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0383/2021

Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion AN 0008/2021 in der Sitzung des Integrationsrates am12.02.2021

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 25.05.2021

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Nächste Beratung: Runder Tisch für Flüchtlingsfragen, Sitzung am 28.05.2021, TOP 8.6

Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion AN00082021

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion AN00082021

20417 Zeichen

Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion AN0008/2021 in der Sit-
zung des Integrationsrates am 12.01.2021  
 
 
Wortlaut der Anfrage: 
 
Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitsmarktintegration und die Bleibe-
rechte von Geflüchteten 
 
 
1. Wie hat sich die Beschäftigungssituation von Geflüchteten in Köln 2020 im Vergleich 
zu 2019 insgesamt entwickelt? 
 
2. Wie viele Geflüchtete gingen 2019 und 2020 in welchen Branchen einer sozialversi-
cherungspflichtigen Beschäftigung in Köln nach? 
 
3. Wie hat sich die Anzahl der Anträge auf ALG-II von Geflüchteten im Jobcenter ent-
wickelt, und gibt es spezielle Überbrückungsangebote?  
 
4. Welche Kenntnisse hat die Stadtverwaltung über die Entwicklung der Diskriminie-
rungs- und Rassismuserfahrungen von Menschen mit Migrationsgeschichte oder 
Fluchterfahrung auf dem Kölner Arbeitsmarkt? (Bitte auch um Einschätzung der Be-
ratungsstellen, z. B. des Antidiskriminierungsbüros oder der Anlauf- und Beratungs-
stelle für von Antisemitismus Betroffene.) 
 
5. Wie kann verhindert werden, dass sich die Verschlechterung der Arbeitsmarktsitua-
tion auf die Bleiberechtschancen von Geduldeten auswirkt (z. B. im Bereich der 
Ausbildungsduldungen), gibt es z. B. ein Moratorium, so dass Geduldete weiterhin 
von den Bleiberechtsregelungen des Aufenthaltsgesetzes und den Erlassen aus 
NRW profitieren? 
 
Antwort:  
 
Beantwortung des Jobcenter Köln zu den Fragen 1-3:  
Zu 1.: 
 
Vorbemerkung: 
Personen im Kontext von Flucht(-migration) umfassen Drittstaatenangehörige mit einer Auf-
enthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht (§§ 19d, 22-26 Aufenthaltsgesetz) und 
einer Duldung. 
Personen, die im Rahmen eines Familiennachzugs (§§ 29 ff AufenthG) zu geflüchteten 
Menschen nach Deutschland migrieren, zählen im statistischen Sinne nicht zu Personen im 
Kontext von Fluchtmigration, sondern zu „Personen mit sonstigem Aufenthaltsstatus“. 
Ebenso zählen Personen, die zwar aus Fluchtgründen nach Deutschland eingereist sind, 
inzwischen aber eine Niederlassungserlaubnis erworben haben, im statistischen Sinne 
nicht mehr zu Personen im Kontext von Fluchtmigration. 
 
Für Personen, die in Köln in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sind, ist eine spe-
zifische Betrachtung der Personen mit Fluchthintergrund (Personen im Kontext Flucht) nur 
bedingt möglich. Auswertungen beziehen sich stattdessen nur auf Personen nach bestimm-
ten Herkunftsländern.

„Weil geflüchtete Menschen bis Mai 2016 in den Arbeitsmarktstatistiken der Bundesagentur 
für Arbeit nicht direkt erkannt werden konnten, wurde für die Analyse der Auswirkungen der 
Fluchtmigration auf den Arbeitsmarkt das Aggregat „Personen mit einer Staatsangehörig-
keit aus einem der zugangsstärksten Herkunftsländern von Asylbewerbern“ oder kurz „Asyl-
herkunftsländer“ gebildet. In das Aggregat wurden die nichteuropäischen Länder aufge-
nommen, die in den Kalenderjahren 2012 bis 2014 und Januar bis April 2015 zu den Län-
dern mit den meisten Asylerstanträgen gehörten; es umfasst folgende acht Länder: Afgha-
nistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.“1 (Im weiteren als acht 
Herkunftsländer (8 HKL) bezeichnet.)  
 
Die Gruppe der 8 HKL stellt eine Annäherung an die Personen im Kontext Flucht dar, im 
Folgenden wird nur auf die 8 HKL eingegangen, wenn Daten zu Personen im Kontext 
Flucht nicht vorhanden sind.  
 
