1732/2020
EU Projekt GrowSmarter
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/01/3 Vorlagen-Nummer 20.08.2020 1732/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 26.08.2020 Ausschuss für Umwelt und Grün 27.08.2020 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 31.08.2020 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 31.08.2020 Verkehrsausschuss 01.09.2020 Stadtentwicklungsausschuss 03.09.2020 EU Projekt GrowSmarter hier: Bericht zum Abschluss des Projektes Mit Beschluss vom 16.12.2014 hat der Rat der Stadt Köln die Umsetzung des EU -Projektes „GrowSmarter“ mit Gesamtprojektkosten (Personal- und Sachkosten) in Höhe von 1.553.750,00 Euro und einer Projektlaufzeit von fünf Jahren beschlossen. Das mit den Städten Barcelona und S tockholm von 2015 bis 2019 durchgeführte Projekt hatte zum Ziel, in einem integrativen Vorgehen nachhaltige Lösungen für die Bereiche Energiemanagement, Transport und Mobilität insbesondere in einer zukünftig wachsenden Großstadt zu finden. Auf diese Weise sollten für kommunale beeinflussbare Probleme in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden. Die Informations- und Kommunikationstechno- logie spielte als Bindeglied zwischen den Teilbereichen Energie und Mobili tät dabei eine besondere Rolle. Durch das Projekt sollten die Luftqualität im urbanen Raum verbessert, die Feinstaubbelastung und der Energieverbrauch gesenkt, sowie ein Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität geleistet we r- den, um damit aktiv dazu beizutra gen, die Klimaschutzziele der EU zu erreichen. Das Projekt war damit ein wesentlicher Projektbaustein und größtes Vorhaben von SmartCity Cologne. Die im Ra h- men des Projektes entwickelten intelligenten Lösungen sollten von sogenannten fünf Follower Par t- nern (Graz, Suceava, Valetta, Porto, Cork) in Teilen exemplarisch umgesetzt werden. Mittelfristiges Ziel war es, die Lösungen dann auch anderen Städten zur Verfügung stellen zu können. Die erfolgreiche Umsetzung des Projektes im Kölner Stadtteil Mülheim erfol gte in Kooperation mit folgenden Industriepartnern: RheinEnergie AG, KVB AG, DEWOG, Cambio Köln, Ampido, AGT Inter- national, Urban Institut GmbH, Microsoft. Die beteiligten Ämter der Stadt Köln waren: V/7 Koordinationsstelle Klimaschutz 2 01/3 Büro für Internationale und Europäische Angelegenheiten I/D2 Stabstelle Digitalisierung 64 Amt für Verkehrsmanagement 14 Rechnungsprüfungsamt Bei der Projektantragstellung und im Projektverlauf haben insbesondere zudem folgende Ämter das Vorhaben unterstützend begleitet: 11 Personal- und Verwaltungsmanagement 12 Amt für Informationsverarbeitung 13 Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 15 Amt für Stadtentwicklung und Statistik 20 Kämmerei 23 Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster 30 Rechtsamt und Vergabeamt (vormals 27) 57 Umweltamt 61 Stadtplanungsamt 62 Bauverwaltungsamt 63 Bauaufsichtsamt 66 Amt für Straßen- und Verkehrsentwicklung 67 Amt für Landschaftspflege und Grünflächen VI Stadtraummangement Das Projekt ist im vorgesehenen zeitlichen und finanziellen Rahmen unter Erfüllung aller inhaltlichen Vorgaben mit Erfolg im Dezember 2019 mit der letzten Generalversammlung mit allen Partnern in Stockholm erfolgreich abgeschlossen worden. Durch seine Partnerschaft mit innovativen Unternehmen und europäisch füh renden Städten hat das Projekt GrowSmarter in Stockholm, Barcelona und Köln dazu beigetragen, einen großen Schritt in Richtung Klimaneutralität durch