BKA 0834
Anfrage von DIE LINKE. vom 05.03.2024: Braunkohlebedarf bewusst überschätzt
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anfrage von DIE LINKE. vom 05.03.2024: Braunkohlebedarf bewusst überschätzt)
746 Zeichen
Seite 1 von 1 Sitzungsvorlage Braunkohle- nausschuss - öffentlich - BKA 0834 Dezernat Regionalplanung, Braunkohlenplanung, Geschäftsstelle Ansprechperson Telefon BEZIRKSREGIERUNG Köln Datum 14.03.2024 Beratungsfolge Termin TOP Beratungsaktion Braunkohlenausschuss 15.03.2024 6.2 zur Kenntnis TOP: Anfrage von DIE LINKE. vom 05.03.2024: Braunkohlebedarf bewusst überschätzt Beschlussvorschlag: Der Braunkohlenausschuss nimmt die Ausführungen zur Kenntnis. Erläuterungen: Die Beantwortung der Anfrage erfolgte durch RWE und ist dieser Sitzungsvorlage als 2. Anlage angefügt. Anlage(n): 1. Anfrage von DIE LINKE_Braunkohlebedarf bewusst überschätzt 2. RWE_Beantwortung der Anfrage zu TOP 6.2_BKA 15.03.2024
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anfrage von DIE LINKE_Braunkohlebedarf bewusst überschätzt)
3989 Zeichen
im Braunkohlenausschuss
Zeughausstraße2- 10
50667 Köln
Herrn Stefan Götz
Vorsitzender des
Braunkohlenausschusses
Bezirksregierung Köln Köln, den 05.03.2024
50606 Köln
Sehr geehrter Herr Götz,
ich bitte darum, die nachfolgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung des
Braunkohlenausschusses am 15.03.2024 aufzunehmen.
Braunkohlebedarf bewusst überschätzt
Auf der Homepage des BUND wurde im Januar 2024 mitgeteilt, dass die Räumung und
Abbaggerung der Ortschaft Lützerath im Rheinischen Braunkohlenrevier auf unzutreffenden
energiewirtschaftlichen Prognosen beruhte.
https://www.bund-nrw.de/presse/detail/news/neue-zahlen-belegen-luetzerath-raeumung-war-
energiewirtschaftlich-ueberfluessig/
Des Weiteren ist zu lesen, dass diese Einschätzung des Bundes für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) auf die aktuell vom Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme (ISE)
auf der Plattform www.energy-charts.info veröffentlichten Jahreskennzahlen für die RWE-
Braunkohlenkraftwerke beruht. „Danach sank die Menge des für die öffentliche Versorgung
produzierten Stroms in den 13 RWE-Kraftwerksblöcken von 49,03 Terawattstunden (netto) in
2022 auf 33,54 TWh in 2023. Dieser Rückgang um fast ein Drittel steht im Widerspruch zu
der dem „Garzweiler-Deal“ zwischen Bund, Land und RWE zugrunde gelegten
Energieprognose. Diese war von einem starken Anstieg und einem längerfristig anhaltend
hohem Niveau des Kohlebedarfs ausgegangen.
Der BUND und andere hatten schon im Herbst 2022 das zur Begründung für die RWE-
Vereinbarung zu Rate gezogenen Gutachten kritisiert. Das von BET zusammen mit der
landeseigenen Gesellschaft NRW.Energy4Climate erstellte Gutachten war insbesondere für
2022 und 2023 von sehr stark steigenden Braunkohlebedarfen ausgegangen. Als Begründung
wurden der russische Angriff auf die Ukraine und die damit ausgelöste Gaskrise angeführt.
Andere Gutachter wie Aurora Energy Research oder die CoalExit Reasearch Group waren
hingegen von deutlich geringeren Bedarfen ausgegangen.“
„Die Daten zeigen, dass der Braunkohlenbedarf in 2023 sogar unter dem des Jahres 2021 lag.
