Corona-Pandemie führt zu Beschäftigungsrückgang im Kölner Einzelhandel
Mitteilung Ausschuss 3749/2022 vom 15.11.2022
Stand: Am 24.11.2022 im Wirtschaftsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Dezernat, Dienststelle IX/15 Vorlagen-Nummer 15.11.2022 3749/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Digitalisierungsausschuss 21.11.2022 Wirtschaftsausschuss 24.11.2022 Corona-Pandemie führt insgesamt zu Beschäftigungsrückgang im Kölner Einzelhandel – Einzelne Segmente konnten trotz Krise leicht zulegen Während des Zeitraums der Corona-Pandemie hat sich der Kölner Einzelhandel zwischen Dezember 2019 und Dezember 2021 insgesamt rückläufig entwickelt. Insgesamt sind 2 800 Arbeitsplätze abge- baut worden, das entspricht einem Rückgang von 6,3 Prozent. Trotz der degressiven Entwicklung konnten einzelne Branchensegmente, wie beispielsweise der Onlinehandel, trotz der Krise zulegen. Die Arbeitsplatzverluste trafen vor allem Beschäftigte in Supermärkten, Kaufhäusern und Geschäften mit sogenanntem Detailhandel wie beispielsweise Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, Körperpfle- gemitteln, Uhren und Schmuck, Apotheken (etc.). Die Aussichten für das laufende Jahr 2022 sind eher verhalten. Im Zuge der gesellschaftlichen, politi- schen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Jahres ist die Verbraucherstimmung im Herbst weiter gesunken und die Abnahme des Konsumklimas setzt sich fort. Der Handelsverband Deutsch- land (HDE) nimmt an, dass der deutsche Einzelhandel seinen Umsatz 2022 im Vergleich zum Vorjahr zwar nominal um rund drei Prozent auf 607 Milliarden Euro steigern wird, wobei dieser Zuwachs al- lerdings inflationsbereinigt einem realen Minus von zwei Prozent entspricht. Zum Jahresende 2021 waren in Köln rund 41 800 Personen im Einzelhandel sozialversicherungs- pflichtig beschäftigt, die meisten davon in Supermärkten und Kaufhäusern (10 000 Beschäftigte, 60 Prozent Frauen) sowie in Geschäften mit sogenanntem Detailhandel (11 100 Beschäftigte, drei Viertel davon Frauen). In den beschäftigungsintensiven Kölner Supermärkten und Kaufhäusern ist die Zahl der Beschäftigten im Laufe der Corona-Pandemie von Dezember 2019 bis Dezember 2021 am stärksten zurückgegan- gen (-1 500 oder -13,0%) – und damit auch stärker als sie in den Vorjahren gestiegen war (2011- 2019: +876 oder +8,3%). In den Geschäften mit Detailhandel hat die Beschäftigung zwischen 2019 und 2021 zwar weniger stark abgenommen als in den Supermärkten und Kaufhäusern (-669 oder - 5,7%). Hier gab es allerdings zuvor von 2011 bis 2019 mit +360 Arbeitsplätzen oder +3,1 Prozent auch nur einen eher geringen Beschäftigtenzuwachs. Der Onlinehandel profitiert dagegen von der Corona-Pandemie am stärksten. Mit insgesamt 2 800 Beschäftigten wuchs er zwischen 2019 und 2021 ebenso wie in fast allen anderen Vergleichsstädten (+311 Arbeitsplätze oder +12,5%). Bereits in den Vorjahren von 2011 bis 2019 verzeichnete der Onli- nehandel in Köln den höchsten absoluten Beschäftigtenzuwachs (+2 000 Beschäftigte oder +375%) und belegt mit diesem Beschäftigungsplus den zweiten Platz unter den Vergleichsstädten. Ebenfalls zulegen konnte der Lebensmitteleinzelhandel. Hier stieg die Zahl der sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigten um 2,3 Prozent. Zwischen 2011 und 2019 verzeichnete dieses Segment ein signifikantes Wachstum von insgesamt 29,0 Prozent. Ein weiteres Segment mit moderatem Wachstum war der Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textili- 2 en, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf. Nachdem die Branche zwischen 2011 und 2019 deutlich rückläufig war, hat sich in dem Pandemiezeitraum zwischen Dezember 2019 und Dezember 2021 ein Plus von 3,5 Prozent eingestellt (das entspricht einem Zuwachs von 144 Beschäftigten). Anlage KSN 13/2022 Branchenprofil Einzelhandel – Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalver- gleich 2011 bis 2021 Gez. Haack -
