V/0140/2016
Basisinformationen des Jobcenters Münster
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Berichtsvorlage
18872 Zeichen
V/0140/2016
DER OBERBÜRGERMEISTER
Jobcenter
Betrifft
Basisinformationen des Jobcenters Münster
Beratungsfolge
02.03.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und
Arbeitsförderung Bericht
Bericht:
Vorabinformationen:
Die in jeder Basisinformation des Jobcenters ausgewiesenen Strukturdaten, Kennzahlen und
Ergänzungsgrößen gelten in der offiziellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit grundsätzlich
als so genannte Grundsicherungsdaten (z. B. Bestand Leistungsberechtigte, Anzahl Integrati o-
nen etc.). Diese werden nach dem so genannten Wartezeitkonzept veröffentli cht. Dies bedeutet,
dass Daten erst nach einer Wartezeit für Nacherfassungen von drei Monaten „festgeschrieben“
werden (T -3). Aktueller Datenstand der Daten mit Wartezeit ist der Berichtsmonat September
2015.
Daten ohne bzw. mit verkürzter Wartezeit für Nacherfassungen liegen dem Jobcenter Münster zu
internen Steuerungszwecken vor. Eine regelmäßige Berichterstattung zu diesen Daten ist auf
Grund strikter Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit nicht möglich - da diese zudem untere r-
fasst sind, sind sie nicht hinreichend aussagekräftig, sondern bilden lediglich Tendenzen ab. Eine
valide Aussagekraft von Grundsicherungsdaten ergibt sich erst nach drei Monaten mit Fes t-
schreibung.
Für Arbeitsmarktdaten (z. B. Arbeitslosenquote, Bestand Arbeitslose) gilt das besch riebene War-
tezeitkonzept indes nicht, diese werden ohne Wartezeit für Nacherfassungen stets am aktuellen
Rand, d. h. für den Vormonat, veröffentlicht. Aktueller Datenstand der Daten ohne Wartezeit ist
der Berichtsmonat Dezember 2015.
Vorlagen-Nr.:
V/0140/2016
Auskunft erteilt:
Frau Nilles
Ruf:
492-9002
E-Mail:
Nilles@stadt-muenster.de
Datum:
16.02.2016
Öffentliche Berichtsvorlage
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V/0140/2016
Mit dieser Vorlage berichtet das Jobcenter Münster wie bisher unter Punkt I. auf dem Datenstand
mit Wartezeit nach drei Monaten über Strukturdaten, Kennzahlen und Ergänzungsgrößen und
unter Punkt II. über den Stand der Zielerreichung dementsprechend zum Monat September 2015.
Unter Punkt III. findet sich zusätzlich eine Zusammenfassung der abschließenden Ergebnisse zur
Zielerreichung 2015. Hierbei ist zu beachten, dass Daten ohne bzw. mit verkürzter Wartezeit en t-
halten sind, da die Zielvereinbarung mit dem Land Nordrhein -Westfalen nicht ausschließlich zu
Daten mit einer Wartezeit von drei Monaten abgeschlossen wird. Es wird unmittelbar auf das
Ergebnis im Dezember abgestellt.
I. Strukturdaten, Kennzahlen und Ergänzungsgrößen (September 2015)
Im Berichtsmonat September 2015 befinden sich 21.096 Personen im Leistungsbezug nach dem
SGB II. Dies sind 120 Leistungsberechtigte weniger als im Vormonat August 2015 und bedeutet
eine Verringerung des Gesamtbestands um 0,6 % (vgl. Abbildung 1). Der Gesamtbestand unte r-
teilt sich in 14.629 erwerbsfähige Leistungsberechtigte und 6.467 nicht erwerbsfähige Leistung s-
berechtigte.
