0889/2024
Stellungnahme des Kunstbeirats zur Aufstellung einer Infotafel am Kunstwerk "Diana mit springender Antilope" von Fritz Behn
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Mitteilung BV
3780 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VII/VII/2 Vorlagen-Nummer 0889/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 25.04.2024 Stellungnahme des Kunstbeirats zur Aufstellung einer Infotafel am Kunstwerk "Diana mit springender Antilope" von Fritz Behn Sachstand Herr Thomas Wardenbach hat nach einem Beschluss der BV Rodenkirchen eine Schautafel für die Skulptur „Panther“ in Köln-Marienburg entworfen, die sich kri- tisch mit den kolonialen und nationalsozialistischen Aktivitäten des Künstlers be- fasst und die Bürger*innen über diese informieren soll. Nunmehr hat Herr Wardenbach weitere Bezirksvertretungen angefragt, in deren Zuständigkeitsbereich Werke Behns stehen. Die Fraktionsvorsitzenden der BV I - Innenstadt bitten den Kunstbeirat um Stellungnahme. Es stellt sich die Frage, ob und wie diese Werke im öffentlichen Raum präsentiert werden sollen/können. Konkret handelt es sich hier um das Werk „Diana mit springender Antilope“ am Sachsenring. Stellungnahme des Kunstbeirats Der Kunstbeirat begrüßt grundsätzlich die Beschäftigung mit diesem wichtigen Thema. Es gibt zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum, die von Künstler*in- nen mit nationalsozialistischem oder kolonialem Hintergrund geschaffen wurden, daher ist es grundsätzlich gut und wichtig, den Bürger*innen Informationen für eine differenzierte und kritische Betrachtung zu geben. Da es neben den Werken von Fritz Behn noch eine Reihe weiterer Werke gibt, bei denen eine kritische Einordnung in den historischen Kontext wichtig ist, rät der Kunstbeirat allerdings davon ab, eine Einzellösung zu realisieren. Vielmehr braucht es ein gesamtstädtisches Konzept, wie mit den Kunstwerken zu verfahren 2 ist, und eine einheitliche und barrierefreie Präsentation der Informationen. Denk- bar ist auch eine digitale Komponente, mit der die Informationen über das Smart- phone abgerufen werden können. Das Gesamtkonzept sollte neben Vorschlägen zur Gestaltung und Präsentation der Tafeln und einer Liste der betreffenden Werke im öffentlichen Raum auch die folgenden Fragen beantworten: 1. Wer sichert die Finanzierung der Tafeln für Anschaffung, Aufstellung und Un- terhaltung? 2. Wer ist zu beteiligen? 3. Wer schreibt die Texte bzw. wie kann eine durchgängige Gleichbehandlung und Wissenschaftlichkeit gewährleistet werden? 4. Gibt es ausreichende Quellenlagen zu den bestehenden Werken / Künstler*in- nen im Zusammenhang mit Unrechtskontexten? 5. Beschäftigen sich die Infotafeln nur mit nationalsozialistischem und kolonialem Unrechtskontext oder auch mit anderem? 6. Sollen die Tafeln nur für Kunstwerke im öffentlichen Raum entstehen oder auch für Denkmäler? Der Kunstbeirat empfiehlt die Erarbeitung eines solchen Konzepts zur zeitgemä- ßen Einordnung und Kontextualisierung von Kunstwerken im öffentlichen Raum, um der Relevanz dieses Themas gerecht zu werden und nicht mittelfristig ein Konvolut verschiedener Lösungen im Stadtraum zu haben. Die Erstellung des Konzepts müsste unter Beteiligung der Bezirksvertretungen und des beratenden Expert*innengremiums „Postkoloniales Erbe Köln“ vom Aus- schuss Kunst und Kultur / Rat der Stadt Köln beschlossen werden und mit ausrei- chenden personellen und finanziellen Ressourcen hinterlegt werden. Zudem wird unbedingt externe Expertise bei der Auswahl der Kunstwerke und der Einordnung der Unrechtskontexte benötigt. Erst wenn die notwendigen Rahmenbedingungen gegeben sind, kann die Verwaltung mit der Erarbeitung eines Konzepts beginnen. Eine Einzelfalllösung wird seitens des Kunstbeirates nicht befürwortet, um keine Präzedenzfälle zu schaffen, sondern derartige Tafeln nur im gesamtstädtischen Kontext zu entwickeln. Gez. Kay von Keitz Vorsitzender des Kunstbeirats
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0889/2024
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 02.04.2024
- Erstellt
- 04.03.2024 15:31