Eine Betrachtung des zweiten Halbjahres 2020 ist bislang nicht möglich, da die Daten erst 
nach einer Wartezeit von sechs Monaten zur Verfügung stehen. Im Folgenden wird die Ent-
wicklung der Beschäftigung und der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Gesamtbestand auf-
gezeigt. 
 
  
                                                      
1 Zitat: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Migration/Generi-
sche-Publikationen/Gefluechtete-Menschen-in-den-Arbeitsmarktstatistiken.pdf?__blob=publicationFile&v=7, S. 
7

Beschäftigung der 8 HKL in Köln: 
 
Seit Beginn des Jahres 2020 ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftig-
ten aus den 8 HKL in Köln von 7.991 auf 7.388 im Juni gesunken (-7,5 Prozent). Im Ver-
gleich zum Vorjahresmonat waren im Juni 306 Personen aus den 8 HKL mehr in Beschäfti-
gung (+4,3 Prozent). 
 
 
 
 
Die Anzahl aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist im Jahre 2020 ebenfalls 
von 589.388 im Januar auf 579.638 im Juni (-1,7%) gesunken. Im Vergleich zum Vorjah-
resmonat Juni sind insgesamt -0,5 Prozent weniger Personen in sozialversicherungspflichti-
ger Beschäftigung. 
 
 
 
 
  
6.663
6.654
6.707
6.859
6.958
7.082
7.204
7.460
7.709
7.840
8.003
7.955
7.991
8.063
7.900
7.516
7.376
7.388
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
9000
Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten der 8 
HKL (in Köln)
2019 2020
579.203
580.054
579.144
580.534
582.753
582.613
580.855
585.029
591.645
592.794
594.873
591.536
589.388
589.451
588.877
582.566
580.136
579.638
530000
550000
570000
590000
610000
Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten 
(in Köln)
2019 2020

Arbeitslosigkeit: 
 
Zu der Anzahl der Arbeitslosen in Köln liegen die Daten von Personen im Kontext Flucht 
vor. Die Arbeitslosigkeit hat sich in den Jahren 2019/2020 wie folgt entwickelt: 
 
 
 
Zum Vergleich die Entwicklung der Anzahl aller Arbeitslosen in Köln: 
 
 
Im Dezember 2020 sind 34,7 Prozent mehr arbeitslose Kund*innen im Kontext Flucht zu 
verzeichnen als im Vorjahresmonat. Diese Veränderung liegt bei 26,1 Prozent betrachtet 
man alle arbeitslosen Kund*innen in Köln. 
 
2.876
2.867
2.965
2.958
3.124
3.450
3.517
3.749
3.686
3.610
3.443
3.520
3.778
3.837
3.898
4.342
4.771
4.948
5.121
5.231
5.043
4.910
4.829
4.740
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
Arbeitslose im Kontext Flucht
2019 2020
46.028
45.598
45.674
45.417
46.327
47.053
47.950
48.518
46.971
46.651
45.357
45.225
47.679
47.037
46.663
52.986
56.830
58.013
59.828
60.723
59.434
58.620
57.462
57.051
22000
27000
32000
37000
42000
47000
52000
57000
62000
67000
Anzahl von Arbeitslosen
2019 2020

Zu 2.:   
 
Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten am Arbeitsort Köln (8 HKL) nach Branchen: 
 
 
 
