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A-W/0049/2021

Gegen das Vergessen - Erinnerungskultur stärken

Antrag an die BV West 26.08.2021

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-West, Sitzung am 10.03.2022, TOP 9.2

Stellungnahme der Verwaltung vom 07.02.2022

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Originalantrag

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Stellungnahme der Verwaltung vom 07.02.2022

2937 Zeichen

A-W/0049/2024

07.02.2022

Amt für Bürger-' und Ratsservice 1640
Bezirksverwaltung West Er
Stefanie Remmers STAHT Az ÜÜUETER 7
\- 9 FEB. 2022
Amt für Bürger- u
Bazirkaverwa

An die Mitglieder —
der Bezirksvertretung Münster-West

über
or,
Dezernat | - Herrn Stadtrat Heuer 2

Antrag A-W/0049/2021 „Gegen das Vergessen - Erinnerungskultur stärken -
ehemaliges Zwangsarbeiterlager Mecklenbeck“

Am 25.08.2021 beantragte die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-West:

„Die Verwaltung wird gebeten, im Umfeld des früheren Zwangsarbeiterlagers Mecklenbeck
(1940 - 1945) einen Mahn- und Erinnerungsort für die Opfer von Zwangsarbeit, Krieg und
Gewalt einzurichten, der über das Zwangsarbeitersystem aufklärt und die Opfer würdigt. Die
Einbeziehung digitaler Formate ist dabei willkommen, um den Ort geeignet in geschichtliche
Zusammenhänge einordnen zu können.

Die Bürgerschaft ist frühzeitig dabei zu beteiligen. Dabei soll insbesondere auch der jungen
Generation Gelegenheit gegeben werden, sich einzubringen.“

Zu dem Antrag gab das Stadtarchiv am 08.09.2021 und 15.10.2021 jeweils eine schriftliche
Stellungnahme ab, bevor am 11.11.2021 ein mündlicher Bericht in der Sitzung der
Bezirksvertretung Münster-West durch Frau Gussek vom Stadtarchiv folgte. Dabei wurde ein
konkreter Vorschlag zur Realisierung des Vorhabens unterbreitet.

Am 09.12.2021 wurde ein Gestaltungsentwurf sowie eine Kostenschätzung für die
Ausführungsplanung der „Stele Mecklenbeck“ vorgelegt und im Anschluss an die Mitglieder
des Ältestenrates versandt. Danach belaufen sich die Kosten für die Betreuung (Feinplanung
und Qualitätssicherung) auf ca. 1.700 € und für die Fertigung der Stele auf ca. 4.500 €. Der
Ältestenrat hat in seiner Sitzung am 13.01.2022 den bisherigen Stand der Dinge beraten und
auch potentielle Standorte für die Aufstellung einer Stele diskutiert. Er sprach grundsätzlich
die Empfehlung aus, dem Vorschlag des Stadtarchivs zu folgen und eine Stele für das
Zwangsarbeiterlager aufzustellen. Als Standort für eine Stele in Mecklenbeck wurde eine
Fläche auf dem neuen Spielplatz an der Goldenbergstraße/Reinhard-Klose-Weg in fußläufiger
Entfernung zum damaligen Lager in Betracht gezogen.

Der Ältestenrat sprach sich dafür aus, dass die Bezirksvertretung Münster-West die
Verwaltung mit der weiteren Umsetzung des Vorhabens beauftragt.

Sofern die Bezirksvertretung Münster-West das Anliegen aufgreifen und weiterverfolgen will,
könnte ein möglicher Beschluss wie folgt formuliert werden:

1. „Die Bezirksvertretung Münster-West unterstützt das Vorhaben zur Errichtung einer
Stele zur Erinnerung an das Zwangsarbeiterlager in Mecklenbeck. Sie bittet die
Verwaltung darum, die weitere Planung fortzuführen und hierzu einen
Beschlussvorschlag vorzulegen.

