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AN/2016/2022

Anfrage zur Evaluation der kommunalen Seniorenprogramme der Stadt Köln – Mitteilung 1468/2022

Anfrage nach § 4 der GeschO des Rates 10.11.2022

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FachAK 4 - Anfrage zur Evaluation des Kölner Seniorenprogramms

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FachAK 4 - Anfrage zur Evaluation des Kölner Seniorenprogramms

7598 Zeichen

FachAK 4 - Gesundheit, Soziales und Senior*innen    09.11.2022 
 
 
 
 
An den  
Vorsitzenden des Integrationsrates 
Herrn Tayfun Keltek 
 
An die  
Geschäftsstelle des Integrationsrates 
Herrn Andreas Vetter 
 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Integrationsrates 
 
Gremium Datum der Sitzung 
Integrationsrat 15.11.2022 
 
 
Anfrage zur Evaluation der kommunalen Seniorenprogramme der Stadt Köln – 
Mitteilung 1468/2022 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender Keltek, 
zur Sitzung des Integrationsrats am 15.05.2022 wurde die o.g. Mitteilung vorgelegt. Sie stellt 
die Evaluation der Kölner Seniorenprogramme durch das städtischerseits beauftragte ISG - 
Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH vor. 
Der FachAK 4 begrüßt diese Untersuchung und die Vorlage des Evaluationsberichtes. 
In Köln haben lt. Statistischem Jahrbuch zum 31.12.2020 (bezogen auf alle Kölner Einwoh-
ner*innen diesen Alters) 31,1% der 65 – 80jährigen bzw. 26,3% der 80jährigen und Älteren 
einen Migrationshintergrund. 
Leider bestätigt der Bericht den Eindruck des FachAK 4, dass die kommunalen Seniorenpro-
gramme in Köln noch immer nicht bei dieser Zielgruppe ankommen bzw. von ihnen wahrge-
nommen werden. 
Liest man die Berichte und die Schlussfolgerungen zu den einzelnen Programmen, ergibt 
sich ein sehr ernüchterndes Bild: 
 Kapitel 3: SeniorenNetzwerke 
„Zukünftige Aufgaben sehen die Vertreter*innen der Träger in der Entwicklung von Ange-
boten für neue Zielgruppen. So ist es ein Ziel, Menschen mit Migrationshintergrund bes-
ser zu erreichen.“ (s. 40) 
 Kapitel 4: Haushaltnahe Dienstleitungen 
„Nur wenige Menschen mit Migrationshintergrund gehören zu den Nutzer*innen des Pro-
gramms.“ (S. 42) 
 Kapitel 5 Präventive Hausbesuche: 
„Eine Auswertung differenziert nach Migrationshintergrund zeigt jedoch, dass Seni-
or*innen mit Migrationshintergrund das Anschreiben seltener als Zugangsweg angeben 
… Seit dem Jahr 2018 werden in manchen Stadtteilen Senior*innen mit Migrationshinter-
grund bereits ab einem Alter von 70 Jahren angeschrieben. Allerdings ist auch anzumer-
ken, dass das Anschreiben nur in deutscher Sprache verfasst ist.“ (S. 49) 
 Kapitel 6 Seniorenberatung: 
„Das Merkmal Fremdsprachenkenntnisse bei potentiellen Bewerber*innen gibt einen Hin-
weis auf eine weitere zukünftige Aufgabe der Seniorenberatung: Die Beratungssituation 
für Menschen mit Migrationshintergrund muss verbessert werden. Momentan ist diese

