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3574/2020

Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII; hier: "Kurdish-European Society e.V."

Beschlussvorlage Ausschuss 18.12.2020

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Anlage 3 Schutzkonzept Kurdish-European Society e.V. KITA

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Anlage 1 Satzung Kurdish-European Society e.V.

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Beschlussvorlage Ausschuss

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Anlage 2 KES-KITA KONZEPT KOELN

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Anlage 3 Schutzkonzept Kurdish-European Society e.V. KITA

4115 Zeichen

1 
 
Kurdish-European Society | Heßhofstr. 4 | D-51107 Köln 
 
    
 
 
Mitglied beim Zentralrat der Kurden in Deutschland e.V. 
 
 
 
Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII 
 
 
SCHUTZKONZEPT 
 
1. Grundsätze unserer Einrichtung  
  
Die Kurdish-European Society e.V. versteht sich als ein Träger, der sich für den Schutz             
von Kindern verantwortlich fühlt. Unsere Einrichtun g soll als sicherer Ort  für die Bildung 
und Persönlichkeitsentwicklung der Kinder sein. Gemäß § 8a Abs.2 SGB VIII sind wir als 
pädagogische Fachkräfte der Kurdish -European Society  e.V. verpflichtet, den 
Schutzauftrag wahrzunehmen und die Gefährdung zum Wohl des Kindes zu erkennen. Wir 
sind verpflichtet die Kinder in ihren Rechten zu stärken. Wir wer den keine Formen von 
Gewalt und Übergriffen an Kindern zulassen oder dulden. Dies können sein:  
  
- Verbale Gewalt, wie z.B. ausgrenzen, herabsetzen usw.  
- Körperliche Gewalt  
- Machtmissbrauch  
- sexuelle Gewalt  
- Ausnutzung von Abhängigkeiten  
  
Wir als Team beziehen aktiv die Stellung g egen diskriminierendes, gewalttätiges und 
sexistisches Verhalten und greifen ein. Unser pädagogisches Handeln ist transparent und 
fachlich:  
 
- Jedes Kind wir d in seiner Individualität und Se lbstbestimmung wahrgenommen und 
anerkannt.  
 
- Wir vermitteln den Kindern die Werte und Kompetenzen, die wichtig für den Umgang mit 
sich selbst und mit anderen sind.

- Wir unterstützen und stärken sie in ihrem Recht mitzubestimmen und mitzugestalten.   
 
- Wir begleiten die Kinder dabei ihre Grenzen auszuprobieren und zu lernen, damit sie sich 
zu selbstbewussten und starken Persönlichkeiten entwickeln.   
 
- Wir als Team verhalten uns den Kindern gegenüber einfühlsam und achtsam.  
 
- Unser Umgang ist respektvoll und wertschätzend.  
 
- Wir achten auf die Gestaltung der Nähe un d Distanz, von Macht, Abhängigkeit und 
Grenzen.  
 
- Verbaler Kontakt und Körperkontakt gesch ehen respektvoll und mit Achtsamkeit 
gegenüber den Grenzen der Kinder.  
 
- Wir respektieren das Recht der Kinder die Grenzen zu zeigen und “nein” zu sagen.  
 
- Wir sorgen dafür, dass die Kinder das  Recht haben, sich zu beschweren: das führt zu 
einer Reflexion unserer Arbeit und eigenem Verhalten. Die Kinder entwickeln persönliche      
Kompetenzen, wie Selbstbewusstsein, Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung.  
  
  
2. Schritte des Verfahrens bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a 
SGB VIII:  
  
- Beobachtungen und Dokumentation: z.B. Aussagen des Kindes (direkt oder indirekt), 
auffälliges Verhalten des Kindes, Aussagen der Eltern oder andere Auffälligkeiten und 
Beobachtungen.  
 
- Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung wahrnehmen und von anderen 
Problemen unterscheiden können.  
 
- Austausch mit Team und Leitung: 4-Augen-Prinzip.  
 
- Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft: diese Fachkraft kann sowohl von der 
Seiten des Trägers als auch vom Jugendamt oder Erziehungsberatungsstelle gestellt 
werden.  
 
- Gemeinsame Gefährdungseinschätzung bzw. Risikoeinschätzung.  
 
- Gespräch mit den Eltern und gemeinsame Vereinbarungen/Hilfeplan entwickeln.  
 
- Überprüfung der Vereinbarungen bzw. Empfehlungen

- Fallübergabe an das Jugendamt, falls eine Kooperation nicht gelingt. Zeitgleich werden 
die Eltern darüber informiert.  
  
 
3. Qualifikation der Fachkräfte:  
 
Das Thema Kinderschutz ist ein fester Bestandtei l bei der Einarbeitung aller Fachkräfte. 
Durch unser Schutzkonzept k önnen wir sicherst ellen, dass sie im Alltag über 
Handlungsmöglichkeiten verfügen, um den Schutz der Ihnen anvertrauten Kinder z u 
gewährleisten. Um den gesetzlichen Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII fachlich 
auszuführen, stehen uns verschiedene Möglichkeiten fachlicher Qualif izierung und       
Beratung zur Verfügung. Dies gesc hieht durch Angebote der Fortbildung, Fachberatung 
oder Supervision sowohl für das Team als auch die einzelne Fachkraft. Die 
Zusammenarbeit mit den Eltern, Jugendamt, Erziehungsberatungsstellen und 
Kinderschutzbund sind für unsere Einrichtung sehr wichtig und bedeutend.

Anlage 1 Satzung Kurdish-European Society e.V.

16252 Zeichen

Satzung Kurdish-European Society e.V.

$1 Name und Sitz des Vereins
Der Verein führt den Namen „Kurdish-European Society e.V.“. Er hat seinen Sitz in Köln.

82 Zweck und Aufgaben

Ziel und Zweck der Gesellschaft ist es, im Sinne der Völkerverständigung das Interesse für und die
Kenntnis über die Kurden zu fördern, insbesondere die kurdisch-deutsch-europäischen
Beziehungen auf persönlicher Ebene dahingehend zu vertiefen, dass kulturelle und
gesellschaftliche Bindungen verfestigt und Integration innerhalb der kurdisch-deutsch-
europäischen Diaspora sowie in die europäischen Mehrheitsgesellschaften gefördert werden. Ziel
ist ferner die Beziehungen zwischen kurdischen, nationalstaatlichen und supranationalen
Einrichtungen in Europa zu verbessern sowie den Dialog zwischen anderen Vereinen und
Organisationen, die vergleichbare Zielsetzungen verfolgen, zu unterstützen und zu fördern.

Das Hauptbetätigungsfeld der Gesellschaft liegt in Deutschland und Europa. Sie setzt sich für das
Selbstbestimmungsrecht der Kurden ein, hält sich aber aus innerkurdischen politischen
Diskussionen in Kurdistan heraus und ist gegenüber allen dort aktiven politischen Kräften neutral
eingestellt. Bei Bedarf und mit Zustimmung lokaler Stellen hilft die Gesellschaft beim Aufbau von
Verwaltungs- sowie Staatsstrukturen im Rahmen eines demokratischen und rechtsstaatlichen
Kurdistans mit. Bei humanitären Krisen leistet die Gesellschaft ihren Beitrag, sammelt Spenden
und unterstützt die zuständigen Stellen.

Die Gesellschaft setzt sich unter Einhaltung demokratischer und rechtsstaatlicher Grundsätze für
die friedliche Lösung gesellschaftlicher Probleme in Kurdistan und Europa ein.

Die Gesellschaft setzt sich darüber hinaus für die Umsetzung der Nachhaltigen
Entwicklungsziele der Vereinten Nationen ein (die Förderung der
Entwicklungszusammenarbeit), leistet bei humanitären Krisen ihren Beitrag, sammelt Spenden
und unterstützt die zuständigen Stellen bei der Bewältigung von Flüchtlingsströmen und der
Betreuung von Flüchtlingen. Ein wichtiger Schwerpunkt des Vereins soll die Förderung der
Integration von insbesondere Kindern und Jugendlichen durch den Breitensport sein (die
Förderung des Sports und die Förderung der Kriminalprävention). Auch die Älteren sollen
aktiv in die sportlichen Aktivitäten eingebunden und dadurch ihre Integration in die
Gesellschaft gefördert werden (die Förderung der Jugend- und Altenhilfe). Durch die
sportlichen Aktivitäten soll auch die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen, Frauen und
Männern gefördert werden (Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der
öffentlichen Gesundheitspflege, insbesondere die Verhütung und Bekämpfung von
übertragbaren Krankheiten, auch durch Krankenhäuser im Sinne des $ 67, und von
Tierseuchen).Weitere Zwecke sollen die Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau
sein, die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger,
mildtätiger und kirchlicher Zwecke. die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf
allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens, die Förderung der Hilfe
für politisch, rassisch oder religiös Verfolgte, für Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler,
Spätaussiedler, Kriegsopfer, Kriegshinterbliebene, Kriegsbeschädigte und Kriegsgefangene,
Zivilbeschädigte und Behinderte sowie Hilfe für Opfer von Straftaten; Förderung des
Andenkens an Verfolgte, Kriegs- und Katastrophenopfer; Förderung des Suchdienstes für

Vermisste sowie die Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der
Studentenhilfe

Die Gesellschaft bedient sich bei der Verfolgung seiner Ziele insbesondere der folgenden
Instrumente.

a) Die Mitglieder erhalten Informationen und Beratung in fachlicher, rechtlicher und
wirtschaftlicher Hinsicht sowie eine Aus-, Fort- und Weiterbildung im Rahmen des
Satzungszwecks. Im Rahmen der steuerrechtlichen Zulässigkeit sowie

der Verfügbarkeit entsprechender Mittel werden Zuschüsse vermittelt und bereitgestellt sowie
zinsgünstige oder zinslose Darlehen vermittelt oder bereitgestellt.

b) Es können eigene mehrsprachige Bildungsangebote zur Verfügung gestellt werden durch
beispielweise die Einrichtung einer barrierefreien Website.

c) Die Gesellschaft informiert Mitglieder, einschlägige Fachinstitutionen sowie die breite
Öffentlichkeit durch Publikationen, die sie selbst erstellt oder erstellen lässt.

d) Die Gesellschaft kann wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, sich an ihnen beteiligen
oder auch entsprechende Aufträge erteilen.

e) Die Gesellschaft ist seinen Mitgliedern behilflich bei Auf- und Ausbau von Kontakten zu
Behörden und Ministerien, politischen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen sowie
Fachinstitutionen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

f) Die Gesellschaft veranstaltet Sportveranstaltungen zum Zwecke der Integration von Kindern,
Jugendlichen und Älteren

g) Die Gesellschaft organisiert Bildungsreisen für ihre Mitglieder

h) Die Gesellschaft organisiert online Kampagnen unter anderem in den sozialen Medien zur
Unterstützung von Flüchtlingen.

$3 Gemeinnützigkeit

l. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des
Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

2. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel
des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder
erhalten keine Zuwendung aus Mitteln des Vereins.

3. Es darf keine Person dürch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch
unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden.

4. Bei Auflösung des Vereins oder Wegfall steuerbegünstigter Zwecke ist das Vermögen zu
steuerbegünstigten Zwecken zu verwenden. Beschlüsse über die künftige Verwendung des
Vermögens dürfen erst nach Einwilligung des Finanzamtes ausgeführt werden.

$4 Mitgliedschaft

Mitglied können natürliche Personen werden, die den Zweck des Vereins zu unterstützen bereit
sind:

Die Gesellschaft hat

1. ordentliche Mitglieder

2. Ehrenmitglieder

3. fördernde Mitglieder

Die Aufnahme erfolgt nach schriftlichem Antrag durch Beschluss des Vorstandes. Bei Ablehnung
ist eine Bekanntgabe der Gründe nicht erforderlich. Näheres regelt die Geschäftsordnung zur
Aufnahme neuer Mitglieder.

85 Ordentliche Mitgliedschaft
Die ordentlichen Mitglieder haben das aktive und passive Wahlrecht und die aus der Satzung und ,

dem Zweck des Vereins sich ergebenden Rechte und Pflichten.

86 Ehrenmitgliedschaft

Auf Vorschlag des Vorstandes oder einzelner Mitglieder können Personen, die sich um die
Gesellschaft oder die von ihr verfolgten Ziele besonders verdient gemacht haben, von der
Mitgliederversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Nach Annahme der Ernennung
haben Ehrenmitglieder alle Rechte eines ordentlichen Mitgliedes.

87 Fördernde Mitgliedschaft
Die Eigenschaft des fördernden Mitgliedes -wird durch Beschluss--des Vorstandes und

Annahmeerklärung des fördernden Mitgliedes erworben. Fördernde Mitglieder verpflichten sich,
den Verein finanziell zu unterstützen. Die Höhe des finanziellen Beitrags legt der Vorstand fest.
Fördernde Mitglieder haben die gleichen Rechte und Pflichten wie ordentliche Mitglieder mit
Ausnahme des aktiven und passiven Wahlrechts. Dieses Recht ist ausschließlich ordentlichen

Mitgliedern vorbehalten.

$8 Mitgliedschaften von Vereinen und Organisationen

Vereine und sonstige mitgliedsfähige Organisationen können Mitglied werden. Zur Aufnahme
eines Vereins oder einer sonstigen mitgliedsfähigen Organisation ist ein Beschluss des Vorstandes
und der Mitgliederversammlung erforderlich (siehe Geschäftsordnung zur Aufnahme neuer
Mitglieder). Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird abweichend von $ 10 der Satzung vom Vorstand
festgesetzt. Im Übrigen haben sie alle Rechte und Pflichten eines ordentlichen Mitglieds. Näheres
regelt die Geschäftsordnung zur Mitgliedschaft von Vereinen und Organisationen (juristische
Personen).

89 Beendigung der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft endet

1. durch Tod

2. durch freiwilligen Austritt

3. durch Ausschluss

Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand. Sie ist nur zum Schluss
eines Kalenderjahres unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten zulässig.

Auf Empfehlung der Schiedsstelle und Beschluss des Vorstands kann ein Mitglied ausgeschlossen
werden.

Ausschlussgründe sind:

a) gesellschaftsschädigendes Verhalten

b) Nichterfüllung der Beitragspflicht nach vorheriger schriftlicher Mahnung durch den Vorstand
Vor der Beschlussfassung ist dem Mitglied unter Setzung einer angemessenen Frist Gelegenheit zu
geben, sich persönlich vor dem Vorstand oder der Schiedsstelle schriftlich zu rechtfertigen. Der
Beschluss über den Ausschluss ist mit Gründen zu versehen und dem Mitglied schriftlich bekannt
zu machen. Näheres regelt die Geschäftsordnung für die Schiedsstelle.

$& 10 Mitgliedsbeitrag

Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird auf Vorschlag des Vorstandes von der
Mitgliederversammlung festgesetzt. $ 8 der Satzung bleibt unberührt. Fördernde Mitglieder
erbringen ihren Beitrag gemäß erklärter Verpflichtung. Ehrenmitglieder sind von der

Beitragspflicht befreit.

