4370/2016
Aktuelle Situation der Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendliche
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/40 Vorlagen-Nummer 20.01.2017 4370/2016 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 23.01.2017 Ausschuss Schule und Weiterbildung 30.01.2017 Aktuelle Situation der Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendliche Integration durch Bildung ist eine wichtige Aufgabe des Schulsystems. Das gemeinsame Unterrichten von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte schafft gegenseitiges Ver- ständnis und leistet einen nachhaltigen Beitrag für die Integration in der Mitte unserer Gesellschaft. Für zugewanderte Kinder und Jugendlichen besteht grundsätzlich Schulpflicht. Die Schulaufsicht sorgt deshalb in Abstimmung mit dem Schulträger und in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum dafür, dass diese Kinder und Jugendliche so rasch wie möglich einen Platz in einer Schule erhalten. Schülerinnen und Schüler die erstmals eine deutsche Schule besuchen und noch nicht über die notwendigen Deutschkennt- nisse verfügen, um dem Unterricht zu folgen, oder die bei einem Wechsel der Schulstufe oder der Schule aufgrund ihrer kurzen Verweildauer in der abgebenden Schule die notwendigen Deutschkenntnisse noch nicht ausreichend haben erwerben können, besuchen i. d. R. eine sogenannte Vorbereitungsklasse, um die notwendigen Deutschkenntnisse zu erwerben. Im Primarbereich erfolgt die Vermittlung in Teilen auch in Regelklassen in Form von Ein- zelintegration. Das Erlernen der deutschen Sprache ist für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ein zentrales Ziel, damit sie sich am Unterricht möglichst bald und möglichst umfassend be- teiligen können. Unter Berücksichtigung der individuellen Entwicklung verbleiben die zugewanderten Kinder und Jugendlichen für maximal zwei Jahre in den Vorbereitungsklassen und wechseln dann in eine Regelklasse. Mit dem Wechsel in das Regelsystem geht oftmals auch ein Wechsel der Schule einher. Grund hierfür ist, dass die Vorbereitungsklassen schulformübergreifend arbeiten und die bis- her besuchte Schule ggf. nicht der für die Schülerin / den Schüler geeigneten Schulform entspricht. Die Stadt Köln hat zusammen mit der Schulaufsicht die Zahl der Vorbereitungsklassen kontinuierlich erhöht, um ausreichend Plätze zu schaffen. In den letzten drei Schuljahren wurden rund 5.100 Seiteneinsteiger mit Schulplätzen versorgt, davon alleine 2.764 im letzten Schuljahr. Die Zahl der bisher im aktuellen Schuljahr vorgenommen Zuwei- sungen bewegt sich ebenfalls auf hohem Niveau. 2 Aktuelle Zahlen: Primarstufe und Sekundarstufe I An Kölner Schulen gibt es insgesamt 180 Vorbereitungsklassen, in denen 3.204 Plätze zur Verfü- gung stehen. Zusätzlich werden 209 Kinder im Rahmen einer Einzelintegration beschult. 291 Kinder mit Fluchthintergrund wurden zum Schuljahresbeginn 2016/2017 ganz normal als Erstklässler in den Regelklassen aufgenommen. Im Primarbereich können derzeit rechnerisch noch alle Kinder versorgt werden. Trotzdem kann es hier zu Wartezeiten kommen, da die Anzahl bei den Wechseln der Flüchtlingsunterkunft überproporti- onal angestiegen ist. Diese Wechsler müssen vorrangig versorgt werden, damit weiterhin eine woh- nortnahe Beschulung sichergestellt werden kann. Erst wenn durch den Wechsel die bisher belegten Schulplätze frei werden, kann das Schulamt für die Stadt Köln diese neu belegen. In bestimmten Stadtteilen (u. a. Rodenkirchen, Porz und Mülheim) stehen bereits heute nicht mehr ausreichend Schulplätze zur Verfügung, so dass dort eine wohnortnahe Beschulung zunehmend schwieriger wird. Hier ist geplant, diese Schülerinnen und Schüler mit Hilfe des Schülerspezialver- kehrs in Stadtteile mit noch freien Schulplätzen zu fahren und dort zu beschulen. Perspektivisch wird es im nächsten Jahr zu Engpässen kommen, weshalb aktuell die räumlichen Ge- gebenheiten an allen Grundschulstandorten kritisch geprüft werden. Auf der Grundlage dieser Prü- fung sollen sukzessive weitere Vorbereitungsklassen im vorhandenen Bestand eingerichtet werden. Soweit nicht alle zusätzlichen Klassen im Bestand realisiert werden können, werden alternative Un- terbringungsmöglichkeiten geprüft und umgesetzt. Im laufenden Schuljahr wurden bisher wöchentlich durchschnittlich 71 Kinder und Jugendliche Im Bereich der Sekundarstufe I mit Schulplätzen versorgt. Zum Schuljahresbeginn und zum Ende der Herbstferien wurden hierfür weitere Vorbereitungsklassen eingerichtet. Die zeitnahe Bereitstellung von Schulräumen zur Einrichtung neuer Vorbereitungsklassen im vorhan- denen Bestand ist sehr schwierig. Neue Vorbereitungsklassen können im vorhandenen Bestand erst wieder zum neuen Schulhalbjahr 2016/2017 eingerichtet werden. In der Folge warten derzeit 170 neu zugewanderte Kinder und Jugendlichen auf einen Schulplatz. Um Wartezeiten künftig zu vermeiden, schafft die Stadt Köln daher alternative Unterbringungsmög- lichkeiten. So wurde die Beschaffung von 54 Fertigbaueinheiten beauftragt, wovon mindestens 9 für zusätzliche Vorbereitungsklassen vorgesehen sind. Weiterhin ist im Rahmen einer Kooperation ge- plant, Räume in Jugendeinrichtungen für zusätzliche Vorbereitungsklassen zu nutzen. Diese Räume befinden sich in der Nähe verschiedener Schulstandorte und werden von den Jugendeinrichtungen selbst erst ab nachmittags genutzt. Sekundarstufe II Für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren stehen derzeit rund 940 Plätze in 52 Internationalen För- derklassen zur Verfügung. Durch die Einrichtung von 17 zusätzlichen Internationalen Förderklassen konnte die Warteliste vollständig abgebaut werden. gez. Dr. Klein
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4370/2016
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 20.01.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27