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Abgänge ohne Abschluss und Übergänge in die Sekundarstufe II

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 2989/2017 vom 29.09.2017

Stand: Am 05.10.2017 im Ausschuss Schule und Weiterbildung beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 2989/2017 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 05.10.2017 Abgänge ohne Abschluss und Übergänge in die Sekundarstufe II Die Beantwortung durch die Verwaltung (session 0907/2017) wurde im Ausschuss Schule und Wei- terbildung in der Sitzung vom 26.06.2017 intensiv erörtert. Hieraus haben sich weitere Nachfragen ergeben, die im Folgenden beantwortet werden: Frau Ruffen, sachkundige Bürgerin (FDP), fragt sich, warum Schülerinnen und Schüler aus Gesamtschulen in Haupt- und Realschulen wechseln, obwohl diese eigentlich die Haupt- und Realschulen ersetzen sollten. An der Hauptschule Großer Griechenmarkt habe man ihr gesagt, dass die Gesamtschulen Kinder dorthin abgeben, mit welchen sie nicht klar- kommen. Zum Schuljahr 2015/16 sind lt. Landesstatistik insgesamt 51 Gesamtschüler/innen (bzw. 0,5% der Gesamtschüler/innen der Sekundarstufe I des Schuljahres 2014/15) zu einer Hauptschule (18 Schü- ler/innen), einer Realschule (14 Schüler/innen) oder einem Gymnasium (19 Schüler/innen) gewech- selt. Darüber hinaus gibt die Landesstatistik keine Auskunft über die Motive von Eltern, Schülern/innen und schulischen Akteuren, die dem Wechsel von einer Gesamtschule zu einer anderen Schulform zugrunde liegen. Auch der Verwaltung liegen hierzu keine repräsentativen Erkenntnisse vor. Herr Dr. Gutzeit, CDU-Fraktion, fragt, welche pädagogischen Konsequenzen man daraus zieht, dass Kinder von Gesamtschulen an Förderschulen wechseln und umgekehrt. Pädagogische Konsequenzen, die aus dem Wechselverhalten zwischen inklusiven und exklusiven Schulformen gezogen werden könnten, betreffen innere Schulangelegenheiten und liegen damit au- ßerhalb des kommunalen Verantwortungsbereichs. Auch Herr Thelen, Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, lobt die wichtigen Informationen der Mit- teilung. Er interessiert sich dafür, was mit den Schülerinnen und Schülern ohne einen Ab- schluss geschieht. Bildungs- und Entwicklungsverläufe sind auf der Grundlage der landesstatistischen Daten, die keine Individualdaten sondern ausschließlich Summendaten vorhält, nicht darstellbar1. Eine erste Annähe- 1 Die Kultusministerkonferenz hat im Jahr 2003 einen Kerndatensatz für schulstatistische Individualdaten der Länder verabredet (siehe: http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2003/2003_05_08-KDS- 2 rung wird mittels einer Gegenüberstellung zweier Querschnittsanalysen von landesstatistischen Da- ten versucht: Summendaten der Abgänge von Kölner Schülern/innen ohne Abschluss und Summen- daten der Zugänge von Schülern/innen ohne Abschluss, die an ein Berufskolleg wechseln und im Vorjahr eine Kölner Schule besucht haben. Zudem ist die Verwaltung mit „Schüler-Online“ (Internetplattform) bestrebt, den Übergang von der Klasse 9 bzw. 10 in die Sekundarstufe II in Zukunft (voraussichtlich ab 2018) genauer darzustellen. Das Verhältnis von Abgängen ohne Abschluss, die an ein Berufskolleg wechseln, zu den Abgängen ohne Abschluss insgesamt beläuft sich auf rund 73% (196 zu 267) und kann annäherungsweise und unter Berücksichtigung der dargestellten Einschränkungen als Übergangsquote verstanden werden. Von den Abgängen ohne Abschluss, die an ein Berufskolleg wechseln, münden 85% (167 Lernende) in die Berufsvorbereitung, die neben der Vermittlung von beruflichen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 9 abzielt, und 15% (29 Lernen- de) in das Duale System ein. Abgänge 2015 ingesamt Abgänge 2015 ohne Abschluss Zugänge am BK ohne Abschluss zum SJ 2015/16 (SuS, die im VJ eine Kölner Schule besucht haben) Insgesamt* Duales System Übergangssystem (Berufsvorbereitung) Hauptschule 1.261 176 121 14 107 Realschule 2.052 10 18 4 14 Gesamtschule 1.495 20 23 1 22 Gymnasium 3.814 22 9 9 0 Förderschule 505 39 25 1 24 Insgesamt 9.127 267 196 29 167 * Mängel bei der