
Personen dienen, eine Lüftungsanlage installiert wird, die den allgemein anerkannten 
technischen Regeln entspricht, gibt es aus hygienischer Sicht keine Bedenken gegen 
deren Einsatz.

Hinsichtlich der Verwendung einer Abluftanlage, wie sie vom Max-Planck-Institut in 
einer Schule in Mainz-Bretzenheim konzipiert worden ist , gibt es aus fachlicher Sicht 
jedoch erhebliche Bedenken. 
In der nachstehenden Kurzstellungnahme verschiedener deutscher Hochschulen 
wird das Konzept der „günstigen Abluftanlage“ von den Sachverständigen 
 
Prof. Dr.-Ing. Christoph Kaup  
Umwelt-Campus Birkenfeld,  
Hochschule Trier 
 
Prof. Dr.-Ing. Martin Kriegel 
Hermann-Rietschel-Institut, TU -Berlin 
 
Prof. Dr. Ing Dirk Müller 
E.ON institut RWTH Aachen 
 
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Pfeiffenberger 
Technische Hochschule Mittelhessen 
 
wie folgt bewertet: 
 
Kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept einer günstigen „Abluftanlage 
für Klassenräume“ des Max-Planck-Instituts für Chemie (MPI)  
 
Die vom MPI entw ickelte Abluftanlage soll ausgeatmete Luft, die möglicherw eise 
Viren oder Bakterien enthält, gezielt mit Hilfe von im Raum verteilten Abzugshauben 
über Personen, die an Tischen sitzen, aufnehmen. Die Abluft gelangt über 
Verbindungsrohre in ein Zentralrohr und w ird mit Hilfe eines Ventilators durch ein 
gekipptes Fenster nach draußen geführt. Die Abluftanlage kann aus Komponenten 
aus dem Baumarkt erstellt w erden und w ird an der Decke und einem Fenster 
befestigt. Folgende Punkt w erden bei diesem Lüftungskonzept für Klassenräume 
kritisch bew ertet: 
 
• Virenbelastete Aerosole befinden sich nicht zw angsw eise in der Auftriebsströmung 
über einer Person. Allein über die Atmung können die Aerosole im gesamten 
Raum verteilt w erden, zusätzlich kann es durch Querströmungen im Raum 
zu einer Umlegung der Auftriebsgebiete kommen. Es kann daher nicht davon 
ausgegangen w erden, dass eine gute Erfassung der kritischen Aerosole im 
Raum gelingen kann. 
 
• Der in der Studie angegebene Volumenstrom für jede einzelne Abzugshaube im 
Raum ist nicht ausreichend, um selbst im Falle einer optimal ausgerichteten 
Auftriebsströmung über einer Person die in der Auftriebsströmung vorhandenen 
Aerosole aufzunehmen. Die Autoren vernachlässigen in ihrer Studie, dass der 
Volumenstrom in einer Auftriebsströmung auf dem Weg zur Abzugshaube deutlich 
zunimmt. Dieser Effekt basiert auf der nicht zu verhindernden Einmischung von  
Raumluft in den Auftriebsstrahl. Für eine effektive Absaugung müsste der 
Volumenstrom signifikant erhöht w erden, da sich ansonsten eine turbulente

Vermischung im gesamten Raum einstellt, die eigentlich durch die vorgestellte 
Anlage verhindert w erden soll. 
 
• Da es sich bei dem gezeigten Konzept um eine reine Abluftanlage handelt, muss 
Außenluft in den Raum durchgehend nachströmen können. D. h., mindestens ein 
Fenster muss in dem Raum durchgängig geöffnet sein. Es ist zu befürchten,dass 
insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen im Bereich dieser Nachströmung 
sehr unbehagliche Zustände auftreten. Außerdem können durchgehend akustische 
Belastungen aus der äußeren Umgebung (Straßenlärm etc.) in den Klassenraum 
eindringen. Eine Zuströmung über Flurtüren ist keine Alternative, da auch diese Luft 
von außen zugeführt w erden müsste, verbunden mit w eiteren Problemen geöffneter 
Türen (z.B. Akustik, Brandschutz). Dieses Konzept des MPI ist daher in Bezug auf 
diese Effekte schlechter als eine Umsetzung einer Stoßlüftung gemäß den Angaben 
des Umw eltbundesamtes zu bew erten. 
 