$ 11 Vereinsorgane
Vereinsorgane sind der Vorstand, die Mitgliederversammlung, das Kuratorium sowie die

Schiedsstelle.

$ 12 Der Vorstand

Von der Hauptversammlung werden folgende Vorstandsmitglieder auf drei Jahre gewählt:
1. der Präsident/ die Präsidentin

2. drei Vizepräsidenten /-Präsidentinnen

3. der Schatzmeister/ die Schatzmeisterin

4. der Schriftführer/ die Schriftführerin

5. Beisitzer / Beisitzerinnen, die Zahl wird auf der Hauptversammlung festgelegt.

Der Präsident -und -seine--Stellvertreter bilden-den-Vorstand-im- Sinne von-$-26-BGB
(Vertretungsvorstand). Jedes dieser Vorstandsmitglieder vertritt den Verein allein. Intern soll
gelten, dass die Vizepräsidenten nur bei Verhinderung des Präsidenten zur Vertretung des Vereins
berechtigt sind.

Der Schatzmeister ist verantwortlich für den Eingang der Beiträge und die pünktliche Begleichung
von Verbindlichkeiten. Ferner ist er zuständig für den Einzug von Gebühren und Umlagen für

Veranstaltungen.

Der Kassenprüfer, der alle 3 Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt wird, legt dem
Vorstand nach Ablauf des Geschäftsjahres (Kalenderjahres) den Kassenbericht und bei der
Hauptversammlung den Entlastungsantrag für den Schatzmeister vor.

Der Vorstand kann für die Verwaltungsaufgaben und laufenden Geschäfte bis zu zwei
Geschäftsführer bestimmen. Die Geschäftsführer unterstehen in ihrer Verwaltungstätigkeit den
Weisungen des Vorstandes. Die Geschäftsführer können auch Mitglieder des Vorstandes sein.
Näheres regelt die Geschäftsordnung für die Geschäftsführung.

Im laufenden Geschäftsjahr ausscheidende Vorstandsmitglieder können durch Beschluss des
Vorstandes mit einfacher Mehrheit durch geeignete Vereinsmitglieder, die sich zur Übernahme
eines Vorstandsmandates bereit erklärt haben, ersetzt werden und zwar für die Restlaufzeit des
jeweils ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds (Kooptierte Vorstandsmitglieder). Der Vorstand hat
die laufenden Geschäfte der Gesellschaft zu besorgen und die Beschlüsse des Vorstandes und der
Mitgliederversammlung durchzuführen.

Der Vorstand fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der Anwesenden. Bei
Stimmengleichheit zählt die Stimme des Präsidenten zweifach. Der Vorstand ist beschlussfähig,
wenn mindestens die Hälfte der Mitglieder anwesend ist, darunter der Präsident und im Falle dessen
Verhinderung einer seiner Stellvertreter.

Alle Verhandlungen des Vorstandes sind vertraulich, sofern sie nicht ausdrücklich für die
Öffentlichkeit bestimmt sind. Die Entlastung des Vorstandes obliegt der Mitgliederversammlung.
Näheres regelt die Geschäftsordnung für den Vorstand.

$ 13 Mitgliederversammlung (Hauptversammlung)

Die Mitgliederversammlung ist das oberste Vereinsorgan. Die ordentliche Mitgliederversammlung
findet mindestens einmal jährlich statt. Zur ordentlichen Mitgliederversammlung hat der Vorstand
die Mitglieder mindestens 4 Wochen vorher, unter Angabe des Datums, der Tagesordnung und des
Versammlungsortes schriftlich einzuladen. Die Tagesordnung ist dabei bekannt zu geben.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung kann der Vorstand jederzeit einberufen, und zwar
innerhalb der vorgenannten Einladungsfristen. Für die Form der Einberufung außerordentlicher
Mitgliederversammlungen gilt $ 13 Satz 3 entsprechend. In Eilfällen kann die Ladungsfrist auf
mindestens 10 Tage verkürzt werden. Ob ein Eilfall vorliegt entscheidet der Vorstand mit einfacher
Mehrheit. 1

Die Mitgliederversammlung ist grundsätzlich ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden
beschlussfähig. Grundsätzlich gilt einfache Mehrheit. Für Satzungsänderungen bedarf es der
Stimmen von 45 der erschienenen Mitglieder der Mitgliederversammlung.

Sofern das Gesetz oder die Satzung nicht entgegenstehen, werden alle Beschlüsse mit einfacher
Mehrheit der Erschienenen wirksam.

Die Abstimmung kann durch Akklamation oder geheim erfolgen. Die Abstimmung hat geheim zu
erfolgen, wenn mindestens 5 Mitglieder diesen Antrag stellen. Auch der Versammlungsleiter kann
bestimmen, dass geheim abgestimmt wird.

Über den Verlauf und die Beschlüsse ist vom Schriftführer eine Niederschrift zu fertigen, die vom
Präsidenten oder alternativ von einem der Vizepräsidenten zu unterzeichnen ist. Näheres regelt die
Geschäftsordnung der Mitgliederversammlung.

& 14 Beschlussfassung

Jedes Mitglied (auch Verein oder Organisation) hat eine Stimme. Schriftliche Stimmenübertragung
eines nichtanwesenden Mitgliedes ist zulässig.

Es können bis zu drei Stimmen bei einem Mitglied vereinigt werden.

& 15 Kuratorium
Mit Beschluss der Mitgliederversammlung kann ein Kuratorium gebildet werden. Die Mitglieder
des Kuratoriums werden durch den Vorstand ernannt und abberufen. Das Kuratorium besteht aus

drei Mitgliedern und berät den Vorstand.

Der Vorstand beruft die Sitzung des Kuratoriums ein, wenn dies dem Vorstand wegen der
Bedeutung einer zu entscheidenden Angelegenheit als sachdienlich erscheint.

Die Mitglieder des Vorstandes sind von den Sitzungen des Kuratoriums zu verständigen. Sie
können an den Kuratoriumssitzungen mit beratender Stimme teilnehmen. Die Sitzungen des
Kuratoriums werden vom Präsidenten des Vereinsvorstandes geleitet, im Falle seiner Verhinderung
von einem seiner Stellvertreter, sind auch diese verhindert, von einem Mitglied des Kuratoriums,
dass die Mitglieder des Kuratoriums dazu bestimmen.

Beschlusse des Kuratoriums werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen

gefasst.

$& 16 Schiedsstelle

Mit Beschluss der Mitgliederversammlung kann die Mitgliederversammlung eine Schiedsstelle
einrichten. Ziel dieser Schiedsstelle ist es insbesondere Konflikte innerhalb der Gesellschaft zu
lösen und den Vorstand beim Ausschlussverfahren nach $ 9 dieser Satzung zu unterstützen. Die
Mitglieder der Schiedsstelle werden von der Hauptversammlung auf drei Jahre gewählt. Näheres
regelt die Geschäftsordnung für die Geschäftsstelle.

& 17 Geschäftsjahr
Das Geschäftsjahr beginnt mit dem Kalenderjahr am 01. Januar und endet am 31. Dezember. Das

erste Geschäftsjahr beginnt mit der Eintragung im Vereinsregister.

& 18 Auflösung der Gesellschaft
Im Falle der Auflösung sind der Präsident und die Vizepräsidenten gemeinsam

vertretungsberechtigte Liquidatoren.

Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das
Vermögen an den Verein "Christlich-Ezidische Gesellschaft für. Zusammenarbeit in Forschung und
Wissenschaft", die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche

Zwecke zu verwenden hat.

$ 19 Sonstiges \
Sollte der Notar oder das Registergericht Änderungen des vorgelegten Satzungstextes für

erforderlich halten, so werden sowohl der Präsident als auch seine Stellvertreter, jeweils
alleinvertretungsberechtigt, ermächtigt, diese Änderungen zum Vereinsregister vorzunehmen und
anzumelden.

$ 20 Inkrafttreten
Vorstehende Satzung ist nach der konstituierenden Beschlussfassung der Hauptversammlung vom

19. Oktober 2019 am Tag der Eintragung in das Vereinsregister in Kraft getreten.

Beschlussvorlage Ausschuss

5917 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
IV/510/62 
1701 
Vorlagen-Nummer 
 3574/2020 
Freigabedatum 
 18.12.2020 
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII; hier: "Kurdish-European 
Society e.V." 
Beschlussorgan 
Jugendhilfeausschuss 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Jugendhilfeausschuss – Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie – beschließt, den „Kurdish 
European Society e.V.“, vorübergehende Geschäftsanschrift: Ginsterpfad 21, 50737 Köln, begrenzt 
auf den Betrieb einer Kindertageseinrichtung, zunächst befristet für die Dauer von 2 Jahren als Träger 
der freien Jugendhilfe gemäß § 75 Abs. 1 SGB VIII anzuerkennen. 
 
Jugendhilfeausschuss 26.01.2021

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
Der „Kurdish European Society e.V., vorübergehende Geschäftsanschrift: Ginsterpfad 21, 50737 Köln 
wurde am 19.08.2016 gegründet. Der Verein wurde am 05.12.2016 mit Sitz in Köln unter der VR-Nr. 
19135 beim Amtsgericht Köln eingetragen. 
 
Der Verein beabsichtigt den Betrieb einer Kindertageseinrichtung in Köln und beantragt aus diesem 
Grund die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII. 
 
Ziel und Zweck des Vereins ist gemäß § 2 der Satzung im Sinne der Völkerverständigung das Inte-
resse für und die Kenntnis über die Kurden zu fördern, insbesondere die Kurdisch-deutsch-
europäischen Beziehungen auf persönlicher Ebene dahingehend zu vertiefen, dass kulturelle und 
gesellschaftliche Bindungen verfestigt und Integration innerhalb der kurdisch-deutsch-europäischen 
Diaspora sowie in die europäischen Mehrheitsgesellschaften gefördert werden. 
 
Ein wichtiger Schwerpunkt des Vereins soll die Förderung der Integration von insbesondere Kindern 
und Jugendlichen durch den Breitensport sein.  
In dem für die Jugendhilfe relevanten Bereich nennt der Verein in seiner Satzung folgende Ziele: 
 die Förderung des Sports und die Förderung der Kriminalprävention  
 die Förderung der Jugend- und Altenhilfe (aktive Einbindung und Integration durch sportliche 
Aktivitäten von Jung und Alt) 
 die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege 
(durch sportliche Aktivitäten) 
 Förderung der Erziehung 
 
Der Verein beabsichtigt im Rahmen seiner Vereinsaufgaben: 
- eine Integration der Kurdischen Gemeinden,  
- Kinder- und Jugendarbeit 
- Frauenförderung 
- Betreuung von Flüchtlingen 
- das Betreiben einer bilingualen bzw. mehrsprachigen Kindertagesstätte in Köln. 
 
Der Vereinsvorstand gibt an, als Trägerorganisation europaweit aktiv zu sein und sich für die Vertre-
tung und Interessen der in Deutschland lebenden Kurden vorrangig einzusetzen. 
 
Der Verein hat eine umfangreiche Aktivität in der Kinder- und Jugendarbeit im Antragsverfahren for-
muliert, diese aber nicht durch Sach- oder Tätigkeitsberichte bewertbar belegt. Der Verein ist jedoch 
im Amt für Integration und Vielfalt, Kommunales Integrationszentrum Köln durch verschiedene Aktivi-
täten mit Geflüchteten bekannt. 
Der Fokus zum beantragten Anerkennungsverfahren liegt laut Angaben des Vereinsvorsitzenden zu-
nächst auf dem Betrieb einer Kindertageseinrichtung in Köln.  
Der Verein hat bisher keine geeigneten Räumlichkeiten gefunden. Die Suche erfolgt laut Verein 
stadtweit.

3 
Der „Kurdish-European Society e.V.“ ist bisher noch nicht im Elementarbereich durch den Betrieb 
einer Kindertagesstätte tätig.  
Gemäß der Rahmenbedingungen der Konzeption ist die Gruppenstruktur der Einrichtung wie folgt 
geplant: 
20 Kinder im Alter von 2-6 Jahren 
20 Kinder im Alter von 0-3 Jahren 
20 Kinder von 3 Jahren und älter, 
so dass insgesamt ein Angebot von 60 Plätzen vorgesehen wird. 
 
Die pädagogische Konzeption sieht eine für alle Kinder offene und inklusive Angebotsstruktur vor, so 
dass die zukünftige Einrichtung für jedes Kind offen steht. 
Konzeptionell stehen folgende pädagogische Ansätze im Vordergrund: 
- Leitsätze der Fröbel Pädagogik, 
- der Montessori Pädagogik, 
- dem situationsorientierten Ansatz, sowie 
- der Kleinkindpädagogik nach Emmi Pikler. 
 
Bildung und Unterstützung von 
- Kommunikationsfähigkeit 
- Kreativität 
- Motorische Fähigkeiten 
- Musische Fähigkeiten 
- ersten Fremdsprachenkenntnissen 
Förderung der 
- Persönlichkeitsentwicklung 
- Selbstwahrnehmung 
- Sozialen Kompetenz 
 
Die Konzeption sieht eine regelmäßige Zusammenarbeit mit Eltern vor, die eine Beteiligung und Mit-
bestimmung ermöglicht. 
Das Schutzkonzept gem. § 8a SGB VIII ist ebenfalls fester Bestandteil der Konzeption der zukünfti-
gen Einrichtung. 
 
Das Finanzamt Köln-Altstadt hat am 07.08.2020 einen Freistellungsbescheid für 2019 zur Körper-
schaftsteuer und Gewerbesteuer erteilt. 
 
Den Vereinsvorstand bilden: 
- Herr Kahraman Evsen 
- Herr Sihar Evsen 
- Frau Jessica Evsen 
-  
Der Verwaltung liegen keine Erkenntnisse über die handlungsbevollmächtigten Personen vor, die 
einer Anerkennung des Vereins als Träger der freien Jugendhilfe entgegenstehen. 
 
Nach Ansicht der Jugendverwaltung gewährleistet der Verein eine den Zielen des § 75 Abs. 1 SGB 
VIII zu Grunde liegende förderliche Arbeit.  
Er lässt erwarten, dass er aufgrund der fachlichen und personellen Voraussetzungen des vorgesehe-
nen Personals im Stande ist, einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Ju-
gendhilfe zu leisten. 
 
Die Verwaltung schlägt die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 Abs. 1 SGB 
VIII,  
- zunächst befristet für 2 Jahre und  
- begrenzt auf den Betrieb einer Kindertageseinrichtung 
vor, weil es keine praxisbezogenen Erfahrungswerte mit dem Verein gibt. 
 
Die Satzung und die Konzeptionen sind als Anlagen 1-3 unter Session-Nr. 3574/2020 hinter-
legt.

4

Anlage 2 KES-KITA KONZEPT KOELN

77110 Zeichen

1 
 
 
MEHRSPRACHIGE KINDERTAGESSTÄTTE IN KÖLN 
 
KONZEPTION 
 
 
 
 
 
 
 „DERGȖSH“ 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kurdish-European Society e.V.

