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AN/1124/2024

Klimaveedel und Fernwärme

Anfrage nach § 4 BV8 (Linke) 29.08.2024

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 8 (Kalk), Sitzung am 05.09.2024, TOP 9.2.4

Anfrage (Die Linke BV8)

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Anfrage (Die Linke BV8)

6459 Zeichen

Kalker Hauptstraße 247 – 273 
51103 Köln 
Linke-BV8@stadt-koeln.de 
 
 
 
 
 
Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 28.08.2024 
AN/1124/2024 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Bezirksvertretung 8 (Kalk) 05.09.2024 
TOP 9.2.4 
 
Klimaveedel und Fernwärme 
Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, 
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
Die Linke Fraktion in der Bezirksvertretung Kalk bittet Sie höflich darum die untenstehende 
Anfrage auf die Tagesordnung der 26. Sitzung der Bezirksvertretung Kalk in der Wahlperiode 
2020/2025 am Donnerstag, dem 05.09.2024 zu setzen, 
 
Der Schutz des Klimas ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Der Ausstoß von CO2 
trägt entscheidend zur Erderwärmung bei. Deutschland setzt vor allem auf den zunehmenden 
Einsatz von erneuerbaren Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz.  
 
Nach dem Europäischen Klimagesetz müssen die EU-Länder die Netto-
Treibhausgasemissionen  
 bis 2030 um mindestens 55 % senken.  
 bis 2050 klimaneutral zu machen. 
 
Die derzeitigen, ehrgeizigen Ziele der derzeitigen Bundesregierung lauten:  
 Bis 2030 minus 65 Prozent gegenüber 1990 (Bislang galt ein Minderungsziel von minus 
55 Prozent)  
 bis 2040 minus 88 Prozent 
Frau Bezirksbürgermeisterin  
Claudia Greven-Thürmer 
 
 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker

- 2 - 
 bis 2045 Treibhausgasneutralität! 
 
Die nordrhein-westfälische Landesregierung unter Beteiligung der Bündnis-Grünen hat keine 
ehrgeizigeren Ziele, als die Bundes-Ampel unter Beteiligung der neoliberalen FDP. 
 
Für Köln gilt allerdings das Ziel der Klimaneutralität bis 2035.  
 
Um klimaneutral zu werden, muss Köln seine Treibhausgasemissionen von aktuell rund 9,7 
Millionen Tonnen pro Jahr auf unter eine Million Tonnen pro Jahr reduzieren. Das entspricht 
einer Reduktion von durchschnittlich 7 Prozent jährlich. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 1990 
bis 2021 sanken die Treibhausgasemissionen jährlich nur um 0,7 Prozent.  
Als regionalem Energieversorgungsunternehmen für Strom-, Gas-, Wasser- und 
Wärmeversorgung welches zu 75.8 Prozent in kommunaler Hand ist (24,2 Prozent befinden sich 
im Besitz der Westenergie AG. Diese wiederum gehört zu E.ON.), kommt der RheinEnergie AG 
dabei eine besondere Bedeutung zu. 
„Sauber, sicher und bezahlbar – wir machen uns frei von fossilen Brennstoffen und drücken 
beim Klimaschutz aufs Tempo. Bis 2035 wollen wir unsere Kundinnen und Kunden klimaneutral 
mit Energie versorgen“, heißt es auf deren Internetseite. Ebenfalls ist dort zu lesen, dass alle 
Kundinnen, die von der RheinEnergie Strom beziehen, 100 % grünen Strom erhielten. Die 
Verträge seien automatisch auf Ökostrom umgestellt worden.  
Was die Rheinenergie mit dem Strom macht, den sie im Braunkohlekraftwerk in Merkenich und 
in den gasbetriebenen KWK-Anlagen produziert, wird allerdings nicht beworben und ist für uns 
als Bezirksfraktion nur für die im Stadtbezirk befindlichen Anlagen interessant. 
Unter dem Strich dürfte allen, die den menschengemachten Klimawandel verstanden haben klar 
sein, dass der derzeitige flächendeckende Energieverbrauch über alle Bereiche hinweg nicht 1 
zu 1 wird durch so genannte erneuerbare Energien zu decken sein wird. Um Klimaneutralität zu 
erreichen, wird also nicht nur die Energieproduktion umgestellt, sondern auch der 
Energieverbrauch drastisch reduziert werden müssen. Die umwelt- und klimafreundlichste 
Kilowattstunde Energie ist die, die weder verbraucht noch produziert werden muss. 
So hat die RheinEnergie 2023 die absolut begrüßenswerte Initiative "Klimaveedel" ins Leben 
gerufen und damit ins unserem Stadtbezirk in Neubrück begonnen.  Sie ist ein Baustein der 
Energie- und Wärmewende und soll bis 2025 laufen. Im Klimaveedel gibt es konkrete 
Experimente und Aktionen, in denen übertragbare Klimamaßnahmen erprobt werden und die 
Rheinenergie steckt hier auch eine große Menge Finanzmittel rein.  
Gleichzeitig steht die Kölner Stadtverwaltung, wie allgemein bekannt, dabei gerne auf der 
Bremse, egal ob es um die Bewilligung von Zuschüssen oder von Genehmigungen, die dringend 
zu erteilen wären geht.  
Zu diesem Themenkomplex hat Die Linke Fraktion in der Bezirksvertretung einige Fragen, um 
deren Beantwortung wir höflich bitten: 
 