KSN_Branchenprofil Einzelhandel_13-2022
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1 Branchenprofil Einzelhandel Beschäftigungsentwicklung in Köln und im Regionalvergleich 2011 bis 2021 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Zusammenfassung Während des Zeitraums der Corona-Pandemie hat sich der Kölner Einzelhandel zwischen Dezember 2019 und Dezember 2021 insgesamt rückläufig entwickelt. Insgesamt sind 2 800 Arbeitsplätze abgebaut worden, das entspricht einem Rückgang von 6,3 Prozent. Trotz der degressiven Entwicklung konnten einzelne Branchensegmente, wie beispielsweise der Onlinehandel, trotz der Krise zulegen. Die Arbeitsplatzverluste trafen vor allem Beschäftigte in Supermärkten, Kaufhäusern und Geschäften mit sogenanntem Detailhandel wie beispielsweise Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, Körperpflegemitteln, Uhren und Schmuck, Apotheken (etc.). Die Aussichten für das laufende Jahr 2022 sind eher verhalten. Im Zuge der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Jahres ist die Verbraucherstimmung im Herbst weiter gesunken und die Abnahme des Konsumklimas setzt sich fort. Der Handelsverband Deutschland (HDE) nimmt an, dass der deutsche Einzelhandel seinen Umsatz 2022 im Vergleich zum Vorjahr zwar nominal um rund drei Prozent auf 607 Milliarden Euro steigern wird, wobei dieser Zuwachs allerdings inflationsbereinigt einem realen Minus von zwei Prozent entspricht. Zum Jahresende 2021 waren in Köln rund 41 800 Personen im Einzelhandel sozialversicherungs- pflichtig beschäftigt, die meisten davon in Supermärkten und Kaufhäusern (10 000 Beschäftigte, 60 Prozent Frauen) sowie in Geschäften mit sogenanntem Detailhandel (11 100 Beschäftigte, drei Viertel davon Frauen). In den beschäftigungsintensiven Kölner Supermärkten und Kaufhäusern ist die Zahl der Beschäftigten im Laufe der Corona-Pandemie von Dezember 2019 bis Dezember 2021 am stärksten zurückgegangen (-1 500 oder -13,0%) – und damit auch stärker als sie in den Vorjahren gestiegen war (2011-2019: +876 oder +8,3%). In den Geschäften mit Detailhandel hat die Beschäftigung zwischen 2019 und 2021 zwar weniger stark abgenommen als in den Supermärkten und Kaufhäusern (-669 oder -5,7%). Hier gab es allerdings zuvor von 2011 bis 2019 mit +360 Arbeitsplätzen oder +3,1 Prozent auch nur einen eher geringen Beschäftigtenzuwachs. Der Onlinehandel profitiert dagegen von der Corona-Pandemie am stärksten. Mit insgesamt 2 800 Beschäftigten wuchs er zwischen 2019 und 2021 ebenso wie in fast allen anderen Vergleichsstädten (+311 Arbeitsplätze oder +12,5%). Bereits in den Vorjahren von 2011 bis 2019 verzeichnete der Onlinehandel in Köln den höchsten absoluten Beschäftigtenzuwachs (+2 000 Beschäftigte oder +375%) und belegt mit diesem Beschäftigungsplus den zweiten Platz unter den Vergleichsstädten. Ebenfalls zulegen konnte der Lebensmitteleinzelhandel. Hier stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 2,3 Prozent. Zwischen 2011 und 2019 verzeichnete dieses Segment ein signifikantes Wachstum von insgesamt 29,0 Prozent. Ein weiteres Segment mit moderatem Wachstum war der Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf. Nachdem die Branche zwischen 2011 und 2019 deutlich rückläufig war, hat sich in dem Pandemiezeitraum zwischen Dezember 2019 und Dezember 2021 ein Plus von 3,5 Prozent eingestellt (das entspricht einem Zuwachs von 144 Beschäftigten). 