2 
 
INHALTSANGABE 
1. Vorwort ................................ ................................................................ ........................... 3 
2. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit ............................................................... 5 
Unsere Ziele ................................ ................................................................ ................ 5 
a. Die Eingewöhnung ................................................................................................ ..... 8 
b. Tagesablauf ................................ ................................................................ ................ 9 
c. Die morgendliche Begrüßung ................................................................ ................... 9 
d. Die Lernumgebung ................................................................................................ .. 10 
e. Die Pflegesituation und das Wickeln................................................................ ...... 11 
f. Die Kinderversammlung ................................................................ .......................... 13 
g. Geschichten vorlesen und erzählen ................................................................ ...... 15 
h. Musik und Bewegung .............................................................................................. 17 
i. Sport und Bewegung ................................................................................................  18 
j. Projektarbeit ................................ ................................................................ .............. 19 
k. Spielen der Kinder ................................................................................................ ... 20 
3. Rahmenbedingungen................................................................................................ .. 21 
Räumlichkeiten ................................ ................................................................ ......... 21 
a. Alter der Kinder und Gruppen ................................................................ ................ 21 
b. Ernährung ................................ ................................................................ ................. 21 
c. Personal ................................ ................................................................ .................... 23 
d. Zusammenarbeit im Team ................................................................ ..................... 25 
6. Zusammenarbeit mit den Eltern ................................................................ ................ 27 
7. Herausforderung Flüchtlingskinder ................................................................ .......... 32 
a. Die Eingewöhnung individuell gestalten ............................................................... 32 
b. Flüchtlingskinder sinnvoll beschäftigen ................................................................  34 
c. Den Erwerb der deutschen Sprache fördern ................................ ........................ 36 
d. Traumatisierten Kindern im Rahmen des Möglichen helfen .............................. 39 
e. Mit den Eltern kooperieren ................................................................ ..................... 41 
8. Träger ................................ ........................................................................................... 46

3 
 
1. Vorwort 
 
Wir möchten eine mehrsprachige Kindertagesstätte betreiben, die offen und 
inklusiv ist und vor allem ein besonderes Augenmerk auf die Kinder mit Migrations- 
und Flüchtlingshintergrund legt. Zum Thema Flüchtlingskinder wird unter Punkt 7. 
ausführlich Stellung genommen. 
Mehrsprachigkeit ist im modernen Europa, im Zeitalter der Globalisierung und 
wachsenden internationalen Zusammenarbeit unve rzichtbar. Bilinguale oder 
trilinguale Kindertagesstätten fördern Mehrsprachigkeit, in dem Kinder spielerisch 
und kindgerecht an eine Fremdsprache herangeführt  werden. Wissenschaftliche 
Studien belegen, dass das menschliche Gehirn auf Mehrsprachigkeit ausg elegt ist 
(vgl. Gogolin, 2008).  Der frühe Erwerb mehrerer Sprachen gehört zum biologisch 
verankerten Verhaltensrepertoir jedes Menschen. Weder ist die Zahl der Sprachen, 
die jemand zu lernen vermag, biologisch festgelegt, noch gibt es einen Zeitpunkt, 
zu dem keine weitere Sprache mehr gelernt werden kann.  
Es hat sich gezeigt, dass die Altersspanne bis zum 6. Lebensjahr zu dem Zeitraum 
gehört, in dem längerfristig das Erlernen weiterer Sprachen in der Regel besonders 
gut gelingt. Mehrsprachige Kindertagesst ätten sind daher dann besonders 
erfolgreich, wenn sie diese frühen Jahre nutzen und den Kindern die Möglichkeit 
geben, ihre biologisch gegebenen Sprachlernfähigkeiten in der ihnen eigenen, d.h. 
kindgemäßen Weise zu entfalten. 
In einer mehrsprachigen Umgebung erlernen Kinder die zweite und dritte Sprache 
genauso mühelos und selbstverständlich wie die erste. Für sie ist es völlig normal 
und natürlich, mehrere Sprachen zu lernen. Sie bringen alle biologischen und 
kognitiven Voraussetzungen selbst mit. Sie müssen einfach nur die Gelegenheit für 
sprachlichen Input bekommen. Sprechen lernen ist DER Lernprozess im 
Vorschulalter. Gerade kleinen Kindern gelingt das Erlernen mehrerer Sprachen

4 
 
besonders gut. Sie brauchen dafür keinen speziellen Sprachunterricht, da sie  
intuitiv und spielerisch lernen. 
Moderne Forschungsergebnisse belegen, dass Kinder die mit mehreren Sprachen 
aufwachsen, 
 auch bessere allgemein kognitive Fähigkeiten haben 
 über größere mentale Flexibilität verfügen 
 in der Regel abstrakter denken können 
 oft eine höhere soziale Sensibilität aufweisen 
 
Für mehrsprachige Kinder eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten auf ihrem 
zukünftigen Weg. Bilinguale/Triliguale Kindertagesstätten entsprechen den Zeichen 
der Zeit und reagieren auf bildungspolitische Zielsetzungen. 
Eine weitere Anforderung, insbesondere im Rahmen einer zukunftsorientierten 
Familienpolitik, ist es, genau die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Menschen 
brauchen, wenn sie sich für Kinder und für Familie entscheiden wollen. Dabei muss 
sich Familien politik an Lebensrealitäten, an Lebensentwürfen von Männern und 
Frauen und an den Bedürfnissen von Kindern orientieren. Die große Mehrheit der 
Menschen wünscht sich heute nämlich Familie und beruflichen Erfolg 
gleichermaßen. Einen Spezialfall bilden Flüchtlinge und Neuzugewanderte, auf die 
noch im Einzelnen eingegangen wird.

5 
 
2. Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit 
 
Unsere Ziele  
 
Unterstützung bei der Bildung von:  
• Kommunikationsfähigkeit  
• Kritikfähigkeit  
• Kreativität  
• Motorischen Fähigkeiten  
• Musischen Fertigkeiten  
• Wissen  
• Ersten Fremdsprachenkenntnissen  
 
Förderung der:  
• Individuellen Persönlichkeitsentwicklung  
• Selbstständigkeit  
• Selbstwahrnehmung  
• Sozialen Kompetenz  
 
Vermittlung von Normen und Werten wie:  
• Verantwortungsbewusstsein  
• Offenheit  
• Hilfsbereitschaft  
• Zuverlässigkeit  
• Respekt gegenüber allen Lebensformen  
 
Aufgrund der Überzeugung, dass kindliche Entwicklung ein sehr komplexer, 
ganzheitlicher und individueller Vorgang ist, ziehen wir für unsere pädagogische

6 
 
Arbeit verschiedene pädagogis che Ansätze heran. So finden sich in unserem 
Konzept u.a. Elemente aus der Fröbel Pädagogik, der Montessori Pädagogik, dem 
Situationsorientierten Ansatz sowie der Kleinkindpädagogik Emmi Piklers. 
In Anlehnung an Friedrich Fröbel, den Erfinder des Kindergar tens und Begründer 
der Spielpädagogik, sehen wir das freie, selbsttätige Spiel als wirksamste 
Selbstbildungsmethode kleiner Kinder. Dementsprechend groß ist die Bedeutung, 
die wir der Pflege des freien Spiels als  Bildungs- und Erziehungsmethode 
beimessen. 
Wie Maria Montessori glauben wir an die verborgenen schöpferischen Kräfte im 
Menschen und legen großen Wert auf die Beobachtung und die Signale der Kinder, 
um deren Eigenkräfte zu  wecken und ihren Entwicklungsprozess optimal zu 
fördern. Wir geben den Kindern Raum und Zeit, um ihre Umwelt sinnlich begreifen 
und erfahren zu können. "Hilf mir, es selbst zu tun!" steht bei  uns, wie in der 
Montessori Pädagogik, für unseren Erziehungsgrundsatz dem Kind zu helfen,  
selbständig zu werden. 
Entsprechend dem Situationsorientierten Ansatz, der davon ausgeht, dass Kinder 
emotional soziale Kompetenzen und andere personale Kompetenzen über soziale 
Beziehungen aufbauen, sehen wir uns vor allem als Vorbild und Bindungspartner 
und nicht als Lehrer. Da  nachhaltige Bildung immer  nur durch Selbstbildung 
geschieht, sehen wir unsere Aufgabe  hauptsächlich darin, den Kindern 
Lebensfreude zu vermitteln. Nur durch Lebensfreude setzt sich  ein Kind gerne mit 
seinen Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen auseinander und hat die  
Möglichkeit diese konstruktiv zu verarbeiten. 
Aufgrund der praktischen und wissenschaftlichen Arbeit Emmi Piklers vertreten wir 
die Ansicht, dass sich die Persönlichkeit des Kindes dann am besten entfalten kann, 
wenn es sich möglichst  selbstständig entwickeln darf. Unsere Aufgabe sehen wir 
darin, dem Kind Geborgenheit in sicheren, stabilen Beziehungen zu vermitteln und 
seine Umgebung so zu gestalten, dass es seinem  individuellen Entwicklungsstand

7 
 
entsprechend selbstständig aktiv werden kann. I n der Arbeit – vor allem mit unter 
Dreijährigen – sind uns daher drei Aspekte besonders wichtig: 
 Die achtsame Pflege, die in Kommunikation mit dem Kind geschieht, dessen 
Initiative einbindet und als Chance für den Aufbau einer emotionalen Bindung 
genutzt wird, 
 Die selbständige Bewegungsentwicklung, die das Kind aus eigenem Antrieb und 
im eigenen Tempo, ohne die lenkenden und beschleunigenden Eingriffe des 
Erwachsenen vollzieht, 
 Das freie Spiel, in dem das Kind in einer geschützten, altersgemäß 
ausgestatteten Umgebung ungestört se inen Interessen folgen und se ine 
Fähigkeiten entfalten kann. 
Wir arbeiten nach der Immersio nsmethode, d.h. die Kinder leben den 
Kindergartenalltag in mehreren Sprachen und erwerben eine und mehrere Sprachen 
im täglichen Umgang mit den  mehrsprachigen Erzieherinnen. Es werden keine 
Sprachkurse abgehalten, in denen Sprachen explizit unterrichtet werden . 
Stattdessen findet der Tagesablauf ganz natürlich in mehreren Sprachen statt, indem 
jede Erzieherin ihre jeweiligen Aktivitäten in ihrer Muttersprache durchführt. 
Dabei folgen wir dem sogenannten "eine Person – eine Sprache“ (one person – one 
language) Prinzip. Das bedeutet, eine Person spricht je eine Sprache und dies 
möglichst konsequent und  durchgängig. Zu und vor den Kindern spricht jede 
Erzieherin in ihrer Muttersprache, d.h. auch  unter den Erwachsenen. Ist letzteres 
nicht immer möglich, zeigt sich, dass die Kinder keinerlei  Probleme damit haben zu 
akzeptieren, dass mit ihnen eine andere Sprache gesprochen wird als  mit den 
Erwachsenen. Ausschlaggebend für di ese Akzeptanz scheint vor allem eine 
eindeutige Sprachverteilung zu sein, auf die sich die Kinder "verlassen" können. 
Die Aneignung der Sprache (n) erfolgt intuitiv, unbewusst und  ungesteuert. 
Entscheidend hierfür sind die sozialen Kontexte, in denen die Sp rache gesprochen 
wird. Die Kinder tauchen in die sprachliche Umgebung ein, wobei eine gezielte

8 
 
Steuerung nicht  notwendig ist, den Prozess aber unterstützen kann. Wir bieten 
Kindern eine soziale Umgebung, in der sie Sprachenkenntnisse erwerben können. 
 
a. Die Eingewöhnung 
 
Der Aufenthalt in der Kita beginnt mit der Eingewöhnung des Kindes nach dem 
Berliner Eingewöhnungsmodell.  
 Im Idealfall spricht die pädagogische Fachkraft die Familiensprache des Kindes, so 
dass die ersten Kontakte zum Kind in der fremden Kita – Umgebung in seiner 
vertrauten Sprache erfolgen können und damit von Anfang an eine positive 
Kommunikation zwischen der pädagogischen Fachkraft und dem Kind möglich ist 
Ist das nicht der Fall, erfragt die pädagogische Fachkraft wichtige Wörter bei d en 
Eltern 
 Die pädagogische Fachkraft schenkt dem Kind ihre volle Aufmerksamkeit und 
begleitet es durch den Tag und die Räume 
 Sie übernimmt zunächst im Beisein der Mutter oder des Vaters, die Pflege des 
Kindes 
 Sie begleitet ihr Handeln während der gesamt en Zeit durch Mimik, Gestik und 
Sprache 
 Sie beginnt während der Eingewöhnungszeit mit dem Führen des 
Sprachlerntagebuches. Sie kommt so mit der Bezugsperson des Kindes über alles 
Wissenswerte über das Kind, wie Vorlieben und Ängste, Ess - und 
Schlafgewohnheiten ins Gespräch. 
 Auch die anderen Fachkräfte wenden sich während der Eingewöhnung vorsichtig 
dem neuen Kind zu und geben ihm so die Möglichkeit, sich mit ihnen und der 
eventuell neuen Sprache Deutsch anzufreunden 
 Sie ermuntert die Bezugspersonen des Kindes mit ihm weiterhin in der Sprache zu 
kommunizieren, in der sie sich wohlfühlen

9 
 
So stellt sie eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind und zur Bezugsperson des 
Kindes her. Durch die Wertschätzung ihrer Familiensprache/n und Familienkultur/en 
erleben di e Familien, dass sie „richtig“ sind, so wie sie sind. Für die erfolgreiche 
Erziehungspartnerschaft mit Eltern ist das eine grundlegende Voraussetzung. 
 Die Eingewöhnung ist beendet, wenn sich das Kind beim Abschied von seiner 
vertrauten Bezugsperson, von se iner neuen Bezugsperson, der pädagogischen 
Fachkraft, trösten lässt. 
 In der Regel sollte das nach zwei Wochen der Fall sein. 
 
b. Tagesablauf  
 
Kinder, insbesondere Kleinkinder, brauchen einen rhythmischen Tagesablauf, in 
dem sich Phasen der Aktivität mit P hasen der Ruhe abwechseln. Eine gewisse 
gleichbleibende Struktur des Tages gibt den Kindern Sicherheit. Der Tag ist 
gegliedert in Zeiten, in denen die Kinder sich frei beschäftigen und Zeiten, in denen 
sie durch die Erzieherin konkret angeregt werden, wie z.B. im Erzählkreis, im 
Singkreis, bei den handwerklichen Aktivitäten und bei der Sprachbildung.  
Auch der Wochenablauf wird durch bestimmte Höhepunkte an den einzelnen 
Wochentagen strukturiert, wie z. B. verschiedene angeleitete Aktivitäten: Basteln, 
Malen, Holzarbeiten Bewegungsspiele, Singkreis usw. und einmal in der Woche ein 
Ausflug, bei schönem Wetter eventuell auch öfter.  
c. Die morgendliche Begrüßung  
 
 Alle Mitarbeiter*innen begrüßen alle Kinder und Eltern jederzeit freundlich 
 Die pädagogische Fach kraft bemüht sich darum, die Begrüßungsworte in den 
Erstsprachen der Kinder zu lernen und verwendet diese ab und zu (Günaydin, Roj 
Bash, Hola, Sabah el-Chair)

10 
 
Die pädagogische Fachkraft führt freundliche kurze Tür- und Angelgespräche mit den 
Eltern. Sprechen Fachkraft und Eltern unterschiedliche Sprachen beziehen wir andere 
Eltern oder Kolleg*innen mit ein. 
Der Beginn des Kita – Alltages ist für das Kind hörbar in Kommunikation eingebettet 
und dem Bemühen einander zu verstehen. 
 Jedes Kind hat in der Garde robe einen mit seinem Namen und seinem Foto 
gekennzeichneten Platz 
 Im Eingangsbereich befinden sich Begrüßungen in verschiedenen Sprachen 
 
d. Die Lernumgebung 
 
Wir legen großen Wert auf eine sprachanregende Lernumgebung. Dies spiegelt sich 
in unserer 
 Einrichtung  im Material und der Raumgestaltung, angeregt 
durch die Kriterien der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung, im 
ganzen Haus wider. 
 Dabei behalten die pädagogischen Fachkräfte die Interessen und Vorlieben der 
Kinder im Blick. Sie tauschen Material und Spielzeug regelmäßig aus oder erneuern 
es, um wieder neue Sprachanlässe zu schaffen. Auch achten sie darauf, dass 
unterschiedliches Material in ausreichenden Mengen vorhanden ist und 
präsentieren es ansprechend. 
 In den unterschiedlichen Spielecken f inden die Kinder vielfältige Kostüme zum 
Verkleiden und anderes Material wie Koffer, Taschen, Brillen, Kopfbedeckungen, 
Telefone, Fotoapparate, Puppen, Küchenutensilien, Arztkoffer, Fahrzeuge, Tiere, 
Bausteine 
 Um im Alltag Sprachanlässe zu schaffen, befinden sich in den Räumen und an den 
Wänden u.a. auch Fotos der Kinder mit der jeweiligen Sprache des Kindes und welche 
Sprache es noch lernt 
 Fotodokumentationen von Ausflügen, dem Besuch der Musikschule, Festen, u.a.

