Planerische Vorstudie für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept im Stadtteil Kalk
Mitteilung Ausschuss 1683/2024/1 vom 16.10.2024
Stand: Am 28.11.2024 in der Bezirksvertretung 8 (Kalk) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Dezernat, Dienststelle IX/15/152 Vorlagen-Nummer 16.10.2024 1683/2024/1 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 07.11.2024 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 28.11.2024 Planerische Vorstudie für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept im Stadtteil Kalk Im Juni 2024 wurden die politischen Gremien über die Beauftragung einer planeri- schen Vorstudie zur analytischen und handlungsfeldübergreifenden Vorbereitung ei- nes Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) im Stadtteil Kalk informiert (Vorla- gen-Nr. 1683/2024). Gegenstand des Untersuchungsauftrags waren eine Bestands- aufnahme der städtebaulichen Entwicklungsbedarfe und Optionen eines möglichen weiteren Vorgehens. Die planerische Vorstudie für den Sozialraum Kalk liegt nun vor und umfasst inte- grierte Handlungsansätze, die eine resiliente und zukunftsweisende Stadtteilentwick- lung fördern sollen. Sie adressiert dabei sowohl zukünftige als auch bestehende Her- ausforderungen eines hochverdichteten, multikulturell geprägten Stadtteils und sucht nach Lösungen für zentrale Handlungserfordernisse. Zu den wesentlichen Herausforderungen zählen unter anderem die geringe Grün- raumversorgung in einem dicht besiedelten Gebiet sowie die Risiken, welche infolge des Klimawandels resultieren. Die Vorstudie ist das Ergebnis eines intensiven, interdisziplinären Beteiligungsprozes- ses, an dem verschiedene Fachämter der Stadt Köln sowie ausgewählte Schlüsselak- teur*innen des Stadtteils beteiligt waren. Die aus diesem Prozess abgeleiteten Projek- tideen sind Grundlage für die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzep- tes, mit dem die Verwaltung beabsichtigt, für ein noch abzustimmendes Maßnahmen- paket Städtebaufördermittel zu beantragen. Die planerische Vorstudie ist in digitaler Form als Anlage beigefügt. Gez. Haack -
Anlage: Planerische Vorstudie (nur digital, kein Druck) (neu 25.10.24))
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PLANERISCHE VORSTUDIE ENTWICKLUNG VON INTEGRIERTEN HANDLUNGSANSÄTZEN IM SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 3 Inhaltsverzeichnis 3 Vorwort 5 Kurzf assung 7 9 10 13 14 17 18 24 28 30 34 40 44 50 54 56 59 60 62 64 65 66 78 79 80 90 91 92 100 101 102 108 109 110 116 118 121 122 125 126 1. AUFGABE UND ZIEL Hintergrund und Aufgabenstellung 2. HERANGEHENSWEISE UND METHODIK Herangehensweise und Methodik 3. BESTANDSAUFNAHME UND ANALYSE Konzepte, Strategien und Planungen Historische entwicklung Kalk Räumliche Lage Freiraum und Grün W ohnen, Leben und Soziales Wirtschaft, Kultur und Innovation Mo bilität und Digitalisierung Energie, Klima und Ressourcenschutz Räumliche Zusammenfassung SWOT-Analyse 4. NEUE PERSPEKTIVE SOZIALRAUM KALK - LEITBILD UND PROJEKTE Leitbild Leitprojekte i m Sozialraum Projektübersicht - Neuer Freiraum für Kalk Handlungsfeld - Neuer Freiraum für Kalk Perspektive - Neuer Freiraum für Kalk Projektübersicht - Gut Leben in Kalk Handlungsfeld - Gut Leben in Kalk Perspektive - Gut Leben in Kalk Projektübersicht - Neue Impulse für Kalk Handlungsfeld - Neue Impulse Kalk Perspektive - Neue Impulse für Kalk Projektübersicht - Kalk neu verknüpft Handlungsfeld - Kalk neu verknüpft Perspektive - Kalk neu verknüpft Pr ojektübersicht - Klimakluges Kalk Handlungsfeld - Klimakluges Kalk Perspektive - Klimakluges Kalk Integrierte Verortung räumlicher Maßnahmen Projektübersicht 5. MÖGLICHE FÖRDERZUGÄNGE Mögliche Förderzugänge 6. IMPRESSUM Abbildungsverzeichnis Impressum 129 INHAL TSVERZEICHNIS HINWEIS: Der im Rahmen der Vorstudie verwendete Begriff „Sozialraum“ bezieht sich primär auf die Sied- lungsbereiche des Stadtteils Kalk, welche einen besonderen Entwicklungsbedarf aufweisen. Die Begrifflichkeit ist angelehnt an den §171 e BauGB „Maßnahmen der Sozialen Stadt“ . Im Rahmen der Stadt Köln umfasst der Begriff zudem den Handlungsraum der jeweiligen Sozial- raumkoordination des Stadtteils. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 5 Geprägt durch die starke Nutzungsmischung von Wohnen und Gewerbe und den Struk- turwandel der letzten Jahrzehnte weist Kalk spürbare städtebauliche und soziale Prob- lemlagen auf. Seit 1994 wurde mit verschie- denen Förderprogrammen auf diese Situa- tion reagiert – zuletzt mit dem im Dezember 2023 abgeschlossenen Integrierten Stadtent- wicklungskonzept „Humboldt/Gremberg und Kalk“ des Programms „Starke Veedel – Star- kes Köln“ mit Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Bürger*innen in elf Sozialräumen. Das Programm wurde mit Fördermitteln der Städtebauförderung und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung umgesetzt und enthielt neben Bauprojekten wie der Neugestaltung des Spielplatzes Eythstraße im Kalker Norden auch flankierende soziale Maßnahmen. Eine Evaluation des Programms zeigt deutliche Erfolge, aber nach wie vor noch weitere Handlungsbedarfe in Kalk. Diese bestehen verstärkt im Bereich der Klimawandelanpas- sung und Versorgung des hoch versiegelten Stadtteils mit Grün- und Freiräumen. So besteht weiterhin Bedarf an Grünflächen, Plätzen mit Aufenthaltsqualität und Begeg- nungsräumen für die vielen unterschiedli- chen Nutzergruppen. Gleichzeitig bietet Kalk zahlreiche Chancen und Potenziale durch Entwicklungsflächen wie die Industriebrache der Hallen Kalk, durch kulturelle Vielfalt sowie durch eine beachtliche Anzahl an bürger- schaftlichen Initiativen und innovativen Im- pulsgebern. Wie die Chancen im Stadtteil genutzt und Problemlagen nachhaltig abgebaut werden können, zeigt diese planerische Vorstu- die. Auf der Grundlage einer umfassenden Bestandsanalyse und den Ergebnissen verschiedener interaktiver Formate mit städ-tischen Fachämtern und Schlüssel- akteur*innen der Stadtgesellschaft werden Perspektiven und Entwicklungsziele für Kalk entworfen. Dabei liegt der Schwerpunkt stets in einer strukturellen Stärkung des Stadtteils sowie Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität vor Ort. Auf dieser Basis wird vom Amt für Stadtentwicklung und Sta- tistik geprüft, ob über ein Integriertes Stadt- entwicklungskonzept der Zugang zu Mitteln der Städtebauförderung geschaffen werden kann. Ich danke allen Akteur*innen in Kalk, die sich für die Weiterentwicklung ihres Stadtteils eingesetzt haben und täglich mit großem Engagement die Zukunft ihres „Veedels“ sichern. Ich wünsche mir, dass die Menschen in Kalk bald von weiteren Fördermaßnahmen und damit einhergehenden Verbesserungen profitieren werden. Ihr Andree Haack Beigeordneter der Stadt Köln für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales VORWORT 6 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 7 Die vorliegende planerische Vorstudie für den Sozialraum Kalk umfasst integrierte Handlungsansätze, die eine resiliente und zu- kunftsweisende Stadtteilentwicklung fördern sollen. Sie adressiert dabei sowohl zukünfti- ge als auch bestehende Herausforderungen eines hochverdichteten, multikulturell ge- prägten Stadtteils und sucht nach Lösungen für zentrale Handlungserfordernisse. Zu den wesentlichen Herausforderungen zählen unter anderem die geringe Grün- raumversorgung in einem dicht besiedelten Gebiet sowie die Risiken, welche infolge des Klimawandels resultieren. Zudem steht der steigende Wohnungsdruck im Fokus, der die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Ange- botsvielfalt im Sozialraum hervorhebt. Die Vorstudie ist das Ergebnis eines intensi- ven, interdisziplinären Beteiligungsprozesses, an dem verschiedene Fachämter der Stadt Köln sowie ausgewählte Schlüsselakteur*in- nen des Stadtteils beteiligt waren. Die aus diesem Prozess abgeleiteten Projektideen und räumlichen Zusammenhänge mün- deten in eine gemeinsame Perspektive für den Sozialraum Kalk. Bereits bestehende sowie mögliche Entwicklungsdynamiken und Potenziale wurden infolgedessen in unter- schiedlichen Handlungsfeldern gegliedert. Unter den Titeln „Neuer Freiraum für Kalk“, „Gut Leben in Kalk“, „Neue Impulse für Kalk“, „Kalk neu verknüpft“ und „Klimakluges Kalk“ wurden fünf Handlungsfelder definiert, die sich in einem gemeinsamen Leitbild unter dem Titel „Köln-Kalk als vielfältiger und klimaresilienter Stadtraum der Zukunft“, zusammenfassen lassen. Diese Handlungs- felder schlüsseln sich in die folgenden Leit- sätze auf: 1. Neuer Freiraum für Kalk – Handlungsfeld Grün und Aufenthaltsqualität: Schaffung eines zusammenhängenden Grün- und Frei- raumnetzes für den Stadtteil Kalk. 2. Gut leben in Kalk – Handlungsfeld Woh- nen, Leben und Soziales: Bereitstellung eines vielfältigen, qualitätsvollen Wohn- und Lebensraums für alle. 3. Neue Impulse für Kalk – Handlungsfeld Wirtschaft, Kultur und Innovation: Förde- rung neuer Arbeitswelten und Innovationen im multikulturellen Quartier. 4. Kalk neu verknüpft – Handlungsfeld Mobilität: Entwicklung eines klimaneutralen, multimodalen Mobilitätssystems der Zu- kunft. 5. Klimakluges Kalk – Handlungsfeld Ener- gie und Ressourcen: Etablierung eines klima- resilienten Energie- und Ressourcensystems auf Stadtteilebene. Die Vorstudie zeigt verschiedene Möglich- keiten auf, wie Kalk als vielfältiger und klima- resilienter Stadtraum der Zukunft weiterent- wickelt werden kann. Das entwickelte Leitbild soll in den kommenden Jahren als Zielgerüst für integrierte Stadtentwicklungskonzepte dienen. Der daraus abgeleitete Projektkata- log bietet darüber hinaus die Chance, ein- zelne Projekte unter Berücksichtigung des gemeinsamen integrierten Leitbildes zu reali- sieren und somit stufenweise Entwicklungen im Stadtteil voranzutreiben. Im Rahmen dessen wird die Notwendig- keit eines integrierten Ansatzes betont, um den komplexen Herausforderungen eines hochverdichteten und multikulturellen Stadt- teils gerecht zu werden. Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachämter und Schlüsselakteur*innen wurde eine ge- meinsame Vision für die Zukunft Kalks ent- wickelt, die sowohl soziale, wirtschaftliche als auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Mit dem Ziel, die Lebensqualität zu erhöhen und den Stadtteil an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen, bietet die Vorstudie eine umfassende Strategie für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtteil- entwicklung. KURZFASSUNG 8 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 9 1 AUFGABE UND ZIEL 10 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK HINTERGRUND UND AUFGABENSTELLUNG Planerische Vorstudie für die Entwicklung von integrier- ten Handlungsansätzen im Sozialraum Kalk Der Sozialraum Kalk liegt im Westen des Stadtbezirks Kalk im rechtsrheinischen Köln. Er grenzt im Norden an den Stadtbezirk Köln-Mülheim, im Westen an Köln-Deutz, im Süden an den Stadtteil Humboldt-Gremberg und im Osten an die Stadtteile Vingst und Höhenberg. Der Stadtteil Kalk ist durch den ÖPNV sowie durch den motorisierten Indivi- dualverkehr grundsätzlich gut angebunden. Köln-Kalk gilt als einer der am dichtesten be- siedelten Kölner Stadtteile. Gleichzeitig zeich- net sich der Sozialraum durch eine vielfältige Sozialstruktur aus. Diese umfasst neben einer hohen Arbeitslosenquote und einem hohen Anteil an ökonomisch schlechter ge- stellten Bevölkerungsgruppen ebenfalls eine große Gruppe an jungen Akademiker*innen, welche nach Studienabschluss im Stadtteil verblieben sind. In Köln-Kalk existierten zu- dem eine hohe Nutzungsvielfalt und Mi- schung von Funktionen wie Wohnen, Arbei- ten, Kultur und Freizeit auf engstem Raum. Die Grünraumversorgung des Stadtteils Kalk ist im Vergleich zu anderen Stadtteilen sehr gering. Kalk zeichnet sich durch ein ausge- prägtes bürgerschaftliches Engagement mit einer Vielzahl von Initiativen und engagierten Akteur*innen aus. Aus den beschriebenen Rahmenbedingun- gen resultieren eine große Vielfalt und Le- bendigkeit des Kölner Veedels, aber auch be- sondere Herausforderungen, die planerische Konzepte und Strategien erfordern. Laufende Strukturwandelprozesse, in den durch Indus- trie und Gewerbe geprägten Bereichen des Stadtteils erhöhen zusätzlich den Handlungs- bedarf, eröffnen aber auch neue Perspekti- ven. Ein Beispiel dafür ist die avisierte Revi- talisierung der Industriebrache „Hallen Kalk“, der ehemaligen Werkshallen der Klöckner Humboldt Deutz AG, sowie ihre Anbindung an das Bezirkszentrum. Die Stadt Köln hat auf der Basis des Pro- gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, welches Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen unter anderem für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ vertieft. Der Durchführungszeitraum des ISEK endete zum 31. Dezember 2023. Darauf aufbauend sollte die vorliegende planerische Vorstudie eine Grundlage für folgende Stadt- entwicklungskonzepte schaffen und so erste konkrete planerische und städtebauliche Ent- wicklungen anstoßen. Aufbauend auf bereits vorhandenen Vorüberlegungen und Maß- nahmenvorschlägen der Fachämter wurden in Kooperation mit diesen und ausgewählten Schlüsselakteur*innen der Stadtgesellschaft geeignete Handlungsräume und Projekt- ideen gesammelt und zusammengeführt, die im folgenden Prozess aufgegriffen wer- den können. Ziel ist es, hierüber eine sozial, städtebaulich und ökologisch ausgewogene Entwicklung des Stadtteils vorzubereiten, um in den nächsten Jahren konkrete Projekte auf den Weg bringen zu können. Entlang eines gemeinsamen Zielbildes und räumlichen Gesamtkonzeptes soll die Vielzahl an Poten- zialflächen im Stadtteil Kalk für eine zukunfts- und qualitätsorientierte Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert genutzt werden. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 11 Kalk Mülheim NippesEhrenfeld Lindenthal Rodenkirchen Porz Chorweiler InnenstadtKalk Abbildung 1 Gesamtübersicht der Stadtbezirke und Verortung des Stadtteils Kalk 12 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 13 2 HERANGEHENSWEISE UND METHODIK 14 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK HERANGEHENSWEISE UND METHODIK Herangehensweise und Methodik im Dialogprozess Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des im Jahr 2015 fertiggestellten integrierten Hand- lungskonzeptes „Starke Veedel – starkes Köln“ für ausgewählte Sozialräume der Stadt Köln und des darauf aufbauenden integrier- ten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ (2017) hat sich die Stadt Köln dazu ent- schieden, eine tragfähige Vorstudie für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung in Kalk zu erarbeiten. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen meh- rere, fachämterübergreifende Werkstätten, die interdisziplinär und kooperativ mehrere Handlungsfelder einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung in den Blick nahmen. Auf diese Weise konnten die spezifischen He- rausforderungen aber auch Chancen und Potenziale gemeinsam betrachtet und in integrierte, fachübergreifende Strategien und Projekte übersetzt werden. Wichtige Grundlage und Voraussetzung dieser IM- PULS-Werkstätten waren neben einer städ- tebaulichen Analyse des Sozialraums Kalk und Auswertung bestehender Konzepte auf regionaler, städtischer und stadtteilbezoge- ner Ebene, insbesondere die Durchführung von Vorgesprächen mit Expert*innen der jeweiligen Handlungsfelder. In den interdisziplinär besetzten IMPULS- Werkstätten bestehend aus Vertreter*innen der jeweiligen Fachämter der Stadt Köln sowie ausgewählten Schlüsselakteur*innen und Sprecher*innen von Initiativen des So- zialraums, wurden handlungsfeldbezogen räumliche Fragstellungen und mögliche Projektansätze, welche langfristig zu einer Weiterentwicklung des Sozialraums Kalk beitragen können, gemeinsam diskutiert. Somit konnten bereits während der Konzept- erstellung vielfältige Perspektiven zusam- mengebracht werden und frühzeitig Ver- antwortlichkeiten für die unterschiedlichen Maßnahmen zugeordnet werden. Hieraus resultieren sowohl eine notwendige Akzep- tanz des Konzeptes als auch eine realistische Umsetzungsperspektive in den nächsten Jahren. Durch die Kooperation der unter- schiedlichen Fachämter und dem daraus resultierenden interdisziplinären Ansatz kön- nen Projektansätze ganzheitlich angegangen und sowohl notwendige planungsrechtliche wie auch finanzierungs-/fördertechnische Fragestellungen gemeinsam gelöst werden. Durch den gezielten Einbezug ausgewählter lokaler Schlüsselakteur*innen sollte bereits zu Beginn des Prozesses die Perspektive der Menschen, Institutionen, Vereine und Unter- nehmen vor Ort integriert werden. Diese Akteurskooperation gilt es im weiteren Ent- wicklungsprozess zu verstetigen und weiter auszubauen, um „Beteiligte zu Akteur*innen zu machen“. Nur so können diese zu echten Impulsgeber*innen und langfristigen Pro- jektträger*innen einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung werden und nachhaltig an der Umsetzung eines gemeinsamen Konzep- tes mitwirken. „Durch die Kooperation der unterschiedlichen Fachäm- ter und den daraus resul- tierenden interdisziplinären Ansätzen können Projekte ganzheitlich angegangen und sowohl notwendige pla- nungsrechtliche wie auch finanzierungs-/fördertech- nische Fragestellungen ge- meinsam gelöst werden.“ „ VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 15 Abbildung 2 Eindrücke aus dem Beteiligungsver- fahren. Quelle: stadtland Impuls Vorgespräche / Interviews Zur Vorbereitung des avisierten Mitwirkungspro- zesses wurden vorbereitende Gespräche / Kurz- interviews mit ausgewählten Expert*innen der jeweiligen Themenschwerpunkte geführt. Somit konnte eine zielgerichtete Vorbereitung der Werk- stätten gewährleistet und die Ergebnisse der Ana- lyse und Bestandserhebung durch weitere Infor- mationen angereichert werden. IMPULS-Werkstätten Im Rahmen von interaktiven Impuls-Werkstätten wurden gemeinsam mit Vertreter*innen der Fach- ämter sowie ausgewählten Schlüsselakteur*innen Entwicklungsziele und Projektideen für den So- zialraum Kalk erarbeitet. Die sieben interaktiven Formate gliederten sich wie folgt auf: Gemeinsame Auftakt-Werkstatt Im Rahmen einer gemeinsamen digitalen Auf- takt-Veranstaltung wurden Zwischenergebnisse der Analysen sowie erste integrierte räumliche Betrachtungen in einem digitalen Arbeitsraum diskutiert. Handlungsfeldbezogene IMPULS-Werkstätten Gemeinsam mit Vertreter*innen und Expert*in- nen der jeweiligen Handlungsfelder wurden in fünf handlungsfeldbezogenen Impuls-Werk- stätten die Handlungsbedarfe und Potenziale des Sozialraums Kalk diskutiert. Anhand eines interaktiven Arbeitsmodells sowie Projektsteck- briefen wurden zum einen räumliche Zusam- menhänge als auch Projektideen und Maßnah- men zur Weiterentwicklung des Sozialraums erarbeitet. Gemeinsame Abschluss-Werkstatt In einer gemeinsamen Abschluss-Werkstatt wurden die entwickelten Projekte zusammen- getragen und gemeinsam weiter profiliert. Da- rüber hinaus wurden anhand eines interaktiven Arbeitsmodells die bereits aufbereiteten räum- lichen Zusammenhänge nochmals reflektiert. Interaktive Formate im Dialogprozess © STADTLAND IMPULS (ABB 2) 16 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 17 3 BESTANDSAUFNAHME UND ANAL YSE 18 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK KONZEPTE, STRATEGIEN UND PLANUNGEN Bestandsaufnahmen Informelle Strategien, Konzepte und Planungen Regionale Konzepte Agglomerationskonzept der Region Köln / Bonn (2019) Das im Auftrag des Köln/Bonn e.V. für die Region Köln/Bonn erarbeitete Agglomera- tionskonzept stellt ein innovatives und stra- tegisches Projekt zur Sicherung der Entwick- lungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Region Köln/Bonn dar. Das Agglomerationskonzept definiert Per- spektiven für eine raumverträgliche und integrierte Siedlungs-, Mobilitäts- und Frei- raumentwicklung der Region und formuliert sieben „Regionale Entwicklungsräume“. Für die rechtsrheinischen Stadtteile Kölns ist hierbei der „Rechtsrheinische Korridor“ als „Raum für urbane, durchmischte Entwick- lungen“ von besonderer Bedeutung. Hierzu gehören unter anderem gewerbliche Nut- zungen, Büro/Dienstleistung sowie urbane Produktion, welche an die nationalen sowie internationalen Kommunikations- und Men- schenströme anknüpfen. Eine Reihe bestehender, informeller wie formeller Konzepte, Strategien und Planungen liefert auf unterschiedlichen Ebenen und Maßstäben mögliche Anknüpfungspunkte für die planerische Vorstudie für den Sozialraum Kalk. Im Folgenden sollen ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige davon schlaglichtartig vorgestellt werden, um mögliche Rück- schlüsse auf die vorliegende Studie ziehen zu können und diese besser in einen überge- ordneten Kontext einzubinden. Abbildung 3 Agglomerationskonzept Region Rhein Köln / Bonn. Quelle: Köln/Bonn e.V. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 19 Gesamtstädtische Konzepte Städtebaulicher Masterplan Innenstadt (Fortschreibung 2020 – 2025) Der städtebauliche Masterplan für die Kölner Innenstadt (Albert Speer + Partner) konsta- tiert, dass die rechtsrheinische Innenstadt ein in weiten Teilen heterogenes Gefüge bau- licher Strukturen mit unterschiedlicher Bau- substanz, Größe und Nutzung ist. Er stellt fest, dass sich hier über die Jahrzehnte viele Funktionen angesiedelt haben, die aufgrund der linksrheinisch erhaltenen oder rekonst- ruierten historischen Strukturen keinen Platz finden konnten. Vor diesem Hintergrund formuliert der Masterplan Innenstadt für den Fokusraum „Rechte Rheinseite“ u.a. das Ziel, die einzelnen Quartiere einheitlicher anzu- ordnen, untereinander besser zu vernetzen sowie die dazwischen liegenden Grauzonen aufzulösen und besser nutzbar zu machen. Rechtsrheinische Perspektiven (2010) Im Rahmen des NRW-Strukturförderpro- gramms REGIONALE 2010 wurden im Zuge eines offenen Planungsdialoges unter dem programmatischen Namen „Rechtsrheini- sche Perspektiven“ sowohl übergeordnete Zusammenhänge als auch konkrete Ent- wurfsideen diskutiert und entwickelt. Dabei wurde u.a. festgehalten, dass das rechts- rheinische Köln durch einen bereits mehrere Jahrzehnte währenden Strukturwandel ge- prägt ist. Verkehrstrassen und städtebau- liche Großstrukturen wirken vielerorts als Barrieren und zerschneiden den Stadtraum. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die im Zuge des Strukturwandels aufge- lassenen Standorte ein enormes Stadtent- wicklungspotenzial in innerstädtischer Lage bieten. Das rechtsrheinische Stadtgebiet würde das Potenzial bieten, zum Bindeglied zwischen dem Rhein und der Mittelgebirgs- landschaft des Bergischen Landes im Osten zu werden, bislang fehlt es hierfür jedoch an verbindenden Freiräumen. Vor diesem Hin- tergrund wird vorgeschlagen, die mit dem Wandlungsprozess verbundene historische Chance zu nutzen, die Freiraumausstattung und Vernetzung im Rechtsrheinischen zu verbessern, Barrieren in Verbindungen umzu- wandeln und die vorhandenen Zentren und Siedlungsstrukturen zu stärken. Stadtentwicklungskonzept Wohnen und Wohnungsbauprogramm (2015) Im Jahr 2014 verabschiedete die Stadt Köln das Stadtentwicklungskonzept Wohnen als gesamtstädtisches Konzept zur strategi- schen Lösung des steigenden Wohnungs- drucks. Differenziert wurde zwischen den zwei Grundtypen „generelle Wohnraumnach- frage im Bestand“ und „Neubaubedarf“. Das Stadtentwicklungskonzept Wohnen greift den Grundgedanken eines offenen Prozesses auf, welcher Akteur*innen der Stadtgesell- schaft dazu anregen soll, aktiv an der Fin- dung von Lösungswegen teilzuhaben. Auf Basis einer sozialorientierten Wohnungspoli- tik strebt die Stadt an, nicht nur quantitativ neuen Wohnraum zu schaffen, sondern auch eine qualitative Neu- und Weiterentwicklung der Stadt voranzutreiben. Die gesetzten Ziele und Leitlinien münden in einem konkretisier- ten Handlungsprogramm, bestehend aus neuen Handlungsfeldern und 22 dazugehöri- gen Maßnahmen mit allgemeinen Aussagen zur Wohnraumentwicklung auf gesamtstäd- tischer Ebene. 