2 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Bedeutung des Einzelhandels am Standort Köln Köln gilt als Einkaufsmetropole und ist nicht nur Shopping-Ziel für Einheimische, sondern auch zahlreicher Menschen aus der Region sowie auch von Touristinnen und Touristen aus dem In- und Ausland. Insbesondere die Kölner Innenstadt mit ihren Einkaufsstraßen wie der Schildergasse, der Hohe Straße, der Ehrenstraße oder der Breite Straße wird stark frequentiert. Zur wohnortnahen Versorgung der Kölner Bevölkerung kommen die Geschäftszentren in den Kölner Stadtteilen hinzu. Deren Sicherung und Verbesserung war und ist eine wichtige Aufgabe der Kölner Stadtentwicklung. 1 Die Bedeutung des Einzelhandels am Standort Köln spiegelt sich auch durch die Präsenz großer Handelskonzerne wider: Viele bekannte Marken sind mit großen Filialen in Köln vertreten. Zudem hat die Rewe Group in Köln ihren Hauptsitz und ist mit rund 11 500 Mitarbeitenden in der Kölner Region bedeutendstes Handelszentrum in Nordrhein-Westfalen.2 Der Zuwachs bei den virtuellen Handelshäusern macht dem ortsansässigen Einzelhandel jedoch schon länger zu schaffen: So boomt der Onlinehandel mit Bekleidung, Computern, Elektronikartikeln und sonstigen Waren seit Jahren und sein Umsatz steigt. Verstärkt hat sich diese Entwicklung im Laufe der Corona-Pandemie. Temporäre Schließungen vieler stationärer Geschäfte führten insbesondere im Nonfood-Einzelhandel zu deutlichen Verlusten. Der Online-Handel konnte dagegen stark profitieren. Um ebenfalls vom Online-Geschäft zu profitieren sind die stationären Geschäfte dazu übergegangen, ihre Waren verstärkt ebenfalls im Internet anzubieten. 3 Knapp 42.000 Beschäftigte im Kölner Einzelhandel – Reiner Onlinehandel mit nur geringem Beschäftigungsanteil I nnerhalb der Gesamtbranche „Einzelhandel“ (inklusive KFZ-Handel, -Instandhaltung und - Reparatur) waren in Köln zum Jahresende 2021 rund 41 800 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Tabelle 1). Gemessen am Beschäftigtenanteil des Einzelhandels an allen Branchen (Branchenanteil) belegt Köln mit 6,9 Prozent eine Mittelposition unter den Vergleichsstädten, deren Branchenanteile insgesamt relativ nah beieinander liegen und sich zwischen 5,4 und 9,1 Prozent bewegen (Grafik 4, Tabelle 2). 1 Siehe https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/versorgung/einzelhandels-und- zentrenkonzept-wesentliche-inhalte?kontrast=schwarz sowie https://www.stadt-koeln.de/artikel/71176/index.html, abgerufen am 4.10.2022 2 REWE Group: Geschäftsbericht 2021; Siehe auch unter: https://www.rewe-group- geschaeftsbericht.de/documents/RZF_Abschluss_Gesamt_20211231.pdf , abgerufen am 4.10.2022 3 Siehe https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Grosshandel-Einzelhandel/einzelhandel-online-handel.html sowie https://www.iwkoeln.de/studien/christian-rusche-die-effekte-der-corona-pandemie-auf-den-onlinehandel-in- deutschland.html, abgerufen am 4.10.2022 3 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Die beiden beschäftigungsintensivsten Teilsegmente innerhalb des Einzelhandels sind mit deutlichem Abstand zu den anderen Bereichen: • Supermärkte und Kaufhäuser („Einzelhandel mit Waren verschiedener Art“) mit rund 10 000 Beschäftigten; • Geschäfte mit Bekleidung, mit Schuhen und Lederwaren, mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, mit kosmetischen Erzeugnissen und Körperpflegemitteln, mit Blumen, Pflanzen, Sämereien, Düngemitteln, zoologischem Bedarf und lebenden Tieren, mit Uhren und Schmuck, mit Antiquitäten und Gebrauchtwaren sowie Apotheken („Einzelhandel mit sonstigen Gütern“); Hier arbeiten etwas mehr als 11 100 Beschäftigte. Diese zwei Teilbranchen, in der überwiegend Frauen angestellt sind (Grafik 1) und der Anteil an Akademiker*innen gering ist (Grafik 2), umfassen zusammen