11 
 
 Projekt- und Themenordner, die für Kinder und Eltern zugänglich sind
 Das „Kind der Woche“
 Sprachlerntagebücher
 Familienwände und der Satz „Meine Familie und Ich“ in den Sprachen der Kinder
 Die Bedeutung der Namen der Kinder
 Die Sprachen der Kinder werden im Raum sichtbar
 Bilder von Bauwerken, Mens chen mit verschiedenen Berufen, Tieren, 
Naturereignissen
 Geburtstagskalender, Wochenpläne, Tischdienstlisten
 Tischsprüche in verschiedenen Sprachen
 Kalender, Globen
 Außerdem gibt es in den Gruppen 
 Tischspiele mit Bildern zum Benennen
 Bücher in denen sich die Kinder und ihre Familien wiederfinden können
 Sachbücher zu verschiedenen Themen
 Materialien zum Sortieren, Vergleichen und Zählen
 Musikinstrumente
 U.a.
 
e. Die Pflegesituation und das Wickeln 

 Die pädagogische Fachkraft kündigt dem Kind, das gewickelt w erden soll, ihre 
Absicht vorher an
 Beim Wickeln wendet sich die pädagogische Fachkraft dem Kind zu, sie schenkt ihm 
ihre volle Aufmerksamkeit, in diesem Moment des Wickelns signalisiert sie dem 
Kind: „Du bist wichtig, ich bin jetzt nur für dich da.“
 Beim Wickeln und Pflegen spricht die pädagogische Fachkraft, wenn möglich, die 
Muttersprache des Kindes
 Die pädagogische Fachkraft verbalisiert ihr Tun, alle Handlungen wie Windeln 
wechseln, Eincremen, Anziehen begleitet sie sprachlich

12 
 
 Auf Äußerungen des Kindes geht sie ein, sie vervollständigt einzeln gesprochene 
Wörter zu Sätzen. Durch positives Feedback korrigiert sie falsch ausgesprochene 
Wörter des Kindes
 Mobile über dem Wickeltisch laden zu Gesprächen ein
 Durch Sing- und Fingerspiele in verschiedenen Sprach en als Ritual beim Wickeln, 
erhöht sie die Aufmerksamkeit des Kindes


13 
 
f. Die Kinderversammlung 

 Mehrmals in der Woche gibt es in den Gruppen Kinderversammlungen, um den 
Tag gemeinsam zu beginnen, zu sehen wer alles da ist und wer fehlt und um Dinge 
zu besprechen, die alle Kinder betreffen
 Manchmal werden die Morgenversammlungen mit nur wenigen Kindern gemacht, 
damit sich auch zurückhaltende oder jüngere Kinder zu Wort kommen
 Die Versammlungen finden an einem dafür vorgesehenen Ort statt. Jedes Kind hat 
seinen Platz.
 Die Erzieher*innen sprechen überwiegend deutsch, Kinder können jedoch in ihrer 
Muttersprache sprechen, ihre Beiträge werden übersetzt.
 Die pädagogischen  Fachkräfte bereiten anhand von Beobachtungen  oder  
eigenen Überlegungen die Versammlungen vor und lassen gleichzeitig viel Raum 
für die Anliegen der Kinder, z.B. Beschwerden. 
Jede Gruppe macht die Morgenversammlung auf ihre eigene Art und Weise. 
Im Folgenden zählen wir einige Elemente der Morgenversammlung auf: 
 Es gibt feste Rituale, wie das Zählen der anwesenden Kinder. Die Erzieher*innen 
ermuntern die Kinder in den Sprachen zu zählen, die sie können oder kennen. 
Eltern fragen wir nach den Zahlworten in ihnen geläufigen Sprachen. Diese 
werden in das Gruppenrepertoire aufgenommen
 Verse, Begrüß ungs- und Geburtstagslieder werden auf Deutsch und in den 
Erstsprachen der Kinder und/oder der Erzieher*innen gesungen.
 Es wird den Kindern Raum und Zeit zum Erzählen gegeben.
 Die Gruppe bespricht die Aktivitäten des Tages, dabei werden die Kinder 
miteinbezogen. Die Kinder werden ermuntert ihre Wünsche und Ideen zur Gestaltung 
des Tages einzubringen, diese werden zur Diskussion gestellt und Entscheidungen 
getroffen
 Die pädagogischen Fachkräfte setzen unterschiedliche Abstimmungsmethoden 
ein. So lernen die Kinder demokratische Beschlüsse zu fassen und zu akzeptieren.

14 
 
Die pädagogischen Fachkräfte achten darauf, dass die Vorschläge der Minderheit 
auch beachtet werden
 Themen, die einzelne Kinder oder die Gruppe betreffen werden besprochen, z.B. 
Hauen, verschwundenes oder kaputtes Spielzeug.
 Die  Morgenversammlungen  bieten  auch  Raum für  Beschwerden  der  Kinder.  
Diesewerden angehört und Lösungen dafür diskutiert.
 Damit alle Kinder in ihrem eigenen Tempo erzählen können erhalten sie einen 
Erzählstab oder einen Erzählstein. Erst wenn sie fertig erzählt haben und den Stein 
auf den dafür vorgesehenen Platz zurückgelegt haben, ist das nächste Kind an der 
Reihe 
 Die jüngeren Kinder lernen im engen Kontakt zu den älteren Kindern in der 
Gruppe täglich neue Wörter

15 
 
g. Geschichten vorlesen und erzählen 
 
Wir sind uns dessen bewusst, dass sich Bücherlesen und Geschichten erzählen unter 
anderem auf die Sprachentwicklung positiv auswirkt. Deswegen widmen wir einen 
festen Bestandteil des Tages dem Vorlesen und Geschichten erzählen. 
 Im Alltag gibt es regelmäßig Vorlesezeit
 In jeder Gruppe gibt es gemütliche Leseecken mit zahlreichen Büchern für ältere 
und jüngere Kinder.
 Für jedes Kind gibt es Bücher in erreichbarer Höhe, die es immer nehmen kann. Die 
Bücher werden gut sichtbar im Gruppenraum präsentiert
 Jedes Kind findet mehrere Bücher in seiner Erstsprache im Regal. Jedes Jahr kaufen wir 
Bücher in den Sprachen der neuen Kinder der Gruppe
 Bilderbücher sollen in einem guten Zustand sein und werden deswegen regelmäßig 
repariert.
 Je nach Interesse der Kinder tauschen wir die Bücher regelmäßig aus
 Die Inhalte der Bilderbücher knüpfen an dem Verständnis und den 
Alltagserfahrungen der Kinder an und  spiegeln die verschiedenen 
Lebenssituationen von Kindern wider. Bei der Auswahl der B ücher achten wir 
außerdem darauf, dass Abbildungen nicht stereotyp oder diskriminierend sind
 Je nach Alter der Kinder werden Bilderbücher betrachtet oder Geschichten 
vorgelesen
 Das Vorlesen und Bilderbuch betrachten ist immer interaktiv und warmherzig
 Das Betrachten und das Vorlesen geschieht entweder in der deutschen oder in der 
gemeinsamen Muttersprache von Kind und pädagogischer Fachkraft
 Spricht keine pädagogische Fachkraft in der Kita die Sprache eines Kindes, werden 
Familienangehörige zum Vorlesen in die Kita eingeladen


16 
 
 Beim Vorlesen kann die pädagogische Fachkraft Wörter in den Erstsprachen der 
Kinder erfragen, Vergleiche anstellen und auf ähnlich klingende Wörter hinweisen
 Eltern und Kinder können Bücher ausleihen, damit zu Hause vorgelesen werden 
kann
 Um die Kinder zum Geschichten erzählen anzuregen, wird in einigen Gruppen mit 
einem Märchen - oder Geschichtenkoffer gearbeitet. Der Koffer ist mit 
verschiedenen Gegenständen gefüllt (ein goldener Schlüssel, eine Krone, ein 
Feuerwehrauto, ein Hammer usw .). Ein Kind darf den Koffer öffnen, sich zwei bis 
drei Gegenstände herausnehmen und dazu eine Geschichte erzählen. 
 Für Kinder unter drei Jahre kann ein Stoffbeutel zum Geschichten erzählen anregen. 
Im Beutel befinden sich die Protagonisten aus einem Bilderbuch, zum Beispiel eine 
kleine Puppe, ein kleiner Hund, ein  Haus. Die Gegenstände machen das Bilderbuch 
im wahrsten Sinne begreifbar. Zusammen mit der pädagogischen Fachkraft holt das 
Kind den Inhalt aus dem Beutel und erzählt dazu die Bilderbuchgeschichte nach 
oder eine erfundene Geschichte. Dies kann auf Deutsch oder einer anderen 
Sprache geschehen.
 Ein besonderes Format sind die „STERNSTUNDEN“. Jedes Kind sucht sich einmal im 
Jahr eine*n Erzieher*in aus und entscheidet sich für ein e Tätigkeit, die es ca. eine 
Stunde lang zusammen mit ihr*ihm machen möchte. Die Aktivitäten sind sehr 
vielfältig, genauso vielfältig wie die Kinder. Kuchen backen oder eine Rakete basteln, 
auf den Bauernhof gehen oder Eis essen, 1000 Sandkuchen backen ode r eine 
Stunde Trampolin springen. Dabei entstehen Gespräche zwischen Kind und 
pädagogischer Fachkraft, die im Trubel des Alltags in dieser Intensität kaum möglich 
sind. Die meisten Kinder genießen diese Zeit ungestörter Aufmerksamkeit. Mit 
Fotos und Origin alaussagen der Kinder werden die Sternstunden dokumentiert. 
Geheimnisse des Kindes bleiben jedoch geheim!

17 
 
h. Musik und Bewegung  
 
 Die Kinder reagieren sehr freudig auf Musik, sie sind begeistert davon, selbst Laute 
und Geräusche zu erzeugen
 Musik – und Bewegungsspiele sind ein regelmäßiger Bestandteil des Kitaalltags . In 
vielen Situationen des Alltags regt die pädagogische Fachkraft die Kinder zum 
Singen, Tanzen und Mitklatschen an
 In der Gruppe lernen die Kinder Lieder in ihren Erstsprachen und in andere n 
Sprachen
 Als Tradition üben wir mit den Kindern zu Festen Lieder in verschiedenen Sprachen, 
Singspiele oder Theaterstücke ein und singen und führen sie den Eltern vor
 Die pädagogische Fachkraft selbst begleitet ihr Handeln mit Liedern oder erzählt 
singend, was die Kinder tun sollen. Zum Beispiel kann die Aufforderung zum Hände 
waschen, zum Essen oder zum Aufräumen singend erfolgen. Dies kann in 
verschiedenen Sprachen geschehen
 Die pädagogische Fachkraft sorgt dafür, dass sich im Gruppenraum 
unterschiedliche Musikinstrumente wie Rasseln, Trommeln, Klanghölzer, 
Xylophone, befinden, auch mit Alltagsgegenständen können Kinder Musik erzeugen
 Wir stellen mit den Kindern eigene Musikinstrumente her (Rasseln, Trommeln usw.)
 Im Gruppenraum befinden sich CD – Player mit CDs verschiedener Musikrichtungen 
und Sprachen. Auch an klassische Musik führen wir die Kinder heran und halten sie 
an, bewusst Musik zu hören
 Die Kinder werden ermuntert Musik von zuhause mitzubringen
 Wir vermeiden es, die Kinder mit im Hintergrund laufendem CD – Player mit Musik 
zu berieseln
 Wir benutzen akustische Signale, zum Beispiel einen Gong, eine Klangschale, um 
wiederkehrende Rituale einzuleiten oder auch um Aktivitäten zu stoppen
 Für die älteren Kinder organisieren wir in Absprache mit den E ltern 
Unterrichtsstunden an der Musikschule in Kreuzberg

