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A-R/0023/2009

Als Ergänzung zur Ausweisung von Neubaugebieten

Antrag an den Rat 03.11.2009

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 11.11.2009, TOP 19.1

Originalantrag

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Originalantrag

6321 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0023/2009 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
F DP - RATSFRAKTION  MÜNSTER – DIE LIBERALEN  
Die FDP  - Fraktion im Internet: http://www.fdp-ms.de Email: fraktion@fdp-ms.de 
FDP - Ratsfraktion 
 Geringhoffstraße 48 
 48163 Münster 
 Tel.: 0251 - 987 30 60 
 Fax: 0251 - 987 30 61 
 Email: fraktion@fdp-ms.de 
 
 
 
Münster, 02. November 2009 
Antrag:  
 
Als Ergänzung zur Ausweisung von Neubaugebieten  
strategische Entwicklungsperspektiven für das Wohnen im Bestand schaffen 
Von der punktuellen zur systematischen Nachverdichtung – 
ein Konzept für das gesamte Stadtgebiet  
 
 
Der Rat möge beschließen: 
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat im A ugust 2009 erneut Prioritäten in der Nachver- 
dichtung gesetzt, um den Flächenverbrauch von derzeit rund 15 Hektar am Tag bis zum Jahr 2020 
zu halbieren. Die Stadt Münster arbeitet bereits ak tiv in der 2006 ins Leben gerufenen Landesini- 
tiative "Allianz für die Fläche" mit. Aufbauend auf  dieser Allianz und dem Beschluss der Vorlage  
V/0244/2009 "(…) ein Quartiersmanagement zu erarbei ten, mit dem zunächst probeweise und 
projektbezogen Wohnungsbaumaßnahmen in bestehenden Quartieren begleitet werden sollen", 
soll auch die Stadt Münster ihr nachhaltiges Fläche nmanagement weiter verstärken und eine Ent- 
wicklung von der punktuellen zur systematischen Nachverdichtung im Stadtgebiet anstreben. 
Die Stadt Münster hat in den letzten Jahren viele B augebiete in den Außenstadtteilen ausgewie- 
sen. Dies hat dazu geführt, dass junge Familien aus  Münster hier vor Ort bauen konnten und viele 
junge Familien nach Münster gezogen sind und sich h ier dauerhaft angesiedelt haben. Dieses 
Konzept wird behutsam fortgeführt. Um aber auch die Zukunftsfähigkeit der innerstädtischen Quar- 
tiere und Ortszentren zu erhalten und dem stärker w erdenden Trend der älter werdenden Gesell- 
schaft zu einem Rückzug in die Innenstadt gerecht z u werden, muss die Wohnungsbaupolitik in 
Münster ihr Augenmerk ergänzend auch darauf richten , vor allem die zentralen Standorte mit einer 
guten Infrastruktur gezielt weiter zu entwickeln.  
Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung beauftra gt, ein umfassendes Konzept zur maßvollen 
Nachverdichtung für das gesamte Stadtgebiet zu erst ellen. Ziel ist der schonende, sparsame und 
haushälterische Umgang mit Fläche und Boden unter B eachtung der wirtschaftlichen, ökologi- 
schen, sozialen, infrastrukturellen und demographis chen Entwicklung. Dazu sollen zunächst die 
vorhandenen Daten (über die demographische Struktur , Infrastruktur und Wohnungsbestände) 
kleinräumig und quartiersorientiert zusammengeführt und wenn notwendig ergänzt werden. Darauf 
aufbauend soll dann ein systematisches Nachverdicht ungskonzept mit Hilfe eines einheitlichen 
Kriterienkatalogs angefertigt werden, der u.a. folgende Aspekte berücksichtigt:  
 
 Leitbild der durchgrünten Stadt, energetisch optim ierter Wohnraum, Erhaltung notwendiger 
Grün- und Freiflächen als Naherholungsräume in der Stadt (ökologische Aspekte)  
 Auslastung der vorhandenen Ver- und Entsorgungsstr uktur (infrastrukturelle Aspekte) 
 effizientere Nutzung und nachhaltigere Auslastung,  etwa der vorhandenen Betreuungs- und 
Bildungsinfrastruktur für Kinder, durch gezielte Na chverdichtung (soziale und familienpoliti- 
sche Aspekte) 
 eng begrenzte und streng am unabweisbaren Bedarf o rientierte Bereitstellung von Bauland