genommen die Hälfte der Beschäftigten in der Gesamtbranche „Einzelhandel“. Der Onlinehandel ist dagegen mit rund 2 800 Beschäftigten (7 Prozent) vergleichsweise dünn besetzt. Tabelle 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Einzelhandel 2011 bis 2021 (jeweils 31.12.) Veränderung Veränderung Einzelhandel 2011 2019 2020 2021 2011-2019 2019-2021 absolut in % absolut in % Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 7 854 7 974 7 878 7 506 120 1,5 -468 -5,9 davon Handel mit Kraftwagen 2 625 3 190 2 951 2 840 565 21,5 -350 -11,0 Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen 3 840 3 126 3 050 3 065 - 714 -18,6 -61 -2,0 Handel mit Kraftwagenteilen und -zubehör 1 256 1 206 1 450 1 200 - 50 -4,0 -6 -0,5 Handel mit Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehör; Instandhaltung und Reparatur 133 452 427 401 319 239,8 -51 -11,3 Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 33 411 36 604 33 935 34 265 3 193 9,6 -2.339 -6,4 davon Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (Supermärkte und Kaufhäuser) 10 567 11 443 9 649 9 954 876 8,3 -1.489 -13,0 Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren 1 454 1 876 1 874 1 920 422 29,0 44 2,3 Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) 643 612 563 543 - 31 -4,8 - 69 -11,3 Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik 1 519 2 178 2 040 1 875 659 43,4 -303 -13,9 Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf 5 342 4 085 4 172 4 229 -1 257 -23,5 144 3,5 Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren 1 880 2 060 1 831 1 766 180 9,6 - 294 -14,3 Einzelhandel mit sonstigen Gütern 11 439 11 799 11 164 11 130 360 3,1 -669 -5,7 Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten 44 69 50 55 25 56,8 -14 -20,3 Versand- und Interneteinzelhandel (Onlinehandel) 523 2 482 2 592 2 793 1 959 374,6 311 12,5 Einzelhandel insgesamt 41 265 44 578 41 813 41 771 3 313 8,0 -2 807 -6,3 Dienstleistungssektor insgesamt 410 091 528 560 526 268 540 975 118 469 28,9 12 415 2,3 Alle Branchen 486 481 591 536 587 735 604 050 105 055 21,6 12 514 2,1 Anteil Dienstleistungssektor in % 10,1 8,4 7,9 7,7 -1,7 -0,7 Anteil an allen Branchen in % 8,5 7,5 7,1 6,9 -0,9 -0,6 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 4 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Corona-Pandemie führt zu Beschäftigungsrückgang im Branchenkomplex insgesamt Die positive Beschäftigungsentwicklung, die im Kölner Einzelhandel insgesamt von 2011 bis 2019 zu beobachten war (+3 300 Arbeitsplätze oder +8,0%, Tabelle 1), hat sich in Folge der Corona- Pandemie nicht fortgesetzt: Rund 2 800 Arbeitsplätze sind hier von Dezember 2019 bis Dezember 2021 verloren gegangen (-6,3%). Im Verlauf der Corona-Pandemie ist die Beschäftigtenzahl von Dezember 2019 bis Dezember 2021 im Vergleich zu anderen deutschen Großstädte zurückgegangen. Deutliche Beschäftigungsrückgänge bei Supermärkten und Kaufhäusern sowie im Einzelhandel mit Informations- und Kommunikationstechnik Mit einem Plus von rund 900 Arbeitsplätzen (+8,3%) verzeichneten Supermärkte und Kaufhäuser („Einzelhandel mit Waren verschiedener Art“) noch vor der Corona-Pandemie (2011-2019) den zweithöchsten absoluten Beschäftigungszuwachs. Im Laufe der Corona-Pandemie ist hier allerdings die Beschäftigung von 2019 bis 2021 stärker zurückgegangen als sie in den Vorjahren gestiegen war (-1 500 oder -13,0%). Diese Teilbranche ist durch einen relativ hohen Frauen- und Teilzeitanteil (Grafiken 1 und 3) sowie einen geringen Anteil an Hochqualifizierten gekennzeichnet (Grafik 2). Eine deutliche Beschäftigungszunahme gab es vor der Pandemie (2011 bis 2019) auch beim Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (+659 Arbeitsplätze oder +43,4%). Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten belegt Köln mit diesem relativen Zuwachs den zweiten Platz (Grafik 7). Allerdings ist auch hier ist die Beschäftigung zwischen Dezember 2019 und Dezember 2021 im Zuge der Pandemie erkennbar zurückgegangen (-303 oder -13,9%). Vor allem Onlinehandel profitiert von Corona-Pandemie Innerhalb des Einzelhandels gab es zwischen Dezember 2011 und Dezember 2019 den höchsten absoluten Beschäftigtenzuwachs im Onlinehandel (Tabelle 1). Alleine hier stieg die Beschäftigtenzahl um rund 2 000 Arbeitsplätze an (+374,6%) und hat sich damit fast vervierfacht. 4 Köln belegt mit diesem Beschäftigungsplus den zweiten Platz unter den Vergleichsstädten (Grafik 6) und in der Corona-Pandemie wuchs diese Teilbranche von 2019 bis 2021 ebenso wie in fast allen anderen Vergleichsstädten nochmals, hier um 311 Arbeitsplätze (+12,5%). Der Onlinehandel besitzt auch den höchsten Anteil an hochqualifizierten Arbeitskräften: 38 Prozent der Beschäftigten haben einen akademischen Abschluss (Grafik 2). Begründet ist dieser hohe Anteil an Hochqualifizierten durch die spezifischen Anforderungsprofile im IT-Bereich, die viel technisches Knowhow verlangen. Auch im Lebensmitteleinzelhandel („Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren“) hat sich die Beschäftigtenzahl von 2011 bis 2019 deutlich erhöht (+422 oder +29,0%). 4 Dieser hohe relative Zuwachs ist Ausdruck eines sogenannten Basiseffekts, der durch geringe Ausgangswerte entsteht. 5 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Köln belegt mit diesem Beschäftigungsplus den dritten Platz unter den Vergleichsstädten (Grafik 8). Im Laufe der Corona-Pandemie blieb die Beschäftigung in dieser Teilbranche von Ende 2019 bis Ende 2021 in Köln – im Gegensatz zu den Beschäftigungsverlusten in den meisten Vergleichsstädten – tendenziell stabil. Es kamen sogar Arbeitsplätze (+44; +2,3%) hinzu. Der Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf, der noch vor der Corona-Pandemie (2011 bis 2019) einen deutlichen Beschäftigungsrückgang (-1 300 Arbeitsplätze oder -23,5%) verzeichnete, konnte von Dezember 2019 bis Dezember 2021 einen leichten Beschäftigungszuwachs verbuchen (+144 oder +3,5%). Frauen und Beschäftigte ohne akademischen Abschluss im Einzelhandel öfter vertreten Der Beschäftigtenanteil von Frauen im Einzelhandel variiert in der Branche deutlich zwischen 21 und 76 Prozent und liegt mit durchschnittlich 52 Prozent über dem bei der Gesamtbeschäftigung (47%, Grafik 1). Insgesamt haben lediglich 13 Prozent aller Beschäftigten der Branche einen akademischen Abschluss (Grafik 2). Bei der Gesamtbeschäftigung ist der Abteil an Hochqualifizierten mit 27 Prozent doppelt so hoch. Überdurchschnittliche Teilzeitquote im Einzelhandel Mit durchschnittlich 41 Prozent ist der Teilzeitanteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Einzelhandel höher als in der Gesamtwirtschaft (29%, Grafik 3). Frauen arbeiten in allen Branchenbereichen auffällig häufiger in Teilzeit als Männer. Grafik 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Einzelhandel Anteil Frauen am 31.12.2021 (%) Einzelhandel mit sonstigen Gütern Einzelhandel mit Waren verschiedener Art Einzelhandel mit Nahrungsmitteln Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren Versand- und Interneteinzelhandel (Onlinehandel) Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik KFZ-Handel, Instandssetzung und Reparatur Einzelhandel (insgesamt) 52 21 25 29 43 43 50 51 57 60 76 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 6 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Grafik 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Einzelhandel Anteil Akademiker*innen am 31.12.2021 (%) Versand- und Interneteinzelhandel (Onlinehandel) ik en rn en ur ln rf rt n) t) 38 33 45 22 20 26 17 Insgesamt 14 21 Männer 14 Frauen 15 14 13 10 19 11 10 16 11 11 10 9 6 13 5 6 4 3 4 1 13 12 13 Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechn Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwar Einzelhandel mit sonstigen Güte Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkt KFZ-Handel, Instandssetzung und Reparat Einzelhandel mit Nahrungsmitte Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbeda Einzelhandel mit Waren verschiedener A Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstelle Einzelhandel (insgesam 0 10 20 30 40 50 60 70 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 80 7 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Grafik 3: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kölner Einzelhandel Anteil Teilzeit am 31.12.2021 (%) 58 29 36 41 54 56 57 50 63 61 71 22 8 14 24 20 34 27 51 42 52 35 41 12 19 31 35 45 50 51 54 56 57 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Einzelhandel (insgesamt) KFZ-Handel, Instandssetzung und Reparatur Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik Versand- und Interneteinzelhandel (Onlinehandel) Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren Einzelhandel mit sonstigen Gütern Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten Einzelhandel mit Nahrungsmitteln Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) Einzelhandel mit Waren verschiedener Art Insgesamt Männer Frauen Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Regionalvergleich Grafik 4: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Einzelhandel Regionalvergleich: Anteile am gesamten Beschäftigungsvolumen am 31.12.2021 (%) Berlin 5,4 (33 021) 5,5 (23 810) 6,9 (41 771) 7,0 (64 996) 7,1 (30 998) 9,1 (148 318) Leipzig 8,8 (25 186) Hamburg 8,1 (84 750) Düsseldorf Mü nchen Köln Stuttgart Frankfurt/Main Deutschland 9,3 ( 3 196 470) Nordrhein-Westfalen 9,3 ( 669 455) 0,0 2, 0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 8 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Tabelle 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Einzelhandel - Regionalvergleich am 31.12.2021 Einzelhandel Köln Düsse l- dorf Frankfurt/ Main Berlin Hamburg Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 7 506 4 799 6 169 20 289 14 618 davon Handel mit Kraftwagen 2 840 2 646 3 003 9 145 3 127 Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen 3 065 1 674 1 817 8 619 8 744 Handel mit Kraftwagenteilen und -zubehör 1 200 324 1 182 2 073 1 978 Handel mit Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehör; Instandhaltung und Reparatur 401 155 167 452 769 Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 34 265 26 199 26 852 128 029 70 132 davon Einzelhandel mit Waren verschiedener Art 9 954 6 284 6 220 38 998 18 128 Einzelhandel mit Nahrungsmitteln 1 920 1 816 1 721 9 021 8 071 Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) 543 357 377 1 754 1 241 Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik 1 875 2 367 4 357 4 829 3 122 Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf 4 229 2 173 2 337 10 811 6 219 Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren 1 766 1 049 1 097 5 418 2 717 Einzelhandel mit sonstigen Gütern 11 130 9 332 8 900 33 103 20 871 Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten 55 35 33 323 258 Versand- und Interneteinzelhandel (Onlinehandel) 2 793 2 786 1 810 23 772 9 505 Einzelhandel insgesamt 41 771 30 998 33 021 148 318 84 750 Alle Branchen 604 050 438 201 611 486 1 622 778 1 028 539 Anteil an allen Branchen in % 6,9 7,1 5,4 9,1 8,2 Einzelhandel München Stuttgart Leipzig NRW Deutsch- land Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 