mehr Effizienz, die Nutzung von regenerativen Energien, zukunftsfä- higer Mobilität und Big Data zu erzielen. Auch das Thema „new governance“ hat über die ämterüber- greifende Zusammenarbeit stadtweit Erprobung gefunden. Das Projekt hat bewiesen, dass es mög- lich ist, Wohngebäude mit einer Energieeinsparung von bis zu 76% (Stockholm, Köln: bis zu 61%) zu sanieren und gleichzeitig die Lebensqualität zu verbessern und den Mietern die Möglichkeit zu geben, die Mobilität ohne fossile Brennstoffe zu nutzen. Die Auswirkungen tragen zu Klimazielen und Wohl- befinden der Bürger bei und bringen Innovationen der Unternehmen an die vorderste Front. Das Pro- 3 jekt GrowSmarter hat außerdem wesentlich dazu beigetragen, Köln auf die internationale SmartCity Bühne zu heben. © GrowSmarter Europäisches Projektleitungsteam, 2019 Das mit rund 40 nationalen und internationalen Partner n durchgeführte Projekt, an dem stadtintern zudem rund 18 Dienststellen beteiligt waren, stellte das Projektmanagement vor besondere Heraus- forderungen. Folgende wesentliche Erkenntnisse in projektadministrativer Hinsicht sind festzuhalten: Stellenwert des Projektes: Ein internationales Projekt dieser Größenordnung beinhaltet eine hohe Verantwortlichkeit aller Projektbeteiligten für die Erreichung des Projektziels. Neben er- heblichen finanziellen Auswirkungen ist ein Erfolg des Projektes auch immer mit einer Aufwer- tung von Reputation verbunden. Darüber und über die Auswirkungen eines möglichen Schei- terns muss bei allen Beteiligten bei Einwilligung in die Mitwirkung an einem Projekt Klarheit bestehen. Der Stellenwert des Projektes muss sich auch in der Aufgaben priorisierung neben den Aufgaben aus der Linienorganisation wiederfinden. Ein Projekterfolg fördert die zukünftige gute Zusammenarbeit, stadt-intern sowie international. Projektmanagement: Die Arbeit in Projektstrukturen erfordert die Weisungsbefugnis des Pro- jektleiters über die Linienorganisation hinweg. Bei konkurrierenden Aufgaben aus der Linien- organisation muss gemeinsam mit der Projektleitung ein Vorgehen der Aufgabenerfüllung er- arbeitet werden. Eine gemeinsame Ausrichtung auf die Erfüllung des Projektziels aller beteilig- ten Dienststellen ist für den Projekterfolg von großer Bedeutung. Während des Projektverlau- fes gab es zum Teil langwierige Abstimmungsprozesse, die auf konkurrierende Aufgaben und mangelnde Weisungsbefugnis zurück zu führen waren und di e Projektumsetzung erschwer- ten. Fach- und Sprachkompetenzen: Die Arbeit in internationalen Projekten erfordert herausra- gende Fachkenntnisse, um sie als Experte einbringen zu können. Darüber hinaus sind gute englische Sprachkenntnisse wichtig. Die Arbeit in einem internationalen Projekt sollte für die 4 von den Dienststellen beauftragten Mitarbeiter/innen eine Auszeichnung darstellen und Sprachkenntnisse voraussetzen. Die sprachliche Fortbildung der Beschäftigten sollte von den Dienststellen zur Teilnahme an i nternationalen Projekten unterstützt werden. Die Stadt Köln bietet entsprechende sprachliche Fortbildungsmöglichkeiten an. Die genannten Punkte sollten bei zukünftigen Projekten besondere Berücksichtigung finden, da im Rahmen von GrowSmarter festgestellt wurde, dass manche Voraussetzungen zum Teil nicht hinrei- chend vorhanden waren. Inhaltlich und finanzadministrativ hat das Projekt folgende Ergebnisse gezeigt: Inhaltliche Ergebnisse Arbeitspaket Energetische Sanierung Das Arbeitspaket zur energetischen Sa nierung führte Maßnahmen