18 
 
i. Sport und Bewegung 
 
 Wir  sorgen   für  einen   bewegungsfreudigen   Kita-Alltag.
 Bewegung und Ruhe wechs eln sich ab, abgestimmt auf die 
Bedürfnisse der Kinder 
 Wir gehen täglich mit den Kindern i n den Garten oder auf einen 
Spielplatz 
 Die älteren Kinder gehen einmal in der Woche in die Turnhalle zum Sport, die 
jüngeren Kinder turnen im Aktionsraum in der Kita 
 Abwechselnd gehen die Kinder freitags zum Schwimmen 
 Bewegungen und sportliche Aktivitäten werden sprachlich begleitet 
 Je nach Sprachstand der Kinder werden während der sportlichen Aktivitäten 
bewusst Präpositionen und Adjektive benutzt (oben, unten, schnell, langsam)

j. Projektarbeit  
    
Um den Kindern ganzheitliches Lernen zu ermöglichen ist  es sinnvoll, über 
einen längeren Zeitraum Projekte durchzuführen, damit die Kinder genügend 
Zeit haben, um sich in ein Thema mit allen 5 Sinnen und den „100 Sprachen der 
Kinder“ zu vertiefen. Das Thema des Projektes richtet sich nach den Interessen 
der Ki nder, die durch Beobachtungen und Erfragungen der pädagogischen 
Fachkräfte deutlich werden. Das Projekt beinhaltet Themen, die die Lebenswelt 
der Kinder widerspiegeln und ihren Erfahrungshorizont erweitern 
 Die verschiedenen Bildungsbereiche und die vier Ziele der Vorurteilsbewussten 
Bildung und Erziehung fließen in das Projektthema ein 
 Jede kürzere oder längere Beschäftigung einzelner, mehrerer Kinder oder der 
ganzen Gruppe ist ein Projekt. Im Kita – Jahr führen wir ca. drei größere oder 
kleinere solcher Projekte durch 
 Die Eltern können auch eigene Ideen aus ihrem Erfahrungsbereich in das Projekt 
einbringen und selbst aktiv werden, auch damit sie mit ihren Kindern über das 
Thema reden können
 Passend zum Projektthema präsentieren wir Bücher in verschiedenen Sprachen 
sichtbar im Gruppenraum
 Das Projekt dokumentieren wir fortlaufend mit Bildern und Fotos. Wir beziehen 
Wörter in den Familiensprachen der Kinder mit ein.
 Wir singen und lernen mit den Kindern Lieder, Fingerspiele und Reime in 
verschiedenen Sprachen, die inhaltlich zum Thema passen
 Während der Beschäftigung mit einem Thema lernen die Kinder spezifische 
Wörter, sogenannte Schlüsselwörter. Sie können für die Eltern sichtbar 
dokumentiert werden.
 Den Verlauf des Projektes werten wir am Ende gemeinsam mit den Kindern aus


20 
 
k. Spielen der Kinder 
 
Der Tagesablauf in der Kita ist durch die Mahlzeiten und den geplanten 
Angeboten sehr strukturiert. Wir achten jedoch darauf, dass die Kinder 
ausreichend Zeit zum selbstbestimmten Spiel haben. 
 Die Kinder suchen sich ihre Spielpartner und ihre Spiele selbständig aus. 
 Wir begleiten die Kinder manchmal bei ihren Spielen und erweitern durch 
Hinweise oder durch spezifische Wörter, die das Spiel betreffen, ihren 
Wortschatz
 Kinder sind oft sehr versunken im Spiel mit Wasser, Sand und Farben. Es ist für 
die pädagogische Fachkraft eine gute Gelegenheit durch Mitspielen den 
Wortschatz der Kinder zu erweitern
 Tisch – und Gesellschaftsspiele bieten eine gute Gelegenheit mit den Kindern 
ins Gespräch zu kommen. Besonders aufmerksam sind die Kinder beim Spielen, 
wenn das Spiel etwas mit ihnen zu tun hat. Das können Fotos vom letzten 
Spaziergang oder auch Memorykarten mit Bildern der Kinder oder ihnen 
vertrauten Gegenständen sein
 Die vielfältigen Materialien in den zahlreichen Spielecken und die ansprechende 
Raumgestaltung regen im Kitaalltag zu vielfältigen Rollenspielen an, die die 
pädagogische Fachkraft mit sprachlichen und thematischen Inputs bereichern 
kann.
 Wir beobachten die Kinder manchmal während der Spiele, um etwas über ihre  
Interessen, Lebensthemen und ihre sozialen Kompetenzen zu erfahren
 Wir greifen in Spiele ein, wenn Kinder sich ausgrenzend und herabwürdigend 
verhalten. Wir erklären sachlich, dass es nicht ok ist, Kinder aufgrund 
unveränderlicher Merkmale auszuschließen (Du bist ein Junge, du kannst nicht 
die Mutter spielen) und bieten vielfältigere Rollenmuster an (Doch, es kann auch 
zwei Mütter geben).

21 
 
 Wir beobachten die Kinder beim Spielen, dokumentieren ihre Vorlieben und 
Fähigkeiten, um ihnen entsprechende Angebote machen zu können
3. Rahmenbedingungen 
 
Räumlichkeiten 
Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten orientiert sich stadtweit.  
 
a. Alter der Kinder und Gruppen  
 
Wir betreuen Kinder im Alter von 0 bis sechs Jahren in folgenden Gruppen:  
 Gruppentyp 1: 20 Kinder im Alter von 2-6 Jahren  
 Gruppentyp 2: 20 Kinder im Alter von 0-3 Jahren  
 Gruppentyp 3: 20 Kinder im Alter von drei Jahren und älter 
Die Verteilung der Betreuungskräfte richtet sich nach der jeweiligen 
Gruppenstärke. Generell gilt ein Betreuungsschlüssel von 3 Mitarbeiter/innen 
für maximal 10 Kinder in Gruppen typ 2. Für Gruppentyp 1 sind 3 bis 4 
Mitarbeiter/innen für maximal 20 Kinder vorgesehen. 
 
b. Ernährung  
 
Unsere allgemeinen Regeln für die Lebensmittelauswahl sind - reichlich 
pflanzliche Lebensmittel  
- mäßig tierische Lebensmittel  
- sparsam mit fettreichen Lebensmitteln  
Sämtliche Mahlzeiten werden frisch zubereitet, mit Zutaten aus kontrolliertem 
Anbau. Außerdem gewährleistet die Zubereitung des Essens mit Gemüse und

22 
 
Obst der jeweiligen Saison, die wünschenswerte Qualität der zubereiteten 
Produkte.  
Das Süßen mit Zucker wird vermieden. Genutzt werden die natürliche Süße von 
Obst und Honig. Die Ernährung im ersten Lebensjahr ist salzlos, später salzarm.  
Grundsätzlich gilt, dass den Kindern das Essen Spaß machen soll. In unserer 
großen Küche werden die Kinder a b 2 Jahren regelmäßig in die 
Essenszubereitung einbezogen und zu Festlichkeiten wird gemeinsam 
gebacken. Ein gesundes Kind darf essen, muss aber nicht. Sollte es einem Kind 
trotzdem einmal nicht schmecken, wird es die Möglichkeit haben seinen Hunger 
anderweitig zu stillen.  
Für die Kleinsten steht selbstverständlich hochwertige Babynahrung zur 
Verfügung.  
Zu gegebener Zeit, in Abstimmung mit den Eltern wird für die Kleinsten das 
„normale" Essen püriert oder stark zerkleinert, so dass ein Stückweiser 
Übergang von Babykost zu fester Nahrung erfolgt.  
Gerne verwenden wir auch die von den Eltern gewünschten und den Babys 
bekannten Produkte oder geben die abgepumpte Muttermilch.  
 Die Kinder sind an den verschiedenen Tagen zum Tischdienst eingeteilt.  Ihren 
Einsatz entnehmen sie ausgehängten Plänen mit den Wochentagen und den 
Fotos der Kinder. Dieser gibt Anlass für Gespräche. Um ihre Wichtigkeit 
hervorzuheben, tragen die Kinder in manchen Gruppen beim Tischdienst kleine 
Schürzen 
 Die Kinder decken den Tisch, benenn en Teller, Tassen, Gabel, Löffel, lernen 
Oberbegriffe wie Besteck, Geschirr usw. 
Das Essen beginnt mit Tischsprüchen und/oder mit „Guten Appetit“ in den 
Sprachen der anwesenden pädagogischen Fachkräfte und/oder in den 
Sprachen der Kinder der jeweiligen Gruppe

23 
 
Die Kinder essen in kleinen Gruppen an einem Tisch zusammen mit einer 
pädagogischen Fachkraft, die pädagogische Fachkraft spricht überwiegend 
Deutsch, sie kann aber die  Sprache der Kinder sprechen, wenn sie diese 
beherrscht 
 Die Kinder sprechen untereinander die Sprache, die sie sprechen möchten 
Die pädagogische Fachkraft wendet sich während der gesamten Essensituation 
den Kindern am Tisch zu, sie stellt offene Fragen und animiert die Kinder zum 
Erzählen Auch durch interessante Tischdekorationen le nkt sie die 
Aufmerksamkeit der Kinder auf ein Gespräch 
 
c. Personal  
 
In unserer Kindertageseinrichtung arbeitet engagiertes, gut ausgebildetes und 
kompetentes Personal, das sich regelmäßig durch Fortbildung 
weiterqualifiziert.  
Wir arbeiten vertrauensvoll und partnerschaftlich zum Wohl der Kinde r und 
ihrer Familien zusammen. Unser Verhältnis zueinander ist geprägt von 
Gleichwertigkeit und gegenseitigem Vertrauen. Wir nutz en Konflikte und Kritik 
als Chance, unsere Arbeit zu verbessern.  
Im Einzelnen besteht unser Team aus:  
Leiter/in  
Staatlich anerkannte Erzieher/in  
Staatlich anerkannter Heilpädagoge/in  
Staatlich anerkannte Heilerziehungspfleger/in  
Ergänzungskräften (Ki nderpfleger/innen, Heilerziehungshelfer/innen, 
Praktikanten)

24 
 
Hauswirtschafter/innen  
Köche/ Köchinnen  
Die Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiter/innen durch Fortbildungen ist in 
unserer Einrichtung unverzichtbarer Teil des Qualitätsstandards.

25 
 
d. Zusammenarbeit im Team 
 
Wir sind uns bewusst, dass die Qualität unserer Zusammenarbeit und 
Kommunikation im Team die  Atmosphäre in unserer Einrichtung maßgeblich 
beeinflusst und den sozialen Umgang der Kinder untereinander prägt. 
Entsprechend wichtig ist uns die ständige Erweiterung unserer kommunikativen 
Kompetenzen. Der  Kindergartenalltag stellt hohe Anforderungen an die 
Kommunikationsfähigkeit von Erzieherinnen.  Die unterschiedlichen Ebenen 
(Kinder, Eltern, Kolleginnen), auf denen die Erzieherinnen oft  gleichzeitig 
kommunizieren, erfordern eine große Präsenz und Achtsamkeit im Umgang mit 
Kommunikation. Besonders in der Bring - und Abholzeit fließen oft viele 
Informationen mit wesentlichen Inhalten an unterschiedliche Empfänger. Um 
diese Flut an Informationen – auch unter Zeitdruck – selektieren und 
verarbeiten zu können sowie angemessen und besonnen darauf  reagieren zu 
können, ist eine fortwährende Pflege der Kommunikationskultur unerlässlich. 
Voraussetzung für eine gelungene Kommunikation ist die innere Haltung , die 
wir unseren Gesprächspartnern gegenüber einnehmen, wie echtes Interesse, 
einfühlendes Verstehen und  Wertschätzung. Auf der Basis dieser 
Grundhaltungen wenden wir Methoden der aktiven  Gesprächsführung an wie 
aktives Zuhören, Fragetechniken, Ich-Botschaften und Feedback. 
Indem wir uns aufmerksam zuhören, uns vergewissern ob wir die Kollegin 
richtig verstanden haben  und ihr mitteilen, dass wir ihr Erleben nachfühlen 
können, entsteht ein Raum, in dem sich jeder  geachtet und respektiert fühlt. 
Offene, wert freie und verständliche Fragen regen zum Nachdenken an und 
fördern eine lösungsorientierte Kommunikation. Durch das Formulieren von  
Ich-Botschaften 
wird das eigene Erleben in den Mittelpunkt gestellt und die kollegiale Beziehung

26 
 
nicht belastet. Gegenseitig es Geben und Nehmen von Feedback über die 
pädagogische Arbeit trägt  wesentlich zur Verbesserung unserer 
Kommunikation und zur Vermeidung von Missverständnissen bei. 
Zur Teamentwicklung gehört für uns auch, dass jedes Teammitglied sich seinem 
Potenzial entsprechend einbringen und weiterentwickeln kann. In lebendiger 
Auseinandersetzung miteinander können persönliche und fachliche 
Unterschiede entdeckt und durch  Weiterentwicklung eine gemeinsame Sicht - 
und Verhaltensbasis aufgebaut werden. 
All dies geschieht h auptsächlich in unseren wöchentlichen Teamsitzungen – 
einmal in den  jeweiligen Gruppenteams und zusätzlich im Kreis aller 
Pädagoginnen. Sie dienen neben einer  fortwährenden Pflege der 
Kommunikationskultur der Erarbeitung pädagogischer Themen, der kollegialen 
Beratung (z.B. zu Kinderbeobachtungen), der Organisation des 
Kindergartenalltags mit  seinen vielfältigen Aufgabenbereichen und der 
Reflexion der gemeinsamen Arbeit. 
Um den Kindern und Eltern eine gleichbleibend gute Qualität unserer 
pädagogischen Arbeit bieten zu können, legen wir großen Wert darauf, unseren 
Wissensstand fortwährend zu aktualisieren und  uns ständig weiterzubilden. 
Nur durch regelmäßige Fortbildungen können pädagogische  
Handlungskonzepte erweitert und pädagogische Professionalität gestärk t 
werden.

27 
 
6. Zusammenarbeit mit den Eltern  
 
Der regelmäßige und intensive Dialog zwischen den Eltern und den 
pädagogischen Fachkräften ist die Grundvoraussetzung für eine effektive und 
harmonische Erziehungspartnerschaft. Im Mittelpunkt dieser Partnersc haft 
steht das einzelne Kind. Es ist unser Bestreben gemeinsam mit den Eltern, die 
individuelle geistige, seelische und körperliche Entwicklung des Kindes voran zu 
tragen. Unsere Einrichtung legt sehr viel Wert auf Transparenz und 
Kommunikation.  
Die Eltern erlangen einen intensiven Einblick in die pädagogische Arbeit und 
den Gruppenalltag. Diese Transparenz fördert die Kommunikation zwischen 
Eltern und Kindern und zwischen Eltern und Erzieherinnen. Elternmitsprache ist 
erwünscht.  
Eltern können ihre persönlichen Fähigkeiten, ihre erworbenen Erfahrungen und 
Erkenntnisse zum Wohle der gesamten Gruppe einbringen. So haben sie die 
Möglichkeit, sich im Rahmen von Projekten gemäß ihren Erfahrungen und 
Kenntnissen einzubringen.  
Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist die Grundlage für eine 
positive Entwicklung der Kinder in der Kita. Eine besondere Bedeutung hat die 
Zusammenarbeit mit den Eltern für die Sprachbildung der Kinder, wenn in der 
Familie eine andere Sprache gesprochen wird, als in der Kita. 
Für die Zusammenarbeit mit den Eltern in Bezug auf die Sprachbildung 
der Kinder ist uns folgendes wichtig: 
 Die Eltern haben vor der Eingewöhnung ihres Kindes die Möglichkeit in der Kita 
zu hospitieren
 Die Eingewöhnung des Kindes (und der Eltern) übernim mt eine pädagogische 
Fachkraft, die möglichst die Sprache der Eltern spricht

28 
 
 Falls das nicht möglich ist, holt sie sich Unterstützung von anderen Eltern, 
Kolleg*innen oder vertrauten Personen der Eltern
 Während der Eingewöhnungsphase beginnt die pädagogisc he Fachkraft mit 
dem Führen des Sprachlernbuches, sie erkundigt sich nach der/den 
Familiensprache/n, welche Sprache oder Sprachen mit dem Kind gesprochen 
wird/werden
 Die pädagogische Fachkraft erläutert den Eltern unser Sprachkonzept
 Die pädagogische Fachkraft empfiehlt den Eltern mit ihrem Kind in der Sprache 
zu sprechen, mit der sie sich am wohlsten fühlen
 Die pädagogische Fachkraft erkundigt sich bei den Eltern nach Lieblingsliedern, 
Versen und Wörtern ihrer Kinder in der Erstsprache
 Die pädagogische Fac hkraft dokumentiert die Sprachentwicklung der Kinder 
und informiert die Eltern regelmäßig darüber
 Die pädagogische Fachkraft gibt den Eltern Hinweise, wie sie zu Hause die 
Sprachentwicklung ihrer Kinder unterstützen können
 Die pädagogische Fachkraft führt regelmäßig Elternabende durch. Für die Eltern 
wird übersetzt.
 Das Thema „Sprachbildung“ ist auf vielen Elternabenden Thema
 Die Eltern können sich in der Kita Bücher und Spiele ausleihen
 Die pädagogische Fachkraft macht die Eltern, wenn es nötig ist, rechtz eitig auf 
Sprachstörungen aufmerksam und unterstützt sie dabei, professionelle Hilfe zu 
finden
 Uns ist es wichtig, dass alle Eltern alle kitarelevanten Informationen erhalten. 
Wir übersetzen wichtige Aushänge in Türkisch oder beziehen Kolleg*innen und 
Eltern zum Übersetzen mit ein. 
 