 
Jan 19 Feb 19 Mrz 19 Apr 19 Mai 19 Jun 19 Jul 19 Aug 19 Sep 19 Okt 19 Nov 19 Dez 19 Jan 20 Feb 20 Mrz 20 Apr 20 Mai 20 Jun 20
Insgesamt 6.663     6.654     6.707     6.859     6.958     7.082     7.204     7.460     7.709     7.840     8.003     7.955     7.991     8.063     7.900     7.516     7.376     7.388     
A Land- und Forstw irtschaft, Fischerei * - - - - - - - - - - - - - - - - -
B Bergbau und Gew innung von Steinen und Erden * * * * * * * * * * * * * * * * * *
C Verarbeitendes Gew erbe 349        351        347        350        361        365        372        363        384        390        397        396        396        401        413        402        403        401        
D Energieversorgung 8            8            8            8            * 7            7            7            9            9            * 11          12          12          12          12          13          13          E Wasserversorgung; Abw asser- und 
Abfallentsorgung und Beseitigung von 
Umw eltverschmutzungen 6            6            * * 7            * * * * * 10          * 9            * 12          12          12          12          
F Baugew erbe 259        251        263        255        254        258        266        295        330        333        332        319        322        327        327        310        313        292        
G Handel; Instandhaltung und Reparatur von 
Kraftfahrzeugen 801        815        814        844        844        853        861        905        939        949        964        970        959        989        989        983        954        948        
H Verkehr und Lagerei 613        628        631        636        651        688        700        738        754        788        835        870        881        925        915        878        860        865        
I Gastgew erbe 1.105     1.122     1.155     1.192     1.206     1.216     1.228     1.248     1.272     1.284     1.273     1.272     1.276     1.308     1.253     1.153     1.097     1.070     
J Information und Kommunikation 209        220        223        229        233        242        248        241        249        245        243        248        254        259        265        268        271        272        
K Erbringung von Finanz- und 
Versicherungsdienstleistungen 29          28          28          29          31          31          28          28          27          29          32          32          32          34          32          34          35          33          
L Grundstücks- und Wohnungsw esen 23          21          21          18          19          18          20          23          24          25          26          30          30          30          31          27          27          27          
M Erbringung von freiberuflichen, w issenschaftlichen 
und technischen Dienstleistungen 322        328        329        337        340        336        351        359        401        407        423        438        443        457        456        437        434        444        
N Erbringung von sonstigen w irtschaftlichen 
Dienstleistungen 1.800     1.740     1.736     1.784     1.829     1.881     1.925     1.998     2.005     2.033     2.092     2.003     2.003     1.925     1.838     1.660     1.615     1.672     
O Öffentliche Verw altung, Verteidigung; 
Sozialversicherung 41          41          43          44          49          47          46          43          42          44          43          45          46          46          50          45          49          50          
P Erziehung und Unterricht 156        152        154        162        159        157        157        169        173        184        189        181        177        172        167        170        172        171        
Q Gesundheits- und Sozialw esen 642        650        644        658        663        664        668        697        743        758        769        763        768        788        773        766        765        774        
R Kunst, Unterhaltung und Erholung 50          51          54          55          55          57          58          60          60          56          57          56          57          57          55          54          54          50          
S Erbringung von sonstigen Dienstleistungen 243        237        244        244        243        249        256        273        278        287        295        299        313        314        301        294        291        286        
T Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von 
Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch 
private Haushalte für den Eigenbedarf ohne 
ausgeprägten Schw erpunkt 6            * 7            7            7            7            7            7            10          10          12          12          12          9            * * * 7            
U Exterritoriale Organisationen und Körperschaften - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Wirtschaftszw eige (2008)

Eine Betrachtung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von Personen im Kon-
text Flucht in Köln liegt uns erstmalig als Quartalswert (März und Juni) im Jahr 2020 vor.  
Ein Vergleich zu 2019 ist dadurch nicht möglich. 
  
  
  
März 2020 Juni 2020 
Personen im 
Kontext von 
Fluchtmigration 
Personen im 
Kontext von 
Fluchtmigration 
2 6 
Insgesamt 
                 
5.733 
                 
5.276 
A Land- und Forstwirtschaft, Fischerei - - 
B Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden * * 
C Verarbeitendes Gewerbe 
                    
332 
                    
318 
D Energieversorgung  * 
                        
6 
E Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von 
Umweltverschmutzungen  
                      
13 
                      
16 
F Baugewerbe 
                    
356 
                    
338 
G Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 
                    
802 
                    
769 
H Verkehr und Lagerei 
                    
573 
                    
516 
I Gastgewerbe 
                 
1.054 
                    
890 
J Information und Kommunikation 
                      
87 
                      
78 
K Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 
                      
14 
                      
13 
L Grundstücks- und Wohnungswesen 
                      
15 
                      
15 
M Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienst-
leistungen  
                    
207 
                    
200 
N Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen  
                 
1.463 
                 
1.351 
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 
                      
20 
                      
19 
P Erziehung und Unterricht 
                      
69 
                      
57 
Q Gesundheits- und Sozialwesen 
                    
476 
                    
454 
R Kunst, Unterhaltung und Erholung 
                      
28 
                      
26 
S Erbringung von sonstigen Dienstleistungen 
                    
211 
                    
206 
T Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von Waren und Erbringung 
von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausge-
prägten Schwerpunkt 
                        
8 
                        
4 
U Exterritoriale Organisationen und Körperschaften - -

Zu 3.:  
 
Die Betrachtung der Zugänge an Bedarfsgemeinschaften (BG) erfolgt regelmäßig unabhän-
gig von der Herkunft und/oder Staatsangehörigkeit der Antragsteller*in.  
Die Entwicklung der Neuanträge auf ALG II lässt sich daher nur anhand der Zugänge der 
erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Kontext Flucht (ELB) hochrechnen.  
Die Zahl dieser ELB ist von Januar bis August 2020 von 9.802 auf 10.267 angestiegen. 
Durchschnittlich leben 1,4 ELB in jeder BG in Köln. Demzufolge wäre hier ein Anstieg von 
7.001 BG im Januar auf 7.333 BG im August zu verzeichnen. 
Vor Pandemiebeginn lag die Differenz in 2020 zum Vorjahresmonat bei ca. +2 Prozent und 
ist bis August auf +6,1 Prozent angestiegen.  
 