20 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Kooperatives Baulandmodell (2017) Im Zuge des immer stärkeren Rückgangs von sozial-gefördertem Wohnungsbau wurde im Jahr 2014 das „Kooperative Baulandmodell Köln“ verabschiedet. Zielsetzung des Inst- rumentes ist die Stärkung des Wohnungs- angebotes im öffentlich-geförderten sowie preisgünstigen Wohnungssegment der Stadt Köln. Im Zuge dessen werden Bauvorha- benträger*innen an der Bedarfsabdeckung und Errichtung von Wohnfolgeeinrichtun- gen sowie Qualifizierung des bestehenden Wohnumfelds maßgeblich beteiligt. Die Fort- schreibung im Jahr 2017 soll eine vereinfach- te Anwendung und Umsetzung ermöglichen. Konkret sieht das Instrument die Errichtung von anteilig 30 % öffentlich-geförderten Wohnungsbau innerhalb von Planungsgebie- ten sowie eine anteilige Beteiligung an den Kosten zur Errichtung bzw. Nachbesserung von öffentlichen Infrastrukturen vor. Stadtstrategie Kölner Perspektiven (2020) Mit der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ stellt sich die Stadt Köln den Heraus- forderungen unserer Zeit, wie Stadtwachs- tum, Klimawandel, Mobilitätswende, demo- graphischer Wandel, Globalisierung oder Digitalisierung. Die Stadtstrategie dient dabei als räumliches sowie konzeptionelles Leitbild mit strategischen Handlungsempfehlungen. Mit Blick auf den Stadtteil Kalk können dabei folgende Ansätze abgeleitet werden: • Empf ehlung einer „mittleren Dich- te“ (GFZ 1.2) für den an die Innenstadt grenzenden Stadtteil Kalk, mit einem besonderen Fokus auf Nutzungs- sowie Typologien-Mischung. • Stär kung des Sozialraumgebiets „Le- benswerte Veedel“ mit einem besonde- ren Fokus auf soziale, kulturelle sowie Bildungsinfrastrukturen. Abbildung 4 Zielkarte „Kölner Perspektiven 2030+. Quelle: Stadt Köln VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 21 • Weiterentwicklung der Kalker Haupt- str aße als bedeutende Stadtachse , Identifizierung als „Entwicklungsfläche“ und Kennzeichnung als „Zukunftsachse“ mit besonderer Profilierung • Aufw ertung der Versorgungszentren und Stärkung des Areals der Hallen Kalk als Transformationsort für innovative, gemischte Gewerbegebiete / Kreativ- quartier • Profi lierung und Nachverdichtung des Gewerbegebietes an der Wipperfürther- Straße / Kalk-Nord • Verb esserung des kleinräumigen Stadtklimas und Ausbau der Grünstruk- tur in rechtsrheinischen Gebieten. • Verb esserte Anbindung ans regionale Schienennetz durch Schluss des S- Bahn-Rings und Errichtung einer neuen S-Bahn-Haltestelle nordwestlich von Kalk Masterplan Stadtgrün (2023) Die Stadt Köln hat im Jahr 2023 den soge- nannten Masterplan Stadtgrün beschlossen. Dieser hat zum Ziel, die bestehenden Grün- gürtel, Grünzüge und Grünstrukturen in Köln zu schützen und zu erweitern. Damit einher geht das Ziel, das städtische Klima zu ver- bessern und den Kölner Bürger*innen in allen Stadtbezirken qualitätsvolle Erholungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten zu bieten. Der Masterplan Stadtgrün beinhaltet zu- nächst eine umfassende Analyse der Grün- und Freiflächen in der Gesamtstadt, um deren Funktion und ökologische Leistung für das Stadtgebiet herauszuarbeiten. Ein beson- derer Fokus soll dabei auf multifunktionalen Flächen liegen, welche sich in ein gesamt- strategisches Grün- und Freiraumnetz ein- betten lassen. Aktuell findet auf Ebene der Stadtbezirke eine umfassende Bürger*innen- beteiligung statt, die deren Perspektiven und Alltagserfahrungen vor Ort in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzen soll. Anschließend erfolgt dann eine planerische Konkretisierung und Zusammenführung in ein gesamtstädtisches Konzept. Im Stadt- bezirk Kalk fand dieses Verfahren im Jahr 2023 statt. Dabei wurde u.a. der besondere Bedarf an für jedermann erreichbaren und zugänglichen, qualitätsvollen Freiräumen und Grünstrukturen für den stark verdichteten Stadtteil deutlich. Auch wurden im Rahmen der Bürger*innen-Beteiligung bereits erste Projektvorschläge wie die Herstellung eines zusammenhängenden Grün- und Freiraum- netzes z.B. über miteinander verknüpfte „Pocket Parks“ oder die Neugestaltung und qualitative Aufwertung der Kalker Hauptstra- ße (vom Straßenraum zum Stadtraum) for- muliert, die in der vorliegenden Vorstudie mit aufgegriffen werden. Konzepte auf Stadtteilebene Zukunftsagenda Köln-Kalk: Partizipatives Handlungskonzept (2023) Im Zuge des Programmaufrufs „Sofortpro- gramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen“ wurde die Möglichkeit geboten, pandemiebedingten Entwicklungen entgegenzuwirken. Die Stadt Köln entwickelte mit der Zukunftsagenda Köln-Kalk ein partizipatives Handlungskon- zept zur Stärkung des Stadtteilzentrums Kalk, das als zentrale Versorgungsinfrastruktur wichtige Funktionen für den Bezirk und die Gesamtstadt übernimmt. Die Zukunfts- agenda formuliert unter anderem folgende Zielsetzungen entlang von vier unterschied- lichen Quartieren als spezifische Transforma- tions- und Entwicklungsräume: 22 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK • Versorgung und Shopping (Q1) – Kalk Arc aden bis Neuerburgstraße mit dem Transformationsraum Kalk Post • Kult ur und Vielfalt (Q2) – mit dem Transformationsraum Kalk-Mühlheimer- Straße • Gastr onomie und Aufenthalt (Q3) – vom Markt über den Stadtgarten bis zur Sünner Brauerei mit dem Transforma- tionsraum Kalk-Kapelle / Stadtgarten • Diens tleistung und Gesundheit (Q4) – Kalk Karree über die Kapellenstraße bis zum Bezirksrathaus. ISEK Humboldt-Gremberg / Kalk (2017) Im Jahr 2017 verabschiedete die Stadt Köln auf Basis des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ein integriertes Stadtent- wicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum Humboldt-Gremberg / Kalk mit dem Ziel, verbesserte Lebensbedingungen der Men- schen zu ermöglichen. Das ISEK, dessen Förderzeitraum im Dezember 2023 endete, knüpfte dabei an bereits erfolgreich ge- startete Programme zur Verbesserung der Lebenssituation im Sozialraum Kalk an. Abbildung 5 Ziel-Karte Köln-Kalk. Auszug aus der Zukunftsagenda (2023). Quelle: Stadt + Handel VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 23 Hervorzuheben sind insbesondere folgende Projektbausteine: • „Ver besserte Teilhabe und Mitwir- kung“: Büro für Quartiersmanagement (Starke Veedel Büro) • „Öff entlicher Raum“: Spielplatz Eyth- straße • Haus , Hof- und Fassadenprogramm Formale Planungen Flächennutzungsplan Der Flächennutzungsplan wurde als Gesamt- plan für das Stadtgebiet Köln letztmalig 1982 angepasst. Seither erfolgten eine Vielzahl teil-räumlicher Änderungen und Anpassun- gen, so auch für den Sozialraum Kalk. Für den Stadtteil Kalk weist der Flächennutzungsplan primär Flächen als besondere Wohngebiete sowie Wohnbauflächen aus. Im Süden ist zu- dem ein großflächiger Bereich als Industrie- fläche ausgewiesen (Bereich Hallen Kalk). Bebauungspläne Kalk Post – Köln–Kalk (2017) In seiner Sitzung vom 30. März 2017 hat der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Köln den Beschluss zur Aufstellung eines Bebau- ungsplans mit Festsetzungen nach §9 Absatz 2b Baugesetzbuch (BauGB) für den Teilbe- reich südlich der Kalker Hauptstraße östlich der Trimbornstraße, nördlich der Dillenburger Straße und westlich der Robertstraße im Stadtteil Köln-Kalk, beschlossen. Zielsetzung ist es, in diesem Bereich eine weitere Beein- trächtigung der städtebaulichen Funktion des Bezirkszentrums durch die zunehmende Konzentration von Vergnügungsstätten aus- zuschließen. Kalker Hauptstraße / Wippermannstraße in Köln-Kalk (2020) Am 16. Juni 2020 fasste der Stadtentwick- lungsausschuss den Beschluss nach §12 Absatz 2 BauGB zur Aufstellung eines vor- habenbezogenen Bebauungsplans (nach §13a BauGB) für das Gebiet südlich der Kalker Hauptstraße, westlich der Wippermannstra- ße und östlich der Zechenstraße. Zielset- zung ist die Festsetzung einer Wohnbebau- ung, einer öffentlichen Grünfläche (Spielplatz) sowie einer kulturellen Nutzung und einer Kindertagesstätte. Abbildung 6 Bisherige Programmgebiete der Städte- bauförderung im Sozialraum Kalk von 1990 bis 2023. Quelle: Stadt Köln 24 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK HISTORISCHE ENTWICKLUNG KALK Analyse auf Ebene des Sozialraums Kalk Ausgehend von einem Bauverbot im Umkreis von Festungsanlagen, wichen Kölner Unternehmen Mitte des 19. Jahrhunderts auf Flächen außerhalb der Stadtgrenzen aus. Der heutige Stadtteil Kalk verfügte damals über günstiges Bauland und geringe Auflagen hinsichtlich der Bebauungsstruktur. Dies führte zu einer verstärkten Ansiedlung von verarbeitender Industrie und Produktionsgewerbe. Ab 1910 erfolgte die Eingliederung in die Stadt Köln. Im Jahr 1856 etablierte sich die „Maschinenfabrik für den Bergbau von Sievers und Co“ in Kalk bei Deutz am Rhein. Das später als „Klöckner Humboldt Deutz AG“ bekannte Unternehmen prägte den Stadtteil bis Ende des 20. Jahrhunderts maßgeblich. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, bei dem Kalk zu 90 % zerstört wurde, erfolgte zunächst ein rascher Wiederaufbau und die Wiederinbetriebnahme der Industrie. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs der 1960er Jahre führte der hohe Arbeitskräftebedarf zu einem starken Zuzug an Gastarbeiter*innen. Kalk wurde aufgrund der direkten Nähe zu den Industrieunternehmen sowie günstigen Mieten zur Ankunftsstätte für viele Migrant*innen. Diese kulturelle Vielfalt prägt den Stadtteil noch heute maßgeblich und ist fest mit der Identität des Stadtteils verankert. Infolge der Rezession ab den 1970er Jahren und einem resultierenden strukturellen Wandel erfolgte die Aufgabe einer Vielzahl von Industriestandorten. Diese ehemaligen Industrieareale ermöglichten die Transformation zu neuen, innerstädtischen Wohn- und Siedlungsgebieten im Stadtteil Kalk. Vereinzelt sind noch heute Zeugnisse der damaligen Industriekultur, unter anderem im Bereich der Hallen Kalk, erkennbar. Abbildung 7 Historische Karten Stadtteil Kalk 1904. Quelle: GeoBasis NRW Abbildung 8 Historische Karten Stadtteil Kalk 1924. Quelle: GeoBasis NRW VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 25 Abbildung 9 Historische Karten Stadtteil Kalk 1946. Quelle: GeoBasis NRW 26 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 10 Historische Karten Stadtteil Kalk 1993. Quelle: GeoBasis NRW VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 27 Abbildung 11 Historische Karten Stadtteil Kalk 2018. Quelle: GeoBasis NRW 28 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK RÄUMLICHE LAGE Allgemeine Einordnung Der Stadtteil Kalk bildet das Bezirkszentrum des Stadtbezirks Kalk. Dieser umfasst neun Stadtteile und bildet die östliche Grenze der Stadt Köln. Abbildung 12 Bevölkerungsdichte Einwohner*innen / km². Quelle: Stadt Köln 8.393 5.357 11.302 5.709 3.724 2.983 1.364 916 8.342 3.191 2.884 1.454 1.240 3.711 4.591 3.672 833 7.821 KALK HUMBOLDT/GREMBERG VINGST HÖHENBERG OSTHEIM MERHEIM BR ÜCK RATH/HEUMAR NEUBRÜCK B EZ. KALK B EZ. MÜLHEIM BEZ. PORZ BEZ. CH ORWEILER BEZ. NI PPES BEZ. EHRENFELD BEZ. LINDENTHAL BEZ. RO DENKIRCHEN BEZ. I NNENST ADT 0 2000 4000 6000 8000 10000 12000 Bevölkerungsdichte in Kölner Stadtteilen & Stadtbezirken in Einwohner*innen/km2 Verortet im rechtsrheinischen Köln, liegt der Stadtteil Kalk östlich des Innenstadtbe- zirks und grenzt im Westen an den Stadtteil Deutz, im Norden an den Stadtteil Buchforst (Stadtbezirk Mülheim) sowie im Osten an die Stadtteile Höhenberg und Vingst und im Süden an den Stadtteil Humboldt-Gremberg (alle Stadtbezirk Kalk). Als Verwaltungsstandort und Bezirkszentrum hat der Stadtteil Kalk eine übergeordnete Bedeutung für den Stadtbezirk und die Stadt Köln. Prägend sind insbesondere die „Kalker Hauptstraße“ als Hauptgeschäftsstraße und direkte Anbindung an den Stadtteil Deutz und die Kölner Innenstadt sowie die Kölner Arcaden als Einkaufzentrum mit überregiona- ler Anziehungskraft. Die Hallen Kalk als Erbe der Industriekultur, mit den Abenteuerhallen Kalk, die Sünner-Brauerei und das Odysseum sind als ortsbildprägende und anziehungs- starke Strukturen zu benennen. Darüber hin- aus wird das Stadtbild durch gründerzeitliche Wohnbebauung sowie infolge der Kriegszer- störung errichtetem Geschosswohnungsbau der 1950er und 1960er—Jahre geprägt. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 29 Abgrenzung des Untersuchungsbereichs Der Stadtteil Kalk umfasst eine Fläche von 297 ha und zählt 24.911 Einwohner*innen (Stand 09 / 2023). Er ist somit nach dem Stadtteil Vingst der am dichtesten besiedelte Stadtteil des Stadtbezirks. Kalk verfügt in Relation zum Versiegelungsgrad über einen geringen Anteil an verfügbarem Grün- und Freiraum. Bahndämme und -Gleisanlagen im Nord-Westen, Osten und Süd-Westen sowie die Autobahnzubringer der A3 (Bundesstraße 55a) im Norden grenzen den Stadtteil räumlich ab und versetzen ihn in eine insulare Lage in Bezug auf die angrenzenden Stadtteile. Die Bundesstraße trennt den zum Stadtteil gehörigen „Kalkberg“ vom Stadtteil räumlich ab. Abbildung 13 Luftbild Stadtteil Kalk Quelle: GeoBasis NRW 30 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK FREIRAUM UND GRÜN Allgemein Einordnung Der Sozialraum Kalk verfügt über einen vergleichsweise geringen Anteil an qualitätsvollen Grünflächen. Die Vielzahl von Bewohner*innen aller Altersgruppen mit ihren Ansprüchen sowie eine steigende Hitzebelastung und zunehmende Starkregenereignisse im Kontext des Klimawandels machen in hochverdichteten, „steinernen“ Stadträumen wie Kalk eine ausreichende Grün- und Freiraumversorgung unerlässlich. Anbindung an übergeordnete Grünraumstrukturen 500m 1.000m 2.000m 5.000 m Der Stadtteil Kalk weist durch seine insulare Lage derzeit keine Einbindung in ein überge- ordnetes Grünraumnetz vor. Nahe gelegene Grün- und Freiraumstrukturen sind mittels Umweltverbund und MIV grundsätzlich er- reichbar, fußläufig jedoch kaum erreichbar. Etwas außerhalb des Stadtteils Kalk liegen in etwas größerer Entfernung einige, über ÖPNV/MIV erreichbare übergeordnete Frei- raumstrukturen. Hierzu gehören unter an- derem der Rhein und die Rheinterrassen im Westen (ca. 2 km Luftlinie von Kalk Post), die Merheimer Heide im Osten (ca. 2,8 km Luftli- nie) sowie der Westerwaldpark im Süden mit Übergang in das Gremberger Wäldchen (ca. 1,2 km Luftlinie). Ebenso stellt der Königs- forst mit seiner großflächigen Waldstruktur im Osten des Stadtbezirks ein Naherholungs- gebiet mit stadtweiter Bedeutung dar (ca. 6 km Luftlinie). Abbildung 14 Grünflächenversorgung im Stadtbezirk Köln. Quelle: GeoBasis NRW VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 31 Grünflächen im Bestand Kleingärten Sportflächen Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende Übergeordnete Grünstrukturen In Kalk gibt es große Potenziale einer verbesserten stadtteilinternen wie auch externen Grün- raumvernetzung. Hierbei ist insbesondere eine verbesserte Nord-Süd-Verbindung über den Deutzer Ring und in der Verlängerung des Kalkbergs zu nennen. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, quartiersbezogene Durchwegungen sowie Grün- und Freiraumverbindungen über die Aufwertung kleinerer Flächen in die vorhandene städtebauliche Struktur zu integ- rieren. Zusätzlich ist eine Aktivierung der Innenhöfe als wohnraumnahe Grün- und Freiräume möglich. Abbildung 15 Übergeordnete Grünstrukturen. Quelle: Kartengrundlage GeoBasis NRW 32 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Grünstrukturen im Stadtteil Fehlende qualitätvolle und wohnraumnahe Freiräume sind ein starkes Defizit im Stadtteil Kalk. Dies führt auf Stadtteilebene nicht nur zur Bildung von Hitzeinseln, sondern schwächt auch maßgeblich die Aufenthalts- und Lebensqualität im Stadtteil. Abbildung 16 Prozentuale Flächenverteilung im Stadtteil Quelle: Stadt Köln Prozentuale Flächenverteilung auf Stadtteilebene 56,9%35,4% 5,4% 1% 1,3% Bebaute Flächen Verkehrsflächen Parks Friedhöfe Waldflächen Im Stadtteil Kalk ist die Erreichbarkeit von öffentlichen Freiräumen insbesondere in den Siedlungsbereichen sehr gering. Für den Stadtteil Kalk existiert ein Straßen- baumkonzept, das auf einen hohen Anteil an bestehenden Straßenbäumen verweist und derzeit keinen Bedarf an ergänzenden Baumpflanzungen im Straßenraum vorsieht. Dort, wo sich durch veränderte Straßen- raumquerschnitte neue Aufenthaltsräume und Platzsituationen ergeben können aber neue Freiräume für straßenbegleitende oder platzdefinierende Bäume entstehen. Die Innenhofbereiche parallel zur Kalker Haupt- straße und Kalk-Mülheimer-Straße bieten die besondere Gelegenheit, wohnraumnahe Grünraumstrukturen zu ergänzen und bar- rierefreie Wegeverbindungen zu etablieren. Darüber hinaus bieten bereits vorhandene Grünflächen im Kalker Norden großes Poten- zial zur Stärkung der Biodiversität im Stadt- teil. Mancherorts verhindern spezifische Bodenbeschaffenheiten neue Pflanzungen. So weist Kalk insbesondere im Bereich der ehemaligen Industrieareale hohe Bodenlast- werte auf, was die wünschenswerte Ent- siegelung von Teilflächen im Westen sowie Süd-Westen verhindert. Potenziale für übergeordnetes Grünraumnetz Ein Ausbau des Grünraumnetzes auf Stadt- teil- und Stadtbezirksebene könnte zu einer besseren Vernetzung des Stadtteils mit seiner Umgebung und umliegenden Stadt- teilen führen. Beispielsweise wäre eine neue Grün- und Freiraumverbindung entlang der Kalker Höfe möglich. Auch die gestalterische Aufwertung der Straßenräume hin zu quali- tätsvollen Stadträumen wäre eine Möglich- keit zur Verwirklichung eines zusammenhän- genden Grünraumnetzes. Abbildung 17 Flächenverteilung versiegelte Fläche zu Grünfläche. Quelle: GeoBasis NRW VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 33 Grün- und Freiraumversorgung auf Stadtteilebene Der Stadtteil weist insbesondere in den dichteren Siedlungsbereichen eine unzureichende Versorgung mit gut erreichbaren, wohnraumnahen Freiflächen auf. Insbesondere der Kalker Norden weist tendenziell wenig Grünräume mit Aufenthaltsqualität auf. Die bestehenden Parkanlagen „Bürgerpark“, „Alter Friedhof“ und der „alte Stadtgarten“ sind trotz ihres gerin- gen Einzugsbereichs bereits stark frequentiert und überlastet. Die im Bereich der Siedlungs- bauten in Zeilenbauweise vorzufindenden Grünstrukturen sind monofunktional gestaltet und weisen keinen Mehrwert für das Quartier auf. Abbildung 18 Analyse der Grünstrukturen auf Stadtteilebene Quelle: GeoBasis NRW 34 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK WOHNEN, LEBEN UND SOZIALES Bebauungsstruktur und öffentliche Infrastruktur Mit seiner dichten Siedlungs- und vielfältigen Sozialstruktur steht der Stadtteil Kalk zunehmend vor der Herausforderung der Wohnungsknappheit in Köln und sich verändernden Lebens- und Wohnmodellen. Haushaltsverteilung auf Stadtbezirksebene Abbildung 19 Haushaltsverteilung auf Stadtbezirksebene Quelle: Stadt Köln 0 2000 4000 6000 8000 10000 12000 14000 801 Humboldt/Gremberg 802 K alk 803 V ingst 804 Höhenberg 805 Ostheim 806 Merheim 807 Brück 808 R ath / Heumar 809 Neubrück Einpersonenhaushalte 2-Personenhaushalte 3-Personenhaushalte 4-Personenhaushalte 5-Personenhaushalte Kalk als Wohn- und Lebensraum ist von einem dichten Wohnraumangebot geprägt. Typische Wohnformen sind Miet- und Eigen- tumswohnungen im Geschosswohnungsbau und in gründerzeitlichen Blockstrukturen. Trotz vieler Wohnungen fehlt es vielerorts an vielfältigen und qualitätsvollen Wohnraum- angeboten. Insbesondere im Kalker Norden existiert ein hoher Sanierungsbedarf des Wohnungsbestandes. In den letzten 20 Jah- ren führte eine verstärkte Wohnbautätigkeit neben einem erweiterten Wohnraumange- bot auch zu einer stetig steigenden Bevölke- rungsentwicklung im Stadtteil. Seit 2010 ist ein Bevölkerungszuwachs von mehr als 15 % zu verzeichnen. Kalk gehört damit zu den elf entwicklungsstärksten Stadtteilen der Stadt Köln und ist gleichzeitig der entwicklungs- stärkste Stadtteil mit direktem räumlichen Bezug zur Innenstadt. Zudem verzeichnet er den höchsten Wanderungssaldo im Stadt- gebiet. Ausgehend von seiner historischen Ent- wicklung ist Kalk noch heute ein Stadtteil mit einer spezifisch multikulturellen Prägung, welche sich auch in einer vielfältigen und integrativen Angebots- und Nutzungsstruk- tur widerspiegelt. Der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund betrug 2022 über 60 % und liegt somit weit über dem städti- schen Durchschnitt (41.2 %). Zudem ist ein vergleichsweiser hoher Anteil an Ein-Per- sonen-Haushalten zu erkennen. Zusätzlich verfügt der Stadtteil über eine hohe Dichte an bürgerschaftlichen und gesellschaftlichen Initiativen mit dem Schwerpunkt auf sozio- kulturellen Angeboten. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 35 Blockrand Zeilenbebauung Punkthäuser Gewerbe Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende Bebauungsstruktur und öffentliche Infrastruktur Die Bebauungsstruktur des Stadtteils ist überwiegend von geschlossenen Blockstrukturen bestimmt. Diese integrieren teils begrünte, teils als Werkhöfe oder durch den ruhenden Verkehr genutzte Innenhöfe. Insbesondere im Bereich der Kalker Hauptstraße sowie der Kalk-Mülheimer-Straße werden die Erdgeschosszonen durch vielfältige Angebote des Einzel- handels und Dienstleistungsangebote bespielt. Im Kalker Norden und Nord-Osten prägen Siedlungen mit überwiegender Zeilenstruktur das Stadtbild, welche durch halb-öffentliche Grünflächen ergänzt werden. Soziale Infrastrukturen wie Kindertagesstätten, Schulen oder religiöse Einrichtungen lassen sich primär im Kalker Süden und im Nord-Westen des Stadtteils verorten, während der Norden in vielen Teilen eine nur geringe Versorgungsdichte aufweist. Abbildung 20 Analyse der Bebauungsstruktur. Quelle: GeoBasis NRW 36 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 23 29 28 10 13 7 16 5 33 25 27 1 11 18 31 153 19 1 1 2 20 2 1 3 1 1 24 4 3 2 1 21 12 14 Siedlungsbereich (Wohnen) Videoüberwachter Bereich Quartiersplätze Bezirkszentrum mit multikultureller Prägung Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Beratungsstellen Bürgervereine Bürgerzentrum Jugendzentrum Kaufhaus für Bedürftige Kleiderkammer Seniorennetzwerk Sonstige Vereine Legende Sozio-kulturelles und soziales Angebot im Sozialraum Der Stadtteil Kalk verfügt über eine Vielzahl an ehrenamtlichen und sozialen Infrastrukturen. Hiervon ist ein Großteil räumlich im Umfeld des Bezirkszentrums zu verorten. Das vielfälti- ge, soziale Angebot reicht von integrativen Angeboten bis zu Angeboten der Sozial- und Fa- milienhilfe. Auch aufgrund der langen Historie an strukturfördernden Handlungskonzepten sind soziale Einrichtungen und Anlaufstellen fest im Sozialraum verankert. Vor dem Hinter- grund zunehmender, gesellschaftlicher Herausforderungen stoßen sie jedoch vielerorts an ihre Kapazitätsgrenzen. Abbildung 21 Soziale Infrastruktur im Stadtteil. Quelle: GeoBasis NRW VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 37 3 21 1 1 19 2 7 25 3 11 29 15 1 5 23 1 9 27 13 31 17 1 4 22 1 2 20 3 8 26 12 30 16 2 6 24 2 10 28 1 14 32 18 1 180 Grad Wende Diakonie Michaelshoven Pavillon e.V. Jugendzen- trum Impulsgruppe Kaktus- blüte e.V. Ev. Krankenh. Sozialraumkoordination Kalk SeniorenNetzwerk KalkInterkultureller Dienst Remscheiderstr. Verbraucherberatung im Quartier Kalk Naturfreundehaus KalkKinderschutzbund Köln e.V. Kalker Laden Kath. Jugendagentur Köln Kalker Jugendbüro Caritas Perspektivbera- tung für Flüchtlinge Seniorenberatung im Bezirksrathaus Kalk Abenteuerhalle KalkIMB - Institut für Migra- tionsforsch. & Bildung SprachHaus Seniorenvertretung im Stadtbezirk Kalk Internationaler Bund Ju- gendmigrationsdienst Vision e.V. Verein für inno. Drogenselbsthilfe SC Borussia 05 Köln- Kalk e.V. Kinderschutzbund Kön e.V. Kalker Tref f Streetwork Caritas Zentrum Kalk Seniorenberatung im Stadtbezirk Kalk Diakonie Michaelsho- ven FairstoreIntegra AK Ltd. Stadtteilbüro Kalk-Nord Veedel e.V. Altenclub im Bürger- haus Kalk Jugendwerkstatt Kalk Bera tungstelefon für Senioren & Behinderte Klarissenkloster Cari- tasverband e.V. Bürgerverein Kalk e.V.Kalker Netzwerk für Familien Bürgerhaus Kalk Familienberatung und Schulpsycholg. Dienst Seniorenkoordination im Stadtbezirk Kalk Diakonie Michaelsho- ven Spendenlager Integrationshaus Kalk e.V. Kölner Flüchtlingsrat e.V. Deutsche Pfadfinder- schaft St.Georg Kinderschutzbund Köln e.V. Zentrum Querbeet Beratungsstelle „Vor Ort“ Kalk Bürgerverein Quartier Colonia e.V. Polizeipräsidium Köln Opferschutz Kriminalität BUGS Caritas Mobile Kin- der- und Jugendarbeit Soziale Infrastruktur in Kalk 1 2 38 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Soziale Infrastruktur mit Schwerpunkt Kinder / Jugend Der Stadtteil Kalk zeichnet sich durch einen hohen Jugendquotienten und eine junge Bevölkerungsstruktur aus. Dies spiegelt sich auch in entsprechenden Angeboten im Bereich Kultur- und Freizeit wider. Mit Blick auf die multikulturelle Bevölkerungsstruktur übernehmen Kultur- und Freizeiteinrichtungen aber auch die bestehenden und perspektivisch hinzukommenden Schulstandorte wichtige integrative Aufgaben im Stadtteil. Verteilung Schüler*innen nach Schulform (2021) Abbildung 22 Verteilung der Schüler*innen nach Schulform. Quelle: Stadt Köln 56,9%35,4% 5,4% 1% 1,3% 0 500 1000 1500 2000 2500 Kalk Humboldt/Gremberg Vingst Höhenberg Ostheim Merheim Brück Rath / Heumar Neubrück Grundschule Hauptschule Realschule Gymnasium Gesamtschule Förderschule 478 823 Schüler*innen (gesamt) 526 1028 2171 1620 782 812 2138 Zielschulformen nach Abschluss der Grundschule (Stadtteil | Stadt): Hauptschule: 10,0 - 19,9% | 3,9% Realschule: 25,0 - 49.9% | 19,2% Gesamtschule: 25,0 - 49,9% | 26,4% Gymnasium: 25,0 - 49,9% | 49,7% Gymnasialquote: 28,3 %| 42,4% Der Stadtteil Kalk verfügt insgesamt über 16 Kindertagesstätten sowie drei Grundschulen und zwei weiterführende Schulen. Hiervon ist eines von zwei bestehenden Gymnasien des Stadtbezirks im Stadtteil zu verorten, was zu einer vergleichsweisen hohen Schüler- quote im Vergleich zu anderen Stadtteilen im Stadtbezirk führt. Der prozentuale Anteil an Schüler*innen im Stadtteil macht knapp ein Fünftel der Gesamtzahl an Schüler*innen (ca. 10.300 Schüler*innen) aus. Darüber hinaus ist eine von zwei bestehenden Hauptschul- standorten des Stadtbezirks im Stadtteil ver- ortet. Das bestehende Schulangebot stützt dabei die prozentuale Verteilung der Abgän- ge nach der vierten Klasse auf die jeweiligen Zielschulformen. Insbesondere in Bezug auf den Wechsel von Grund- zu Hauptschule ist der Bedarf in Kalk im gesamtstädtischen Vergleich leicht erhöht und liegt über dem gesamtstädtischen Prozentsatz von 3.9 %. Unter dem Projekt „Bildungscampus Kalk – Eine Schule für alle“ soll an der Dillenburger Straße/ Ecke Christian-Sünner-Straße eine integrative Gesamtschule entstehen. Die Grundschule des Bildungscampus eröffnete im Jahr 2020 / 21 als Interimsbau. Die Eröff- nung der Gesamtschule ist für das Schuljahr 2024 / 2025 geplant. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 39 Soziale Infrastrukturen für Kinder / Jugendliche Mit Blick auf die räumliche Verteilung der sozialen Infrastrukturen im Stadtteil ist auffällig, dass im Vergleich zum Norden vor allem im Süden sowie Süd-Westen eine hohe Angebotsdichte gegeben ist. Trotz hoher Wohndichte ist das wohn- raumnahe Betreuungsangebot für Kinder unter sechs Jahren sowie Kinder im Grundschulalter gering. Ähnliche Aussagen lassen sich über das verfügbare Spiel- und Sportangebot für Kinder- und Jugendliche im Stadtteil treffen. Diese - meist in Verbindung mit Grünflächen stehenden - Angebote lassen sich primär im Süden sowie im Süd-Westen des Stadtteils verorten. Typologien Potentialräume Spielplätze Vereinssport Kitas Grundschulen Weiterführende Schulen Stadtteilgrenze Sozialraugrenze Anteil an unter 18-Jährigen nach Quartier 25 - 30% 20 - 25% 15 - 20% 10 - 15% weniger als 10% Legende Neuer Bildungscampus Kalk Köln Arcaden Technologie und Industriepark Kalk-Süd Kalk- Trimbornstr. Kalk-St. Marien Kalk- Vorsterstr. Kalk- Thumbstr. Kalk-Nord Krankenhaus Kalk-St. Joseph Kalk- Nießenstr. Kalk-Nord Albermannstr. Kalk-Nord Lüttringhauserstr. Kalk-Nord Eythstr. Köln Arcaden Technologie und Industriepark Kalk-Süd Kalk- Trimbornstr. Kalk-St. Marien Kalk- Vorsterstr. Kalk- Thumbstr. Kalk-Nord Krankenhaus Kalk-St. Joseph Kalk- Nießenstr. Kalk-Nord Albermannstr. Kalk-Nord Lüttringhauserstr. Kalk-Nord Eythstr. Jugendquotient im Vergleich: Stadtteil Kalk: 20,0 - 24,9% Stadtbezirk Kalk: 25,0 - 29,9% Stadt Köln: 24,5% Abbildung 23 Verortung von Bildungsinfrastruktur und prozentuale Verteilung der schulpflichtigen Kinder sowie Jugendquotient in Köln Quelle: GeoBasisNRW / Stadt Köln 40 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK WIRTSCHAFT, KULTUR UND INNOVATION Allgemeine Einordnung Als Bezirkszentrum mit einer hohen Dichte und Vielfalt an Nutzungsangeboten in Verbindung mit einem ausgeprägten, multikulturellen Milieu wirkt Kalk als besonders vitaler und kreativer Stadtteil schon heute weit über seine Grenzen hinaus. Vor dem Hintergrund des strukturellen Wandels, eines sich verändernden Konsumverhaltens sowie eines verstärkten Fachkräftemangels in Verbindung mit stetig wachsenden Ansprüchen an das (Aus)Bildungsniveau steht der Sozialraum Kalk gleichermaßen vor besonderen Herausforderungen und Chancen. Nutzungsverteilung Erdgeschosszonen Abbildung 24 Nutzungsverteilung der Erdgeschosszonen und Einzelhandelsbedarfe Quelle: Stadt Köln 100 38 8 24 213 Nutzungen (abs.) 384 41 3326 Bedarfe im Einzelhandel auf Stadtteilebene Einzelhandel Dienstleistungen Gastronomie soziale Infrastrukturen Leerstände Das Kalker Bezirkszentrum weist eine Län- genausdehnung von rd. 1,3 km entlang der Kalker Hauptstraße auf. Der Bereich reicht vom Standort Kalk-Post mit dem struktur- prägenden Einkaufszentrum „Köln Arcaden“ bis zur Kreuzung Eythstraße im Osten. Wichtige Ankernutzungen konzentrieren sich primär im Umfeld der „Köln Arcaden“ im Westen des Stadtteils, welche sich gen Os- ten entlang der Hauptstraße in kleinteiligen Facheinzelhandel und ergänzende Versor- gungsstrukturen auflösen. Insbesondere die „Köln Arcaden“ sowie die Sünner Brauerei bilden im Westen und Osten Kalks wichtige Infrastrukturen mit stadtteilübergreifender Strahlkraft. Des Weiteren ist das hohe An- gebot an internationalen Einzelhandel- und Gastronomieangeboten hervorzuheben, welches eine Besonderheit und Chance des Stadtteils in seiner Funktion als Ankunfts- standort stärkt. Derweil sind insbesondere an den Randbereichen sowie innerhalb des Bezirkszentrums sogenannte „Trading- Down-Tendenzen“ erkennbar. Diese machen sich in Form von anhaltendem Sanierungs- stau sowie strukturellen und kurzfristigen Leerständen bemerkbar. Darüber hinaus ist eine zunehmende Konzentration an Ver- gnügungsstätten sowie die teilweise damit im Zusammenhang stehende, anhaltende Problematik des Konsums und Verkaufs von Rauschmitteln im Bezirkszentrum erkennbar. Die resultierenden Herausforderungen für den Einzelhandel und die Nutzungsangebote entlang der Kalker Hauptstraße im Zuge des hohen Verkehrsaufkommens werden unter dem Themenfeld „Mobilität und Digitalisie- rung“ gesondert behandelt. Im Jahr 2023 wurde im Rahmen des För- derprogramms „Sofortprogramm zur Stär- kung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen“ unter dem Titel „Zu- kunftsagenda Köln-Kalk“ ein partizipatives Handlungskonzept für das Bezirkszentrum erarbeitet. Im Rahmen dessen werden unter Berücksichtigung verschiedener Nutzungs- schwerpunkte Transformations- und Ent- wicklungsräume ausgewiesen. Vorgeschla- gene Handlungsempfehlungen sehen u.a. Beratungsangeboten und Workshops für Immobilieninhaber*innen, ein proaktives Leerstandsmanagement sowie Maßnahmen zur Vernetzung von Akteur*innen vor. kurzfristige (tägliche) Bedarfe mittelfristige Bedarfe (z.B. Bekleidungsangebote) langfristige Bedarfe (sonstige Angebote) VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 41 11 Leerstände Industrie- und Technologiepark Kalk-Süd Gewerbepark „Wipperfürtherstraße“ Hallen Kalk machwerkhaus Köln Gewerbenutzung und Gewerbegebiete Straßenraum „Kalker Hauptstraße“ Straßen Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende Gewerbestandorte Kalk Der Stadtteil Kalk verfügt neben dem Bezirkszentrum, welches sich entlang der Kalker Hauptstraße von Westen nach Osten erstreckt, über zwei als Gewerbegebiete ausgewie- sene Flächen im Norden sowie im Süden des Stadtteils. Der Gewerbepark „Wipperfürther Straße“ weist vorwiegend ein großflächiges Einzelhandelsangebot (Baumarkt, Music Store etc.) auf sowie Komplementärnutzungen im Dienstleistungssegment und Fahrzeughandel. Im Gegensatz dazu ist der Technologie- und Industriepark Kalk-Süd vorwiegend als Stand- ort für produzierendes Gewerbe zu klassifizieren mit einem Schwerpunkt in der Metallver- arbeitung. Als Zeugen des ehemaligen Industriestandortes Köln-Kalk sind die „Hallen Kalk“ mit ihrem industriekulturellem Charme und ihren besonderen Entwicklungspotenzialen hervorzuheben. Auch wenn in diesem Bereich meist ein noch offener, „unfertiger“ Entwick- lungsstatus vorherrscht, werden sie bereits heute durch verschiedene Initiativen und kultu- relle/freizeitbezogene Angebote genutzt (z.B. Abenteuerhallen Kalk). Abbildung 25 Gewerbestandorte in Kalk. Quelle: GeoBasis NRW 42 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Wirtschafts- und Arbeitsstandort Kalk Aus wirtschaftlicher Perspektive heraus birgt der Sozialraum Kalk neben seinen Flächen- und Standortpotenzialen aufgrund seiner hohen Bevölkerungsdichte und -vielfalt ein hohes Potenzial an Fachkräften jeglicher Art. Dieses Potenzial gilt es stärker, als bisher zu nutzen und Angebote zu schaffen, die den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erleichtern. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte Abbildung 26 Sozialversicherungspflichtigte Beschäftigte und Arbeitslosenquote auf Quartiersebene Quelle: Stadt Köln Köln Arcaden Technologie und Industriepark Kalk-Süd Kalk- Trimbornstr. Kalk-St. Marien Kalk- Vorsterstr. Kalk- Thumbstr. Kalk-Nord Krankenhaus Kalk-St. Joseph Kalk- Nießenstr. Kalk-Nord Albermannstr. Kalk-Nord Lüttringhauserstr. Kalk-Nord Eythstr. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mehr als 65% 60-65% 55-60% 50-55% weniger als 50% Arbeitslosenquote Arbeitslosenquote 25-30% 20-25% 15-20% 10-15% weniger als 10% Köln Arcaden Technologie und Industriepark Kalk-Süd Kalk- Trimbornstr. Kalk-St. Marien Kalk- Vorsterstr. Kalk- Thumbstr. Kalk-Nord Krankenhaus Kalk-St. Joseph Kalk- Nießenstr. Kalk-Nord Albermannstr. Kalk-Nord Lüttringhauserstr. Kalk-Nord Eythstr. Der Anteil der sozialversicherungspflich- tig Beschäftigten im Stadtteil Kalk liegt mit einem Prozentsatz von 55,5 % (Stand: 2021) wie auch in den angrenzenden Stadtteilen Vingst, Ostheim, Neubrück und Gremberg- hoven unterhalb des gesamtstädtischen Durchschnitts (59,7 %). Die Arbeitslosenquo- te des Stadtteils lag im Jahr 2021 bei 17 %, was sich auch in einer vergleichsweise hohen Jugendarbeitslosenquote widerspiegelt, die im Stadtteil mit einem Prozentsatz von 7 ,5 bis 9,9 % über der gesamtstädtischen Quote von 5,5 % liegt. Mit Blick auf den vergleichs- weise hohen Jugendquotienten von 24,9 % wird die Bedeutung verbesserter Zugänge zu Aus- und Weiterbildungsangeboten nach der schulischen Ausbildung als Grundvoraus- setzung für eine nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Kalk deutlich. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 43 Ankernutzungen im Sozialraum Kalk besitzt entlang der Kalker Hauptstraße einen wirtschaftlichen Schwerpunktraum mit Einzelhandel und Gastronomie. Im Norden von Kalk befindet sich der Gewerbepark „Wipper- fürther Straße“ der sich auf großflächiges Einzelhandelsangebot und Dienstleistungen spe- zialisiert hat. Im Kalker Süden wiederum liegt ein großes Industriegebiet mit dem Industrie- und Technologiepark Kalk-Süd, den Hallen Kalk und dem machwerkhaus Köln. Sünner Brauwelt Köln Arcaden Kalker Hauptstraße Anziehungsstarke Infrastrukturen Bezirkszentrum Kalk Hauptverkehrsstraße „Kalker Hauptstraße“ Geltungsbereich Zukunftsagenda Gewerbe Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende machwerkhaus Abenteuer Hallen Kalk DOMiD (ab 2029) Abbildung 27 Ankernutzungen im Stadtteil. Quelle: GeoBasis NRW 44 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK MOBILITÄT UND DIGITALISIERUNG Einbindung in den städtischen Kontext Die den Stadtteil Kalk umgebenden Verkehrstrassen binden diesen nicht nur innerstädtisch und übergeordnet gut an. In manchen Bereichen bilden sie auch Barrieren hin zu angrenzenden Stadtteilen und führen innerhalb des Stadtbezirks zu einer „insularen“ Lage Kalks. Obwohl eine gute Anbindung an den ÖPNV besteht, wird der Stadtteil primär durch den MIV dominiert. In manchen Teilen wäre der Ausbau des ÖPNV-Angebotes wünschenswert (z.B. verbesserte Busanbindung), eine Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs in Verbindung mit einer neuen Aufenthaltsqualität in Straßenräumen fehlt bislang im gesamten Stadtteil. Abbildung 28Verkehrswege mit Innenstadtbezug. Ziel- und Quellverkehr in Mio. Wege / Jahr. Auszug aus dem Kurzbericht für Mobilitätsverhalten 2022. Quelle: Stadt Köln Chorweiler Nippes Mülheim Kalk Porz Rodenkirchen Lindenthal Ehrenfeld Innenstadt 21 18 17 23 36 24 23 7 107 18 Kalk ist ein Stadtteil, der grundsätzlich eine gute Anbindung an den Stadtverkehr sowohl durch MIV als auch durch Umweltverbund hat. Über die B55 ist er an die Autobahn (A3/ A4) angebunden, die in Richtung Norden nach Leverkusen (A3) und in Richtung Osten ins Bergische Rheinland und in das Sauerland Verbindungen herstellt. Mit der Nähe zum ICE Bahnhof „Köln / Messe Deutz“ hat Kalk eine schnelle Anbindung an den Regional- und Fernverkehr und durch die im Stadtteil liegende S-Bahn-Haltestelle Trimbornstraße wird der Stadtteil zudem an den Stadt- und Regionalverkehr angebunden. Allerdings ist der Verkehrsraum im gesamten Stadtteil in erster Linie auf den MIV ausgelegt, was mit wenig Aufenthaltsqualität für Fußgänger*in- nen und Fahrradfahrer*innen einhergeht. Eine große Herausforderung innerhalb des hochverdichteten Stadtteils stellt der ruhen- de Pkw-Verkehr im Straßenraum dar, wo- durch die Nutzungs- und Aufenthaltsqualität des Stadtraums maßgeblich beeinträchtigt wird. Perspektivisch sind durch die großen Ent- wicklungsgebiete „Deutzer Hafen“ sowie „Mülheimer Hafen“ Veränderungen in Bezug auf die Verkehrsbelastung in Kalk zu er- warten. Abgeleitet aus der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven“ ist zur Verbesserung des schienengebundenen ÖPNV-Angebotes eine Vollendung des S-Bahnrings entlang der Stadtteilgrenze Kalk denkbar, was eine zusätzliche Haltestelle im Kalker Westen er- möglichen würde. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 45 Übergeordnete verkehrliche Anbindung Der Stadtteil Kalk ist über die B55 und von dort an die Autobahn A3/A4 mit dem MIV (über) regional gut angebunden. Durch die Regionalbahn-Anbindung über die S-Bahn-Haltestelle „Trimbornstraße“ und die Nähe zum ICE Bahnhof „Köln/Messe Deutz“, die eine Verbindung zum Regional- und Fernverkehr schafft, ist grundsätzlich auch eine gute ÖPNV-Anbindung des Sozialraums gegeben. Über die Stadtbahn-Linien 1 und 9 ist der Stadtteil in Ost-West- Richtung gut an die Kölner Innenstadt angebunden. Derzeit ist eine überregionale Schnell- radverbindung entlang der Dillenburger Straße sowie entlang der Wipperfürther Straße in Planung, welche den Stadtteil zukünftig an das regionale Radwegenetz anbinden wird. Abbildung 29 Übergeordnete Ankernutzungen. Quelle. GeoBasis NRW 46 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Analyse des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und nicht motorisierter Verkehrsmittel Der Stadtteil Kalk verfügt bereits über eine zwar funktionsfähige jedoch stark überlastete ÖPNV-Anbindung. Insbesondere im Bereich der Kalker Hauptstraße sind die Verkehrswege von einer starken Konkurrenz der verschiedenen Verkehrsteilnehmer*innen untereinander geprägt. Zusätzlich sind die Wege für nicht motorisierte Verkehrsmittel (insbes. Fahrrad) und Fußgänger*innen meist ohne Aufenthaltsqualität und weisen Sicherheitslücken auf. Vergleich des Mobilitätsverhaltens auf Stadtbezirksebene Abbildung 30 Auszug aus dem Kurzbericht für Mobilitätsverhalten 2022. Quelle: Stadt Köln 0 20 40 60 80 100 Stadt Köln (gesamt) Innenstadt Rodenkirchen Lindenthal Ehrenfeld Nippes Chorweiler Porz Kalk Mülheim Zu Fuß Fahrrad E-Bike ÖV MIV (Fahrer*in) MIV (Mitfahrer*in) in % Der Stadtteil Kalk ist mittels der KVB-Linien 1 und 9 gut an den Stadtverkehr der Stadt Köln angeschlossen. Die beiden Haltestellen „Kalk- Post“ sowie „Kalk-Kapelle“ bilden zudem wichtige stadtteilinterne Verkehrsknoten mit einer hohen Bündelungsfunktion für verschiedene Verkehrsteilnehmer*innen und Nutzungsangebote. In ihrer Funktion als städtische Ost-West-Verbindung sind die Stadtbahnlinien stark frequentiert und teils überlastet. Mittels der Haltestelle „Trimbornstraße“ ist der Stadtteil zudem an den schienengebundenen Regionalverkehr angebunden. Defizite weist der ÖPNV insbesondere in den dicht besiedelten Wohngebieten im Kalker Norden auf. Dieser ist zwar an das städtische Busliniennetz angebunden, weist jedoch eine hohe Auslastung bei nur geringer Taktungsfrequenz auf, und bietet daher nur bedingt eine echte Alternative zum MIV. Das Radwegekonzept in Kalk sieht überwiegend eine gemischte Verkehrsführung in den Siedlungsbereichen sowie ein getrenntes System entlang der Kalker Hauptstraße vor. Derzeit ist die Radverkehrsführung auf der Kalker Hauptstraße in Abschnitten als getrennte bzw. teilweise als gemischte Verkehrsführung ausgebaut. Ein durchgängig getrenntes System wird angestrebt. Perspektivisch ist die Anbindung des Stadtteils an das regionale Radwegenetz in Richtung des Bergischen Rheinlandes angedacht und in Planung. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 47 Anbindung an den öffentlichen Verkehr (ÖV) Im Bereich der Kalker Hauptstraße ist die Angebotsdichte an verschiedenen Verkehrsmitteln hoch, nimmt jedoch insbesondere im Norden Kalks trotz hoher Wohndichte maßgeblich ab. Die Hauptverkehrsstraßen weisen eine hohe Verkehrsdichte auf, was eine geringe Aufent- haltsqualität insbesondere für Anwohner*innen, sowie für Fußgänger*innen- und Radver- kehr zur Folge hat. S U U S U Buslinien (Einzugsradius 200m) Stadtbahnstationen (Einzugsradius 500m) S-Bahnstationen (Einzugsradius 1000m) Radwege (getrennte Fahrbahnen) prinzipiell mögliche Fahrradstraße potenziell mögliche Fahrradstraßen Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende Abbildung 31 ÖPNV-Netz Stadtteil Kalk. Quelle: GeoBasis NRW 48 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Analyse des motorisierten Individualverkehrs (MIV) Als Folge der hohen Wohndichte im Stadtteil weist Köln-Kalk ein hohes Aufkommen an motorisiertem Individualverkehr auf (MIV). Dies führt neben einem starken Verkehrsaufkommen im Straßenraum und einer Überlastung von teils hochfrequentierten Straßen (Kalker Hauptstraße) insbesondere zu einer Reduktion der Aufenthaltsqualität im Stadtraum infolge des ruhenden Verkehrs. Vergleich der Stellplatzsituation auf Ebene der Stadtbezirke Abbildung 32 Auszug aus dem Kurzbericht für Mobilitätsverhalten 2022. Quelle: Stadt Köln 0 20 40 60 80 100 Stadt Köln (gesamt) Innenstadt Rodenkirchen Lindenthal Ehrenfeld Nippes Chorweiler Porz Kalk Mülheim in % Garage / Prvater Parkplatz Straßenrand Öffentlicher Parkplatz Sonstiges keine Ahnung Die Stadtautobahn im Norden des Stadtteils versetzt den Stadtteil neben den Gleisanlagen in eine insulare Lage und erzeugt durch die Autobahnabfahrt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Kalker Nord-Westen und am Knotenpunkt Kalker Hauptstraße / Walter-Pauli-Ring. An den innerstädtischen Verkehr ist der Stadtteil über die Kalker Hauptstraße in Ost-West- Richtung sowie die Kalk-Mülheimer-Straße in Nord-Süd-Richtung verkehrstechnisch gut angebunden. Insbesondere die Kalker Hauptstraße bindet als Hauptverbindung den Stadtteil an die Innenstadt an und ist von übergeordneter Bedeutung über den Stadtteil hinaus. Vielerorts schränkt der MIV die Aufenthalts- und Mobilitätsqualität des Stadtteils (insbesondere für Fuß- und Radfahrer) erheblich ein. Neben einer deutlichen Reduktion des Freiraums durch den ruhenden Verkehr ist der innerstädtische MIV auch Quelle starker Lärm- und Abgasbelastungen. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 49 Flächen des ruhenden Verkehrs Der Stadtteil Kalk weist eine Vielzahl versiegelter Verkehrsflächen auf (rd. 35 %). Insbesondere die Flächen für den ruhenden Verkehr bieten durch Bündelung und Neusortierung vielfältige Möglichkeiten für flächeneffizientere Nutzungen und Entsiegelung. Bestehende Parkhäuser im Stadtteil sind meist nicht voll ausgelastet und bieten das Potenzial einer effizienteren Nut- zung, was andernorts wieder zu Flächeneinsparungen und neuen Freiräumen führen kann. 30er Zone 30er Zone Flächen des ruhenden Verkehrs Straßen 30er Zonen E-Ladestationen Car-Sharing-Angebote Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende Abbildung 33 Bestandserhebung MIV. Quelle: GeoBasis NRW 50 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK ENERGIE, KLIMA UND RESSOURCENSCHUTZ Allgemeine Einordnung Wie dargestellt ist Köln-Kalk ein Stadtteil mit einem hohen Versiegelungsgrad und einem sehr geringen Anteil an Grün- und Freiräumen. Im Zuge des Klimawandels resultiert daraus ein verstärkter Hitzeinseleffekt, der sich insbesondere im Bereich des Bezirkszentrums konzentriert. Im gesamtstädtischen Vergleich gehört Kalk zu den 19 besonders stark durch Starkregen und Hitze betroffenen Fokusgebieten. Starkregenereignisse (100-jähriges Hochwasser) und Hochwassergefahr Abbildung 34 Darstellung von belasteten Flächen bei Starkregenereignissen (links) und Hochwassergefahren- flächen (rechts). Quelle: Stadt Köln Starkregengefahrenkarte für ein 100-jährliches Ereignis (SRI 7) 1 km Starkregengefährdung 100-jährliches Ereignis (SRI 7) Kontakt: StEB Köln, Ostmerheimer Straße 555 - 51109 Köln, Telefon 0221/221-26868 Hochwassergefahrenkarte für ein extremes Ereignis 1 km Zu erwartende Überflutungshöhen extremes Ereignis in Gebieten ohne Schutzmaßnahmen: in Gebieten mit Schutzmaßnahmen: (bei Versagen/Überströmen) Kontakt: StEB Köln, Ostmerheimer Straße 555 - 51109 Köln, Telefon 0221/221-26868 Die dicht bebauten, stark versiegelten Stadtquartiere Kölns, wozu auch Köln-Kalk gehört, heizen sich gegenüber dem Kölner Umland wesentlich schneller und stärker auf (urbane Wärmeinsel). Hinzu kommt eine erhöhte Luftbelastung in den stark verkehrsbelasteten Bereichen. Dabei ist der erhöhte Hitzestress insbesondere für sensible Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise Kinder, ältere und kranke Menschen eine erhebliche gesundheitliche Belastung und schränkt deren Lebensqualität deutlich ein. In städtischen Bereichen mit ausreichend Grünstrukturen ist dieser urbane Wärmeinsel-Effekt geringer. Es existieren bereits einige Projektideen und Strategien in Richtung Klimaanpassung, wie beispielsweise der Hitzeaktionsplan der Stadt Köln (2020) oder das „Stadtgrün naturnah“ aus dem Jahr 2018. Ein wichtiges Förderprogramm in Bezug auf Dach- und Fassadenbegrünung stellt „GrünHoch3“ dar, das den Privateigentümern Anreize gibt und Eigenengagement fördert. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 51 Umweltbelastung im Stadtteil Kalk Insbesondere der Bereich von Kalk-Kapelle bis zum Kalk Markt weist ein erhöhtes Hitzepoten- zial auf. Ebenso hat die Kalker Hauptstraße durch ihr hohes Verkehrsaufkommen einen nega- tiven Effekt auf das Stadtklima in Kalk. Gleichzeitig sind in diesen Bereichen große Potenzial- flächen zu Entsieglung vorhanden, wodurch neue Grünstrukturen geschaffen und Hitzeinseln reduziert werden könnten. Hierbei besteht jedoch die Notwendigkeit Entsiegelungsmaß- nahmen unter Berücksichtigung von Altlastenverdachtsflächen zu vollziehen, welche sich im Westen des Stadtteils in Nord-Süd-Richtung verorten lassen. Abbildung 35 Hitzebelastung und Altlastenverdachtsflächen (oben) sowie Lärmbelastung im Stadtteil (unten). Quelle: GeoBasis NRW sehr hochbelastete Flächen hochbelastete Flächen belastete Flächen klimaaktive Flächen starke klimaaktive Flächen Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende © LANUV NRW, © EBA 2017, © Straßen.NRW, © GeoBasis-DE / BKG (2022) dl-de/by-2-0, © Land NRW (2022), © Copernicus Sentinel-2 Daten (2022) © LANUV NRW, © EBA 2017, © Straßen.NRW, © GeoBasis-DE / BKG (2022) dl-de/by-2-0, © Land NRW (2022), © Copernicus Sentinel-2 Daten (2022) Hitzebelastung in Kalk Altlastenverdachtsflächen Lärmbelastung (Straßenverkehr) Lärmbelastung (Schienenverkehr) Altlastenverdachtsflächen Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende 52 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Analytische Betrachtung von Dachflächenpotenzialen und lokaler Energieversorgung Die regenerative Energieversorgung in Kalk ist stark ausbaufähig. Darüber hinaus besteht insbesondere im Bereich Kalk-Nord mit einem Geschosswohnungsbau der 1960er Jahre einer hoher energetischer Sanierungsstau. Energetische Gebäudesanierung (Modernisierungspotenziale vs. Realisierungschancen) Abbildung 36 Potenziale (links) und Realisierungschancen (rechts) zur energetischen Gebäudesanierung auf Baublockebene. Quelle: Energieatlas NRW. LANUV deutlich überdurchschnittlich überdurchschnittlich durchschnittlich unterdurchschnittlich deutlich unterdurchschnittlich deutlich überdurchschnittlich überdurchschnittlich durchschnittlich unterdurchschnittlich deutlich unterdurchschnittlich Die Energieversorgung des Stadtteils erfolgt aktuell primär über fossile Energieträger wie Gas und Erdöl. Dem gegenüber stehen überwiegend ungenutzte Dachflächenpotenziale für eine mögliche Installation regenerativer Energiequellen (Photovoltaik und Solarthermie) sowie das Potenzial lokaler Abwärmenutzung (lokales Wärmenetz). In Bezug auf den Gebäudebestand ist zudem ein hohes Maß an energetischem Sanierungsbedarf zu verzeichnen, welches sich in erster Linie auf den Siedlungsbestand im Kalker Norden konzentriert. Im Rahmen des vom LANUV erstellten Energie-Atlasses lassen sich jedoch (basierend aus den derzeitigen Wohnraumentwicklung und sozio-ökonomischen Faktoren) lediglich geringe Modernisierungschancen erkennen (Stand 2022). VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 53 Dachflächenpotenziale in Kalk Die Karte zeigt die im Stadtteil Kalk vorhandenen und bislang kaum genutzten Dachflächen- potenziale für Photovoltaik und Solarthermie. nicht genutzte Dachflächenpotenziale bestehende E-Ladesäulen Stadtteilgrenze Sozialraumgrenze Legende Abbildung 37 Dachflächenpotenziale in Kalk Quelle: GeoBasis NRW 54 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 3 1 2 2 5 1 3 2 4 5 7 6 3 2 1 1 2 1 3 3 1 4 1 1 1 1 Legende Räumliche Stärken im Stadtteil Räumliche Schwächen im Stadtt eil Räumliche Chancen im Stadtteil Räumliche Risiken im Stadtteil RÄUMLICHE ZUSAMMENFASSUNG (SWOT) Stärken 1) Bestehende Grünstrukturen mit teilw. Aufenthaltsqualität 2) Bereits begrünte Innenhöfe mit Aufwertungspotenzial 3) Bürgerhaus als feste Instanz im Stadtbezirk 5) Kalker Hauptstraße und Kalk-Mülheimer-Straße als multikulturelle Zentren Schwächen 1) Starkversiegelte Plätze mit geringer Aufenthaltsqualität und monofunktionalen Nutzungen 2) Kalker Hauptstraße als Straßenraum mit geringer Aufenthaltsqualität 3) Nicht ausgelastete, teils sanierungsbedürftige Parkhäuser 4) Monofunktionale Gewerbeflächen Chancen 1) Flächen nördlich und westlich der Hallen Kalk mit Potenzial zur Entwicklung qualitativer Grünflächen 2) Hallen Kalk und Umgebung mit hohem Entwicklungspotenzial und Impulskraft für den Stadtteil 3) Entwicklung eines zusammenhängenden Wegenetzes 4) Entsiegelung der Innenhofbereiche 5) Anbindung des Stadtteils an den Kalkberg 6) Aktivierung des Kalkbergs (Machbarkeitsstudie läuft) 7) Wohnraumentwicklung Wippermannstraße Risiken 1) Hohe Hitzebelastung im Stadtteil (Hitzeinsel-Effekt) 2) Unterversorgung Kalk Nord 3) Kalk Post und Umgebung als Bereich mit einem hohen Drogen- konsum und damit einher gehende Kriminalitätsrate / fehlende Sicherheit VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 55 3 1 2 2 5 1 3 2 4 5 7 6 3 2 1 1 2 1 3 3 1 4 1 1 1 1 Abbildung 38 Räumliche Zusammenfassung (SWOT) Quelle: stadtland Impuls 56 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK SWOT-ANALYSE • hohe (multi)kulturelle Angebotsvielfalt und Leben digkeit des urbanen Stadtteils Kalk insbesondere im Bereich der Kalker Haupt- straße und Kalk-Mülheimer-Straße • gelebt e Vielfalt einer sozial gemischten, multikulturellen Gesellschaft • sehr j unger Stadtteil (Sozialstruktur mit hohem Jugendquotient) • ausgepr ägtes bürgerschaftliches Engage- ment mit einer Vielzahl unterschiedlicher Initiativen • beso nderes kulturelles Angebot im Bereich der Hallen Kalk • Grund versorgung an gemeinschaftlich nutzbaren Grün- und Freiflächen vorhan- den, jedoch stark überfrequentiert • gute Ö PNV-Anbindung in Richtung Kölner Innenstadt (Stadtbahnlinien 1 / 9) sowie an den Regional- und Fernverkehr (Haltestelle Trimbornstraße) Strenghts (Stärken) • niedriger Bildungsquotient und hohe Arb eitslosenquote im Quartier • gerin ge Vielfalt an Wohnraumangeboten (Schwerpunkt auf Ein-Personen-Haushal- ten) • geri nge Grün- und Freiraumraumversor- gung • hoher Ver siegelungsgrad mit starker Hit- ze- und Starkregenbelastung im Kontext des Klimawandels • geri nge Aufenthaltsqualität im Stadtraum (insbes. Kalker Hauptstraße und Umge- bung), der an vielen Stellen monofunktio- nal vom MIV (insbes. ruhender Verkehr) geprägt ist • fehlen de Barrierefreiheit im Quartier • hinte r ihren Möglichkeiten zurückbleiben- de, monofunktionale Gewerbeflächennut- zung im Kalker Norden mit ineffizienter Flächennutzung • geringer Ausbaustandard erneuerbarer Energien Weakness (Schwächen) Nachfolgend werden die Erkenntnisse der Analyse sowie der räumlichen Zusammenfas- sung im Rahmen einer SWOT-Analyse zusammenfassend erläutert. Die Ergebnisse beru- hen aus den Erkenntnissen des Beteiligungsverfahrens und der statistischen sowie räum- lichen Datenerhebung. VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 57 • multikulturelle, heterogene Bevölkerungs- str uktur und vielfältige vorhandene Initia- tiven mit großem Potenzial für vielfältige kulturelle, soziale und integrative Angebo- te im Quartier • krea tives und innovationsförderndes Milieu einer multikulturellen Stadtgesell- schaft • groß es Potenzial an Fachkräftenachwuchs aufgrund des hohen Jugendquotienten im Stadtteil • besond ere, identitätsstiftende und quar- tiersprägende Gebäudestruktur der „Hal- len Kalk“ mit besonderem Entwicklungs- potenzial für den Stadtteil • Nutz ungsmischung im Quartier mit en- gem Nebeneinander von Wohnen, Arbei- ten und Kultur als besonderes Potenzial für einen „Stadtteil der kurzen Wege“ und neue, zukunftsfähige Formen der Arbeit • Ansc hlussfähigkeit an bereits bestehende Wegestrukturen mit hohem Potenzial für den Ausbau eines stadtteilübergreifen- den, barrierefreien Wegenetzes • geringe Auslastung bestehender Park- häuser mit besonderem Potenzial für Bündelung • minder genutzte Hofstrukturen in Köln- Kalk mit besonderem Potenzial Opportunities (Chancen) • teil weise strukturelle Schwäche und Un- terversorgung an Wohnfolgeeinrichtun- gen in Verbindung mit Defizit an wohn- raumnahen Grünflächen und mangelnder ÖPNV-Anbindung im Norden • Berei ch der Kalker Hauptstraße im Um- feld der Kalker Post weist einen starken Trading-Down-Effekt sowie hohe Kri- minalitätsrate auf, die sich stark auf die Aufenthaltsqualität und Sicherheitsgefühl auswirken kann • Gefa hr vor Hitzeinseln in den dichtbesie- delten Bereichen sowie weitere Gefahren der Klimabelastung infolge von Starkre- genereignissen • hohe s Risiko für Verdrängungsprozesse im Stadtteil (Gentrifizierung) • beson deres Risiko eines Verlustes der identitätsstiftenden, historischen Gebäu- desubstanz in Verbindung mit der be- sonderen Vielfalt kultureller/gemeinwohl- orientierter Angebote und Initiativen im Bereich der Hallen-Kalk Threats (Riskien) 58 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 59 4 NEUE PERSPEKTIVE SOZIALRAUM KALK - LEITBILD UND PROJEKTE 60 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Im Zuge des beschriebenen Dialog- und Planungsprozesses der Vorstudie für den Sozialraum Kalk wurde in enger Kooperation mit den unterschiedlichen Fachämtern und Schlüsselakteur*innen ein gemeinsames Leitbild für eine zukunftsorientierte Entwick- lung des Stadtteils konkretisiert. Unter dem Titel „Köln-Kalk als vielfältiger und (klima) resilienter Stadtraum der Zukunft“ soll der Sozialraum Kalk zum Modellgebiet für einen qualitätsorientierten Umgang mit einer hochverdichteten, vielfältigen und nutzungs- gemischten Stadtstruktur werden. Ziel ist es, über integrierte, multifunktionale Flächen- nutzungen neue Synergien und Koopera- tionen zu ermöglichen. Eine zentrale Rolle sollen dabei die im Sozialraum besonders ausgeprägten bürgerschaftlichen Initiativen und innovativen Impulsgeber*innen spielen, die in Kalk die vorhandene Vielfalt und Le- bendigkeit der Akteur*innen und Perspek- tiven in ein vielfältiges, kreatives Milieu und zukunftsorientiertes Handeln vor Ort über- setzen. Ein neues stadtteilweites Grün- und Freiraumnetz soll als starkes städtebauliches Gerüst dabei helfen, vielfältige Projekte und Maßnahmen unterschiedlicher Handlungs- felder im Sinne einer integrierten Gesamt- strategie miteinander zu verknüpfen und eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung vorzu- bereiten. Zentrales Querschnittsthema über die unterschiedlichen Handlungsfelder und Einzelprojekte hinaus ist eine verbesserte (Klima)Resilienz des Sozialraums. Diese soll über vielfältige, zielorientierte Maßnahmen und eine ganzheitliche Gesamtstrategie der (Klimawandel)Anpassungs- und Wider- standsfähigkeit sowie Flexibilität des Quar- tiers gegenüber den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sichergestellt werden. Das Leitbild eines „vielfältigen und (klima) resilienten Stadtraums der Zukunft“ wird in mehrere thematische Handlungsfelder mit systemischen Gesamtstrategien und spezi- fischen Entwicklungszielen übersetzt, aus denen sich konkrete Projekte ableiten lassen: NEUER FREIRAUM FÜR KALK Handlungsfeld Grün- und Aufenthaltsqualität GUT LEBEN IN KALK Hand lungsfeld Wohnen, Leben und Soziales NEUE IMPULSE FÜR KALK Hand lungsfeld Wirtschaft, Kultur und Innovation KALK NEU VERKNÜPFT Handlu ngsfeld Mobilität und Digitalisierung KLIMAKLUGES KALK Hand lungsfeld Energie, Klima und Ressourcenschutz LEITBILD „Das Leitbild eines „vielfäl- tigen und (klima)resilienten Stadtraums der Zukunft“ wird in mehrere thematische Handlungsfelder mit systemi- schen Gesamtstrategien und spezifischen Entwicklungszie- len übersetzt“ „ Köln-Kalk als vielfältiger und (klima)resilienter Stadtraum der Zukunft VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 61 Abbildung 40 Neue Mobilitätsformen Kopenhagen. Quelle: DeutschlandFunk-Kultur Abbildung 39 Stadtraumgestaltung in Barcelona. Quelle: barcelo - na.de MÖGLICHE PERSPEKTIVE © BARCELONA (ABB 39) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © BARCELONA (ABB 40) 62 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Leitprojekt 1.3 - Freilufthalle / Halle 71 Multifunktionale Grüninfrastruktur Leitprojekt 1.1 - Kalker Höfe Ausbau von Grünverbindungen Leitprojekt 1.2 - Pocket-Park-Netz Kalk Herstellung kleinerer „Stadtoasen“ Leitprojekt 2.1 - Aussenfläche des Bürgerhaus Kalk Stärkung von Begegnungsorten im Stadtteil Leitprojekt 3.1 - Osthof - Hallen Kalk Gemeinwohlorientierte Projektentwicklung Leitprojekt 3.2 - machwerkhaus + Innovativer Standort für Produktion und Design Leitprojekt 4.1 Stadtraum Kalker Hauptstraße Weiterentwicklung zum qualitätsvollen Stadtraum Leitprojekt 5.1 - Pilotquartier „Klimaschutz“ Klimafolgeanpassung im Bestand LEITPROJEKTE IM SOZIALRAUM Abbildung 41 Isometrie zur Verortung der Leitprojekte. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 63 Leitprojekt 1.3 - Freilufthalle / Halle 71 Multifunktionale Grüninfrastruktur Leitprojekt 1.1 - Kalker Höfe Ausbau von Grünverbindungen Leitprojekt 1.2 - Pocket-Park-Netz Kalk Herstellung kleinerer „Stadtoasen“ Leitprojekt 2.1 - Aussenfläche des Bürgerhaus Kalk Stärkung von Begegnungsorten im Stadtteil Leitprojekt 3.1 - Osthof - Hallen Kalk Gemeinwohlorientierte Projektentwicklung Leitprojekt 3.2 - machwerkhaus + Innovativer Standort für Produktion und Design Leitprojekt 4.1 Stadtraum Kalker Hauptstraße Weiterentwicklung zum qualitätsvollen Stadtraum Leitprojekt 5.1 - Pilotquartier „Klimaschutz“ Klimafolgeanpassung im Bestand Zur Realisierung des Leitbilds eines „vielfältigen und (klima)resi- lienten Stadtraums der Zukunft“ wurden je Handlungsfeld Leit- projekte entwickelt, durch deren Umsetzung sowohl das überge- ordnete Leitbild als auch die Leitziele der jeweiligen Handlungsfelder maßgeblich vorangebracht werden. Diese sind nachfolgenden im Zusammenhang mit begleitenden Maßnahmen verortet. 64 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 1.1 1.2 1.3 1.5 1.8 1.7 1.6 1.4 1.6 1.6 Maßnahmen- und Projektübersicht 1.1 - Kalker Höfe 1.2 - Pocket-Park-Netz Kalk 1.3 - Freilufthalle - Halle 71 1.4 - Grünzug Kalk-Süd 1.5 - Initiative Spiel und Sport 1.6 - Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen 1.7 - Umgestaltung Fred-Sauer-Platz 1.8 - Freiflächen westlich der Hallen Kalk 1.9 - Straßenbaumkonzept 2.0 PROJEKTÜBERSICHT - NEUER FREIRAUM FÜR KALK Abbildung 42 Kartierung der Maßnahmen im HF „Grün und Freiraum. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 65 HANDLUNGSFELD - NEUER FREIRAUM FÜR KALK Zusammenhängendes Grün- und Freiraumnetz für den Stadtteil Kalk Das strategische Handlungsfeld „Neuer Freiraum für Kalk“ umfasst das übergeordnete Ziel eines zusammenhängenden Grün- und Freiraumnetzes für den Sozialraum Kalk. Der stark urbanisierte und hochverdichtete Stadtteil soll durch geeignete Maßnahmen ein qualitäts- volles und von allen sozialen Gruppen erreichbares, barrierefreies und vielfältig nutzbares Freiraumangebot bekommen. Hieraus ergeben sich folgende, spezifische Entwicklungsziele innerhalb des Handlungsfeldes: • (Wie der)Herstellung qualitätsvoller Grün- und Freiräume und deren Verknüpfung zu zu- sammenhängenden Grünverbindungen • mult ifunktionale Grüne Infrastruktur, die vielfältige Aufgaben im Quartier übernimmt (Aufenthalt im Freien, Ökologie, Klimawandelanpassung) • Ents chleunigung und qualitätsvolle Weiterentwicklung von Straßenräumen zum leben- digen Stadtraum • Tref fpunkte für „Jung und Alt“ im Freien / Orte der Begegnung • für al le soziale Gruppen erreichbarer, barrierefrei nutzbarer und aneignungsfähiger, öf- fentlicher Raum • Frei räume für Kooperation, Engagement und (Mit)Gestaltung • barr ierefreie, allgemein zugangliche Sport- und Bewegungsangebote für alle Menschen in der Stadt • Maßn ahmen zur Klimawandelanpassung bei der Freiraumgestaltung (Etablierung von Stadtgrün als stadtklimatischer Beitrag, Entsiegelung und Schaffen von Versickerungs- flachen vor dem Hintergrund von Starkregenereignissen) Handlungsfeld und Leitziele 66 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Leitprojekt 1.3 - Freilufthalle / Halle 71 Multifunktionale Grüninfrastruktur Leitrojekt 1.1 - Kalker Höfe Ausbau von Grünverbindungen Leitprojekt 1.2 - Pocket-Park-Netz Kalk Herstellung kleinerer „Stadtoasen“ 1.5 - Initiative Spiel-und Sport Stärkung von Spiel- und Sportangeboten 1.4 - Grünzug Kalk-Süd Freiräumliche Anbindung der Hallen Kalk 1.7 - Umgestaltung Fred-Sauer-Platz Aufwertung des öffentlichen Raums 1.6 - Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen Aufwertung bestehender Flächen 1.8 - Freiflächen westlich der Hallen Kalk Aktivierung von Brachen PERSPEKTIVE - NEUER FREIRAUM FÜR KALK Zusammenhängendes Grün- und Freiraumnetz für den Stadtteil Kalk Abbildung 43 Isometrie mit der Verortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 67 Leitprojekt 1.3 - Freilufthalle / Halle 71 Multifunktionale Grüninfrastruktur Leitrojekt 1.1 - Kalker Höfe Ausbau von Grünverbindungen Leitprojekt 1.2 - Pocket-Park-Netz Kalk Herstellung kleinerer „Stadtoasen“ 1.5 - Initiative Spiel-und Sport Stärkung von Spiel- und Sportangeboten 1.4 - Grünzug Kalk-Süd Freiräumliche Anbindung der Hallen Kalk 1.7 - Umgestaltung Fred-Sauer-Platz Aufwertung des öffentlichen Raums 1.6 - Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen Aufwertung bestehender Flächen 1.8 - Freiflächen westlich der Hallen Kalk Aktivierung von Brachen 68 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 1.1 KALKER HÖFE Ausgangssituation Der Sozialraum Kalk ist durch einen hohen Versiegelungsgrad und wenig qualitativ hochwertige Grünflächen geprägt. Zudem verfügt der Betrachtungsraum über kein zusammenhängendes Freiraumangebot sowie parallel zur Kalker Hauptstraße über einige minder genutzte Hinterhöfe mit we- nig Aufenthaltsqualität. Nachbarschaftliches Engagement ist in hohem Maße vorhanden, wurde jedoch bisher nicht systematisch ein- gebunden. Zielsetzung Um die Nutzung der Grünflächen in Kalk zu verbessern, sollte eine durchgängige Grün- verbindung geschaffen werden, die verschie- dene Flächen miteinander verbindet. Zudem sollten mehr qualitätsvolle Grünräume ge- schaffen sowie die bestehenden Grünflächen in den Hinterhöfen aufgewertet werden. Durch die Neuorganisation von Parkplatzflä- chen können zudem neue Freiflächenpoten- ziale erschlossen werden. Projektbeschreibung Phase 1 In der ersten Phase ist geplant, die drei „Kalker Höfe“ nördlich der Kalker Hauptstraße aufzuwerten und miteinander zu vernetzen. Zudem soll die Zugänglichkeit und Sichtbar- keit der Eingänge von der Kalker Hauptstra- ße aus durch Maßnahmen wie einheitliche Bodenbeläge, Hinweisschilder und mobile Grünkästen optimiert werden. Ein „Brücken- schlag“ über die Kalker Hauptstraße kann perspektivisch die Zugänglichkeit zum Kalker Norden verbessern. Darüber hinaus sollen Partnerschaften und Kooperationen mit Initiativen und Anwohner*innen durch eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung und eine bedarfsorientierte Planung gefördert wer- den. Phase 2 Der Parkplatz zwischen der Vorsterstraße und der Kalker Hauptstraße könnte perspek- tivisch in der zweiten Phase entsiegelt und qualifiziert werden. Dabei ist die Begrünung der umliegenden Fassaden sowie eine Um- strukturierung und vertikale Bündelung der Parkplätze vorstellbar. Im weiteren Prozess ist eine Erweiterung der Kalker Höfe nach Norden denkbar und somit eine räumliche Anbindung an den Kalkberg perspektivisch möglich. Die Entwicklung der Kalker Höfe bietet die Chance, ein stadtteilinternes Wegenetz aufzubauen, welches durch qualitative Grünräume begleitet wird. Dies kann zu einer Entlastung der Kalker Hauptstraße beitragen und neue wohnraumnahe Aufenthalts- und Freiflächen schaffen. Ausbau von Grünverbindungen HANDLUNGSFELD Grün und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Mobilität und Digita- lisierung / Energie, Klima und Ressourcenschutz MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln in Kooperation mit initiativen und zivil- gesellschaftlichen Akteur*innen ZIELGRUPPE Bewohner*innen des Stadtteils VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 69 Kalker Stadtgarten Bürgerhaus Breuer-Park Kleiner Breuer-Park Kalker Höfe Klimaquartier FASSADENBEGRÜNUNG P H O T O V O L T A I K DAC H B EG R U N U N G R E T E N T I O N Osthof DOMiD FreilufthalleKulturhallen Kalker Hauptstraße Abbildung 46 Bestandssituation Kalker Höfe. Quelle: stadtland Impuls Abbildung 47 Bestandssituation Kalker Höfe. Quelle: stadtland Impuls Abbildung 45 Taxispark München Quelle: Stadt München Abbildung 44 Park Duisdorf. Quelle: Stadt Bonn LEITPROJEKT BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 46) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © STADT BONN (ABB 48) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © STADT MÜNCHEN (ABB 49) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 47) Abbildung 48 Isometrische Darstellung des Projektbausteins „Kalker Höfe“. Quelle: stadtland Impuls 70 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Kalker Stadtgarten Bürgerhaus Breuer-Park Kleiner Breuer-Park Kalker Höfe Klimaquartier FASSADENBEGRÜNUNG P H O T O V O L T A I K DAC H B EG R U N U N G R E T E N T I O N Osthof DOMiD FreilufthalleKulturhallen Kalker Hauptstraße 1.2 POCKET-PARK-NETZ KALK Ausgangssituation In Kalk sind Grünflächen mit hoher Aufent- haltsqualität, insbesondere schattige Plätze, Mangelware. Dabei ist der Bedarf groß und selbst Flächen mit geringer Qualität und Aus- stattung werden als Aufenthaltsorte intensiv genutzt. Zielsetzung Aufgrund dieser Ausgangssituation ist ge- plant, auch kleinere Grünflächenpotenziale zu aktivieren und miteinander zu verknüpfen, um dadurch insgesamt die Aufenthaltsqua- lität im Stadtteil zu steigern. Daher sollen bereits genutzte Treffpunkte gestalterisch aufgewertet und durch eine kleinteilige Ge- staltung und Verknüpfung qualitätsvoller Grün- und Freiflächen ergänzt werden. Au- ßerdem soll durch ein umfassendes Pocket- Park-Netz eine klimatische Entlastung von Hitzeinseln erfolgen. Projektbeschreibung Um ein zusammenhängendes Netz kleinerer Pocket-Parks aufzubauen, sind gezielte Maß- nahmen unterschiedlicher Maßstäbe erfor- derlich, um kleine Plätze und Grünflächen mit hoher Qualität zu schaffen und miteinander zu verknüpfen. Bestehende Aufenthaltsorte sollen durch Aufwertung bzw. Herstellung von Möblierung und Verschattungsele- menten eine bessere Aufenthaltsqualität erhalten. Zusätzlich können punktuelle Ent- siegelungsmaßnahmen und Veränderungen des Bodenbelages als Retentions- und Be- grünungsmaßnahmen wirken. Neue grüne Wege können dazu beitragen, Personenströ- me im Quartier besser zu verteilen und auf Angebote aufmerksam zu machen. Insge- samt könnten infolge kleinteiliger Platzsitua- tionen der Norden mit dem Süden der Kalker Hauptstraße besser miteinander vernetzt und kleinteilige „Stadtoasen“ zur Verbesse- rung des Mikroklimas geschaffen werden. Die Etablierung eines „Pocket-Park“-Netzes bietet die Chance, kleinteilige Aufenthaltsmöglichkeiten im verdichteten Stadtraum zu ermöglichen. Eine Abfolge von kleineren Plätzen und Grünstrukturen in Verbindung mit einer qualifizierten Aufwertung der Verkehrswege würde zudem zu einer verbesserten Durchwegung in Nord-Süd- Richtung beitragen und die Anbindung des Kalker Nordens an die Hallen Kalk im Süden des Stadtteils verbessern. Herstellung und Verknüpfung von kleineren „Stadtoasen“ zur Verbesserung des Mikroklimas Abbildung 49 Isometrische Darstellung des Projektbausteins „Pocket-Park-Netz Kalk“. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 71 Kalker Stadtgarten Bürgerhaus Breuer-Park Kleiner Breuer-Park Kalker Höfe Klimaquartier FASSADENBEGRÜNUNG P H O T O V O L T A I K DAC H B EG R U N U N G R E T E N T I O N Osthof DOMiD FreilufthalleKulturhallen Kalker Hauptstraße Abbildung 51 Bestandssituation Fred-Sau- er-Platz als Teil des Pocketparknetzes. Quelle: stadtland Impuls Abbildung 50 Pocket-Park Barcelona. Quelle: Land- zine.com LEITPROJEKT HANDLUNGSFELD Grün und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Mobilität und Digitalisierung / Energie, Klima und Ressour- censchutz MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln in Kooperation mit initiativen und zi- vilgesellschaftlichen Akteur*innen, Wohnungs- baugesellschaft (z.B GAG) ZIELGRUPPE Bewohner*innen des Stadtteils MÖGLICHE PERSPEKTIVE © BARCELONA ABB 52) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 51) 72 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 1.3 FREILUFTHALLE (HALLE 71) - HALLEN KALK Ausgangssituation Die bestehende, in Teilen erhaltene Dach- und Fassadenstruktur der Halle 71 hat eine besondere, standortprägende Qualität. Es bestehen Vorüberlegungen bzw. Planun- gen bezüglich eines (Teil-)Erhalts und der Nutzung des Gebäudes als „Freilufthalle“ für Freiraumnutzungen und die Entwicklung stadtnaturähnlicher Strukturen. An die Halle 71 grenzt die Halle 70, die demnächst eine neue Ankernutzung als Dokumentations- zentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD) übernehmen wird. Der Bereich der Halle 71 mit seiner Umgebung besitzt außerdem ein besonderes grün- und freiraumplanerisches Entwicklungspotenzial. Zielsetzung Ziel des Projekts ist die Entwicklung und (Teil) Instandsetzung der Freilufthalle als öffentli- cher Freiraum unter Einbezug der geplanten umliegenden Nutzungen. Zudem soll eine Verknüpfung mit dem Grünzug im Norden entstehen, sodass eine zusammenhängende Wege- und Grünverbindung geschaffen wird. Der Bereich der Halle 71 soll gleichzeitig als Entrée für das DOMiD fungieren und einen zusätzlichen Eingang zum Osthof bieten. Projektbeschreibung Es soll eine vielfältig nutzbare, standortprä- gende Freilufthalle entstehen, die von Nord nach Süd folgende Teilbereiche umfasst: Forum (nördlicher Teilabschnitt): Wetterge- schützte, nutzungsneutrale Aktionsfläche inkl. Eingangsbereich DOMiD mit Ausstel- lungs- sowie Gastronomieangeboten. Freigelegtes Tragwerk (mittlerer Teilab- schnitt): Multifunktionale grüne Infrastruktur/ Stadtlandschaft: „Grünes Quartierswohnzim- mer“ im Freien, vielfältige öffentliche Frei- raumangebote Kopfbau (südlicher Teilabschnitt): Stand- ortgerechte Nutzungsangebote und eine gemeinwohlorientierte, quartiersbezogene Ausrichtung in Kooperation mit DOMiD und Machwerkhaus Zusätzlich soll eine „Magistrale“ in West-Ost- Richtung als verbindendes Element zwischen Freilufthalle und Osthof entstehen. Eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen und den vielfältigen Nutzergruppen vor Ort ist bei der Entwicklung von Angeboten und Flächen unerlässlich. Sinnvoll wäre zudem eine Synchronisierung mit einer qualitätsvol- len Umfeldentwicklung in Abstimmung mit angrenzenden Nutzungskonzepten und einer qualitätsorientierten Weiterentwicklung von Freiräumen. Die Entwicklung der Halle 71 als „Freilufthalle“ bietet als multifunktionale Grüne Infrastruktur das Potenzial für vielseitige Freiraumnutzungen und stadtnaturähnliche Strukturen. Hierüber sollen nicht nur die Aufenthaltsqualität erhöht, sondern auch das lokale Mikroklima und die Biodiversität im Quartier gefördert werden. Multifunktionale Grüninfrastruktur im Quartier HANDLUNGSFELD Grün und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Wirtschaft, Kultur und Innovation MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln (versch. Ämter, DOMiD, lokale Initiati- ven, VGO und Abenteuerhallen Kalk) ZIELGRUPPE Bewohner*innen des Stadtteils VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 73 Osthof DOMiD FreilufthalleKulturhallen Kalker Stadtgarten Bürgerhaus Breuer-Park Kleiner Breuer-Park Kalker Höfe Klimaquartier FASSADENBEGRÜNUNG P H O T O V O L T A I K DAC H B EG R U N U N G R E T E N T I O N Kalker Hauptstraße Abbildung 55 Gare-Martim Brüssel. Quelle: landzine.comAbbildung 54 U-Halle Mannheim. Quelle: BUGA23 / Mannheim Abbildung 53 Bestandsituation Freiluft Halle / Halle 71. Quelle: stadtland Impuls Abbildung 52 Bestandsituation Freiluft Halle / Halle 71. Quelle: stadtland Impuls LEITPROJEKT MÖGLICHE PERSPEKTIVE © BUGA23 (ABB 54) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © BRÜSSEL( ABB 55) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 52) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 53) Abbildung 56 Isometrische Darstellung des Projektbausteins „Freilufthalle“. Quelle: stadtland Impuls 74 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 57 Isometrische Darstellung des Projektbausteins „Freilufthalle“. Quelle: stadt- land Impuls 1.4 GRÜNZUG KALK-SÜD Ausgangssituation Im südlichen Teil von Kalk gibt es verschie- dene, bislang ungenutzte Grünflächenpoten- ziale. Die geplante Entwicklung der Hallen Kalk soll perspektivisch durch qualitätsvolle Grün- und Freiflächen aufgewertet werden. Der bereits heute vielfältig kulturell und frei- zeittechnisch genutzte Bereich der Hallen Kalk liegt aufgrund seiner nicht vorhandenen Freiraumanbindung bislang innerhalb des Stadtteils relativ isoliert. Zielsetzung Mit besonderem Fokus auf den Grünzug ent- lang der Kantstraße zielt das Projekt darauf ab, eine neue Grünachsenverbindung von der Kalker Hauptstraße in Richtung Süden zu schaffen und dadurch die bestehenden Grün- flächenpotenziale zu aktivieren. Der Raum soll dabei eine attraktive und generations- übergreifende Gestaltung erhalten. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten zur Entsiegelung erschlossen und unter Berücksichtigung zukünftiger Bedarfe Grünflächenpotenziale nachhaltig genutzt werden. Projektbeschreibung Es soll eine attraktive Wege- und Freiraum- verbindung von den Kalker Höfen zu den Hallen Kalk geschaffen werden, wobei klein- teilige Flächen entlang des Weges entsiegelt und begrünt werden sollen. Des Weiteren soll ein zusammenhängender Grünzug ent- lang der Kantstraße umgesetzt werden, der ein generationsübergreifendes Freirauman- gebot bieten soll. Bestehende Grünflächen- potenziale, wie zum Beispiel die Pflanzstelle, sollen in das Freiraumkonzept integriert und gestärkt werden. Eine verstärkte soziale Kon- trolle innerhalb des besonders lebendigen Bereiches der Hallen Kalk soll Sicherheit und Sauberkeit der Grünflächen gewährleisten. Durch eine verbesserte freiräumliche Anbindung der Hallen Kalk können diese in ihrer Funktion gestärkt, räumlich an das Bezirkszentrum angebunden und neue Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden. Die Herstellung präsenterer Ein- und Zugänge kann sich zudem positiv auf die bestehenden und zukünftigen Nutzungen der Hallen auswirken. Freiräumliche Anbindung der Hallen Kalk HANDLUNGSFELD Grün und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln (versch. Ämter, DOMiD, lokale Initiati- ven, VGO und Abenteuerhallen Kalk) ZIELGRUPPE Bewohner*innen des Stadtteils MÖGLICHE PERSPEKTIVE © ANTWERPEN ( ABB 58) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 57) Abbildung 58 Grünzug Antwerpen. Quelle: landzine.com 75 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 60 Platzgestaltung Stadt Witten. Quelle: BaukulturNRW Abbildung 59 Bestandssituation am Ottmar- Pohl-Platz. Quelle: stadtland Impuls 1.5 INITIATIVE SPIEL UND SPORT Ausgangssituation In Kalk gibt es ein begrenztes Angebot an öffentlichen und frei zugänglichen Spiel- und Sportflächen für alle Altersgruppen. Zudem gibt es ein geringes Angebot für Vereinssport und wenig Flächen für vielfältige Aneignung. Gleichzeitig gibt es im Stadtteil sehr viele Kin- der und Jugendliche ökonomisch schwacher Familien, die sich kostenpflichtige Freizeit- und Sportangebote nicht leisten können. Zielsetzung Vor dem beschriebenen Hintergrund soll ein nicht-kommerzielles Angebot für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersstufen im Bereich Spiel und Sport geschaffen wer- den. Zusätzlich sollen allgemein zugängliche, barrierefreie Aneignungsflächen für verschie- dene Altersgruppen entstehen sowie eine kurzfristige Aktivierung von vorhandenen Flächenpotenzialen mit temporären Angebo- ten erfolgen. Dies kann unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in einem ge- meinsamen Gestaltungs- und Umsetzungs- prozess geschehen. Projektbeschreibung Der Ausbau frei zugänglicher Spiel- und Sportangebote für alle Altersgruppen im Stadtteil soll zunächst über temporäre Maß- nahmen als Vorbereitung für langfristige Transformationen eingeleitet werden. Zu- sätzlich ist geplant, ein mobiles Sport- und Spielangebot auf bereits versiegelten Flächen zur kurzfristigen Aktivierung von Flächen zu errichten. Dabei ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche in die Gestaltungs- und Um- setzungsprozesse eingebunden werden und auf bereits vorhandene Materialien und Bau- steine zurückgegriffen wird. Starterprojekte können z.B. der Schulhof an der Vietorstraße oder der Ottmar-Pohl-Platz sein. Stärkung der Spiel- und Sportangebote in Kalk Der Ausbau konsumfreier, nicht kommerzieller Angebote soll Kindern und Jugendlichen des Sozialraums die Möglichkeit zur Teilhabe und Teilnahme an Freizeitaktivitäten unabhängig von ihrem sozialen und ökonomischen Hintergrund bieten und die Integration im Sozialgefüge stärken. HANDLUNGSFELD Grün- und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Pavillon e.V., Bürgerhaus Kalk, Wohnungsbauge- sellschaft (z.B. GAG), Sportveranstalter*innen und weitere Initiativen ZIELGRUPPE Bewohner*innen des Stadtteils und angrenzender Stadtteile MÖGLICHE PERSPEKTIVE © WITTEN ( ABB 60) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 59) 76 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK WEITERE PROJEKTIDEEN Ausgangssituation Der Fred-Sauer-Platz südlich der Kalker Hauptstraße ist derzeit in erster Linie durch seine überwiegende Nutzung als Parkplatz- fläche und seinen hohen Versiegelungsgrad geprägt. Trotz seines ausgeprägten Baum- bestandes ist der Platz daher bislang von nur sehr geringer Aufenthaltsqualität. Zielsetzung Perspektivisch könnte der Platz durch eine kluge Neuorganisation des ruhenden Ver- kehrs zu einem qualitätsvollen Treffpunkt weiterentwickelt werden, der attraktive Auf- enthalts- und Verweilmöglichkeiten integ- riert. Zudem lässt er sich in das Gesamtkon- zept des Pocket-Park-Netzes einbetten. Projektbeschreibung Im Zuge einer Umgestaltung soll der Fred- Sauer-Platz wieder zu einem vielfältig ge- nutzten Quartiersplatz fortentwickelt wer- den. Die bereits bestehende Teilnutzung als Spielfläche könnte dabei ergänzt und auf- gewertet werden. Ebenso kann zusätzliches Stadtmobiliar sowie eine Entsiegelung und Integration von Retentionsflächen umgesetzt werden. Neben dem Erhalt des Baumbe- stands sind auch ergänzende Pflanzungen denkbar. Ausgangssituation Vor dem Hintergrund eines hohen Hitzeinsel- effekts in dicht besiedelten Bereichen wie Köln-Kalk gilt es, an geeigneter Stelle ent- sprechende Entsiegelungspotenziale zu akti- vieren. Fünf verschiedene Schulstandorte in Kalk bieten mit ihrem hohen Versiegelungs- grad ideale Modellräume mit besonderem Handlungsbedarf. Zielsetzung Durch die Teilentsiegelung und Begrünung von Schulhöfen kann die Aufenthaltsqualität für Schüler*innen und Lehrer*innen maßgeb- lich gesteigert werden. Projektbeschreibung Die Qualifizierung, Entsiegelung und Be- grünung von 5 Schulhöfen in Kalk stellt eine wichtige Maßnahme zur Klimawandelanpas- sung dar. Gleichzeitig bietet sie die Möglich- keit, auch Schüler*innen aktiv in Stadtgestal- tungsprozesse einzubinden. In Verbindung mit einer möglichen Öffnung von Schulhöfen kann durch die gezielte Ergänzung von Nut- zungsangeboten und Stadtmobiliar ein neuer qualitativer Stadtbaustein in Kalk entwickelt werden. 1.7 UMGESTALTUNG FRED-SAUER-PLATZ 1.6 ENTSIEGELUNG UND BEGRÜNUNG VON SCHULHÖFEN HANDLUNGSFELD Grün und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Schulen des Stadtteils, Pavillon e.V. ZIELGRUPPE Bewohner*innen / Kinder u. Jugendliche des Stadtteils HANDLUNGSFELD Grün und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Mobilität und Digitalisierung, Klima, Energie u. Ressourcenschutz MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 77 Ausgangssituation Hohe Versiegelungsgrade bei immer heißer werdenden Sommern erfordern schatten- spendende Baumstrukturen in den hoch- verdichteten Straßenräumen des Stadtteils. Aufgrund notwendiger infrastruktureller Erneuerungen (Rohrleitungen) anstehende Bodenmaßnahmen im Straßenraum bieten den Anlass, das bestehende Straßenbaum- konzept weiterzuentwickeln und zusätzliche Bäume im Sozialraum zu pflanzen. Zielsetzung Zielsetzung ist die systematische Nachpflan- zung und Ergänzung von Straßenbäumen im Stadtteil. Vor dem Hintergrund des hohen Versiegelungsgrades und eines geringen Anteils an Freiflächenpotenzialen bietet sich eine Evaluierung des bestehenden Straßen- baumkonzeptes an, um ergänzende Pflan- zungspotenziale berücksichtigen zu können. Projektbeschreibung Aufbauend auf dem bestehenden Straßen- baumkonzept sind derzeitige Lückenschlüsse zu analysieren und mögliche Neupflanzun- gen im Rahmen einer Fortschreibung zu er- mitteln. Durch diese ergänzenden Pflanzun- gen können neben der positiven Auswirkung auf das Stadtklima wichtige Straßenzüge und Wegeverbindungen prominent hervorgeho- ben werden. Ausgangssituation Die bestehende Brachfläche westlich der Freilufthalle stellt die letzte vakante Fläche zur Entsiegelung und Entwicklung qualitäts- voller Freiräume im Stadtteil Kalk dar. Zielsetzung Im Rahmen der Gesamtentwicklung der Hallen Kalk besteht die Möglichkeit, einen großzügigen, zusammenhängenden Frei- raum zu gestalten, der durch verschiedene Nutzungen angereichert wird. In Kooperation mit den benachbarten Nutzungen kann ein attraktiver Grünraum mit hoher Aufenthalts- und Nutzungsqualität entstehen. Projektbeschreibung Während das derzeitige Nutzungskonzept eine bauliche Nachverdichtung vorsieht, ist unter Berücksichtigung des hohen Frei- flächenbedarfs in Kalk eine Entwicklung der Fläche als öffentlicher Freiraum anzustreben. In Verbindung mit den bestehenden und zukünftigen Nutzungen könnte somit eine qualitätsvolle Grünfläche entwickelt werden, die im Sinne einer multifunktionalen Grünen Infrastruktur verschiedene Nutzungs- und Freiraumangebote integriert und somit die stark frequentierten Grünflächen im Stadt- raum entlastet. 1.9 STRASSENBAUMKONZEPT 2.0 1.8 FREIFLÄCHE WESTLICH DER HALLEN KALK HANDLUNGSFELD Grün und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE DOMiD, VGO u. Abenteuerhallen sowie lokale Ini- tiativen u. Vereine ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils HANDLUNGSFELD Grün und Aufenthaltsqualität SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Mobilität und Digitalisierung, Klima, Energie u. Ressourcenschutz MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils 78 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 2.1 2.2 2.4 Projekt- und Maßnahmenübersicht 2.1 - Aussenflächen des Bürgerhaus Kalk 2.2 - Quartiersversorgung Kalk-Nord 2.3 - Zukunft Pflege Kalk 2.4 - Neues Wohnen Wippermannstraße 2.5 - „Wohnraumoffensive“: Sozialgerechter Wohnraum Kalk 2.6 - Versorgungskonzept und Drogenprävention 2.7 - Koordinationsstelle Kalk 2.8 - Kreativraumbörse Kalk - Plattform für Soziale und Kreative-Räume 2.9 - Junges Kalk - Kooperationskonzept zur besseren Einbindung von Kindern und Jugendlichen PROJEKTÜBERSICHT - GUT LEBEN IN KALK Abbildung 61 Kartierung der räumlichen Maßnahmen im HF „Wohnen, Leben und Soziales“. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 79 HANDLUNGSFELD - GUT LEBEN IN KALK Handlungsfeld und Leitziele Vielfältiger, qualitätsvoller Wohn- und Lebensraum für alle Das strategische Handlungsfeld „Gut Leben in Kalk“ umfasst das übergeordnete Entwick- lungsziel, nachhaltige Wohn- und Lebensqualität in Verbindung mit sozialen Angeboten zu schaffen. Köln-Kalk soll sich zu einem vielfältigen, qualitätsvollen Wohn- und Lebensraum für alle weiterentwickeln. Hieraus ergeben sich folgende, spezifische Entwicklungsziele innerhalb des Handlungsfeldes: • neue W ohn- und Lebensqualität für Jung & Alt • viel fältiger und sozialgerechter Wohnraum im Quartier • lebend iger Stadtteil der kurzen Wege • für al le erreichbare, barrierefreie Sozial-, Kultur- und (Nah)Versorgungsangebote • Förd erung attraktiver „dritter Orte“ im Quartier • Mögl ichkeit der aktiven Mitgestaltung der Bürgerschaft (Vereine, Initiativen…) • Förd erung von Integration und Inklusion Abbildung 61 Kartierung der räumlichen Maßnahmen im HF „Wohnen, Leben und Soziales“. Quelle: stadtland Impuls 80 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Leitprojekt 2.1 - Aussenfläche des Bürgerhaus Kalk Stärkung von Begegnungsorten im Stadtteil 2.2 - Quartiersversorgung Kalk Erweiterung des Nachbarschaftstreff an der Loestraße 2.3 - Neues Wohnen Wippermannstr. Bedarfsgerechte Wohnraumentwicklung PERSPEKTIVE - GUT LEBEN IN KALK Kalk als vielfältiger und urbaner Lebensraum mit hoher Qualität für Alle Abbildung 62 Isometrie mit der Verortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 81 Leitprojekt 2.1 - Aussenfläche des Bürgerhaus Kalk Stärkung von Begegnungsorten im Stadtteil 2.2 - Quartiersversorgung Kalk Erweiterung des Nachbarschaftstreff an der Loestraße 2.3 - Neues Wohnen Wippermannstr. Bedarfsgerechte Wohnraumentwicklung Abbildung 62 Isometrie mit der Verortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls 82 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 2.1 AUSSENFLÄCHE DES BÜRGERHAUS KALK Ausgangssituation Das Bürgerhaus Kalk ist bereits heute im Stadtteil Kalk ein wichtiger Treffpunkt für die Bürger*innen. Als sozio-kultureller Anlauf- punkt und „dritter Ort“ übernimmt es eine zentrale Funktion im Sozialraum. Der stark versiegelte Innenhof mit nur geringer Aufent- halts- und Grünraumqualität stellt jedoch ein ungenutztes Potenzial dar, das bislang weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Zielsetzung Ziel ist eine weitestgehende Begrünung des gesamten Innenhofes sowie die Aufwertung des Treffpunkts durch wetterunabhängi- ge Aktionsflächen und attraktiv gestaltete Ruhezonen. Ein klarer Vorteil für den Stadt- teil wäre es, die Fläche als Anlaufstelle, Be- gegnungs- und Kommunikationsraum für alle Altersgruppen auszurichten, sodass ein „Dorfplatz für Kalk“ mitten in der Stadt ent- steht. Dafür müsste auch die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit des Eingangsbereichs in den Innenhof verbessert werden. Um das Bürgerhaus klimaneutral zu gestalten, wäre im Zuge der Hofgestaltung auch die Schaf- fung von Flächen für erneuerbare Energien wünschenswert. Projektbeschreibung Der Hof des Bürgerhauses Kalk soll zu einem vielseitigen Treffpunkt für den Sozialraum weiterentwickelt werden. Geplant ist eine Mischnutzung aus Grünflächen, Spiel-, Kul- tur- und Aktionsflächen. Zudem sollen mo- bile Überdachungskonstruktionen für die Aktionsflächen errichtet werden, um ganz- jährig wetterunabhängige Begegnungen und Open-Air-Veranstaltungen zu ermöglichen. Der Hauptfokus liegt dabei auf qualitätsvol- len Grünflächen, die einen inklusiven Treff- punkt für alle soziale Gruppen im Quartier ermöglichen sollen. Darüber hinaus soll ein energetisches Konzept für das Bürgerhaus und das umliegende Quartier mitgedacht werden. Das stadtteilbezogene Wegekon- zept soll ebenfalls mit einbezogen werden und den Eingang von der Kalk-Mülheimer Straße besser sichtbar machen. Ebenso soll die Nutzung bzw. Wiederverwendung von Regenwasser mitgeplant werden. Betrei- ber und Träger der Fläche ist die Stadt Köln. Perspektivisch wäre eine zusätzliche Öffnung zur Josephkirchstraße wünschenswert. Auch besteht über eine Öffnung des Hinterhofs im Süden eine potenzielle Anbindung des Be- reichs an die Kalker Höfe. Durch die Begrünung und gestalterische Aufwertung des Innenhofs des Bürgerhauses Kalk soll ein attraktiver Treffpunkt für alle Altersgruppen geschaffen werden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und das Bürgerhaus als sozio-kulturellen Anlaufpunkt im Stadtteil Kalk zu stärken. Stärkung von Begegnungsorten im Stadtteil HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wirtschaft, Kultur und Innovation, Grün- und Auf- enthaltsqualität, Energie, Klima und Ressourcen- schutz, Mobilität u. Digitalisierung MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Bürgerhaus der Stadt Köln ZIELGRUPPE Bewohner*innen des Stadteils und Stadtbezirks, Kooperationen mit Schulen und sozialen Einrich- tungen VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 83 Bürgerhaus Kalker Stadtgarten Breuer-Park Kleiner Breuer-Park Kalker Höfe Klimaquartier FASSADENBEGRÜNUNG P H O T O V O L T A I K DAC H B EG R U N U N G R E T E N T I O N Osthof DOMiD FreilufthalleKulturhallen Kalker Hauptstraße Abbildung 66 Doppel-Codierung von Flächen. Quelle: IBA Wien Abbildung 65 Quartiersplatz Prinz Eugen Quartier. Quelle: Stadt München Abbildung 63 Bestandsituation Bürgerhaus Kalk. Quelle: stadtland Impuls Abbildung 64 Bestandsituation Bürgerhaus Kalk. Quelle: stadtland Impuls LEITPROJEKT MÖGLICHE PERSPEKTIVE © MÜNCHEN ( ABB 65) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © IBA WIEN ( ABB 66) Abbildung 67 Isometrische Darstellung des Projektbausteins „Außenflächen des Bürgerhaus“ Quelle: stadtland Impuls BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 63) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 64) 84 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 68 Bestandsituation Kalk- Nord Quelle: stadtland Impuls Abbildung 69 Quartiersladen Vauban-Frei- burg. Quelle: Quartiersladen.de 2.2 QUARTIERSVERSORGUNG KALK-NORD Ausgangssituation In Kalk herrscht eine hohe Dichte an sozial benachteiligten Gesellschaftsgruppen (z. B. hohe Arbeitslosenquote des Sozialraums) sowie ein Mangel an bedarfsgerechten An- geboten für Wohnquartiere. Insbesondere im Kalker Norden fehlen qualitätsvolle Versor- gungsinfrastrukturen des täglichen Bedarfs. Zielsetzung Ziel des Projektes ist es, lokale Angebote im Quartier zu fördern und besser zu koordi- nieren, um den sozialen Herausforderungen gezielt begegnen zu können. Dabei sollen auch kleinteilige Ergänzungen vorhandener sozialer Infrastrukturen und lokaler Nahver- sorgungsangebote vorgenommen werden. Projektbeschreibung Das Projekt umfasst ein strategisches Ge- samtkonzept für den Ausbau des Nachbar- schaftstreffs Loestraße. Im Zuge dessen sollen gezielte Ergänzungen des bestehen- den Angebotes sozialer Dienstleistungen vorgenommen werden, beispielsweise in Form eines kleinen Quartiersladens zur Ver- besserung der Nahversorgung. Ein Vor-Ort- Büro als Anlaufstelle für soziale Fragen, z. B. als Außenstelle des Bürgerhauses Kalk, soll ebenfalls eingerichtet werden. Denkbar wäre hier, auf die bestehende Nutzung des Nach- barschaftstreffs in Kalk-Nord aufzubauen, diesen in seiner Funktion zu stärken und als „dritten Ort“ für die Nachbarschaft weiterzu- entwickeln. Erweiterung des Nachbarschaftstreff an der Loestraße zum Dritten Ort Die Erweiterung des Nachbarschaftstreffs Loestrasse soll einen attraktiven „dritten Ort“ im Stadtteil schaffen. Ziel ist es, soziale Angebote zu verbessern, eine zentrale Anlaufstelle für die Nachbarschaft zu etablieren und die lokale Infrastruktur zu stärken. Durch dieses Projekt soll die Lebensqualität im Quartier nachhaltig verbessert werden. HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wirtschaft, Kultur und Innovation MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Bürgerhaus Kalk, Nachbarschaftstreff Kalk u. weitere lokale Initiativen und Vereine ZIELGRUPPE Insbesondere Bevölkerungsgruppen mit geringeren wirtschaftlichen Ressourcen MÖGLICHE PERSPEKTIVE © IBA WIEN ( ABB 46) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © VAUBAN ( ABB 69) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 68) 85 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 71 Neue Mobilitätsformen Pflege. Quelle: wohnen-im-Alter Abbildung 70 Bestandsituation der Pflege- Versorgung Caritas Köln. Quelle. Caritas Köln 2.3 ZUKUNFT PFLEGE KALK Ausgangssituation Bei der ambulanten Pflege besteht zum einen ein hoher Anpassungsbedarf von Be- standswohnungen im Pflegefall. Zum an- deren existieren