• Der eingesetzte Ventilator kann nur einen sehr kleinen Differenzdruck aufbauen. 
Daher w ird jeder Winddruck auf der Fassade die Strömungsverhältnisse im 
Klassenraum verändern. Es ist darüber hinaus höchst w ahrscheinlich, dass im 
Einbauzustand der von dem Ventilator geförderte Volumenstrom deutlich geringer 
ist. Ein sicherer Systembetrieb aus Abluft- oder Absauganlage ist damit nicht 
gew ährleistet. 
 
• Die Lösung des MPI kann w eder als nachhaltig noch als w irtschaftlich bezeichnet 
w erden. Die gezeigte Installation w ird unter den rauen Bedingungen des Schulalltags 
nur eine begrenzte Lebensdauer besitzen und das System verfügt über keine 
Wärmerückgew innung. Werden auch die Bau- und Installationskosten berücksichtigt, 
ist bei der kurzen Nutzungszeit des Systems kein w irtschaftlicher Betrieb zu 
erw arten. 
 
• Da das System aus Kunststoff hergestellt w ird, ist eine erhöhte Brandlast im 
Klassenraum zu erw arten. Zudem erzeugt selbst der Brand von Kunststoffen 
eine erhebliche Rauchentw icklung. 
Aufgrund der genannten Punkte kann der Aufbau und der Betrieb der “Abluftanlage 
für Klassenräume“ des Max-Planck-Instituts für Chemie (MPI) nicht empfohlen 
w erden. Bereits mit einer konsequenten Umsetzung einer regelmäßige n Stoßlüftung 
gemäß der Lüftungsregeln des Umw eltbundesamtes können w ahrscheinlich bessere 
Luftw echselraten bei höherem Komfort erreicht w erden. Für eine sichere, 
komfortable und energieeffiziente Lüftung von Klassenräumen sollten marktübliche 
raumlufttechnische Anlagen verw endet w erden. 
 
26. November 2020 
 
 
Demzufolge gibt es in der Fachwelt erhebliche Bedenken hinsichtlich der 
Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit dieser Art von Lüftungsanlagen, so dass 
deren Einsatz in städtischen Schulen nicht empfehlenswert ist.

Antrag nach § 3 (CDU BV2)

5555 Zeichen

CDU Köln • Fraktion in der Bezirksvertretung  Köln -Rodenkirchen 
Bezirksrathaus • Hauptstraße 85 • 50996 Köln • E-Mail: CDU-BV2@stadt-koeln.de 
Zimmer 118 – Telefon: (02 21) 221-92305 Fax: (02 21) 221-92302 
Fraktion in der Bezirksvertr etung Köln -Rodenkirchen 
 
Gleichlautend 
Herrn Bezirksbürgermeister Frau Oberbürgermeisterin 
Manfred Giesen Henriette Reker  
Hauptstraße 85 Hist. Rathaus 
50996 Köln 50667 Köln 
Eingang beim Bezirksbürgermeister:  
AN/1390/2020 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 14.12.2020 
Lüftungsanlagen in Klassenzimmern 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, 
 
die CDU-Fraktion bittet, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung der Bezirksvertre-
tung Rodenkirchen am 14. Dezember 2020 zu setzen. 
 
 
Vor dem Hintergrund stark gestiegener Infektionszahlen mit dem Virus COVID-19 und einer ho-
hen Zahl möglicher unentdeckter Infektionen bei Schulkinderni und unter Bezugnahme auf den 
Artikel KStA vom 09.11.2020 „Für unter 200 Euro Forscher entwickeln Lüftungsanlage für Schu-
len zum Selberbauen“ii möge die Bezirksvertretung Rodenkirchen beschließen: 
 
Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen: 
 
1. ob Lüftungsanlagen, wie vom Max-Planck-Institut für Chemieiii entwickelt, in Klassen-
räume und Sporthallen im Stadtbezirk Rodenkirchen noch im Winter 2020/2021 einge-
baut werden können, und 
2. inwieweit Förderungen von Eigenmaßnahmen von Schulen oder Elternverbände zum 
Einbau von Lüftungsanlagen, wie vom Max-Planck-Instituts für Chemie (vgl. 1), entwi-
ckelt in Klassenräume und Sporthallen im Stadtbezirk Rodenkirchen zur Verfügung ge-
stellt werden können? 
CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Köln-Rodenkirchen • Bezirksrathaus • 50996 Köln 
 
