V/0483/2006
Jahresabschluss 2005 der Stadtwerke Münster GmbH
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Beschlussvorlage
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V/0483/2006 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Jahresabschluss 2005 der Stadtwerke Münster GmbH Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2006 Beratungsfolge 14.06.2006 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Der Jahresabschluss (bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang) sowie der Geschäftsbericht incl. Lagebericht der Stadtwerke Münster GmbH für das Ge- schäftsjahr 2005 (Anlage 1) werden zur Kenntnis genommen. 2. Es wird weiter davon Kenntnis genommen, da ss dem Jahresabschluss der Stadtwerke Müns- ter GmbH für das Geschäftsjahr 2005 durch den vom Aufsichtsrat beauftragten Jahresab- schlussprüfer KPMG Prüfungs- und Beratungsgesellschaft AG unter dem 24.05.2006 der un- eingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 3. Der Vertreter der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Münster GmbH wird ermächtigt, folgende Entscheidungen zu treffen: a) Der Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH zum 31.12.2005, abschließend in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit 478.890.662,39 €, in der Gewinn- und Verlustrechnung bei Umsatzerlösen von 389.385.509,28 €, mit einem Jahresüberschuss von 25.090.000,00 €, mit einem Bilanzgewinn von 8.410.000,00 €, wird festgestellt. b) Der Zuführung von 15.680.000 € aus dem Jahresüberschuss 2005 in die Gewinnrücklage wird zugestimmt. c) Der Bilanzgewinn von 8.410.000,00 € wird nach Abzug der Kapitalertragsteuer von 1.682.000,00 € und des Solidaritätszuschlags von 92.510,00 € mit dem dann verbleibenden Vorlagen-Nr.: V/0483/2006 Auskunft erteilt: Herr Heilemann Ruf: 492 20 35 E-Mail: Heilemann@stadt-muenster.de Datum: 06.06.2006 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0483/2006 Betrag von 6.635.490,00 € an den Betrieb gewerblicher Art Bäder der Stadt Münster aus- geschüttet. Als Zahlungstermin wird der 26.06.2006 festgesetzt. d) Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH werden für das Geschäftsjahr 2005 Entlastung erteilt. e) Für die Durchführung der Abschlussprüfung des Einzel- und Konzernabschlusses der Stadtwerke Münster GmbH für das Geschäftsjahr 2006 wird die KPMG Prüfungs- und Be- ratungsgesellschaft für den öffentlichen Sektor Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsge- sellschaft, Frankfurt am Main, Niederlassung Düsseldorf, bestellt. Begründung: Die Stadtwerke Münster GmbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. Gemäß § 12 des Gesellschaftsvertrages unterliegt der Gesellschafterversammlung u. a. die Beschlussfas- sung über • die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Ergebnisses, • die Entlastung der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates und • die Auswahl des Abschlussprüfers. Kurzanalyse des Jahresabschlusses 2005 der Stadtwerke Münster GmbH : Bedingt durch die Gründung der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH und der zum 01.01.2005 aufgenommenen operativen Tätigkeit der Netzgesellschaft ist ein Vergleich des Jah- resergebnisses 2005 mit dem Vorjahr nur eingeschränkt möglich. Die Leistungsbeziehungen zwi- schen Mutter- und Tochtergesellschaft schlagen sich sowohl auf der Ertragsseite (z. B. Pachterträ- ge für die Verpachtung der Versorgungsnetze) als auch auf der Aufwandsseite (z. B. Netzentgelte, die die Stadtwerke für die Nutzung der Netze zu zahlen hat) nieder. Die Analyse beschränkt sich daher auf wesentliche Aussagen zum Jahresergebnis 2005. Ertragslage: Die Stadtwerke Münster GmbH hat im Geschäftsjahr 2005 einen Jahresüberschuss in Höhe von 25,09 Mio. € (Vorjahr 9,84 Mio. €) erzielt. Der deutliche Anstieg ist in erster Linie auf einen Einmal- effekt zurück zu führen. Durch den Verkauf des Aktienpaketes (RWE-Aktien) wurden stille Reser- ven i. H. v. rd. 16 Mio. € aufgedeckt und zum Zweck der Substanzerhaltung in die Gewinnrückla- gen eingestellt. Ohne diesen Einmaleffekt bewegt sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäfts- tätigkeit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Bei gestiegenen Umsatzerlösen in allen Sparten des Unternehmens verbesserte sich der Gesamt- umsatz gegenüber dem Vorjahr um 77,4 Mio. € auf 389,4 Mio. €. Die Umsatzerlöse erhöhten sich in den Energiesparten mengen- und preisbedingt (Weitergabe der höheren Beschaffungskosten) sowie durch den Leistungsaustausch mit der Netzgesellschaft. Insbesondere durch die Pachtzah- lungen der Netzgesellschaft erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Erträge um rd. 82,7 Mio. € auf rd. 96,3 Mio. €. Auf der Aufwandsseite entwickelten sich die wesentlichen Aufwandspositionen (Material, Personal, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen) unterschiedlich. Auf der einen Seite erhöhten sich der Materialaufwand auf Grund der deutlich gestiegenen Bezugspreise und der an die Netzgesellschaft gezahlten Netzentgelte um 143,6 Mio. € auf 301,2 Mio. €. Die Personalkosten stiegen um rd. 4,1 Mio. € auf rd. 60 Mio. € wegen allgemeiner Tarifsteigerungen und erhöhter Vor- sorgeaufwendungen. Auf der anderen Seite sanken die Abschreibungen um 7,2 Mio. € auf rd. 28,5 - 3 - V/0483/2006 Mio. €. Dies ist in erster Linie auf eine deutlich niedrigere außerplanmäßige Abschreibung im Be- reich der Immobilien zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um rd. 1,7 Mio. € auf 38,1 Mio. €. Die wirtschaftliche Lage kann unter den dargestellten Gesichtspunkten für das Jahr 2005 als ins- gesamt gut bezeichnet werden. Vermögenslage: Die starke Investitionstätigkeit der Stadtwerke Münster GmbH spiegelt sich in der um 39 Mio. € auf rd. 478,9 Mio. € gestiegenen Bilanzsumme wieder. Diese Steigerung ist neben den Zugängen des Sach- und Finanzanlagevermögens (Aktivierung der GuD-Anlage) auf eine Erhöhung des Umlauf- vermögens durch Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände zurück zu führen. Der relativ hohe Kassenbestand (rd. 44,5 Mio. €) hat sich gegenüber dem Vorjahr (78,9 Mio. €) deutlich ver- ringert und steht im Zusammenhang mit der Abwicklung der ausstehenden Zahlungen nach Fertig- stellung und Abnahme der Leistungen für die GuD-Anlage. Entsprechend der Beschlusslage werden sich die Gewinnrücklagen um 15,7 Mio. € erhöhen und damit zur Stärkung des Eigenkapitals beitragen. Der Wert der Rückstellungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 12,2 Mio. € auf 105,7 Mio. €. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf erhöhte Vorsorgeaufwendungen im Personalbereich und für Vorsorgemaßnahmen für Unternehmensrisi- ken in den Versorgungssparten angesichts der nicht abschätzbaren Preisentwicklung auf den E- nergiemärkten. Durch planmäßige Tilgungen konnten die Verbindlichkeiten um rd. 7 Mio. € auf 102,6 Mio. € verringert werden. Im Lagebericht wird auch auf die zukünftigen Risiken eingegangen. Die Geschäftsführung sieht als Hauptrisiken weiterhin die Veränderungen in den liberalisierten Energiemärkten, insbesondere die noch nicht absehbaren Preisrisiken aus der erstmaligen Festsetzung der Netzentgelte für Strom und Gas durch die zuständige Regulierungsbehörde. Ebenso kann die Reduzierung von Aus- gleichszahlungen des Landes NRW für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen des öffentlichen Nahverkehrs nicht ausgeschlossen werden. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von 8.410.000 € (Jahresüberschuss i. H. v. 25.090.000 € abzüglich Gewinnrücklagenzuführung i. H. v. 15.680.000 € abzüglich Vorab- gewinnausschüttung i. H. v. 1.000.0000 €) an die Stadt Münster auszuschütten. Einzelheiten zum Jahresabschluss sind sowohl dem Geschäftsbericht 2005 (Anlage 1) als auch der als Anlage 2 beigefügten Aufsichtsratsvorlage Nr. 17/2006 der Stadtwerke Münster GmbH zu entnehmen. Der Aufsichtsrat berät über den Jahresabschluss 2005 in seiner Sitzung am 13.06.2006. Über das Ergebnis wird mündlich berichtet werden. I. V. gez. Bickeböller Stadtkämmerin
Anlage 3 zur Vorlage 483/2006
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Anlage 3 zur Vorlage V/0483/2006 Münster, 01.06.2006 Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 19/2006 Betreff Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2006 der Stadtwerke Münster GmbH Berichterstatter Herr Dr. Ohlms Herr Dr. Spickenheuer Antrag Der Aufsichtsrat wolle beschließen: Der Gesellschafterversammlung wird folgender Beschluss zur Annahme empfohlen: Für die Durchführung der Abschlussprüfung des Einze l- und Konzernabschlusses der Stadtwerke Münster GmbH für das Geschäftsjahr 2 006 wird die KPMG Prü- fungs- und Beratungsgesellschaft für den öffentlich en Sektor Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, gewählt Der Auftrag wird erteilt durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Gesellschaft. Begründung Gemäß der ab 1.1.2001 gültigen Rahmenrichtlinie für Beteiligungen der Stadt Münster Ziffer 7.14 wird "der Gesellschafterversammlung und dem Aufsichtsrat .... empfohlen, die Abschlussprüfergesellschaft nach fünf bis siebe n Jahren zu wechseln ....". Diese Bedingung wurde im Geschäftsjahr 2002 mit dem erstm aligen Wechsel der Prüfungsge- sellschaft von der WIBERA zur KPMG Prüfungs- und Beratungsgesellschaft erfüllt. In den vergangenen 4 Jahren haben die Abschlussprüf er der KPMG sehr gewissenhaft und umsichtig ihre Prüfungstätigkeiten zum Jahresab schluss im Hause der Stadtwerke vorgenommen. Dabei haben wir Prüferkompetenz auch i m Sinne branchenspezifischen Fachwissens festgestellt. In Einzelfragen wurden we rtvolle Anregungen sowohl für das Rechnungswesen als auch andere Fachbereiche gegeben . Gleiches gilt für die Durch- führung der jeweiligen Schwerpunktprüfungen entspre chend den Vorgaben des Auf- sichtsrates. Es wird daher als sinnvoll angesehen, KPMG auch für das Geschäftsjahr 2006 mit der Abschlussprüfung für den Einzel- und Konzernabschluss der Stadtwerke Münster GmbH zu beauftragen. Anlage 3 zur Vorlage V/0483/2006 Neben der Stadtwerke Münster GmbH werden voraussich tlich auch die mandantenbe- treuten Beteiligungsgesellschaften Stadtwerke Münst er Netzgesellschaft mbH, items GmbH, Westfälische Fernwärmeversorgung GmbH sowie V erkehrsservice Gesellschaft Münster mbH KPMG mit der Prüfung ihrer Einzelabschlüsse beauftragen. Nach dem Gesellschaftsvertrag der Stadtwerke Münste r GmbH wird die Bestellung des Abschlussprüfers nach Beschlussfassung durch die Ge sellschafterversammlung durch die Geschäftsführung des Unternehmens vorgenommen. Nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Un ternehmen (KonTraG) soll der Prüfungsauftrag durch den Aufsichtsrat der Gesellsc haft erteilt werden. Diese Regelung ist seit mehreren Jahren Praxis im Hause der Stadtwerke. Die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte durch den A bschlussprüfer für das Ge- schäftsjahr 2006 erfolgt mit einer besonderen Vorlage an den Aufsichtsrat. Stadtwerke Münster GmbH gez. Dr. Ohlms gez. Dr. Spickenheuer
Anlage 1 zur Vorlage 483/2006
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Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Mit den besten Empfehlungen überreichen wir Ihnen den Geschäftsbericht 2005. Erfolgreiches Jahr mit Nervenkitzel am Hafen Alles wird GuD – so das Motto der Stadtwerke 2005. Auch die Zahlen und Fakten sprechen eine deutliche Sprache: wirtschaftlich solide und erfolgreich; technisch innovativ und zukunftsweisend. Auf beeindruckende Weise ist in kürzester Zeit am Hafen ein hochmodernes Gas- und Dampfkraftwerk entstanden. Kurzum: Für die Stadtwerke Münster war 2005 ein Hochleistungsjahr, das in die Unternehmensgeschichte eingehen wird. Deshalb drängt sich die Frage auf: Wie kommt ein Unternehmen dazu, in einem Geschäftsbericht, der den wirtschaftlichen Erfolg eines Jahres abbildet, Kurzge- schichten über technische Rückschläge in der Historie aufzunehmen? Wo ist die Verbindung zu den Stadtwerken Münster? Im Jahre 2005 berührte dieses Thema auch die Stadtwerke Münster: In einem beein- druckenden Projektmanagement mit engem Zeitkorsett ist die Gas- und Dampftur- binenanlage entstanden: Die Erfolgsgeschichte begleitet Sie als Fotodokumentati- on durch den Geschäftsbericht. Aber: Ende November 2005 hielten die Stadtwerke den Atem an, Ende November brach die Stromversorgung im Münsterland zusammen und löste durch unglückliche Umstände einen Brand in den Rauchgaskanälen aus. So nah liegen Erfolg und Rückschlag zusammen, deshalb der Mut zum Thema Rück- schläge. Die Stadtwerke Münster konnten den renommierten Münsteraner Schriftsteller Burk- hard Spinnen gewinnen, sich mit dem Thema „technische Rückschläge in der Histo- rie“ wortgewaltig, kurz und knapp auseinander zu setzen. Das Lese-Erg(l)ebnis fin- den Sie am Ende unseres Berichtes. Wir danken Herrn Spinnen für die Offenbarung seines Blickwinkels. Viel Spaß bei der Lektüre und viel Mut für Ihre Projekte. Wer weiß, wer irgendwann Ihre Erfolgsgeschichte schreibt! Dr. Norbert Ohlms Dr. Werner Spickenheuer Inhalt 05 Auf einen Blick 06 Organe der Gesellschaft 10 Bericht des Aufsichtsrates 12 Vorwort der Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss 68 Bilanz 70 Gewinn- und Verlustrechnung 71 Anhang 86 Übersicht über die Sachanlagen 88 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 90 Die GuD-Anlage: Fakten, die für sich sprechen 94 Impressum servi c e r u n d u m Geschäftsbericht 2005 Stadtwerke Münster Seite 5 Jahresabschluss 2005 2004 2003 Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände Anschaffungswerte T € 1.071.082 1.027.746 958.302 Buchrestwerte T € 302.693 256.040 228.679 Investitionen T € 83.406 71.777 23.231 Finanzanlagen T € 75.902 59.397 56.074 Gezeichnetes Kapital T € 51.200 51.200 51.200 Bilanzsumme T € 478.891 439.936 387.471 Umsatzerlöse (ohne Stromsteuer) T € 367.506 292.092 279.609 Materialaufwand T € 301.169 157.520 153.831 Personalaufwand T € 59.954 55.873 58.637 Abschreibungen T € 28.479 35.742 28.494 Steuern T € 11.655 10.373 13.310 Konzessionsabgabe T € 17.099 17.456 17.033 Bilanzgewinn T€ 8.410 8.840 8.600 Absatz Stromabgabe Mio. kWh 1.298,8 1.173,2 1.112,4 Erdgasabgabe Mio. kWh 3.084,3 2.740,1 2.626,3 Fernwärmeabgabe Mio. kWh 539,3 578,1* 567,7 Wasserabgabe Mio. m 3 16,8 17,0 17,4 Fahrgäste Mio. 31,5 31,0* 30,7 Hafenumschlag 1.000 t 266 341 269 Netzlängen Strom km 3.344 3.319* 3.346 Erdgas km 829 824* 825 Fernwärme km 94 89 83 Wasser km 955 943 933 Verkehr/Betriebsleistungen 1.000 km 8.759 8.820* 8.140 Mitarbeiter Zahl der Mitarbeiter (31.12.) 1.020 1.034 1.082 davon Auszubildende 41 37 37 Wesentliche Beteiligungen - Energiehandelsgesellschaft West mbH, Münster - FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven - items Gesellschaft für Informationstechnologie, Kommunikation und Organisation Münster mbH, Münster - Lokalradio Münster Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, Münster - Nederlands-Duitse Internet Exchange B.V., (N-DIX), Enschede/Niederlande - Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH, Münster - Verkehrsservice Gesellschaft Münster mbH, Münster - Westfälische Bauindustrie GmbH, Münster - Westfälische Fernwärmeversorgung GmbH, Münster - Windkraft Nordseeheilbad Borkum GmbH, Borkum * Zahlen geändert Organe der Gesellschaft Gesellschafter Stadt Münster zu 100 % Aufsichtsrat Hans-Winfried Welter Vorsitzender des Aufsichtsrates, Sprachlehrer Heinz Röhricht 1. stellvertretender Vorsitzender, Arbeitnehmervertreter, Freigestellter Betriebsratsvorsitzender Rudolf Klein 2. stellvertretender Vorsitzender, Ratsmitglied, Systemanalytiker Susanne Bachg Arbeitnehmervertreterin, Kaufm. Angestellte Frank Baumann Ratsmitglied, Online-Designer Helga Bickeböller Stadtkämmerin Wilhelm Breitenbach Ratsmitglied, Lehrer Ulrich Eisenack Ratsmitglied, Ltd. Regierungsdirektor Werner Frenzel Arbeitnehmervertreter, Freigestellter stellvertr. Betriebsratsvorsitzender Michael Jung Ratsmitglied, Historiker Dieter Maager Ratsmitglied, Heizungs- und Lüftungssanitärmeister Antonio Machado Arbeitnehmervertreter, Lagerist Andreas Nicklas, Ratsmitglied, Rechtsanwalt Carsten Peters Ratsmitglied, Geschäftsführer Joachim Tonn Ratsmitglied, Kaufm. Angestellter Stefan Weber Ratsmitglied, Selbstständiger EDV-Berater Michael Weidekamp Arbeitnehmervertreter, Techn. Angestellter Rolf Wischer Arbeitnehmervertreter, Freigestelltes Betriebsratsmitglied Geschäftsführung Dr.-Ing. Norbert Ohlms Dr. Werner Spickenheuer Auf einen Blick 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Die GuD-Anlage Der Umbau des ehemaligen Heizkraftwerkes in ein modernes Gas- und Dampf- turbinen-Kraftwerk ist das größte Investment, das die Stadtwerke in ihrer über 100-jährigen Geschichte getätigt haben. Dies sind Investitionen in die Zukunft. Ein erheblich geringerer Schadstoffausstoß und eine verbesserte Aus- nutzung der eingesetzten Rohstoffe paaren sich in dieser Anlage mit einer um 356 % gesteigerten Effizienz in der Stromerzeugung. Damit leisten die Stadt- werke Münster einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung – für die Umwelt und die Bürger unserer Stadt. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 11 07 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Der Aufsichtsrat hat während des Ge- schäftsjahres 2005 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. In acht gemeinsamen Sitzungen mit der Geschäftsführung wurden alle wesentlichen Sachfragen des Versorgungs- und Verkehrsbereichs, der Beteiligungsgesellschaften sowie grundsätzliche Fragen der Geschäftspo- litik eingehend beraten. Anhand der geprüften Vorlagen, der übergebenen Unterlagen und erteilten Auskünfte hat der Aufsichtsrat die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft überwacht und die ihm lt. Gesellschaftsvertrag obliegenden Be- schlüsse gefasst. Beanstandungen ha- ben sich nicht ergeben. Der Aufsichtsrat hatte sich mit weitrei- chenden Fragen der Unternehmensstra- tegie zu befassen, unter anderem mit folgenden Themen: • Strategische Ausrichtung des Unter- nehmens an die geänderten Bedingun- gen des Energiewirtschaftsgesetzes. • Auswirkungen des Wettbewerbs auf den Strom- und Gasmärkten sowie die Preispolitik des Unternehmens. • Entwicklung der Beteiligungsgesell- schaften und Stärkung ihrer Positio- nen in den Wettbewerbsmärkten Ver- sorgung und Verkehr. Die von den internationalen Energie- märkten verursachten überproportiona- len Preiserhöhungen für die Kunden der Stadtwerke wurden im Aufsichtsrat intensiv diskutiert. Testate der von der Gesellschaft beauftragten neutralen Wirtschaftsprüfer zu den notwendigen Preisanpassungen in der Gasversorgung wurden zur Kenntnis genommen und bil- deten die Basis für die einstimmigen Entscheidungen des Aufsichtsrates. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind sich dabei ihrer politischen Verantwortung gegenüber den Kunden und gegenüber dem Unternehmen bewusst. Die Ent- scheidungen des Aufsichtsrates wurden in der Öffentlichkeit offensiv vertreten. Mit der Fertigstellung der Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Ha- Aufsichtsrat fen wurde ein markantes Zeichen für die umwelt- und die energiepolitische Ziel- setzung des Unternehmens und der Stadt Münster gesetzt. Mit der Gründung der Stadtwerke Mün- ster Netzgesellschaft mbH hat die Gesellschaft die gesetzlichen Forderun- gen zur Entflechtung der Energiesekto- ren vorzeitig erfüllt. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster GmbH nimmt auch für diese Gesellschaft Aufsichtsfunktio- nen wahr. Im Rahmen des Risikomanagementsy- stems ließ sich der Aufsichtsrat regel- mäßig über die vollständige Erfassung und Fortschreibung der Risiken berich- ten und setzte sich mit den wesentli- chen Risikobereichen des Unternehmens und der Beteiligungsgesellschaften aus- einander. Die Quartalsberichterstattung im Rahmen des Beteiligungscontrollings der Gesellschafterin wurde ebenfalls im Aufsichtsrat behandelt. Nach Beschluss der Gesellschafterver- sammlung der Stadtwerke Münster GmbH vom 01.07.2005 wurde die KPMG Prüfungs- und Beratungsgesellschaft für den Öffentlichen Sektor Aktiengesell- schaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2005 bestellt. Die Jahres- abschlussprüfung beinhaltet den Einzel- abschluss und den Konzernabschluss der Stadtwerke Münster GmbH und auch die Prüfung nach § 53 Haushaltsgrundsät- zegesetz. In Wahrnehmung seiner Aufsichtspflich- ten und in Abstimmung mit dem Betei- ligungscontrolling der Gesellschafterin hat der Aufsichtsrat dem Abschlussprü- fer umfangreiche Vorgaben für die Prü- fungsschwerpunkte bei der Abschluss- prüfung vorgegeben. Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2005 sind unter Einbeziehung der Buchführung von der KPMG Prüfungs- und Beratungsgesell- schaft für den Öffentlichen Sektor Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungs- gesellschaft, Düsseldorf, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestäti- gungsvermerk versehen worden. Die Ord- nungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurde gemäß § 53 Haushaltsgrundsät- zegesetz vom Abschlussprüfer geprüft; es ergaben sich keine Beanstandungen. Zur Erläuterung der Prüfung und der Prü- fungsergebnisse hat der Abschlussprüfer an der Aufsichtsratssitzung, die den Jah- resabschluss der Gesellschaft behandel- te, wie in den Vorjahren teilgenommen. Aufgrund des Prüfungsberichts und der Ausführungen des Abschlussprüfers ist der Aufsichtsrat mit dem Ergebnis der Prüfung einverstanden. Nach dem abschließenden Ergebnis sei- ner Prüfung billigte der Aufsichtsrat den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2005. Er empfahl der Ge- sellschafterversammlung, den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahres- abschluss für das Geschäftsjahr 2005 festzustellen und die Geschäftsführung zu entlasten. Der Aufsichtsrat besteht aus 18 Mit- gliedern. Er hat keine Ausschüsse gebil- det. Änderungen in der Zusammenset- zung haben sich im Berichtsjahr nicht ergeben. Der Deutsche Corporate Governance Kodex wurde wie bereits in den Vorjah- ren im Rahmen der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat befolgt. Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsfüh- rung, dem Betriebsrat und allen Mitar- beiterinnen und Mitarbeitern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die die Grundlage für die Erfüllung der gestell- ten Aufgaben bildet. Münster, den 13. Juni 2006 Für den Aufsichtsrat Hans-Winfried Welter Vorsitzender Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 13 7. September 2004 Grundsteinlegung 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Das Jahr 2005 war wiederum stark von energiewirtschaftlichen Themenstellun- gen geprägt. Mit der endgültigen Ver- abschiedung des neuen Energiewirt- schaftsgesetzes wurden Mitte dieses Jahres die rechtlichen Rahmenbedin- gungen für mehr Wettbewerb im Ener- giemarkt geschaffen. In diesem von Veränderungsdruck ge- prägten Umfeld ist es der Stadtwerke Münster GmbH im Jahr 2005 erneut ge- lungen, ein gutes Jahresergebnis zu er- zielen. Das Unternehmen fühlt sich da- durch in seinem Weg bestätigt, auf Ver- änderungen vorausschauend zu reagie- ren und die damit verbundenen Heraus- forderungen als Chance zu begreifen. Die Stadtwerke Münster GmbH haben frühzeitig damit begonnen, sich auf die- se neuen Rahmenbedingungen auszu- richten. So konnten bereits alle mit die- sem Gesetzeswerk verbundenen Um- strukturierungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt werden. Der Forderung nach einer Trennung des Netzbereiches von den Bereichen Erzeugung und Vertrieb sind wir u.a. durch die Gründung der neuen Stadtwerke Münster Netzgesell- schaft mbH nachgekommen. In dieser neu gegründeten Gesellschaft wurden u.a. die Bereiche Asset Management, Netznutzungsmanagement und Regulie- rungsmanagement organisatorisch zu- sammengefasst. Die hierdurch neu ent- standenen Leistungsbeziehungen zwi- schen den Stadtwerken und der Netzge- sellschaft wurden über umfassende Dienstleistungs- und Pachtverträge ab- gebildet. Diese haben weitreichende Auswirkungen auf die bisherigen Finanz- ströme im Unternehmen, was sich in dem diesjährigen Geschäftsbericht erst- mals zeigt. Das erklärte Ziel, die neuen gesetzlichen Vorgaben frühzeitig umzusetzen und dabei gleichzeitig die bestehenden opti- malen Betriebsabläufe mit den damit verbundenen Synergien weitestgehend zu erhalten, sehen wir rückblickend als erreicht an. Mit der fristgerechten Inbetriebnahme der neuen Gas- und Dampfturbinenan- lage zum Ende des Jahres 2005 wurde ein weiteres wichtiges Ziel erreicht. Durch die Realisierung dieser größten Einzelinvestitionsmaßnahme in der über hundertjährigen Firmengeschichte ist es gelungen, einen wichtigen Beitrag zur fortlaufenden Optimierung der Energie- beschaffung zu leisten. So führt der Ausbau der Eigenerzeugung auf unge- fähr die Hälfte des Münsteraner Strom- bedarfes zu mehr Flexibilität gegenüber stark schwankenden Marktpreisen und schafft somit mehr Planungssicherheit. Durch den Ausbau der umweltfreundli- chen Energieerzeugung durch Kraft- Wärme-Kopplung in Verbindung mit dem Vorwort der Geschäftsführung Wir fühlen uns auf unserem Weg bestätigt, auf Veränderungen vorausschauend zu reagieren und die damit verbundenen Herausforderungen als Chance zu begreifen. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 15 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss hohen Wirkungsgrad dieser Anlage wer- den rund 190.000 Tonnen Kohlendioxid- Emissionen pro Jahr vermieden, was den ökologischen Anspruch des Unterneh- mens eindrucksvoll unterstreicht. Dies verstehen wir als aktiven Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation und Lebensqualität in Münster. Der im Jahr 2005 bereits begonnene Rückbau der Rauchgasentschwefelungsanlage des alten Heizkraftwerkes wird sich zudem positiv auf das gesamte Hafenbild aus- wirken. Ergänzend zu der bisherigen Konfigura- tion der neuen Gas- und Dampfturbinen- anlage wurde beschlossen, die Anlage um einen Wärmespeicher zu erweitern. Hierzu wird der bestehende und nicht mehr benötigte Kohlebunker benutzt. Durch die geplante Entkoppelung zwi- schen der Bedienung des Wärmebedar- fes und der Stromproduktion ergeben sich technische und wirtschaftliche Op- timierungsmöglichkeiten. All diese Aktivitäten verstehen sich als Elemente eines permanenten und markt- orientierten Kostenmanagements. Hier- mit verbunden ist das Ziel, unseren Kun- den attraktive Produkte und Dienstleis- tungen zu marktfähigen Preisen anbieten zu können. Gepaart mit unserem „service rund um“ sehen wir dies als wichtigen Beitrag zu unserem obersten Ziel – der Zufriedenheit unserer Kunden. Den Preis- steigerungen auf den Weltenergiemärk- ten konnten sich jedoch auch die Stadt- werke Münster nicht entziehen. Es ist uns aber gelungen, diese Preissteigerungen durch eine gezielte Einkaufsstrategie und Kosteneinsparungen zunächst teilweise aufzufangen und somit die Strompreise im Jahresverlauf konstant zu halten und die Gaspreise erst zeitlich versetzt den Einstandspreisen folgen zu lassen. Im Verkehrsbereich ist es u.a. durch die Kooperation mit anderen Verkehrsgesell- schaften gelungen, das hochwertige Niveau des ÖPNV in Münster aufrechtzu- erhalten. Die erneut gute Platzierung unseres Verkehrsbetriebs im Rahmen einer bundesweiten Umfrage bestätigt dies eindrucksvoll. Service kann immer nur so gut sein wie die Menschen, die ihn leben. Insofern sehen wir in einer qualifizierten und motivierten Belegschaft die Basis unse- res Erfolgs. Auch in diesem Jahr wurde deshalb durch eine Vielzahl von Maß- nahmen daran gearbeitet, die Kunden- orientierung weiter zu verbessern. Die Vielzahl der angesprochenen The- men zeigt eines sehr deutlich: Die Ver- sorgungsbranche in Deutschland ist und bleibt spannend. Die geplante Forcie- rung der Gasmarktliberalisierung wie auch die beschlossene Anreizregulie- rung im Netzbereich sind nur zwei Her- ausforderungen, auf die wir uns schon heute vorbereiten. Mit den aufgezeig- ten Maßnahmen sind wir zuversichtlich, die richtigen Weichen für eine erfolgrei- che Zukunft gestellt zu haben. Münster, den 31. März 2006 Dr.-Ing. Norbert Ohlms, Technischer Geschäftsführer Dr. Werner Spickenheuer, Kaufmännischer Geschäftsführer 7. September 2004 Grundsteinlegung Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 17 8. September 2004 Fundamentlegung Grundplatte 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss In der Wärmeversorgung (Gas und Fern- wärme) stellte sich die Absatzentwick- lung differenziert dar. Bei Rückgängen in der Fernwärmeversorgung konnte der Gasabsatz insbesondere durch Großkun- den und Kraftwerkslieferungen deutlich gesteigert werden. Auch im Verkehrsbereich konnte die Zahl der Fahrgäste leicht gesteigert werden. Herausragende Ereignisse des Geschäfts- jahres waren die Fertigstellung der Gas- und Dampfturbinenanlage am Heizkraft- werk Hafen sowie die Gründung der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH. Auf der Grundlage der schwachen wirt- schaftlichen Rahmenbedingungen ha- ben die Stadtwerke darüber hinaus die planmäßige Markterschließung beste- hender und neuer Geschäftsfelder wei- ter vorangetrieben sowie durch konse- quente benchmarkorientierte Kontrolle Schwache Binnenkonjunktur Die wirtschaftlichen Rahmenbedingun- gen in der Bundesrepublik Deutschland sowie in dem für unser Absatzgebiet maßgeblichen Wirtschaftsraum Münster ließen auch im Berichtsjahr bei weitge- hender Stagnation nur schwache Bele- bungserscheinungen in einzelnen Bran- chen zu. Trotz dieser schwachen Binnen- konjunktur konnten in einigen Geschäfts- bereichen Absatzsteigerungen erzielt werden. Der überproportionale Anstieg der Prei- se an den internationalen Rohstoffmärk- ten hat sich auch auf den Beschaffungs- märkten unseres Unternehmens bemerk- bar gemacht. Höhere Weltmarktpreise für Kohle-, Öl- und Dieselkraftstoffe ver- teuerten unsere Beschaffungspreise für Strom und Gas, die Erzeugungskosten in unserem Heizkraftwerk und den dezen- tralen Blockheizkraftwerken sowie die Leistungserstellung im Verkehrsbereich. Diese von uns nicht beeinflussbaren Kosten konnten auch im Berichtsjahr nur teilweise an die Kunden weiterge- reicht werden. Im bereits vollständig liberalisierten Strommarkt hat sich die Wettbewerbs- intensität wiederum erhöht. Trotzdem ist es uns gelungen, ehemalige Kunden zurückzugewinnen und neue Kunden zu akquirieren. Angesichts der stark gestiegenen Ener- giepreise erhielt das Thema „Energiespa- ren“ eine besondere Bedeutung. Die Stadtwerke haben daher auch im Berichtsjahr ihre Kunden intensiv und kostenlos über Möglichkeiten zur Ener- gieeinsparung beraten. In der Wasserversorgung hat der Trend zum sparsamen Umgang mit diesem Naturprodukt angehalten und auch im Berichtsjahr zu einer leichten Senkung des Wasserabsatzes geführt. Lagebericht Die Stadtwerke Münster haben die Markterschließung bestehender und neuer Geschäftsfelder weiter vorangetrieben und Kostensenkungsmaß- nahmen umgesetzt. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 19 9. September 2004 Fundamentlegung Maschinenhaus Die Stadtwerke Münster haben sich für das so genannte Pachtmodell entschie- den und über die Anforderungen des Energiewirtschaftsgesetzes hinaus auch das Wasser- und das Fernwärmenetz an die Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH verpachtet. Das Eigentum an den Netzen und sonstigen Anlagen verbleibt bei den Stadtwerken; mit der Verpach- tung geht die Betriebsführung der Netze auf die Netzgesellschaft über. Damit werden die bei den Stadtwerken bereits realisierten Synergieeffekte bei Pla- nung, Bau und Betrieb von Netzen aller Versorgungssparten auch weiterhin rea- lisiert. Neben diesen Pachtverträgen haben die Vertragspartner eine Vielzahl von Dienstleistungsverträgen im Hinblick auf die von der Stadtwerke Münster GmbH zu erbringenden Dienstleistungen für ihre Tochtergesellschaft abgeschlos- sen. Dabei greift die Netzgesellschaft insbesondere in Bezug auf Planung, Bau und Betrieb der Versorgungsnetze auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Münster GmbH zurück. Glei- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss der Arbeitsprozesse Kostensenkungs- maßnahmen umgesetzt. Die im Geschäftsjahr 2005 vorgenom- menen Investitionen lagen insbesonde- re durch den Neubau der Gas- und Dampfturbinenanlage auf einem sehr hohen Niveau. Gleichzeitig haben die Stadtwerke die Projektbudgets für Aus- bau und Instandsetzung der Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wassernetze über die Netzgesellschaft deutlich ausgewei- tet, um die Versorgungssicherheit und die Versorgungsqualität der Energie- und Wasserversorgung auch für die Zukunft zu gewährleisten. Trotz der hohen Aufwendungen für den Bau der Gas- und Dampfturbinenanlage sowie der moderaten Preispolitik konn- te insbesondere bedingt durch die posi- tive Absatzentwicklung in den Be- reichen Strom und Gas ein zufriedenstel- lendes Bilanzergebnis ausgewiesen wer- den. Die wirtschaftliche Lage und Ent- wicklung der Stadtwerke Münster GmbH kann daher für das Geschäftsjahr 2005 insgesamt als gut bezeichnet werden. Neues Energiewirtschaftsrecht – Gründung der Netzgesellschaft Das zweite Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechtes vom 07.07. 2005 dient der Umsetzung der EU-Elek- trizitäts- und Erdgasbinnenmarktricht- linien 2003 in deutsches Recht. Zweck des neuen Gesetzes ist die sichere, preis- günstige, verbraucherfreundliche, effi- ziente und umweltverträgliche Versor- gung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas. Kernstück der Energierechts- novelle ist die angestrebte Verbesserung der Markttransparenz und eine verstärk- te Kosteneffizienz in den Strom- und Gasnetzen. Weiter enthält das Energiewirtschafts- gesetz Bestimmungen zur Entflechtung des Netzbetriebes von den in Wettbe- werbsbereichen enthaltenen Vorgaben zur Unternehmens- und Geschäftsorga- nisation vertikal integrierter Versor- gungsunternehmen. Ziel dieser Regelun- gen ist, die Unabhängigkeit der Netzbe- triebsführung von den Interessen des Energieversorgungsunternehmens im Wettbewerb auf den nachgelagerten Märkten sowie eine diskriminierungs- freie Behandlung der Netznutzer zu gewährleisten. Hauptziele der Entflech- tung sind also der diskriminierungsfreie Netzzugang, die Transparenz und die Vermeidung von Quersubventionierung zwischen Vertrieb und Netz. Zur Umset- zung dieser Vorgaben hat die operatio- nelle Entflechtung, das heißt, die infor- matorische und buchhalterische Ent- flechtung, sofort nach Inkrafttreten des Gesetzes zu erfolgen. Für die rechtliche Entflechtung sieht das Gesetz eine Frist bis zum 01.07.2007 vor. Die Stadtwerke Münster GmbH hat sich sehr frühzeitig mit den Anforderungen der Entflechtungsbestimmung beschäf- tigt und im Berichtsjahr 2005 – kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes – zur Umsetzung dieser Vorgaben die Stadt- werke Münster Netzgesellschaft mbH gegründet. Mit Übertragungsvertrag zwischen Mutter- und Tochtergesell- schaft wurde das operative Geschäft handelsrechtlich zum 01.01.2005 auf die Netzgesellschaft übertragen. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 21 29. September 2004 Fundamentlegung Maschinenhaus gesteigert. Damit konnte das an den Wett- bewerb in Münster verlorene Absatzvolu- men zum großen Teil kompensiert werden. Die Abwicklung dieser Lieferungen in fremde Netze erfolgte wie in den Vor- jahren in Zusammenarbeit mit der Enet- ko GmbH, Köln, an der die Stadtwerke über die Energiehandelsgesellschaft West mbH beteiligt sind. Bei den Haushalts- und Geschäftskun- den wurden im Berichtsjahr wie in den Vorjahren erfolgreich Kundenbindungs- maßnahmen umgesetzt. Dadurch konn- te die Wechselrate bei dieser Kunden- gruppe niedrig gehalten werden. Eigenerzeugung Neue GuD-Anlage fertig gestellt Herausragendes Ereignis des Geschäfts- jahres 2005 war die Fertigstellung der Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort HKW Hafen. Die Abnahme der Anlage erfolgte plangemäß entsprechend dem Gesetz zur Förderung der Kraft- wärmekopplung im Dezember 2005. 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss ches gilt für die kaufmännischen Quer- schnittsfunktionen, wie sie auch für an- dere Beteiligungsgesellschaften erbracht werden. Mit Gründung der Netzgesellschaft wur- den gleichzeitig ein Ergebnisabfüh- rungsvertrag sowie ein Beherrschungs- vertrag (Teil-Beherrschungsvertrag für den regulierten Markt) zwischen der Stadtwerke Münster GmbH und der Netz- gesellschaft abgeschlossen. Für die dis- kriminierungsfreie Ausübung des Netz- geschäftes wurde ein Gleichbehand- lungsprogramm festgelegt. Die Überwa- chung der Programmvorgaben erfolgt durch den Gleichbehandlungsbeauftrag- ten. Nach Aufnahme der Tätigkeiten hat die Netzgesellschaft die Entgelte auf der Basis der Netzentgeltverordnungen Strom und Gas kalkuliert und die Ent- geltanträge fristgerecht eingereicht. Das erforderliche Personal (11 Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter einschließlich Geschäftsführung) ist gemäß § 613 a BGB im Wege des Teilbetriebsübergangs auf die Stadtwerke Münster Netzgesell- schaft mbH übergegangen. Die Unab- hängigkeit des Personals hinsichtlich der Organisation, der Entscheidungsge- walt und der Ausübung des Netzgeschäf- tes ist durch die personelle Trennung nach Tätigkeitsbereichen gegeben. Mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit der Netzgesellschaft zum 01.01.2005 ist die Vergleichbarkeit von Daten des Berichtsjahres der Stadtwerke Münster GmbH zum Vorjahr sowohl im Lagebe- richt als auch in der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie im Anhang in mehreren Fällen eingeschränkt. Stromversorgung Stromabsatz Wettbewerb um Endkunden Trotz verschärften Wettbewerbs auf dem Energiemarkt und verhaltener Binnen- konjunktur konnte der Stromabsatz im Berichtsjahr deutlich gesteigert werden. So lag die Stromabgabe in 2005 bei rd. 1,3 Mrd. kWh. Dies sind rd. 10,7 % mehr als im Jahre 2004. Die Absatzentwicklung in den einzelnen Kundengruppen zeigte sich sehr differen- ziert. Im Haushalts- und Gewerbebereich lag die Abgabe auf dem Niveau des Vor- jahres. Bei den Sondervertragskunden konnte insbesondere durch die Rückge- winnung eines Großkunden sowie die Um- satzausweitung bei Bestandskunden der Absatz um über 20 % gesteigert werden. Erfreulich verlief auch die Expansion der Stromlieferungen in fremde Netze. Das Absatzvolumen, vornehmlich an Gewerbe- kunden außerhalb des angestammten Ver- sorgungsgebietes der Stadtwerke, wurde um knapp 35 % auf rd. 130,7 Mio. kWh Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 23 30. September 2004 Fundamentlegung Maschinenhaus Die Kraftwerke der Stadtwerke sind in das Prognosemodell der Energiehandelsge- sellschaft West mbH zur Abschätzung des täglichen Strombedarfs eingebunden. Unter Berücksichtigung der Nebenbedin- gungen der Kraft-Wärme-Kopplung wird die Stromerzeugungsleistung daher zur Optimierung der Beschaffungssituation eingesetzt. Weiterhin liefern die Stadt- werke kurzfristig eine so genannte Minu- tenreserve an externe Stromhändler. 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Nach nur zweijähriger Bauzeit wurde damit die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Stadtwerke in Betrieb ge- nommen. Der Bau der neuen Anlage er- folgte parallel zum Betrieb des beste- henden Heizkraftwerkes. Dabei wurden die kohle-/gasgefeuerten Altanlagen erst nach Abschluss der Heizperiode 2004/2005 außer Betrieb genommen. Die Umschlussarbeiten an das Strom- und Wärmenetz sowie die bestehenden Anlagen erfolgten in der lastschwachen Zeit, so dass zur Heizperiode 2005/2006 die Versorgung mit Strom und Fernwär- me jederzeit gesichert war. Die Fertigstellung der Anlage schien durch einen von außen induzierten Brand im November 2005 gefährdet. Durch intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte die Anlage nach Reparaturarbeiten im Dezember 2005 wieder in Betrieb gehen. Damit verfügt die Gas- und Dampfturbi- nenanlage einschließlich der vorhande- nen Heißwasserkessel über folgende Erzeugungskapazitäten: • Stromerzeugung Gasturbine I und II elektrische Leistung je 31.140 kW Dampfturbine elektrische Leistung 37.905 kW maximale elektrische Erzeugung gesamt 100.185 kW • Fernwärmeerzeugung Gas- und Dampf- turbinenanlage ca. 110.000 kW Heißwasserkessel V/VI gesamt 100.000 kW Die Stromerzeugung aus der GuD-Anla- ge wird – auch in Abhängigkeit von der Fernwärmeerzeugung – ca. 600 Mio. kWh p.a. betragen. Neben dieser Großinvestition haben die Stadtwerke ein Blockheizkraftwerk in Amelsbüren mit einer elektrischen Lei- stung von 232 kW planmäßig in Betrieb genommen. An vier verschiedenen Stand- orten wurden ebenfalls Klein-BHKWs mit einer Gesamtleistung von 152 kW fertig gestellt. Damit verfügen die Stadtwerke nunmehr insgesamt über 21 BHKWs bzw. Klein- BHKWs mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 5.154 kW. Daneben werden weiterhin eine Wasserkraftanlage mit ei- ner Nennleistung von 110 kW sowie eine Windkraftanlage mit 600 kW betrieben. Mit diesen Erzeugungsanlagen, insbeson- dere mit der Gas- und Dampfturbinenan- lage, setzen die Stadtwerke das langjäh- rige CO2-Minderungskonzept weitestge- hend um. Bei voller Auslastung wird allein die GuD-Anlage eine jährliche CO2- Einsparung von rd. 190.000 t bewirken. Die gesamte eigene Stromerzeugung der Stadtwerke im Berichtsjahr lag mit 201,0 Mio. kWh rd. 2,5 % über dem Ver- gleichswert des Vorjahres. Diese Steige- rung ist umso erfreulicher, als durch die frühzeitige Stilllegung der Altanlagen und die Bautätigkeit für die neue GuD- Anlage mehrere Monate Eigenprodukti- on ausfielen. Damit lieferten die Stadt- werke auch in 2005 rd. 17,2 % des Stromabsatzes an ihre Kunden in Mün- ster aus eigenen Erzeugungsanlagen. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 25 20. Oktober 2004 Fundament- Schalarbeiten Einsatzdauer der Heißwasserkessel, die in Spitzenzeiten bzw. in lastschwachen Zeiten eingesetzt werden. Damit erhöht sich die Effektivität der GuD-Anlage nicht unwesentlich und trägt somit zur weiteren Entlastung der Umwelt bei. Die höhere Erzeugung in der Kraft-Wärme- Kopplung folgt damit der Zielsetzung des Gesetzes zur Förderung der Kraft-Wärme- Kopplung und erhöht den von der Erd- gassteuer befreiten Einsatz in der GuD- Anlage zulasten der Heißwasserkessel. Technische Daten der Wärmespeicheran- lage: • Speicherkapazität 250 MWh • Speicherinhalt bei 4 Behältern ca. 7.500 cbm • max. Speichertemperatur 120 oC Die Fertigstellung der Anlage ist Mitte 2006 vorgesehen. Im Berichtsjahr wur- den wesentliche Vorarbeiten durchge- führt, insbesondere die wärmeseitige Einbindung zur GuD-Anlage sowie die benötigten Speicherfundamente und wesentliche Teile der Speicheranlagen. 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Netzdienstleistungen Aktivitäten der Netzgesellschaft Die Stromerzeugung aus den verschie- denen Erzeugungsanlagen der Stadtwer- ke wird über das Netz der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH an die Kunden der Stadtwerke geliefert. Entwicklung des Stromaufkommens 2005 2004 Veränd. Mio. kWh Mio. kWh % Eigenerzeugung 201,0 196,1 + 2,5 Bezug Netz Münster 967,1 880,1 + 9,9 Bezug externe Netze 130,7 97,0 + 34,7 Gesamt 1.298,8 1.173,2 + 10,7 Ergebnis der Stromversorgung Umsatzstärkster Bereich Das Geschäftsfeld Stromversorgung war auch im Berichtsjahr der umsatzstärk- ste Unternehmensbereich mit einem Anteil am Gesamtumsatz von rd. 45,9 % (Vorjahr rd. 44,5 % jeweils ohne Strom- steuer). Die Umsatzsteigerung in Höhe von rd. 38,8 Mio.€ resultiert aus Absatzsteige- rungen sowie Preisanpassungsmaßnah- men, die durch die erhöhten Strombe- schaffungskosten sowie die Erhöhung der bundesweiten Umlagen nach den Gesetzen zur Förderung der Kraft- Wärme-Kopplung und der erneuerbaren Energien notwendig wurden. Ebenfalls wurden die Netzentgelte der Stadtwer- ke Münster Netzgesellschaft mbH zum 01.01.2005 leicht erhöht. Insgesamt ergab sich eine Erhöhung der Tarife der Stadtwerke zum 01.02.2005 moderat um rd. 0,7 ct je kWh zuzüglich Mehrwertsteuer. Neben den vorgenannten Kosten fällt insbesondere die Stromsteuer ins Gewicht, die absatzbedingt mit 21,9 Mio. € um rd. 2,0 Mio.€ über den Zah- len des Vorjahres lag. Wichtigste Einzelinvestition im Bereich Stromversorgung war im Berichtsjahr die Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Heizkraftwerk Hafen. Die Inve- stitionssumme betrug rd. 80,0 Mio. € zuzüglich der strom- und gasseitigen Anbindungskosten. In der Investitions- summe sind Rückbaukosten für nicht mehr benötigte Anlagen des alten kohle-/gasgefeuerten Heizkraftwerkes einschließlich der Rauchgasreinigungs- anlage DESONOX noch nicht enthalten. Diese bereits in 2005 begonnenen De- montagearbeiten werden in 2006 fort- gesetzt. Darüber hinaus haben die Stadtwerke im Berichtsjahr mit den Bauarbeiten für eine Wärmespeicheranlage begonnen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur GuD-Anlage im ehemaligen Kohlerund- bunker eingebaut wird. Diese Wärmespeicheranlage trägt zur gleichmäßigeren Auslastung der GuD- Anlage bei und führt damit zu einer Er- höhung der Stromerzeugung in Kraft- Wärme-Kopplung bei Reduzierung der Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 27 21. Oktober 2004 Betonarbeiten Betriebsgebäude Erdgasversorgung Erdgasabsatz Differenzierte Mengenentwicklung Der Erdgasabsatz stieg im Berichtsjahr insgesamt um 12,6 % auf nunmehr 3.084,3 Mio. kWh. An dieser erfreuli- chen Absatzentwicklung waren die Ver- brauchergruppen aber sehr unterschied- lich beteiligt. Der Absatz im Privat- und Geschäftskun- denbereich sank gegenüber dem Vorjahr um 4,8 %. Dieser deutliche Rückgang der Lieferungen ist trotz Erhöhung der Kundenzahl ursächlich auf Energiespar- maßnahmen unserer Kunden zurückzu- führen. Insbesondere die infolge der steigenden Heizölpreise im Berichtsjahr vorgenommenen Gaspreisanhebungen zum 01.01. sowie zum 01.07.2005 haben unsere Kunden zu einem bewuss- teren Umgang mit Erdgas veranlasst. Dieser Verbrauchstrend wurde verstärkt durch die im Vergleich zum Vorjahr etwas höheren Außentemperaturen, denen der Erdgasabsatz im Heizungsbe- reich regelmäßig folgt. So lag die Grad- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Mit der Nutzung des ehemaligen Kohle- rundbunkers mit einem Fassungsvermö- gen von 16.000 t Kohle für die Wärme- Speicheranlage wird ein markantes Bau- projekt direkt neben dem Hafenbecken 1 weiterhin betrieblich genutzt. Des Weiteren wurden im Berichtsjahr planmäßig das Blockheizkraft Amelsbü- ren sowie weitere vier Klein-BHKWs fer- tig gestellt. Das Stromversorgungsnetz wurde um 24,8 km erweitert. Für Informationska- bel wurden rd. 25,6 km Neubaustrecke verlegt. Die Anzahl der Hausanschlüsse stieg um 714 auf nunmehr 55.701. Außerdem stieg die Anzahl der Zähler um 1.053 auf nunmehr 173.172 Stück. Bei den Schalteinrichtungen wurde im Auftrag der Netzgesellschaft im Schalt- haus Gasselstiege eine neue 10-kV- Schaltanlage eingebaut. In der Um- spannanlage Mittelhafen wurde für die GuD-Anlage ein neues Feld in Betrieb genommen. Darüber hinaus wurden wei- tere 25 Netzstationen saniert und 10 weitere Netzstationen ausgebaut. Die Erschließung von Neubaugebieten pri- vater und öffentlicher Bauträger wurde planmäßig fortgeführt. Die Umstellung des veralteten Funksystems auf TETRA- Funk wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen des Dienstleistungsvertra- ges mit der Stadt Münster wurden 25.842 Leuchtenanlagen für die öffent- liche Straßenbeleuchtung betrieben und in Stand gehalten. Um den Qualitätsstandard unserer Stromnetze und damit die Versorgungs- sicherheit und Verfügbarkeit der Strom- lieferung auf einem hohen Niveau zu erhalten, wurden im Auftrag der Stadt- werke Münster Netzgesellschaft mbH umfangreiche Instandhaltungsmaßnah- men im Netz und in verschiedenen Schalthäusern durchgeführt. Gerade angesichts der lang anhaltenden Ausfäl- le der Stromlieferung im Münsterland nach dem so genannten Schneechaos im November 2005 kommt der Versorgungs- sicherheit eine sehr hohe Bedeutung zu. Die Stadtwerke haben bereits seit meh- reren Jahren auf der Grundlage von umfangreichen Analysen der Planungs- abteilung über den Qualitätszustand der Netze ein über mehrere Jahre laufendes Programm aufgelegt. Auch im Berichts- jahr lag das Projektb udget für die von der Netzgesellschaft durchgeführten Leistungen über den vergleichbaren Werten der Vorjahre. Das operative Ergebnis der Stromversor- gung kann im Hinblick auf die beschrie- benen Belastungen sowie die erhöhten Kapitalkosten aus den Investitionsmaß- nahmen noch als befriedigend bezeich- net werden. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 29 8. November 2004 Vormontage der Kessel tagszahl als Referenzstandardwert für die Durchschnittstemperaturen in Mün- ster im Berichtsjahr mit 3.383 rd. 2,6 % unter dem vergleichbaren Wert des Vor- jahres und 3,1 % unter dem langjähri- gen Mittel für unser Absatzgebiet in Münster. Sehr erfolgreich entwickelten sich der Absatz an unsere Sondervertragskunden, der rd. 9,9 % über dem Vergleichswert des Vorjahres lag, sowie die Belieferung der Eigenbetriebe der Stadtwerke Mün- ster, insbesondere an die neu errichte- te Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Heizkraftwerk Hafen sowie die insgesamt 21 Blockheizkraftwerke des Unternehmens. Eine weiterhin positive Absatzentwicklung nahmen die Gaslieferungen an unter- nehmenseigene Heizungsanlagen, die als Wärmecontractingsystem unter dem Mar- kenzeichen „Thermokonzept“ bei Privat- und Gewerbekunden errichtet werden. Planmäßig verlief auch der Erdgasabsatz über die zwei in unserem Versorgungs- gebiet installierten Erdgas-Tankstellen. Die insgesamt erfreuliche Entwicklung der Absatzzahlen wurde auch durch die Ak- quisition von neuen Kunden erreicht. Wirtschaftliches Ergebnis der Erdgasversorgung Gesamtergebnis deutlich rückläufig Die erfreuliche Absatzsteigerung im Sondervertragskundenbereich sowie die zwei vorgenommenen Preiserhöhungen führten trotz der teilweisen Mengen- rückgänge zu einer deutlichen Erhöhung der Umsatzerlöse. Die bereits in 2004 festzustellenden Preiserhöhungen auf den internationa- len Energiemärkten führten über das ganze Berichtsjahr zu einer deutlichen weiteren Steigerung unserer Beschaf- fungskosten, die wir zum 01.01.2005 sowie zum 01.07.2005 nur teilweise an unsere Kunden weitergeben konnten. Daher mussten im Berichtsjahr deutli- che Margenverluste in der Belieferung unserer Kunden akzeptiert werden. Diese, aus unserer Sicht moderate Preis- politik wurde auch durch das Testat eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers bestätigt; ergänzend hierzu haben die Stadtwerke ein umfangreiches Kommu- nikationskonzept zur Information der Gasverbraucher eingesetzt. Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse mengen- und preisbedingt in der Gas- versorgung um 20,7 %. Der im Vorjahr in Betrieb genommene Erdgasröhrenspeicher am Standort Mün- ster-Albachten mit einem Speichervolu- men von ca. 240.000 m 3 wurde im Be- richtsjahr erstmalig ganzjährig planmä- ßig eingesetzt. Der wirtschaftliche Er- folg entsprach den Vorgaben. Die Erschließung von Neubaugebieten wurde planmäßig vorangetrieben. Ins- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 31 10. November 2004 Montage Kesselgerüst Fernwärmeversorgung Fernwärmeabsatz Sondereffekte durch Kraftwerksneubau Der Fernwärmeabsatz entwickelte sich im Berichtsjahr differenziert. Trotz durchschnittlich höherer Temperaturen gegenüber dem Vorjahr konnte der Absatz im Bereich Privatkunden und Geschäftskunden leicht gesteigert wer- den. Dies ist insbesondere auf den Anschluss neuer Kunden sowie die erfolgreiche Akquisition von Wärmecon- tractinganlagen unter dem Markenzei- chen „Thermokonzept“ zurückzuführen. Dieses Geschäftsfeld wurde im Berichts- jahr neu positioniert als „Thermokonzept Business“ mit der Zielgruppe Geschäfts- kunden und größere Wärmecontracting- anlagen. Hier konnte im Berichtsjahr eine größere Klinik in Münster als neuer Kunde gewonnen werden. Insgesamt erhöhte sich im Geschäftsfeld Thermo- konzept der Absatz um 84 % gegenüber dem Vorjahr. Die Akquisitionsbemühun- gen in Münster und der Region wurden im Berichtsjahr intensiviert. 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss gesamt wurde das Hauptrohrnetz um rd. 5 km erweitert. Ebenfalls konnte die Zahl der Hausanschlüsse um 362 auf nunmehr 33.130 erweitert werden. Im Baugebiet Roxel-Nord wurde für die Fernwärmeversorgung dieses Baugebie- tes ein Heizwerk mit einer kleinen KWK- Anlage mit einer Leistung von 2,4 MW thermisch fertig gestellt. Die in 2003 außer Betrieb genommene Gasentspannungsanlage an der Überga- bestation Mecklenbeck wurde demon- tiert; mit den Montagearbeiten für eine neue effektivere Gasentspannungsturbi- ne mit einer elektrischen Leistung von 550 kW wurde begonnen. Für die Kondi- tionierung des Erdgaseinsatzes in der Gasentspannungsanlage wurde ein Block- heizkraftwerk mit einer Leistung von 1.164 kW elektrisch bereits fertig ge- stellt. Die Fertigstellung der Gasent- spannungsturbine ist für das zweite Quartal 2006 vorgesehen. Das Geschäftsfeld „Erdgas als Kraftstoff“ wurde weiter zielgerichtet ausgebaut und gefördert. Bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen im Fuhrpark der Stadt- werke werden vorrangig Erdgasfahrzeu- ge beschafft. Zum Ende des Berichtsjah- res waren damit im eigenen Fuhrpark 32 erdgasbetriebene Fahrzeuge im Einsatz. Ein wichtiger Baustein in der Qualitäts- sicherung unserer Leistungen in der Erd- gasversorgung ist die Zertifizierung gemäß der internationalen Qualitäts- norm DIN ISO 9001. Die Re-Zertifizie- rung für den Bereich Gas wurde im Berichtsjahr erfolgreich durchgeführt. Der nach der Inbetriebnahme des Erd- gasröhrenspeichers nicht mehr benötig- te Teleskopgasbehälter mit einem Fas- sungsvermögen von rd. 75.000 m 3 wurde außer Betrieb genommen. Nach Abspra- che mit den Denkmalbehörden der Stadt Münster wurde mit einer Teildemonta- ge begonnen, ebenfalls wurden umfang- reiche Altlasten, zum Teil noch aus der Kokerei-Gas-Zeit, entsorgt. Die Restar- beiten werden im Folgejahr abgeschlos- sen. Im Ergebnis bleibt der Teleskop- gasbehälter als so genannte Landmar- ke im Stadtbild der Stadt Münster bestehen. Die absatz- und preisbedingte Erhöhung der Umsatzerlöse konnte die gestiege- nen Aufwendungen für Beschaffungsko- sten sowie die Instandhaltungsmaßnah- men nicht kompensieren, so dass das operative Ergebnis der Gasversorgung gegenüber dem Vorjahr deutlich gesun- ken ist. Das Gesamtergebnis kann im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Situation des Unternehmens aber noch als zufriedenstellend bezeichnet werden. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 33 25. November 2004 Kesselmontage Der Absatz an die Beteiligungsgesell- schaft Westfälische Fernwärmeversor- gung GmbH, Münster, die ihrerseits als Weiterverteilungsunternehmen Fernwär- mekunden in Münster versorgt, ging im Berichtsjahr leicht um rd. 2,3 % zurück. Grund war die Stilllegung des kohlege- feuerten Heizkraftwerkes Hafen sowie die vorübergehende Stilllegung der Heißwasserkessel für Umschlussarbeiten der neuen Gas- und Dampfturbinenan- lage am selben Standort. Die hierdurch bedingten Ausfallzeiten hat die Westfä- lische Fernwärmeversorgung GmbH durch Wärmeproduktion in eigenen Heizwerken ersetzt. Die Versorgung der Endkunden in Münster war damit ununterbrochen gewährleistet. Ebenfalls ging die Wärmelieferung an einen Großkunden in Münster zurück, der insbesondere während der Still- standszeiten des Heizkraftwerkes Hafen die eigene Wärmeproduktion im eigenen gasgefeuerten Heizwerk erhöhte. Insgesamt reduzierte sich damit der Wärmeabsatz um 6,7 % auf nunmehr 539,3 Mio. kWh im Berichtsjahr gegen- über 578,1 Mio. kWh im Vorjahr. Fernwärmeerzeugung Umweltfreundliche Wärmeerzeugung auf hohem Niveau Trotz der Einschränkungen durch die Neubautätigkeiten für die Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Heiz- kraftwerk Hafen sank die Wärmeabgabe aus dieser Anlage im Berichtsjahr nur um 8,7 % auf 484,7 Mio. kWh. Gleich- zeitig stieg die Wärmeerzeugung in den Blockheizkraftwerken sowie den Ther- mokonzeptanlagen um rd. 15,0 % auf nunmehr 54,7 Mio. kWh. Damit lag die Gesamtabgabe aus der Eigenerzeugung mit 539,3 Mio. kWh um 6,7 % unter der vergleichbaren Zahl des Vorjahres. Wirtschaftliches Ergebnis der Fernwärmeversorgung Leichte Ergebnisverschlechterung Trotz der schwachen Baukonjunktur in Münster wurde im Berichtsjahr das Fern- wärmenetz um 4,6 km auf nunmehr rd. 93,6 km verlängert. Die Anzahl der Hausanschlüsse konnte sowohl in Neu- baugebieten, aber auch durch Verdich- tungsmaßnahmen um 282 auf 2.136 erhöht werden. Die Erschließungsmaßnahmen in bereits begonnenen Neubaugebieten wurden planmäßig weitergeführt. Im Baugebiet Roxel-Nord wurde ein neues Heizwerk mit einer kleinen KWK-Anlage in Betrieb genommen; wirtschaftliche Auswirkun- gen aus dieser Anlage werden sich aller- dings erst im Folgejahr ergeben. Der starke Anstieg der internationalen Energiepreise für Heizöl und Kohle führ- te zu deutlich höheren Erzeugungsko- sten in den Erzeugungslagen der Stadt- werke, die nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden konnten. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Erzeu- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 35 29. November 2004 Aufrichtung des Feuerraums Mio. m3. An dieser Entwicklung waren die Privatkunden einschließlich Gewer- be und der so genannte Mischbedarf, an die rd. 15,9 Mio. m 3 Trinkwasser gelie- fert wurden, mit rd. 0,9 % Minderabsatz vertreten. Gleichzeitig sank die Abgabe an Sondervertragskunden und sonstige Verbraucher um 6,5 %. Wasserbeschaffung Rückgang der Eigenförderung Der Rückgang des Wasserabsatzes wurde überwiegend durch eine geringe Vermin- derung der Förderung in den eigenen Wasserwerken aufgefangen. Hier sank die Förderung in eigenen Wasserwerken um 3,3 % auf 10,5 Mio. m 3. Der Wasser- bezug vom Wasserwerk Haltern lag un- verändert bei 7,4 Mio. m 3. Zur Sicherstellung der langfristigen Was- serbeschaffung wurde im Berichtsjahr ein neuer Wasserlieferungsvertrag mit einer Laufzeit bis 2020 abschließend verhandelt. Dieser Liefervertrag setzt die langfristige, seit 1958 bestehende Kooperation mit Gelsenwasser fort. An- gesichts der weiter erwarteten Rückgän- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss gungsstruktur im kohle-/gasbetriebenen Heizkraftwerk Hafen sowie in den dezen- tralen gasbetriebenen Heizzentralen wur- den die höheren Beschaffungskosten ent- sprechend den Preisgleitklauseln diffe- renziert an die Kunden weitergegeben. Zum 01.04.2005 stiegen die Preise für Kunden des Heizkraftwerks Hafen um 10,4 % sowie für Fernwärmekunden aus erdgasbetriebenen Heizzentralen um ca. 5,0 %. Zum 01.10.2005 ergab sich für Kunden aus dem Heizkraftwerk Hafen eine Preis- steigerung um rd. 4,0 % und für Kunden aus dezentralen Heizzentralen um ca. 10,8 %. Sowohl diese Preiserhöhungen als auch die allgemeine Diskussion über die welt- weit explodierenden Energiekosten führ- ten bei unseren Kunden zu einem beson- ders sparsamen Umgang mit Energie. In Verbindung mit dem erhöhten Stoff- aufwand sowie den gestiegenen Kapi- talkosten für die weitere Erschließungs- tätigkeit sank das operative Ergebnis der Fernwärmeversorgung im Berichtsjahr unter das vergleichbare Ergebnis des Vorjahres. Im Hinblick auf die Gesamt- situation des Unternehmens kann die- ses Ergebnis aber noch als ausreichend bezeichnet werden. Trinkwasserversorgung Trinkwasserabsatz Weiterhin sparsame Wasserverwendung Die Trinkwasserversorgung als zentrale Geschäftssparte unseres Unternehmens konnte im Berichtsjahr auf 125 Jahre Trinkwasser für Münster und Umgebung zurückblicken. Die Stadtwerke haben dieses Jubiläum zum Anlass genommen, die Aufgaben zur Sicherstellung einer gleichbleibend hohen Trinkwasserquali- tät und stetiger Verfügbarkeit in aller Öffentlichkeit zu kommunizieren. Der langfristig anhaltende Trend zum Wassersparen, der durch unsere Kunden- beratung mit dem Ziel der Ressourcen- schonung unterstützt wird, konnte auch im Berichtsjahr beobachtet werden. Die weiterhin schwache Konjunktur führ- te auch bei den Gewerbe- und Sonderver- tragskunden zu einem sparsameren Um- gang mit dem Betriebsmittel Trinkwasser. Insgesamt sank der Absatz im Berichts- jahr leicht um 1,2 % auf nunmehr 16,8 Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 37 14. Dezember 2004 Kesselmontage maßnahmen in allen Bereichen wieder- um gesunken ist. Trotzdem haben die Stadtwerke in 2005 keine Wasserpreis- anhebungen vorgenommen. Das operative Ergebnis dieses Geschäfts- bereiches kann danach als nicht ausrei- chend bezeichnet werden. 