Strukturdaten Berichtsmonat Vormonat Vorjahresmonat Vorjahr
September 15 August 15 Abweichung September 14 Abweichung Durchschnitt
Leistungsberechtigte 21.096 21.216 -0,6% 20.853 1,2% 20.781
männlich 10.513 10.590 -0,7% 10.413 1,0% 10.386
weiblich 10.583 10.626 -0,4% 10.440 1,4% 10.395
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte (eLb) 14.629 14.716 -0,6% 14.510 0,8% 14.447
männlich 7.258 7.295 -0,5% 7.173 1,2% 7.154
weiblich 7.371 7.421 -0,7% 7.337 0,5% 7.293
Nichterwerbsfähige Leistungberechtigte (nEf) 6.467 6.500 -0,5% 6.343 2,0% 6.334
männlich 3.255 3.295 -1,2% 3.240 0,5% 3.231
weiblich 3.212 3.205 0,2% 3.103 3,5% 3.103
Erwerbstätige Leistungsbeziehende* 4.514 4.535 -0,5% 4.539 -0,6% 4.563
abhängig erwerbstätig 4.196 4.218 -0,5% 4.186 0,2% 4.203
mit Einkommen bis zu 450 € 2.156 2.189 -1,5% 2.280 -5,4% 2.255
mit Einkommen zwischen 450 € bis 850 € 853 824 3,5% 803 6,2% 846
mit Einkommen ab 850 € 1.187 1.205 -1,5% 1.103 7,6% 1.102
selbständig erwerbstätig 373 365 2,2% 405 -7,9% 414
* Berichtsmonat August 2015
Abbildung 1: Strukturdaten
Analog zum Bestand der Leistungsberechtigten sind zum Monat September 2015 auch die Au s-
gabensummen sowohl für die Leistungen zum Lebensunterhalt als auch für die Leistungen für
Unterkunft und Heizung gesunken, im Vergleich zum Vormonat zeigt sich eine weitgehend d e-
ckungsgleiche Entwicklung (vgl. Abbildung 2). Hinsichtlich der Leistungen für Unterkunft und Hei-
zung ist zudem festzustellen, dass die Ausgabensumme des Vorjahresmonats September 2014
unterschritten wird.
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Kennzahlen und Ergänzungsgrößen Berichtsmonat Vormonat Vorjahresmonat Vorjahr
September 15 August 15 Abweichung September 14 Abweichung Durchschnitt
K1 - Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt
(Monatswert) 4.019.869 4.066.649 -1,2% 3.935.765 2,1% 3.934.445
Jahresfortschritt der Leistungen zum Lebensunterhalt
(kumulierte Werte Januar bis September) 36.574.267 32.554.398 35.505.698 3,0%
K1E1 - Summe der Leistungen für Unterkunft und Heizung
(Monatswert) 4.521.067 4.571.610 -1,1% 4.556.822 -0,8% 4.475.769
Jahresfortschritt der Leistungen für Unterkunft und Heizung
(kumulierte Werte Januar bis September) 41.063.362 36.542.295 40.307.594 1,9%
K1E2 - Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
(Monatswert) 14.629 14.716 -0,6% 14.510 0,8% 14.447
K2E3 - Nachhaltigkeit der Integrationen*
(Durchschnittswert der vergangenen zwölf Monate) 65,1 64,3 1,1% 61,1 6,5% 61,6
K3E1 - Anzahl Integrationen Langzeitleistungsbeziehende
(Monatswert) 175 247 -29,1% 171 2,3% 119
* Berichtsmonat Juni 2015
Abbildung 2: Kennzahlen und Ergänzungsgrößen
Die Arbeitslosenquote der Stadt Münster liegt im Berichtsmonat Dezember 2015 erneut bei 5,6 %
(vgl. Abbildung 3). Der Anteil der Arbeitslosen, die im Bezug von Leistungen nach dem SGB II
stehen, beträgt 71,0 %. Es sind insgesamt 6.383 Arbeitslose im Rechtskreis SGB II zu verzeic h-
nen, dies sind 50 Personen bzw. 0,8 % mehr al s im Vormonat November 2015. Der Bestand der
Langzeitarbeitslosen im Rechtskreis SGB II zeigt sich indes konstant, festzustellen ist ein Rüc k-
gang um 6 Personen bzw. 0,1 %.