12 681 4 859 4 957 135 575 673 758 davon Handel mit Kraftwagen 5 339 2 696 1 603 44 399 196 161 Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen 4 924 1 341 2 869 67 299 362 491 Handel mit Kraftwagenteilen und -zubehör 1 026 769 429 20 600 98 342 Handel mit Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehör; Instandhaltung und Reparatur 1 392 53 56 3 277 16 764 Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 52 315 18 951 20 229 533 880 2 522 712 davon Einzelhandel mit Waren verschiedener Art 13 496 4 805 6 308 174 265 834 096 Einzelhandel mit Nahrungsmitteln 4 619 1 540 1 299 40 254 205 640 Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) 731 294 399 11 953 58 819 Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik 2 987 1 198 1 633 20 198 92 445 Einzelhandel mit Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf 3 776 1 326 1 659 67 313 328 203 Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren 2 659 897 896 18 946 91 731 Einzelhandel mit sonstigen Gütern 18 508 7 629 5 079 161 110 712 969 Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten 84 30 20 1 349 7 423 Versand- und Interneteinzelhandel (Onlinehandel) 5 455 1 232 2 936 38 492 191 386 Einzelhandel insgesamt 64 996 23 810 25 186 669 455 3 196 470 Alle Branchen 925 184 434 689 284 897 7 219 704 34 284 367 Anteil an allen Branchen in % 7,0 5,5 8,8 9,3 9,3 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 9 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Grafik 5: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Einzelhandel - Regionalvergleich: Veränderungen 2011 bis 2019 und 2019 bis 2021 in Prozent (jeweils 31.12.) Berlin München Leipzig Frankfurt/Main Stuttgart Köln Düsseldorf Hamburg Deutschland NRW 29,1 (31 967) 20,4 (11 333) 18,2 (4 080) 17,2 (5 008) 11,8 (2 647) 8,0 (3 313) 7,3 (2 111) 6,6 (5 400) 12,0 (339 948) 10,8 (64 609) 4,7 (6 673) -2,7 (-1 773) -5,0 (-1 314) -3,3 (-1 142) -4,8 (-1 198) -6,3 (-2 807) -0,2 (-74) -2,8 (-2 438) 1,1 (34 745) 1,4 (9 023) -20,0 -10,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 2011-2019 2019-2021 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Grafik 6: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Onlinehandel Regionalvergleich: Veränderungen 2011 bis 2019 und 2019 bis 2021 in Prozent (jeweils 31.12.) Berlin Köln Düsseldorf Stuttgart München Leipzig Hamburg Frankfurt/Main Deutschland NRW 402,4 (15 614) 374,6 (1 959) 266,9 (1 799) 178,7 (670) 146,5 (2 581) 17,3 (609) 12,2 (1 016) -42,4 (-983) 100,7 (81 908) 115,9 (17 368) 21,9 (4 278) 12,5 (311) 12,7 (313) 17,9 (187) 25,6 (1 112) -29,1 (-1 203) 2,0 (187) 35,8 (477) 17,2 (28 107) 19,0 (6 143) -100,0 0,0 100,0 200,0 300,0 400,0 2011-2019 2019-2021 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 10 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Grafik 7: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Einzelhandel mit ITK -Geräten Regionalvergleich: Veränderungen 2011 bis 2019 und 2019 bis 2021 in Prozent (jeweils 31.12.) Frankfurt/Main Köln München Stuttgart Leipzig Berlin Hamburg Düsseldorf Deutschland NRW 140,2 (2 619) -2,9 (-130) 43,4 (659) -13,9 (-303) 41,6 (989) -11,3 (-381) 41,4 (407) -13,8 (-192) 22,5 (324) -7,6 (-134) 2011-2019 20,6 (849) 2019-2021 -2,7 (-133) 16,2 (452) -3,7 (-121) -0,3 (-7) 6,5 (145) 4,4 (4 107) -5,7 (-5 568) 2,7 (560) -5,3 (-1 129) -40,0 -20,0 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 140,0 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) Grafik 8: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel - Regionalvergleich: Veränderungen 2011 bis 2019 und 2019 bis 2021 in Prozent (jeweils 31.12.) Hamburg Stuttgart Köln Leipzig Berlin München