Zielgruppe unter den Ratsuchenden unterrepräsentiert. Der Zugang auf „herkömmlichen 
Wegen“ schlägt nach Einschätzung der Vertreter*innen der Träger oft fehl. Als Grund 
werden vorrangig Sprachbarrieren in der Beratungssituation genannt. Beratung über 
Sprachvermittler*innen reicht oft nicht aus, da es sich bei den Beratungsthemen häufig 
um sensible Themen handelt, die kaum passgenau übersetzt werden können. Außerdem 
erfordert dies aufwändige Terminabsprachen, ein niedrigschwelliges Angebot ist dann 
nicht mehr gegeben. Positive Erfahrungen wurden bei der Zusammenarbeit mit der Mig-
rationsberatung und den Migrationsdiensten gemacht. Eine stärkere Zusammenarbeit ist 
jedoch auch hier abhängig von verfügbaren Kapazitäten.“ (S. 86) 
 Kapitel 7 Häusliche Unterstützungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehöri-
gen: 
„Die Öffentlichkeitsarbeit möchten viele Koordinator*innen weiter ausbauen. Vor allem 
Menschen mit Migrationshintergrund sollen hierüber besser erreicht werden. In der Dis-
kussionsrunde erläuterten die Teilnehmenden, dass Menschen mit Migrationshintergrund 
bisher nicht gut erreicht werden. Die Einbeziehung dieser Zielgruppe gehört zu den zu-
künftigen Herausforderungen des Programms. Fehlende Sprachkenntnisse und kulturelle 
Unterschiede im Umgang mit dem Thema „Demenz“ sind hier nach Einschätzung der 
Gesprächspartner*innen die größten Hürden. In einigen Kulturkreisen gelte Demenz als 
Tabu-Thema. Es gibt bereits Bemühungen, die Zielgruppe der Menschen mit Migrations-
hintergrund besser zu erreichen.“ (S. 111) 
Als Angebot für türkischsprachige Senior*innen wird hier auf den auf Ehrenfeld begrenz-
ten Beratungs- und Unterstützungsdienst „Veedel für Alle – Semtimiz Ehrenfeld“ hinge-
wiesen, sowie auf das Gemeinschaftsprojekt „Demenz & Migration. 
Die Verfasser*innen der Studie schreiben hierzu: „Aufgrund des Erfolgs des Projekts wä-
re ein stadtweiter Ausbau wünschenswert. Auch sollte dieses Angebot in anderen Spra-
chen (z.B. russisch) aufgebaut werden.“ (S. 113) 
 Kapitel 8 Niedrigschwelliges Angebot zur Entlastung pflegender Angehöriger von soma-
tisch Erkrankten durch ehrenamtliche Betreuungsdienste 
„In der Diskussionsrunde mit Vertreter*innen der Träger wurde deutlich, dass die Themen 
„Zunahme der Zahl der Alleinlebenden“ und „Verbesserung der Erreichbarkeit der Men-
schen mit Migrationshintergrund“ zukünftig die wesentlichen Herausforderungen sein 
werden und dementsprechend das Programm weiterentwickelt werden muss.“ (S. 127) 
 Kapitel 9 Koordinierungsstelle für alleinlebende Menschen mit Demenz 
„Nur wenige Menschen mit Migrationshintergrund werden durch die Arbeit der Koordinie-
rungsstelle unterstützt. Nach Einschätzung der Vertreter*innen der Koordinierungsstelle 
wird diese Zielgruppe nicht erreicht. Zum einen sind fehlende Sprachkenntnisse eine 
große Barriere, zum anderen sind die Menschen mit Migrationshintergrund häufig nicht 
über die Angebote informiert. Ihrer Ansicht nach müssten die Angebote passgenauer und 
speziell auf die Zielgruppe zugeschnitten sein. Hier wären zusätzliche Kolleg*innen mit 
einem ähnlichen kulturellen Hintergrund und den entsprechenden Sprachkenntnissen 
wünschenswert.“ (S. 136) 
Abschließend wird in Kapitel 11 festgestellt: „Auch im Rahmen der vorliegenden Evaluation 
der Programme für Senior*innen wurde deutlich, dass die Angebote für Senior*innen die 
Menschen mit Migrationshintergrund nicht so gut erreichen wie andere Senior*innen und 
dass Menschen mit Migrationshintergrund diese Angebote seltener wahrnehmen. In den 
Gruppendiskussionen, die mit Vertreter*innen der Seniorenprogramme geführt wurden, wur-
de die bessere Erreichbarkeit von Menschen mit Migrationshintergrund immer wieder als 
zukünftige Herausforderung genannt. Es wurde aber auch erläutert, dass bereits an Ideen 
und Konzepten sowie deren Umsetzung gearbeitet wird.“ (S. 153).  
Beschrieben werden dann das Modellprojekt: „Guter Lebensabend NRW“ und das Modell-
projekt „Brückenbauer*innen Palliative Care“.

Die Verwaltung wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten: 
1. Welche konkreten Planungen gibt es bei der Verwaltung, bzw. den von ihnen beauftrag-
ten Trägern bzgl. einer konkreten Umsetzung der Erkenntnisse aus den sieben unter-
suchten Programmbereichen für Kölner Senior*innen mit internationaler Familienge-
schichte? 
2. Warum werden Migrant*innenselbsthilfeorganisationen bisher nicht oder kaum in die 
Programme eingebunden? 
3. Ist es geplant eine Evaluation der bestehenden Programme mit dem Schwerpunkt Inter-
kulturelle Öffnung zu wiederholen, in der auch die bisher nicht erreichten Personenkreise 
befragt werden? 
4. Ist es möglich bei der künftigen Beauftragung von Trägern bestimmte Aufgaben, wie z.B. 
die Sicherstellung, dass alle Angehörigen der Zielgruppe Senior*innen geeignet ange-
sprochen und spezielle Angebote in meistgesprochenen Kölner Sprachen gemacht wer-
den, vertraglich zu vereinbaren? 
Es wird gebeten, die Beantwortung auch dem Ausschuss Soziales, Senioren und Seniorin-
nen vorzulegen. 
 
Mit freundlichen Grüßen 
Anna Maria Klimaszewska-Golan, Luziano Gonzales Tejon, Gönül Topuz, Carine Weber

Beratungsverlauf (1)

17.01.2023 Integrationsrat
TOP 3.4 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
AN/2016/2022
Typ
Anfrage nach § 4 der GeschO des Rates
Datum
10.11.2022
Erstellt
10.11.2022 12:30