Arbeitslose Berichtsmonat Vormonat Vorjahresmonat VorjahrBerichtsmonat: Jul. 15
Dezember 15 November 15 Abweichung Dezember 14 Abweichung Durchschnitt
Arbeitslosenquote Münster (in %) 5,6 5,6 0,0% 5,6 0,0% 6,0
Anteil ALG II-Bezieher an Arbeitslosenquote (in %) 71,0 69,9 1,6% 69,6 2,1% 68,3
Bestand Arbeitslose SGB II 6.383 6.333 0,8% 6.207 2,8% 6.430
männlich 3.631 3.565 1,9% 3.424 6,0% 3.572
weiblich 2.752 2.768 -0,6% 2.783 -1,1% 2.858
15 bis unter 25 Jahre 511 495 3,2% 489 4,5% 509
50 Jahre und älter 1.944 1.928 0,8% 1.852 5,0% 1.915
Schwerbehinderte 385 390 -1,3% 386 -0,3% 378
Ausländer 1.610 1.585 1,6% 1.353 19,0% 1.365
Langzeitarbeitslose 3.509 3.514 -0,1% 3.414 2,8% 3.313
Abbildung 3: Arbeitslose
Im Berichtsmonat September 2015 sind insgesamt 456 Sanktionen wirksam, dies sind fünf Sank-
tionen bzw. 1,1 % weniger als im Vormonat (vgl. Abbildung 4). Die Sanktionsquote ist um 0,1
Prozentpunkt auf 2,3 % gesunken und liegt weiterhin deutlich unter Bundes - und Landesniveau.
Dies zeigt auch die Betrachtung der durchschnittlichen Höhe der Kürzung.
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Sanktionen Berichtsmonat Vormonat Vorjahresmonat Vorjahr
September 15 August 15 Abweichung September 14 Abweichung Durchschnitt
Anzahl der wirksamen Sanktionen 456 461 -1,1% 489 -6,7% 508
Sanktionsquote
Münster 2,3 2,4 -0,6% 2,6 -9,8% 2,7
Nordrhein-Westfalen 2,8 2,8 1,7% 3,0 -4,6% 3,0
Deutschland 3,1 3,1 1,4% 3,2 -3,0% 3,2
Durchschnittliche Höhe der Kürzung
Münster 93,20 € 99,29 € -6,1% 93,78 € -0,6% 94,18 €
Nordrhein-Westfalen 101,68 € 104,29 € -2,5% 100,50 € 1,2% 101,75 €
Deutschland 106,91 € 108,32 € -1,3% 106,63 € 0,3% 106,96 €
Abbildung 4: Sanktionen
II. Zielerreichung (September 2015)
1. Integrationen
Die positive Entwicklung in Bezug auf die Anzahl der Integrationen setzt sich we iter fort. Die I n-
tegrationsquote im Jahresfortschritt liegt im Monat September 2015 bei 18,5 % und übertrifft e r-
neut deutlich den Sollwert (vgl. Abbildung 5). Insgesamt zeigt sich, dass die vergleichsweise
schwache erste Jahreshälfte durch die starken Ergebnisse ab dem Monat Juli 2015 ausgeglichen
wird.
Abbildung 5: K2 – Integrationsquote
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Im Zeitraum von Januar bis September 2015 sind kumuliert 2.716 Integrationen zu verzeichnen
(vgl. Abbildung 6). Dies sind 183 Integrationen mehr als im Vorjahreszeitraum, der Sollwert für
den Monat September 2015 wird ebenfalls deutlich um 100 Integrationen übertroffen.