zur Demonstration einer Vielzahl von energieeffizienten Lösungen durch, die darauf abzielten, die Klimaauswirkungen von Energiever- sorgungssystemen in Quartieren zu verringern, indem der Schwerpunkt auf den vorhandenen G e- bäudebestand gelegt wurde. Fünfzehn Demonstrationsprojekte zur Gebäudesanierung, an denen 10 Gebäude in Barcelona, 16 Gebäude in Köln und 9 Gebäude in Stockholm mit einer Gesamtfläche von 123.000 m2 beteiligt waren, dienten als Prototypen für die Anwendung, Evaluieru ng und Überw a- chung einer Reihe von Maßnahmen zur Gebäudesanierung, die die Energieeffizienz von Gebäuden (sowohl passive als auch aktive Technologien) verbessert haben. Bis zu 76% des Endenergieve r- brauchs wurden in Stockholm durch die energetische Nachrüstung von Gebäuden eingespart. In Köln waren es bis zu 61%. © DEWOG Stegerwaldsiedlung, Köln-Mülheim Außerdem wurde die Nutzung lokaler Energiequellen, die im städtischen Umfeld zu finden sind, durch die Installation von Photovoltaik auf den Dächern m ehrerer Gebäude (Köln, Barcelona, Stockholm), die Wärmerückgewinnung von Abwärme aus bestimmten Gebäuden an das lokale Fernwärmenetz (Stockholm) und den Anschluss von Gebäuden an lokale Fernwärme - und Fernkältenetze, die ihren Wärmebedarf decken (Köln, Stockholm), genutzt. Die neuen Geschäftsmodelle für Fernwärme- und 5 Fernkühlungsmaßnahmen führten zu einer Rückgewinnung von 73% der überschüssigen Wärme. Sowohl in Wohn- als auch in Tertiärgebäuden wurden Sonnenkollektoren an Batteriespeicher gekop- pelt, um intelligente Steuerungsstrategien zu testen, die den Eigenstromverbrauch der Gebäude und den Batterieverbrauch maximieren (Köln). Bis zu 65% des Raumenergieverbrauchs wurden durch Photovoltaik bereitgestellt. In Köln wirkte sich die Umstellung von der Gasversorgung auf Fernwärme in Kombination mit PV und Wärmepumpen für die neuen Heizungsanlagen in den 16 Gebäuden erheblich auf die CO2 -Bilanz des Nachrüstungseingriffs aus, da der CO2-Emissionsfaktor des Fernwärmesystems dreimal niedri- ger ist als der Faktor f ür den Gasverbrauch in der Stadt. In Köln hat die Sanierung der Stegerwal d- siedlung im Zusammenhang des GrowSmarter Projekts die gesamte Endenergie, die von der Nach- barschaft gekauft wurde, um 37% auf Jahresbasis reduziert, was einer Einsparung von 57% der CO2- Emissionen entspricht. In absoluten Zahlen entspricht dies einer Vermeidung von 741 Tonnen CO2 Ausstoß pro Jahr. Die RheinEnergie hat vor, mit der Software Siedlungsmanagement ein neues Geschäftsmodell zu schaffen, das zu einer autonomen, sich selbst tragenden Entwicklung für Quartiere führt, die automa- tisch alle Energiesysteme in einem Quartier optimieren kann. Arbeitspaket Integrierte Infrastrukturen Das Arbeitspaket Integrierte Infrastrukturen führte Maßnahmen durch, die von intelligenter Beleuch- tung (Stockholm), Laternenmasten und Verkehrssäulen als Knotenpunkte für Kommunikation und elektrisches Aufladen (Köln) über die Informationsanalyse und Aktuatoren intelligenter Zähler (Barcelona, Stockholm, Köln), intelligente Abfallsammlung (Stockholm) sowie große konsolidierte offene Datenplattformen, einschließlich der Integration von Sensordaten und heterogenen Daten (Stockholm, Barcelona, Köln), reichten. Viele dieser Maßnahmen sind sog. „Ermöglichungsmaßnah- men“, das bedeutet Maßnahmen, die die Umsetzungen in den anderen Arbeitspaketen unterstützen sollen. Deshalb war die Zahl der erreichten Endnutzer begrenzt. Ein Grund für den Zuschlag der ers- ten Förderwelle an