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss ge im Wasserabsatz werden die Stadt- werke Münster nach diesem Kooperati- onsvertrag die eigene Förderleistung schrittweise anheben und so die ortsna- hen Wasservorkommen in Münster nut- zen. Entsprechende Wasserrechte liegen vor. Trinkwasserqualität auf hohem Niveau Re-Zertifizierung nach DIN ISO 9001 Die sichere Versorgung mit Trinkwasser aus den stadtwerkeeigenen Wasserwer- ken sowie durch den Wasserbezug vom Halterner Wasserwerk wurde zu jeder Zeit gewährleistet. Die Anforderungen der seit 2002 geltenden Trinkwasserver- ordnung konnten jederzeit problemlos erfüllt werden. Zur Qualitätssicherung der eigenen Lei- stungen wurde im Berichtsjahr die so genannte Re-Zertifizierung nach DIN ISO 9001 für den Bereich Wasser erfolg- reich durchgeführt. Das gelieferte Trinkwasser entsprach auch im Berichtsjahr jederzeit allen phy- sikalischen, chemischen und mikrobio- logischen Anforderungen. Wirtschaftliches Ergebnis der Trinkwasserversorgung Steigender Material- und Kapitalaufwand Der Ausbau des Wassernetzes wurde entsprechend den Erschließungsmaß- nahmen in Neubaugebieten vorange- trieben. Die Länge des Versorgungsnet- zes erhöhte sich um 11,2 km auf nun- mehr 954,6 km. Damit haben die Stadt- werke wiederum erhebliche Vorleistun- gen für die zukünftige Trinkwasserver- sorgung erbracht. Die dafür benötigten Kapitalkosten werden erst durch späte- re Umsatzerlöse ausgeglichen werden können. Die Anzahl der Hausanschlüsse erhöhte sich um 596 auf nunmehr 49.363. Dies entspricht einer Steigerung von rd. 1,2 %. Gleichzeitig stieg die Zahl der Zähler um 490 auf nunmehr 50.293, entsprechend 1,0 %. Unter Berücksichtigung der Neuan- schlüsse sank der spezifische Trinkwas- serverbrauch je Zähler um 2,8 % gegen- über dem Vorjahr auf nunmehr 333,7 m 3 je Zähler. Die relativ hohen Investitionen für Erschließungsmaßnahmen führten zu höheren Vorfinanzierungskosten und damit höheren Abschreibungen für die Stadtwerke, denen infolge der schwa- chen Baukonjunktur eine relativ gerin- ge Anzahl von Hausanschlüssen gegen- überstand. Insgesamt erhöhten sich damit die Kapi- talkosten sowie Kosten für Materialauf- wendungen insbesondere Pumpstrom bei gleichzeitig gesunkenem Wasserab- satz, so dass der Kostendeckungsgrad der Trinkwassersparte trotz der in den Vorjahren begonnenen Kostensenkungs- Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 39 15. Dezember 2004 Kesselmontage Reduzierung der eigenen Betriebsleis- tungen erbracht. Die Erhöhung der an- gemieteten Wagen-km ist insbesondere auf die Ausweitung der Fahrleistungen der Beteiligungsgesellschaft Verkehrs- service Gesellschaft Münster mbH zu- rückzuführen. Angebotsverbesserungen Komfort und Umweltschutz im Fokus Im Berichtsjahr wurden 10 weitere Nie- derflur-Gelenkbusse in Betrieb genom- men. Erstmalig wurden alle neuen Fahr- zeuge mit Klimaanlagen ausgestattet, die sowohl bei hohen Temperaturen als auch bei feuchtkalter Witterung für spürbar höheren Fahrkomfort sorgen. Dieser wird auch verbessert durch wei- tere Ausstattungsdetails wie TFT-Bild- schirme, auf denen die Fahrgäste sämt- liche Informationen über Uhrzeit, Lini- ennummern, Linienverlauf, Endhalte- stelle sowie die nächste Haltestelle erhalten. Mit diesen Neuanschaffungen erhöhte sich der Busbestand an Gelenkzügen 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Verkehrsbetrieb Betriebs- und Verkehrsleistungen Erfreuliche Zuwächse im Bereich Abonnement Die Anzahl der Fahrgäste erhöhte sich im Berichtsjahr um 0,5 Mio. auf rd. 31,5 Mio. Diese Zahl liegt um rd. 1,7 % über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Außergewöhnlich starke Zuwächse gab es im Bereich des Privatabonnements. Dazu trug insbesondere das so genann- te Schnupper-Abonnement bei, das im Oktober 2005 gestartet wurde. Der Gesamtbestand an Abonnenten stieg im Berichtsjahr um 10,3 % auf über 21.000 zum Jahresende. Außerdem trug das neue familienfreundliche 9-Uhr-Tages- ticket, das seit Einführung im Rahmen der Tarifmaßnahme zum 01.08.2005 von rd. 390.000 Fahrgästen genutzt wurde, zur Steigerung bei. Münster-Karte und 9- Uhr-Karte legten um 19,3 % bzw. 12,6 % gegenüber dem Vorjahr zu. Die Fahrgastzahlen im Bereich Schüler, Auszubildende und Studierende mit Semesterticket stiegen um 1,7 % (+ 180.000), bei Personen mit Schwerbe- hindertenausweis bzw. vergleichbaren Freifahrtberechtigungen um rd. 220.000, entsprechend 10,5 %. Im Segment der Sonderverkehre ist ein Zuwachs um 6,5 % auf nunmehr rd. 500.000 Fahrgäste zu verzeichnen. Der Verkehrsbetrieb hat seine Betriebs- leistungen auch im Berichtsjahr der gestiegenen Nachfrage angepasst und für die verschiedenen Kundensegmente differenzierte Leistungsangebote er- bracht. Insgesamt blieben die Betriebsleistun- gen (Wagen-km) bei rd. 8,8 Mio. km auf dem Niveau des Vorjahres. Diese Be- triebsleistung wurde durch erhöhte an- gemietete Wagen-km bei gleichzeitiger Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 2005 2004 in 1.000 in 1.000 Veränderung Linienverkehr 31.041,9 30.533,6 + 1,7 % davon • Regeltarif „Jedermann“ 17.728,7 17.620,7 + 0,6 % • Schüler, Semesterticket, Auszubildende 10.952,8 10.774,6 + 1,7 % • Schwerbehinderte 2.334,7 2.112,6 + 10,5 % • Sonst. Fahrtberechtigungen 25,7 25,7 0,0 % Sonderverkehre 499,5 468,9 + 6,5 % ______ ______ ______ Gesamt 31.541,4 31.002,5 + 1,7 % Entwicklung Fahrgastzahlen Seite 41 20. Dezember 2004 Kesselmontage zum 31.12.2005 auf 90 (Vorjahr 88), während der Bestand an Solo-Wagen von 34 auf 28 sank. Sämtliche Busse der Stadtwerke sind weiterhin mit einem „CRT-Katalysator und Rußpartikelfilter- system“ ausgestattet. Damit haben die Stadtwerke Münster die gesetzlich vor- geschriebenen Maßnahmen vorzeitig erfüllt und tragen dadurch zu einer Re- duzierung der Feinstäube auf Münsters Straßen bei. Mit dem Fahrplanwechsel am 10.01.2005 wurde der Rundumanschluss am Haupt- bahnhof ab 21.00 Uhr neu konzipiert, gleichzeitig wurde eine Anschlussgaran- tie gewährleistet. Verbunden damit war ein Paket von technischen und organi- satorischen Maßnahmen zur Anschluss- sicherung. Ebenfalls erfolgreich verlief die an- spruchsvolle Verkehrssteuerung anläss- lich von Großveranstaltungen bzw. An- lässen mit überregionaler Bedeutung. Rechtzeitig zum Adventsverkehr im vier- ten Quartal 2005 wurden an sechs wei- teren Standorten neue elektronische Fahrgastinformationssysteme in Betrieb genommen. Hierbei handelt es sich um platzsparende Masten mit Ausleger. Damit sind bereits 44 Fahrgastinformationssys- teme im Stadtgebiet Münsters installiert. Nahverkehrsplan verabschiedet Masterplan für Qualität und Quantität Ein Meilenstein für die zukünftige Ange- botspolitik des Verkehrsbetriebs war die Verabschiedung des zweiten Nahver- kehrsplanes der Stadt Münster durch den Rat der Stadt im September 2005. Nach einer zweijährigen intensiven Erarbei- tung dieses Nahverkehrsplanes zwischen Stadtplanungsamt und Verkehrsmanage- ment der Stadtwerke sowie nach umfas- sender politischer Beratung in den zuständigen Gremien legt damit dieser Plan die qualitativen und quantitativen Standards für den gesamten öffentli- chen Personennahverkehr in Münster für rd. fünf Jahre fest. Wesentliche Inhalte dieses neuen Nahverkehrsplanes sind die Ausweitung des 20-Minuten-Taktes im Tagesnetz bis 21.00 Uhr, die Einfüh- rung eines neuen Nachtnetzes ab 21.00 Uhr, das Rund-um-die-Uhr-Angebot an Wochenenden sowie das neu gestaltete Linienangebot für den wachsenden Stadtteil Gievenbeck. Gleichzeitig wurde der Fahrplan für die Stadt Münster neu gestaltet und sämtlichen Haushalten im November 2005 zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung dieses zweiten Nahver- kehrsplanes begann mit dem Fahrplan- wechsel am 09.01.2006. Fokus Kundenzufriedenheit Marktforschung verstärkt – Kundenservice weiter ausgebaut Die Mobilitätsberatungsstelle „mobilé“ am Hauptbahnhof wurde Anfang 2005 kundenorientiert ausgebaut, um insbe- sondere den Abonnenten-Servicebereich im Erdgeschoss zu verbessern. Darüber hinaus besucht ein Verkehrsmobil mit aktivem Verkaufs- und Beratungsge- schäft regelmäßig alle Stadtteile und wird im Rahmen von Großveranstaltun- gen eingesetzt. Um den Kundenwünschen weiter entge- genzukommen, wurde das Instrument der Befragung verstärkt angesetzt. Un- tersucht wurden die Lesefreundlichkeit des Liniennetzplanes sowie sein Aus- hang in den Bussen ebenso wie die Optik der Tabellen im Fahrplanbuch. In beiden Fällen konnten die Ergebnisse der Befragung unmittelbar umgesetzt 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 43 21. Dezember 2004 Kessel- Stahlbaugerüst Die bereits in den Vorjahren erfolgreich begonnenen Maßnahmen zur Kostensen- kung wurden im Berichtsjahr weiterhin umgesetzt. Trotz dieser erfolgreichen Kostensenkungsmaßnahmen stiegen die Materialaufwendungen im Berichtsjahr um 2,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Durch die erfreuliche Erhöhung der Umsatzerlöse konnten die Mehrkosten des operativen Betriebes im Berichts- jahr z.T. gedeckt werden. Unter An- rechnung aperiodischer Einnahmen so- wie sonstiger Erträge aus z.B. Anlagen- abgang konnte der Jahresfehlbetrag vor Steuern in Höhe von 12,0 Mio. € um rd. 1,5 Mio. € gegenüber dem Ergebnis des Vorjahres verbessert werden. 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss werden. Hinzu kommen die gesetzlich vorgeschriebenen umfangreichen Fremd- nutzer-, Schwerbehinderten- und Seme- sterticket-Erhebungen sowie Spezialaus- wertungen mit Hilfe des Fahrgastanaly- seprogramms im Nahverkehr, die wert- volle Informationen über die Angebots- nutzung durch unsere Kunden gegeben haben. Die hohen Verkaufszahlen im Bereich Abonnement und 9-Uhr-Tageskarte wur- den durch umfassend angelegte Marke- tingaktionen begleitet. Beiden gemein- sam war der umfassende Medienmix zur gezielten Kommunikation des Preisvor- teils. Auf dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Treibstoffkosten für die Pkw-Nutzung wurde die Idee des Kos- tensparens mit einer „Nein-Tanke“-Kam- pagne aufgegriffen. Wirtschaftliches Ergebnis des Verkehrsbetriebes Kostendeckungsgrad trotz Erlössteigerungen gesunken Die Umsatzerlöse des Verkehrsbetriebes sind im Berichtsjahr um rd. 3,8 Mio. € auf nunmehr 24,3 Mio. € gestiegen. Ursächlich für diese Erlössteigerung waren neben aperiodischen Einnahmen die Erhöhung der Fahrgastzahlen sowie die zum 01.08.2005 vorgenommene Erhöhung der Tarife des Verkehrsbetrie- bes im Rahmen der Preisanpassungs- maßnahmen der Verkehrsgemeinschaft Münsterland um 4,2 %. Mit dieser Maß- nahme war eine Tarifstrukturreform ver- bunden, deren volle Auswirkungen sich voraussichtlich erst im folgenden Jahr zeigen werden. Diese Preisanpassungen reichten aller- dings nicht aus, alle Veränderungen und Mehrkosten im Verkehrsbetrieb auszu- gleichen. Im Berichtsjahr stiegen insbesondere infolge des internationalen Ölpreisan- stieges die Dieselbeschaffungskosten für die 118 eigenen Busse sowie die Busse der Vertragspartner, deren Kosten über eine Preisgleitklausel weitergege- ben werden. Gleichzeitig stiegen im Berichtsjahr die Ausgleichszahlungen des Landes Nord- rhein-Westfalen, z.B. für die Beförde- rung von Personen mit Schwerbehinder- tenausweis oder die Kostenerstattung für Nahverkehrsplanung. Darin enthal- ten waren aperiodische Leistungen für Vorjahre. Die Personalaufwendungen stiegen ins- besondere für aperiodische Kosten und Vorsorgemaßnahmen um 1,2 Mio. € über den vergleichbaren Wert des Vor- jahres. Der zum 01.11.2004 begonnene Koope- rationsvertrag mit der Regionalverkehr Münster GmbH zur gemeinsamen Betriebsführung der aus der Region nach Münster führenden Schnell- und Regio- nalbuslinien führte ebenfalls zu leicht gestiegenen Kosten. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 45 7. Januar 2005 Montage der Kesselmodule gen, insbesondere Sanierungsmaßnah- men für die Beseitigung von Altlasten, konnte die Unterdeckung des Hafenbe- triebes aus dem Vorjahr u.a. durch Anla- genabgänge kompensiert werden. 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Hafenbetrieb Ergebnis des Hafenbetriebes Hafenumschlag deutlich rückläufig Mit Stilllegung des kohlebetriebenen Heizkraftwerkes am Standort Hafen im zweiten Quartal 2005 sank der Hafen- umschlag um 22,2 % auf 265.544 t. Als wesentliche Umschlaggüter sind nach Wegfall der Kohlelieferungen Bau- stoffe sowie Düngemittel geblieben. Um die zukünftigen Chancen für die Ent- wicklung von Binnenhäfen abzuschät- zen und mögliche neue Verkehre für den Hafenbetrieb zu erschließen, haben die Stadtwerke Münster sich im Berichtsjahr dem Projekt „InterPorts“ angeschlossen, einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, an der mehrere Binnenhäfen im Nord- westen Deutschlands beteiligt sind. Ziel dieses Projektes ist, Potenziale für die Verkehrsverlagerung von der Straße auf das Binnenschiff im Seehafen – Hinter- landverkehre – sowie im Binnen-See- Verkehr zu identifizieren. Dies soll in erster Linie durch die enge Zusammen- arbeit von See- und Binnenhäfen im Marketing erfolgen. Durch die Weitergabe von gezielten Informationen soll versucht werden, die Kapazitäten auf der Wasserstraße bes- ser auszulasten und gleichzeitig da- durch den Lkw-Verkehr deutlich zu redu- zieren. Zur Weitergabe dieser Informa- tionen ist unter anderem eine Internet- plattform im Rahmen von InterPorts geplant. Erfolgreiche Strukturveränderung Neue Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor Das von den Stadtwerken seit Jahren unterstützte Stadtentwicklungskonzept zur Strukturveränderung des Hafenbe- reiches wurde auch im Berichtsjahr erfolgreich fortgeführt. Auf der Hafen- nordseite, dem so genannten „Kreativ- kai“, wurden zwei von privaten Investo- ren errichtete Gebäude fertig gestellt, die hochwertige Arbeitsplätze in den Bereichen Architektur, Einzelhandel und Verwaltung anbieten. Mit dem Bau wei- terer Objekte sowie dem Umbau beste- hender Objekte wurde begonnen. Die Stadt Münster hat zur weiteren Ent- wicklung des Hafengebietes städtebau- liche Rahmenbedingungen erlassen, die von den Investoren einzuhalten sind. Dies sichert eine einheitliche hochwer- tige Entwicklung an diesem exponierten Standort. Wirtschaftliches Ergebnis Weitere Sanierung notwendig Die Umsatzerlöse des Hafens bestehen überwiegend aus Mieten und Pachten für Liegenschaften sowie Einnahmen aus dem Güterumschlag. Neben dem Rückgang der Umschlagmen- gen führten weitere Leerstände im Sanierungsbereich zu sinkenden Miet- und Pachteinnahmen. Entsprechend la- gen die Umsatzerlöse im Berichtsjahr leicht unter dem Wert des Vorjahres. Bei unveränderten Aufwendungen für die anstehenden Strukturveränderun- Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 200520042003 Hafenumschlag 2001 bis 2005 in Mio. t 2001 0,27 2002 0,25 0,27 0,270,34 Seite 47 10. Januar 2005 Montage der Kesseltrommel Die Vergleichbarkeit von Einzeldaten des Jahresabschlusses 2005 der Stadtwerke Münster GmbH mit vergleichbaren Daten aus dem Vorjahr ist daher in mehreren Fällen eingeschränkt. Auf eine Anpas- sung der Daten für das Vorjahr wurde verzichtet, da eine nachträgliche Kor- rektur zur Vergleichbarkeit nicht herge- stellt werden kann. Die Netzgesellschaft hat die nach dem neuen Energiewirtschaftsgesetz erfor- derlichen Anträge für die Festsetzung der Netzentgelte Strom und Gas fristge- mäß bei den zuständigen Behörden ein- gereicht. Die von den internationalen Energie- märkten auf uns überwälzten drastisch gestiegenen Preise für Kohle, Heizöl, Gas und Elektrizität führten auf den Beschaffungsmärkten zu Preissteigerun- gen, die nur zum Teil an die Kunden wei- tergereicht werden konnten. Die bun- desweit geführte Diskussion über die Angemessenheit von Preiserhöhungen wurde auch in Münster geführt. Die Stadtwerke haben rechtzeitig ein Kom- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Gesamtunternehmen Entwicklung des Gesamtunternehmens Hohe Investitionen in einem dynamischen Energiemarkt – Umsetzung des neuen Energiewirtschaftsgesetzes erfolgreich abgeschlossen Die Fertigstellung der Gas- und Dampf- turbinenanlage am Standort Heizkraft- werk Hafen ist die größte Einzelinvesti- tion in der Geschichte des Unterneh- mens Stadtwerke Münster. Diese Inve- stition konnte trotz widriger Umstände nach einem Brand im Abgaskanal der Gasturbinen termingemäß entsprechend den Vorgaben des Gesetzes zur Förde- rung der Kraft-Wärme-Kopplung im Dezember 2005 abgeschlossen werden. Die nachgewiesenen Leistungsdaten entsprechen den Planvorgaben. Die Brennstoffversorgung erfolgt über einen langfristig angelegten Gaslieferungsver- trag, der den heute bekannten Risiken auf dem Beschaffungs- und Absatzmarkt Rechnung trägt. Diese neue GuD-Anlage wird ca. 50 % des Strombedarfs in Münster in umwelt- freundlicher Kraft-Wärme-Kopplung pro- duzieren. Die derzeit bekannte Entwick- lung der Strompreise führt zu einer zufriedenstellenden Refinanzierung der Investitionsaufwendungen. In Ausführung des zweiten Gesetzes zur Neuregelung des Energiewirtschafts- rechtes vom 07.07.2005 haben die Stadtwerke die Vorgaben zur Entflech- tung der Energiewirtschaft vorzeitig mit der Gründung der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH umgesetzt. Diese Gesellschaft hat mit handelsrechtlicher Wirkung zum 01.01.2005 ihre Ge- schäftstätigkeit aufgenommen. Zur Er- füllung dieser Aufgaben haben die Stadtwerke mit Übertragungsvertrag der Netzgesellschaft sämtliche Rechte und Pflichten aus allen Verträgen übertra- gen, die erforderlich sind, um den Betrieb der Netze zu führen. Dabei wer- den die Netze der Stadtwerke Münster lediglich an die Netzgesellschaft ver- pachtet. Anlagevermögen wurde nicht übertragen. Neben den vom Energiewirtschaftsge- setz erfassten Sparten Strom und Gas wurden auch die Netze der Wasser- und Fernwärmeversorgung an die Netzgesell- schaft verpachtet. Die Änderungen im Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH beziehen sich daher auf sämtli- che Versorgungssparten. Durch die Verpachtung der Netze an die Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH ergeben sich im Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH folgende wesentliche Änderungen: • Die Umsatzerlöse enthalten die Netz- dienstleistungen der Stadtwerke an die Netzgesellschaft. • Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten die Pachterträge von der Netzgesellschaft. • Der Materialaufwand der Stadtwerke enthält die Zahlungen der Netzentgel- te an die Netzgesellschaft. Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 49 11. Januar 2005 Montage der Kesseltrommel nannte Orientierungscenter. Hier führen die Stadtwerke mit großem Erfolg eine Standortbestimmung für hoch engagier- te Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch. Die Teilnehmer erarbeiten ein systematisches Stärken- und Schwä- chenprofil und entwickeln zusammen mit ihren Führungskräften einen indivi- duellen Entwicklungsplan, bestehend aus einer Entwicklungsperspektive, Ein- satzfeldern und konkreten Qualifizie- rungsmaßnahmen in ihrem jeweiligen Beruf. Die Teilnehmer klären dabei ihre Karrierewege im Unternehmen und loten ihre Möglichkeiten aus. Die Führungs- kräfte profitieren dadurch, dass sie die Potenziale der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Bereich optimal einsetzen und Anregungen für die Effi- zienzsteigerung der Arbeitsabläufe gewinnen. Für Führungskräfte werden so genannte Feedback-Workshops veranstaltet, mit deren Hilfe die Führungskräfte sich ein systematisches Feedback von ihren di- rekt unterstellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einholen können. Regel- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss munikationskonzept zur Begründung der Preisanpassungsmaßnahmen erarbeitet. In offenen Diskussionen wurde die Not- wendigkeit von Preiserhöhungen zur Sicherung der Unternehmenssubstanz transparent gemacht. Personalentwicklung Stadtwerke Münster sind Top-Arbeitgeber Auch im Jahr 2005 haben die Stadtwer- ke Münster wieder eine Reihe von Maß- nahmen ergriffen, die eine ausgegliche- ne Balance des betrieblichen Gebens und Nehmens absichern und die Lei- stungsfähigkeit, Flexibilität und Inno- vationskraft des Betriebes weiter stei- gern. Diese Bausteine trugen dazu bei, dass die Stadtwerke Münster zu den attraktivsten Arbeitgebern im Münster- land zählen. Unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier wurden im Rah- men des Benchmarkings TOP JOBS her- ausragende Arbeitgeber im deutschen Mittelstand ermittelt. Nach dieser Untersuchung gehören die Stadtwerke Münster durch bemerkenswerte Leistun- gen im Personalmanagement zu den besten Arbeitgebern im Mittelstand. Die Stadtwerke Münster bieten ihren Mitarbeitern umfangreiche Möglichkei- ten zur Flexibilisierung der Arbeitszeit an: Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit im Verwaltungsbereich, Wunschdienstplä- ne für den Schichtbetrieb im Verkehrs- betrieb und individuell flexibilisierba- re Schichtmodelle in den Bereitschafts- diensten. Seit Januar 2005 wird auch die Möglichkeit geboten, im Wechsel zu Hause und im Büro zu arbeiten (so ge- nannte Telearbeit). Die Beteiligungsge- sellschaft items als IT-Dienstleister bie- tet hierfür innovative technische Mög- lichkeiten des Online-Zugriffs auf alle IT-Anwendungen des Unternehmens. Die Einführung der Telearbeit wird durch eine intensive Unterstützung von Team und Führungskraft begleitet, damit die Abstimmung im Team und der Kontakt zu den Kollegen nicht darun- ter leiden. Die Telearbeit verspricht den Teilneh- mern geringere Wegezeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und außerberuflichen Verpflichtungen. Die betrieblichen Ziele sind die nachweis- lich hohe Arbeitsqualität und Produkti- vität, eine hohe betriebliche Flexibili- tät und auf Dauer auch die Einsparung von Büroflächen. Qualifizierung der Mitarbeiter Attraktives Fortbildungsprogramm Für die gezielte interne Weiterbildung wurde auch im Berichtsjahr wieder ein attraktives Bildungsprogramm aufge- stellt. Das Programm beinhaltet Themen mit fachlichem und IT-Schwerpunkt, Arbeitstechniken, Führen, Kommunika- tion, Vertrieb und Veränderungsprozes- se. Die Veranstaltungen werden sowohl von externen, professionellen Trainern als auch von Mitarbeitern der Stadtwer- ke und der Beteiligungsgesellschaften durchgeführt. Ein Schwerpunkt der Personalentwick- lung war auch im Berichtsjahr das so ge- Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Seite 51 15. Februar 2005 Montage der Frischluft- und Rauchgaskanäle lich der Rauchgasreinigungsanlage DESONOX wurden im Berichtsjahr begon- nen. Die Fertigstellung ist bis 2007 vor- gesehen. Für das bis Mitte 2005 bestehende kohle-/gasgefeuerte Heizkraftwerk Ha- fen wurden im Dezember 2004 Emissi- onsrechte nach dem Nationalen Alloka- tionsplan der Deutschen Emissionshan- delsstelle zugeteilt. Diese Emissions- rechte wurden im Umlaufvermögen bilanziert. Die Zuteilung der Emissions- rechte für den Neubau der GuD-Anlage steht noch aus. Trotz schwacher Baukonjunktur haben die Stadtwerke auch im Berichtsjahr in die Erschließung neuer Baugebiete sowie Verdichtungsmaßnahmen im Bestand investiert. Diese Investitionen bieten einen soliden Grundstein für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Unter der Rubrik „Anzahlungen auf Anlagen“ und „Anlagen im Bau“ sind hier insbesondere der Neubau des Wär- mespeichers für die GuD-Anlage, die Erd- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss mäßiges Ergebnis dieser Aktionen sind Anregungen für die eigene Entwicklung und für eine bessere Arbeit im Team. Inzwischen haben etwa ein Drittel der Führungskräfte der Stadtwerke ihre Feedback-Workshops durchgeführt. Wei- tere Durchführungen sind geplant. Beschäftigte Senkung des Personalstandes durch Umstrukturierung Die Anzahl der Beschäftigten reduzier- te sich im Berichtsjahr um 14 Mitarbei- ter auf nunmehr 1.020 zum 31.12.2005. Neben der allgemeinen Fluktuation ist dieser Rückgang insbesondere auf den Übergang der Mitarbeiter der ehemali- gen Abteilung „Netzmanagement und Netzwirtschaft“ in die Stadtwerke Mün- ster Netzgesellschaft mbH zurückzufüh- ren. Im Bereich Versorgung ergab sich eine leichte Steigerung der Personalzahlen, um die Anforderungen des neuen Ener- giewirtschaftsgesetzes jederzeit zu erfüllen. 