Mandari Insight

AN/0386/2018

Parkplätze und Supermärkte mit Wohnungen überdachen!

SPD Antrag nach § 3 08.03.2018

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 20.03.2018, TOP 3.1.2

SPD Antrag nach § 3

· application/pdf

Ansehen

SPD Antrag nach § 3

7940 Zeichen

An die Vorsitzende des Rates 
 
Frau Oberbürgermeisterin 
Henriette Reker 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Köln  
Rathaus, Spanischer Bau  
50667 Köln 
fon 0221. 221 259 50  
fax 0221. 221 246 57  
mail fraktion@koelnspd.d e 
web www.koelnspd.de  
 
Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 08.03.2018 
 
AN/0386/2018 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Rat 20.03.2018 
 
Parkplätze und Supermärkte mit Wohnungen überdachen! 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
 
die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung 
des Rates am 20.03.2018 zu setzen: 
 
 
Beschluss: 
 
Die Stadt Köln verzeichnet ein stetiges und bis auf weiteres andauerndes 
erhebliches Bevölkerungswachstum. Daraus resultiert ein dringender Be-
darf an neuen Wohnungen in Köln. Der Rat spricht sich dafür aus, alle 
Wege und Optionen zu beschreiten, um in der Stadt schnell bezahlbaren 
Wohnraum zu schaffen.  
 
1. Parkplätze mit Wohnungen überdachen 
 
a) Der Rat beauftragt daher die Verwaltung, zu prüfen, welche 
Parkplätze mit Wohnungen in Stelzenbauweise überbaut werden 
können. Dabei kommen insbesondere größere Parkplatzflächen in 
Betracht: 
- öffentliche Parkplatzflächen der Stadt Köln, 
- Park & Ride-Plätze, 
- Stadionparkplätze, 
- Kundenparkplätze der KölnBäder GmbH, 
- Kundenparkplätze von Discountern und Supermärkten,

- 2 - 
 
- Kundenparkplätzen von Baumärkten und Möbelhäusern. 
 
Dabei ist insbesondere die Schaffung öffentlich geförderten Woh-
nungsbaus voranzubringen. 
 
b) Die Verwaltung wird beauftragt, mit den Eigentümern der jeweili-
gen Parkplatzflächen Kontakt aufzunehmen, um die Überbaubar-
keit zu klären. Bis zum Ende des I. Halbjahres 2018 sind dem 
Stadtentwicklungsausschuss und dem Verkehrsausschuss eine 
Übersicht über die Parkplätze vorzulegen, für die eine Überbau-
ung in Stelzenbauweise planungsrechtlich und eigentumsrechtlich 
in Betracht kommt bzw. ermöglicht werden kann und die städte-
baulich vertretbar ist. Der Übersicht ist ein Vorschlag zur weite-
ren Vorgehensweise zur zügigen Überbauung der Grundstücke 
beizufügen. 
 
2. Wohnungen auf Lebensmittelmärkte setzen 
 
a) Die Verwaltung wird des Weiteren beauftragt, auf die Betrei-
ber/Eigentümer freistehender Lebensmittelmärkte zuzugehen, 
um die Möglichkeiten von Marktaufstockungen durch Wohnbe-
bauung zu ermitteln und dies aktiv zu forcieren. Bei der Veräu-
ßerung städtischer Grundstücke mit dem Ziel der Errichtung 
neuer Lebensmittelmärkte ist Schaffung von Wohnraum auf den 
Märkten vorzugeben. Entsprechendes gilt bei der Schaffung von 
Planungsrecht für Lebensmittelmärkte, so dass eine Wohnnut-
zung in den Obergeschossen erfolgt. 
b) Die Verwaltung wird beauftragt, dem Stadtentwicklungsaus-
schuss bis zum Ende des I. Halbjahres 2018 eine Übersicht über 
die Objekte und Grundstücke vorzulegen, für die eine Aufsto-
ckung planungsrechtlich in Betracht kommt und städtebaulich 
vertretbar ist. Der Übersicht ist ein Vorschlag zur weiteren Vor-
gehensweise zur zügigen Überbauung der Grundstücke und Ob-
jekte beizufügen. 
 
 
 
Begründung: 
 
Köln ist eine wachsende Stadt. Bis zum Jahr 2019 werden fast 30.000 und 
bis zum Jahr 2029 nahezu 66.000 neue Wohnungen benötigt. Die Knapp-
heit an Wohnungen führt zu dem derzeitigen sehr angespannten Woh-

