2626/2018
Mobilität in Köln - Aktuelle Ergebnisse der MiD 2017 zum Mobilitätsverhalten der Kölnerinnen und Kölner
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Anlage Kurzzusammenfassung der aktuellen Erhebungsergebnisse der MiD 2017
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© Paulo dos Santos Mobilität in Köln Kurzzusammenfassung der aktuellen Erhebungsergebnisse der MiD 2017 zum Mobilitätsverhalten der Kölnerinnen und Kölner Anlage zur Mitteilung 2626/2018 Sitzung des Verkehrsausschusses am 11.09.2018 Folie 2 Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Hintergründe zur aktuellen MiD 2017 • Erste Ergebnisse der Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ (MiD) liegen vor. • Die Stadt Köln hat sich an der Studie mit einer Aufstockung beteiligt, so dass auch repräsentative Ergebnisse zum Mobilitätsverhalten der Kölnerinnen und Kölner vorliegen • Die letzten Erhebungsdaten für Köln stammten aus dem Jahr 2006; an der letzten MiD 2008 hat sich Köln nicht beteiligt Folie 3 Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Hintergründe zur aktuellen MiD 2017 • Bundesweit wurden über 150.000 Menschen befragt; ca. 30.000 für die Bundesstichprobe und 120.000 für die regionalen Vertiefungen. • In Köln haben insg. fast 4.300 Menschen ausführlich Auskunft über ihr Mobilitätsverhalten gegeben. • Der Erhebungszeitraum war von Mai 2016 bis September 2017 • Die aktuelle MiD 2017, wurde ebenso wie die MiD 2002 und MiD 2008, vom BMVI in Auftrag gegeben. • Durchgeführt wurde die MiD von infas „Institut für angewandte Sozialwissenschaft“ in Zusammenarbeit mit dem DLR sowie die IVT Research GmbH und infas 360 GmbH. Folie 4 Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Zieldefinition „Köln mobil 2025“ Vorbemerkung zu den Ergebnissen • Bei den im Folgenden vorgestellten Ergebnissen handelt es sich um eine erste Auswahl. • Für weitergehende Aussagen bedarf es vertiefender Auswertungen des umfangreichen Datenmaterials. • Auch liegen der Stadt die „Rohdaten“ noch nicht vor. • Die Daten geben Auskunft über das Mobilitätsverhalten der Kölnerinnen und Kölner. • Das bedeutet, dass diese nicht 1:1 das Verkehrsgeschehen in Köln wiedergeben (z.B. keine Aussagen über einpendelnde Verkehre). Folie 5 Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Zentrale Ergebnisse der MiD 2017 Entwicklung des Modal Splits (Kölnerinnen und Kölner >6 Jahre; Mo.-Fr.) Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Stand: Juli 2018 Zentrale Ergebnisse der MiD 2017 Die Stadt Köln befindet sich auf einem guten Weg, das im Strategiepapier „Köln Mobil 2025“ gesteckte Ziel (Anteil MIV = 33%) zu erreichen! Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Stand: Juli 2018 Kernaussagen • Erhebliche Verschiebungen in der Verkehrsmittelwahl • Starker Zuwachs Radverkehr im Modal Split (7%) • Starker Rückgang beim MiV (-8%) • ÖV-Anteil nahezu unverändert, allerdings steigen durch den Bevölkerungszuwachs auch hier die Fahrgastzahlen Folie 8 Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Was folgt aus den ersten Ergebnissen für die Verkehrsplanung? 1. Die Infrastruktur für den Radverkehr als das Rückgrat der Verkehrswende in Köln muss weiter mit höchster Priorität angepasst und ausgebaut werden. 2. Der Ausbau der ÖV-Netze muss deutlich forciert werden, um die vorhandenen Steigerungspotenziale auszuschöpfen. 