Frankfurt/Main Düsseldorf Deutschland NRW 73,1 (3 271) 4,2 (327) 33,2 (436) -12,0 (-210) 29,0 (422) 2,3 (44) 28,3 (349) -17,9 (-284) 24,4 (1 958) -9,5 (-950) 2011-2019 23,3 (991) 2019-2021 -12,1 (-634) 8,6 (141) -2,9 (-52) 3,6 (67) -5,1 (-98) 15,1 (27 842) -2,8 (-6 031) 16,4 (5 719) -0, 8 (305) -30,0 -10,0 10,0 30,0 50,0 70,0 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen) 11 Kölner Statistische Nachrichten 13/2022 – Branchenprofil Einzelhandel Abnehmendes Konsumverhalten im Zuge anhaltender Krisen Der andauernde Krieg in der Ukraine, die damit verbundenen Sanktionen und Reaktionen verstärken die bereits bestehenden Schwierigkeiten mit unterbrochenen Lieferketten, verlangsamtem Wirtschaftswachstum, steigender Inflation und explodierender Energiepreise. Hierdurch hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Herbst 2022 deutlich abgekühlt.5 Laut der GfK-Konsumklimastudie von August 2022 setzt sich auch die Talfahrt der Verbraucherstimmung in Deutschland wegen der steigenden Inflation und der Angst vor einer Rezession fort: Das Konsumklima für September 2022 sinkt insgesamt weiter auf nunmehr -36,5 Punkte. Auch wenn die Konjunktur- und Einkommensaussichten laut GfK (Stand: August) noch minimale Zuwächse verzeichnen und die Anschaffungsneigung nur leichte Einbußen hinnehmen muss, nimmt die Sparneigung der Verbraucher sprunghaft zu. Die deutlich höhere Belastung der privaten Verbraucher*innen mit stark steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen führt zu einem Rückgang der Konsumneigung. Anschaffungen werden zurückgestellt. 6 Dem entsprechend ist der ifo Geschäftsklimaindex im September 2022 ebenfalls weiter auf 84,3 Punkte gefallen, dem niedrigsten Wert seit Mai 2020.7 Im Zuge dieser sich bereits im Sommer abzeichnenden negativen Stimmung wird der deutsche Einzelhandel bereits nach der Prognose des Handelsverbandes Deutschland (HDE) von Juli 2022 seinen Umsatz 2022 im Vergleich zum Vorjahr zwar um nominal rund drei Prozent auf 607 Milliarden Euro steigern. Inflationsbereinigt, also real, bedeutet dieser Zuwachs allerdings ein Minus von zwei Prozent der Erlöse. Während der stationäre Einzelhandel, der den allergrößten Teil des Gesamtumsatzes im Handel ausmacht (84%), lediglich auch nominal nur um 1,4 Prozent zulegen soll, wird ein deutlich größeres Wachstum für den Onlinehandel erwartet. Er soll seinen Umsatz nominal um rund zwölf Prozent steigern. 8 5 Siehe dazu unter anderem https://www.ifo.de/fakten/2022-09-12/ifo-konjunkturprognose-herbst-2022-inflation-wuergt- privaten-konsum-ab-deutsche, abgerufen am 4.10.2022 6 GFK-Konsumklimastudie August 2022: Sprunghaft steigende Sparneigung setzt Konsumklima stark zu; Sie auch unter: https://www.gfk.com/de/presse/sprunghaft-steigende-sparneigung-setzt-konsumklima-stark-zu, abgerufen am 13.9.2022 7 Ifo Institut: ifo Geschäftsklimaindex minimal gesunken (August 2022); Siehe auch unter: https://www.ifo.de/fakten/2022-09-26/ifo-geschaeftsklimaindex-auf-breiter-front-gefallen-september-2022, abgerufen am 4.10.2022 8 HDE Handelsverband Deutschland (2022): HDE-Halbjahrespressekonferenz 2022; Siehe auch unter: https://einzelhandel.de/images/presse/Pressekonferenz/2022/Charts-PK-202207.pdf, abgerufen am 4.10.2022 12 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/11.2022 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln E-Mail: statistik@stadt-koeln.de www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/
Beratungsverlauf
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21.11.2022
TOP 2.4, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
24.11.2022 zuletzt
TOP 11.2, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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