Abbildung 6: Anzahl der Integrationen
Zusätzlich ist es gelungen, die Quote der Nachhaltigkeit der Integrationen zu steigern (vgl. Abbi l-
dung 2). Sie beträgt im Berichtsmonat Juni 2015 (Durchschnitt der letzten zwölf Monate) 65,1 %.
Somit sind rund zwei Drittel der gezählten Integrationen nachhaltig, d. h. die integrierte Person ist
auch zwölf Monate später sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
2. Langzeitleistungsbeziehende
Im Berichtsmonat September 2015 befinden sich durchschnittlich 9.194 Personen im Langzei t-
leistungsbezug (vgl. Abbildung 7). Der unterjährige Sollwert wird um 19 Personen unterschritten.
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Abbildung 7: K3 - Bestand Langzeitleistungsbeziehende
Die Aktivierungsquote der Langzeitleistungsbeziehenden (Jahresdurchschnitt ) zeigt auch im a k-
tuellen Berichtsmonat mit 9,0 % Kontinuität (vgl. Abbildung 8).
Abbildung 8: K3E2 - Aktivierungsquote Langzeitleistungsbeziehende
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3. Arbeitslosigkeit
Die Jugendarbeitslosenquote ( Jahresdurchschnitt) im Rechtskreis SGB II liegt im Dezember
2015 bei 2,5 %, der Zielwert von 2,4 % am Jahresende wird somit um 0,1 Prozentpunkt verfehlt.
Abbildung 9: Jugendarbeitslosenquote SGB II
Der Anteil der Aktivierungen von ausländischen Arbeitslosen an allen Aktivierungen von Arbeit s-
losen beträgt im Berichtsmonat September 2015 18,8 % und liegt somit erneut unterhalb des
Sollwerts von 22 %.
Gründe hierfür wurden bereits in den letzten beid en Berichtsvorlagen genannt und ausführlich
erläutert (s. aber auch unten „Fazit“), insoweit wird Bezug genommen.
Trotz der lediglich begrenzt zur Verfügung stehenden Steuerungsmöglichkeiten ist im Bericht s-
monat September 2015 eine Steigerung der Quote auf 18,8 % zu verzeichnen.
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Abbildung 10: Anteil der Aktivierungen von ausländischen Arbeitslosen
III. Zielerreichung nach aktuellem Datenstand (Jahresendergebnisse 2015)
Die Zielvereinbarung mit dem Land -Nordrhein-Westfalen wird nicht ausschließlich zu Daten mit
einer Wartezeit von drei Monaten (T -3) abgeschlossen. Vielmehr wird grundsätzlich auf das E r-
gebnis direkt im Monat Dezember abgestellt und gemessen. D ie Ergebnisse setzen sich daher
am Jahresende folgendermaßen zusammen:
Dezember: Datenstand T-0 (= Daten ohne Wartezeit),
November: Datenstand T-1 (= Daten mit einem Monat Wartezeit)
Oktober: Datenstand T-2 (= Daten mit zwei Monaten Wartezeit)
Januar bis September: Datenstand T -3 (= Daten mit drei Monaten Wartezeit, festgeschri e-
ben)
Als Ergebnis zur Zielerreichung im Jahr 2015 ist festzuhalten:
1. Integrationen
Mit dem Land wurde vereinbart, dass das Ziel im Jahr 2015 erreicht ist, wenn die Integration s-
quote unmittelbar am Jahresende 2015 (Zusammensetzung der Daten s. o.) um 1,5 % über dem
Vorjahr 2014 liegt. Dies bedeutet im Jahresfortschritt eine Integrationsquote von 23,0 % im Monat
Dezember 2015, dieses Ziel hat das Jobcenter Münster exakt erreicht.
2. Langzeitleistungsbeziehende
Hinsichtlich des Langzeitleistungsbezugs sieht die Zielvereinbarung vor, dass der durchschnittl i-
che Jahresendbestand 2015 im Vergleich zum Jahresendbestand des Vorjahres 2014 stagniert.