Weitere Daten liegen noch nicht vor. Daten zu den ELB haben eine Wartezeit von 3 Mona-
ten. 
 
 
 
 
Das Jobcenter Köln unterstützt die von den Auswirkungen der Pandemie betroffenen Ar-
beitnehmer*innen schnell und bedarfsgerecht zu. Die in den Sozialschutz-Paketen der Bun-
desregierung vorgesehenen Erleichterungen werden konsequent umgesetzt. Im Bereich 
der aktiven Förderung besteht enger Kontakt zu den Trägern von arbeitsmarktpolitischen 
Maßnahmen. So wird sichergestellt, dass das Jobcenter Köln auch Kund*innen mit 
Fluchterfahrung eine geeignete Förderung anbieten kann – natürlich unter Beachtung der 
aktuellen Abstands- und Hygienevorschriften. 
 
 
Gemeinsame Beantwortung zu 4. durch das Amt für Vielfalt und Integration der Stadt 
Köln, die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentations-
zentrum der Stadt Köln, sowie das Jobcenter Köln:   
 
Für alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gilt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz 
(AGG). Dieses soll Benachteiligungen aus Gründen der ethnischen Herkunft, des Ge-
9.592
9.641
9.679
9.688
9.727
9.694
9.723
9.676
9.681
9.678
9.723
9.728
9.802
9.833
9.905
10.056
10.163
10.208
10.287
10.267
6000
6500
7000
7500
8000
8500
9000
9500
10000
10500
11000
ELB im Kontext Flucht
2019 2020

schlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexu-
ellen Identität verhindern oder beseitigen. Bundesweite Studien belegen jedoch, dass Men-
schen mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt weiterhin Diskriminierung erfahren. 2 3 4 5 
Die Verwaltung ist sich dieser Diskriminierungsformen bewusst  und nimmt entsprechende 
Erfahrungsberichte von Betroffenen ernst. Im Rahmen der Mitgliedschaft Kölns in der Euro-
päischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) hat sich die Stadt Köln in einem beson-
deren Maße der Beseitigung von Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt verschrieben. Im 
aktuellen Sachstandsbericht zur Umsetzung des Zehn -Punkte-Aktionsplans der Europäi-
schen Städtekoalition gegen Rassismus (DS-Nr. 3486/2019) sind eine Vielzahl an Maßnah-
men und Programmen der Stadt Köln aufgeführt.  
Das Jobcenter Köln unternimmt zudem konkrete Schritte, um die Situation von Menschen 
mit Migrationsgeschichte im Leistungsbezug zu verbessern: Dazu gehören nicht nur zielgrup-
penspezifische Unterstützungsangebote für Kundinnen und Kunden mit Flucht - oder Migra-
tionshintergrund, sondern auch Schulungsangebote für die Mitarbeitenden zum Thema inter-
kulturelle Kompetenz, die Verwendung einfacher Sprache auf der Homepage sowie die Ver-
netzung mit anderen Akteuren der Stadtgesellschaft einschließlich des Ehrenamts. 
Bei den benannten Beratungs- und Anlaufstellen ist keine Corona-bedingte Zunahme im Be-
reich Arbeitsmarktdiskriminierung zu verzeichnen. Die Caritas-Servicestelle Antidiskriminie-
rungsarbeit und das Antidiskrimin ierungsbüro Öffentlichkeit gegen Gewalt (ÖGG) beraten 
vorrangig Fälle, bei denen ein diskriminierendes Verhalten innerhalb des Betriebs oder der 
Arbeitsstätte vorliegt. Für das Jahr 2019 verzeichnet ÖGG 24%6 ihrer Beratungen im Bereich 
Arbeit, die Caritas-Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit 9%7.  
 
