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A-M/0004/2026

Historische Einordnung von Straßennamen im Marineviertel - Begehbares Geschichtsbuch

Antrag an die BV Mitte 20.02.2026

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Mitte, Sitzung am 17.03.2026, TOP 6.1

A-M-0004-2026_Stellungnahme (nicht barrierefrei)

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Antrag A-M-0004-2026

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A-M-0004-2026_Stellungnahme (nicht barrierefrei)

5610 Zeichen

04.06.50 (Ehrungen im öffentlichen Raum)     16.7.2026 
          Durchwahl:  
4700 / 4702  
 
Dr. Peter Worm 
Dr. Philipp Erdmann 
 
 
Bezirksbürgermeistern Tabea Borrmann 
über Amt 33 
(Herrn Lembeck) 
 
 
Ergänzende Stellungnahme des Stadtarchivs zu Antrag A-M/0004/2026 - geänderter Beschluss 
„Begehbares Geschichtsbuch“ 
Im Gespräch mit dem Ältestenrat der Bezirksvertretung Münster Mitte am 23. Juli 2026 sind die 
inhaltlichen und formalen Beschränkungen von Informationsangeboten im „Marine-Viertel“ erörtert 
worden. Im Vorfeld waren Einwände betr. der Übertragbarkeit auf andere zur Debatte stehenden 
Straßennamen (konkret Langemarckstraße) angebracht worden. Darüber hinaus ist aus 
geschichtsdidaktischer Sicht die begrenzte Funktionalität eines Verweises an den Straßenschildern 
vor Ort erörtert worden. 
Das Stadtarchiv wurde um Kostenschätzung für die Entwicklung einer Stele und einer didaktischen 
Handreichung gebeten. Das Stadtarchiv kann eine solche Broschüre erstellen und veröffentlichen. 
Die Errichtung einer Stele muss federführend von anderer Stelle übernommen werden. Hier kann das 
Stadtarchiv lediglich inhaltlich mitwirken. 
 
Stele: 
Zielgruppe: 
Passantinnen und Passanten, die im Viertele auf die problematischen Straßennamen und ihre 
Streitgeschichte aufmerksam gemacht werden sollen. Für Schulgruppen oder Menschen, die sich mit 
der Geschichte der Straßennamensdebatte beschäftigen, hat ein Verweis vor Ort keinen Mehrwert. 
Herstellungskosten: 
 Die inhaltliche Ausgestaltung übernimmt das Stadtarchiv. 
 Gestaltung durch externe Designer: Schätzung: 3.000 €. 
 Produktion und Aufstellung: 7.200 € (Brutto, Stand Ende 2025, evtl. 
Kostensteigerungen einkalkulieren). 
Summe: 10.200 € 
Grundlage der Schätzung sind die Kosten für die Errichtung einer „Standard-Stele“, wie sie aktuell für 
Kriegerdenkmäler und Kriegsgräberstätten bzw. andere Lagerorte verwendet wird. Hier würde ein 
neues Format notwendig, das sich sichtbar von den bisher errichteten Stelen unterscheidet.

Jährliche Instandhaltungskosten ca. 300-900 Euro pro Jahr: 
Kosten für die jährliche Begehung der Stelen durch das Amt für Immobilienmanagement mit Prüfung 
von Schäden oder Verschmutzungen: Kosten richten sich nach Art und Stärke der Verschmutzung 
(Aufkleber, Graffiti, sonstige Verschmutzungen), ca. 300-400 Euro (Brutto) pro Jahr für die Reinigung 
bzw. Instandhaltung. Häufigere Prüfungen und Reinigungen werden entsprechend teurer. Sollte eine 
Schriftfolie ausgetauscht werden müssen, ist mit Kosten von ca. 500 € (Brutto) zu rechnen. 
Möglicher Fertigstellungszeitpunkt: Ostern 2027 
 
Didaktische Broschüre / Handreichung: 
Zielgruppe und Lernziel: 
Lerngruppen, insbesondere Schülerinnen und Schüler, die sich über die einzelnen Namensgeber und 
den Benennungskontext informieren wollen, oder die Straßennamendebatten allgemein als 
Lernanlass nehmen, um geschichtskulturelle Phänomene zu erörtern. 
Mit Originalquellen und einordnenden Sachtexten wird das Thema in seiner Kontroversität und 
grundsätzlich ergebnisoffen präsentiert. Nutzende werden in die Lage versetzt, sich ein eigenes 
Werturteil zu bilden und davon Handlungsoptionen abzuleiten. 
Herstellungskosten: 
 Entwicklung und Erstellung der Inhalte durch das Stadtarchiv: 3.000 €. 
 Layout und Illustrationen (extern): 3.000 €. 
 Druck: 2.000 €. 
Summe: 8.000 € 
Rezeption: 
Vgl. Projekt des Stadtarchivs zu „Vergessenen Verfolgten“: www.stadt-muenster.de/vergessene-
verfolgte, downloadlink: 
https://www.stadt-muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-
muenster/47_archiv/pics/Archiv_und_Schule/FuL_3_Online_komprimiert.pdf 
(184 Downloads seit Veröffentlichung Ende 2024). 
Printversion wird kostenlos allen weiterführenden Schulen zur Verfügung gestellt und auf Anfrage an 
sonstige Bildungsträger, darüber hinaus Abgabe von Druckexemplaren gegen Schutzgebühr, 
Rezensionen und Rückmeldungen sind hier durchwegs positiv. 
Möglicher Fertigstellungszeitpunkt: Ende 2027 
 