3. Die Aufenthaltsqualität in der Stadt muss weiter gesteigert werden, um das Wachstum der zu Fuß zurückgelegten Wege zu verstetigen. Folie 9 Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur Ausblick • Ab Herbst 2018 wird durch Vorliegen der Rohdatensätze und der weitergehenden Analysen von infas eine detailliertere Aufbereitung des Mobilitätsverhaltens der Kölnerinnen und Kölner möglich. • Zeitgleich werden seitens infas auch weitere Auswertungen hinsichtlich der räumlichen Ausprägungen des Mobilitätsverhaltens vorgelegt. • Eine gemeinsame Betrachtung mit den Ergebnissen anderer „Aufstocker“ aus der Region wird eine vertiefende regionale Analyse ermöglichen (z.B. Pendelverflechtungen etc.). Folie 10 Dezernat VIII - Mobilität und Verkehrsinfrastruktur
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/66/661/1 Vorlagen-Nummer 05.09.2018 2626/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 11.09.2018 Mobilität in Köln - Aktuelle Ergebnisse der MiD 2017 zum Mobilitätsverhalten der Kölnerinnen und Kölner In der Sitzung des Verkehrsausschusses am 26.04.2016 hatte die Verwaltung unter TOP 7.5 mitge- teilt, dass sich die Stadt Köln als sogenannte „Aufstockerkommune“ an der Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beteiligen wird (Vorlagen-Nr. 1095/2016). Zwischen Mai 2016 und September 2017 haben bundesweit insge- samt etwa 150.000 Menschen ausführlich Auskunft über ihr Mobilitätsverhalten gegeben, davon ca. 4.300 Kölnerinnen und Kölner. Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas), welches feder- führend mit der Durchführung der Studie beauftragt wurde, hat der Verwaltung inzwischen erste Er- gebnisse der Untersuchung für Köln vorgelegt: Deutliche Verschiebungen im Modal Split Von besonderem Interesse sind die Verschiebungen, die sich hinsichtlich der Verkehrsmittelwahl der Kölnerinnen und Kölner aus den Daten ablesen lassen. Der Anteil des motorisierten Individualver- kehrs (MIV) ist von 43 % (2006) auf 35 % im Jahr 2017 gesunken. Damit liegt dieser Wert bereits sehr nah am Zielwert von 33 %, der im Strategiepapier „Köln mobil 2025“ für den Zeithorizont 2025/2030 formuliert ist. Die Zahlen deuten zudem darauf hin, dass die absolute Anzahl der täglichen Wege, die die Kölnerinnen und Kölner mit dem Auto zurücklegen, pro Jahr um ca. 1 % zurückgeht. Dies deckt sich auch mit den mehrjährigen Beobachtungen an den verschiedenen Dauerzählstellen im Stadtgebiet. Der Rückgang im MIV ist insbesondere auf eine starke Zunahme des Radverkehrs zurückzuführen, dessen Anteil im gleichen Zeitraum von 12 % auf 19 % sehr deutlich angestiegen ist. Die Anteile der Wege, die zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden sind nahezu kon- stant geblieben. Mit 25 % hat der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege leicht zugenommen und die 21 % für den öffentlichen Verkehr sind identisch mit dem Wert von 2006. Alle Werte beziehen sich ausschließlich auf die Wege der Kölnerinnen und Kölner ab 6 Jahren zwischen Montag und Freitag. Erste Erklärungsansätze Während die Zunahme des Radverkehrs in der Höhe besonders bemerkenswert ist (die städtischen Dauerzählstellen zeigen jährlich stetige Zunahmen des Radverkehrs), scheinen der starke Rückgang beim MIV und die Stagnation im öffentlichen Verkehr (ÖV) zunächst widersprüchlich zum subjektiven Empfinden bei der Betrachtung der Verkehrssituation in der Stadt. Zur Einordnung der Ergebnisse ist es daher wichtig, folgende Randbedingungen einzubeziehen: • Die vorliegenden Ergebnisse beziehen sich, analog zu den Werten aus dem Jahr 2006, aus- schließlich auf das Mobilitätsverhalten der in Köln lebenden, also gemeldeten, Personen. Die Einpendler, deren Zahl in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist und derzeit ca. 329.000 beträgt (Stand: 2016, Quelle: IT NRW), bleiben in dieser Betrachtung unberücksich- tigt. 2 • Hinzu kommt das starke Bevölkerungswachstum zwischen 2006 (rd. 1.025.000 Einwohner) und 2017 (rd. 1.085.000 Einwohner). Dies erklärt auch die Stagnation des ÖPNV-Wertes von 21 %, obwohl die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) jährlich wachsende Fahrgastzahlen verzeichnen. Einem weiteren Anstieg des ÖV-Anteils am Modal Split stehen die in den Hauptverkehrszeiten mitt- lerweile fast vollständig ausgeschöpften Kapazitätsreserven sowohl bei den S-Bahnen und Regional- bahnen als auch im Stadtbahnnetz der KVB entgegen. Was bedeuten die Ergebnisse für Köln? Aus Sicht der städtischen Verkehrsplanung, aber auch aus Umweltschutzgesichtspunkten ist es sehr erfreulich festzustellen, dass die Kölnerinnen und Kölner die gewünschte Verkehrswende vollziehen. Ein Erreichen der für 2025/2030 gesteckten Ziele im Bereich der Mobilität erscheint damit realistisch. Mit Blick auf das tagtägliche Verkehrsgeschehen in Köln und den weiterhin bestehenden Problemen der zu hohen Schadstoffemissionen bleibt jedoch festzuhalten, dass es keinen Grund gibt, die derzei- tigen und geplanten Anstrengungen zurückzufahren, das Mobilitätsangebot der Verkehrsmittel des Umweltverbundes in der Stadt und gemeinsam mit dem Umland zu verbessern. Im Gegenteil – die Zahlen zeigen deutlich, dass der Radverkehr zumindest kurz- bis mittelfristig das Rückgrat der Verkehrswende in Köln darstellt und es deshalb geboten ist, dass das Infrastrukturan- gebot diesem Umstand Rechnung trägt und die entsprechenden Verbesserungen schnell und intensiv weiterverfolgt werden. Außerdem wird deutlich, dass die Planungen zum Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs (Regi- onal- und S-Bahn) und der Stadtbahn deutlich forciert werden müssen, wenn der Anteil des ÖV am Modal Split gesteigert werden soll. Auch müssen weiter große Anstrengungen unternommen werden, die Aufenthaltsqualität für die Menschen in der Stadt zu erhöhen, um den erfreulichen Trend, dass die Kölnerinnen und Kölner wie- der mehr Wege zu Fuß zurückgelegt haben, zu manifestieren. Wie geht es weiter? Da es sich bei den Daten, die der Verwaltung derzeit vorliegen, zunächst um eine von infas ausge- wählte und zusammengefasste Datenaufbereitung handelt, können weitergehende Analysen derzeit noch nicht durchgeführt werden. Hierzu benötigt die Verwaltung die Rohdaten der Erhebung. Diese werden von infas im Herbst ebenso zur Verfügung gestellt, wie weitere vertiefende Auswertungen, etwa zur räumlichen Analyse der erhobenen Quelle-Ziel-Beziehungen. Mit diesen ergänzenden Daten können dann auch vergleichende Analysen mit den Ergebnissen der anderen regionalen Auftraggeber von Stichprobenvertiefungen, wie etwa dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS), der Bundesstadt Bonn oder dem Rhein-Sieg-Kreis erfolgen. Im Ergebnis wird also eine detaillierte Betrachtung des Mobilitätsverhaltens in der Region möglich. Weiterführende Informationen Unter www.mobilitaet-in-deutschland.de finden sich weitere Informationen rund um die aktuelle und die vergangenen MiD-Studien. Neben Erläuterungen zur Methodik und zum Erhebungsverfahren ist dort auch ein Kurzreport abrufbar, der die bundesweiten Erhebungsergebnisse vorstellt und erläutert. Anlage Kurzzusammenfassung der aktuellen Erhebungsergebnisse der MiD 2017 Gez. Blome
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2626/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 05.09.2018
- Erstellt
- 07.08.2018 16:21