Unabhängig von individuellen Anlässen, bieten wir Eltern folgende 
Grundstruktur an:

29 
 
a. Aufnahmegespräch  
Die Leiterin informiert über die Gegebenheiten in der Einrichtung (Konzeption) 
und beantwortet Fragen Die Eltern berichten über ihr Kind, Entwicklungsstand, 
Besonderheiten u. a.  
b. Eingewöhnungsphase  
Sie gestaltet sich für Elternteil und Kind immer nach den Bedürfnissen des 
Kindes. Das heißt, Eltern sollten im gewissen Zeitrahmen in der Einrichtung 
bleiben, bis das Kind in der Lage ist, die neue Situation zu meistern. Eltern 
sollten hier auf die Erfahrungen der Erzieherinnen vertrauen.  
c. Entwicklungsgespräch  
Die Erzieherin führt mit den Eltern ein Gespräch, wobei ihre ersten 
Beobachtungen mit einfließen.  
d. Tür — Angel — Gespräche  
Individuelle Absprachen und Informatione n über das Kind können schnell 
koordiniert werden. Sie dienen auch zum Abstimmen von kurzfristigen 
Terminen  
e. Allgemeine Informationen  
Im Eingangsbereich hängt eine Infotafel. Sie dient z u aktuellen Informationen, 
als auch zur Gestaltung von Höhepunkten, zum Bsp. Gruppenelternabende.  
f. Themenabende  
Hier gibt es Raum für Eltern und Betre uerinnen, um Informations - und 
Bildungsinhalte auszutauschen.  
g. Mitwirkung und Gestaltung durch die Eltern 
Die Unterstützung und Mitwirkung der Eltern sind uns sehr wichtig. So können 
sie an gemeinsamen Eltern -Kind-Nachmittagen teilnehmen. Über die 
Unterstützung bei Festen freuen wir uns sehr. Bei wichtigen Entscheidungen 
werden die Eltern und die Elternsprecher mit einbezogen.

30 
 
h. Gespräche mit der Leiterin  
Je nach Bedarf und Vereinbarung können die Eltern auch Gespräche mit der 
Leiterin wahrnehmen.  
i. Elternbefragungen  
Durch gezielte Elternbefragungen, erfahren wir mehr über die Wünsche und 
Bedürfnisse der Eltern.  
Die Auswertung wird im Erzieherteam und im Kita - Ausschuss besprochen. 
Anschließend werden notwendige Maßnahmen eingeleitet.  
Diese Art der Befragung soll der Zufriedenheit aller Beteiligten dienen.  
In jeder Gruppe arbeiten drei pädagogische Fachkräft e (Teilzeit) mit 
unterschiedlichen Muttersprachen. Die Umgangssprache ist Deutsch, wenn die 
Kinder als Gruppe angesprochen werden. Sprechen eine pädagogische Fachkraft 
und ein Kind die gleiche Muttersprache, kann sie sich ihm auch in der 
gemeinsamen Sprache zuwenden. Wir ermöglichen allen Kindern die Erfahrung, 
dass es unterschiedliche Sprachen gibt und alle Sprachen gleichwertig sind 
Wir bringen jedes Jahr die Sprachen der Kinder der jeweiligen Gruppe in 
Erfahrung.  Die Familiensprachen jedes einzelnen  Kindes und seiner Familie 
werden wertgeschätzt und die Kinder und Eltern erleben, dass für uns alle 
Sprachen gleichberechtigt sind. Einsprachige Kinder können die Erfahrung 
machen, dass es viele verschiedene Sprachen gibt.  Wir erweitern die Horizonte 
der Kinder, in dem wir ihnen neue Erfahrungen und Erlebnisse ermöglichen und 
darüber sprechen.  Wir leiten Rollen – und Symbolspiele ein und stellen 
entsprechendes Material zur Verfügung . Wir beobachten die Kinder in ihrem 
Sprachverhalten und geben ihnen geziel te Unterstützung . Bei Projekten 
beziehen wir Wörter in den Familiensprachen der Kinder der jeweiligen Gruppe 
mit ein.

31 
 
Wir fördern bewusst die Sprachen der Kinder in alltäglichen Situationen (Essen, 
Spielen, Bewegung, Spazieren gehen), indem wir immer wied er Wörter in den 
Familiensprachen erfragen und einbeziehen 
Beschriftungen im Gruppenraum sind in mehreren Sprachen vorhanden, um 
über Sprachen ins Gespräch zu kommen 
 Wir begegnen allen Sprachen mit Wertschätzung und beziehen sie in den Alltag 
mit ein Wir geben den Kindern Zeit, wir lassen sie ausreden, wir hören ihnen 
aktiv zu, wir halten zu ihnen Blickkontakt 
 Wir nehmen die Themen der Kinder ernst und sprechen mit ihnen über ihre 
Wünsche, Ängste, Gefühle und Erlebnisse 
 Wir wenden uns den Kindern zu und  schenken ihnen unsere Aufmerksamkeit, 
wann immer sie uns etwas erzählen möchten. In Worten oder mit Mimik und 
Gestik. 
Wir begleiten unsere und die Handlungen der Kinder mit Sprache Wir begleiten 
unsere Sprache durch Gestik und Mimik 
Wir berichtigen die Aussagen der Kinder durch korrektives Feedback Wir denken 
über unser eigenes Sprachverhalten nach Wir sprechen keinen Dialekt 
 Wir sprechen vollständige, grammatikalisch richtige Sätze 
 Wir bitten unsere Kolleginnen uns über unser Sprachverhalten ein Feedback zu 
geben

32 
 
7. Herausforderung Flüchtlingskinder 
 
Zur Vorbereitung auf die Aufnahme eines Flüchtlin gskindes sammeln die  
Erzieher/innen so viele Informationen wie möglich über sein Herkunftsland, die 
Kultur, die Religion, die Lebensweise der Menschen, de n vorherrschenden 
Erziehungsstil usw. sammeln . Oft sind hier auch Fotos aus dem Heimatort des 
jeweiligen Kindes, zumindest aber aus der Umgebung bzw. dem Kulturraum zu 
finden. Die Bilder werden ausgedruckt, im Gruppenr aum aufgehängt oder zu 
einem Fotobuch zusammengestellt. Zum einen kann dies die Eingewöhnung des 
Flüchtlingskindes erleichtern, zum anderen werden die anderen Kinder über 
seine Heimat informiert. Außerdem können die ausgedruckten Fotos auf Karton 
aufgeklebt und zu Puzzles weiterverarbeitet werden. 
Ferner werden Bilderbücher, Spiele, Puppen (-kleider), Rollenspielutensilien und 
Dekorationsgegenstände aus dem Herkunftsland bzw. Kulturkreis besorgt 
werden, damit sich das Flüchtlingskind gleich etwas heimisch fühlt. 
 
a. Die Eingewöhnung individuell gestalten 
 
In einigen Fällen können Flüchtlingseltern die Eingewöhnung ihres Kindes nicht 
begleiten, da sie direkt nach dem Bringen zum Integrationskurs gehen müssen. 
In anderen Fällen verstehen sie nicht, weshalb sie  während der ersten Tage im 
Gruppenraum und später in der Nähe bleiben sollen - in ihrem Herkunftsland 
werden Kinder am ersten Schultag in der Schule abgegeben, und da viele 
Flüchtlingseltern die Kindertagesstätte als eine Art "Vorschule" verstehen, 
erwarten sie, dass der erste Kita-Tag genauso abläuft wie der erste Schultag. 
Zumeist kann die Eingewöhnung aber so ähnlich wie bei deutschen Kindern 
erfolgen. Allerdings mag sie länger dauern, da Eltern und Kinder während der

33 
 
Flucht und in den (Massen -) Unterkünften sehr enge Beziehungen ausgebildet 
haben und nun auf beiden Seiten starke Trennungsängste auftreten. 
Ein großer Unterschied gegenüber der Eingewöhnung deutscher Kinder ist, dass 
Flüchtlingskinder häufiger bei anderen Kindern Trost suchen oder sich von  
diesen z.B. auf die Toilette begleiten lassen. Hier zeigt sich, dass sie weniger 
erwachsenenorientiert sind, da sie in ihrem Herkunftsland überwiegend von 
älteren Geschwistern oder Nachbarskindern beaufsichtigt und betreut wurden. 
Solange das Flüchtlingsk ind kein oder kaum Deutsch spricht, muss die 
Verständigung mit ihm weitgehend über Mimik, Gestik und Pantomime erfolgen. 
Dabei kann das Kind auf ein großes Repertoire an nonverbalen Äußerungen 
zurückgreifen, mit denen es sich in den ersten beiden Lebensjah ren verständigt 
hat. Gelegentlich werden auch selbst hergestellte Bildkarten oder hilfreiche 
Werke wie das "Bildwörterbuch Deutsch" (2016) genutzt werden.  
Zur Vertrauensbildung trägt auch bei, wenn die Bezugserzieherin Interesse an 
der Erstsprache des Flüchtlingskindes zeigt und sich von ihm einige Worte oder 
vielleicht sogar ein Lied beibringen lässt. Außerdem kann sie sich von ihm Spiele 
aus seinem Herkunftsland zeigen lassen und dann mitspielen. Bei sehr 
schüchternen und verängstigten Kindern gelingt di e Kontaktaufnahme oftmals 
leichter über eine Handpuppe oder ein Stofftier. 
Die wichtigste Rolle bei der Eingewöhnung eines Flüchtlingskindes spielen aber 
die anderen Kinder. Sie gehen unvoreingenommen auf es zu, beziehen es in ihre 
Spiele und Aktivitäten e in und helfen ihm spontan bei Problemen. Da auch sie 
fortwährend neue Wörter und Redewendungen lernen, können sie sich in seine 
Lage hineinversetzen und ihm beim Spracherwerb helfen.  
So werden Flüchtlingskinder zumeist schnell in die Gruppe integriert. Sie können 
nun wieder "normale" Kinder in einer "normalen" Lebenswelt sein. Hierzu

34 
 
schreibt Abdel Fattah (2016): "Mit dem ersten Kita-Tag betreten Kinder, die durch 
belastende oder traumatisierende Fluchterfahrungen geprägt sind, eine heile 
Kinderwelt, die so ganz anders ist als das Leben zwischen zerbombten Häusern, 
in tristen Flüchtlingslagern, kalten Zelten und Massenunterkünften. Kinder 
erfahren mit der Aufnahme in der Kindertagesbetreuung ein Leben, das im 
völligen Gegensatz zu der von Fluchterfahrungen geprägten Zeit der 
vorangegangenen Monate steht" (S. 65 f.). 
b. Flüchtlingskinder sinnvoll beschäftigen 
In der Freispielzeit - egal ob in den Innenräumen oder auf dem Außengelände - 
werden Flüchtlingskinder von den anderen Kindern "automatisch" in ihre 
Aktivitäten eingebunden oder können sich alleine mit den Spielgeräten und -
materialien befassen. Zum Kita -Alltag gehören aber auch viele kommunikative 
(Bildungs-) Angebote wie Morgen - bzw. Stuhlkreise, Bilderbuchbetrachtungen, 
naturwissenschaftliche Experimen te usw. An ihnen können Flüchtlingskinder 
zunächst mangels Deutschkenntnissen nicht teilhaben. Während dieser Zeit 
werden ihnen alternative Beschäftigungen ermöglicht werden, mit Puzzles (z.B. 
auf der Grundlage von Fotos aus ihrem Herkunftsland), mit Bilde rn zum 
Ausmalen, Mandalas, Bastelmaterialien usw. Ferner können aus dem Internet 
Kinderlieder, Märchen und Geschichten in der Heimatsprache des Kindes bzw. 
über das Satellitenfernsehen entsprechende Kinderfilme abgespeichert und von 
den Flüchtlingskindern angehört bzw. angesehen werden, wenn mit den anderen 
Kindern sprachbetonte Aktivitäten durchgeführt werden. Ansonsten gibt es viele 
Bildungsangebote, an denen sich auch Kinder mit sehr geringen 
Deutschkenntnissen beteiligen können (siehe z.B. Erkert et al.  2016; Grabbet 
2016). Dazu gehören manche Kreisspiele, Rhythmik, Musizieren mit 
Musikinstrumenten, Malen, Basteln, Werken usw.