Datenqualität sind vermutlich ursächlich für den Umstand, dass für die Schulformen Realschu- le und Gesamtschule die Summe der Zugänge größer ist als die Summe der Abgänge. Die an dieser Stelle erforderlichen Plausibilitätskontrollen sind aufgrund der Aggregatdatenstruktur nur eingeschränkt möglich. Frau Riedel, sachkundige Einwohnerin (CDU), bedauert, dass die Berufskollegs mit ihren voll- zeitschulischen Bildungsgängen in der Statistik nicht enthalten sind, obwohl sie auch zur Fachhochschulreife und zum Abitur führen. Sie wünscht sich eine entsprechende Ergänzung und eine jahrgangsweise Fortschreibung als Grundlage für die Schulentwicklungsplanung. Die Auswertung der Schulformwechsel im Übergang zur Sekundarstufe II für das Schuljahr 2015/16 wurde um die Schulform der Berufskollegs erweitert (lt. Angaben der aufnehmenden Schulen über Bildungsgang und Herkunftsschulform) und den Abgängen 2015 (Schüler/innen, die die berichtenden Schulen zum Schuljahresende verlassen; lt. den Angaben der abgebenden Schulformen) gegenüber- gestellt. Es gelten die o.g. Einschränkungen, die mit den landesstatistischen Daten verbunden sind. Eine tabellarische Übersicht der Auswertungsergebnisse ist als Anlage beigefügt. Die Quote der in die Sekundarstufe I einer allgemeinbildenden oder einer beruflichen Schule wech- selnden Hauptschüler/innen zu den Abgängen von Hauptschulen beläuft sich auf 90%, die entspre- chende Quote für die Realschüler/innen beträgt 98%. Bezogen auf die Zahl der Abgänge wechseln Hauptschüler/innen (rd. 87%) häufiger an Berufskollegs als Realschüler/innen (rd. 73%). Rd. 26% der Abgänge von Realschulen wechseln in die gymnasiale Oberstufe einer Gesamtschule (10%) oder eines Gymnasiums (16%). Individualakten-Laender.pdf) der bis heute nicht von allen Bundesländern umgesetzt ist. In Hessen, Branden- burg, Rheinland-Pfalz und Hamburg liefern dagegen datenschutzkonform erhobene Schülerindividualdaten seit Jahren wertvolle Erkenntnisse über Bildungs- und Entwicklungsverläufe (siehe: http://www.fgw- nrw.de/fileadmin/user_upload/FGW-Studie-VSP-03-Boettcher-A1-komplett-Web.pdf) 3 Von den Hauptschülern/innen, die an ein Berufskolleg wechseln, münden 55% in das Übergangssys- tem ein; 28% beginnen eine Ausbildung im Dualen System und 6% eine vollzeitschulische Ausbildung im Schulberufssystem. 12% nehmen einen Bildungsgang auf, der auf den Erwerb der Fachhochschul- reife (FHR) oder der Allgemeinen Hochschulreife (AHR) abzielt. Von den Realschülern/innen, die an ein Berufskolleg wechseln, münden insg. 49% in einen Bildungs- gang ein, der zum Erwerb der FHR bzw. der AHR führt. 24% nehmen einen Ausbildungsplatz im Dua- len System und 16% einen vollzeitschulischen Ausbildungsplatz im Schulberufssystem in Anspruch. Weitere 12% münden in das Übergangssystem ein. Von den Gymnasiasten/innen, die an ein Berufskolleg wechseln, münden insg. 72% in das Duale System und 11% in das Schulberufssystem ein. Die Quote der an einem Berufskolleg einmündenden Gesamtschüler/innen zu den Abgängen der Ge- samtschulen beläuft sich auf 62%. Von den Gesamtschülern/innen, die an ein Berufskolleg wechseln münden 32% in das Übergangssystem und 31% in eine Duale Ausbildung ein. 25% beginnen einen Bildungsgang, der auf den Erwerb der FHR bzw. der AHR abzielt und 11% beginnen eine vollzeit- schulische Berufsausbildung im Schulberufssystem. Wie bereits weiter oben erläutert, werden für die Zukunft weitere Erkenntnisse aus Schüler-Online erwartet. Herr Dr. Schlieben bedankt sich im Namen seiner Fraktion für die ausführliche Mitteilung. Er wiederholt den Wunsch, dass entsprechende Zahlen dem Ausschuss jährlich vorgelegt werden. Grundsätzlich sieht die Verwaltung eine jährliche Vorlage von zentralen bildungsrelevanten Kennzah- len vor. Dementsprechend wurden in den vergangenen Jahren bereits entsprechende Mitteilungen und ausführliche Beantwortungen von Anfragen des ASW zu Fragen, die sich auf das Bildungsmoni- toring beziehen, vorgenommen. Trotz der sehr knapp bemessenen Personalausstattung für diesen Aufgabenbereich ist der Verwaltung daran gelegen, dem Wunsch zu entsprechen.
  • Anlage