Die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) weist darauf hin, dass Diskrimi-
nierung von Jüdinnen und Juden auch in Köln keine Seltenheit ist und Antisemitismus ver-
mutlich auch auf dem Kölner Arb eitsmarkt ein Problem darstellt. Dabei kann davon ausge-
gangen werden, dass insbesondere Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, 
die den Großteil der Mitglieder der Synagogen Gemeinde Köln (SGK) ausmachen, entspre-
chende Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt sammeln mussten, da deren familiäre Migrations-
geschichte weiteres Diskriminierungspotenzial birgt.  
 
Eine genaue, auf Zahlen fundierte Statistik antisemitischer Vorfälle in Köln, die einen Bezug 
zum Arbeitsmarkt aufweisen, kann derzeit noch nicht vorgelegt werden. Insbesondere für die 
Messung von Entwicklungen in diesem Bereich ist eine langfristige Erfassungspraxis unab-
dingbar. 
 
 
Beantwortung zu 5. durch das Ausländeramt der Stadt Köln:  
 
Die Ausländerbehörde Köln folgt den Vorgaben des Bundesministeriums des Innern (BMI) 
uneingeschränkt. Dazu gehört, dass Ausbildungsduldungen verlängert werden, wenn sich 
pandemiebedingt die Ausbildungszeit aufgrund von verschobenen Prüfungen verlängert. 
Wird einer bzw. einem Auszubildenden pandemiebedingt gekündigt, wird die Duldung zur 
                                                      
2 http://ftp.iza.org/dp4741.pdf (Abruf 15.01.2021) 
3 http://ftp.iza.org/dp10217.pdf (Abruf 14.01.2021) 
4 https://bibliothek.wzb.eu/pdf/2018/vi18-104.pdf (Abruf 15.01.2021) 
5 https://www.researchgate.net/publication/318184565 (Abruf 13.01.2021) 
6 https://www.oegg.de/wp-content/uploads/2020/09/oegg_Bericht_2019_7_web.pdf (Abruf 
07.01.2021) 
7 https://www.caritas-koeln.de/export/sites/ocv/.content/.galleries/downloads/ADA-Jahresbe-
richt2019.pdf (Abruf 07.01.2021)

Suche eines neuen Ausbildungsplatzes ebenso verlängert. 
Auch im Bereich der Beschäftigungsduldungen wird auf pandemiebedingte Einflüsse rea-
giert. Der Bezug von Kurzarbeitergeld ist unschädlich. Bei pandemiebedingten Beschäfti-
gungsunterbrechungen von bis zu 6 Monaten erfolgt kein Widerruf der Beschäftigungsdul-
dung. 
 
Darüber hinaus nutzt die Ausländerbehörde Köln für geduldete Personen, die auf dem Weg 
in ein gesetzliches Bleiberecht sind, alle gesetzlich vorhandenen Ermessensspielräume zu 
Gunsten der Betroffenen, um pandemiebedingte Nachteile auszugleichen. Dies betrifft nicht 
nur die Berücksichtigung des erschwerten Zugangs zum Arbeitsmarkt, sondern auch die 
des erschwerten Zugangs zu Sprachkursen oder anderen Weiterbildungs- und Qualifizie-
rungs-möglichkeiten. Dies gilt insbesondere für die Geduldeten, die im städtischen Bleibe-
rechtsprojekt betreut werden. Allerdings gibt es keine pandemiebedingte Gesetzesände-
rung. Für die Erteilung eines Bleiberechts (Aufenthaltserlaubnis) bleibt auch weiterhin 
grundsätzlich die überwiegende Sicherung des Lebensunterhalts Voraussetzung. 
 
 
Gez. Martina Würker

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

789 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/5000 JC 
 
Vorlagen-Nummer  08.02.2021 
 0383/2021 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Integrationsrat 13.04.2021 
Runde Tisch für Flüchtlingsfragen 28.05.2021 
 
Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion AN 0008/2021 in der Sitzung des 
Integrationsrates am12.02.2021 
Die Verwaltung legt dem Integrationsrat auf die schriftliche Anfrage der SPD-Fraktion AN 0008/2021 
in der Sitzung vom 12.01.2021 die in der Anlage beigefügte Antwort des Jobcenter Köln unter Beteili-
gung des Ausländeramtes, des Amtes für Integration und Vielfalt und der Info- und Bildungsstelle 
gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln vor. 
 
Anlage 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (2)

23.02.2021 Integrationsrat
TOP 3.5 Kenntnisnahme (Mitteilung)

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung
28.05.2021 Runder Tisch für Flüchtlingsfragen
TOP 8.6 Kenntnisnahme (Mitteilung)
Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0383/2021
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
25.05.2021
Erstellt
03.02.2021 10:20