Köln war, die crossektorale Vernetzung und Integration unterschiedlicher Teilas- pekte (Mobilität und Energieversorgung) mittels intelligenter Datenakquise, Nutzung und Analyse. Die Einrichtung einer Datenplattform dient der Optimierung der Daseinsvorsorge auf Basis von urbanen Daten. Die Investitionskosten sind hoch und die Anzahl der Nutzer zu Beginn gering, aber ein Hoch- skalieren kann zu einem späteren Zeitpunkt leicht mit potenziell hohen Auswirkungen umgesetzt wer- den. Durch intelligente Beleuchtungsmaßnahmen konnte der CO2-Ausstoß um bis zu 31% reduziert werden. Die intelligente Abfallsammlungslö sung reduzierte die Menge des unsortierten Abfalls um 66%. Köln installierte für den Projektzeitraum die Open Urban Big Data Platform (OUP) „UrbanPulse“, die vom Projektpartner [ui!] entwickelt wurde und in der Lage ist Echtzeitdaten zu verarbeiten. Während des gesamten Projektzeitraumes wurden neue interne und externe Datenquellen in die OUP integriert und auf der Datenkatalogplattform veröffentlicht. Dabei wurde darauf geachtet, die technischen B e- dingungen so offen und transparent zu gestalten, dass auf Basis der Ergebnisse des 5-jährigen Pro- jektzeitraumes die Entscheidung für eine potentielle zukunftsfähige Lösung getroffen werden kann. Von den Kölner Verkehrsbetrieben wurde eine Verkehrsapplikation entwickelt. Basierend auf den Erfahrungen in GrowSmarter wurde der hohe Nutzen einer Datenplattform für die Stadtgesellschaft erkannt. Neben potentiellen neuen Geschäftsmodellen werden hier neue Steu e- rungsmechanismen möglich gemacht. Deutlich wurde bei allen in dieser Maßnahme involvierten Städten aber auch, dass die technische Einrichtung allein nicht ausreichend ist um den Nutzen einer solchen Plattform voll ausschöpfen zu können. In Köln wurde in Folge darum durch die Stabsstelle Digitalisierung basierend auf den Erfahrungen aus GrowSmarter im engen Austausch mit den (inter-) 6 nationalen Projektbeteiligten und mit externer Beratung das Konzept „Urbane Datenplattform Köln (UDK:25)“ entwickelt. Dies definiert die Bedarfe über die rein technische Einrichtung einer Datenplatt- form hinaus und beschreibt einen Komm unikationsansatz, der einen stetigen Datenfluss und eine hohe Nutzerzahl garantieren soll. In 2019 wurde hierfür ein Förderantrag beim BMI gestellt. Da – was in dieser Form nicht kommuniziert wurde - Förderungen nur an Städte bis 150.000 Einwohner ausge- zahlt wurden, kam das Konzept in dieser Antragsrunde nicht zum Zuge. . Die Einrichtung einer urba- nen Datenplattform wurde jedoch wegen Ihrer Bedeutung im Konzept Köln 2030 + aufgenommen. Nach Abschluss von GrowSmarter wurde ein Folgeprojekt mit der SWK aufgesetzt, dass unter ande- rem die Konzeptionierung eines urbanen Datenökosystems zwischen Stadt und Stadtwerkekonzern angelehnt an das Konzept UDK:25 zum Ziel hat und bis zum 31.12.2020 läuft. Parallel wurde seitens der Stabsstelle Digitalisierung mit externer Beratung ein Konzept zur Einbeziehung der BürgerInnen, Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt. Hierfür wurde im Mai 2020 ein Förderantrag beim BMI g e- stellt, für den die Stabsstelle Digitalisierungen LOI aus allen genannten Bereich, unter anderem von den Kölner Projektpartnern aus GrowSmarter, erhalten hat. Die Förderbekanntgabe erfolgt im Se p- tember 2020. Arbeitspaket Mobilität Das Arbeitspaket Mobilität führte Maßnahmen durch, die die Einführung intelligenter und nachhaltiger Mobilitätslösungen ermöglichten und förderten. Die Maßnahmen