A-R/0023/2009
Als Ergänzung zur Ausweisung von Neubaugebieten
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Originalantrag
6321 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0023/2009 F DP - RATSFRAKTION MÜNSTER – DIE LIBERALEN Die FDP - Fraktion im Internet: http://www.fdp-ms.de Email: fraktion@fdp-ms.de FDP - Ratsfraktion Geringhoffstraße 48 48163 Münster Tel.: 0251 - 987 30 60 Fax: 0251 - 987 30 61 Email: fraktion@fdp-ms.de Münster, 02. November 2009 Antrag: Als Ergänzung zur Ausweisung von Neubaugebieten strategische Entwicklungsperspektiven für das Wohnen im Bestand schaffen Von der punktuellen zur systematischen Nachverdichtung – ein Konzept für das gesamte Stadtgebiet Der Rat möge beschließen: Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat im A ugust 2009 erneut Prioritäten in der Nachver- dichtung gesetzt, um den Flächenverbrauch von derzeit rund 15 Hektar am Tag bis zum Jahr 2020 zu halbieren. Die Stadt Münster arbeitet bereits ak tiv in der 2006 ins Leben gerufenen Landesini- tiative "Allianz für die Fläche" mit. Aufbauend auf dieser Allianz und dem Beschluss der Vorlage V/0244/2009 "(…) ein Quartiersmanagement zu erarbei ten, mit dem zunächst probeweise und projektbezogen Wohnungsbaumaßnahmen in bestehenden Quartieren begleitet werden sollen", soll auch die Stadt Münster ihr nachhaltiges Fläche nmanagement weiter verstärken und eine Ent- wicklung von der punktuellen zur systematischen Nachverdichtung im Stadtgebiet anstreben. Die Stadt Münster hat in den letzten Jahren viele B augebiete in den Außenstadtteilen ausgewie- sen. Dies hat dazu geführt, dass junge Familien aus Münster hier vor Ort bauen konnten und viele junge Familien nach Münster gezogen sind und sich h ier dauerhaft angesiedelt haben. Dieses Konzept wird behutsam fortgeführt. Um aber auch die Zukunftsfähigkeit der innerstädtischen Quar- tiere und Ortszentren zu erhalten und dem stärker w erdenden Trend der älter werdenden Gesell- schaft zu einem Rückzug in die Innenstadt gerecht z u werden, muss die Wohnungsbaupolitik in Münster ihr Augenmerk ergänzend auch darauf richten , vor allem die zentralen Standorte mit einer guten Infrastruktur gezielt weiter zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung beauftra gt, ein umfassendes Konzept zur maßvollen Nachverdichtung für das gesamte Stadtgebiet zu erst ellen. Ziel ist der schonende, sparsame und haushälterische Umgang mit Fläche und Boden unter B eachtung der wirtschaftlichen, ökologi- schen, sozialen, infrastrukturellen und demographis chen Entwicklung. Dazu sollen zunächst die vorhandenen Daten (über die demographische Struktur , Infrastruktur und Wohnungsbestände) kleinräumig und quartiersorientiert zusammengeführt und wenn notwendig ergänzt werden. Darauf aufbauend soll dann ein systematisches Nachverdicht ungskonzept mit Hilfe eines einheitlichen Kriterienkatalogs angefertigt werden, der u.a. folgende Aspekte berücksichtigt: Leitbild der durchgrünten Stadt, energetisch optim ierter Wohnraum, Erhaltung notwendiger Grün- und Freiflächen als Naherholungsräume in der Stadt (ökologische Aspekte) Auslastung der vorhandenen Ver- und Entsorgungsstr uktur (infrastrukturelle Aspekte) effizientere Nutzung und nachhaltigere Auslastung, etwa der vorhandenen Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur für Kinder, durch gezielte Na chverdichtung (soziale und familienpoliti- sche Aspekte) eng begrenzte und streng am unabweisbaren Bedarf o rientierte Bereitstellung von Bauland Um eine stadtweite systematische Nachverdichtung ef fektiv umzusetzen, muss dabei auch ins Auge gefasst werden, fallbezogen bestehende Regular ien anzupassen, um gegebenenfalls über das jetzt rechtlich Mögliche hinaus neue Wohn- und Nutzflächen im Bestand schaffen zu können. Begründung: Über die Initative "Alianz für die Fläche" besteht auf Landesebene offenbar eine breite Mehrheit, den Flächenverbrauch weiter einzuschränken. Und auc h für die Städte und Kommunen ist es ins- besondere im Hinblick auf die demographische Entwic klung eine große Herausforderung, neue attraktive Flächenangebote im Bestand für unterschi edliche Nutzungen zu schaffen und damit den weiteren Flächenverbrauch an der Peripherie einzudä mmen, um damit innerstädtische Quartiere und Zentren zu stärken und nachhaltig auszulasten. Münster braucht ein langfristig und nachhaltig aust ariertes Gleichgewicht zwischen Infrastruktur, Wohnbestand und Einwohnerzahlen. Auch wenn unsere S tadt gegenwärtig noch wächst, wird der demographische Wandel mittelfristig auch hier kommu nale Anpassungsleistungen erfordern. Münster muss deshalb eine Wohnungsbaupolitik mit Au genmaß verfolgen, die der "Innen- Entwicklung" noch weit stärker Vorrang vor der "Auß en-Entwicklung" einräumt und eine konse- quente Bestandsentwicklung bei weitgehendem Verzich t auf die Ausweisung neuer Bauflächen außerhalb der Zentren vorantreibt. Münster hat in den vergangenen Jahren bereits viele Eigenheim-Wohngebiete entwickelt und aus- gewiesen, weitere entstehen gerade. Darüber hinaus muss Wohnungsbaupolitik nunmehr verstärkt ihr Augenmerk darauf richten, vor allem die zentral en Standorte mit einer guten Infrastruktur, die für die unterschiedlichen wohnungssuchenden Bevölke rungsgruppen auch in Zukunft besonders attraktiv sein werden, weiter zu entwickeln. Gerade durch ihre Nähe zu Versorgungs-, Kultur-, Service- und Infrastrukturangeboten gewinnen die In nenstadt bzw. Stadtteilzentren in der älter werdenden Gesellschaft wieder stärker an Bedeutung und Attraktivität (Trend zur Reurbanisierung). Die FDP tritt daher sowohl aus stadtgestalterischer als auch aus stadtökonomischer Sicht und öko- logischer Sicht dafür ein, ein umfassendes Nachverd ichtungskonzept für Münster zu erstellen, das von einem einheitlichen Kriterienkatalog geleitet w ird. Zunächst sollen dazu die vorhanden Daten zusammengeführt und wenn notwendig ergänzt werden. Darauf aufbauend soll dann das Nach- verdichtungskonzept erarbeitet werden. Durch voraus schauende Nachverdichtung, durch Erneue- rung und Umbau in den Bestandsquartieren mit Hilfe eines gesamtstädtischen Konzepts sollen die Potenziale im Bestand besser ausgeschöpft, ältere S tadtteile revitalisiert und aufgewertet und die Effizienz der kommunalen Infrastruktur insgesamt verbessert werden. gez. Carola Möllemann-Appelhoff für die FDP-Fraktion im Rat
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Orte (1)
- Geringhoffstraße 48
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0023/2009
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 03.11.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37