- 3 - 
 
nungsmarkt mit steigenden Mieten und Immobilienpreisen. Auch wegen 
der Situation auf dem Wohnungsmarkt wird für Köln eine Spaltung der 
Stadt konstatiert (KStA v. 22.10.2017). Die Schaffung von neuen Woh-
nungen, die in Köln weiterhin viel zu langsam erfolgt, ist das erste Mittel 
zur Linderung der Wohnungsnot.  
Dabei sind alle Möglichkeiten zur Schaffung von neuem Wohnraum ein-
schließlich der dafür notwendigen Infrastruktur insbesondere in den Berei-
chen Bildung, Soziales und Verkehr, Kultur und Sport zu prüfen. Selbst 
wenn alle beschlossenen neuen Wohnungsbauflächen entwickelt würden, 
bleibt bis zum Jahr 2029 noch eine Unterdeckung von fast 20.000 
Wohneinheiten. Dabei können nur wenige Wohneinheiten über Maßnah-
men wie Baulückenschließung oder Dachaufstockungen generiert werden. 
Statt der von der Verwaltung noch 2016 dargestellten Potentials von 
14.000 Wohneinheiten in Baulücken und Mindernutzungen können dort 
realistisch nur ca. 700 Wohneinheiten geschaffen werden (s. KStA v. 
06.02.2018). 
Parkplätze mit Wohnungen überdachen 
Es bedarf daher kreativer Herangehensweisen. So hat in der Stadt Mün-
chen die städtische Gesellschaft GEWOFAG öffentlich geförderten Woh-
nungsbau über einem Parkplatz am Dantebad errichtet, wobei fast alle 
Parkplätze erhalten bleiben konnten. Das Grundstück konnte somit res-
sourcenschonend doppelt genutzt werden.  
Konkret heißt es: 
„Innovationsprojekt – Überbauung des Parkplatzes am Dantebad 
Im Rahmen des Wohnungsbausofortprogramms der Landeshauptstadt 
München realisierte die GEWOFAG ein Pilotprojekt im Stadtteil Moosach 
am Wintereingang des Dantebads entlang der Homerstraße. Auf dem 
knapp 4.200 m² großen Grundstück, das sich im Eigentum der Stadt be-
findet, wurden über dem öffentlichen Parkplatz 100 neue Wohnungen er-
richtet, davon 86 Einzimmerwohnungen und 14 Wohnungen mit 2,5 Zim-
mern. Der Großteil der Parkplätze wurde dabei erhalten. Das Grundstück 
ist gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden.  
Der neue Wohnkomplex steht auf einer Betonrahmenkonstruktion mit 
Stahlbetondecke. Die darüber liegenden vier Stockwerke sind in Holzsys-
tembauweise gefertigt. Das schwellenfreie Gebäude besitzt insgesamt fünf 
Geschosse inklusive der Parkplätze, die nach der Fertigstellung zum Groß-

- 4 - 
 
teil wieder genutzt werden können. Es gibt Treppen sowie einen Aufzug. 
Vier Wohnungen sind rollstuhlgerecht. Bei Bedarf können weitere Woh-
nungen so umgerüstet werden. Gemeinschaftsräume, Aufweitungen von 
Laubengängen und Freiflächen auf dem Dach bieten den Mieterinnen und 
Mietern Möglichkeiten des Aufenthalts außerhalb ihrer Wohnung und zur 
Begegnung. 
…“ 
Das Bauprojekt wurde im Dezember 2016 fristgerecht fertiggestellt. Ge-
baut und bezugsfertig war es in nur 180 Tagen. Von der ersten Idee bis 
zur Fertigstellung vergingen nicht einmal 365 Tage. Für vergleichbare 
konventionelle Bauprojekte werden – in München - für Baurecht, Planung 
und Fertigstellung hingegen bis zu 4 Jahre veranschlagt. In Köln ist dies 
nicht wesentlich anders. Dies zeigt, dass die Münchener Idee ein Mittel ist, 
um schnell neuen Wohnraum zu schaffen.  
 
Quelle: www.gewofag.de 
Weitere Informationen der GEWOFAG finden sich hier: 
https://www.gewofag.de/web.nsf/id/wohnen-fuer-alle-dantebad-
gewofag?open&ccm=200010

- 5 - 
 
Dazu der Film: 
 
https://www.youtube.com/watch?v=TrHFjZ_Zhd8&feature=youtu.be 
 
Wohnungen auf Lebensmittelmärkte setzen 
 
Im Sinne einer konsequenten Nutzung bietet es sich ebenfalls an, dem 
weiteren Vorbild, nämlich aus Berlin, zu folgen und auf 
Lebensmittelmärkten Wohnungen zu errichten. Aufgrund von 
Bauvorgaben errichtet Aldi Nord dort 2.000 Wohnungen im öffentlich 
geförderten (30 %) und preisgedämpften Segment (bis 10 Euro/m² 
Kaltmiete) auf neu gebauten Filialen. Für den Discounter hat dies den 
Vorteil von Kundinnen und Kunden unmittelbar vor Ort, für Berlin löst dies 
einen Teil des erheblichen Bedarfs an neuem Wohnraum in den nächsten 
Jahren. Diese Idee gilt es in Köln aufzugreifen. Bei der Veräußerung von 
städtischen Grundstücken und der Schaffung neuer Bebauungspläne bzw. 
Änderung von bestehenden Bebauungsplänen ist dies aktiv zu betreiben. 
 
 
Quelle: www.aldi-nord.de 
 
Weitere Informationen von Aldi Nord einschl. Kommentierung finden sich 
hier: 
 
https://www.aldi-nord.de/unternehmen/presse/ALDI-startet-
Immobilienprojekt-im-Raum-Berlin.html 
 
https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article173047336/Aldi-baut-
Wohnungen-Der-Discounter-wird-jetzt-zum-Vermieter.html

- 6 - 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
gez. Dr. Barbara Lübbecke 
SPD-Fraktionsgeschäftsführerin

Beratungsverlauf (1)

20.03.2018 Rat
TOP 3.1.2 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Sache ist erledigt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0386/2018
Typ
SPD Antrag nach § 3
Datum
08.03.2018
Erstellt
08.03.2018 09:29