umfassten intelligente Gebäudel o- gistik und Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen (Stockholm), nachhaltige Lieferung (Stockholm, Barcelona), intelligentes Verkehrsmanagement (Barcelona, Stockholm), Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen zur Entkarbonisierung und besseren Luftqualität (Stockholm) sowie intelligente Mobilitäts- lösungen (Köln). Die mit alternativen Kraftstoffen betriebene Fahrzeuglösung (Stockholm) führte mit 36 E-Fahrzeug-Ladepunkten zu einer CO2-Reduzierung um mehr als 100 Tonnen pro Jahr. Die intel- ligenten Mobilitätslösungen in Köln führten zu einer CO2 -Reduktion zwischen 60 und 99%. Diese Reduktion ist zum einen auf die hohe Anzahl an Fahrradausleihen (73.370) und den damit verbunde- nen CO2 -neutralen Kilometern und zum anderen auf die gestiegene Nachfrage der cambio E - Fahrzeuge von ca. 5% bei Projektstart auf 18% im Jahr 2019 zurückzuführen. Über den Projektzeit- raum nutzten 50.583 Kunden Mietfahrzeuge und legten insgesamt 2,5 Mio. Kilometer zurück, was im Projektdurchschnitt zu einer CO2 Einsparung von 73% führte. In Köln wurden acht Mobilstationen installiert. Diese Mobilitätsstationen wurden insgesamt mit 24 PKWs, 16 E -Fahrzeugen von cambio und an 3 Stationen mit 28 konventionellen Rädern und 10 E - Bikes der KV B ausgestattet. Im Rahmen des Projektes konnte Verbesserungspotential hinsichtlich der Einrichtung von Mobilstationen im öffentlichen Raum und den damit verbundenen Abstimmungs- problemen festgestellt werden. Inzwischen hat Köln einen Masterplan entwickelt, um die Lösung auf die gesamte Stadt auszurollen. Die Mobilstationen, das Car -Sharing sowie Bike-Sharing und das in- telligente Parken dienen dazu, den Einwohnern integrierte Mobilitätslösungen anzubieten und die Verlagerung vom Auto auf andere Verkehrsträger zu fördern. Das Konzept der Mobilstationen wurde nun in Stadtplanungs- und in Genehmigungsverfahren integriert. 7 © GrowSmarter Mobilstation Charles-de-Gaulle-Platz, Köln Deutz, 2018 Allgemein Die technischen und wirtschaftlichen Validierungen und Evaluationen wurden auf Grundlage der von den Projektpartnern gelieferten Daten von KTH, der Königlichen Technischen Hochschule, Stoc k- holm, abgeschlossen. In jeder Partnerstadt wurden Workshops zur möglichen Replikation der Maßnahmen durchgeführt. Diese konzentrierten sich auf die potenzielle Replikation intelligenter Lösungen, die für jede der Part- nerstädte jeweils von Interesse sind. Es fanden sieben europäische Workshops und zehn Studienbesuche statt. Das Projekt hat regelmä- ßig Pressemitteilungen veröffentlicht, und jeden Monat erhält die Website über 5.000 Besucher. Weiterführende detaillierte Informationen erfahren Sie hier: https://grow-smarter.eu/home/ Bürgerbeteiligung: Maßnahmen zur CO2 Reduzierung und zur Verbesserung des Klimaschutzes setzen die Akzeptanz und Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger voraus. In der Stegerwaldsiedlung und im Bezirksrathaus Mülheim fanden während des Projektzeitraumes dazu eine Reihe von Bürger - und Mieterversamm- lungen statt. Dabei ließ sich feststellen, dass die mit den Maßnahmen des Klimaschutzes verbunde- nen Veränderungen (Wegfall von Parkplätzen, Umstellung von Heizungssystemen, Mietpreisanpas- sungen) viele Befürchtungen und Sorgen auslösten. Neben einer generellen Ablehnung von Verände- rungen des Lebensstils, spielten dabei auch existenzielle Sorgen um eine nach Durchführung der Sanierungsmaßnahmen folgenden Mietpreisanpassung eine