Dies bedeutet, dass im Dezember 2015 ein durchschnittlicher Bestand (Zusammense tzung der
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Daten s. o.) von 9.191 Langzeitleistungsbeziehenden nicht überschritten werden darf. Im Erge b-
nis sind 9.162 Personen zu zählen. Das Ziel wurde insoweit ebenfalls erreicht.
Zusätzlich zu den Bestandsdaten wurde ein Ziel zur Aktivierungsquote der Langzeitleistungsbe-
ziehenden vereinbart. Das Ziel ist erreicht, wenn sich der Jahresdurchschnittswert unmittelbar am
Jahresende 2015 (Zusammensetzung der Daten s. o) im Vergleich zum Vorjahr 2014 um insg e-
samt 5,0 % erhöht. Dies bedeutet, dass im Dezember 2015 eine Aktivierungsquote der Langzeit-
leistungsbeziehenden von 7,9 % erreicht werden muss. Die ses Ziel wird mit einem Ergebnis von
8,7 % deutlich übertroffen.
3. Aktivierungen Ausländer/ Arbeitslosigkeit Jugendliche
Zudem wurde mit dem Land vereinbart, dass der Anteil arbeitsloser ausländischer Personen in
Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung im Jahresdurchschnitt 22 % aller Aktivierungen betr a-
gen soll. Wie bereits berichtet, zeigte sich im Jahresverlauf, dass die Zielstellung ambitioniert ist
und lediglich begrenzt Steuerungsmöglichkeiten bestehen. Im Dezember 2015 (Zusammense t-
zung der Daten s. o.) betrug der Anteil 18,8 %, das Ziel wird somit um 3,2 Prozentpunkte verfehlt.
Hinsichtlich des Ziels zur Jugendarbeitslosenquote wird auf die Abbildung 9 dieser Berichtsvorla-
ge verwiesen, diese bildet bereits die Daten für Dezember 2015 ab. Da es sich um Arbeitsmarkt-
daten handelt, gilt das Wartezeitkonzept und die besondere Zusammenstellung der Daten zum
Jahresende nicht. Die Zielerreichung wurde im Jahresve rlauf stets am aktuellen Rand berichtet.
Dieses Ziel wird ganz knapp verfehlt. Es besteht eine Abweichung von 0,1 Prozentpunkt.
Fazit:
Der Arbeitsmarkt 2015 zeigte sich bundesweit und auch in Münster weiterhin in stabiler Verfa s-
sung und führte zu einem Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Nach wie vor
ist es jedoch schwierig für die im Rechtskreis SGB II betreuten Leistungsberechtigten, insbeso n-
dere für Langzeitleistungsbeziehende, von dieser Entwicklung zu profitieren. Daher ist es umso
erfreulicher, dass ein Mehr von 100 Integrationen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen ist
und 3.350 Integrationen in Beschäftigung begleitet werden konnten.
Trotz eines Anstiegs im Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jahresmittel im
Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt (2014: 14.447 eLb und 2015 (bis Sept.): 14.716 eLb) konnte
bei der Zahl der langzeitleistungsbeziehenden Menschen nicht nur eine Stagnation, sondern eine
leichte Reduzierung in der Anzahl erreicht werden.
Im Hinblick auf die Aktivierungsquote für arbeitslose ausländische Personen muss abschließend
darauf hingewiesen werden, dass vielfach zunächst Sprach - und Integrationskurse durchlaufen
werden (ausschließlich drittmittelfinanzierte Maßnahmen) , die allerdings nicht zu r Aktivierung s-
statistik gezählt werden. Diese Personen stehen dann in der Regel für einen langen Zeitraum
nicht für andere Aktivierungen zur Verfügung.