Aachener Str. 220 
50931 Köln (Braunsfeld)

CDU Köln • Fraktion in der Bezirksvertretung  Köln -Rodenkirchen 
Bezirksrathaus • Hauptstraße 85 • 50996 Köln • E-Mail: CDU-BV2@stadt-koeln.de 
Zimmer 118 – Telefon: (02 21) 221-92305 Fax: (02 21) 221-92302 
Fraktion in der Bezirksvertr etung Köln -Rodenkirchen 
 
Begründung: 
 
Neben Ansteckungskrankheiten im Allgemeinen ist die Winterzeit auch eine Hochzeit der Anste-
ckungen mit dem Virus COVID-19, die derzeitigen hohen Infektionszahlen und der Status Köln 
als Corona-Hotspot belegt das. Gemäß einer Studie des Helmholtz Instituts München ist das 
Infektionsgeschehen bei Schülerinnen und Schüler höher als bislang angenommen.  
Die vom RKI empfohlene Verkleinerung der Klassengröße wird in aller Regel nicht umgesetzt. 
Das empfohlene Stoßlüften führt zu einer dauerhaften Absenkung der Raumtemperatur in den 
Klassenräumen, so dass mit zusätzlichen Erkältungskrankheiten unter Schülerinnen und Schü-
lern sowie dem Lehrpersonal zu rechnen ist. Krankheits- und Quarantänetage sind nicht nur 
eine vor allem gesundheitliche Belastung für die Betroffenen. Krankheits- und Quarantänetage 
von Schulkindern führen in der Regel auch zu Arbeitsausfall eines Elternteils.  
Soweit derzeit bekannt wird COVID-19 über Aerosole übertragen. Das einfachste Mittel gegen 
Aerosole im Innenraum ist alt und fast kostenlos. "Ventilation ist essenziell", sagt Physiker Lohse 
[Detlef Lohse, deutscher Physiker an der Universität Twente in den Niederlanden]. Wer gut lüftet 
und viel Frischluft zuführt, der kann die Zahl der herumschwirrenden Aerosolpartikel rasch ver-
mindern.iv 
Die im oben genannten Zeitungsartikel beschriebene Lüftungsanlage ermöglicht ein Luftaus-
tausch, der die Ansammlung von Aerosolen soweit verhindert, dass ein Ansteckungsrisiko er-
heblich reduziert werden kann. Gleichzeitig kann auf ein häufiges Stoßlüften verzichtet werden, 
was ein Auskühlen der Klassenräume vermeidet. Es handelt sich um eine Low-Tech-
Maßnahme, die keine Anschaffung teurer und knapper Geräte erfordert. Auch ist keine große 
Baumaßnahme an den Schulgebäuden notwendig.  
Der Einbau der oben genannten Anlage ermöglicht, in Kombination mit anderen bereits bekann-
ten Maßnahmen (z.B. AHA-Regeln), eine erhebliche Reduzierung des Ansteckungsrisikos von 
Schülerinnen und Schülern sowie des Lehrpersonals zu verhältnismäßig geringen Kosten. Es ist 
als ein Baustein im Rahmen einer Pandemiestrategie zu betrachten und kein Allheilmittel. Nach 
Ansicht der CDU-Fraktion handelt es sich um eine sehr effektive Maßnahme zur Sicherstellung 
der allgemeinen Gesundheit in der derzeitigen Pandemie.  
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
gez. Schykowski    gez. Hennemann 
 
 
 
                                                 
i https://www.news4teachers.de/2020/10/breitet -sich -das -coronavirus -unentdeckt-in-schulen -aus-studie-zaehlt-
sechsmal -mehr-infizierte-kinder-als -bislang-angenommen/ 
ii https://www.ksta.de/ratgeber/verbraucher/fuer -unter-200-euro-forscher -entwickeln-lueftungsanlage -fuer-
schulen -zum-selberbauen -37581654