Rolle. Zum Ende des Projektes lösten sich diese Befürchtungen zum Teil auf und der generelle Eindruck entstand, dass das Projekt insge- samt positiv wahrgenommen wurde. So gab es Rückmeldungen, dass die Veränderungen in der Ste- gerwaldsiedlung als Aufwertung des Quartiers und der Lebensqualität empfunden wurden. Die Miet- preiserhöhungen konnten sozial verträglich gestaltet werden, so dass Gentrifizierungseffekte ausblie- ben. 8 Dennoch verbleiben in der Bürgerschaft auch kritische Stimmen gegenüber dem Projekt, die ernst genommen werden müssen. Es bleibt eine dauerhafte Aufgabe auch in der Fortführung der Ergebnis- se aus dem Projekt und in Zukunft um die Akzeptanz der Bevölkerung und ihre Bereitschaft zur Mit- wirkung an positiven Veränderungen zu werben. Öffentlichkeitsarbeit: Neben verschiedenen Messeauftritten und Vorträgen für Fachpublikum, wurde die Öffentlic hkeitsar- beit intensiv in die Bürgerschaft hinein über Straßenfeste, Zeitungsartikel und Medienberichte vollzo- gen. Es fanden eine Reihe von Studienbesuchen in der Stegerwaldsiedlung und den weiteren Pr o- jektstandorten in Mülheim statt. Diese Angebote richtet en sich an alle Bürgerinnen und Bürger, an Vertreterinnen und Vertreter aus den städtischen Fachausschüssen und Bezirksvertretungen sowie an Fachpublikum aus dem In- und Ausland. Finanzadministrative Ergebnisse Die Gesamtprojektkosten für insgesamt 40 Partner betrugen 35,8 Mio. €, der maximale EU-Zuschuss belief sich auf 24,8 Mio. € für den Zeitraum 01.01.2015 – 31.12.2019. Insgesamt hat die Stadt Köln folgende Kosten verausgabt: - 786.455 € an Personalkosten - 220.409 € als Personal- und Sachkostenpauschale - 97.616 € an Sachkosten, wie z.B. für Reisen, Veranstaltungen oder Öffentlichkeitsarbeit - 95.182 € an Kosten für Unteraufträge für die Integration einer echtzeitfähigen OpenData Sen- sordatenplattform. Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von 1.200.000 €. Der Zuschuss de r EU betrug 644.000 €, die Eigenmittel 556.000 € für die Stadt Köln. Der Eigenanteil war auskömmlich und die Ausgaben blieben im vorgesehenen Finanzrahmen. Die lokalen Projektpartner der Stadt Köln erhielten folgende maximale Förderbeträge: Kölner Ve r- kehrs-Betriebe AG (175.000 €), Urban Institute (392.308 €), RheinEnergieAG (2.695.000 €), ampido (122.500 €), Cambio Köln (644.953 €), AGT International (300.022 €) und Deutsche Wohnungsg e- sellschaft mbH (2.332.302 €). Sicherung der Nachhaltigkeit der Ergebnisse in Köln Arbeitspaket energetische Sanierung In Köln entwickelte die Koordinationsstelle Klimaschutz im April 2019 ein vom Rat beschlossenes Maßnahmenprogramm zum Klimaschutz in der Stadt Köln, „KölnKlimaAktiv 2022“, mit vielen Ma ß- nahmen, die die Ergebnisse des Projekts GrowSmarter stadtweit weiterentwickeln und ausrollen soll. Die Stadt erarbeitet derzeit Leitlinien zum Klimaschutz in der Umsetzung nicht -städtischer Neubau- vorhaben mit der Absicht, diese im Rat verbindlich beschließen zu lassen. Neben der Förderung zur Reduzierung des Wärmebedarfs soll u.a. eine Stromsparinitiative für Haushalte und Tertiärgebäude ins Leben gerufen werden. Zu diesem Zweck soll eine umfassende Kampagne gestartet werden. Ein inzwischen umgesetzter neuer Internetauftritt mit Informationen zum Thema Klima, Beratungsangebo- 9 ten, Checks, Energiespartipps und Aktionen etc. fördert den Informationsfluss. Auch für die Installati- on von Photovoltaik auf Dächern sind Informations- und Beratungsangebote in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale für Bürger geplant, die den Wissenstransfer unterstützen sollen. Innerhalb des Themas Stadtentwicklung/Stadtplanung ist es das Ziel der Stadt Köln, im Rahmen von Entwick- lungsprojekten frühzeitig klimafreundliche Energieversorgungslösungen zu planen. Inzwischen wird vorrangig an einer Strategie zum klimaneutralen Köln gearbeitet. Der Rat der Stadt Köln hat im Sommer 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Frau Oberbürgermeisterin Reker hat die Erreichung der Klimaneutralität Kölns als wichtiges Ziel erklärt und zur Erreichung des Ziels den Um- weltdezernenten beauftragt einen Klimarat einzurichten. Die Fortführung der Umsetzung des Ma ß- nahmenprogramms „KölnKlimaAktiv 2022“ ist auf das Jahr 2021 und darüber hinaus verschoben. Arbeitspaket Integrierte Infrastrukturen Das Thema der großen offenen Datenplattform hat in Köln stadtweit große Aufmerksamkeit erhalten und befindet sich nun in stadtweiten Gesprächen und Verhandlungen über die Nutzung und Impl e- mentierung einer großen Datenplattform mit dem gesamten Sta dtwerke-Konzern auf der Grundlage der GrowSmarter-Erfahrungen. Der Kölner Partner AGT hat begonnen, die GrowSmarter Energy Insight Dashboards in Zusammen- arbeit mit dem Gateway-Hersteller Homee zu nutzen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde al- len Anwendern des Homee-Gateways ein potenzieller Zugang zum GrowSmarter-Dashboard angebo- ten. Die Homee GmbH hat die Verfügbarkeit des GrowSmarter Dashboards über ihr Community - Portal für ihre Nutzer angekündigt. Diese Aktivität ermöglicht es, die in GrowSmarter entwi ckelten Funktionen weiter zu testen und zu validieren und das Geschäftspotential von GrowSmarter zu b e- werten. Darüber hinaus nutzt die AGT das GrowSmarter Dashboard -Setup als Testbed im Rahmen des EU-Projekts IoTCrawler, das die Lösung für den allgemeinen Einsatz in Smart Homes erweitert. Im IoTCrawler untersucht die AGT, wie künstliche Intelligenz zur Entwicklung der nächsten Generati- on von Suchmaschinen für das Internet der Dinge eingesetzt werden kann. Arbeitspaket Mobilität In Köln wurden acht Mobilstationen installiert. Inzwischen hat Köln einen Masterplan entwickelt, um die Lösung auf die gesamte Stadt auszudehnen. Die Mobilstationen, das Car -Sharing sowie Bike- Sharing und das intelligente Parken über die ampido app dienen dazu, den Einwohnern integrierte Mobilitätslösungen anzubieten und die Verlagerung vom Auto auf andere Verkehrsträger zu fördern. Das Konzept der Mobilstationen wurde nun in die Standard -Stadtplanung und in Genehmigungsver- fahren integriert. Die intensive Zusammenarbeit zwischen dem Car-Sharing Anbieter cambio und der KVB im Rahmen des Projektes führten zur Weiterentwicklung des eTickets zum Multiticket. Dieses Multiticket erlaubt die flexible Nutzung aller Verkehrsträger, wie Busse, Bahnen, Car -Sharing und Leih-Fahrräder und fördert so die Verkehrsmittelwahl zugunsten des Umweltverbundes. Gez. Reker
20200806 Anlage Ausschussmitteilung GrowSmarter-Flyer deutsch X3