Die ohnehin schon niedrige Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Münster (Rechtskreis SGB II,
Ausgangswert 2014: 2,6 % im Vergleich zu NRW 2014: 4,3 %) sollte nochmal um 0,2 Prozen t-
punkte gesenkt werden. Dieses Ziel wurde zwar knapp verpasst, dennoch ist kein Anstieg in der
Jugendarbeitslosigkeit zu verzeichnen. Ein wichtiger Baustein ist sicherlich auch das Leitprinzip
des Jobcenters, „Ausbildung vor kurzfristiger Integration“. Im Zuge der Begleitung in Ausbildung
konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Anstieg von rund 70 Integrationen erreicht werden
(hier: Ausbildungszeitraum Oktober bis September des Folgejahres).
Insgesamt hat das Jobcenter Münster im landesweiten Vergleich, insbesondere auch unter den
Städten in NRW, wieder ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Dies macht deutlich, dass die insoweit
bisher festgesetzten Schwerpunkte und eingesetzten Inst rumente offensichtlich greifen. Es
spricht viel dafür, die Ansätze insbesondere der vergangenen Jahre fortzusetzen, um so auch
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weiterhin hilfebedürftigen Menschen in Münster soziale Teilhabe durch Beschäftigung zu ermö g-
lichen.
Ausblick:
Zur Zielerreichung 2015 wurde mit dieser Berichtsvorlage abschließend berichtet. Zur Zielerre i-
chung 2016 beginnt die Berichterstattung, sobald Daten mit Wartezeit (T -3) für Januar 2016 vo r-
liegen. Bis dahin werden fortlaufend Strukturdaten, Kennzahlen und Ergänzungsgrößen vorge-
legt.
In Vertretung
Gez.
Cornelia Wilkens
Stadträtin
Anlagen:
Anlage 1 - Glossar zur Grundsicherungs- und Arbeitsmarktstatistik
Anlage 2 - Mittelabfluss Eingliederungstitel (EGT): Vorläufiger Jahresabschluss 2015 Stand
12.02.2016
Anlage 1 - Glossar
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Anlage 1 zur Basisinformation des Jobcenter Münster Glossar zur Grundsicherungs- und Arbeitsmarktstatistik (häufig verwendete Begriffe und Abkürzungen) Aktivierung Arbeitsmarktpolitische Maßnahme der aktiven Arbeitsförderung zur beruflichen Eingliederung/ Weiterbildung (z. B. Umschulung). Aktivierungsquote der Langzeitleistungsbezi ehenden (K3E2) Quotient aus der Zahl der Langzeitleistungsbeziehenden in einer Maßnahme der aktiven Arbeitsförderung im Berichtsmon at (Zähler) und der Zahl der Langzeitleistungsbeziehenden gesamt im Berichtsmonat (Nenner). In der Basisinformation des Jobcenters wi rd die Aktivierungsquote der Langzeitleistungsbeziehenden jeweils als Jahresdurchschnittswert abgebildet (entsprechend der mit dem Land Nordrhein -Westfalen getroffenen Zielvereinbarung). Alo = Arbeitslose Personen, die nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige zumutbare Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen zur Verfügung stehen und sich bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter arbeitslos gemeldet haben. Arbeitslosenquote Quotient aus der Anzahl der registrierten Arbeitslosen zum Stichtag (Zähler) und der Anzahl der zivilen Erwerbspersonen zum Stichtag (Nenner). Die Zahl der zivilen Erwerbspersonen setzt sich zusammen aus den abhängigen zivilen Erwerbstätigen sowie den Selbstständigen und den mithelfenden Familienangehörigen. Asu = Arbeitsuchende Personen, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen. Der Begriff ist weiter gefasst als der des Arbeitslosen und enthält zusätzlich auch die nicht arbeitslosen Arbeitsuchenden. Das sind die Personen, die eine Beschäftigung suchen, auch wenn sie bereits eine Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit ausüben oder sich in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme befinden. BG = Bedarfsgemeinschaft Personen, die in einem Haushalt und in