Die Fehleinschätzung der Landesregierung wird überdeutlich“, sagt Dirk Jansen. „RWE hat
das genutzt und Fakten geschaffen. Mit Lützerath verschwand ein Symbol des Widerstands
von der Landkarte.“
Auch DIE LINKE. im Rheinland hatte in 2021 durch Anträge auf die Thematik hingewiesen:
https://www.die-linke-im-kreistag-rhein-
erft.de/fileadmin/lcmsfraktionrheinerft/user/upload/Antrag_Kreistag_06-05-21_-
_Grundsaetzliche_UEberarbeitung_der_Leitentscheidung_fuer_das_Rheinische_Revier_U.pd
f
https://bezreg-
koeln.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZf45sebzhbCtwe4HGtjP
8cyBRFcOVv3WTPIbH5vnYERg/10c.pdf.pdf
In diesem Zusammenhang bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Welche Erklärungen gibt es für die beschriebene Entwicklung des geringeren
Energiebedarfes auf Seiten des Energieversorgers RWE und der politisch
Verantwortlichen?
2. Gibt es öffentliche Stellungnahmen von RWE und den politisch Verantwortlichen zur
Thematik und wie sehen diese aus?
3. Wieviel Tonnen Braunkohle wurden weniger als angenommen abgebaggert, um sie
der Stromgewinnung zu zuführen?
4. Wird die geringere Menge an abgebaggerter Braunkohle irgendwelche Auswirkungen
hinsichtlich des weiteren Braunkohleabbaus oder anderen Vorgängen in
Zusammenhang mit dem Braunkohleausstieg haben und wenn ja welche?
Beate Hane-Knoll
Einzelmandatsträgerin DIE LINKE. im Braunkohlenausschuss
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (RWE_Beantwortung der Anfrage zu TOP 6.2_BKA 15.03.2024)
5777 Zeichen
RWE RWE Power AG | Auenheimer Str. 27 50129 Bergheim Tagebauplanung Bezirksregierung Köln Name Hillebrecht Dezernat 352 Telefon 02271751-22877 Frau Eva Kuhl E-Mail Claudia.Hillebrechterwe.com Scheidtweilerstraße 4 Postanschrift Auenheimer Str. 27 50129 Bergheim 50933 Köln Bergheim, 13. März 2024 Beantwortung der Anfrage von Frau Beate Hane-Kroll Sehr geehrte Frau Kuhl, wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 12.03.2024 bezüglich des Schreibens der Einzelmandatsträgerin der Partei DIE LINKE im Braunkohlenausschuss Frau Beate Hane-Knoll vom 05.03.2024 und möchten die gestellten Fragen wie folgt beant- worten: 1. Welche Erklärungen gibt es für die beschriebene Entwicklung des geringeren Energiebedarfes auf Seiten des Energieversorgers RWE und der politisch Ver- antwortlichen? Die Bruttostromerzeugung ist durch den deutlichen Rückgang der Industrie- produktion und der damit verbundenen gesunkenen Nachfrage der stromin- tensiven Industrie gesunken. Durch den unerwartet starken Zubau der Erneuer- bare Energien und die damit verbundene vergleichsweise hohe Einspeisung im letzten Jahr und der Tatsache, dass im Saldo Strom importiert wurde, ist die inländische konventionelle Stromerzeugung deutlich zurückgegangen. Durch die vergangenen milden Winter war die Nachfrage nach Gas vergleichsweise gering und hatte volle Gasspeicher und damit fallende Gaspreise zur Folge. Die Kombination der o.g. Faktoren führte zu einer geringeren Erzeugung aus Braunkohle. Die Braunkohle hatte in Summe in den beiden Jahren 2022 und 2023 einen Anteil von rd. 20% am Strommix, Damit hat die Braunkohle einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland geleistet. Die Entwicklungen, die zu einer geringeren Erzeugung geführt haben, waren in 2022 vor dem Hintergrund des Angriffskrieges auf die Ukraine nicht absehbar. Neben der reinen Erzeugung hat jedoch bereits allein die Vorhaltung von Kapa- zität in den Kraftwerken und im Tagebau und die damit verbundene sichere Be- reitstellung und Verfügbarkeit von Strom, einen hohen Wert für die Versor- gungssicherheit. Energisin the future For 125 years. / RWE Power Aktiengesellschaft Betriebsstätte Auenheimer Straße 27 50129 Bergheim T +49 2271 751-0 F +49 2271 