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5 Jahre Smart Cities in Europa • STOCKHOLM • KÖLN • BARCELONA • · CORK · SUCEAVA · VALLETTA · GRAZ · PORTO · www.grow-smarter.eu Find out how you can help make your city smart! Städte in Europa werden smarter und nachhaltiger kONtaktieReN sie uNs: Informationen zu den Leuchtturmstädten gibt es auch in den jeweiligen Sprachen: stOckhOlm cOlOgNe BaRcelONa Weitere Informationen zu GrowSmarter fi nden Sie auf: www.grow-smarter.eu info@grow-smarter.eu | @EUGrowSmarter das euROpÄische smaRt city-pROgRamm Die Smart Cities werden von der Europäischen Kommission im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms HORIZON 2020 ko-fi nanziert. Diese Projekte bringen Städte, Unternehmen und Bürger zusammen, um intelligente Lösungen und Geschäftsmodelle zu testen, die skaliert und repliziert werden können. Das Ziel ist, messbare Vorteile in Energie, Mobilität und Ressourceneffi zienz zu erreichen, was zu neuen Märkten und neuen Arbeitsplätzen führt. image: Luke Insoll | Unsplash Weitere Infos zu den Leuchtturmprojekten unter: https://smartcities-infosystem.eu Folge auf @EUSmartCities https://twitter.com/EUSmartCities 46 leuchttuRmstÄdte 70 NachFOlgeRstÄdte das siNd die pROJektpaRtNeR: Dieses Projekt wurde aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union für HORIZON 2020 im Rahmen der Finanzhilfever- einbarung Nr. 646456 ko-fi nanziert. Die alleinige Verantwortung für den Inhalt dieser Publikation liegt beim GrowSmarter-Projekt und spiegelt in keiner Weise die Ansichten der Europäischen Union wider. GS-Flyer deutsch.indd 1 15.03.20 14:53 Nachhaltiges Wachstum VeRBesse Rte leBeNsQualit ÄtgemeiNsam leRNeN We NigeR cO 2 -emissi ONeN ReNOVieRte Quad Ratmete R: 125 000m 2 cO2-eiNspaRuNg iN stÄdteN: 30-70% Nachhaltige Fah Rzeuge auFgestellt: 72 BüRgeR eiNBezOgeN: >15 000 12 VON 12 lösuNgeN BeReit zu R Replikati ON Finden Sie heraus, wie Sie Ihre Stadt zu einer Smart City machen können! 1. eNeRgetische geBÄudesa NieRuNg Bis zu 76% Energieeinsparung 3. smaRte, st ROmspaReNde miete R Stromsparendes Verhalten senkt Verbrauch um 15% 4. lOkale e RNeueRBaRe eNeRgiep ROdukti ON Bis zu 65% weniger Stromverbrauch durch Photovoltaik 2. smaRte geBÄudelOgistik 56% Zeitersparnis bei Lieferwagen im Verkehr 5. smaRte Beleuchtu Ng, lateRNeN uNd ampel N als kOmmuNikatiONshuBs CO2-Einsparung bis zu 31% 6. Neue gesch ÄFtsmOdelle FüR FeRNWÄR me uNd –kühlsysteme 73% überschüssiger Wärme zurückgewonnen 8. Big Ope N data-plattFORm Gemeinsame effiziente Datennutzung 7. smaRte müllsammlu Ng, umWaNdluNg VON aBFall i N eNeRgie Unsortierter Abfall um 66% reduziert 3 leuchttu RmstÄdte – 5 Nach FOlgeRstÄdte – 5 Jah Re – 12 lösuNgeN das WuRde eRReicht: 12 sma Rte lösuNgeN: ausge WÄhlte eRgeBNisse Wie wird man eine Smarte Stadt in der Praxis - Lesen Sie unseren Replikati ONsBeRicht Wie profitieren Sie von unseren Lösungen - Lesen Sie unsere maRktei NFühRuNg Wie gut funktionieren unsere Lösungen - Lesen Sie unseren Validie RuNgsBeRicht Lesen Sie unsere empFehlu NgeN empFehlu NgeN FüR smaRte stÄdte Sind Sie aus einer lokalen Behörde?Sind Sie ein nationaler oder europäischer Entscheidungsträger? Kommen Sie aus dem Geschäftsbereich? 9. Nachhaltige lieFeRuNg Weniger Luftverschmutzung in Städten 11. Fah Rzeuge mit alte RNatiVeN aNtRieBeN FüR eiNe Besse Re luFtQualitÄt CO2-Reduzierung um mehr als 100 Tonnen im Jahr bei 36 E-Ladestationen 10. smaRte Ve RkehRsRegelu Ng Reduziert im Verkehr verbrachte Zeit 12. smaRte mOBilitÄtslösu NgeN CO2-Minderung zwischen 60 und 99% www.grow-smarter.eu eNeRgieei NspaRuNg: >8 8 gWh/Jah R bzw. genug Wärme für 1.200 Wohnungen in köln Bezi Rke mit geRiNgem eNeRgieVeRBRauch iNtegRieRte iNFR astRuktu ReN Nachhaltige iNNeRstÄdtische mOBilitÄt GS-Flyer deutsch.indd 2 15.03.20 14:53
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- Aktenzeichen
- 1732/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 20.08.2020
- Erstellt
- 04.06.2020 15:44