11 Mitarbeiter wechselten zur neu gegründeten Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH. Im Verkehrsbereich wurden die durch Fluktuation frei werdenden Stellen nicht wieder besetzt. Stattdessen erfolgt die Neubesetzung in der Beteiligungsgesell- schaft Verkehrsservice Gesellschaft Mün- ster mbH, die durch ihre Zugehörigkeit zum Arbeitgeberverband des privaten Verkehrsgewerbes ihre Leistungen markt- gerecht anbieten kann. Auch im Jahre 2005 haben die Stadt- werke Münster über ihren eigenen Be- darf hinaus junge Menschen ausgebil- det. Trotz planmäßigen Rückgangs der Beschäftigtenzahl wurde die Anzahl der Auszubildenden von 37 im Vorjahr auf nunmehr 41 erhöht. Investitionen auf hohem Niveau Fristgemäße Fertigstellung der GuD-Anlage Die Inbetriebnahme der Gas- und Dampfturbinenanlage am HKW Hafen betraf die größte Einzelinvestition des Unternehmens. In dieses Projekt wur- den über 80,0 Mio.€ investiert zuzüg- lich Anbindungskosten an die Versor- gungsnetze Gas und Strom. Die notwen- digen Demontagearbeiten für die nicht mehr benötigten Altanlagen einschließ- Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Beschäftigte (31.12.) 2005 2004 Bereich Versorgung 456 454 Bereich Verkehr/Hafen 316 321 Bereich Vertrieb/Verwaltung 207 222 Auszubildende 41 37 Gesamt 1.020 1.034 Seite 53 17. Februar 2005 Montage der Rauchgaskanäle 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 JahresabschlussStadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 den Wirtschaftsraum Münster zur Stabi- lisierung der Wirtschaftslage und damit der Arbeitsplätze geführt. Vermögens- und Finanzlage Hohe Selbstfinanzierungsquote Die Bilanzsumme stieg im Berichtsjahr um 39,0 Mio.€ auf nunmehr 478,9 Mio. €. Diese Steigerung um 8,9 % ist neben den Zugängen des Sach- und Finanzan- lagevermögens auf eine Erhöhung des Umlaufvermögens durch Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände zurückzuführen. Das Stammkapital der Gesellschaft betrug im Berichtsjahr unverändert 51,2 Mio. €. Die Kapitalrücklage blieb im Wesentlichen unverändert. Die Gewinnrücklagen erhöhten sich im Berichtsjahr um 15,7 Mio. € auf nun- mehr 24,3 Mio.€. Diese Steigerung der Gewinnrücklage resultiert aus dem Ertrag anlässlich der Veräußerung von Wertpapieren des Anlagevermögens und soll entsprechend der Beschlusslage der gasentspannungsturbine in der Gasüber- gabestation Mecklenbeck sowie zum Beispiel der Neubau von zwei Blockheiz- kraftwerken zu nennen. Die übrigen Zugänge zum Anlagevermö- gen für die Versorgungssparten sowie den Verkehrsbetrieb betreffen insbeson- dere die Anschaffung von 10 neuen Ge- lenkzügen für den Verkehrsbetrieb, die Fertigstellung des Heizwerkes Roxel für das Nahwärmegebiet Roxel-Nord sowie mehrere Thermokonzeptanlagen. Bei den Finanzanlagen haben die Stadt- werke die Position „Wertpapiere des Anlagevermögens“ um 16,1 Mio.€ auf- gestockt. Diese Veränderung resultiert ausschließlich aus der Umschichtung von Wertpapieren. Die Erträge aus dem Wertpapierverkauf sind nach dem Beschluss der Gesellschafterin unseres Unternehmens für eine Eigenkapitaler- höhung bei einer Beteiligungsgesell- schaft vorgesehen. Die Position „Anteile an verbundenen Unternehmen“ erhöhte sich um den Zugang der Stadtwerke Münster Netzge- sellschaft mbH mit einem Stammkapi- tal von 100 T€. Bei den übrigen Finanzanlagen, insbe- sondere Beteiligungen, gab es im Be- richtsjahr keine wesentlichen Verände- rungen. Insgesamt betrug der Zugang zum Anla- gevermögen im Berichtsjahr 99,7 Mio.€. Nach Saldierung mit den Abschreibun- gen, Anlagenabgängen etc. erhöhte sich das Anlagevermögen um 63,2 Mio.€. Die mit diesen Investitionen verbunde- nen Bau- und Lieferaufträge haben für Zugang Anlagevermögen nach 2005 2004 Veränderung Verrechnung von Kapitalzuschüssen Mio. € Mio. € % Stromversorgung 84,3 6,9 + 1.117,6 Gasversorgung 3,1 6,8 – 54,6 Fernwärmeversorgung 3,7 7,4 – 49,7 Wasserversorgung 2,6 2,5 + 1,5 Verkehrsbetrieb 3,4 2,8 + 21,4 Gemeinsame Anlagen 0,5 0,6 – 6,7 Zwischensumme 97,6 27,0 + 260,8 Anlagen im Bau 2005 2004 und Anzahlungen auf Anlagen Mio. € Mio. € Zugänge 33,9 49,2 – Umbuchungen 48,0 – 14,2 4,5 + 44,7 Finanzanlagen 16,3 3,6 Zugänge gesamt 99,7 75,3 Zugang Anlagevermögen 2005 Seite 55 14. März 2005 Gebäude: Stahlbau 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 JahresabschlussStadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Gesellschafterin zur Stärkung des Eigen- kapitals verwandt werden. Damit steigt das Eigenkapital absolut um 15,7 Mio.€ auf nunmehr 148,3 Mio.€. Mit dieser erfreulichen Erhöhung verän- dert sich die Eigenkapitalquote – bei gestiegener Bilanzsumme – von 30,1 % in 2004 auf nunmehr 31,0 % in 2005. Unter Berücksichtigung der soliden Finanzierung der Gas- und Dampfturbi- nenanlage kann diese Eigenkapitalquote noch als befriedigend bezeichnet werden. Die Rückstellungen erhöhten sich im Berichtsjahr um ca. 12,2 Mio. €. Diese Zunahme ist insbesondere auf die versi- cherungstechnisch gebotenen Erhöhun- gen der Vorsorgebeträge für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie Vor- sorgemaßnahmen für Unternehmensrisi- ken in den Versorgungsparten angesichts der nicht abschätzbaren Preisentwicklung auf den Energiemärkten zurückzuführen. Die Finanzierung der Investitionen erfolgte aus den bereits in 2004 aufge- nommenen Darlehen sowie den Eigen- mitteln des Unternehmens. Durch plan- mäßige Tilgung verminderten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditin- stituten um rd. 7,0 Mio.€ auf nunmehr 102,6 Mio. € im Berichtsjahr. Beim Umlaufvermögen sanken die Vor- räte u.a. durch Verkauf nicht mehr be- nötigter Ersatzteile sowie die Reduzie- rung der sonstigen Vorräte für die still- gelegten Anlagen des kohle-/gasbetrie- benen Heizkraftwerkes Hafen insgesamt um 0,4 Mio. €. Bei den Forderungen und sonstigen Ver- mögensgegenständen stiegen die Forde- rungen aus Lieferungen und Leistungen zum Teil preis- und mengenbedingt um 4,3 Mio.€ gegenüber dem vergleichba- ren Wert des Vorjahres. Insgesamt stie- gen die Forderungen und sonstigen Ver- mögensgegenstände um 10,6 Mio.€. Der Kassenbestand zum Bilanzstichtag in Höhe von 44,5 Mio. € (Vorjahr 78,9 Mio.€) diente insbesondere der Abwick- lung der ausstehenden Zahlungen nach Fertigstellung und Abnahme der Lei- stungen für die GuD-Anlage. Unter Berücksichtigung der schwierigen wirtschaftlichen Situation des Berichts- jahres kann die Vermögens- und Finanz- lage als solide bezeichnet werden. Seite 57 16. März 2005 Anlieferung Gasturbine 1 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 JahresabschlussStadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 durch die Aktivierung der GuD-Anlage im Dezember 2005 mit einem entspre- chend niedrigen Abschreibungsvolumen sowie Sondereffekte durch eine im Vor- jahr vorgenommene Teilwertabschrei- bung auf das Immobilienvermögen. Die Aufwendungen für Konzessionsab- gaben nach den mit den Städten Mün- ster und Drensteinfurt vereinbarten Konzessionsverträgen sanken um 0,4 Mio. € auf rd. 17,1 Mio.€. Dieser Rück- gang ist insbesondere zurückzuführen auf den Absatzrückgang in der Wasser- sparte sowie strukturelle Veränderungen in den Energiesparten. Die übrigen betrieblichen Aufwendun- gen sanken um 1,3 Mio.€ auf nunmehr 20,7 Mio. € und beinhalten aperiodi- sche Aufwendungen sowie Kosten für Vorsorgemaßnahmen zu Risiken für die unsichere Preisentwicklung auf den Energie- und Beschaffungsmärkten. Das Finanzergebnis des Unternehmens verschlechterte sich planmäßig von ./. 0,7 Mio. € im Vorjahr auf nunmehr Gesamtergebnis Ergebnis weiterhin zufriedenstellend Durch die Verpachtung der Versorgungs- netze an die Netzgesellschaft sowie die Erbringung von umfangreichen Dienst- leistungen der Stadtwerke für diese Be- teiligungsgesellschaft ist die Vergleich- barkeit wesentlicher Daten gegenüber den Werten des Vorjahres nicht mehr gegeben. Dies betrifft insbesondere die Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge sowie Materialaufwendungen. Die Umsatzerlöse erhöhten sich in den Energiesparten mengenbedingt sowie durch die Weitergabe der höheren Be- schaffungskosten und die Verrechnung von Dienstleistungen an die Netzgesell- schaft auf nunmehr rd. 389,4 Mio.€ im Berichtsjahr gegenüber 312,0 Mio.€ im Vorjahr. Nach Abzug der Stromsteuer von den Umsatzerlösen erhöhten sich die Erlö- se netto um rd. 75,4 Mio. € auf 367,5 Mio. € im Berichtsjahr. Die sonstigen betrieblichen Erträge stie- gen von 13,6 Mio.€ im Vorjahr auf nun- mehr 96,3 Mio. € im Berichtsjahr. Wesentliche Ursache für diese Erhöhung sind die Pachterträge für die Verpach- tung der Versorgungsnetze an die Netz- gesellschaft. Der Materialaufwand stieg insgesamt um 143,6 Mio.€ auf nunmehr 301,2 Mio.€. In dieser Position sind erstmals die von den Stadtwerken an die Netzgesellschaft gezahlten Netzentgelte enthalten. We- sentliche Ursache für die sonstige Erhö- hung dieser Position sind die gestiege- nen Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe von im Saldo 31,8 Mio. €, die auf die absatz- und preisbe- dingten höheren Aufwendungen für Energiebeschaffungskosten zurückzu- führen sind. Die Personalaufwendungen lagen im Berichtsjahr im operativen Bereich prak- tisch auf dem Niveau des Vorjahres, da die leichten Tarifanpassungen durch die planmäßige Reduzierung der Mitarbei- terzahl aufgefangen werden konnten. Die höheren Personalaufwendungen sind daher ausschließlich auf erhöhte Vorsor- gemaßnahmen entsprechend den ab 01.01.2005 geänderten versicherungs- mathematischen Grundsätzen zurückzu- führen sowie die Anpassung des Abzin- sungsfaktors an die Marktgegebenhei- ten auf den Kapitalmärkten. Insgesamt erhöhten sich damit die Per- sonalaufwendungen um 4,1 Mio. € auf nunmehr knapp 60,0 Mio.€ im Berichts- jahr. Damit haben die Stadtwerke aus- reichend Vorsorge getroffen für zukünf- tige Pensionsleistungen des Unterneh- mens sowie die Leistungen für die Altersteilzeit. Die Abschreibungen auf das Anlagever- mögen und die Sachanlagen verminder- ten sich im Berichtsjahr um 7,3 Mio.€ auf 28,5 Mio. €. Dieser Rückgang trotz der hohen Investitionen ist erklärbar Seite 59 4. April 2005 Anlieferung und Einbindung Haupt-/ Bypass-Kamine Linie 2 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 JahresabschlussStadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Beteiligungsgesellschaften Geschäftsergebnisse im Plan Die wirtschaftliche Lage und Entwick- lung der Beteiligungsgesellschaften stellten sich für das Jahr 2005 differen- ziert, aber insgesamt erfreulich dar. Wesentlichen Einfluss auf das Beteili- gungsergebnis hatte die Neugründung der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH, die mit handelsrechtlicher Wir- kung zum 01.01.2005 planmäßig ihre Arbeiten aufgenommen hat. Neben der Kalkulation der Netzentgelte entsprechend der Netzentgeltverord- nung für Strom und Gas hat die Gesell- schaft die nach den Pachtverträgen vor- gesehene Betriebsführung für die Ver- sorgungsnetze der Stadtwerke übernom- men. Das Ergebnis des ersten Geschäftsjahres war negativ. Die Absatzentwicklung der Westfäli- schen Fernwärmeversorgung GmbH ver- lief entsprechend der Temperaturent- rd. ./. 2,3 Mio. € im Berichtsjahr. Ursächlich hierfür waren die erhöhten Zinsaufwendungen für die in 2004 auf- genommenen Kredite zur Finanzierung der GuD-Anlage sowie die Übernahme des Bilanzverlustes von der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH entspre- chend dem mit diesem Unternehmen abgeschlossenen Ergebnisabführungs- vertrag. Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2005 weist mit 36,7 Mio.€ ein um 16,5 Mio. € höheres Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus. Diese auf den ersten Blick sehr po- sitive Ertragsentwicklung ist fast aus- schließlich durch die Realisierung eines Bilanzgewinnes bei der Veräußerung von Wertpapieren des Anlagevermögens ent- standen. Im operativen Geschäft liegt danach das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit etwa auf dem ver- gleichbaren Wert des Vorjahres. Die Stadtwerke haben auch im Berichts- jahr konsequent Kostensenkungsmaß- nahmen durchgeführt. Trotzdem waren sowohl in den Versorgungssparten als auch im Verkehrsbereich zum Teil deut- liche Margenverschlechterungen zu ver- zeichnen. Insbesondere die gestiegenen Energiebeschaffungskosten, die im Laufe des Geschäftsjahres zum Teil mit Verspätung und ebenfalls nicht in vol- lem Umfang durch höhere Preise an die Kunden weitergegeben werden konnten, führten zu einem Rückgang der Rohmar- ge. Darüber hinaus haben die Stadtwer- ke über die Netzgesellschaft wiederum erhöhte Instandhaltungsmaßnahmen in den Versorgungsnetzen durchgeführt, um für die zukünftige Qualitätssiche- rung und weitere Erhaltung der Versor- gungssicherheit Vorsorge zu treffen. Die Steuerlast lag mit rd. 11,7 Mio. € mit 1,3 Mio.€ über dem Niveau des Vor- jahres. Vermindert um die vorgenannten Steu- ern stellte sich der Jahresüberschuss mit 25,1 Mio. € dar (+ 15,3 Mio. € Steige- rung gegenüber dem Vorjahr). Aus die- sem Jahresüberschuss soll nach dem Beschluss der Gesellschafterversamm- lung zur Finanzierung einer Kapitaler- höhung bei einer Beteiligungsgesell- schaft der Bilanzgewinn aus der Veräu- ßerung der Wertpapiere in Höhe 15,7 Mio. € der Gewinnrücklage zugeführt werden. Entsprechend einer im Berichtsjahr beschlossenen Vorabgewinnausschüt- tung wurden in 2005 bereits 1,0 Mio.€ (Vorjahr ebenfalls 1,0 Mio. €) an die Gesellschafterin ausgeschüttet. Danach weist die Gewinn- und Verlust- rechnung einen Bilanzgewinn in Höhe von 8,4 Mio.€ aus (Vorjahr 8,8 Mio.€). Dieser Bilanzgewinn soll nach dem Vor- schlag der Geschäftsführung an die Gesellschafterin ausgeschüttet werden. Unter Würdigung der Aktivitäten zum Bau der GuD-Anlage sowie der Auswirkungen der Probleme auf den Energiemärkten kann das Ergebnis des Berichtsjahres immer noch als gut bezeichnet werden. Seite 61 11. April 2005 Anlieferung und Einbindung Haupt-/ Bypass-Kamine Linie 1 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 JahresabschlussStadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Risikomanagementsystem Risikoreiche Energiemärkte Nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) werden nach dem bei den Stadtwerken bestehenden Risikoma- nagementsystem (RMS) bestehende und potenzielle Risiken beurteilt und bewer- tet. Danach sollen alle den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Ent- wicklungen frühzeitig erkannt werden, um rechtzeitig notwendige Gegenmaß- nahmen einzuleiten. Zudem sollen mit diesem System regelmäßige und koor- dinierte Informationsflüsse zwischen den Unternehmensbereichen und der Geschäftsführung sichergestellt wer- den. Außerdem sind die operativen Be- teiligungsgesellschaften in dieses In- formations- und Kontrollsystem einge- bunden. In der für das Berichtsjahr vorliegenden Risikoanalyse werden gleichzeitig auch für das kommende Geschäftsjahr erkenn- bare Risiken bewertet. Gleichzeitig wer- den in mittelfristiger Betrachtung zu- künftige Risiken beurteilt. wicklung leicht negativ. Während der Stillstandsperiode des Heizkraftwerkes Hafen der Stadtwerke Münster GmbH hat die Gesellschaft mit ihren Reserveheiz- werken die eigene Versorgung sowie eine Teillieferung an die Stadtwerke Münster GmbH durchgeführt. Bei der Projektgesellschaft Windkraft Nordseeheilbad Borkum GmbH konnte das Produktionsergebnis der 1,8-MW- Windkraftanlage auf rd. 6,3 Mio. kWh gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden. Bei dieser Gesellschaft ergab sich im Berichtsjahr eine Veränderung in den Gesellschaftsanteilen. Die Stadtwerke Münster haben von ihrem Gesellschafts- anteil in Höhe von 50,0 % einen Anteil in Höhe von 0,1 % an die Mitgesell- schafterin, die Stadtwerke Nordseeheil- bad Borkum GmbH, veräußert, um die- sem Gesellschafter eine Steueroptimie- rung innerhalb ihres Gesellschafterkrei- ses zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurde zwischen der Windkraftgesell- schaft sowie den Stadtwerken Borkum ein Ergebnisabführungsvertrag abge- schlossen. Die Westfälische Bauindustrie GmbH hat im Berichtsjahr planmäßig Instandhal- tungsmaßnahmen an den von ihr betrie- benen Objekten durchgeführt. Darüber hinaus wurden Planungen im Rahmen der städtischen Infrastrukturentwick- lung weitergeführt. Das Passagieraufkommen der Flughafen Münster/Osnabrück GmbH entwickelte sich wiederum positiv. Darüber hinaus wurden Planungen zur Verlängerung der Start- und Landebahn begonnen, um dem Flughafen zukünftig neues Ver- kehrsaufkommen zu erschließen. Die items Gesellschaft für Informations- technologie, Kommunikation und Orga- nisation mbH hat im Berichtsjahr ihre Angebotspalette planmäßig erweitert und neue Kunden akquirieren können. Die Energiehandelsgesellschaft West mbH hat im Berichtsjahr trotz der schwierigen Lage auf den Energiemärk- ten ihr Handelsgeschäft erfolgreich auch außerhalb des Gesellschafterkreises aus- gebaut. Zum Ende des Berichtsjahres hat die Gesellschaft im Rahmen einer Kapital- erhöhung die Energie- und Wasserver- sorgung Rheine GmbH als zehnten Gesellschafter aufgenommen. Mit dem Beitritt dieses Gesellschafters erhöht sich ebenfalls das Beschaffungsvolumen auf den Energiemärkten. Die Verkehrsservice Gesellschaft Münster mbH hat als Unternehmen für Verkehrs- dienstleistungen im Linienverkehr im Be- richtsjahr ihre Leistungen planmäßig ausgebaut. Zum 31.12.2005 beschäftig- te diese Gesellschaft insgesamt 120 Ar- beitnehmer, zum Teil in flexibler Teilzeit. Die Leistungs- und Umsatzentwicklung dieses Unternehmens verlief positiv. Seite 63 22. April 2005 Außerbetriebnahme der Blöcke 1 & 2 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 JahresabschlussStadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Ausblick Weiterhin angemessenes Investitionsniveau Nach dem Investitionsplan 2006 werden die Sachanlageinvestitionen weiter auf einem angemessen hohen Niveau lie- gen. Nach Inbetriebnahme der Gas- und Dampfturbinenanlage im Dezember 2005 werden in 2006 die bereits begon- nenen Demontagearbeiten für nicht mehr benötigte Anlagenteile fortge- setzt. Darüber hinaus wird der Wärme- speicher zur Optimierung der Fahrweise der Stromerzeugung planmäßig fertig gestellt werden. Herausragendes Ereignis im Investiti- onsplan 2006 ist die Übernahme der Straßenbeleuchtung von der Stadt Mün- ster zum 01.01.2006. Zu diesem Termin wurden rd. 26.000 Leuchtenanlagen in das Eigentum der Stadtwerke übertra- gen. Der bestehende Dienstleistungsver- trag zwischen Stadt und Stadtwerken zum Betrieb der Beleuchtungsanlagen wurde entsprechend angepasst. Schwerpunkte in der Risikobeurteilung waren im Berichtsjahr die Begleitung der Planungs- und B udgetsteuerungs- funktionen beim Bau der Gas- und Dampfturbinenanlage am Heizkraftwerk Hafen sowie die Risiken, die sich aus der Preisentwicklung auf den internationa- len Energiemärkten sowie den Folgerun- gen für die Beschaffungs- und Verkaufs- preise der Stadtwerke ergeben. Die Geschäftsführung hat dem Aufsichts- rat regelmäßig über die Ergebnisse des Risikomanagementsystems berichtet. Die Geschäftsführung sieht als Hauptri- siken die sich abzeichnenden Verände- rungen in den liberalisierten Energie- märkten, insbesondere die noch nicht absehbaren Preisrisiken aus der erstma- ligen Festsetzung der Netzentgelte für Strom und Gas durch die zuständigen Regulierungsbehörden. Die Einsprüche von Kunden gegen die notwendigen Preisanpassungen in der Gasversorgung nach der so genannten Billigkeitskontrolle gemäß § 315 BGB führen zu großer Verunsicherung der Märkte und lassen mittelfristig einen Preisdruck und damit Margendruck auf die Versorgungssparten befürchten. Die Entwicklung der Strompreise wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Gas- und Dampfturbinenanlage aus. Die mittelfristige differenzierte Entwick- lung der Energiepreise kann aber auch die Wirtschaftlichkeit der GuD-Anlage belasten. Die zukünftig wirtschaftlich tragbare Entwicklung des öffentlichen Personen- nahverkehrs wird durch die angekündig- te weitere Reduzierung von Ausgleichs- zahlungen des Landes Nordrhein-West- falen für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen des öffentlichen Nahver- kehrs bestimmt. Ebenso sehen wir die Änderungen des Ordnungsrahmens für die Versorgungs- und Verkehrswirt- schaft, insbesondere die damit verbun- dene mögliche Einschränkung des steu- erlichen Querverbundes, als äußerst kri- tisch an. Diese Risiken wurden von den Stadtwer- ken Münster einzeln und kumulativ bewertet und werden – trotz des zum Teil enormen Risikopotenzials – derzeit nicht als bestandsgefährdend einge- schätzt. Im Rahmen der Quartalsberichterstat- tung wurden Aufsichtsrat und Gesell- schafterin regelmäßig informiert. Seite 65 7. Juni 2005 Kesseldruckproben 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 JahresabschlussStadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 ckungsgrad des Verkehrsbetriebes leicht vermindern. Nach dem Wirtschaftsplan 2006 wird die Geschäftsentwicklung im laufenden Geschäftsjahr absatzmäßig stabil ver- laufen. Bei nicht abschätzbaren Ent- wicklungen der Preise auf den Beschaf- fungsmärkten sowie der Entscheidun- gen der Regulierungsbehörde ist ein weiterer Margenverlust in den Energie- sparten nicht auszuschließen. Außer- dem wird die Berechnung der vollen Ka- pitalkosten für die GuD-Anlage das Ge- samtergebnis der Stadtwerke belasten. Danach wird das Plan-Ergebnis der Gesellschaft in Höhe von rd. 8,8 Mio.