751-1414 | www.rwe.com Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Michael Müller Vorstand: Dr. Frank Weigand (Vorsitzender) Steffen Kanitz Dr. Lars Kulik Kemal Razanica Sitz der Gesellschaft: Essen Eingetragen beim Amtsgericht Essen HRB 17420 Bankverbindung: Commerzbank Köln BIC COBADEFF370 IBAN: DE72 3704 0044 0500 1490 00 Gläubiger-IdNr. DE37ZZZ00000130738 USt-IdNr. DE8112 23 345 St-Nr. 112/5717/1032 RWE Seite 2 2. Gibt es öffentliche Stellungnahmen von RWE und den politisch Verantwortli- chen zur Thematik und wie sehen diese aus? Im Geschäftsbericht der RWE AG werden jährlich die Unternehmenszahlen und Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr dargestellt. Die Geschäftsberichte sind öffentlich zugänglich und sind auf der Homepage der RWE AG zu finden. Die Geschäftsentwicklung für das Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht die RWE AG am 14.03.2024. Bereits am 15.02.2024 wurde eine Vorschau auf die Stromerzeugung und die Erzeugungskapozität des Jahres 2023 veröffentlicht. Die Entwicklung der Stromerzeugung und der installierten Leistung von 2022 zu 2023 kann hier nachvollzogen werden. 3. Wieviel Tonnen Braunkohle wurden weniger als angenommen abgebaggert, um sie der Stromgewinnung zu zuführen? Im Jahr 2023 wurden 48 Mio. t Braunkohle im Rheinischen Revier gefördert. Im Jahr 2022 waren es 65,3 Mio. t. Diese Abnahme ist bereits teilweise so in der Planung prognostiziert worden. Weitere Abweichungen ergeben sich aus den in Punkt 1 genannten Aspekten. 4. Wird die geringere Menge an abgebaggerter Braunkohle irgendwelche Auswir- kungen hinsichtlich des weiteren Braunkohleabbaus oder anderen Vorgängen in Zusammenhang mit dem Braunkohleausstieg haben und wenn ja welche? Die Zukunft der Energieversorgung sieht anders aus als die Vergangenheit. Es vollzieht sich ein Wandel von einem durch fossile Energien gekennzeichneten Zeitalter zu einer Welt, in der die erneuerbaren Energien dominieren. Entschei- dende Schlüssel für das Erreichen der Klimaziele sind die beschleunigte Verbes- serung der Energieeffizienz, die breite Umsetzung der Technologie der Ab- scheidung und Nutzung beziehungsweise Speicherung von CO2, der massive Ausbau der erneuerbaren Energien zur Deckung des stark wachsenden Strom- bedarfs sowie das Setzen auf Wasserstoff, und zwar vor allem in den Sektoren, die für eine Elektrifizierung nur schwer zu erschließen sind. Die Transformation der Energieversorgung geht zwar einher mit einem Rückgang der Bedeutung fossiler Energien. Vollständig verzichtbar ist die Nutzung von Öl, Erdgas und Kohle auf absehbare Zeit aber noch nicht. Das Abbaukonzept für den Tagebau Garzweiler stellt zusammen mit dem Ab- baukonzept für den Tagebau Hambach die Deckung des jährlichen und des ge- samten Kohlebedarfs an der Nord-Süd-Bahn sowohl für den Regel-/Leistungs- betrieb der Kraftwerke und Veredlungsbetriebe bis Ende März 2030 als auch für einen eventuell notwendigen Reservebetrieb (Blöcke mit einer Leistung von 3.600 MW) bis Ende 2033 sicher. Darüber hinaus sind die verkleinerten Abbaufelder des Tagebaus Garzweiler und des Tagebaus Hambach so bemessen, dass sie die bestehenden Wie- dernutzbarmachungsverpflichtungen durch die Bereitstellung ausreichender Mengen von Abraum und Rekultivierungsmaterial knapp erfüllen können. Die RWE Seite 3 geringere Menge gewonnener Braunkohle hat hinsichtlich des weiteren Braun- kohleabbaus und der Wiedernutzbarmachung in den Tagebauen keine Auswir- kung. Mit freundlichen Grüßen und Glückauf RWE Power Aktiengesellschaft ppa. IV. ru _ (Dr. Harald Marx)
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- BKA 0834
- Typ
- Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss
- Datum
- 15.03.2024
- Erstellt
- 12.03.2024 14:30