große Schwierigkeiten der ausschließlich auf den Pkw ausgerichteten mobilen Pflegedienstleistungen. Dies erfor- dert alternative Konzepte in vielen Bereichen. Zielsetzung Vor dem Hintergrund der beschriebenen Ausgangssituation sollte der ambulante Pfle- gedienst zukunftsfähig fortentwickelt wer- den, um pflegebedürftigen Menschen eine wohnortnahe Pflege zu ermöglichen. Genau- so sollen neue Arbeits- und Bewegungsmög- lichkeiten für Pfleger*innen sowie Strategien für die Anpassung und Optimierung von Wohnungen geschaffen werden. Projektbeschreibung Das Projekt beschreibt den gesamtstrate- gischen Ansatz einer zukunftsorientierten Neuausrichtung der Pflege im Sozialraum Kalk. Dies impliziert zum einen ein Pro- gramm zur barrierefreien Umgestaltung von Wohnungen zur Entlastung von stationären Einrichtungen. Hierzu gehören sowohl se- niorengerechte wie generationsübergrei- fende Wohnungen, als auch die Integration von Begegnungsorten, um Einsamkeit ent- gegenzuwirken. Zum anderen soll ein neues Arbeits- und Mobilitätskonzept für Pfleger*in- nen entwickelt werden, welches mobile Aus- stattungen und unterschiedliche Fortbewe- gungsmittel integriert. Nicht zuletzt soll eine Kommunikationsstrategie zur Bewerbung von Programmen und Unterstützungsmög- lichkeiten für eine barrierefreie Umgestaltung von (Privat-)Wohnungen entwickelt werden. Aufbau eines Pflegekonzeptes für den Sozialraum Kalk Das Projekt zielt darauf ab, die ambulante Pflege in Kalk durch barrierefreie Wohnungsanpassungen und alternative Mobilitätskonzepte für Pfleger*innen zukunftsfähig auszurichten, um die Lebensqualität der pflegebedürftigen Menschen zu verbessern. HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Mobilität und Digitalisierung MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE SoliMed Köln e.V. ZIELGRUPPE Pflegebedürftige Personen im Stadtteil MÖGLICHE PERSPEKTIVE © MOBILITÄT PFLEGE( ABB 71) BESTANDS-SITUATION ©CARITAS KÖLN (ABB 70) 86 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 73 Hunziker Areal-Zürich. Quelle: Mehr-als-Wohnen.de Abbildung 72 Bestandssiuation Wippermann- Str.. Quelle: stadtland Impuls 2.4 NEUES WOHNEN WIPPERMANNSTRASSE Ausgangssituation Das Areal westlich des Rangierbahnhofs und südlich der Kalker Hauptstraße ist derzeit durch gewerblich genutzte Hallen, Einzel- handel und Verwaltungsgebäude gekenn- zeichnet. In den rückwärtigen Bereichen sind zudem kulturelle Nutzungen verortet. Die kulturelle Einrichtung soll durch eine bürger- schaftliche Initiative getragen werden. Die Wohnbebauung wird derzeit durch Inves- tor*innen finanziert. Zielsetzung Ziel ist die Realisierung von sozial-gemisch- tem, preisgedämpftem Wohnungsbau süd- lich der Kalker Hauptstraße, um dort ein vielfältiges und lebendiges Stadtquartier zu stabilisieren. Der Erhalt der ehemaligen Maschinenfabrik und Eisengießerei, die heute als soziokulturelle Einrichtung genutzt wird, soll zusätzlich zur Vitalität und Attraktivität dieses Bereiches beitragen. Projektbeschreibung Unter dem Titel „Kulturfabrik Kalk“ sollen die Gebäude der Wippermannstraße 12 und 12a erhalten werden. Perspektivisch können hier preisgünstige Ateliers, Werkstätten sowie La- ger- und Veranstaltungsflächen realisiert wer- den. In Verbindung mit der Wohnungsbau- entwicklung entlang der Wippermannstraße kann an dieser Stelle auch ein neues sozial gemischtes Wohnquartier in Kalk entstehen. Es wird empfohlen, eine Bedarfsprüfung zur Realisierung verschiedener Wohntypologien sowie neuer Formen des Zusammenlebens durchzuführen und anschließend über ge- eignete Vergabeverfahren (z.B. Konzeptver- gabe) vielfältige und bezahlbare Wohnraum- angebote zu realisieren. Für eine verbesserte Anbindung an den Alten Friedhof südlich des Areals ist zudem eine durchgängige Wege- verbindung zu initiieren. Bedarfsgerechte Wohnraumentwicklung in Kalk Das Projekt zielt darauf ab, das Areal westlich des Rangierbahnhofs durch sozial- gemischten, preisgedämpften Wohnungsbau und Erhalt soziokultureller Einrichtungen zu revitalisieren und zu einem lebendigen Wohn- und Kulturquartier zu transformieren. HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wirtschaft, Kultur und Innovation MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln, Bauträgergesellschaft des Neubauquar- tiers, Kultur Fabrik Kalk ZIELGRUPPE Stadt Köln, Bauträgerschaft des Neubauquartiers, Kulturfabrik Kalk MÖGLICHE PERSPEKTIVE © ZÜRICH( ABB 73) BESTANDS-SITUATION ©STADTLAND IMPULS (ABB 72) 87 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 75 Hunziker Areal-Zürich. Quelle: IBA Wien Abbildung 74 Bestandssiuation Wippermann- Str.. Quelle: stadtland Impuls 2.5 „WOHNRAUMOFFENSIVE: „SOZIALGERECHTER WOHNRAUM KALK“ Ausgangssituation Durch eine Vielzahl von Entwicklungspro- zessen nehmen die Gefahren von Verdrän- gungsprozessen stark zu. Zudem verzeichnet der Stadtteil derzeit ein geringes Maß an Neubaupotenzialen und einen steigenden Abgang an sozial-geförderten Wohnungs- baus, was langfristig zu einer Verdrängung ökonomisch benachteiligter Bevölkerungs- gruppen führen könnte. Zielsetzung Zur Sicherung des Lebensumfelds sind im Rahmen strategischer Überlegungen neue Konzepte zur sozial-gerechten Wohnraum- entwicklung in Betracht zu ziehen. Die Stadt Köln verfügt bereits über Instrumente zum Schutz bestehender sozialer Strukturen. In den weiteren Entwicklungsprozessen gilt es diese Instrumente sowohl bei Neubau- projekten (Kooperative Bauland-Modell) als auch bei Sanierungen des Bestands (Soziale Erhaltungssatzung) aktiv anzuwenden und zu berücksichtigen. Projektbeschreibung Aufgrund des geringen Neubaupotenzials sind neue Lösungen zum Erhalt des bezahl- baren Wohnungsbaus im Bestand zu finden. Im Rahmen einer Wohnraumoffensive kön- nen neue Formen des Zusammenlebens entwickelt und gleichsam durch Umbau im Bestand neue Wohnraumpotenziale er- schlossen werden. Dies kann die Anpassung bestehender Grundrisse, den barrierefreien Umbau sowie Formate wie „Wohnungs- tauschbörsen“ umfassen. Der Einsatz der sozialen Erhaltungssatzung dient hierbei zum Schutz der bestehenden Mieterschaft, um Luxussanierungen zu verhindern. Darüber hinaus können durch die Erschließung mögli- cher Neubauprojekte bestehende Instrumen- te in Kraft treten und somit die sozial-gerech- te Wohnraumentwicklung aktiv fördern. Schutz und Schaffung von bezahlbaren Wohnraum Der Stadtteil Kalk verzeichnet ein geringes Maß an Neubaupotenzialen sowie steigende Mietpreise im Bestand. Durch eine Wohnraumoffensive sollen neue Potenziale erschlossen werden und Lösungen zur Schaffung sozialgerechten Wohnraums gefunden werden. HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wirtschaft, Kultur und Innovation MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln, Wohnungsbaugesellschaften ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils MÖGLICHE PERSPEKTIVE © IBA WIEN( ABB 75) BESTANDS-SITUATION ©STADTLAND IMPULS (ABB 74) 88 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK WEITERE PROJEKTIDEEN Ausgangssituation Im Stadtteil Kalk gibt es eine große Anzahl an suchtkranken und wohnungslose Menschen, was erhebliche Herausforderungen für den Sozialraum mit sich bringt. Zudem ist eine steigende Anzahl an drogenkonsumierenden Jugendlichen zu verzeichnen. Zielsetzung Ziel ist die Entwicklung eines geeigneten Betreuungs- und Beratungsangebotes, das zum einen Betroffenen eine neue Perspek- tive bietet und zum anderen aufklärend und präventiv berät. Zusätzlich soll die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöht werden. Projektbeschreibung Zunächst soll eine Analyse der bestehenden Drogenkonsumräume sowie die Ermittlung neuer, geeigneter Standorte durchgeführt werden. Anschließend sollen an geeigneten Stellen Drogenkonsumräume und Beratungs- stellen errichtet werden, um einen sicheren und hygienischen Ort für Drogenkonsum mit medizinischer Aufsicht zu schaffen. 2.6 VERSORGUNGSKONZEPT UND DROGENPRÄVENTION Ausgangssituation Der Stadtteil Kalk verfügt mit der bestehen- den Sozialraumkoordination bereits über eine feste Instanz im Stadtteil, welche bereits als Schnittstelle zwischen Bürgerschaft und Ver- waltung fungiert. Auch die im Rahmen der vorliegenden ISEK-Vorstudie benannten Pro- jekte und Strategien bedürfen in den nächs- ten Jahren einer entsprechenden Schnittstel- lenkoordination. Zielsetzung Das avisierte Modell dient der Umsetzung und Begleitung von Maßnahmen im Prozess der integrierten Stadtentwicklung vor Ort im Stadtteil Kalk. Aufbauend auf die bisherigen Erfahrungen und Strukturen soll somit ein transparenter Umsetzungsprozess gewähr- leistet werden. Projektbeschreibung Anknüpfend an bereits bestehende Struktu- ren sollen in den nächsten Jahren verschie- dene Projekte und Ideen in Kooperation mit den Bürger*innen entwickelt und realisiert werden. Durch ein Vor-Ort-Büro im Sozial- raum können zudem Anregungen und Anlie- gen der Bürger*innen zentral und kurzfristig behandelt werden, um einen stetigen Aus- tausch mit der Bewohnerschaft zu gewähr- leisten. 2.7 KOORDINATIONSSTELLE KALK HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Mobilität u. Digitalisierung MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Vision e.V., Pavillon e.V. ZIELGRUPPE Suchtkranke und wohnungslose Menschen, Prä- ventionsarbeit für Jugendliche HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wirtschaft, kultur u. Innovation / Mobilität u. Digi- talisierung / Energie, Klima u. Ressourcenschutz MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Sozialraumkoordination ZIELGRUPPE Bewohner*innen des Stadtteils VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 89 Ausgangssituation Köln-Kalk ist ein vergleichsweise junger Stadtteil einem hohen Jugendquotienten. Bezüglich spezifischer Angebote und Ent- wicklungsmöglichkeiten für die junge Ge- neration gibt es jedoch nach wie vor Hand- lungsbedarf. Zielsetzung Ziel ist es, durch geeignete Formate und Stra- tegien Kinder und Jugendliche in Kalk stärker in die avisierten Stadtentwicklungsprozes- se einzubeziehen. Dabei geht es nicht nur darum, die gemeinsame Akzeptanz neuer Projekte zu erhöhen. Über konkrete Teilha- be und aktive Mitgestaltung der Umgestal- tungsprozesse im Stadtraum sollen auch das kreative Potenzial und die Bereitschaft junger Menschen im Stadtteil Verantwortung zu übernehmen, erschlossen werden. Projektbeschreibung Der Aufbau eines Kooperationskonzeptes soll an die bereits bestehende Kinder- und Jugendarbeit anknüpfen und neue Formate der aktiven Teilhabe und Mitgestaltung jun- ger Menschen in Kalk etablieren. Ein solches Konzept geht über die bloße Beteiligung hinaus und soll über Aktionstage und Model- le der Zusammenarbeit die junge Generation zu Projektpartner*innen machen und zu einer Umgestaltung des Stadtteils beitragen. Ausgangssituation Kalk ist ein Standort mit einer hohen Dichte an Kreativen und Kulturschaffenden. Es man- gelt jedoch vielerorts an kreativ nutzbaren Räumen mit niedrigschwelligen Zugängen. Insofern besteht in Kalk ein erheblicher Be- darf an flexibel nutzbaren Räumlichkeiten und Aneignungsflächen. Zielsetzung In Kalk sollen mehr Räume für Künstler*in- nen, junge Menschen und kreatives Arbeiten geschaffen werden bzw. zugänglich gemacht werden. Auch temporär zur Verfügung ge- stellte Räumlichkeiten könnten neue Spiel- räume und Möglichkeiten eröffnen. Projektbeschreibung In Kalk soll ein Vor-Ort-Büro entstehen, das auf der vorhandenen Sozialraumkoordination aufbaut und als sichtbare Anlaufstelle der besseren Vermittlung von Kreativ-Räumen im Sozialraum dient. In Ergänzung dazu soll eine interaktive, digitale Plattform als „Su- che-Biete-Börse“ bestehende Angebote sowie Nachfragen sichtbar machen und zu- sammenbringen (Suche-Biete-Börse). Auch Kooperationen mit Wohnungsbaugesell- schaften im Quartier, die Räume zur Verfü- gung stellen könnten, sind möglich. 2.8 KREATIVRAUMBÖRSE KALK – PLATTFORM FÜR SOZIALE UND KREATIVE RÄUME IM STADTTEIL 2.9 JUNGES KALK – KOOPERATIONSKONZEPT ZUR BESSEREN EINBINDUNG VON KIN- DERN UND JUGENDLICHEN HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wirtschaft, Kultur u. Innovation / Grün u. Aufenthaltsqualität MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln, Vereine / Jugendarbeit und Initiativen ZIELGRUPPE Kinder und Jugendliche des Stadtteils HANDLUNGSFELD Wohnen, Leben und Soziales SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wirtschaft, Kultur u. Innovation MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln in Koop. mit Initiativen, Wohnungsbau- gesellschaften (z.B. GAG) und Gewerbetreibenden ZIELGRUPPE Bewohner*innen des Stadtteils 90 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 3.1 3.2 3.3 3.4 3.6 Projekte- und Maßnahmen 3.1 - Osthof (Hallen Kalk) 3.2 - machwerkhaus plus 3.3 - DOMiD (Hallen Kalk) 3.4 - Kulturhallen Kalk (Hallen Kalk) 3.5 - Integrative Nachwuchsförderung 3.6 - Nachhaltige Gewerbeprofilierung Kalk-Nord PROJEKTÜBERSICHT - NEUE IMPULSE FÜR KALK Abbildung 76 Kartierung der räumlichen Maßnahmen im HF „Wirtschaft, Kultur und Innovation“. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 91 HANDLUNGSFELD - NEUE IMPULSE KALK Neue Arbeitswelt und Innovation im multikulturellen Quartier Das strategische Handlungsfeld „Neue Impulse für Kalk“ umfasst das übergeordnete Ziel eines innovativen und lebendigen Stadtquartiers mit vielfältigen (multi)kulturellen Angeboten und zukunftsfähigen, wirtschaftlichen Perspektiven. Unter Rückgriff auf seine lange Tradition des Stadtteils als leistungsstarker Industrie- und Wirtschaftsstandort und das vorhandene, kreative Milieu sollen neue Möglichkeiten des Arbeitens in der Stadt (Urbane Produktion) in Verbindung mit einer vielfältigen Stadtkultur erschlossen werden. Hieraus ergeben sich fol- gende, spezifische Entwicklungsziele innerhalb des Handlungsfeldes: • Neue s Arbeiten in der Stadt > Urbane Produktion • Etab lierung kreativer Milieus / Förderung von Innovation • Förd erung einer vielfältigen Geschäftsstruktur im Stadtteil • Nebenei nander von Wohnen, Arbeiten und Kultur (nutzungsgemischter „Stadtteil der kurzen Wege“ _ 24/7 lebendiges Quartier) • Neue (Berufs-/Bildungs-)Perspektiven für multikulturelle, vielfältige Gesellschaft • Aufba u lokaler Wertschöpfungsketten Handlungsfeld und Leitziele 92 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Leitprojekt 3.1 - Osthof - Hallen Kalk Gemeinwohlorientierte Projektentwicklung Leitprojekt 3.2 - machwerkhaus + Innovativer Standort für Produktion und Design 3.3 - DOMiD Haus der Einwanderungsgesellschaft 3.4 - Kulturhallen Kalk Re-Aktivierung von Industriebrachen 3.5 Nachhaltige Gewerbeflächenprofilierung Weiterentwicklung monofunktionaler Gewerbeflächen PERSPEKTIVE - NEUE IMPULSE FÜR KALK Neue Arbeitswelt und Innovation im multikulturellen Quartier Abbildung 77 Isometrie mit der Verortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 93 Leitprojekt 3.1 - Osthof - Hallen Kalk Gemeinwohlorientierte Projektentwicklung Leitprojekt 3.2 - machwerkhaus + Innovativer Standort für Produktion und Design 3.3 - DOMiD Haus der Einwanderungsgesellschaft 3.4 - Kulturhallen Kalk Re-Aktivierung von Industriebrachen 3.5 Nachhaltige Gewerbeflächenprofilierung Weiterentwicklung monofunktionaler Gewerbeflächen Abbildung 77 Isometrie mit der Verortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls 94 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 3.1 OSTHOF - HALLEN KALK Ausgangssituation Der Osthof der Hallen Kalk mit seiner histo- rischen und standortprägenden Gebäude- substanz weist derzeit einen hohen Sanie- rungsstau mit akutem Handlungsbedarf auf. Gleichzeitig zeichnet sich dieser Bereich durch seine bestehende Akteurs- und Initia- tiven-Landschaft rund um die Verantwor- tungsgemeinschaft Osthof (VGO) aus, die bereits heute vielfältige, kulturelle und frei- zeitbezogene Angebote am Standort organi- siert. Im Sommer 2024 wurde der Osthof in einer ersten Pilotphase durch verschiedenen Veranstaltungsangebote aktiviert. Zielsetzung Ziel der Entwicklung ist die Instandsetzung des vorhandenen Gebäudekomplexes in Verbindung mit einer gemeinwohlorien- tierten Standortentwicklung. In den Hallen- strukturen sollen neue Formen kultureller Angebote geschaffen werden, die innovative Impulse und vielfältige Anknüpfungspunkte für ein lebendiges Stadtquartier liefern. Die Profilierung der neuen Nutzungen bietet die Chance, über alternative Trägermodelle gemeinnützige und solidarische, öffentli- che Angebote mit besonderer Strahlkraft zu realisieren, die in dieser Form einmalig für die Stadt Köln sind. Projektbeschreibung Aufbauend auf die im Sommer/Herbst 2024 geplanten kurzfristigen Aktivierungsmaß- nahmen (Zwischennutzungen und Interven- tionen) sollen langfristige Maßnahmen zur Etablierung eines vielfältigen, gemeinwohl- orientierten Kultur- und Freizeitstandortes realisiert werden. Die Entwicklungen sollen neben der Öffnung, Instandsetzung und nachhaltigen Reaktivierung des Gebäude- komplexes auch einen besonderen Impuls für die Umfeldentwicklung vorsehen. Somit ist der Osthof als zentraler Entwicklungs- baustein in das zukunftsorientierte Gesamt- konzept der Hallen Kalk eingebettet. Hierbei ist eine aktive Einbindung der vielfältigen Nutzer*innengruppen, Initiativen und Öffent- lichkeit unerlässlich, um das kreative Poten- zial und die Verantwortung möglichst vieler Akteur*innen zu erschließen. Gleiches gilt für die Aktivierung und Belebung des Osthofes durch Pioniernutzungen unter Berücksichti- gung besonderer Gemeinwohlkriterien zur Erprobung und Sicherung einer langfristigen Ausrichtung der Projekte. Hierzu gehören nach derzeitigem Planungsstand unter ande- rem die folgenden Nutzungsbausteine: • Selb storganisiertes Quartierszentrum • Kult urhof e.V. • Krea tionszentrum zeitgenössischer Zirkus • Handw erks- und Werkstatthof • Inklu sives Atelier und Kunsthaus Kalk • Quart iershalle Der Osthof der Hallen Kalk ist durch seine bereits bestehende, vielfältige Initiativen- Landschaft und seine besondere Entwicklungsdynamik ein wichtiger impulsgebender Baustein des Gesamtkomplexes der Hallen Kalk mit besonderer Strahlkraft. Hier bietet sich die Möglichkeit, einen wichtigen Baustein gemeinwohlorientierter Stadtentwicklung zu realisieren und damit nachhaltig zu einer qualitätsvollen und lebendigen Entwicklung des Sozialraums Kalk beizutragen. Im Jahr 2024 startete eine erste Pilotphase zur Öffnung des Osthofs inform von temporären Veranstaltungsangeboten. Gemeinwohlorientierte Projektentwicklung in Kalk HANDLUNGSFELD Wirtschaft, Kultur und Innovation SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Grün und Freiraum / Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Moderne Stadt (Projektmanagement) und ggf. Belius i.A. Stadt Köln , VGO als Träger*in Osthof, DOMID als Träger*in der Halle 70, Abenteuerhalle Kalk sowie weitere Initiativen (z.B. Pflanzstelle) ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils und der Stadt Köln VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 95 Osthof DOMiD FreilufthalleKulturhallen Kalker Stadtgarten Bürgerhaus Breuer-Park Kleiner Breuer-Park Kalker Höfe Klimaquartier FASSADENBEGRÜNUNG P H O T O V O L T A I K DAC H B EG R U N U N G R E T E N T I O N Kalker Hauptstraße Abbildung 81 Alte Spinnerei Leipzig. Quelle: Spinnerei.de Abbildung 80 Uferhalle e.V. Berlin. Uferhallen- ev.de Abbildung 79 Bestands-Situation Osthof Hallen Kalk. Quelle: stadtland Impuls Abbildung 78 Bestands-Situation Osthof Hallen Kalk. Quelle: stadtland Impuls LEITPROJEKT MÖGLICHE PERSPEKTIVE © BERLIN ( ABB 80) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © LEIPZIG ( ABB 81) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 78) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 79) Abbildung 82 Isometrische Darstellung des Projektbausteins „Osthof Kalk“. Quelle: stadtland Impuls 96 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Ausgangssituation Derzeit wird der ehemalige Technikhof Kalk zu einem Zentrum für Design und urbane Produktion transformiert. Gemeinsam mit Kölner Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirt- schaft und Gesellschaft wurde unter dem Titel „machwerkhaus“ ein innovatives Nut- zungskonzept für den Bestandsbau entwi- ckelt. Zielsetzung Zielsetzung des machwerkhaus Köln ist es, als zukunftsorientiertes Impulsprojekt den Aufbau und die Skalierung eines lebendigen Ökosystems zur Vernetzung von Kreativwirt- schaft, Handwerk, Technologie und Handel zu realisieren. Das machwerkhaus soll als Motor nachhaltiger Stadtentwicklung fungie- ren und gleichzeitig innovative wie zirkuläre Wertschöpfungsprozesse im Quartier för- dern. Darüber hinaus wird unter dem Titel „machwerkhaus plus“ die Entwicklung der angrenzenden Gewerbeflächen mit einem besonderen Fokus auf inklusive (Weiter-) Bildungsarbeit sowie betreuten Wohnen für behinderte Menschen angestrebt. Projektbeschreibung Mit dem machwerkhaus soll ein impulsge- bendes Zentrum für „urbane Produktion“ im Stadtteil Kalk entstehen. Zu fairen und flexiblen Mietkonditionen sollen vielfältige Räume und Möglichkeiten zur Entwicklung, Fertigung, Konfektionierung, Präsentation sowie zum Vertrieb von nachhaltigen Pro- dukten und Dienstleistungen angeboten werden. Der Nutzungsschwerpunkt liegt da- mit auf Manufakturen, Handwerksbetrieben, Design-Labs sowie innovativen Klein- und Kleinstunternehmen der Kreislaufwirtschaft. Besucher*innen des Standorts erhalten transparenten Einblick in Produktionsverfah- ren. Langfristig sollen auch Clubnutzungen, eine Markthalle sowie weitere multifunktio- nale Räumlichkeiten nach einem 24/7 Modell ihren Platz finden. Das Projekt steht in einem engen synergeti- schen Zusammenhang mit seiner näheren, räumlichen Umgebung, woraus sich zukünf- tig zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. So ist die berufliche Förderung von Migrant*innen in Zusammenarbeit mit dem DOMiD e.V. geplant und in Kooperation mit benachbarten Nutzungen (Bildungscampus, Hallen Kalk) sind weitere gemeinwohlorien- tierte (Bildungs-)Angebote vorstellbar. 3.2 MACHWERKHAUS + Das machwerkhaus Köln ist eine im Aufbau befindliche innovative Standortentwicklung im Nordosten Kalks. Auf dem Gelände des ehemaligen Technikhofs soll ein innovatives Zentrum für Design und urbane Produktion entstehen, das langfristig wichtige Impulse im Kreativquartier Kalk liefern kann. In Nachbarschaft zu den Hallen Kalk und der sich angrenzend dazu entwickelnden Bildungslandschaft entstehen vielfältige Synergien, die den Stadtteil Kalk nachhaltig stärken. Innovativer Standort für Produktion und Design HANDLUNGSFELD Wirtschaft, Kultur und Innovation SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Grün und Freiraum / Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Die Zusammenarbeit mit Initiativen aus dem Vee- del – insbesondere rund um die Entwicklung der Hallen Kalk – ist ausdrücklich erwünscht. machwerkhaus köln GmbH in Kooperation mit Initiativen und Einrichtungen des Stadtteils, Vertre- tern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Kultur ZIELGRUPPE Kreativwirtschaft, Handwerker, Kreislaufwirtschaft, StartUps, Stadtgesellschaft, Jugend VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 97 Abbildung 84 Bestandsituation machwerkhaus. Quelle: stadtland Impuls Abbildung 83 Bestandsituation machwerkhaus. Quelle: stadtland Impuls LEITPROJEKT BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 83) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 84) Abbildung 85 Konzeptskizze machwerkhaus Köln. Quelle: machwerkhaus Köln gmbH 98 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK WEITERE PROJEKTIDEEN Ausgangssituation Kalk steht als Mikrokosmos stellvertretend für die bundesweite Migrationsgesellschaft. Auf dem ehemaligen Werksgelände der Klöckner-Humboldt-Deutz AG soll bis 2029 das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschlad (DOMiD) entstehen. Die ehemaligen Industriehallen waren wie der Stadtteil Kalk im Laufe ihrer Geschichte stets von Migration geprägt. Zielsetzung Als Kultur- und Begegnungsstätte möchte das „Haus der Einwanderungsgesellschaft“ mit den Menschen des Veedels zusammen- arbeiten, um gemeinsam Kalk als Ort für Kultur und Begegnung wachsen zu lassen. Ziel des Projekts ist die Förderung der Teil- habe und die Vermittlung von Inhalten der Migrationsgeschichte. Projektbeschreibung Das DOMiD stellt ein wichtiges Impulspro- jekt für den Stadtteil Kalk dar. Im Zuge des Projektes wird die Sanierung und der Umbau der Halle 70 angestrebt sowie die langfristi- ge bauliche Trennung der Hallen 70 und 71. Neben der Museumsnutzung sollen offene Räume für Workshops angeboten werden, die für den Stadtteil geöffnet sind und neben verschiedenen Dauer- und Wechselausstel- lungen wichtige Impulse geben sollen. 