BV7/119/2025
Aberkennung der Ehrung von Karl Heinz Bott – Umbenennung bzw. Kontextualisierung des Karl-Heinz-Bott-Wegs - Antrag der Bezirksvertreter Herrn Huppertz und Herrn Scheinhardt (jeweils Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) -
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Antrag
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BV7/119/2025 X öffentlich nicht öffentlich Düsseldorf, 10.06.2025 Marco Huppertz und Ulrich Scheinhardt (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) Bezirksvertretung 7 An Bezirksbürgermeisterin Stadtbezirk 7 Antrag zur Sitzung der Bezirksvertretung 7 am 24.06.2025 Betrifft: Aberkennung der Ehrung von Karl Heinz Bott – Umbenennung bzw. Kontextualisierung des Karl-Heinz-Bott-Wegs - Antrag der Bezirksvertreter Herrn Huppertz und Herrn Scheinhardt (jeweils Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) - Antrag: Die Bezirksvertretung möge beschließen: 1. Die Verwaltung der Stadt Düsseldorf wird gebeten, die Biografie von Karl Heinz Bott unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse zur NS-Vergangenheit umfassend zu prüfen, insbesondere hinsichtlich seiner Mitgliedschaft in den verschiedenen Organisationen der NSDAP, seiner Tätigkeit in der Geheimen Feldpolizei sowie seiner späteren öffentlichen Ehrung von NS-belasteten Persönlichkeiten. 2. Vor dem Hintergrund dieser historischen Belastung wird die Umbenennung des Karl-Heinz-Bott-Wegs in Düsseldorf-Gerresheim veranlasst. 3. Alternativ – sofern eine Umbenennung nicht möglich oder politisch nicht konsensfähig ist – wird am Karl-Heinz-Bott-Weg eine kontextualisierende Gedenktafel angebracht, die über Botts Rolle im Nationalsozialismus sachlich informiert. 4. Zur Auswahl eines neuen Straßennamens wird ein offener Beteiligungsprozess angeregt, unter Einbeziehung des Stadtarchivs, der Bezirksvertretung, lokaler Initiativen, Schulen, der jüdischen Gemeinde sowie interessierter Bürgerinnen und Bürger. Begründung: Karl Heinz Bott war Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) sowie der Geheimen Feldpolizei, einer Organisation, die aktiv an der Überwachung, Verfolgung und Repression im In- und Ausland beteiligt war. Eine glaubhafte Distanzierung von seiner Rolle im NS-System ist nicht bekannt. Seite 2 Nach 1945 setzte sich Bott zudem für die öffentliche Würdigung des Schriftstellers Wilhelm Schäfer ein – eines völkisch-nationalen Autors, der 1944 von Adolf Hitler auf die sogenannte „Gottbegnadetenliste“ gesetzt wurde. Schäfer wurde von Bott prominent auf dem von ihm inhaltlich mitgestalteten „Heimatbrunnen“ auf dem Gerricusplatz in Gerresheim geehrt. Diese Ehrung zeigt, dass Bott nicht nur im Nationalsozialismus verstrickt war, sondern auch nach 1945 keine kritische Aufarbeitung betrieb, sondern vielmehr zentrale ideologische Figuren der NS-Zeit fortwirkend verehrte. Die Benennung des Karl-Heinz-Bott-Wegs erfolgte offenbar in Unkenntnis dieser Zusammenhänge. Heute ist eine solche Ehrung nicht mehr vertretbar. Straßennamen sind Teil der öffentlichen Erinnerungskultur – sie sollen Vorbilder benennen, nicht Komplizen eines Unrechtssystems. Vorschläge für eine neue Benennung mit lokalem oder erinnerungspolitischem Bezug: • Martha-Kruse-Wilkens-Weg – Gerresheimer Sozialdemokratin, Stadträtin nach 1945 • Karl-Pick-Weg – jüdischer Bürger Gerresheims, NS-Opfer • Gertrud-Koch-Weg – Edelweißpiratin und Widerstandskämpferin • Hilarius-Gilges-Weg – Düsseldorfer NS-Opfer afrikanischer Herkunft • Oder symbolisch: „Widerstandsweg“, „Erinnerungsweg Gerresheim“, „Demokratiepfad“ Quellen: Bestand Landesarchiv NRW Abt. Rheinland NW1002-ED 25240 Akte Bott, Karl-Heinz Wer war Karl-Heinz Bott (Autor J. Tenbrock) https://de.wikipedia.org/wiki/Geheime_Feldpolizei_(Wehrmacht) https://de.wikipedia.org/wiki/Gottbegnadeten-Liste gez.: Marco Huppertz. Ulrich Scheinhardt
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: abweichend beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- BV7/119/2025
- Typ
- Antrag
- Datum
- 10.06.2025
- Erstellt
- 10.06.2025 16:47