CDU Köln • Fraktion in der Bezirksvertretung  Köln -Rodenkirchen 
Bezirksrathaus • Hauptstraße 85 • 50996 Köln • E-Mail: CDU-BV2@stadt-koeln.de 
Zimmer 118 – Telefon: (02 21) 221-92305 Fax: (02 21) 221-92302 
Fraktion in der Bezirksvertr etung Köln -Rodenkirchen 
                                                                                                                                                              
iii https://www.mpic.de/4770837/eine -lueftungsanlage -fuer-schulen -zum-selberbauen?c=3477744  
iv https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona -und-aerosole -was-vor-fliegenden-viren-schuetzt-a-
00000000 -0002 -0001-0000-000172378532

Top 8.1.7 KStA-Artikel selbstgebaute Filter

6132 Zeichen

Für unter 200 
Euro Forscher entwickeln 
Lüftungsanlage für Schulen 
zum Selberbauen 
• Von 
  
•  
 
Isabell Wohlfarth  
  
• 06.11.2 
• Um die Corona-Ansteckungsgefahr in Klassenräumen zu 
verringern, sollen vermehrt Lüftungsanlagen eingesetzt werden. 
Die sind aber teuer und oft vergriffen. 
• Nun haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie eine 
Abluftanlage entwickelt, die aus günstigem Material aus dem 
Baumarkt besteht und leicht selbst nachgebaut werden kann. 
• Seit das Projekt publik ist, sind schon 2000 Anfragen aus dem In- 
und Ausland eingegangen, sagt Projektleiter Dr. Frank Helleis. Er 
erzählt, wie die Anlage genau funktioniert und warum man damit 
ganz schnell vielen Schulen helfen könnte. 
Sie und Ihre Kollegen vom Max-Planck-Institut in 
Mainz haben eine Abluftanlage für Klassenräume 
erfunden – was ist das Besondere an Ihrem Projekt?  
 
Dr. Frank Helleis:  Wir haben uns überlegt, wie man 
mit einfachen Mitteln und wenig Geld den Schulen bei

der Lüftung der Klassenräume aus der Misere helfen 
kann. Dabei wenden wir das simple Prinzip der 
Dunstabzugshaube an.  Über jedem Sitzplatz im 
Klassenraum wird eine Abzugshaube angebracht, diese 
werden mit Rohren verbunden und zum Fenster geführt, 
wo die kontaminierte Luft mit einem Ventilator nach 
draußen geblasen wird. So einfach ist das. 
Haben Sie das auch in einer Schule ausprobiert?  
Meine Frau ist Lehrerin an einer Schule in Mainz und als 
ich dort anfragte, ob wir das Projekt dort ausprobieren 
könnten, waren sie sofort Feuer und Flamme. Denn die 
Schulen suchen natürlich seit Monaten nach Konzepten, 
um das Lüftungsproblem in Corona-Zeiten zu lösen. 
Herkömmliche Abluftanlagen sind oft zu teuer oder 
nicht verfügbar. Außerdem unterstehen sie 
Bauvorschriften und Brandschutzauflagen. Wir haben 
Sachverständige der Schulträger vor Ort gehabt und bis 
jetzt nur positives Feedback für unsere Konstruktion 
erhalten. 
Wie genau funktioniert die Anlage und wie testen Sie?

Wir haben zunächst Pappkartons mit Rotlichtlampen an 
jedem Platz verwendet, um quasi einen Schüler zu 
simulieren. Und dort einen Aerosol-Generator platziert, 
um einen infektiösen Körper nachzuahmen. 
Anschließend haben wir gemessen, wie viel des 
ausgestoßenen Aerosols in der Abluftanlage zu finden ist 
und wie viel in den Klassenraum eingemischt wird. Es 
hat sich herausgestellt, dass tatsächlich über 90 Prozent 
der Aerosole eingefangen werden können. Wir waren 
selbst sehr überrascht. Dieses erste Experiment hat 
schon so viel besser funktioniert, als wir erwartet hatten.