3.3 DOMID (HALLEN KALK) 3.4 KULT URHALLEN KALK Ausgangssituation Die Gebäudestrukturen westlich des Haupt- komplexes der Hallen Kalk weisen einen hohen Sanierungsstau und entsprechenden Handlungsbedarf auf. Derzeit stehen die unter dem Namen „Kulturhallen Kalk“ laufen- den Gebäude leer. Zielsetzung Ziel ist die Re-Aktivierung sowie Re-Vitalisie- rung des Hallenkomplexes in Kooperation mit bestehenden sowie möglichen Nut- zer*innen. Durch verschiedene Aktivierungs- maßnahmen und Pilotprojekte sollen lang- fristige Nutzungen der derzeit leerstehenden und stark sanierungsbedürftigen Gebäude- strukturen initiiert werden. Projektbeschreibung Im Rahmen einer Sanierung und Re-Vitalisie- rung der Kulturhallen soll neben der Schaf- fung von gemeinwohlorientierten, kulturellen Angeboten mit besonderer Strahlkraft ein langfristig tragfähiges Nutzungskonzept erstellt und profiliert werden. Hierbei könn- ten auch alternative Nutzungsszenarien wie alternative Wohnmodelle oder Freiraumnut- zungen geprüft werden. Eine gemeinsame Entwicklung und synergetische Verknüpfung mit dem nördlich gelegenen Ottmar-Pohl- Platz ist dabei vorstellbar. HANDLUNGSFELD Wirtschaft, Kultur und Innovation SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Grün und Aufenthaltsqualität MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln und Initiativen im Stadtteil ZIELGRUPPE Bürger*innen und Besucher*innen der Stadt Köln HANDLUNGSFELD Wirtschaft, Kultur und Innovation SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Grün und Aufenthaltsqualität MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln und Initiativen im Stadtteil ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils und der Stadt Köln VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 99 Ausgangssituation Der Stadtteil Kalk zeichnet sich durch eine vielfältige, sozial gemischte Sozialstruktur mit besonderen Herausforderungen und Chancen aus. Derzeit ist die Arbeitslosig- keit in Kalk vergleichsweise hoch, und der Bildungsabschluss im Durchschnitt niedriger als in anderen Stadtteilen. Gleichzeitig ist der Sozialraum Kalk auch durch einen hohen Ju- gendquotienten geprägt, der ein besonderes Potenzial an jungen Fachkräften darstellt. Zielsetzung Vor dem Hintergrund der beschriebenen Ausgangslage sollen verschiedene Akteur*in- nen im Bereich Bildung und Jugendarbeit besser miteinander vernetzt werden. Ziel ist es, das Bildungsangebot und die Bildungs- abschlüsse zu verbessern, und dadurch die Arbeitslosenquote zu senken. Projektbeschreibung Eine bessere Verknüpfung und Neuaus- richtung bestehender Beratungsangebote und -initiativen soll Basis einer integrativen Nachwuchsförderung im Stadtteil sein. Hier- zu gehört auch die Unterstützung von Pro- jekten, die einen verbesserten Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen. Auch sollen durch die Einrichtung von Beratungsangeboten an Schulen sowie über Projekttage und die Ein- bindung von Schüler*innen in innovations- und berufsfördernde Konzepte und Standor- te mögliche Perspektiven aufgezeigt werden. 3.5 INTEGRATIVE NACHWUCHSFÖRDERUNG 3.6 NACHHALTIGE GEWERBEFLÄCHENPROFILIERUNG KALK NORD Ausgangssituation Das Gewerbegebiet „Wipperfürther-Straße / Kalk-Nord“ ist derzeit vor allem durch eine monofunktionale Nutzungsstruktur und in- effiziente Flächenauslastung charakterisiert. Im Zuge der Stadtstrategie „Kölner Perspek- tiven“ wurde das Gebiet für eine gezielte, inhaltliche Neu-Profilierung und räumliche Nachverdichtung vorgeschlagen. Zielsetzung Ziel des Projektes ist die zukunftsorientierte Neuausrichtung des bestehenden Gewerbe- gebietes. Neben der qualitativen und funktio- nalen Aufwertung vorhandener Nutzungen und Strukturen, geht es dabei v.a. um eine effizientere Auslastung der zur Verfügung stehenden Flächen und Ressourcen. Projektbeschreibung Das Projekt sieht vor, das Gewerbegebiet durch eine intelligente und nachhaltige Ge- staltung neu zu profilieren. Multicodierte, vertikale Strukturen sollen dabei helfen, die Flächeneffizienz zu erhöhen sowie kluge Lo- gistik- und Erschließungskonzepte sowie Frei- räume im Bestand zu ermöglichen. Durch die Schaffung neuer Wege soll die Vernetzung mit der Umgebung verbessert werden. Qua- litätsvolle Aufenthaltsflächen und moderne Arbeitswelten sollen den Gewerbebereich aufwerten und positive Impulse setzen. HANDLUNGSFELD Wirtschaft, Kultur und Innovation SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE machwerkhaus Köln, VGO Osthof, Pavillon e.V. ZIELGRUPPE Jugendliche, Schulabgänger*innen und Familien HANDLUNGSFELD Wirtschaft, Kultur und Innovation SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Gewerbetreibende, Wirtschaftsförderung ZIELGRUPPE Gewerbetreibende im Stadtteil und der Stadt Köln 100 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 4.1 4.3 4.2 4.3 Abbildung 86 Kartierung der räumlichen Maßnahmen im HF „Mobilität und Digitalisierung“. Quelle: stadtland Impuls Projekte und Maßnahmen 4.1 - Kalker Hauptstraße 4.2 - Barrierefreies Kalk - Integriertes Wegekonzept 4.3 - Entwicklung und Ertüchtigung von Mobilitäts-Hubs 4.4 - Parkraumkonzept Kalk PROJEKTÜBERSICHT - KALK NEU VERKNÜPFT VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 101 HANDLUNGSFELD - KALK NEU VERKNÜPFT Klimaneutrales, multimodales Mobilitätssystem der Zukunft Das strategische Handlungsfeld „Kalk neu verknüpft“ umfasst das übergeordnete Ziel eines nachhaltig mobilen Stadtteils mit zukunftsfähigen, klimaneutralen und öffentlich nutzbaren Verkehrsangeboten für alle Menschen. Der Sozialraum Kalk soll sich auf Basis eines integ- rierten Mobilitätskonzeptes vom heute nahezu ausschließlich auf den MIV zugeschnittenen Durchfahrtsort zum multimodal angebundenen und verknüpften Stadtraum mit Aufenthalts- qualität entwickeln, in dem die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer auf Augenhöhe einan- der gleichberechtigt begegnen. Hieraus ergeben sich folgende, spezifische Entwicklungsziele innerhalb des Handlungsfeldes: • Etab lierung eines intermodalen, klimaneutralen Mobilitätskonzeptes • inte griertes, barrierefreies Konzept für alle Verkehrsteilnehmer „auf Augenhöhe“ • MIV: Bündelung ruhender Verkehr, Entschleunigung, Ausbau E-Mobilität • von de r Durchfahrtsstraße zum Stadtraum mit Aufenthaltsqualität für die Bewoh- ner*innen vor Ort („menschlicher Maßstab“) • Ausb au/Priorisierung von Fußgänger-/Fahrrad-Angeboten (Radschnellwege, mehr Platz für das Fahrrad) • Verbe sserung ÖPNV-Anbindung (insbes. im Kölner Norden) • „15- Minuten-Stadt“ für alle Handlungsfeld und Leitziele 102 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Leitprojekt 4.1 Stadtraum Kalker Hauptstraße Weiterentwicklung zum qualitätsvollen Stadtraum 4.2 - Entwicklung und Ertüchtigung von Mobilitäts-Hubs Förderung von qualitätsvollen und vielfältigen Mobilitätsangeboten PERSPEKTIVE - KALK NEU VERKNÜPFT Klimaneutrales, multimodales Mobilitätssystem der Zukunft Abbildung 87 Isometrie mit der Verortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 103 Leitprojekt 4.1 Stadtraum Kalker Hauptstraße Weiterentwicklung zum qualitätsvollen Stadtraum 4.2 - Entwicklung und Ertüchtigung von Mobilitäts-Hubs Förderung von qualitätsvollen und vielfältigen Mobilitätsangeboten PERSPEKTIVE - KALK NEU VERKNÜPFT Abbildung 87 Isometrie mit der Verortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls 104 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Ausgangssituation Die Kalker Hauptstraße ist die zentrale Ver- kehrsachse im Stadtteil und durch Pkw, Fahrräder, Fußgänger*innen und Gewerbe stark frequentiert. Durch die fehlende Auf- enthaltsqualität und das geringe Grün ist die Kalker Hauptstraße kein qualitätsvoller Stra- ßen- bzw. Stadtraum für die Anwohner*innen des Quartiers. Zudem besteht eine hohe Konkurrenz zwischen den Verkehrsteilneh- menden, wobei Fußgänger*innen und Fahr- radfahrer*innen oft benachteiligt sind. Zielsetzung des Projekts Ziel ist es, die Kalker Hauptstraße vom mo- nofunktionalen Straßenraum zum vielfältig nutzbaren Stadtraum umzugestalten, in- dem neue Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden. Außerdem sollen Maßnahmen zur Begrünung und Klimawandelanpassung im Stadtraum umgesetzt werden. Projektbeschreibung Durch eine Neugestaltung des Straßenquer- schnitts und die Integration neuer Freiraum- und Grünstrukturen sollen entlang der Kalker Hauptstraße neue Aufenthaltsqualitäten für die Bewohner*innen vor Ort geschaffen wer- den. Im Ergebnis soll mehr Bewegungsraum und Sicherheit für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen entstehen, inklusive aus- reichend breiter Radwege in beide Richtun- gen. Vorhandene kleinere wie größere Plätze links und rechts der Kalker Hauptstraße sollen besser in den Straßenraum integriert werden, um einen zusammenhängenden und hochwertigen Stadtraum hoher Auf- enthaltsqualität zu schaffen (z. B. Platz Kalk Post). Durch die Bündelung von Parkplätzen an geeigneter Stelle (Verlagerung in Park- häuser/Quartiersgaragen) kann der ruhende Verkehr im Straßenraum reduziert werden. Auch soll geprüft werden, ob die Umwand- lung der Kalker Hauptstraße in eine Einbahn- straße eine sinnvolle Lösung ist, um den Verkehrsfluss zu optimieren, die Sicherheit zu erhöhen und zusätzlichen Freiraum für Auf- enthaltsflächen zu gewinnen. Eine Zonierung der Kalker Hauptstraße in unterschiedliche Bereiche soll dabei helfen, je nach Abschnitt verschiedene Nutzungen und Bedürfnisse besser zu koordinieren und diesen besser gerecht zu werden. Nicht zuletzt sollen durch neue Synergien und Kooperationen im öf- fentlichen Raum geeignete Lösungen für Nutzer*innen-Konflikte gefunden werden wie z.B. innovative Konzepte der Gastronomie und des Einzelhandels im Straßenraum, ohne Bewegungs- und Aufenthaltsräume einzu- schränken. 4.1 STADTRAUM KALKER HAUPTSTRASSE Das Projekt zielt darauf ab, die Kalker Hauptstraße vom monofunktionalen Straßenraum zum vielfältig nutzbaren Stadtraum im Quartier umzugestalten. Dort wo sich bislang in erster Linie Autos bevorzugt durch den Stadtteil bewegen, sollen neue Aufenthaltsqualitäten auch für Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen geschaffen, Grünstrukturen integriert und Maßnahmen zur Klimawandelanpassung umgesetzt werden. Weiterentwicklung zum qualitätsvollen Stadtraum HANDLUNGSFELD Mobilität und Digitalisierung SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Grün und Aufenthaltsqualität / Energie, Klima und Ressourcenschutz MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln und lokale Initiativen ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 105 Kalker Hauptstraße Kalker Stadtgarten Bürgerhaus Breuer-Park Kleiner Breuer-Park Kalker Höfe Klimaquartier FASSADENBEGRÜNUNG P H O T O V O L T A I K DAC H B EG R U N U N G R E T E N T I O N Osthof DOMiD FreilufthalleKulturhallen Abbildung 90 Beispielhafte Umsetzungen des Masterplan Gehen Wien. Quelle: Stadt Wien Abbildung 91 Straßenraum in Kopenhagen. Quelle: Zukunft-Mobilität.net Abbildung 89 Bestandssituation Kalker Haup- straße Quelle: stadtland ImpulsAbbildung 88 Bestandssituation Kalker Haup- straße Quelle: stadtland Impuls LEITPROJEKT MÖGLICHE PERSPEKTIVE © WIEN ( ABB 90) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © KOPENHAGEN ( ABB 91) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 88) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 89) Abbildung 92 Isometrische Darstellung des Projektbausteins „Kalker Hauptstraße“ Quelle: stadtland Impuls 106 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 93 Bestandssituation Kalker Hauptstraße. Quelle: stadtland Impuls Abbildung 94 Projektraum Masterplan Gehen Wien. Quelle: Stadt Wien 4.2 BARRIEREFREIES KALK Integriertes Wegekonzept Ausgangssituation Im Stadtteil Kalk bestehen viele unsichere und schlechte Wegestrukturen, Fußgän- gerwege sind oft zu schmal und nicht bar- rierefrei. Auch viele andere Bereiche des öffentlichen Raums benachteiligen mobili- tätseingeschränkten Personengruppen. Hier- zu gehören beispielsweise öffentliche Plätze mit Höhenversprüngen, Haltestellen oder schwer zugängliche Innenhöfe der gründer- zeitlichen Blockstrukturen. Zielsetzung Aufgabe des Projektes ist es, Kalk vollstän- dig barrierefrei zu gestalten. Ziele sind eine durchgängige niveaugleiche Zugänglichkeit, Sicherheit und Aufenthaltsqualität des öf- fentlichen Raums für alle Personengruppen im Stadtteil. Ein stadtteilweites barrierefreies Wegekonzept soll dafür sorgen, dass alle wichtigen, öffentlichen Bereiche und Ange- bote des Stadtteils von allen Menschen un- abhängig von individuellen Beeinträchtigun- gen auf einfache Weise erreicht und genutzt werden können. Projektbeschreibung Das Projekt beschreibt ein integriertes Ge- samtkonzept für ein barrierefreies Kalk. Ein zusammenhängendes, sicheres und quali- tätsvolles Wegenetz durch den Stadtteil Kalk soll dazu beitragen, dass alle Menschen im Quartier sich überall frei bewegen und vor- handene Freiraumangebote ungehindert nutzen können. Hierbei sollen taktile Leitkon- zepte stärker gefördert und die im Zuge des Fußverkehrs-Checks gewonnenen Erkennt- nisse im Rahmen der Konzeption genutzt werden. Das Projekt kann dabei auf dem be- stehenden Konzept für Leitsysteme der Stadt Köln aufbauen. Das Projekt zielt darauf ab, den Stadtteil Kalk vollständig barrierefrei zu gestalten. Ziel ist ein integriertes Gesamtkonzept, das insbesondere allen Personengruppen mit und ohne Einschränkungen sichere, zugängliche und qualitätsvolle Wegestrukturen und Aufenthaltsflächen überall im Sozialraum zur Verfügung stellt. HANDLUNGSFELD Mobilität und Digitalisierung SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Grün und Aufenthaltsqualität MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Behindertenbeauftragten, Arbeitskreis barrierefrei- es Köln, Interkulturelles Zentrum, Diakonie ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils und angrenzender Stadtteile BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 93) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © STADT WIEN (94) VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 107 WEITERE PROJEKTIDEEN Ausgangssituation Das bestehende ÖPNV-Netz in Kalk ist der- zeit stark nachgefragt, weist jedoch teilweise nur eine geringe Taktung auf. Darüber hinaus dominiert der MIV nachwievor stark den Stra- ßenraum. Sharing-Angebote sowie E-Lade- stationen sind nur vereinzelt vorzufinden. Zielsetzung Ziel ist es, qualitätsvolle und vielfältige Mo- bilitätsangebote im Stadtteil sicherzustellen. Durch eine bessere Verknüpfung und Syn- chronisation verschiedener klimaneutraler Mobilitätsformen sowie eine Verbesserung der Angebotsvielfalt soll der ÖV gesteigert werden. Neue und weiterqualifizierte Mobili- tätsknoten sollen Mobilitätsangebote besser miteinander verknüpfen und die Umsteige- situationen verbessern. Projektbeschreibung Das Projekt umfasst die Errichtung neuer und Ertüchtigung bestehender Mobilitätshubs. Eine bessere Kombination und Verknüpfung von klimaneutralen Mobilitätsformen soll an wichtigen Knotenpunkten Umsteigesi- tuationen verbessern. Im Zuge dessen sind alternative Mobilitätsangebote zu prüfen. Durch die Bündelung des ruhenden Verkehrs besteht die Möglichkeit, neue Freiräume zu schaffen. Ein mögliches Einstiegsprojekt könnte das Parkhaus an der Dillenburger Straße darstellen. 4.3 ENTWICKLUNG UND ERTÜCHTIGUNG VON MOBILITÄTS-HUBS 4.4 PARK RAUMKONZEPT KALK Ausgangssituation Der Straßenraum in Köln-Kalk wird nicht nur durch den fahrenden, motorisierten Individu- alverkehr (MIV) geprägt. Gerade der ruhende Verkehr prägt vielerorts den öffentlichen Raum und reduziert nutzbaren Freiraum im Quartier. Zielsetzung Ziel des Parkraumkonzepts für Kalk ist es, über eine integrierte Gesamtstrategie der Parkraumbewirtschaftung eine Entlastung und Aufwertung des Straßenraums zu errei- chen. Durch Bündelung des ruhenden Ver- kehrs sollen gemeinsam mit einer besseren Auslastung bestehender Parkhäuser neue Freiräume gewonnen und eine Attraktivie- rung des öffentlichen Raums erzielt werden. Projektbeschreibung Ein integriertes Parkraumkonzept soll in meh- reren Schritten vollzogen werden. Zunächst soll eine Parkraumerhebung durchgeführt werden, um vorhandene Handlungsbedarfe und Potenziale herauszuarbeiten. In einem nächsten Schritt soll ein Gesamtkonzept er- arbeitet werden, das durch ein digitales Park- leitsystem zusätzlich gestützt wird. Durch die Schaffung von Quartiersgaragen können gebündelte Alternativen geschaffen werden. Zudem sind Möglichkeiten für eine bessere Auslastung von Tiefgaragen zu prüfen. HANDLUNGSFELD Mobilität und Digitalisierung SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Grün und Aufenthaltsqualität, Energie, Klima u. Ressourcenschutz MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Verkehrsbetriebe (KVB), Stadt Köln (Amt für nach- haltige Mobilitätsentwicklung), Bündnis Verkehrs- wende Kalk, Bundesverband Parken e.V. ZIELGRUPPE Bürger*innen und Besucher*innen der Stadt Köln HANDLUNGSFELD Mobilität und Digitalisierung SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln, Bundesverband Parken e.V., Wohnungs- baugesellschaften ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils 108 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 5.1 5.2 Maßnahmen und Projektübersicht 5.1 - Pilotquartier „Klimaschutz“ 5.2 - Regenwassermanagement 5.3 - Photovoltaik-Offensive Kalk 5.4 - Hof- und Fassadenprogramm PROJEKTÜBERSICHT - KLIMAKLUGES KALK Abbildung 95 Kartierung der räumlichen Maßnahmen im HF „Energie, Klima und Ressourcenschutz“ VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 109 HANDLUNGSFELD - KLIMAKLUGES KALK Klimaresilientes Energie- u. Ressourcensystem auf Stadtteilebene Das strategische Handlungsfeld „Klimakluges Kalk“ umfasst das übergeordnete Ziel eines klimaneutralen, energie- und ressourcenklugen Stadtteils der Zukunft. Der Sozial- raum Kalk soll zum Modellraum für Klimawandelanpassung sowie regeneratives und kreis- lauforientiertes Handeln in hochverdichteten Stadträumen werden. Hieraus ergeben sich folgende, spezifische Entwicklungsziele innerhalb des Handlungsfeldes, die als Querschnitts- themen gleichzeitig wichtige Schnittstellen und enge Bezüge zu anderen Handlungsfeldern abbilden: • Anal yse und Umsetzung von Energie- und Ressourceneinsparpotenzialen • Etab lierung eines lokalen Energiemangements & Ausbau erneuerbarer Energien • Ersc hließung CO2-Einsparpotenziale /wirksame Klimaschutzmaßnahmen in allen Berei- chen (Energie, Mobilität, Bauen…) • Durch führung von Maßnahmen der Klimawandelanpassung (z.B. Begrünung, Regen- wassermanagement, Retention) • Etab lierung von Ressourcen- und Wertschöpfungskreisläufen • Init iierung von (Impuls)Projekten mit sichtbaren Mehrwerten • „Sma rt City“ – der energie- und ressourcenkluge Stadtteil Handlungsfeld und Leitziele 110 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Leitprojekt 5.1 - Pilotquartier „Klimaschutz“ Klimafolgeanpassung im Bestand 5.2 - Regenwassermanagement Kluger Umgang mit Ressourcen am Beispiel Peter-Stühlen-Straße PERSPEKTIVE - KLIMAKLUGES KALK Klimaresilientes Energie- und Ressourcensystem auf Stadtteilebene Abbildung 96 Isometrische Darstellung der Handlungsräume. Quelle: stadtland Impuls VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 111 Leitprojekt 5.1 - Pilotquartier „Klimaschutz“ Klimafolgeanpassung im Bestand 5.2 - Regenwassermanagement Kluger Umgang mit Ressourcen am Beispiel Peter-Stühlen-Straße PERSPEKTIVE - KLIMAKLUGES KALK 112 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 5.1 PILOTQUARTIER „KLIMASCHUTZ“ Ausgangssituation Kalk hat einen sehr hohen Versiegelungs- grad, der sich sowohl auf Verkehrs- als auch auf Siedlungsflächen verteilt. Zudem be- steht insbesondere im Norden des Stadtteils eine hohe Anzahl an Bestandsbauten mit überwiegender Wohnnutzung und teilweise hohem energetischen Sanierungsstau. Zielsetzung Ziel des Projekts ist die Realisierung eines Modellquartiers mit ganzheitlichem Klima- konzept. Dabei sollen einerseits auf Quar- tiersebene neue Wärmenetze und Flächen für die Energieerzeugung erschlossen wer- den. Andererseits geht es darum, geeignete Maßnahmen der Klimawandelanpassung im Stadtteil zu realisieren. Projektbeschreibung Im Zuge des Projekts soll ein geeignetes Be- standsgebiet als Modellquartier (z. B. in Ko- operation mit Wohnungsbaugesellschaften) ausgewählt werden. Dabei soll die heutige energetische Versorgung im Stadtteil (Über- sicht zu BHKW und Potenziale für Wärme- pumpen) hinsichtlich ihrer Potenziale und Handlungsbedarfe analysiert und ein inte- griertes erneuerbares Energie- und Klima- konzept für das Quartier erarbeitet werden. Geeignete Maßnahmen wären hierbei z. B.: • Nutz ung von Abwärme aus Abwasser • Ersc hließung und Durchführung geeigne- ter Begrünungsmaßnahmen • Gest altung der Hausfassaden als aktive Elemente im Straßenraum (z. B. mit integ- rierten Sitzgelegenheiten und Begrünung) Parallel dazu sollen geeignete Maßnahmen und Strategien der Klimawandelanpassung auf Quartiersebene analysiert und konkreti- siert werden. Hierzu gehören beispielsweise: • Rete ntionsmaßnahmen zur Kompensa- tion von Starkregenereignissen • Fass aden- und Dachbegrünungen oder Baumpflanzungen, um „Hitzeinsel“-Effek- ten entgegen zu wirken Zudem sollen niederschwellige Kommu- nikationsmedien verwendet werden, um unterschiedliche Zielgruppen im Quartier zu erreichen und zu beteiligen. Hierbei soll auch eine Klimasimulation miteinbezogen werden. • Aufbau eines Leitfadens zur „Klimafolge- anpassung“ als weiterführendes Konzept: • Entw icklung eines „Baukastens“ für Klima- maßnahmen • Moni toring und Begleitung sowie Anpas- sungen während der Pilotphase • Bild ungsangebote – Suffizienz • Gemein same(s) Aktionen / „Mitmachen“ • Entw icklung und Aufzeigen von konkre- ten, standortgerechten Maßnahmen zur Klima-Optimierung von Gebäuden • Poten zialanalyse für Flächen(entsiege- lung) • Vor- Ort-Büro als Anlaufstelle zur Informa- tion und Beratung Das Projekt zielt darauf ab, im Sozialraum Kalk ein Klima-Pilotquartier zu realisieren, in dem neue Maßnahmen und Strategien der Kombination von Klimaschutz (Energetische Sanierung, Erneuerbare Energien) und Klimawandelanpassung (Retentionsmaßnahmen, schattenspendende Baumpflanzungen etc.) im Sinne eines integrierten Gesamtkonzeptes erprobt und umgesetzt werden. Klimafolgeanpassung im Bestand HANDLUNGSFELD Energie, Klima und Ressourcenschutz SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Grün und Aufenthaltsqualität MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln, Wohnungsbaugesellschaften (z.B. GAG), RheinEnergie, heutestadtmorgen – Klimage- nossenschaft Köln e.G. ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils bzw. des Pilotquartiers VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 113 Ü FASSADENBEGRÜNUNG P H O T O V O L T A I K DAC H B EG R U N U N G R E T E N T I O N Kalker Stadtgarten Bürgerhaus Breuer-Park Kleiner Breuer-Park Kalker Höfe Osthof DOMiD FreilufthalleKulturhallen Kalker Hauptstraße Klimaquartier Abbildung 100 Ökologische Quartier Malmö (Schweden). Quelle: Aline Lessnerin dbzAbbildung 99 Klimaquartier „Prinz-Eugen- Quartier“ in München. Quelle: Stadt München Abbildung 98Bestandssituation Kalk-Nord Quelle: stadtland ImpulsAbbildung 97Bestandssituation Kalk-Nord Quelle: stadtland Impuls LEITPROJEKT MÖGLICHE PERSPEKTIVE © MÜNCHEN ( ABB 99) MÖGLICHE PERSPEKTIVE © MALMÖ ( ABB 100) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 97) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 98) Abbildung 101 Isometrische Darstellung des Projektbausteins “Pilotquartier Klimaschutz“ Quelle: stadtland Impuls 114 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK Abbildung 103 Regenwassermanagement in Ostfildern. Quelle: deutsche-wohnwerte.de Abbildung 102 Bestandssituation in Kalk Quelle: stadtland Impuls 5.2 REGENWASSERMANAGEMENT KALK Kluger Umgang mit Ressourcen Ausgangssituation Die Folgen des Klimawandels erfordern einen ressourcenklugen Umgang mit anfallendem Regenwasser. Durch den Aufbau eines quar- tiersweiten Regenwassermanagements soll der Sozialraum Kalk neue Strategien und Maßnahmen der Regenwasserrückhaltung (Retention) und -wiederverwendung im Stadtteil erproben. Zielsetzung Ziel des Projektes ist ein kluges Regenwas- sermanagement auf Quartiersebene, das den gesamten Wasserkreislauf in den Blick nimmt: Anfallendes Regenwasser auf unver- siegelten Spiel-, Sport- und Freiflächen zu- rückzuhalten, zu sammeln und in Zisternen zu speichern. Anschließend soll das gespei- cherte Wasser im Quartier, nach Möglichkeit im Stadtteil wiederverwendet werden. Projektbeschreibung Das Projekt beschreibt die Etablierung eines Regenwassermanagements auf Quartiers- ebene. Entlang des gesamten natürlichen wie technischen Wasserkreislaufes sollen ressourcenkluge Maßnahmen zum Einsatz kommen und ineinandergreifen. Hierzu ge- hört die Herstellung neuer Retentionsflächen sowie die Installation oberflächennaher Was- serspeicher. Die geografischen Tiefpunkte im Quartier sollten dabei aktiviert werden, um den natürlichen Wasserfluss zu nutzen. Um neue Strategien der Regenwasserverwertung im Quartier zu ermöglichen, sollen mögliche Anschlüsse und Kooperationen zu bestehen- den Grüninitiativen, möglichen Abnehmern und weiteren Wassernutzungspotenzialen im Quartier geprüft werden. Auch die Mög- lichkeit einer quartiersbezogenen Trinkwas- seraufbereitung sollte untersucht werden. Startpunkt kann hier die Peter-Stühlen-Straße darstellen. Die Folgen des Klimawandels erfordern einen ressourcenklugen Umgang mit anfallendem Regenwasser. Durch den Aufbau eines quartiersweiten Regenwassermanagements soll der Sozialraum Kalk neue Strategien und Maßnahmen der Regenwasserrückhaltung (Retention) und -wiederverwendung im Stadtteil erproben. HANDLUNGSFELD Energie, Klima und Ressourcenschutz SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales / Grün und Aufenthaltsqualität MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE Stadt Köln ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils MÖGLICHE PERSPEKTIVE © OSTFILDERN ( ABB 103) BESTANDS-SITUATION © STADTLAND IMPULS (ABB 102) VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 115 WEITERE PROJEKTIDEEN Ausgangssituation In Köln-Kalk werden die im Stadtteil reich- lich vorhandenen Potenziale von Dach- und Fassadenflächen zur Erzeugung erneuerbarer Energien bisher nur wenig genutzt. Zielsetzung Aus diesem Grund ist geplant, diese reichlich vorhandenen Potenziale für PV-Anlagen im Stadtteil zu erfassen und zu aktivieren. Dazu sollen insbesondere Investor*innen, Woh- nungsbaugesellschaften und private Eigentü- mer*innen dazu motiviert werden, geeignete Dächer und Fassaden mit PV-Anlagen aus- zustatten, um erneuerbare Energie für den Stadtteil bereitzustellen. Projektbeschreibung Das Projekt beschreibt den integrierten Gesamtansatz einer stadtteilweiten Photo- voltaik-Offensive, mit mehreren, aufeinander aufbauenden Bausteinen. Zunächst muss eine Bestandsanalyse der Energie- und Flächenpotenziale erstellt werden. Hier- bei bedarf es einer aktiven Mitwirkung der Akteur*innen, der eine gezielte Ansprache durch persönlichen Kontakt vorangeht. Hier könnte ein Vor-Ort-Büro bzw. Info-Stand bei Stadtteilfesten individuelles Beratungsange- bot ermöglichen. Ggf. wäre eine Bündelung von Aufträgen für den Stadtteil sinnvoll, um preiswertere Pakete in Verbindung mit För- derprogrammen anbieten zu können. Nicht zuletzt wäre die Durchführung von Pilotmaß- nahmen wünschenswert, um Mehrwerte für andere sichtbar zu machen. 5.3 PHOTOVOLTAIK-OFFENSIVE KALK 5.4 HOF- U ND FASSADENPROGRAMM Ausgangssituation Große Teile des Stadtteils Kalk weisen stark sanierungsbedürftigen Gebäudebestand auf. Hierzu gehören insbesondere die hochver- dichteten, gründerzeitlichen Blockstrukturen, die mit ihren meist stark versiegelten und kaum begrünten Innenhöfen vor dem Hinter- grund des Klimawandels an heißen Sommer- tagen zu gefährlichen „Hitzeinseln“ werden. Zielsetzung Ziel des Projektes ist es, durch gestalterische Aufwertung und Begrünung gerade in den hochverdichteten Bereichen des Sozialraums die Höfe und Fassaden nachhaltig umzu- gestalten. Maßnahmen dieser Art sollen zu einer signifikanten Verbesserung des Stadt- klimas und der Stadtökologie beitragen. Projektbeschreibung Das Projekt beschreibt eine strategische Offensive für eine stärkere Begrünung der In- nenhöfe und Fassaden in den hochverdichte- ten Blockstrukturen des Stadtteils. Dies um- fasst ein vielfältiges Maßnahmenpaket, das mit einer gezielten Kommunikationskampag- ne seinen Anfang nimmt: Passgenaue Infor- mations- und Beratungsangebote für private Träger*innen sollen dabei helfen, Zugänge zu Fördermitteln zu erleichtern und technische Fragestellungen zu klären. Darüber hinaus ist in Verbindung mit weiteren Projektbaustei- nen zu prüfen, inwiefern bei der Umsetzung entsprechend unterstützt werden kann. HANDLUNGSFELD Energie, Klima und Ressourcenschutz SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben und Soziales MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE RheinEnergie ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils HANDLUNGSFELD Energie, Klima und Ressourcenschutz SCHNITTSTELLEN / SYNERGIEN Wohnen, Leben u. Soziales / Grün u. Freiraum MÖGLICHE PROJEKTBETEILIGTE RheinEnergie ZIELGRUPPE Bürger*innen des Stadtteils 116 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.8 1.7 1.6 2.1 2.4 3.1 3.2 3.3 3.4 4.1 5.1 5.2 3.6 2.1 INTEGRIERTE VERORTUNG RÄUMLICHER MASSNAHMEN Legende Qualifizierbare Flächen (Grünräume) Grünräume im Bestand Qualifizierbare Flächen (Öffentliche Räume) Verkehrs wege Leitprojekt e Raumkanten wichtiger Handlungsr äume Handlungfeld „Grün und Aufenthaltsqualität“ 1.1 Kalker Höfe 1.2 Pocket-Park-Netz Kalk 1.3 Freilufthalle (Hallen Kalk) 1.4 Grünzug Kalk Süd 1.5 Initiative Spiel und Sport in Kalk 1.6 Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen Handlungsfeld „Wohnen, Leben und Soziales“ 2.1 Außenanlage Bürgerhaus Kalk 2.2 Quartiersversorgung Kalk-Nord 2.4 Wohnraumentwicklung Wippermannstraße Handlungfeld „Wirtschaft, Kultur und Innovation“ 3.1 Osthof (Hallen Kalk) 3.2 machwerkhaus plus 3.3 DOMiD 3.4 Kulturhallen Kalk (Hallen Kalk) 3.6 Nachhaltige Gewerbeflächenprofilierung Handlungsfeld „Mobilität und Digitalisierung“ 4.1 Kalker Hauptstraße Handlungsfeld „Energie, Klima und Ressourcenschutz“ 5.1 - Pilotquartier „Klimaschutz“ 5.2 - Regenwassermanagement VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 117 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.8 1.7 1.6 2.1 2.4 3.1 3.2 3.3 3.4 4.1 5.1 5.2 3.6 2.1 Abbildung 104 Räumliche Zusammenfassung der Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls 118 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK PROJEKTÜBERSICHT HF 1 HF 5 HF 3 HF 2 HF 4 SCHNITTSTELLEN Handlungsfeld 1: „Neuer Freiraum für Kalk: Grün und Aufenthaltsqualität“ 1.1 Kalker Höfe* 1.2 Pocket-Park-Netz Kalk* 1.3 Freilufthalle / Halle 71 - Hallen Kalk* 1.4 Grünzug Kalk-Süd** 1.5 Intitiative Spiel- und Sport** 1.6 Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen 1.7 Umgestaltung Fred-Sauer-Platz 1.8 Freiflächen westlich der Hallen Kalk 1.9 Straßenraumkonzept 2.0 2.1 Außenflächen des Bürgerhaus Kalk* 2.2 Quartiersversorgung Kalk-Nord** 2.3 Zukunft Pflege Kalk** 2.4 Neue Wohnen Wippermannstraße** 2.5 Wohnraumoffensive - Sozialgerechter Wohnraum in Kalk** Handlungsfeld 2: „Gut Leben in Kalk: Wohnen, Leben und Soziales“ 2.6 Versorgungskonzept und Drogenprävention 2.7 Koordinationsstelle Kalk 2.8 Kreativraumbörse Kalk: Plattform für Soziale und Kreative Räume 2.9 Junges Kalk - Kooperationskonzept zur besseren Einbindung von Kindern und Jugendlichen SEITE 68 70 72 74 77 76 75 76 77 82 84 85 86 87 88 88 89 89 VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 119 HF 1 HF 5 HF 3 HF 2 HF 4 SCHNITTSTELLEN Handlungsfeld 3: „Neue Impulse für Kalk - Wirtschaft, Kultur und Innovation“ 3.1 Osthof - Hallen Kalk* 3.2 machwerkhaus plus* 3.3 DOMiD - Hallen Kalk 3.4 Kulturhallen Kalk - Hallen Kalk 3.5 Integrative Nachwuchsförderung 3.6 Nachhaltige Gewerbeflächenprofilierung Kalk-Nord 4.1 Stadtraum Kalker Hauptstraße* 4.4 Parkraumkonzept Kalk 5.1 Pilotquartier „Klimaschutz“* 5.2 Regenwassermanagement Kalk** 5.3 Photovoltaik-Offensive Kalk 5.4 Hof und Fassadenprogramm Handlungsfeld 5: „Klimakluges Kalk: Energie, Klima und Ressourcenschutz“ Handlungsfeld 2: „Gut Leben in Kalk: Wohnen, Leben und Soziales“ 4.2 Barrierefreies Kalk - Integriertes Wegekonzept** 4.3 Entwicklung und Ertüchtigung von Mobilitäts-Hubs SEITE 94 96 98 98 99 99 104 106 107 107 112 114 115 115 * Leitprojekte des jeweiligen Handlungsfelds ** Weitere (strategisch/konzeptionelle) Projekte 120 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 121 MÖGLICHE FÖRDERZUGÄNGE 5 122 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK MÖGLICHE FÖRDERZUGÄNGE FÖRDERZUGANG 1 Projektübersicht 1.1 Kalker Höfe* 1.5 Initiative Spiel- und Sport* 1.2 Pocket-Park-Netz Kalk 2.1 Außenflächen Bürgerhaus Kalk* 1.3 Freilufthalle / Halle 71 2.2 Quartiersversorgung Kalk-Nord 2.3 Zukunft Pflege Kalk Fördermöglichkeiten und Projektzuordnung 2.4 Neues Wohnen Wippermannstraße 4.1 Stadtraum Kalker Haupstraße 2.5 Wohnraumoffensive Kalk 4.2 Barrierefreies Kalk - Integriertes Wegekonzept 3.1 Osthof - Hallen Kalk 5.1 Pilotquartier „Klimaschutz“ 5.2 Regenwassermanagement 1.4 Grünzug Kalk-Süd* 3.2 machwerkhaus plus Die nachfolgende Übersicht zeigt mögliche Förderzugänge auf, welche über die Städtebauförderung hinaus gehen. Dabei wurden nur Förderzugänge für solche Projekte ermittelt, welche bereit einen gewissen Konkretisierungsgrad vorweisen. Hierbei ist zu vermerken, dass einige Fördertöpfe (z.B. Wohnviertel im Wandel (EFRE.NRW)) zum Zeitpunkt dieser Vorstudie bereits ausgeschöpft sind. Die Möglichkeit eines erneuten Förderaufrufs ist derzeit jedoch nicht auszuschließen. Bundesprogramm Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel Bundesprogramm Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel Transformationscluster Soziale Innovationen für nachhaltige Städte chance.natur – Bundesförderung Naturschutz Klimaanpassung.Kommunen.NRW (EFRE.NRW) Bundesprogramm Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel Transformationscluster Soziale Innovationen für nachhaltige Städte Transformationscluster Soziale Innovationen für nachhaltige Städte Nationale Projekte des Städtebaus Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) Modelle für Kulturinstitutionen von morgen (AT), Kulturstiftung des Bundes Forschungsinfrastrukturen.NRW (EFRE.NRW) Nachhaltige Städtische Mobilität für alle (EFRE. NRW) Nachhaltige Städtische Mobilität für alle (EFRE. NRW) Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Förder- thema 5: Energie- und ressourcenschonende Quartiersentwicklung und -erneuerung Klimaanpassung.Kommunen.NRW (EFRE.NRW) VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 123 FÖRDERZUGANG 2 FÖRDERZUGANG 4FÖRDERZUANG 3 Grüne Infrastruktur (EFRE.NRW) Transformationscluster Soziale Innovationen für nachhaltige Städte Wohnviertel im Wandel (EFRE) Grüne Infrastruktur (EFRE.NRW) Transformationscluster Soziale Innovationen für nachhaltige Städte Wohnviertel im Wan- del (EFRE.NRW) Modelle für Kulturinstitutionen von morgen (AT), Kulturstiftung des Bundes Grüne Infrastruktur (EFRE.NRW) Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege Wohnviertel im Wandel (EFRE.NRW) Klimaanpassung.Kom- munen.NRW (EFRE.NRW) Transformationscluster Soziale Innovationen für nachhaltige Städte Modellprogramm zur Entwicklung oder Erprobung in- novativer Versorgungsansätze nach § 8 Abs. 3a SGB XI Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ) Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) Kreatives Europa – Kultur (2021–2027) Kreatives Europa – Kul- tur (2021–2027) Klimaanpassung.Kommu- nen.NRW (EFRE.NRW) Klimaschutzinitiative – Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte progres.nrw progres.nrw Klimaschutzinitiative – Kommunale Klima- schutz-Modellprojekte Wohnviertel im Wandel (EFRE) EU-LIFE – Programm für die Um- welt und Klimapolitik (2021–2027) Klimaanpassung.Kommunen. NRW (EFRE.NRW) * das Projekt ist vorrangig der Städtebauförderung zuzuordnen 124 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 125 6 IMPRESSUM 126 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1 Gesamtübersicht der Stadtbezirke und V erortung des Stadtteils Kalk 11 Abbildung 2 Eindrücke aus dem Beteiligungs verfahren. Quelle: stadtland Impuls 15 Abbildung 3 Agglomerationskonz ept Region Rhein Köln / Bonn. Quelle: Köln/Bonn e.V. 18 Abbildung 4 Zielkarte „K ölner Perspektiven 2030+. Quelle: Stadt Köln 20 Abbildung 5 Ziel-Karte K öln-Kalk. Auszug aus der Zukunftsagenda (2023). Quelle: Stadt + Handel 22 Abbildung 6 Bisherige Programmgebie te der Städtebauförderung im Sozialraum Kalk von 1990 bis 2023. Quelle: Stadt Köln 23 Abbildung 7 Historische Kart en Stadtteil Kalk 1904. Quelle: GeoBasis NRW 24 Abbildung 8 Historische Kart en Stadtteil Kalk 1924. Quelle: GeoBasis NRW 24 Abbildung 9 Historische Kart en Stadtteil Kalk 1946. Quelle: GeoBasis NRW 25 Abbildung 10 Historische Kart en Stadtteil Kalk 1993. Quelle: GeoBasis NRW 26 Abbildung 11 Historische Kart en Stadtteil Kalk 2018. Quelle: GeoBasis NRW 27 Abbildung 12 Bevölkerungsdicht e Einwohner*innen / km². Quelle: Stadt Köln 28 Abbildung 13 Luftbild Stadtteil Kalk Quelle: GeoBasis NR W 29 Abbildung 14 Grünflächenversorgung im Stadtbe zirk Köln. Quelle: GeoBasis NRW 30 Abbildung 15 Übergeordnet e Grünstrukturen. Quelle: Kartengrundlage GeoBasis NRW 31 Abbildung 16 Proz entuale Flächenverteilung im Stadtteil Quelle: Stadt Köln 32 Abbildung 17 Flächenvert eilung versiegelte Fläche zu Grünfläche. Quelle: GeoBasis NRW 32 Abbildung 18 Analyse der Grünstrukturen auf Stadtteilebene Quelle: GeoBasis NR W 33 Abbildung 19 Haushaltsvert eilung auf Stadtbezirksebene Quelle: Stadt Köln 34 Abbildung 20 Analyse der Bebauungsstruktur. Quelle: GeoBasis NRW 35 Abbildung 21 Soziale Infrastruktur im Stadtteil. Quelle: GeoBasis NR W 36 Abbildung 22 Verteilung der Schüler*innen nach Schulf orm. Quelle: Stadt Köln 38 Abbildung 23 Verortung v on Bildungsinfrastruktur und prozentuale Verteilung der schulpflichtigen Kinder sowie Jugendquotient in Köln Quelle: GeoBasisNRW / Stadt Köln 39 Abbildung 24 Nutzungsvert eilung der Erdgeschosszonen und Einzelhandelsbedarfe Quelle: Stadt Köln 40 Abbildung 25 Gewerbestandort e in Kalk. Quelle: GeoBasis NRW 41 Abbildung 26 Sozialversicherungspflichtigte Beschäftigt e und Arbeitslosenquote auf Quartiersebene Quelle: Stadt Köln 42 Abbildung 27 Ankernutzungen im Stadtteil. Quelle: GeoBasis NRW 43 Abbildung 28 Verkehrsw ege mit Innenstadtbezug. Ziel- und Quellverkehr in Mio. Wege / Jahr. Auszug aus dem Kurzbericht für Mobilitätsv erhalten 2022. Quelle: Stadt Köln 44 Abbildung 29 Übergeordnet e Ankernutzungen. Quelle. GeoBasis NRW 45 Abbildung 30 Auszug aus dem Kurzbericht für Mobilitätsv erhalten 2022. Quelle: Stadt Köln 46 Abbildung 31 ÖPNV-Netz Stadtteil K alk. Quelle: GeoBasis NRW 47 Abbildung 32 Auszug aus dem Kurzbericht für Mobilitätsv erhalten 2022. Quelle: Stadt Köln 48 Abbildung 33 Bestandserhebung MIV. Quelle: GeoBasis NRW 49 Abbildung 34 Darstellung von belaste ten Flächen bei Starkregenereignissen (links) und Hochwassergef ahrenflächen (rechts). Quelle: Stadt Köln 50 Abbildung 35 Hitzebelastung und Altlastenv erdachtsflächen (oben) sowie Lärmbelastung im Stadtteil (unten). Quelle: GeoBasis NRW 51 Abbildung 36 Potenziale (links) und R ealisierungschancen (rechts) zur energetischen Gebäudesanierung auf Baublockebene. Quelle: Energieatlas NRW . LANUV 52 Abbildung 37 Dachflächenpotenziale in Kalk Quelle: GeoBasis NRW 53 Abbildung 38 Räumliche Zusammenfassung (SW OT). Quelle: stadtland Impuls 55 Abbildung 39 Stadtraumgestaltung in Barcelona. Quelle: bar celona.de 61 Abbildung 40 Neue Mobilitätsformen Kopenhagen. Quelle: DeutschlandFunk -Kultur 61 Abbildung 41 Isometrie zur Ver ortung der Handlungsräume. Quelle: stadtland Impuls 62 Abbildung 42 Kartierung der Maßnahmen im HF „Grün und F reiraum. Quelle: stadtland Impuls 64 Abbildung 43 Isometrie mit der Ver ortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls / 66 Abbildung 46 Bestandssituation Kalker Höfe. Quelle: stadtland Impuls 69 Abbildung 44 Park Duisdorf. Quelle: Stadt Bonn 69 Abbildung 48 Isometrische Darstellung des Pr ojektbausteins „Kalker Höfe“ . Quelle: stadtland Impuls 69 Abbildung 45 Taxispark München Quelle: Stadt München 69 Abbildung 47 Bestandssituation Kalker Höfe. Quelle: stadtland Impuls 69 Abbildung 49 Isometrische Darstellung des Pr ojektbausteins „Pocket-Park-Netz Kalk“ . Quelle: stadtland Impuls 70 Abbildung 50 Pocket-P ark Barcelona. Quelle: Landzine.com 71 VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 127 Abbildung 51 Bestandssituation Fred-Sauer -Platz als Teil des Pocketparknetzes. Quelle: stadtland Impuls 71 Abbildung 52 Bestandsituation Freiluft Halle /Halle 71. Quelle: stadtland Impuls 73 Abbildung 54 U-Halle Mannheim. Quelle: BUGA23 / Mannheim 73 Abbildung 56 Isometrische Darstellung des Pr ojektbausteins „Freilufthalle“ . Quelle: stadtland Impuls 73 Abbildung 53 Bestandsituation Freiluft Halle /Halle 71. Quelle: stadtland Impuls 73 Abbildung 55 Gare-Martim Brüssel. Quelle: landzine.c om 73 Abbildung 57 Isometrische Darstellung des Pr ojektbausteins „Freilufthalle“ . Quelle: stadtland Impuls 74 Abbildung 58 Grünzug Antwerpen. Quelle: landzine.com 74 Abbildung 59 Bestandssituation am Ottmar-Pohl-Platz. Quelle: stadtland Impuls 75 Abbildung 60 Platzgestaltung Stadt Witten. Quelle: Bauk ulturNRW 75 Abbildung 61 Kartierung der räumlichen Maßnahmen im HF „ Wohnen, Leben und Soziales“ . Quelle: stadtland Impuls 78 Abbildung 62 Isometrie mit der Ver ortung von handlungsfeldbezogenen Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls 80 Abbildung 63 Bestandsituation Bürgerhaus Kalk. Quelle: stadtland Impuls 83 Abbildung 65 Quartiersplatz Prinz Eugen Quar tier. Quelle: Stadt München 83 Abbildung 67 Isometrische Darstellung des Pr ojektbausteins „Außenflächen des Bürgerhaus“ Quelle: stadtland Impuls 83 Abbildung 64 Bestandsituation Bürgerhaus Kalk. Quelle: stadtland Impuls 83 Abbildung 66 Doppel-Codierung von Flächen. Quelle: IBA Wien 83 Abbildung 68 Bestandsituation Kalk-Nord. Quelle: stadtland Impuls 84 Abbildung 69 Quartiersladen Vauban-F reiburg. Quelle: Quartiersladen.de 84 Abbildung 70 Bestandsituation der Pflege-Versorgung Caritas K öln. Quelle. Caritas Köln 85 Abbildung 71 Neue Mobilitätsformen Pflege. Quelle: wohnen-im-Alt er 85 Abbildung 72 Bestandssiuation Wippermann-Str.. Quelle: stadtland Impuls 86 Abbildung 73 Hunziker Areal-Z ürich. Quelle: Mehr-als-Wohnen.de 86 Abbildung 74 Bestandssiuation Wippermann-Str.. Quelle: stadtland Impuls 87 Abbildung 75 Sonnenwend-Vier tel Wien. Quelle: IBA Wien 87 Abbildung 76 Kartierung der räumlichen Maßnahmen im HF „ Wirtschaft, Kultur und Innovation“ . Quelle: stadtland Impuls 90 Abbildung 77 Isometrie mit der Ver ortung von Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls 92 Abbildung 78 Bestands-Situation Osthof Hallen Kalk. Quelle: stadtland Impuls 95 Abbildung 82 Isometrische Darstellung des Pr ojektbausteins „Osthof Kalk“ . Quelle: stadtland Impuls 95 Abbildung 80 Uferhalle e.V. Berlin. Uf erhallen-ev.de 95 Abbildung 79 Bestands-Situation Osthof Hallen Kalk. Quelle: stadtland Impuls 95 Abbildung 81 Alte Spinnerei Leip zig. Quelle: Spinnerei.de 95 Abbildung 83 Bestandsituation machwerkhaus. Quelle: stadtland Impuls 97 Abbildung 85 Konzeptskizze mach werkhaus Köln. Quelle: machwerkhaus Köln gmbH 97 Abbildung 84 Bestandsituation machwerkhaus. Quelle: stadtland Impuls 97 Abbildung 86 Kartierung der Maßnahmen im HF „Mobilität und Digitalisierung“ . Quelle: stadtland Impuls 100 Abbildung 87 Isometrie mit der Ver ortung von Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls 102 Abbildung 88 Bestandssituation Kalker Haupstraße Quelle: stadtland Impuls 105 Abbildung 90 Beispielhafte Umsetzungen des Masterplan Gehen Wien. Quelle: Stadt Wien 105 Abbildung 92 Isometrische Darstellung des Pr ojekts“Kalker Hauptstraße“ Quelle: stadtland Impuls 105 Abbildung 89 Bestandssituation Kalker Haupstraße Quelle: stadtland Impuls 105 Abbildung 91 Straßenraum in Kopenhagen. Quelle: Z ukunft-Mobilität.net 105 Abbildung 93 Bestandssituation Kalker Hauptstraße. Quelle: stadtland Impuls 106 Abbildung 94 Projektraum Mast erplan Gehen Wien. Quelle: Stadt Wien 106 Abbildung 95 Kartierung der räumlichen Maßnahmen im HF „Ener gie, Klima und Ressourcenschutz“ 108 Abbildung 96 Isometrische Darstellung des Pr ojekts “Kalker Hauptstraße“ Quelle: stadtland Impuls 110 Abbildung 97 Bestandssituation Kalk-Nord Quelle: stadtland Impuls 113 Abbildung 101 Isometrische Darstellung des Pr ojekts “Pilotquartier Klimaschutz“ Quelle: stadtland Impuls 113 Abbildung 99 Klimaquartier „Prinz-Eugen-Quar tier“ in München. Quelle: Stadt München 113 Abbildung 98 Bestandssituation Kalk-Nord. Quelle: stadtland Impuls 113 Abbildung 100 Ökologische Quartier Malmö (Schw eden). Quelle: Aline Lessnerin dbz 113 Abbildung 102 Bestandssituation in Kalk. Quelle: stadtland Impuls 114 Abbildung 103 Regenwassermanagement in Ostfildern. Quelle: deutsche- wohnwerte.de 114 Abbildung 104 Räumliche Zusammenfassung der Maßnahmen. Quelle: stadtland Impuls 117 128 | VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK VORSTUDIE SOZIALRAUM KALK | 129 IMPRESSUM PROJEKTVERANTWORTLICHE Stadt Köln Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Brigitte Scholz Amtsleitung Email: Brigitte.Scholz@Stadt-Koeln.de PROJEKTBEGLEITUNG stadtland IMPULS Büro für Stadtplanung und strategische Projektentwicklung Dr. Wolfgang Wackerl Komödienstraße 11 50667 Köln Telefon +49 (0 ) 221 888 9999 5 E-Mail info@ stadtland-impuls.de Web www. stadtland-impuls.de Dr. Wolfgang Wackerl, Leif Ströher, Chiara Steinert, Sebastian Pilz, Tobias Ehrlich, Michelle Smuda, Karim Haisel - Karten, Skizzen, Grafik, Schemata, Fotos und Layout sofern nicht anders angegeben: Karim Haisel, Michelle Smuda, Tobias Ehrlich, Sebastian Pilz, Chiara Steinert, Leif Ströher, Dr. Wolfgang Wackerl stadtland IMPULS - Büro für Stadtplanung und strategische Projektentwicklung LIZENZ CC BY-NC-ND Diese Arbeit ist unter der CREATIVE-COMMONS-LIZENZ veröffentlicht. Sie beinhaltet, dass bei Verwendung von Auszügen der Autor genannt werden muss und keine Bearbeitung oder kommerzielle Nutzung gestattet sind. Sie finden die vollständigen Lizenzbestimmungen unter http://creativecommons.org/licenses/by_nc_ nd/3.0/ Köln, Juli 2024
Beratungsverlauf
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07.11.2024
TOP 18.5, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
28.11.2024 zuletzt
TOP 10.2.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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