einer Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft miteinander leben und wirtschaften. Hierzu gehören die engsten Familienangehörigen (Ehegatten/ Partner und Kinder unter 25 Jahre), nicht aber Großeltern/ Verschwägerte. BM = Berichtsmonat Monat, über den sich die jeweilige Berichterstattung erstreckt. Er beginnt am Tag nach dem statistischen Stichtag des vorangegangenen Berichtsmonats und endet mit dem nächsten statistischen Stichtag (jeweils ca. Mitte eines Monats). eLb = erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen, die das 15. Lebensjahr vollendet und die Altersgrenze noch nicht erreicht haben, die erwerbsfähig und hilfebedürftig sind und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der BRD haben. gE = gemeinsame Einrichtung Gemeinsame Trägerschaft der Bundesagentur für Arbeit und der kreisfreien Städte sowie Kreise zur einheitlichen Durchführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Gebiet des kommunalen Trägers. Integration Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, voll qualifizierenden beruflichen Ausbildung oder selbständigen Tätigkeit eines erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Integrationsquote (K2) Quotient aus der Summe der Integrationen im Berichtsmonat und den vorangegangenen elf Monaten (Zähler) und dem durchschnittlichen Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Vormonat und den vorangegangenen elf Monaten (Nenner). In der Basisinformation des Jobcenters wird die Integrationsquote als Jahresfortschrittswert abgebildet (entsprechend der mit dem Land Nordrhein-Westfalen getroffenen Zielvereinbarung). JDW = Jahresdurchschnittswert Durchschnitt von Januar eines Jahres bis zum aktuellen Berichtsmonat. JFW = Jahresfortschrittswert Kumulierte Summe von Januar eines Jahres bis zum aktuellen Berichtsmonat. Jugendarbeitslosenq uote Quotient aus der Anzahl der registrierten Arbeitslosen unter 25 Jahren zum Stichtag (Zähler) und der Anzahl der zivilen Erwerbspersonen unter 25 Jahren zum Stichtag (Nenner). In der Basisinformation des Jobcenters wird die Jugendarbeitslosenquote jeweils als Jahresdurchschnittswert abgebildet (entsprechend der mit dem Land Nordrhein-Westfalen getroffenen Zielvereinbarung). Leistungsberechtigte Personen, die im Leistungsbezug nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) stehen. LfU = Leistungen für Unterkunft und Heizung Umfasst ausgezahlte Ansprüche für Bedarfe, die die Unterkunft betreffen (z. B. Kaltmiete, Neben- und Heizkosten). LLU = Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes Umfasst ausgezahlte Ansprüche für Regelbedarfe (z. B. Ernährung, Kleidung, Haushaltsenergie) und Mehrbedarfe (z. B. Alleinerziehung, Schwangerschaft und Geburt). LZA = Langzeitarbeitslose Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind. LZB = Langzeitleistungsbeziehende Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in den vergangenen 24 Monaten mindestens 21 Monate hilfebedürftig waren. Um nicht Zeiten der Nichterwerbsfähigkeit (vor Vollendung des 15. Lebensjahres) mit einzubeziehen, werden Langzeitleistungsbeziehende ab Vollendung des 17. Lebensjahres ausgewiesen. Nachhaltigkeit Eine Integration gilt als nachhaltig, wenn die Person zwölf Monate nach Aufnahme des Beschäftigungsverhältnisses sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Nachhaltigkeitsquote (K2E3) Quotient aus der Summe der nachhaltigen Integrationen in den vergangenen zwölf Monaten (Zähler) und der Summe der Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den vergangenen zwölf Monaten (Nenner). nEf = nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte Personen, die mit einem erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in einer