€ deutlich unter dem Ergebnis des Vorjah- res liegen. Die Entwicklung der Absatz- und Leis- tungsdaten im ersten Quartal 2006 zeig- te sich in den einzelnen Geschäftsspar- ten sehr unterschiedlich im Vergleich zum Vorjahr. In der Stromversorgung stieg der Absatz um 5,2 %. In der Erdgasversorgung stieg Bei der Flughafen Münster/Osnabrück GmbH wurde im März 2006 zur Finanzie- rung der vorlaufenden Maßnahmen für die Verlängerung der Start- und Lande- bahn das Eigenkapital um 10,0 Mio. € durch Bareinzahlung der Gesellschafter erhöht. An dieser Kapitalerhöhung ha- ben sich die Stadtwerke Münster GmbH entsprechend ihrem Gesellschaftsanteil mit rd. 3,5 Mio. € beteiligt. Nach positivem Beschluss zum weiteren Ausbau der Start- und Landebahn wer- den die Stadtwerke in den folgenden Jahren weitere Kapitalerhöhungen unter Berücksichtigung von Landeszuschüssen leisten. Die Stromtarife, die letztmalig zum 01.02.2005 neu festgesetzt wurden, werden zurzeit nicht angepasst, da die günstigen Erzeugungskosten aus der GuD-Anlage die gestiegenen Beschaf- fungskosten auf den Strommärkten zum großen Teil kompensieren. Zum 01.01.2006 mussten die Gaspreise – trotz zweimaliger Erhöhungen in 2005 – nochmals wegen der Entwicklung auf dem Heizölmarkt um durchschnittlich 10 % angehoben werden. Die Angemes- senheit der Preisänderung im Bezug auf die höheren Beschaffungskosten wurde durch eine unabhängige Wirtschaftsprü- fungsgesellschaft testiert. Nach der Umstellung der Fernwärmeer- zeugung im kohle-/gasgefeuerten Heiz- kraftwerk Hafen auf die gasgefeuerte GuD-Anlage in 2005 wurden die Preis- konditionen in den Lieferverträgen mit den Wärmekunden an diese Entwicklung angepasst. Zum 01.04.2006 ergibt sich danach eine Anpassung der Wärmeprei- se entsprechend den gestiegenen Beschaffungskosten um rd. 10 %. Im Verkehrsbetrieb wurden zum Fahr- planwechsel am 09.01.2006 die im Nah- verkehrsplan 2005 vorgegebenen Maß- nahmen umgesetzt. Dazu gehörten die Ausweitung des 20-Minuten-Taktes im Tagesnetz bis 21.00 Uhr, die Einführung des neuen Nachtnetzes Münster ab 21.00 Uhr, das Rund-um-die-Uhr-Ange- bot an Wochenenden sowie neu gestal- tete Linienangebote für verschiedene Stadtteile. Im Umfeld dieses Fahrplan- wechsels wurden breit angelegte Fahr- gastinformationen durchgeführt. Mit dem regionalen Verkehrsanbieter Westfalen Bus GmbH wurde ein Koope- rationsvertrag abgeschlossen, mit dem die unternehmerische Verantwortung für mehrere Stadtbuslinien in Münster auf die Stadtwerke Münster GmbH übertra- gen wird. Ziel dieser Kooperation ist die zukünftige Konsolidierung der Linien- verkehre in den Verkehrskorridoren Hil- trup/Amelsbüren und Roxel. Dieser Kooperationsvertrag beginnt im Herbst 2006. Durch die Übernahme der wirt- schaftlichen Verantwortung nach die- sem Vertrag wird sich der Kostende- Seite 67 17. November 2005 Eröffnung GuD-Anlage 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 JahresabschlussStadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 dem Jahresabschluss und Lagebericht dem Gesellschafter getrennt berichtet. Die Stadtwerke Münster GmbH hat für das Geschäftsjahr 2005 einen Konzern- abschluss sowie einen Konzernlagebe- richt aufzustellen. Münster, den 31. März 2006 Stadtwerke Münster GmbH Dr. Ohlms Dr. Spickenheuer der Absatz bedingt durch die relativ kalte Witterung, aber insbesondere durch die Lieferung an die GuD-Anlage um insgesamt rd. 51,7 %. Die Netzeinspeisung für die Fernwärme- versorgung sank trotz kühler Witterung durch gestiegene Eigenerzeugung eines Sondervertragskunden um 1,6 %. Der Trend zum Wassersparen setzt sich auch im 1. Quartal 2006 mit einem Rück- gang der Netzeinspeisung um 0,9 % fort. Im Verkehrsbereich war ein Zuwachs der Fahrgastzahlen in Höhe von 7,1 % zu verzeichnen. Die nach dem neuen Energiewirtschafts- gesetz 2005 vorgeschriebene Entflech- tung der Energiewirtschaft wird in Ver- bindung mit der Arbeit der Regulie- rungsbehörde den Wettbewerb auf den Strom- und Gasmärkten verschärfen. Zum Ausgleich nachlassender Margen im Stammgeschäft werden die Stadtwerke wie in den Vorjahren Produkte in neuen Geschäftsfeldern vermarkten. Der Ein- stieg in den überregionalen Absatz von Wärmecontractinganlagen unter dem Produktnamen „Thermokonzept“ sowie Bau und Betrieb der Straßenbeleuch- tungsanlagen sind hier ein guter Grund- stein. Darüber hinaus werden die Stadtwerke ihre Anstrengungen zur Überprüfung der Geschäftsprozesse sowie zur nachhalti- gen Senkung der Kosten intensivieren. Um die Qualitätsanforderungen, die sich aus der Einhaltung der Versorgungssi- cherheit, aber auch aus den Anforderun- gen der Kunden ergeben, werden die Stadtwerke, wie bereits in den Vorjah- ren, den Aufbau eines systematischen Qualitätsmanagementsystems fortfüh- ren. Schwerpunkte sind hier das aktive Beschwerdemanagement im Versor- gungs- und Verkehrsbereich sowie der Aufbau eines systematischen Qualitäts- managementsystems im Vertrieb. Neben der Kundenbindung werden hier eine Erhöhung der Prozesssicherheit, aber auch die Erschließung weiterer Effi- zienzpotenziale erwartet. Die Qualitäts- managementsysteme werden regelmä- ßig durch externe Gutachter entspre- chend den einschlägigen Normen testiert. Wie in den Vorjahren werden die Stadt- werke auch weiterhin ihre Vertriebsak- tivitäten außerhalb Münsters intensivie- ren. Beim Wettbewerb um Kunden inner- halb und außerhalb des angestammten Versorgungsgebietes werden die Stadt- werke an der bewährten Zielsetzung „Marge vor Marktanteil“ festhalten. Über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und Zweckerreichung der Stadtwerke Münster GmbH im Jahre 2005 gemäß § 108 Abs. 2 Nr. 2 GO Nord- rhein-Westfalen wurde zeitgleich mit Seite 69Seite 68 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 51.200.000,00 51.200 II. Kapitalrücklage 72.842.336,61 72.807 III.Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen 24.280.000,00 8.600 IV. Bilanzgewinn 8.410.000,00 8.840 156.732.336,61 141.447 B. Sonderposten mit Rücklageanteil 1.439.712,43 1.164 C. Empfangene Ertragszuschüsse 44.899.615,87 49.605 D. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 14.018.280,00 10.798 2. Steuerrückstellungen 5.739.166,68 3.758 3. Sonstige Rückstellungen 85.961.148,84 78.932 105.718.595,52 93.488 E. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 102.582.252,64 109.541 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 85.106,69 63 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 44.443.579,92 21.321 4. Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 748.235,80 1.414 5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.399.056,95 1.437 6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 13.839.450,08 7.070 7. Sonstige Verbindlichkeiten 4.243.295,69 12.719 Davon aus Steuern 2.112.778,57 € (i.Vj. 10.627.376,89 €) Davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.212.433,36 € (i.Vj. 1.282.068,34 €) 169.340.977,77 153.565 F. Rechnungsabgrenzungsposten 759.424,19 666 478.890.662,39 439.935 Vermerk: Verbindlichkeit aus Bürgschaften 37.581.572,89 36.340 A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen und ähnliche Rechte 980.880,39 1.487 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 83.552.357,19 85.108 2. Verteilungsanlagen 94.850.752,55 100.249 3. Sonstige technische Anlagen und Maschinen 76.070.582,00 8.395 4. Fahrzeuge für Personenverkehr 4.806.446,00 3.619 5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.119.017,06 6.892 6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 35.313.002,58 50.291 301.712.157,38 254.554 III.Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 29.397.244,92 29.297 2. Beteiligungen 2.222.671,64 2.468 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.165.000,00 675 4. Wertpapiere des Anlagevermögens 40.801.160,00 24.703 5. Sonstige Ausleihungen 2.315.615,22 2.253 75.901.691,78 59.396 378.594.729,55 315.437 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.125.998,81 3.491 2. Unfertige Leistungen 163.540,55 210 3. Waren 4.932,88 5 4. Emissionsrechte 1,00 0 3.294.473,24 3.706 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.004.452,56 30.724 2. Forderungen gegen den Gesellschafter 1.855.897,26 1.646 3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 640.055,98 272 4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.583.226,45 4.041 5. Sonstige Vermögensgegenstände 9.295.771,75 5.065 52.379.404,00 41.748 III.Wertpapiere 1. Sonstige Wertpapiere 5.000,00 0 IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 44.466.359,76 78.865 100.145.237,00 124.319 C. Rechnungsabgrenzungsposten 150.695,84 179 478.890.662,39 439.935 Aktivseite Stand Stand 31.12.2005 31.12.2004 €€ 1.000 € Passivseite Stand Stand 31.12.2005 31.12.2004 €€ 1.000 € Bilanz der Stadtwerke Münster GmbH zum 31.12.2005 Seite 71 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Seite 70 Gewinn- und Verlustrechnung der Stadtwerke Münster GmbH für das Geschäftsjahr 2005 (01.01.–31.12.) 1. Umsatzerlöse 389.385.509,28 311.968 Stromsteuer – 21.879.468,15 – 19.876 367.506.041,13 292.092 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen – 46.221,59 45 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.928.292,98 4.058 4. Sonstige betriebliche Erträge 96.295.055,68 13.630 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 148.969.482,65 117.123 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 152.199.201,09 40.397 301.168.683,74 157.520 6. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter 45.420.967,59 43.380 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 14.533.148,24 12.493 Davon für Altersversorgung 5.465.743,41 € 59.954.115,83 55.873 (i.Vj. 3.384.102,16 €) 7. Abschreibungen a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 28.479.361,40 35.742 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen a) Konzessionsabgaben 17.098.642,70 17.456 b) Einstellung Sonderposten mit Rücklageanteil 275.421,45 375 c) Übrige betriebliche Aufwendungen 20.681.900,54 21.969 38.055.964,69 39.800 9. Erträge aus Beteiligungen 1.334.801,90 1.310 Davon aus verbundenen Unternehmen 1.103.315,80 € (i.Vj. 924.632,30 €) 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.356.649,11 1.169 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.613.725,12 1.356 Davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 € (i.Vj. 274,72 €) 12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 363.412,49 97 13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.275.474,57 4.415 Davon an verbundene Unternehmen 0,00 € (i.Vj. 0,00 €) 14. Aufwendungen aus Verlustübernahme 946.251,39 0 15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 36.745.080,22 20.213 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 11.473.114,87 9.647 17. Sonstige Steuern 181.965,35 726 18. Jahresüberschuss 25.090.000,00 9.840 19. Einstellung in andere Gewinnrücklagen 15.680.000,00 0 20. Vorabgewinnausschüttung 1.000.000,00 1.000 21. Bilanzgewinn 8.410.000,00 8.840 Gewinn- und Verlustrechnung 2005 2004 €€ T€ Anhang der Stadtwerke Münster GmbH für das Geschäftsjahr 2005 (01.01.–31.12.) I. Angaben zur Form der Darstellung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung Die Bilanz und die Gewinn- und Verlust- rechnung wurden nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vor- schriften gegliedert. Unter Berücksich- tigung der aus der Art des Betriebes fol- genden Besonderheiten wurde die Dar- stellung der Sachanlagen in der Bilanz (§ 265 Abs. 5 HGB) um die Posten - Verteilungsanlagen (für Energie- und Wasserversorgung), - Fahrzeuge für Personenverkehr, die Darstellung der Vorräte wurde um den Posten - Emissionsrechte erweitert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren ge- gliedert. Die Gliederung wurde um den Posten Aufwand aus Verlustübernahme erweitert. II. Erläuterungen zu Posten von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung Die Stadtwerke Münster GmbH hat am 24.09.2005 die Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH als 100%ige Toch- tergesellschaft gegründet. Die Stadtwer- ke Münster Netzgesellschaft mbH ist durch einen Beherrschungs- und Ergeb- nisabführungsvertrag (Teilbeherrschungs- vertrag für den regulierten Bereich) mit der Stadtwerke Münster GmbH organ- schaftlich verbunden. Die Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserversorgungsnetze sind an die Netzgesellschaft verpachtet. Für die Nutzung der Netze zur Versor- gung der Kunden mit Energie und Was- ser berechnet die Netzgesellschaft ent- sprechende Netzentgelte. Zwischen den Gesellschaften bestehen Dienstleis- tungsverträge zu Planung, Bau und In- standhaltung der Netze, zu verschiede- nen, insbesondere kaufmännischen Querschnittsdienstleistungen sowie ein Vertrag zur Steuerumlage. Zwischen den Gesellschaften wurde ein Übertragungsvertrag geschlossen, mit dem die aus dem Netzbetrieb resul- tierenden sowie alle weiteren das Ge- schäftsfeld Netzmanagement betreffen- den Aufwendungen und Erlöse ab dem 01.01.2005 der Netzgesellschaft über- tragen wurden. Diese Ausgliederung des Geschäftsfeldes Netzmanagement führt in der Gewinn- und Verlustrechnung der Stadtwerke zu wesentlichen Änderun- gen. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 49,8 Mio. € und die sonstigen betrieb- lichen Erträge um 56,5 Mio.€. Die Auf- wendungen für bezogene Leistungen stiegen um 116,9 Mio.€. Weitere, weni- ger wesentliche Änderungen ergaben sich bei den Personalaufwendungen, dem sonstigen betrieblichen Aufwand, den Zinserträgen sowie den Steuern vom Einkommen und Ertrag. Das negative Er- gebnis der Netzgesellschaft in Höhe von 0,9 Mio. € wird nach dem oben er- wähnten Ergebnisabführungsvertrag von den Stadtwerken Münster ausgeglichen. Der Aufwand wird in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen. Durch diese Ausgliederung des Ge- schäftsfeldes Netzmanagement der Stadt- Seite 73Seite 72 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Anhang der Stadtwerke Münster GmbH für das Geschäftsjahr 2005 (01.01.–31.12.) werke Münster GmbH in die Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH ist die Vergleichbarkeit der Zahlen mit den Vor- jahren stark eingeschränkt. 1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Soweit Ansatzwahlrechte ausgeübt wur- den, sind diese bei den Angaben zu Pos- ten der Bilanz erläutert. Die immateriellen Vermögensgegenstän- de und die Sachanlagen sind zu Anschaf- fungs- oder Herstellungskosten bewertet worden. Eigene Leistungen sind ent- sprechend der steuerlichen Aktivierungs- pflicht in den Wertansatz einbezogen. Zuschüsse werden von den Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die in den steuerlichen Abschreibungstabel- len vorgegebenen Nutzungsdauern zu- grunde, wobei alle Anlagenzugänge – so- weit zulässig – zunächst degressiv abge- schrieben wurden, mit Übergang zur linearen Methode. Geringwertige Wirt- schaftsgüter wurden voll abgeschrieben. Von den Finanzanlagen wurden die son- stigen Ausleihungen, bei denen es sich um unverzinsliche oder niedrigverzinsli- che Darlehn handelt, gemäß BFH-Urteil vom 30.11.1988 und dem BMF-Schreiben vom 17.01.1990 zum Nennwert bewertet. Die übrigen Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich vorge- nommener Wertberichtigungen ausgewie- sen. Soweit die Gründe für die Wertbe- richtigungen zum Bilanzstichtag nicht mehr bestehen, ist entsprechend § 280 Abs. 1 HGB zugeschrieben worden. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind unter Berücksichtigung von Abschrei- bungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB zu fort- geschriebenen durchschnittlichen An- schaffungskosten oder zum niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Abschluss- stichtag bewertet. Die Bewertung der Kohlevorräte wurde zum 31.12.2004 auf Verbrauchsfolgeverfahren (Last-in-first- out) umgestellt. Die Bewertung der un- fertigen Leistungen entspricht der der selbsterstellten Anlagen. Forderungen und sonstige Vermögensge- genstände sind unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos bewertet. Die bis einschließlich 2002 empfangenen Ertragszuschüsse werden auf den Altbe- stand mit 5 % des Ursprungswertes auf- gelöst. Im 20. Jahr nach Zugang wird der Abgang unterstellt und der verbliebene Ursprungswert vollständig aufgelöst. Die Zugänge werden ab dem 01.01.2003 direkt gegen die Positionen des Anlage- vermögens verrechnet und wirken sich entsprechend den dort geltenden Nutz- dauern abschreibungsmindernd aus. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind aufgrund der neuen Richttafeln 2005 G zum ver- sicherungsmathematisch ermittelten Barwert angesetzt. Der Rechnungszins- fuß, der der Berechnung des Verpflich- tungsumfanges zugrunde liegt, wurde der Entwicklung der Kapitalmarktzinsen entsprechend auf 4 % herabgesetzt. Für die Ermittlung des Verpflichtungsumfan- ges nach steuerlichen Vorschriften blieb der Rechnungszinsfuß unverändert. Bei den übrigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Verbindlichkeiten sind zum Rückzah- lungsbetrag ausgewiesen. 2. Angaben zu Posten der Bilanz Die Entwicklung des Anlagevermögens wird in der Anlage 1 gezeigt. Es wurden außerplanmäßige Abschreibungen nach § 253 Abs. 2 Satz 3 HGB in Höhe von 4.894 T € auf Gebäude des zentralen Betriebsgeländes sowie in Höhe von 88 T€ auf die Beteiligung an der WLE, Westfälische Landeseisenbahn GmbH, vorgenommen. Die Beteiligung an der Technologiepark GmbH, Münster, ist in das Umlaufvermögen, B III Sonstige Wertpapiere umgegliedert worden. Die Anteile der Stadtwerke Münster GmbH am Stammkapital der Technologiepark GmbH sind auf den am 31.12.2005 bei- zulegenden Wert abgeschrieben. Die der Stadtwerke Münster GmbH unentgeltlich zugeteilten Emissions- rechte nach § 9 TE HG i.V. mit §§ 7 und 14 ZuG 2007 sind mit dem Wert von 1 € ausgewiesen. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist auch der abgegrenzte Verbrauch der Kunden der Energie- und Wasserversorgung zwischen Ablese- und Bilanzstichtag enthalten, der mit den aufgelaufenen Abschlagszahlungen sal- diert wurde. Die Forderungen gegen den Gesellschaf- ter wurden mit Verbindlichkeiten gegen- über dem Gesellschafter zum Bilanzaus- weis zusammengefasst, soweit dieses von der Art und Laufzeit zulässig ist. Sie ergeben sich mit 993 T€ aus Lieferun- gen und Leistungen, Kostenerstattun- gen und sonstigen Forderungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen ganz wesentlich Lieferungen und Leistungen. Die Forde- rungen gegenüber der Stadtwerke Mün- ster Netzgesellschaft mbH insbesonde- re aus Netzdienstleistungen sowie aus den Pachtverträgen sind soweit zuläs- sig mit Verbindlichkeiten gegenüber der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH insbesondere aus Netznutzungs- entgelten zusammengefasst. Der danach verbleibende Betrag von 632 T€ ist un- ter den Forderungen gegenüber verbun- denen Unternehmen ausgewiesen. Von den Forderungen gegen Unterneh- men, mit denen ein Beteiligungsverhält- nis besteht, entfallen 4.666 T€ auf For- derungen aus Lieferungen und Leistun- gen, 875 T€ auf Darlehn sowie 42 T € auf Kostenerstattungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten als wesentliche Posten For- derungen aus Überzahlungen von Steu- ern und Schadensersatzansprüche. Das gezeichnete Kapital beträgt unver- ändert 51.200.000 €. Der Kapitalrücklage sind aus Gesellschaf- termitteln 35 T€ zugeführt worden. Auf Vorschlag der Geschäftsführung soll aus dem Jahresüberschuss ein Betrag von 15.680 T€ in die anderen Gewinn- rücklagen eingestellt werden. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen umfassen die Rückstellung für Pensionsverpflichtun- gen (2,8 Mio.€), eine Rückstellung zur Abdeckung der aus einer möglichen Unterdeckung der ZKW resultierenden Verpflichtungen (3,9 Mio. €) und die Rückstellungen für Deputatverpflichtun- gen (6,7 Mio. €). Die Steuerrückstellungen umfassen die ertragsabhängigen Steuern für das Geschäftsjahr 2005 sowie die in diesem Geschäftsjahr begonnene steuerliche Außenprüfung mit 3,2 Mio. € und die Stromsteuer mit 2,4 Mio. €. Die sonstigen Rückstellungen betreffen insbesondere Rückstellungen für Netz- und Rohrnetzsanierung (8,9 Mio.€), für den Rückbau von Anlageteilen des Heiz- kraftwerkes und der Rauchgasreinigungs- anlage (8,6 Mio.€), für Urlaubsansprü- che und Gleitzeitguthaben der Mitarbei- ter (1,9 Mio.€), für Entsorgungsverpflich- tungen (6,9 Mio.€), für bestehende Al- tersteilzeitverpflichtungen (16,0 Mio.