2. Die Bezirksvertretung Münster-West erklärt sich bereit, für die Realisierung des

orhabens einen Betrag in Höhe von bis zu 7.500 € aus ihrem Budget zur Verfügung
Ilen.“

N

De

Originalantrag

3646 Zeichen

CDU-Fraktion in der BV-West 
CDU-Kreisverband Münster e.V . 
Mauritzstraße 4-6 • 48143 Münster 
Telefon (02 51) 4 18 42-0 
Telefax (02 51) 4 18 42-44 
post@cdu-muenster.de • www.cdu-muenster.de 
 
 
 
 
         Münster, 25.08.2021 
 
 
An den 
Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Münster – West   A-W/0049/2021 
Herrn Jörg Nathaus 
Pantaleonplatz 7 
48161 M ü n s t e r 
 
 
 
Gegen das Vergessen – Erinnerungskultur stärken 
Zwangsarbeiterlager Mecklenbeck 
 
 
Die Verwaltung wird gebeten, im Umfeld des früheren „Zwangsarbeiterlagers Mecklenbeck“ (1940-
1945) einen Mahn- und Erinnerungsort für die Opfer von Zwangsarbeit, Krieg und Gewalt 
einzurichten, der über das Zwangsarbeitersystem aufklärt und die Opfer würdigt. Die Einbeziehung 
digitaler Formate ist dabei willkommen, um den Ort geeignet in geschichtliche Zusammenhänge 
einordnen zu können. 
 
Die Bürgerschaft ist frühzeitig dabei zu beteiligen. Dabei soll insbesondere auch der jungen 
Generation Gelegenheit gegeben werden, sich einzubringen. 
 
Begründung: 
 
Die über 80jährige Geschichte dieses Ortes ist wechselvoll, oftmals schwierig und auch konfliktreich. 
 
In der Zeit des Zweiten Weltkriegs haben die Nationalsozialisten flächendeckend im Reich sog. 
„Zwangsarbeiterlager“ eingerichtet, eines davon auch an der Weseler Straße in Mecklenbeck. V on 
1940 bis 1945 wurden im Zwangsarbeiterlager Mecklenbeck unter Verwaltung der “Deutschen 
Arbeitsfront” (DAF) bis zu 800 ausländische Zwangsarbeiter aus Russland, Polen, Frankreich, 
Holland, Belgien, Italien und Jugoslawien untergebracht und zu Zwangsarbeit in Bereichen der 
privaten Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes verpflichtet. 
 
Sie sollten der Ideologie des Nationalsozialismus dienen und den Personalbedarf, der durch die 
Einberufungen und die gesteigerten Kriegsanforderungen entstanden war, ausgleichen, um die 
wirtschaftlichen Bedingungen im eigenen Land möglichst stabil zu halten. 
 
Das Zwangsarbeiterlager in Mecklenbeck wurde nach Kriegsende 1945 in ein „DP-
Lager“ umfunktioniert. So waren über die Befreiung 1945 hinaus hier weiterhin nun „Displaced 
Persons“ genannte Ausländer, befreite Kriegsgefangene und auch Ausgebombte untergebracht. 
 
Der Waldstreifen entlang der Weseler Straße, in dem sich das Zwangsarbeiterlager befand, ist 
weitestgehend von Bebauung frei geblieben. Der Ort ist daher noch heute auffindbar. 
 
In welcher Form an die Geschichte erinnert werden soll, ist bewusst offengelassen. Angesichts der 
Sensibilität des Themas sind alle Generationen der Bürgerschaft frühzeitig einzubeziehen. Darüber 
hinaus ist zu berücksichtigen, dass in unmittelbarer Nachbarschaft gerade ein lebendiges neues 
Wohnquartier entstanden ist, für dessen Bewohner keine Belastung entstehen soll.

Wichtig ist, dass die junge Generation, die keine Zeitzeugen mehr befragen kann, in Zukunft an Ort 
und Stelle Anknüpfungspunkte und Zugang für die Beschäftigung mit der Geschichte finden kann. 
Hierfür ist zum Beispiel auch die Einbeziehung digitaler Formate möglich. 
 
 
Gezeichnet: 
Peter Hamann, Christian Hinzmann, Thomas Lilge, Karin Park-Luikenga, Nicholas Reuting, Nils 
Schappler, Peter Wolfgarten 
 
 
 
Plan: Stadtarchiv Münster 
 
 
Quellen: 
 https://www.muenster.de/stadt/zwangsarbeit/ 
 Marcus Weidner: Nur Gräber als Spuren – Das Leben und Sterben von Kriegsgefangenen und 
Fremdarbeitern in Münster während der Kriegszeit 1939-1945 
 
 
Zitat Esther Bejarano, Auschwitz-Überlebende 
„Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. 
Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr 
nichts über diese Zeit wissen wollt. 
Ihr müsst alles wissen, was damals 
geschah. Und warum es geschah.“

Beratungsverlauf (1)

10.03.2022 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 9.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Goldenbergstraße
  • Mauritzstraße 4
  • Weseler Straße
  • Reinhard-Klose-Weg

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Details

Aktenzeichen
A-W/0049/2021
Typ
Antrag an die BV West
Datum
26.08.2021
Erstellt
26.08.2021 14:15