Bedarfsgemeinschaft leben, selbst aber noch nicht im erwerbsfähigen Alter sind (unter 15 Jahren), oder aufgrund ihrer gesundheitlichen Leistungsfähigkeit oder evtl. rechtlicher Einschränkungen nicht in der Lage sind, mindestens drei Stunden täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zu arbeiten. Sanktionen Prozentuale Absenkung des Regelbedarfes bei Pflichtverletzungen durch den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Im Falle wiederholter Pflichtverletzungen können Sanktionen von bis zu 100% des Arbeitslosengeldes II (Regelbedarf und Kosten der Unterkunft) verhängt werden. Sanktionsquote Quotient aus der Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit mindestens einer gültigen Sanktion zum Stichtag (Zähler) und allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zum Stichtag (Nenner). Veränderungsrate des Bestands der Langzeitleistungsbezi Quotient aus der Anzahl der Langzeitleistungsbeziehenden im Berichtsmonat (Zähler) und der Anzahl der Langzeitleistungsbeziehenden im Berichtsmonat des Vorjahres (Nenner). In der Basisinformation des Jobcenters wird die Veränderungsrate jeweils als ehenden (K3) Jahresdurchschnittswert abgebildet (entsprechend der mit dem Land Nordrhein-Westfalen getroffenen Zielvereinbarung). zkT = zugelassener kommunaler Träger Trägerschaft der Grundsicherung für Arbeitsuchende zur alleinigen Wahrnehmung (Optionskommune) – z. B. Jobcenter Münster
Anlage 2 - Abflussbericht EGT
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Anlage 2 zur Basisinformation des Jobcenter Münster Mittelabfluss Eingliederungstitel (EGT): Vorläufiger Jahresabschluss 2015 Stand 12.02.2016 Beratung und Unterstützung der Arbeitssuche Vermittlungsbudget 601.953,62 € 6,00% Reisekosten für Meldepflichten 2.255,34 € 0,02% Aktivierung und berufliche Eingliederung 2.584.660,18 € 25,76% 3.188.869,14 € 31,79% Qualifizierung Förderung berufliche Weiterbildung (FbW) 1.924.733,67 € 19,19% 1.924.733,67 € 19,19% Beschäftigung begleitende Leistungen Eingliederungszuschüsse (EGZ) 522.371,73 € 5,21% Eingliederungszuschüsse für AN ab 50 Jahre 52.855,37 € 0,53% befristeter Beschäftigungszuschuss (BEZ) (bis 31.03.2012) 743.110,25 € 7,41% unbefristeter Beschäftigungszuschuss (BEZ) (bis 31.03.2012) 0,00 € 0,00% Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV) (ab 01.04.2012) 352.258,13 € 3,51% Einstiegsgeld 44.119,17 € 0,44% Begleitende Hilfen für Selbständige 9.982,45 € 0,10% 1.724.697,10 € 17,19% Maßnahmen für Jüngere Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen 328.950,54 € 3,28% Einstiegsqualifizierung (EQ) 33.699,13 € 0,34% ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) 52.155,00 € 0,52% Assistierte Ausbildung 37.426,50 € 0,37% 452.231,17 € 4,51% Leistungen für Menschen mit Behinderungen Ausbildungszuschuss 21.123,75 € 0,21% Probebeschäftigung behinderter Menschen 24.474,30 € 0,24% Probebeschäftigung schwerbehinderter Menschen 181.477,57 € 1,81% Eingliederungszuschüsse für Behinderte [222] 50.496,92 € 0,50% Eingliederungszuschüsse für Schwerbehinderte [223] 914.141,29 € 9,11% besondere Maßnahmen zur Weiterbildung [Reha] 231.375,21 € 2,31% 1.423.089,04 € 14,19% Beschäftigung schaffende Leistungen Arbeitsgelegenheiten 813.091,36 € 8,11% 813.091,36 € 8,11% Freie Förderung Freie Förderung (§ 16f SGB II] 460.053,87 € 4,59% 460.053,87 € 4,59% Sonstiges Sonstiges 96.050,22 € 0,96% 96.050,22 € 0,96% Budgetansatz: 10.031.858,50 € 100,00% Summe: 10.082.815,57 € 100,51% Kommunale Aufwendungen für den Eingliederungstitel: 50.957,07 €
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0140/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 15.02.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37