35 
 
Ferner besorgen Erzieher/innen Musik-CDs, Hörbücher oder Märchenbücher in 
den Sprachen der von ihnen betreuten Flüchtlingskinder. Inzwischen gibt es auch 
viele mehrsprachige Bilder - und Vorlesebücher, die sich gut unter Einbindung 
von Eltern mit Migrationshintergrund nutzen lassen: Diese lesen den Text in ihrer 
Erstsprache vor und die Fachkräfte auf Deutsch. Dabei können laut Hofbau er 
(2016) auch Literacy-Erfahrungen gemacht werden: "Eine Erzieherin aus Südtirol 
erzählt, dass sie für ihre Gruppe, in der vergleichsweise viele arabisch -
sprechende Kinder sind, nun zum ersten Mal ein arabisches Bilderbuch 
ausgeliehen und eine Mutter gebe ten hat, daraus vorzulesen. Bevor die 
Vorlesestunde beginnt, möchte die Erzieherin das Buch schon einmal mit den 
Kindern anschauen und besprechen. Doch hat sie unerwartet große Probleme 
damit, aus den Bildern die Geschichte zu konstruieren. Warum, wird klar, als die 
Mutter zum Vorlesen kommt und das Buch von hinten beginnt..." (S. 89). 
Musik-CDs, Märchen- und Bilderbücher in der Erstsprache des Flüchtlingskindes 
können an seine Eltern ausgeliehen werden, die auf der Flucht dergleichen nicht 
mitnehmen und of t auch in der Zeit nach ihrer Ankunft in Deutschland nicht 
besorgen konnten. In einigen Kindertageseinrichtungen können 
Flüchtlingskinder Spiele und Spielsachen mitnehmen, wenn es in der (Massen -) 
Unterkunft keine gibt. Können deutschsprachige Medien ausge liehen werden, 
wäre dies auch ein Beitrag zur Sprachförderung. 
Manche Flüchtlingskinder kommen aber aus so abgelegenen Regionen dieser 
Erde, dass weder im Handel noch im Internet Bilderbücher oder Musik -CDs aus 
diesem Sprachraum zu finden sin d. Hier werden die Eltern gebeten, in der Kita 
Geschichten, Märchen, Lieder, Reime oder Gedichte in der Erstsprache 
aufzunehmen. Das Kind kann die Aufnahmen anhören, wenn es z.B. an 
sprachbetonten Bildungsangeboten nicht teilnehmen kann oder Heimweh hat. 
Zudem können si e von anderen Kindern aus demselben Sprachraum oder mit

36 
 
allen Kindern der Gruppe im Rahmen der interkulturellen Erziehung genutzt 
werden. 
c. Den Erwerb der deutschen Sprache fördern 
Inzwischen plädieren fast alle Fachleute für eine alltagsintegrierte 
Sprachförderung. Sie umfasst Elemente wie 
 die bewusste Nutzung kommunikativer Situationen im Kita-Alltag, 
 das handlungsbegleitende Sprechen, 
 das Motivieren des Kindes (mehr) zu sprechen (z.B. durch aktives Zuhören, 
Nachfragen, die Nutzung einer Handpuppe), 
 das korrektive Feedback, 
 das Nutzen von Fingerspielen, Reimen und Liedern sowie 
 die dialogische Bilderbuchbetrachtung. 
Ein Flüchtlingskind profitiert in seiner Sprachentwicklung besonders viel von 
Kindern, die nur etwas besser Deutsch sprechen. Laut dem ko -konstruktiven 
Ansatz von Lew Wygotski (Textor 2000) liegt dies daran, dass Letztere beim 
Flüchtlingskind die "Zone der nächsten Entwicklung" ansprechen: Sie sind ihm nur 
einen Entwicklungsschritt voraus, und diesen kann es leichter tun, als wenn eine 
Fachkraft ihm gegenüber längere Sätze mit vielen ihm unbekannten Wörtern und 
relativ komplexen grammatikalischen Strukturen verwendet. Hier wird erneut die 
Bedeutung der Kindergruppe deutlich: Wie weiter oben schon angedeutet, sind die 
anderen Kinder die besten "Sprachlehrer". 
Wenn sich in der Kindertageseinrichtung erste Freundschaften zwischen 
einheimischen Kindern und Flüchtlingskindern ergeben haben, können auch die 
Eltern Ersterer motiviert werden, am Nachmittag oder am Wochenende das 
jeweilige Flüchtlingskind  zu sich nach Hause einzuladen. Vielleicht ergeben sich 
daraus sogar Kontakte zu dessen Eltern, die deren Integration in die deuts che 
Gesellschaft erleichtern.

37 
 
Flüchtlingskinder bringen ein ganzes "Päckchen" von Vorbelastungen mit in die 
Kindertageseinrichtung (vgl. Textor 2016b): 
 Sie haben in ihrem Herkunftsland und auf der Flucht häufig Schreckliches 
erlebt. Ihre Eltern konnten ihnen oft nicht beistehen, weil sie von diesen 
Situationen selbst betroffen waren oder ihnen ohnmächtig und hilflos 
gegenüber standen. 
 Die ersten Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland waren recht chaotisch 
und für die Kinder verwirrend. Die Flüchtlingsfamilien durchliefen 
Erstaufnahmelager und Massenunterkünfte. Ein Jahr oder sogar mehrere Jahre 
später haben sie noch keine eigene Wohnung, sondern müssen immer noch mit 
anderen Flüchtlingen zusammenleben. Selbst wenn die Familie inzwischen ein 
Apartment gefunden oder zugewiesen bekommen hat, ist es meistens zu klein. 
Die Kinder schlafen entweder bei den Eltern oder zu mehreren in ei nem 
anderen Raum, haben also keine Privatsphäre und keine 
Rückzugsmöglichkeiten. 
 Die Flüchtlingskinder leiden unter ihrer "Sprachlosigkeit" - je jünger sie sind, 
umso weniger können sie verstehen, wieso sie sich auf einmal nicht mehr mit 
den weitaus meisten Kindern und Erwachsenen verständigen können. 
 Die Flüchtlingskinder leben in Armut, insbesondere wenn ihre Eltern noch keine 
Arbeit gefunden haben und von Sozialleistungen abhängig sind. Sie besitzen 
nur wenig Kleidung, kaum Spielsachen und wenige Bilderb ücher. So schämen 
sie sich, wenn sie Spielkameraden aus der Kindertageseinrichtung nach Hause 
einladen - oder ihre Eltern wollen dies nicht, damit Deutsche nicht sehen, in was 
für beengten und primitiven Verhältnissen die Familie lebt. 
 Flüchtlingsfamilien - und damit auch die Kinder - machen mehr oder minder 
häufig die Erfahrung, dass sie von anderen Menschen diskriminiert werden.

38 
 
 Flüchtlingskinder unterscheiden sich also von Gleicha ltrigen in mehrfacher 
Hinsicht. So ist es nicht verwunderlich, dass sie in Kindertageseinrichtungen 
andere Verhaltensweisen zeigen, die zunächst einmal verstanden sein wollen.  
 
Dazu gehören beispielsweise: 
 Da Flüchtlingsfamilien zumeist hierarchisch strukturiert sind und die Eltern eine 
unangefochtene Autorität besitzen, erwarten deren Kinder auch von den 
Erzieher/innen Anordnungen und feste Regeln. Sie sind gehorsamer als 
deutsche Kinder. 
 Weil Flüchtlingskinder in ihrem Herkunftsland nur wenige Spielsachen hatten, 
sind sie von der Unmenge an Spielzeug in der Kindertageseinrichtung zunächst 
überfordert. Bei vielen Dingen wissen sie nicht, was man damit macht. 
 Da Flüchtlingskinder in ihrer Heimat und auf der Flucht viel Mangel erlebt haben 
- und in den Unterkünften noch erleben -, horten sie oft Spiel - und 
Bastelmaterialien. Bald merken sie aber, dass immer genug für alle da ist. 
 Ähnliches gilt für das Essen: Da sie in ihrem Herkunftsland und auf der Flucht 
häufig hungern oder sehr schnell essen mussten (um noch etwas 
abzubekommen), verhalten sie sich in der Kindertageseinrichtung zun ächst 
ähnlich. Mit der Zeit erkennen sie aber, dass das Essen für alle Kinder reicht. 
 Weil Flüchtlingskinder zumeist in beengten Unterkünften oder sehr kleinen 
Wohnungen leben, in denen sie nur selten in Ruhe spielen können, spielen sie 
in der Kita oft längere Zeit für sich alleine und wollen dann nicht gestört werden. 
 Da sich in Flüchtlingsfamilien aufgrund der vielen Bedrohungen von außen 
zumeist sehr enge Bindungen ausgebildet haben, verbringen Geschwister die 
meiste Zeit miteinander und passen aufeinand er auf, wenn sie in der gleichen 
Kita-Gruppe sind (dies sollte somit vermieden werden). 
 Aufgrund der stark voneinander abgegrenzten Geschlechtsrollen, der 
Unterordnung von Frauen und der geschlechtsspezifischen Erziehung in

39 
 
Flüchtlingsfamilien verweigern d ie Jungen oft Tätigkeiten, die sie für 
"Frauenarbeit" halten, oder wollen die Mädchen dominieren. 
Die zuletzt genannten Verhaltensweisen sollten keinesfalls von den 
Erzieher/innen toleriert werden, da sie gegen die Grundwerte unserer 
Gesellschaft verstoßen (Gleichheit, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung der 
Geschlechter). 
d. Traumatisierten Kindern im Rahmen des Möglichen helfen 
Viele Kleinkinder haben in ihrem Herkunftsland, auf der Flucht und vereinzelt 
auch nach ihrer Ankunft in Deutschland (mehrere ) traumatische Erfahrungen 
gemacht und konnten diese nicht verarbeiten, weil sie von ihren verängstigten, 
gestressten, sich als ohnmächtig erlebenden und oft ebenfalls traumatisierten 
Eltern dabei nicht unterstützt werden konnten. Hinzu kommt, dass viele E ltern 
weitgehend mit sich selbst beschäftigt sind, weil sie z.B. den Kulturschock, die 
lange Untätigkeit in Massenunterkünften, ihre Arbeitslosigkeit und den 
Statusverlust verkraften müssen und unter Umständen psychische Probleme 
entwickelt haben (vgl. Tex tor 2016b). Traumatisierte Flüchtlingskinder zeigen in 
der Tagesstätte häufig Verhaltensweisen wie die folgenden: 
 Sie haben Angst vor Dunkelheit und schlafen schlecht, da dann manchmal 
schreckliche Erinnerungen auftauchen oder gar Albträume erlebt werden. 
Deshalb wollen sie oft keinen Mittagsschlaf halten oder sich nur in einem hellen 
Raum entspannen. 
 Sie reagieren auf plötzliche laute Geräusche panisch (z.B. auf das Zuschlagen 
einer Tür oder einen vorbeifliegenden Hubschrauber). Manchmal suchen sie 
dann Schutz oder verstecken sich. 
 Sie erleben traumatische Erfahrungen in der Form von Flashbacks wieder. 
Manchmal erstarren sie dann, blicken ins Leere und sind nicht ansprechbar. 
Herzrasen und Schweißausbrüche treten auf.

40 
 
 Sie wiederholen traumatische Erlebnisse , aber auch Kriegs - und Fluchtszenen, 
im (solitären) Spiel oder malen sie. 
Vielfach ist aber kein direkter Bezug zu früheren Traumata ersichtlich. So sind 
viele der betroffenen Kinder unruhig, hyperaktiv, schreckhaft, reizbar und 
aggressiv. Andere Kinder w irken eher apathisch, niedergedrückt, traurig und 
depressiv. Wieder andere scheinen immer gestresst und erschöpft zu sein. 
Manche Kinder sind auf eine frühere Entwicklungsstufe zurückgefallen 
(Regression), nässen und koten wieder ein oder leiden unter psychosomatischen 
Störungen. Oft gehen traumatisierte Kinder nur oberflächliche Beziehungen ein 
und zeigen "flachere" Gefühle, haben sich auf der emotionalen Ebene von 
anderen Menschen und sich selbst entfremdet ("emotionale Taubheit"). Andere 
zeigen hingegen starke Trennungsängste; sie weinen und wimmern, wenn sie 
sich von ihren Bezugspersonen trennen sollen. 
Aufgrund der ganz unterschiedlichen Symptomatik können posttraumatische 
Belastungsstörungen nur von Fachleuten diagnostiziert und behandelt werden. 
Bei einem entsprechenden Verdacht werden entsprechende Dienste so früh wie 
möglich eingeschaltet werden. Allerdings ist es manchmal nicht leicht, die 
Zustimmung der Eltern zu bekommen, insbesondere wenn diese noch nie von 
posttraumatischen Belastungsstörungen und den entsprechenden Therapien 
gehört haben. Hinzu kommt, dass generell und insbesondere in ländlichen 
Regionen Traumatherapeut/innen fehlen oder - falls eine/r die Behandlung 
übernehmen kann - diese durch die mangelnden Deutschkenntnisse des 
Flüchtlingskindes und seiner Eltern erschwert wird. 
Das Wichtigste, was Erzieher/innen traum atisierten Kindern bieten , sind 
Zuwendung, Feinfühligkeit sowie körperliche und emotionale Nähe in einer 
haltgebenden, bindungsähnlichen Beziehung. Sie können dazu beit ragen, dass 
sich die Kinder in der Kita sicher und geborgen fühlen, zu innerer Ruhe finden

41 
 
und sich wieder der eigenen Weiterentwicklung widmen können. Wie wichtig 
auch strukturierte Tagesabläufe, feste Regeln und gleichbleibende Rituale sind, 
wird deutlic h, wenn davon abgewichen wird oder unerwartete Ereignisse 
eintreten: Manche Kinder sind dann gleich verunsichert und ängstlich. Sie 
benötigen so etwas wie eine beständige, kontinuierliche und damit 
vorhersehbare "Normalität". 
Da Flashbacks und Trauma Erinnerungen oft in Ruhesituationen o der im Schlaf 
auftreten, akzeptieren  es sozialpäd agogische Fachkräfte , wenn betroffene 
Kinder keinen Mittagsschlaf machen oder z.B. an Entspannungsübungen nicht 
teilnehmen wollen (obwohl Letztere bei motorischer Unruhe und H yperaktivität 
oftmals sinnvoll wären). Auch die hektische Betriebsamkeit vieler 
Flüchtlingskinder muss als Schutz vor Erinnerungen an traumatische 
Erfahrungen verstanden werden - am besten lässt man sie sich auspowern. 
Kommt es zu Flashbacks, holen Erziehe r/innen die Kinder in die Gegenwart 
zurück, indem sie sie ansprechen und berühren, in den Arm oder auf den Schoß 
nehmen, beruhigen und dann auf andere Aktivitäten hinlenken. 
Bei traumatisierten Kindern, die schon besser Deutsch sprechen, akzeptieren es 
die Erzieher/innen, wenn diese nicht über ihre Kriegs - und Fluchterlebnisse 
reden wollen, sondern sie verdrängen bzw. vergessen möchten. Auch hier sollten 
notwendige Informationen bei den Eltern eingeholt werden. 
e. Mit den Eltern kooperieren 
Ein Gespräch mit  den Eltern eines Flüchtlingskindes ist zu Beginn ihres 
Aufenthalts in Deutschland zumeist nur mit Hilfe eines Dolmetschers möglich. 
Gelegentlich finden sich wohl auch andere Kita -Eltern, die deren Sprache 
sprechen und übersetzen könnten, aber gerade bei T hemen wie Traumata und 
deren psychischen Folgen, Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Probleme