Um eine stadtweite systematische Nachverdichtung ef fektiv umzusetzen, muss dabei auch ins 
Auge gefasst werden, fallbezogen bestehende Regular ien anzupassen, um gegebenenfalls über 
das jetzt rechtlich Mögliche hinaus neue Wohn- und Nutzflächen im Bestand schaffen zu können.  
 
 
Begründung:  
Über die Initative "Alianz für die Fläche" besteht auf Landesebene offenbar eine breite Mehrheit, 
den Flächenverbrauch weiter einzuschränken. Und auc h für die Städte und Kommunen ist es ins- 
besondere im Hinblick auf die demographische Entwic klung eine große Herausforderung, neue 
attraktive Flächenangebote im Bestand für unterschi edliche Nutzungen zu schaffen und damit den 
weiteren Flächenverbrauch an der Peripherie einzudä mmen, um damit innerstädtische Quartiere 
und Zentren zu stärken und nachhaltig auszulasten.  
Münster braucht ein langfristig und nachhaltig aust ariertes Gleichgewicht zwischen Infrastruktur, 
Wohnbestand und Einwohnerzahlen. Auch wenn unsere S tadt gegenwärtig noch wächst, wird der 
demographische Wandel mittelfristig auch hier kommu nale Anpassungsleistungen erfordern. 
Münster muss deshalb eine Wohnungsbaupolitik mit Au genmaß verfolgen, die der "Innen-
Entwicklung" noch weit stärker Vorrang vor der "Auß en-Entwicklung" einräumt und eine konse- 
quente Bestandsentwicklung bei weitgehendem Verzich t auf die Ausweisung neuer Bauflächen 
außerhalb der Zentren vorantreibt.  
Münster hat in den vergangenen Jahren bereits viele  Eigenheim-Wohngebiete entwickelt und aus- 
gewiesen, weitere entstehen gerade. Darüber hinaus muss Wohnungsbaupolitik nunmehr verstärkt 
ihr Augenmerk darauf richten, vor allem die zentral en Standorte mit einer guten Infrastruktur, die 
für die unterschiedlichen wohnungssuchenden Bevölke rungsgruppen auch in Zukunft besonders 
attraktiv sein werden, weiter zu entwickeln. Gerade  durch ihre Nähe zu Versorgungs-, Kultur-, 
Service- und Infrastrukturangeboten gewinnen die In nenstadt bzw. Stadtteilzentren in der älter 
werdenden Gesellschaft wieder stärker an Bedeutung und Attraktivität (Trend zur 
Reurbanisierung).  
Die FDP tritt daher sowohl aus stadtgestalterischer als auch aus stadtökonomischer Sicht und öko- 
logischer Sicht dafür ein, ein umfassendes Nachverd ichtungskonzept für Münster zu erstellen, das 
von einem einheitlichen Kriterienkatalog geleitet w ird. Zunächst sollen dazu die vorhanden Daten 
zusammengeführt und wenn notwendig ergänzt werden. Darauf aufbauend soll dann das Nach- 
verdichtungskonzept erarbeitet werden. Durch voraus schauende Nachverdichtung, durch Erneue- 
rung und Umbau in den Bestandsquartieren mit Hilfe eines gesamtstädtischen Konzepts sollen die 
Potenziale im Bestand besser ausgeschöpft, ältere S tadtteile revitalisiert und aufgewertet und die 
Effizienz der kommunalen Infrastruktur insgesamt verbessert werden.  
 
 
gez.  
 
Carola Möllemann-Appelhoff 
für die FDP-Fraktion im Rat

Beratungsverlauf (1)

11.11.2009 Rat
TOP 19.1 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Geringhoffstraße 48

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0023/2009
Typ
Antrag an den Rat
Datum
03.11.2009
Erstellt
06.10.2020 14:37