So soll die fertige Abluftanlage in einem Klassenraum aussehen (Skizze).  
Foto:  
Andrea Koppenborg/Max-Planck-Institut 
Und wie geht es jetzt weiter?  
Wir müssen noch Randbedingungen prüfen und sind 
gerade dabei, das in einer echten, vollbesetzten Klasse 
weiter zu testen, zum Beispiel mit Seesalz-Aerosolen, 
also gesunder Meerluft. Parallel dazu unternehmen wir 
CO2-Messungen. Die Schüler machen normal Unterricht 
und wir messen nebenher. 
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entwickeln“ 
 
Wie viel kostet es, so eine Anlage zu bauen?  
Wir haben in kleinen Mengen im Baumarkt eingekauft, 
es ist zum größten Teil Verpackungsmaterial, und das 
hat maximal 200 Euro pro Anlage gekostet. Das ist so 
viel günstiger als eine professionelle Lüftungsanlage, die 
mindestens das Zehnfache kosten würde. 
Die Summe für die Lüftungsanlage kann von einem 
Schul-Förderverein problemlos finanziert werden. Hier 
in Mainz ist die Resonanz so positiv, dass auch die 
Gebäudewirtschaft sofort zugesagt hat, diese Kosten zu 
übernehmen. 
Und der Bausatz kann auch von Laien umgesetzt 
werden?

Ja. Unsere bisher vorhandenen Anlagen wurden von 
Eltern und Lehrern aufgebaut. Wir werden in Kürze die 
Baubeschreibung für jeden online stellen. Und geben 
dann Quellen an, wo jede Schule ihr Material bestellen 
kann. Dabei stehen wir selbstverständlich mit Rat und 
Tat zur Seite. 
Die wenigen etwas komplizierteren Teile kann man 
vorfertigen, in den Schulen werden sie dann praktisch 
nur noch mit selbst geschnitten Rohren 
zusammengesteckt. Manche Dinge müssen dann ggf. 
noch vor Ort angepasst werden, wie zum Beispiel der 
Fensteransatz. 
Es haben sich auch Firmen bei uns gemeldet, die gerne 
einsteigen und unterstützen würden. Wenn zum Beispiel 
komplexere Teile in großen Mengen lieferbar sind, dann 
wäre es noch einfacher.

Ein Großteil der Bauelemente der Abluftanlage lässt sich leicht zusammenstecken.  
Foto:  
Elena Klimach 
Machen denn bereits viele Schulen mit?  
Wir haben in den letzten Tagen ca. 2000 Anfragen aus 
dem ganzen Land bekommen, sogar aus Italien und 
Spanien. Es zieht riesige Kreise!

Für wie realistisch halten Sie es, dass das bundesweit 
umgesetzt wird?  
Als Lehrer-Schüler-Projekt hat es eine gute Chance, 
denke ich. Die Idee war, dass man typische Nadelöhre 
umgeht, indem man es mit leicht zugänglichem Material 
plant und sehr viele Menschen zum Bauen akquiriert. 
Durch die vielen engagierten Lehrer und Eltern haben 
wir ein unfassbares Potential an Arbeitskräften. Wenn 
ein paar Teile vorbereitet sind, kann ein Trupp von vier 
Leuten an einem halben Tag so eine Anlage installieren. 
Es ist denkbar, dass eine Schule das innerhalb einer 
Projektwoche macht. 
Wäre Ihre Lüftungsanlage auch geeignet für Kitas?  
Im Prinzip ja. Wofür es sich aber vor allem auch eignen 
würde, wären Restaurants, wo die Leute ja auch in 
kleinen Gruppen zusammen sitzen. 
Warum hat man so etwas eigentlich nicht früher 
erfunden?  
Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es einfach zu simpel. Es 
ist ja im Grunde wirklich eine absolute Butterbrotpapier-

Lösung und kein Hightech. Wir nutzen physikalische 
Tricks aus, die seit tausend Jahren bekannt sind. 
Und fühlt es sich an, wenn man als Forscher etwas 
entwickelt, das alle gerade brauchen können?  
Ehrlich gesagt bin ich etwas geflasht. Aber ich nehme es 
mit Humor.

Beratungsverlauf (1)

14.12.2020 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)
TOP 8.1.9 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: endgültig zurückgezogen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Hauptstraße 85
  • Aachener Straße 220
  • Straße 22

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
AN/1390/2020
Typ
Antrag nach § 3 BV2 (CDU)
Datum
01.12.2020
Erstellt
30.11.2020 12:36