 
Ergänzende Hinweise zur Wirksamkeit von QR-Codes auf Stelen oder anderen Verweissystemen: 
QR-Codes erfahren eine sehr begrenzte Nutzung, eine Analyse der bereits vorhandenen QR-Codes im 
öffentlichen Raum zeigt: Ein Mehrwert ist im Nutzungsverhalten nicht erkennbar. 
Dazu kommen praktische Einschränkungen durch Vandalismus (einfaches Überkleben mit anderen 
QR-Codes) und die Begrenztheit von kleinen Legendenschildern unter Straßennamen, die vor allem 
durch die Abmaße der Schilder und die notwendige Schriftgröße üblicherweise auf 100, höchstens

160 Zeichen begrenzt sind. Zudem werden Legendenschilder von der Stadt Münster seit 2015 nicht 
mehr verwendet. 
Im Internet verfügbare Informationen werden kontinuierlich in einer hohen Zahl abgerufen. In den 
Nutzungszahlen spiegeln sich geschichtspolitische Debatten. Das zeigen die städtischen 
Internetseiten zu Kriegerdenkmälern oder Straßennamen: 
Seitenaufrufe www.stadt-muenster.de/strassen: 
Jahr Seitenaufrufe 
2024 94.220 
2025 38.867 
2026  60.667 (bis Juni diesen Jahres) 
 
Die Zugriffe erfolgen größtenteils über PCs, nur zu einem Drittel über Mobilgeräte.  
Es lassen sich keine Unterschiede im Nutzungsverhalten feststellen zwischen den Seiten, auf die mit 
QR-Code am Denkmal vor Ort verwiesen wird und denen, die keinen QR-Code aufweisen, Beispiele: 
Denkmal Seitenansichten Davon direkte Zugriffe 
Traindenkmal (mit QR-Code) 285 70 
Dreizehner (mit QR-Code) 176 40 
Stehender Soldat (ohne QR-Code) 201 34 
Ketteler-Denkmal (ohne QR-Code) 181 47 
 
Auch die direkten Aufrufe der Informationen in englischer Sprache bewegen sich durchgängig im 
einstelligen Bereich.

Antrag A-M-0004-2026

1927 Zeichen

CDU-Fraktion in der BV-Mitte
Historische Einordnung von Straßennamen im Marineviertel -
Begeh bares Gesch ichtsbuch
Die Bezirksvertretung Mü nster-M itte beschließt:
1. Das Stadtarchiv und das Vermessungs- und Katasteramt werden beauftragt, im sog.
Marineviertel ein ,,begehbares Geschichtsbuch" mit dem Ziel einer historischen Ein-
ordnung der Straßennamen zu erarbeiten und für die zu errichtende lnformationenta-
feln oder Stelen in geeigneter Form darzustellen.
2. Bei ihren Überlegungen werden die bereits vorliegenden Vorschläge und Modelle der
,,Bü rgeri n itiative für Mü nsters Straßen" berücksichtigt.
3. Die voraussichtlichen Kosten für die Planung, Herstellung und Errichtung für die lnfor-
mationstafel werden ermittelt und der Bezirksvertretung zur Entscheidung vorgelegt,
Begründung:
Der Umgang mit schwierigem Erbe und die Auseinandersetzung mit den heute noch sichtba-
ren Zeichen und Symbolen der Vergangenheit sind notwendig. Straßennamen sind dabei im
Kontext der historischen Dynamik von Jahrhunderten zu sehen. Straßennamen sind nicht
nur ein Stück der Erinnerungskultur, sondern veruyeisen auch auf die politische Kultur zur
Zeit ihrer Verleihung. Sie sind damit ein sichtbarer Ausdruck des Geschichtsbewusstseins
einer Stadt.
Durch die Vermittlung von Wissen und Anstößen zum Nachdenken soll im Marineviertel ein
,,Lernort" im öffentlichen Raum geschaffen werden. Notwendig für diesen Prozess ist eine
weitmöglichste Einbeziehung von Geschichtswissenschaftlern und Berücksichtigung der Bür-
gerinnen und Bürger.
Da nicht alle Straßennamen für sich selbst sprechen, sind kritische Kontextualisierungen vor
Ort - als ,,begehbares Gesichtsbuch" -, beispielsweise mittels Tafeln oder Stelen und digita-
len Angeboten, in Betracht zuziehen, um ein breites und interdisziplinäres Potential als Ort
h istorischer Bewusstseinsbild u n g aufrechtzuerhalten.
Gez.
Christian Meier und Fraktion
Antrag A-M/0004/2026

Beratungsverlauf (1)

17.03.2026 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.1 Antrag Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-M/0004/2026
Typ
Antrag an die BV Mitte
Datum
20.02.2026
Erstellt
20.02.2026 13:14