42 
 
der Eltern kommen sie nicht in Frage, weil die Vertraulichkeit des Gesprächs nicht 
gewährleistet werden kann. 
Dolmetscher/innen sind aber nicht nur bei Bera tungs-, sondern auch bei 
Aufnahmegesprächen unverzichtbar. Hier muss nämlich schon nach den 
Gründen für die Flucht und deren Verlauf, nach dem bisherigen Leben in 
Deutschland, nach Traumata und deren Folgen sowie nach besonderen 
Belastungen der Familie gef ragt werden (vgl. Textor 2016b). Aber auch andere 
wichtige Themen verlangen nach einer professionellen Übersetzung: 
 Das Kind: Wie bei allen Aufnahmegesprächen muss nach der bisherigen 
Entwicklung des Kindes, seinen Stärken und Schwächen, seinen Eigenarten und 
Vorlieben gefragt werden. 
 Die Erziehung: Hier geht es zum einen um die Erziehungsvorstellungen und den 
Erziehungsstil der Flüchtlingseltern und zum anderen um deren Erwartungen 
an seine Erziehung in der Kita. Während in Flüchtlingsfamilien Eltern 
Autoritätspersonen sind, den Gehorsam ihrer Kinder erwarten sowie Mädchen 
und Jungen unterschiedlich erziehen, wird in Kindertageseinrichtungen ein 
autoritativer Erziehungsstil und die Gleichberechtigung der Geschlechter 
praktiziert. Es ist offensichtlich, dass  in diesen Unterschieden viel Konfliktstoff 
schlummert. Sie sollten schon im Aufnahmegespräch angesprochen werden. 
 Die Ernährung: Insbesondere muslimische Eltern befürchten, dass ihre Kinder 
in der Kindertagesstätte Schweinefleisch oder aus Schweinen herge stellte 
Produkte (z.B. Gummibärchen) zu essen bekommen könnten. Hier muss den 
Eltern verdeutlicht werden, dass die Fachkräfte religiöse 
Ernährungsvorschriften befolgen werden und dass auch andere Kinder in der 
Kita ein speziell für sie zubereitetes Essen e rhalten (z.B. bei Allergien oder 
Nahrungsmittelunverträglichkeiten). 
 Die Religion: Nicht nur bei Kindertageseinrichtungen mit einem kirchlichen 
Träger befürchten die Flüchtlingseltern, dass diese zum Christentum bekehrt

43 
 
werden sollen. Solche zumeist verhei mlichte Befürchtungen sollten offen 
angesprochen werden. Wenn in Tagesstätten mit einem hohen Anteil von 
Kindern mit Migrationshintergrund auch nichtchristliche Feste gefeiert werden, 
beruhigt das die Eltern zusätzlich. Ist dies nicht der Fall, könnte im K ita-Team 
überlegt werden, ob man das nicht gelegentlich - unter Einbeziehung 
zugewanderter Familien - tun sollte, auch um deutschen Kindern interkulturelle 
Erfahrungen zu vermitteln. 
 Die Betreuung: Sind in der Kita männliche Fachkräfte tätig, die üblicherw eise 
auch Mädchen wickeln oder auf die Toilette begleiten, ist darüber mit den Eltern 
zu sprechen. Hier muss vorab im Team geklärt werden, wie weit traditionellen 
Vorstellungen entgegengekommen werden soll. 
 Die Bildung: In den Herkunftsländern der meisten Flüchtlingsfamilien gibt es 
keine Kindertageseinrichtungen. Dementsprechend haben die Eltern keine 
Vorstellungen von der pädagogischen Arbeit der Fachkräfte - oder falsche, 
wenn sie eine Art "Vorschule" erwarten, in der die Kinder unterrichtet werden 
und i hnen vorgegeben wird, was sie zu tun haben. Deshalb sollte über den 
Wechsel von Freispiel und Bildungsangeboten, den Tagesablauf, die 
Selbstbestimmung und Partizipation der Kinder und andere Charakteristika der 
Kita-Arbeit gesprochen werden. Auch ein Rundg ang durch die Gruppen - und 
Funktionsräume darf nicht fehlen, weil sie anders als Klassenzimmer aussehen. 
Diese Auflistung macht deutlich, dass bei Flüchtlingseltern bei weitem mehr Zeit 
für das Aufnahmegespräch anzusetzen ist als bei deutschen Eltern - und dies 
nicht nur, weil das Dolmetschen ebenfalls Zeit beansprucht.  
Hinzu kommt, dass beim Aufnahmegespräch auch über die Konzeption der 
Kindertageseinrichtung, den Betreuungsvertrag, die Gesundheit des Kindes und 
die Mitwirkung der Eltern gesprochen werden muss - relativ komplexe Themen. 
Ferner geht es um den Ablauf und die Gestaltung der Eingewöhnung (s.o.), wobei 
zu verdeutlichen ist, dass diese in allen deutschen Tagesstätten ähnlich

44 
 
praktiziert wird. So kann Missverständnissen vorgebe ugt werden. Die 
Eingewöhnungszeit ist auch für die Eltern sehr wichtig, da sie hier einen Einblick 
in die pädagogische Arbeit bekommen und z.B. beobachten können, wie sich 
Erzieher/innen und Kinder in der Kita verhalten, wie sie miteinander interagieren 
und wie Konflikte gelöst werden. 
Insbesondere in den ersten Wochen ist es sinnvoll, Fotos oder kurze Videos von 
dem Kind aufzunehmen, um den Eltern zu zeigen, was es im Verlauf des Tages 
macht und dass es sich in der Kindertagesstätte wohl fühlt. Solche Filme können 
auch ein wichtiger Bestandteil von Entwicklungsgesprächen sein, um den Eltern 
z.B. die Lieblingsbeschäftigungen ihres Kindes, seine Stärken und Schwächen 
oder problematische Verhaltensweisen zu verdeutlichen. Werden Videos mit 
einem Tablet aufgeno mmen, können sie auf diesem auch gezeigt werden; mit 
der Kamera oder dem Smartphone gemachte Filme müssen hingegen erst auf 
einen Laptop oder PC überspielt werden. 
Selbst wenn beim Aufnahmegespräch der in der Tageseinrichtung praktizierte 
Erziehungsstil, d ie gleichartige Behandlung von Mädchen und Jungen, der 
Umgang mit Religion(en) und ähnliche Themen angesprochen wurden, kann es 
im Verlauf der Zeit zu diesbezüglichen Konflikten mit den Flüchtlingseltern 
kommen. Hier ist wichtig, einerseits Verständnis für  die Eltern zu zeigen, 
andererseits aber auf ein Verhalten zu bestehen, wie es in deutschen Gesetzen, 
dem Bildungsplan des jeweiligen Bundeslandes und der Kita -Konzeption 
gefordert wird. Die Gleichheit aller Menschen, die Gleichberechtigung von Mann 
und Frau, die Kinderrechte usw. sind nicht verhandelbar. 
So müssen viele Väter von Flüchtlingskindern erst akzeptieren, dass Frauen in 
Rollen wie Erzieherin, Kita -Leiterin oder Sozialarbeiterin einen hohen Status in 
Deutschland haben, von ihnen Respekt erwarten,  ihnen etwas zu sagen haben, 
ihnen durchaus auch widersprechen und sich sogar ihnen gegenüber

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durchsetzen können. Und sie müssen akzeptieren, dass sich die Fachkräfte bei 
Elterngesprächen auch direkt an die Mütter wenden, deren Meinung erfragen 
und sie als  gleichberechtigte Personen behandeln. Sollte eine Frau ihr Gesicht 
verschleiern, ist den Eltern laut Abdel Fattah (2016) zu sagen, dass sie so ihr Kind 
nicht von der Tagesstätte abholen kann - sie müsste in einem Raum, zu dem 
Männer dann keinen Zutritt haben, ihr Gesicht einer Erzieherin zeigen. 
Gelegentlich erfährt eine Fachkraft, dass ein Flüchtlingskind zu Hause körperlich 
gezüchtigt wird, oder entdeckt sogar Spuren von Schlägen. Schwere 
Körperstrafen mögen wohl im Herkunftsland der Flüchtlingsfamilie e in 
gesellschaftlich akzeptiertes Erziehungsmittel sein, gelten aber in Deutschland 
als Kindesmisshandlung. In diesen Fällen suchen wir zunächst das Gespräch mit 
den Eltern  und bestehen auf eine gewaltfreie Fa milienerziehung, gleichzeitig  
leiten wir aber schon das vorgeschriebene Verfahren bei Kindeswohlgefährdung 
ein - zumindest indem der Vorfall und das darauffolgende Gespräch mit den 
Eltern dokumentiert werden. 
Ein weiteres wichtiges Thema, das z.B. beim ersten Entwicklungsgespräch 
angesprochen wird , ist die Sprachförderung. Hier gilt es den Eltern zu 
verdeutlichen, wie wichtig die Erstsprache des Kindes ist. Sie sollten also nicht 
versuchen, mit ihm Deutsch zu sprechen (zumal es dann die Sprache n ur 
fehlerhaft lernen würde), sondern vielmehr die Erstsprache fördern, indem sie 
ihm z.B. Märchen und Geschichten erzählen oder Lieder, Reime und Gedichte 
beibringen. 
Wenn die Eltern nicht möchten, dass ihre Kinder christliche Feste mitfeiern, 
behalten sie  ihre Kinder in dieser Zeit oft zu Hause. Das ist natürlich für den 
Erwerb der deutschen Sprache nicht förderlich. Auf jeden Fall achten wir darauf, 
dass dies nicht allzu oft passiert - manchmal ist ein unregelmäßiger Besuch der 
Kita oder die Ablehnung von  Fördermaßnahmen auch ein Indiz dafür, dass die

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Bedeutung der frühkindlichen Bildung und der Sprachförderung für die weitere 
Entwicklung des Kindes nicht erkannt wurde. In anderen Fällen mag ein solches 
Verhalten für sehr enge Familienbeziehungen stehen (d urch all die gemeinsam 
bewältigten Gefahren sind die Familienmitglieder miteinander "verschmolzen") 
oder aus der Befürchtung heraus erfolgen, die Familie könne das Kind an die 
neue Kultur verlieren, weil es bereits besser Deutsch als seine Eltern spricht und 
in der Kindertageseinrichtung integriert ist. Manchmal reden die Eltern dann 
auch schlecht über die Erzieher/innen, was die Kinder in Loyalitätskonflikte 
stürzen kann. 
Hier wird erneut die Bedeutung einer kultursensiblen Erziehung offensichtlich: 
Die El tern von Flüchtlingskindern sollten wie alle anderen Eltern mit 
Migrationshintergrund den Eindruck gewinnen, dass ihre Kultur und Religion 
seitens der Kindertagesstätte wertgeschätzt und respektiert werden. Dies gelingt 
am leichtesten, wenn die Eltern in die pädagogische Arbeit eingebunden werden, 
was auch ohne größere Deutschkenntnisse möglich ist. Beispielsweise können 
sie abwechselnd mit den Erzieher/innen aus mehrsprachigen Bilder -, Märchen- 
und Kinderbüchern vorlesen, allen Kindern Lieder und Gedichte in ihrer 
Heimatsprache beibringen, mit ihnen Tänze einüben oder auch nur anwesend 
sein, wenn z.B. kurze Filme über die Landschaft, die Natur, einzelne Ortschaften 
oder bedeutende Bauwerke ihres Herkunftslandes gezeigt werden. In unserer 
Tagesstätte, in denen viele Kinder mit Migrationshintergrund sind, werden auch 
muslimische, buddhistische, hinduistische und andere Feste neben den 
christlichen gefeiert. 
 
8. Träger

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Seit der Flüchtlingswelle 2015/16 sind viele kurdischstämmige SyrerInnen und 
IrakerInnnen nach  Deutschland und insbesondere nach NRW eingewandert. 
Dadurch sind auch für unsere Gemeinde große Herausforderungen entstanden 
und wir haben versucht, Wege zu finden, um die Flüchtlinge und 
Neuzugewanderten so gut wie möglich zu begleiten und in die Gesells chaft in 
Deutschland zu integrieren. Dieser Prozess braucht natürlich Zeit und muss in 
Zusammenarbeit mit den untersc hiedlichsten Partnern geschehen und bereits 
im Kindesalter ansetzen. 
Vor mehr als drei Jahren haben wir die Kurdish -European Society e.V. (KES) mit 
Sitz in Köln gegründet. Auf  Initiative von KES haben wir dann mit etwa 30 
Vereinen aus ganz Deutschland, mit teilweise langjähriger Erfahrung im Bereich 
Migration, Kinder- und Jugendarbeit, Flüchtlingsbetreuung und Integration, den 
Zentralrat der Kurden in Deutschland e.V. (ZKD) gegründet.  
Wir verstehen uns als überparteiliche deutsche Organisat ion für Kurden und 
Nicht-Kurden. Wichtig ist das Thema Integration, das für uns eine dreifache 
Bedeutung hat. Einerseits verstehen wir un ter Integration die Integration 
innerhalb der bunten und heterogenen kurdischen Diaspora in Deutschland und 
Europa, die Schätzungen zufolge knapp zwei Millionen Menschen aus den 
unterschiedlichsten Ländern zählt. Andererseits bedeutet Integration für uns 
auch das Zusammenleben mit den Mehrheitsgesellschaften in den europäischen 
Staaten sowie der aktive Beitrag zum europäischen Einigungs - und 
Friedensprozess. 
Als Kurdish -European Society e.V. verfolgen wir konkret das Ziel, mit unseren 
Aktivitäten im Bereich  Kinder und Jugendliche, Familien, Sport, Soziales, 
Gesundheit und Bildung, interreligiöser Dialog, demokratische Partizipation zur 
erfolgreichen Integration unserer Gemeinde als Ganzes beitragen.

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Unter unseren Mitgliedern gibt es Frauen, Männer, Kinder u nd Jugendliche mit 
Wurzeln in Syrien, Irak, Iran und der Türkei. Sunniten, Schiiten, Alewiten und 
Eziden sind gleichermaßen vertreten. Auch immer mehr Nicht -Kurdinnen und 
Kurden interessieren sich  für unsere Tätigkeit und arbeiten  eng mit uns 
zusammen. Wir freuen uns darüber und sind sehr daran interessiert, uns durch 
gemeinsame Projekte anderen Gesellschaftsgruppen gegenüber zu öffnen. 
Beispielsweise sind wir sehr daran interessiert, mit dem Kölner Verein Rom e.V., 
mit dem wir viele Ähnlichkeiten haben, eng zusammenzuarbeiten. 
Kinder- und Jugendarbeit sowie Frauenförderung sind zentrale Aspekte unserer 
Arbeit. Mit der Kinder- und Jugendarbeit verfolgen wir das Ziel, insbesondere die 
Kinder und Jugendlichen mit Migrations - und Flüchtlingshintergrund in die 
Gesellschaft zu integrieren. Dazu begleiten wir die Kinder und Jugendliche auf 
ihrem Weg vom Kind zum Erwachsenen, stehen ihnen bei der Bildung ihrer 
Identität zur Seite und vertreten ihre Interessen parteilich.  
Auf Bund - und Länderebene ha ben wir bereits Kontakte zu den 
unterschiedlichen Ministerien, die für unsere Aktivitäten in Frage kommen, 
hergestellt und arbeiten eng und vertrauensvoll mit ihnen zusammen. Vor allem 
zum NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration haben wir 
ein gutes Arbeitsverhältnis aufgebaut und werden regelmäßig zu 
Veranstaltungen eingeladen  und arbeiten aktiv in Foren wie beispielsweise 
„Muslimisches Engagement NRW“. 
Gerne wollen wir nun auch verstärkt auf lokaler Ebene mit Vertretern der Stadt 
Köln zusammenkommen und Partnerschaften eingehen und haben Kontakt mit 
dem Kommunalen Integrationszentrum hergestellt und planen in Köln, ein 
Interkulturelles Zentrum zu eröffnen.

Beratungsverlauf (1)

26.01.2021 Jugendhilfeausschuss
TOP 2.1.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Heßhofstraße 4
  • Ginsterpfad 21

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
3574/2020
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
18.12.2020
Erstellt
09.12.2020 13:50