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    Übergang in allgemeinbildende und berufliche Ausbildungsgänge der Sekundarstufe II im SJ 2015/16: Herkunfts- schulform (Köln; SJ 2014/15) Abgänge 2015* SuS der Sek. II im SJ 2015/16, die im Vorjahr eine andere Schulform in Köln besucht haben - absolut -** Insg. Gymnasium Gesamtschule Berufskolleg Schulberufssystem Erwerb der Hochschul- zugangsberechtigung ÜbergangssystemDuale Ausb. Schulform: BS (1) BFS (2) BFS, bGy (3) BFS, FOB (4) bGy (5) BFS (6) BS (7) berufl. Abschluss: Berufsschul- abschluss Berufsvor- bereitung schul. Abschluss: HS, FOR, FHR FOR FHR, AHR FHR AHR HS10, FOR HS9 Hauptschule 1.261 1.137 7 31 1.099 304 41 22 121 7 331 273 Realschule 2.052 2.014 322 205 1.487 350 44 193 603 123 59 115 Gesamtschule 1.495 926 6 920 288 43 69 210 14 193 103 Gymnasium 3.814 563 19 544 389 15 46 44 30 6 14 Förderschule 505 140 2 - 138 21 2 1 - - 32 82 Insgesamt 9.127 4.780 337 255 4.188 1.352 145 331 978 174 621 587 Herkunfts- schulform (Köln; SJ 2014/15) Abgänge 2015* Insg. Gymnasium Gesamtschule Berufskolleg Schulberufssystem Erwerb der Hochschul- zugangsberechtigung Übergangssystem Berufsabschluss nach Landesrecht berufll. Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten Herkunfts- schulform (Köln; SJ 2014/15) Abgänge 2015 SuS der Sek. II im SJ 2015/16, die im Vorjahr eine andere Schulform in Köln besucht haben - in Prozent -** Insg. Gymnasium Gesamtschule Berufskolleg Schulberufssystem Erwerb der Hochschul- zugangsberechtigung ÜbergangssystemDuale Ausb. Schulform: BS (1) BFS (2) BFS, bGy (3) BFS, FOB (4) bGy (5) BFS (6) BS (7) berufl. Abschluss: Berufsschul- abschluss Berufsvor- bereitung schul. Abschluss: HS, FOR, FHR FOR FHR, AHR FHR AHR HS10, FOR HS9 Hauptschule 100% 90,2% 0,6% 2,5% 87,2% 100% 28% 4% 2% 11% 1% 30% 25% Realschule 100% 98,1% 15,7% 10,0% 72,5% 100% 24% 3% 13% 41% 8% 4% 8% Gesamtschule 100% 61,9% 0,4% 61,5% 100% 31% 5% 8% 23% 2% 21% 11% Gymnasium 100% 14,8% 0,5% 14,3% 100% 72% 3% 8% 8% 6% 1% 3% Förderschule 100% 27,7% 0,4% 0,0% 27,3% 100% 15% 1% 1% 0% 0% 23% 59% Insgesamt 100% 52,4% 3,7% 2,8% 45,9% 100% * Angaben der abgebenden Schulformen im Rahmen der Oktoberstatistik zum Schuljahr 2015/16 ** Angaben der aufnehmenden Schulformen im Rahmen der Oktoberstatistik zum Schuljahr 2015/16 Schulformen/APO-BK: 1: Berufsschule (Anlage A 1: Duales System) 2: Berufsfachschule (Anlage B3: Berufsabschluss nach Landesrecht und FOR) 3: Berufsfachschule (Anlage C1: Berufsabschluss nach Landesrecht und FHR), berufliches Gymnasium (Anlage D1 - D13: Berufsabschluss nach Landesrecht und AHR) 4: Berufsfachschule (Anlage C2: berufliche Kenntnisse + FHRs), Fachoberschule (Anlage C3: berufliche Kenntnisse und FHR) 5: berufliches Gymnasium (Anlage D14-D28: berufliche Kenntnisse + AHR) 6: Berufsfachschule (Anlage B1: berufliche Kenntnisse + HS10; Anlage B2: berufliche Kenntnisse + FOR 7: Berufsschule (Anlage A2: Berufsvorbereitung + HS9) Herkunfts- schulform (Köln; SJ 2014/15) Abgänge 2015 Insg. Gymnasium Gesamtschule Berufskolleg Schulberufssystem Erwerb der Hochschul- zugangsberechtigung Übergangssystem Berufsabschluss nach Landesrecht berufll. Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten

Beratungsverlauf

  1. 05.10.2017

    Ausschuss Schule und Weiterbildung

    TOP 3.1.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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