1. Am 26. August 1965 war die Grundsteinlegung Neubrücks als 85. Kölner Stadtteil. Das, 
sich unter der Siedlung befindliche, Fernwärmenetz dürfte in etwa aus der gleichen Zeit 
stammen und ist wenig bis gar nicht isoliert. Gerade an (den nur noch wenigen) Tagen

- 3 - 
mit Schneefall ist der Verlauf der Leitungen daran zu erkennen, dass sie schnee- und 
eisfrei bleiben. In den Kellern der Häuser ist es so warm, dass Kartoffeln nicht 
eingelagert und Geranien nicht überwintert werden können. Diese Art der 
Verschwendung können wir uns aber beim Ziel der Klimaneutralität nicht mehr erlauben. 
 
Wann ist mit der flächendeckenden Sanierung und Isolierung des Neubrücker 
Fernwärmenetzes zu rechnen und wieviel Energie wird hierdurch zukünftig eingespart 
werden können? 
 
2. Wann werden die drei Blockheizkraftwerke in Merheim, die derzeit noch mit fossilem 
Erdgas betrieben werden durch andere Formen der Wärmegewinnung ersetzt oder 
ergänzt und sind die vorhandenen Kraftwerke sicher geeignet auch grünen Wasserstoff 
zu verfeuern? 
 
3. In den drei Blockheizkraftwerken wird fossiles Erdgas verfeuert, um Strom zu 
produzieren. Die Wärme entsteht dort als Nebenprodukt und ihre Nutzung erhöht die 
Energieeffizienz enorm. Da die Kundinnen der Rheinenergie aber ja nur mit zertifiziertem 
Ökostrom versorgt werden, stellt sich die Frage: Was geschieht mit dem dort 
produziertem fossilen Strom? 
 
4. Im Rahmen des Projektes Klimaveedel hat die RheinEnergie vieles nach dem Motto 
„einfach mal machen“ angestoßen und stößt weiter an. Dabei werden viele Erfahrungen 
gesammelt, die sicher auch für die Kommunalpolitik von Interesse sind. Das Projekt läuft 
bis 2025. Wann wird es einen auch für die Politik einsehbaren Evalutionsbericht zu 
diesem Projekt geben? 
 
5. Warum gelingt es der Kölner Stadtverwaltung nicht, solche lobenswerten und 
notwendigen Projekte mit dem entsprechenden Engagement, Geld und personellem 
Einsatz zu unterstützen, während für nicht realsierte Traumprojekte die Ressourcen zur 
Verfügung stehen? 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
HP Fischer      gez. Denis Badorf 
Fraktionsv orsitzender       Stellv ertretender  Fraktionsv orsitzende r

Beratungsverlauf (1)

05.09.2024 Bezirksvertretung 8 (Kalk)
TOP 9.2.4 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
AN/1124/2024
Typ
Anfrage nach § 4 BV8 (Linke)
Datum
29.08.2024
Erstellt
28.08.2024 17:11