AN/1283/2017
Gemeinsamer Änderungsantrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und von Herrn Einzelvertreter Schuster (Deine Freunde), betr.: Gestaltungshandbuch
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Gem. Änderungsantrag (SPD BV4)
4927 Zeichen
SPD Fraktion Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Harald Schuster Einzelvertreter/Deine Freunde Herrn Bezirksbürgermeister Frau Oberbürgermeisterin Josef Wirges Henriette Reker Venloer Str. 419 - 421 Hist. Rathaus 50825 Köln 50667 Köln Eingang beim Bezirksbürgermeister: AN/1283/2017 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 11.09.2017 Gemeinsamer Änderungsantrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und von Herrn Einzelvertreter Schuster (Deine Freunde), betr.: Gestaltungshandbuch Antrag/Stellungnahme der Bezirksvertretung Ehrenfeld Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, die oben genannten Fraktionen bitten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung Be- zirksvertretungssitzung am 11. September 2017 zu setzen. Köln ist bunt und nicht grau! Die Bezirksvertretung Ehrenfeld begrüßt und unterstützt, dass sich die Stadt Köln Qualitäts- ziele für die Gestaltung des öffentlichen Raumes setzt. Sie bemängelt, dass sie in der Konzeptionsphase des Gestaltungshandbuchs nicht einge- bunden war, um hierzu frühzeitig Anregungen geben zu können. Das Handbuch definiert Standards zu einem vielfältigen Themenspektrum, von der Gestal- tung dauerhafter und temporärer Einbauten im öffentlichen Raum über die Serviceleistungen der Bezirksordnungsdienste bis hin zu Hinweisen wie ehrenamtliches Engagement verstan- den und ausgeübt werden soll. Daher ist nicht nachvollziehbar, ob bzw. in welchen Teilen dieses Gestaltungshandbuch künftig bindenden Charakter besitzen soll oder lediglich als Empfehlung zu verstehen ist. - 2 - Köln ist nicht am Reißbrett entstanden. Jedes Veedel hat seine eigene Ausstrahlung und erzählt eine eigene Geschichte. Im Stadtbezirk Ehrenfeld reicht das von den Bürgerhäusern des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Neuehrenfeld, bis zu den heute zu Wohnzwecken genutzten Höfen Bocklemünds. Die Differenzierungen, z. B. für internationale, gesamtstäd- tische und nachbarschaftliche Räume, mit jeweils einheitlich zugewiesenen Standards, ist daher deutlich zu kurz gegriffen. Die Gestaltung des öffentlichen Raumes darf auch nicht ausschließlich eine Aufgabe von Planern und Expertengremien sein, sondern muss die Menschen vor Ort einbeziehen, die sich in die Gestaltung ihres Umfeldes einbringen wollen und sollen. Wenn es um bürgerschaftliches Engagement geht, erlebte die Bezirksvertretung Verwaltung bisher als äußerst restriktiv und konnte schon bisher - oft nur in langwierigen Vermittlungs- gesprächen - im Sinne der Bürger deren gute Ideen umsetzen. Als Beispiele sollen hier nur die roten Lampenschirme auf dem Neptunplatz, oder die als Xylophon bezeichnete Sitzbank am Alpenerplatz genannt werden. Es steht zu befürchten, dass das Gestaltungshandbuch künftig noch weitere „Totschlagargumente“ gegen solche Initiativen liefert. Es ist auch nicht zielführend Stadtmöblierung nur unter rein ästhetische Aspekte zu betrach- ten. Als Gestaltungskriterium, z. B. für eine Sitzbank im öffentlichen Raum, steht als erstes deren Funktionalität: Nämlich, dass sich auf der Bank gut sitzen lässt. So wären für ältere Menschen seitliche Bügel, die das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern, wesentlich wichtiger als ein Köln weiter einheitlicher RAL-Farbton für Bänke. Gerade in Ehrenfeld kommt der künstlerischen Gestaltung von Fassaden an privaten und öffentlichen Gebäuden sowie an technisch notwendigen Einbauten, wie Unterwerken und Stromkästen etc. eine besondere Bedeutung zu. Dies muss auch künftig möglich bleiben. Hier auf Einheitsgrau zu setzen, würde der weit über die Stadtgrenzen hinaus gewachsenen Beliebtheit und Vermarktung des Quartiers, z.B. durch Köln Tourismus - Stichwort #urbancgn - enormen Schaden zufügen. Es fällt auf, dass bei den aufgeführten Beispielen für ehrenamtliches Engagement das Ach- ten auf Sauberkeit und Ordnung weit vor dem Mitgestalten oder den sozialen Aktivitäten ran- giert. Nach unserem Verständnis des Ehrenamtes, z. B. der Spielplatzpaten, sollten sich die- se in erster Linie für Spielaktionen mit und für Kinder engagieren, statt als Aufpasser, die auf Hundebesitzer einwirken oder Müll beseitigen. - 3 - Beschluss: Der Beteiligung der Bezirksvertretungen, die vor Ort mit den Bürgerinnen und Bürgern im engen Kontakt stehen, kommt bei der Planung des öffentlichen Raumes eine besondere Bedeutung zu. Sie sind daher zwingend in die Neu- und Umgestaltungen des öffentlichen Raumer, z. B. von Straßen, Plätzen und Parkanlagen, in die Abstimmung einzubinden. Es muss möglich sein, von den im Gestaltungshandbuch definierten Standards auf politi- schen Beschluss der Bezirksvertretungen hin abzuweichen. Petra Bossinger Christiane Martin Fraktionsvorsitzende SPD Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Harald Schuster Deine Freunde
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Venloer Straße 419
- Neptunplatz
- Alpenerplatz
- Straße 4
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Details
- Aktenzeichen
- AN/1283/2017
- Typ
- Gem. Änderungsantrag BV4 (SPD)
- Datum
- 11.09.2017
- Erstellt
- 11.09.2017 13:45