€), Für Verbindlichkeiten Bilanz Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre bestehen folgende Restlaufzeiten T € T€ T€ T€ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 102.582 8.873 31.144 62.565 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 85 85 — — Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 44.444 44.138 306 — Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 748 748 — — Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.399 3.399 — — Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 13.840 13.840 — Sonstige Verbindlichkeiten 4.243 4.243 — — Verbindlichkeiten 31.12.2005 für das Rückzahlungsrisiko verschiedener öffentlicher Zuschüsse einschließlich möglicher Zinsen (5,4 Mio.€) sowie Aus- gleichsleistungen an die Partner der Ver- kehrsgemeinschaft Münsterland (14,8 Mio.€ nach Verrechnung mit geleisteten Anzahlungen in Höhe von 21,6 Mio.€). Die sonstigen Verbindlichkeiten betref- fen im Wesentlichen Steuern, Posten der Lohn- und Gehaltsabrechnung Dezem- ber 2005, erhaltene Sicherheitsleistun- gen sowie Überzahlungen aus der Ver- brauchsabrechnung. Durch Grundpfandrechte gesicherte Ver- bindlichkeiten bestehen nicht. Seite 75Seite 74 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Anhang der Stadtwerke Münster GmbH für das Geschäftsjahr 2005 (01.01.–31.12.) 3. Angaben zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse werden vermindert um die darin enthaltene Stromsteuer ausge- wiesen. Von den Umsatzerlösen entfallen 342,7 Mio.€ auf die Versorgungsbetrie- be, 24,3 Mio.€ auf den Verkehrsbetrieb und 0,5 Mio.€ auf den Hafenbetrieb. Die sonstigen betrieblichen Erträge ent- halten im Wesentlichen die Erträge aus der Verpachtung der Versorgungsnetze (56,5 Mio. €). Ein weiterer wesentlicher Posten sind die Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren des Anlagevermögens in Höhe von 16,0 Mio.€. Daneben sind hier weiterhin enthalten Erträge aus der Auf- lösung von Rückstellungen (9,7 Mio.€), Pacht- und Mieteinnahmen, Entgelte für die Vergärung von Bio-Abfällen, perioden- fremde Erträge (263 T€) sowie verschie- dene Kostenerstattungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendun- gen enthalten neben der Konzessionsab- gabe die Bildung eines Sonderpostens mit Rücklageanteil nach § 6 b EstG (275 T€) sowie verschiedene periodenfremde Auf- wendungen. Von den Aufwendungen sind 5,3 Mio. € als periodenfremd einzuordnen. In den Steuern vom Einkommen und Ertrag ist die an die Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH belastete Gewer- besteuerumlage von 140 T€ enthalten. III. Angaben zum Jahresergebnis Das Jahresergebnis ist durch die Inanspruch- nahme von § 7 d EStG-Abschreibungen in Vorjahren mit 381 T€ entlastet worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Jahresüberschuss von 25,1 Mio.€ aus. Aus diesem Jahresüberschuss soll auf Vorschlag der Geschäftsführung der Ertrag aus der Veräußerung von Wertpa- pieren nach Abzug des darauf entfallen- den Steueraufwands in Höhe von 15,7 Mio. € der Gewinnrücklage zugeführt werden. In Ausführung einer im Berichtsjahr beschlossenen Vorabgewinnausschüt- tung wurden 1,0 Mio. € an den Gesell- schafter ausgekehrt. Der sich hiernach ergebende Bilanzgewinn von 8,4 Mio.€ soll nach dem Vorschlag der Geschäfts- führung an die Stadt Münster als Gesell- schafterin ausgeschüttet werden. IV. Vermerke Der Bilanzvermerk betrifft zwölf Bürg- schaften zugunsten der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, drei Patro- natserklärungen und zwei Bürgschaften zugunsten der Energiehandelsgesell- schaft West mbH sowie eine Bürgschaft zugunsten der Windkraft Nordseeheilbad Borkum GmbH. Der Bilanzvermerk berücksichtigt in der Höhe die Bürg- schaftsvaluta per 31.12.2005. V. Ergänzende Angaben 1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Bestellverpflichtungen im Investiti- onsbereich beliefen sich zum 31.12. 2005 auf 41,1 Mio.€. Aus Leasing-Ver- trägen mit einer Laufzeit zwischen 1 und 5 Jahren resultieren jährliche Verpflich- tungen von 36 T€. 2. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe Die Geschäftsführung besteht aus: Dr.-Ing. Norbert Ohlms, Dr. Werner Spickenheuer. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind in der Anlage genannt. Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betrugen 313 T€. Für die frühere Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen wurden 97 T€ an Pensi- onen aufgewendet. Für sie bestehen Pen- sionsrückstellungen in Höhe von 647 T€. Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat betrugen 1.865,60 €. Darlehn an Mit- glieder des Aufsichtsrates betrugen zum 31.12.2005 51.857,94€ bei Zinssätzen von 0,5 % bis 2,5 %; im Geschäftsjahr 2005 wurden 2.113,87€ getilgt. Lohn- und Gehaltsvorschüsse wurden zum 31.12.2005 mit 250 € bilanziert; im Geschäftsjahr 2005 wurden 2.750 € zurückgezahlt. 3. Belegschaft Von der durchschnittlichen Zahl der Arbeitnehmer in Höhe von 1.003 (Vor- jahr: 1.046) waren 521 (Vorjahr: 538) Lohnempfänger und 482 (Vorjahr: 508) Gehaltsempfänger. Die Gesellschaft ist Mitglied der Kom- munalen Zusatzversorgungskasse West- falen-Lippe (ZKW). Zweck der Anstalt ist es, den Arbeitnehmern im Wege privat- rechtlicher Versicherung eine zusätzli- che Alters- und Hinterbliebenenversor- gung zu gewähren. Die Gesellschaft hat sich bei Begründung der Mitgliedschaft verpflichtet, alle Arbeitnehmer zu ver- sichern, die nach dem Tarifvertrag über die Versorgung der Arbeitnehmer kom- munaler Verwaltungen und Betriebe (Vers. TV-G) zu versichern sind. Der der- zeitige Umlagesatz beträgt 4,5 % + 2,5 % Sanierungsgeld und wird von der Gesellschaft allein getragen. Die Summe der versicherungspflichtigen Löhne und Gehälter für das Jahr 2005 beträgt 38,0 Mio. €. Zur Abdeckung der aus einer möglichen Unterdeckung der ZKW fol- genden Verpflichtungen hat die Gesell- schaft eine Rückstellung von 3.880 T€ gebildet. 4. Angaben zu Beteiligungsunternehmen gemäß § 285 Nr. 11 HGB: 5. Angaben gemäß § 9 Abs. 4 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) Von der Energiehandelsgesellschaft West mbH wurde im Geschäftsjahr 2005 Strom im Nettowert von 32,8 Mio.€ (Vorjahr: 25,2 Mio. €) bezogen. Von der Westfä- lische Fernwärmeversorgung GmbH wur- de in 2005 Fernwärme im Nettowert von 251 T€ bezogen; an diese Gesellschaft wurde in 2005 Fernwärme im Nettowert von 4,4 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €) geliefert. 6. Aktivitätenabschluss gemäß § 9 Abs. 2 und 3 EnWG Die Bilanz und die Gewinn- und Verlust- rechnung – jeweils nach Aktivitäten – sowie die ergänzenden Angaben sind dem Anhang als Anlagen 2.1 – 2.3 bei- gefügt. Münster, den 31.03.2006 Stadtwerke Münster GmbH Dr. Ohlms Dr. Spickenheuer Beteiligungsgesellschaften Höhe des Anteils Eigen- Ergebnis Bilanz- am Kapital kapital gewinn/-verlust am 31.12.2005 am 31.12.2005 am 31.12.2005 %T € T€ Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH, Münster 100 100 – Verkehrsservice Gesellschaft Münster mbH, Münster 100 325 12 Westfälische Bauindustrie GmbH, Münster 99 31.474 1.549 items Gesellschaft für Informationstechnologie, 53 1.860 587 Kommunikation und Organisation mbH, Münster Westfälische Fernwärmeversorgung GmbH, Münster 50 2.565 432 Windkraft Nordseeheilbad Borkum GmbH, Nordseeheilbad Borkum** 49,9 243 141 FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven** 35 23.605 ./. 384 Energiehandelsgesellschaft West mbH, Münster 32 5.019 350 Lokalradio Münster Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, Münster 25 * * Nederlands-Duitse Internet Exchange B.V., Enschede, Niederlande** 50 ./. 309 ./. 209 * Die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses ist in Anwendung der Ausnahmeregelung gemäß § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB unterblieben. ** Die Angabe Eigenkapital und Ergebnis nennt die Werte zum 31.12.2004. Seite 77 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Seite 76 Entwicklung des Anlagevermögens Anlage 1 zum Anhang Stand Zugänge Abgänge Umbu- Stand Stand Stand chungen 01.01.2005 31.12.2005 31.12.2005 31.12.2004 T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ 17.016 pA 783 20 — 17.800 981 1.486 gA 21 80.873 pA 4.633 621 — 89.779 83.552 85.107 TW 4.894 435.369 pA 11.350 5.819 — 442.134 94.850 100.249 gA 1.234 121.784 pA 2.310 28.671 — 95.423 76.070 8.395 16.759 pA 1.086 2.747 — 15.098 4.807 3.619 46.926 pA 2.067 1.829 — 47.266 7.119 6.892 gA 102 — — — — — 35.314 50.292 701.711 27.676 39.687 — 689.700 301.712 254.554 718.727 28.480 39.707 — 707.500 302.693 256.040 — — — — — 29.398 29.298 12.890 apA 88 — — 12.978 2.222 2.468 — — — — — 1.165 675 393 pA 31 368 — 56 40.801 24.703 — — — — — 2.316 2.253 13.283 119 368 — 13.034 75.902 59.397 732.010 28.599 40.075 — 720.534 378.595 315.437 pA 22.260 gA 1.357 TW 4.894 apA 88 Stand Zugänge Abgänge Umbu- Stand Stand Zugänge Abgänge Umbu- Stand chungen chungen 01.01.2005 31.12.2005 01.01.2005 31.12.2005 T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Konzessionen und 21.175 371 21 112 21.637 2.673 190 7 — 2.856 ähnliche Rechte II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grund- 166.186 5.309 715 2.757 173.537 206 — — — 206 stücksgleiche Rechte und Bauten einschließ- lich der Bauten auf fremden Grundstücken 2. Verteilungsanlagen 555.265 7.834 5.855 4.835 562.079 19.647 5.825 377 — 25.095 3. Sonstige technische 144.663 30.564 28.822 39.572 185.977 14.484 — — — 14.484 Anlagen und Maschinen 4. Fahrzeuge für 31.983 3.303 2.819 — 32.467 11.605 957 — — 12.562 Personenverkehr 5. Andere Anlagen, 55.940 1.797 1.837 737 56.637 2.122 130 — — 2.252 Betriebs- und Geschäftsausstattung 6. Geleistete Anzahlungen 52.533 33.858 — – 48.013 38.378 2.241 823 — — 3.064 und Anlagen im Bau Summe II. 1.006.570 82.665 40.048 – 112 1.049.075 50.305 7.735 377 — 57.663 Summe I. und II. 1.027.745 83.036 40.069 — 1.070.712 52.978 7.925 384 — 60.519 III.Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen 29.298 100 — — 29.398 ————— Unternehmen 2. Beteiligungen 15.358 92 250 — 15.200 ————— 3. Ausleihungen an Unter- 675 500 10 — 1.165 ————— nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4. Wertpapiere des 25.096 22.981 7.220 — 40.857 ————— Anlagevermögens 5. Sonstige Ausleihungen 2.253 336 273 — 2.316 ————— Summe Finanzanlage 72.680 24.009 7.753 — 88.936 ————— Gesamt 1.100.425 107.045 47.822 — 1.159.648 52.978 7.925 384 60.519 Erläuterung der Abkürzungen: pA = planmäßige Abschreibungen gA = geringwertige Anlagegüter/ Vollabschreibung gemäß § 6 Abs. 2 EStG TW = Teilwertabschreibung auf Gebäude apA = außerplanmäßige Abschreibungen Anschaffungs-/Herstellungskosten Vor Abrechnung von Zuschüssen Erhaltene Zuschüsse Abschreibungen/Wertberichtigungen Buchwerte Seite 79Seite 78 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Ergänzende Angaben zum Aktivitätenabschluss Anlage 2.1 zum Anhang Abgrenzung der Unternehmensaktivitäten Der mit § 9 EnWG geforderten Entflech- tung im Rechnungswesen wurde durch die Abgrenzung der Versorgungssparte Strom von den sonstigen Aktivitäten entsprochen. Den sonstigen Aktivitäten sind die Bereiche Gas-, Wärme- und Was- serversorgung sowie der Öffentliche Per- sonennahverkehr und der Hafenbetrieb zugeordnet worden. Auf eine weitergehende Aufgliederung der Stromversorgungssparte in die Akti- vitäten gemäß § 9 Abs. 2 S. 1 EnWG konnte aus Wesentlichkeitsgründen ver- zichtet werden, so dass im Folgenden lediglich eine einheitliche Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung der Ver- sorgungssparte Strom, ergänzt um den gesonderten Abschluss der sonstigen Aktivitäten dargestellt wurden. Zuweisung der Aktiva und Passiva, der Aufwendungen und Erträge Die in der Aktivitäten-Bilanz und der Aktivitäten-Gewinn- und Verlustrech- nung ausgewiesenen Abschlussposten wurden vorrangig direkt den Aktivitäten zugeordnet. Soweit ein nur mittelbarer Aktivitätenbezug vorlag oder die direk- te Zuordnung auf dem Weg der Kontie- rung mit unvertretbar hohem Aufwand verbunden gewesen wäre, wurde die Zuordnung auf der Grundlage sachlich begründeter Schlüsselgrößen vorgenom- men. Angewendet wurden dabei im Wesentlichen: • die Roherträge auf die nur mittelbar zuordenbaren immateriellen Vermö- gensgegenstände des Anlagevermö- gens und Sachanlagen, die hieraus resultierenden Abschreibungen, die nicht direkt zurechenbaren Anteile an verbundenen Unternehmen und Betei- ligungen sowie die hieraus resultie- renden Beteiligungserträge • die Umsatzerlöse ohne Ökosteuer unter Berücksichtigung auch interner Erlöse auf die Forderungen und son- stigen Vermögensgegenstände, auf die liquiden Mittel, die erhaltenen Anzah- lungen auf Bestellungen sowie auf die nicht direkt verteilten Steuerrückstel- lungen • die Restbuchwerte der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlage- vermögens und der Sachanlagen auf das gezeichnete Kapital und die Kapi- talrücklage. Die Aufteilung der ande- ren Gewinnrücklagen erfolgte bedarfs- orientiert unter besonderer Berück- sichtigung der kurz- und mittelfristi- gen Investitionsplanung. Die Zurech- nung der Vorabgewinnausschüttung orientierte sich an den Ergebnisbei- trägen von Stromversorgung und son- stigen Aktivitäten. • die Personalkosten auf die Pensions- rückstellungen und auf die Teilbeträ- ge der zu schlüsselnden sonstigen Rückstellungen sowie auf Teilbeträge der sonstigen Verbindlichkeiten • die Zinsaufwendungen auf die Ver- bindlichkeiten gegenüber Kreditinsti- tuten • das den Aktivitäten zugerechnete Umlaufvermögen auf die zu schlüs- selnden Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen sowie auf die Verbindlichkeiten gegenüber verbun- denen Unternehmen und Teile der son- stigen Verbindlichkeiten • auf die in den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung enthal- tenen, nicht direkt zurechenbaren Ver- waltungskostenbestandteile der Roh- ertrag. Die Aufwendungen für die Bereiche Netze (Planung, Bau, Be- trieb) und Vertrieb wurden nach Maß- gabe der innerbetrieblichen Leis- tungsverrechnung an die Segmente Stromversorgung und sonstige Aktivi- täten weiterverrechnet. Innerbetrieb- liche Lieferungs- und Leistungsbezie- hungen, denen interne Umsatzerlöse bzw. interne Materialaufwendungen zugrunde liegen, wurden mit den Posten Interne Erträge bzw. Interne Aufwendungen entkonsolidiert. In Höhe der nach diesen Zuordnungen verbleibenden Differenz wurde ein Kapi- talverrechnungsposten gebildet. Seite 81 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Seite 80 Bilanz zum 31.12.2005 nach Aktivitäten Anlage 2.2 zum Anhang (Aktivseite) A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen und ähnliche Rechte 374.463,58 565 606.416,81 922 980.880,39 1.487 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 39.040.147,50 39.256 44.512.209,69 45.852 83.552.357,19 85.108 2. Verteilungsanlagen 27.277.877,00 28.269 67.572.875,55 71.980 94.850.752,55 100.249 3. Sonstige technische Anlagen und Maschinen 72.086.881,00 4.405 3.983.701,00 3.990 76.070.582,00 8.395 4. Fahrzeuge für Personenverkehr — — 4.806.446,00 3.619 4.806.446,00 3.619 5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.020.243,29 4.522 2.098.773,77 2.370 7.119.017,06 6.892 6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 29.369.958,20 45.904 5.943.044,38 4.387 35.313.002,58 50.291 172.795.106,99 122.356 128.917.050,39 132.198 301.712.157,38 254.554 III.Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 12.756.403,96 14.487 16.640.840,96 14.810 29.397.244,92 29.297 2. Beteiligungen 948.126,55 1.156 1.274.545,09 1.312 2.222.671,64 2.468 3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 789.208,50 — 375.791,50 675 1.165.000,00 675 4. Wertpapiere des Anlagevermögens 17.744.424,48 12.216 23.056.735,52 12.487 40.801.160,00 24.703 5. Sonstige Ausleihungen 1.007.061,06 1.114 1.308.554,16 1.139 2.315.615,22 2.253 33.245.224,55 28.973 42.656.467,23 30.423 75.901.691,78 59.396 206.414.795,12 151.894 172.179.934,43 163.543 378.594.729,55 315.437 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.581.546,62 2.001 1.544.452,19 1.490 3.125.998,81 3.491 2. Unfertige Leistungen 20.319,35 123 143.221,20 87 163.540,55 210 3. Waren — — 4.932,88 5 4.932,88 5 4. Emissionsrechte 1,00 — — — 1,00 — 1.601.866,97 2.124 1.692.606,27 1.582 3.294.473,24 3.706 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.058.510,54 13.933 18.945.942,02 16.791 35.004.452,56 30.724 2. Forderungen gegen den Gesellschafter 852.228,02 747 1.003.669,24 899 1.855.897,26 1.646 3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 293.913,71 123 346.142,27 149 640.055,98 272 4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.563.817,59 1.833 3.019.408,86 2.208 5.583.226,45 4.041 5. Sonstige Vermögensgegenstände 4.268.618,39 2.297 5.027.153,36 2.768 9.295.771,75 5.065 24.037.088,25 18.933 28.342.315,75 22.815 52.379.404,00 41.748 III.Wertpapiere, sonstige Wertpapiere — — 5.000,00 — 5.000,00 — IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 20.418.952,40 35.765 24.047.407,36 43.100 44.466.359,76 78.865 46.057.907,62 56.822 54.087.329,38 67.497 100.145.237,00 124.319 C. Rechnungsabgrenzungsposten 1. Rechnungsabgrenzungsposten — — 150.695,84 179 150.695,84 179 252.472.702,74 208.716 226.417.959,65 231.219 478.890.662,39 439.935 Aktivseite Versorgungssparte Strom Sonstige Aktivitäten Gesamt 31.12.2005 31.12.2004 31.12.2005 31.12.2004 31.12.2005 31.12.2004 € T€ € T€ € T€ Seite 83 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Seite 82 Bilanz zum 31.12.2005 nach Aktivitäten Anlage 2.2 zum Anhang (Passivseite) A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 29.291.520,00 24.581 21.908.480,00 26.619 51.200.000,00 51.200 II. Kapitalrücklage 41.673.100,77 34.955 31.169.235,84 37.852 72.842.336,61 72.807 III.Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen 16.400.000,00 6.600 7.880.000,00 2.000 24.280.000,00 8.600 IV. Bilanzgewinn 5.250.000,00 6.635 3.160.000,00 2.205 8.410.000,00 8.840 V. Kapitalverrechnung 16.729.113,47 – 1.869 – 16.729.113,47 1.869 — — 109.343.734,24 70.902 47.388.602,37 70.545 156.732.336,61 141.447 B. Sonderposten mit Rücklageanteil — — 1.439.712,43 1.164 1.439.712,43 1.164 C. Empfangene Ertragszuschüsse 16.875.376,94 18.674 28.024.238,93 30.931 44.899.615,87 49.605 D. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6.141.617,70 4.542 7.876.662,30 6.256 14.018.280,00 10.798 2. Steuerrückstellungen 3.962.022,76 2.836 1.777.143,92 922 5.739.166,68 3.758 3. Sonstige Rückstellungen 37.766.320,41 33.633 48.194.828,43 45.299 85.961.148,84 78.932 47.869.960,87 41.011 57.848.634,65 52.477 105.718.595,52 93.488 E. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 42.366.470,34 55.745 60.215.782,30 53.796 102.582.252,64 109.541 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 39.080,99 29 46.025,70 34 85.106,69 63 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20.444.046,76 9.808 23.999.533,16 11.513 44.443.579,92 21.321 4. Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 344.188,47 486 404.047,33 928 748.235,80 1.414 5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.337.214,11 483 2.061.842,84 954 3.399.056,95 1.437 6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 11.866.123,94 5.168 1.973.326,14 1.902 13.839.450,08 7.070 7. Sonstige Verbindlichkeiten 1.915.306,09 6.332 2.327.989,60 6.387 4.243.295,69 12.719 Davon aus Steuern 961.820,50 5.684 1.150.958,07 4.943 2.112.778,57 10.627 Davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 531.167,06 539 681.266,30 743 1.212.433,36 1.282 78.312.430,70 78.051 91.028.547,07 75.514 169.340.977,77 153.565 F. Rechnungsabgrenzungsposten 71.200,00 78 688.224,19 588 759.424,19 666 252.472.702,75 208.716 226.417.959,64 231.219 478.890.662,39 439.935 Vermerk: Verbindlichkeit aus Bürgschaften 18.696.705,89 18.065 18.884.867,00 18.275 37.581.572,89 36.340 Passivseite Versorgungssparte Strom Sonstige Aktivitäten Gesamt 31.12.2005 31.12.2004 31.12.2005 31.12.2004 31.12.2005 31.12.2004 € T€ € T€ € T€ Seite 85 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Seite 84 Gewinn- und Verlustrechnung nach Aktivitäten für das Geschäftsjahr 2005 (01.01.–31.12.) Anlage 2.3 zum Anhang 1. Umsatzerlöse 190.643.137,75 149.865 198.742.371,53 162.103 389.385.509,28 311.968 abzüglich Stromsteuer – 21.879.468,15 – 19.876 — — – 21.879.468,15 – 19.876 Umsatzerlöse exklusive Stromsteuer 168.763.669,60 129.989 198.742.371,53 162.103 367.506.041,13 292.092 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 9.226,07 42 – 55.447,66 3 – 46.221,59 45 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 1.273.921,31 2.070 1.654.371,67 1.988 2.928.292,98 4.058 4. Sonstige betriebliche Erträge 53.169.889,10 8.665 43.125.166,58 4.965 96.295.055,68 13.630 5. Interne Erträge 14.955.976,19 12.852 17.935.516,54 10.050 32.891.492,73 22.902 6. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 62.094.627,19 50.172 86.874.855,46 66.951 148.969.482,65 117.123 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 77.111.029,06 18.657 75.088.172,03 21.740 152.199.201,09 40.397 139.205.656,25 68.829 161.963.027,49 88.691 301.168.683,74 157.520 7. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter 19.952.784,52 18.254 25.468.183,07 25.126 45.420.967,59 43.380 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 6.314.008,49 5.249 8.219.139,75 7.244 14.533.148,24 12.493 Davon für Altersversorgung 2.283.197,51 1.404 3.182.545,90 1.980 5.465.743,41 3.384 26.266.793,01 23.503 33.687.322,82 32.370 59.954.115,83 55.873 8. Abschreibungen a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 12.300.122,42 15.109 16.179.238,98 20.633 28.479.361,40 35.742 9. Interne Aufwendungen 17.031.088,07 9.243 15.860.404,67 13.659 32.891.492,73 22.902 10. Sonstige betriebliche Aufwendungen a) Konzessionsabgaben 11.440.252,36 11.758 5.658.390,34 5.698 17.098.642,70 17.456 b) Einstellung Sonderposten mit Rücklagenanteil 138.261,57 — 137.159,88 375 275.421,45 375 c) Übrige betriebliche Aufwendungen 9.863.523,03 11.378 10.818.377,51 10.591 20.681.900,54 21.969 21.442.036,96 23.136 16.613.927,73 16.664 38.055.964,69 39.800 11. Erträge aus Beteiligungen 624.350,63 670 710.451,27 640 1.334.801,90 1.310 Davon aus verbundenen Unternehmen 553.864,53 461 549.451,27 463 1.103.315,80 924 12. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 681.037,85 583 675.611,26 586 1.356.649,11 1.169 13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 847.134,22 713 766.590,90 643 1.613.725,12 1.356 Davon aus verbundenen Unternehmen — 0 — 0 — 0 14. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 182.433,07 — 180.979,42 97 363.412,49 97 15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.178.936,89 2.247 3.096.537,68 2.168 5.275.474,57 4.415 16. Aufwendungen aus Verlustübernahme 489.306,59 — 456.944,80 — 946.251,39 — 17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 21.228.831,72 13.517 15.516.248,50 6.696 36.745.080,22 20.213 18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.607.798,50 5.634 5.865.316,37 4.013 11.473.114,87 9.647 19. Sonstige Steuern – 58.771,49 498 240.736,84 228 181.965,35 726 20. Jahresüberschuss 15.679.804,71 7.385 9.410.195,29 2.455 25.090.000,00 9.840 21. Einstellung in andere Gewinnrücklagen 9.800.000,00 — 5.880.000,00 — 15.680.000,00 — 21. Vorabgewinnausschüttung 629.804,71 750 370.195,29 250 1.000.000,00 1.000 23. Bilanzgewinn 5.250.000,00 6.635 3.160.000,00 2.205 8.410.000,00 8.840 GuV nach Aktivitäten Versorgungssparte Strom Sonstige Aktivitäten Gesamt 2005 2004 2005 2004 2005 2004 € T€ € T€ € T€ Seite 87 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Seite 86 Übersicht über die Sachanlagen und immateriellen V ermögensgegenstände nach Betriebszweigen zum 31.12.2005 Stand Zugänge Abgänge Umbu- Stand Stand Stand In % der An- 01.01.2005 chungen 31.12.2005 31.12.2005 31.12.2004 schaffungs- T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ werte 57.426 pA 5.111 844 – 71 66.542 54.719 64.311 45,08 gA 26 TW 4.894 336.652 pA 6.653 32.749 71 311.210 120.004 45.186 26,72 gA 583 114.077 pA 3.508 274 — 117.627 32.626 34.005 21,27 gA 316 57.776 pA 2.665 1.850 — 58.593 18.608 19.446 20,33 gA 2 117.520 pA 2.668 1.204 — 119.401 31.014 32.945 20,05 gA 417 29.094 pA 1.529 2.786 — 27.850 8.747 8.074 16,13 gA 13 6.182 pA 95 —— 6.277 1.661 1.781 20,92 —— — — — 35.314 50.292 92,02 718.727 28.480 39.707 — 707.500 302.693 256.040 28,27 pA 22.229 gA 1.357 TW 4.894 Stand Zugänge Abgänge Umbu- Stand Stand Zugänge Abgänge Umbu- Stand 01.01.2005 chungen 31.12.2005 01.01.2005 chungen 31.12.2005 Betriebszweig T € T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ Gemeinsame Anlagen 121.781 475 864 – 3 121.389 44 91 7 — 128 Stromversorgung 397.840 39.405 32.970 44.894 449.169 16.002 1.953 — — 17.955 Gasversorgung 150.559 1.855 277 1.243 153.380 2.477 650 — — 3.127 Fernwärmeversorgung 90.035 2.100 1.868 1.244 91.511 12.813 1.874 377 — 14.310 Wasserversorgung 153.342 1.951 1.206 621 154.708 2.877 1.416 — — 4.293 Verkehrsbetrieb 53.692 3.392 2.859 14 54.239 16.524 1.118 — — 17.642 Hafenbetrieb 7.963 — 25 — 7.93 8————— Anlagen im Bau und Anzahlungen 52.533 33.858 — – 48.013 38.378 2.241 823 — — 3.064 Gesamt 1.027.745 83.036 40.069 — 1.070.712 52.978 7.925 384 — 60.519 Erläuterung der Abkürzungen: pA = planmäßige Abschreibungen gA = geringwertige Anlagegüter/Vollabschreibung gemäß § 6 Abs. 2 EStG TW = Teilwertabschreibung auf Gebäude Anschaffungs-/Herstellungskosten Vor Abrechnung von Zuschüssen Erhaltene Zuschüsse Abschreibungen/Wertberichtigungen Buchwerte Seite 88 Stadtwerke Münster Geschäftsbericht 2005 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prü- fungshandlungen werden die Kenntnis- se über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Um- feld der Gesellschaft sowie die Erwar- tungen über mögliche Fehler berück- sichtigt. Im Rahmen der Prüfung wer- den die Wirksamkeit des rechnungsle- gungsbezogenen internen Kontrollsy- stems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewand- ten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Ge- schäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlus- ses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unse- re Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwen- dungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkennt- nisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den er- gänzenden Bestimmungen des Gesell- schaftsvertrags und vermittelt unter Be- achtung der Grundsätze ordnungsmäßi- ger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, ver- mittelt ein zutreffendes Bild von der La- ge der Gesellschaft und stellt die Chan- cen und Risiken der zukünftigen Ent- wicklung zutreffend dar. Düsseldorf, den 24. Mai 2006 KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Geisen Biermann Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer Wir haben den Jahresabschluss – beste- hend aus Bilanz, Gewinn- und Verlust- rechnung sowie Anhang – unter Einbe- ziehung der Buchführung und den Lage- bericht der Stadtwerke Münster GmbH, Münster, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2005 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Be- stimmungen des Gesellschaftsvertrags liegen in der Verantwortung der Ge- schäftsführung der Gesellschaft. Unse- re Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprü- fung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grund- sätze ordnungsmäßiger Abschlussprü- fung vorgenommen. Danach ist die Prü- fung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchfüh- rung und durch den Lagebericht vermit- telten Bildes der Vermögens-, Finanz- 10 Der Aufsichtsrat05 Auf einen Blick 12 Die Geschäftsführung 16 Lagebericht 68 Jahresabschluss Seite 89 Einblick › Anhand der vorliegenden Leistungsdaten erkennt man, dass das neue Kraftwerk dem neuesten Stand der Technik entspricht. Die GuD-Anlage berücksichtigt im hohen Maße alle Anforderungen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz und sichert darüber hinaus langfristig die Energiever- sorgung unserer Kunden. Gas- und Dampfturbinenanlage GuD für Münster Seite 90 Fakten, die für sich sprechen Stadtwerke Münster Umwelt- und Klimaschutz Der saubere Strom der GuD-Anlage steht allen Münsteraner Haushalten und Gewerbebetrieben zur Verfügung und erhöht so deutlich den Ökostrom- anteil in Münster vor Ort. Es wird künf- tig weniger Elektrizität für Münster von außen kommen – Elektrizität, die bislang in konventionellen Kraftwerken mit deutlich geringeren Nutzungsgra- den produziert wurde. Die Brennstoff- ausnutzung der neuen GuD-Anlage in Münster liegt bei über 88 Prozent. Tonnenweise CO2-Einsparung Nach unseren Berechnungen ergibt sich durch die GuD-Anlage insgesamt eine Verringerung der Kohlendioxid- Emissionen von jährlich rund 190.000 Tonnen. Stromerzeugung verdreifacht Die Stromerzeugung in der GuD- Anlage liegt bei rund 570.000 MWh. Damit liefert die GuD-Anlage unge- fähr die Hälfte des Münsteraner Strombedarfs. Bisher wurden 160.000 MWh im Jahr vor Ort produziert. Dies zeigt deutlich die Leistungsfähigkeit des Kraftwerkes. Intelligente Kombination Die Energieerzeugung in der GuD- Anlage funktioniert nach dem res- sourcenschonenden Prinzip der Kraft- Wärme-Kopplung, das heißt, zum einen wird Strom erzeugt, zum ande- ren entsteht gleichsam als „Abfall- produkt“ Wärme. Das aufgeheizte Kühlwasser und die Abgaswärme wer- den zu Heizzwecken genutzt und de- cken über 20 % des Bedarfs an Raum- wärme in Münster. ZF AHK GT DT Brennstoff 65 MW Wärme 65 MW Dampf 130 MW Elektr. Leistung 37 MW Elektr. Leistung 68 MW Abwärme 106 MW Brennstoff 174 MW Verluste 23 MW Nutzwärme 18 MW Nutzwärme 93 MW Investition für die Zukunft Die Kosten für den Bau der GuD-Anlage belaufen sich auf 95 Millionen Euro. Damit ist es das größte Projekt in der über 100-jährigen Geschichte der Stadtwerke. Mit ihrer Leistung von 570.000 MWh zur Strom- und 600.000 MWh zur Fernwärmeerzeugung sichert sie einen großen Teil des Energie- und Wärmebedarfs unserer Stadt. Funktionsweise der GuD-Anlage Das Kraftwerk setzt sich grundsätzlich aus zwei Verfahrenslinien zusammen: Diese bestehen jeweils aus einer Gasturbine und einem Abhitzekessel mit Zusatz- und Frischluftfeuerung sowie einer von beiden Verfahrens- linien gespeisten Dampfturbine. So- wohl Gas- als auch Dampfturbine set- zen nachgeschaltete Generatoren in Gang. ZF: Zusatzfeuerung AHK: Abhitzekessel DT: Dampfturbinenanlage GT: Gasturbinenanlage Leistungen im Vergleich: alte Anlage neue GuD-Anlage Mehrerzeugung · Stromerzeugung, brutto 160.000 MWh/a 570.000 MWh/a 410.000 MWh · Fernwärme 600.000 MWh/a 600.000 MWh/a Umweltdaten – Emissionen: alte Anlage neue GuD-Anlage Gutschrift* · CO 2 288.000 t/a 275.634 t/a 190.000 t · NOx 237 t/a 211 t/a · CO 26 t/a 315 t/a · SO 2 160 t/a vernachlässigbar Leistungsdaten · Gasturbine, brutto 2 x 31 MW · Dampfturbine, brutto 1 x 38 MW · Abhitzekessel Dampfleistung 2 x 82 t/h · Abhitzekessel Heißdampf 82 bar/525 °C *Gutschrift durch Mindererzeugung beim Vorlieferanten in konventio- nellen Kraftwerken. Seite 93Seite 92 Gas- und Dampfturbinenanlage GuD für Münster Seite 94 Herausgeber Stadtwerke Münster GmbH Hafenplatz 1, 48155 Münster Postfach 7609, 48041 Münster Telefon (0251) 694-0 Telefax (0251) 694-1111 Handelsregister-Nr. B 343 des Amtsgerichts Münster Konzept und Redaktion Stadtwerke Münster GmbH Kaufmännische Dienste in Kooperation mit der Unternehmenskommunikation Telefon (0251) 694-2010 Telefax (0251) 694-3003 dialog@stadtwerke-muenster.de www.stadtwerke-muenster.de Entwurf und Layout Eli Creek Werbeagentur GmbH, Münster Stadtwerke Münster
Anlage 2 zur Vorlage 483/2006
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Anlage 2 zur Vorlage V/0483/2006 Seite 1 von 6 Münster, 26.05.2006 Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 17/2006 Betreff Jahresabschluss 2005 der Stadtwerke Münster GmbH Berichterstatter Herr Dr. Ohlms Herr Dr. Spickenheuer Anlagen: Geschäftsbericht 2005, enthaltend: Bilanz zum 31.12.2005 Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2005 Anhang, Lagebericht für das Geschäftsjahr 2005 Prüfungsbericht des Abschlussprüfers mit Bestätigu ngsvermerk Antrag Der Aufsichtsrat wolle beschließen Der Gesellschafterversammlung werden folgende Beschlüsse zur Annahme empfohlen: 1. Der Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH zum 31.12.2005 in der vor- liegenden, vom Abschlussprüfer KPMG Prüfungs- und B eratungsgesellschaft für den Öffentlichen Sektor Aktiengesellschaft Wirtscha ftsprüfungsgesellschaft, Düs- seldorf, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsve rmerk vom 24.05.2006 tes- tierten Fassung, wird von der Stadt Münster als all einiger Gesellschafterin der Stadtwerke Münster festgestellt. 2. Der Zuführung von 15.680.000,00 € aus dem Jahres überschuss 2005 in die Ge- winnrücklage wird zugestimmt. 3. Der Bilanzgewinn in Höhe von 8.410.000,00 € wird nach Abzug der Kapitaler- tragsteuer von 1.682.000 € und des Solidaritätszuschlags von 92.510 € an den Be- trieb gewerblicher Art Bäder der Stadt Münster ausg eschüttet. Als Zahlungstermin wird der 26.06.2006 festgesetzt. 4. Der Lagebericht und der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2005 werden zur Kenntnis genommen. 5. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH werden für das Geschäftsjahr 2005 Entlastung erteilt. Anlage 2 zur Vorlage V/0483/2006 Seite 2 von 6 Begründung: Wie aus dem beiliegenden Lagebericht ersichtlich, k ann die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Stadtwerke Münster GmbH für das Jah r 2005 als insgesamt gut be- zeichnet werden. Trotz insgesamt schwacher Konjunktur in dem für uns er Absatzgebiet maßgeblichen Wirtschaftsraum Münster und Erhöhung der Wettbewerb sintensität auf den Energie- märkten konnten die Absatz- und Leistungsdaten in f ast allen Geschäftsbereichen der Stadtwerke gesteigert werden. Zum Jahresabschluss 2005 ist auf folgende wesentlic he Entwicklungen und Ergebnisse hinzuweisen: Neues Energiewirtschaftsrecht – Gründung der Netzgesellschaft Das zweite Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtsc haftsrechtes vom 07.07.2005 dient der Umsetzung der EU Elektrizitäts- und Erdga s-Binnenmarkt-Richtlinien in Deut- sches Recht. Zweck des neuen Gesetzes ist die siche re preisgünstige, verbraucher- freundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizi- tät und Gas. Zur Verbesserung der Markttransparenz sowie zur ver stärkten Kosteneffizienz in den Strom- und Gasnetzen enthält das Energiewirtschafts gesetz Bestimmungen zur Ent- flechtung des Netzbetriebes von der übrigen Geschäf tsorganisation vertikal integrierter Versorgungsunternehmen. Hauptziele der Entflechtung sind der diskriminierungsfreie Netzzugang, die Transparenz und die Vermeidung von Quersubventionierung zwischen Vertrieb und Netz. Die Stadtwerke Münster GmbH hat sich sehr frühzeiti g mit den Anforderungen der Ent- flechtungsbestimmung beschäftigt und kurz nach Inkr afttreten des Gesetzes zur Umset- zung dieser Vorgaben die Stadtwerke Münster Netzges ellschaft mbH gegründet. Mit Übertragungsvertrag zwischen Mutter- und Tochterges ellschaft wurde das operative Geschäft handelsrechtlich zum 01.01.2005 auf die Netzgesellschaft übertragen. Um die bei den Stadtwerken bereits realisierten Syn ergieeffekte bei Planung, Bau und Betrieb von Netzen aller Versorgungssparten auch we iterhin zu realisieren, wurden ne- ben den im Gesetz vorgesehenen Strom- und Gasnetzen auch die Netze für die Was- ser- und Fernwärmeversorgung übertragen. Dabei habe n die Stadtwerke sich für das sogenannte Pachtmodell entschieden. Das heißt, das Eigentum an den Netzen und sonstigen Anlagen verbleibt bei den Stadtwerken. Neben den Pachtverträgen haben die Vertragspartner eine Vielzahl von Dienstleis- tungsverträgen für die von den Stadtwerken zu erbri ngende Dienstleistungen für die Netzgesellschaft abgeschlossen. Anlage 2 zur Vorlage V/0483/2006 Seite 3 von 6 Mit Gründung der Netzgesellschaft wurden gleichzeit ig ein Ergebnisabführungsvertrag sowie ein Beherrschungsvertrag (Teilbeherrschungsve rtrag für den regulierten Markt) zwischen den Stadtwerken und der Netzgesellschaft abgeschlossen. Mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit der Netzges ellschaft zum 01.01.2005 ist die Vergleichbarkeit von Daten des Berichtsjahres der S tadtwerke Münster zum Vorjahr in mehreren Fällen eingeschränkt. Neubau der Gas- und Dampfturbinenanlage am Heizkraftwerk Hafen Herausragendes Ereignis des Geschäftsjahres 2005 wa r die Fertigstellung der GuD- Anlage am Standort Hafen. Die Abnahme der Anlage er folgte planmäßig entsprechend dem Gesetz zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung im Dezember 2005. Damit wurde eine der größten Einzelinvestitionen in der Geschichte der Stadtwerke nach nur zweijäh- riger Bauzeit in Betrieb genommen. Leistungsentwicklung unserer Geschäftsfelder In der Stromversorgung konnte trotz verschärften We ttbewerbs auf dem Energiemarkt und verhaltener Binnenkonjunktur der Stromabsatz um 10,7 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Bei konstanter Absatzentwicklung im Haushalts- und Gewerbebe- reich ist diese Absatzsteigerung insbesondere auf d ie Rückgewinnung eines Großkun- den sowie die Umsatzausweitung bei den übrigen Sond ervertragskunden zurückzufüh- ren. Ebenfalls konnte durch verstärkte Stromlieferungen in fremde Netze vornehmlich an Gewerbekunden das an den Wettbewerb in Münster verl orene Absatzvolumen zum gro- ßen Teil aufgefangen werden. Die gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegenen Durchs chnittstemperaturen hatten Ein- fluss auf den Absatz der Sparten Erdgas und Fernwär me. Ebenfalls war ein Absatzrück- gang durch vermehrte Einsparbemühungen unserer Kund en angesichts der stark stei- genden Energiepreise festzustellen. Danach sank der Erdgasabsatz im Privat- und Ge- schäftskundenbereich gegenüber dem Vorjahr um 4,8 %, während der Absatz an unsere Sondervertragskunden um 9,9 % gesteigert werden konnten. Ebenfalls stieg die Beliefe- rung der Eigenbetriebe der Stadtwerke Münster, insb esondere an die neu errichtete Gas- und Dampfturbinenanlage, die insgesamt 21 Bloc kheizkraftwerke des Unterneh- mens sowie die unter dem Markennamen "Thermokonzept " errichteten unternehmens- eigenen Heizungsanlagen. Insgesamt stieg danach der Erdgasabsatz um 12,6 % ge- genüber dem Vorjahr. Der Absatz in der Fernwärme reduzierte sich tempera turbedingt sowie durch die ver- stärkte Eigenerzeugung eines Großkunden um 6,7 %. Der langfristig anhaltende Trend zum Wassersparen, der auch durch unsere Kundenbe- ratung mit dem Ziel der Ressourcenschonung unterstü tzt wird, konnte auch im Berichts- jahr beobachtet werden. Danach sank der Absatz an u nsere Kunden im Berichtsjahr leicht um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr. Anlage 2 zur Vorlage V/0483/2006 Seite 4 von 6 Die Entwicklung der Fahrgastzahlen im Verkehrsbetri eb verlief auch im Berichtsjahr wiederum positiv. Außergewöhnlich starke Zuwächse g ab es im Bereich des Privat- abonnements sowie des 9 Uhr-Tagestickets. Insgesamt war ein Zuwachs in der Zahl der beförderten Fahrgäste in Höhe von rd. 1,7 % zu verzeichnen. Mit Stilllegung des kohlebetriebenen Heizkraftwerke s am Standort Hafen und Wegfall der Kohlelieferungen sank die Zahl der Umschlaggüte r. Insgesamt sank der Hafenum- schlag um 22 %. Die in den Vorjahren begonnene Stru kturveränderung des Hafenbe- triebes, insbesondere auf der Hafennordseite, dem s ogenannten "Kreativkai", konnte im Berichtsjahr erfolgreich fortgeführt werden. Ergebnisentwicklung Durch die Verpachtung der Versorgungsnetze an die N etzgesellschaft, die Abrechnung von umfangreichen Dienstleistungen der Stadtwerke f ür diese Beteiligungsgesellschaft sowie die Berechnung der Entgelte für die Netznutzu ng der Netzgesellschaft an die Stadtwerke ist die Vergleichbarkeit wesentlicher Da ten gegenüber den Werten des Vor- jahres nicht mehr gegeben. Ebenfalls haben die vorg enannten strukturellen Verände- rungen Einfluss auf die Ergebnisrechnung der Versorgungssparten. Die Umsatzerlöse erhöhten sich in den Energieversor gungssparten mengenbedingt und durch die Weitergabe der gestiegenen Beschaffungsko sten sowie durch Leistungen für die Netzgesellschaft und Tarifanpassungen im Verkeh rsbereich auf insgesamt 389,4 Mio. €. Nach Abzug der Stromsteuer von den Umsatzerlösen er höhten sich die Erlöse netto um 75,5 Mio. € auf nunmehr 367,5 Mio. €. Erstmalig sin d in den Umsatzerlösen Netzdienst- leistungen der Stadtwerke Münster GmbH an die Stadt werke Münster Netzgesellschaft mbH in Höhe von 49,8 Mio. € enthalten. Die Pachtert räge für die Verpachtung der Ver- sorgungsnetze an die Netzgesellschaft sind in Höhe von 56,6 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Die Netzentgelte, die die Stadtwerke für die Nutzun g der Versorgungsnetze an die Netzgesellschaft zahlen, sind unter der Position "M aterialaufwand/Aufwendungen" für bezogene Leistungen verbucht worden (ca. 116,9 Mio. €). Insgesamt betragen die Leistungsbeziehungen zwischen der Stadtwerke Münster GmbH und der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft mbH rd. 120 Mio. €. Beim umsatzstärksten Geschäftsbereich Strom erhöhte sich der Umsatz durch die Tarif- erhöhung zum 01.02.2005 sowie die sonstigen Preisan passungsmaßnahmen bei Son- derabkommen und Sonderverträgen. Die Absatzentwickl ung war besonders geprägt durch die Rückgewinnung eines Großkunden sowie Umsa tzausweitung außerhalb des angestammten Versorgungsgebietes. Die Entwicklung im Geschäftsbereich Erdgas war star k geprägt durch die Preisentwick- lung auf den internationalen Energiemärkten, die durch die branchenübliche Ölpreis Anlage 2 zur Vorlage V/0483/2006 Seite 5 von 6 klausel mit Verzögerung unsere Beschaffungskosten e rhöhten. Dieser starke Kosten- schub machte bei den Standardverträgen Preiserhöhun gen zum 01.01. sowie zum 01.07.2005 notwendig. Die Anhebung der Verkehrstarife zum 01.08.2005 sowi e die positive Entwicklung der Verkehrsleistungen reichten nicht aus, Veränderunge n und Mehrkosten im Verkehrsbe- trieb auszugleichen. Allerdings konnte unter Anrech nung aperiodischer Einnahmen so- wie sonstiger Erträge aus z. B. Anlagenabgang der a usgewiesene Jahresfehlbetrag vor Steuern um rd. 1,5 Mio. € auf nunmehr 12,0 Mio. € verbessert werden. Die Investitionstätigkeit der Stadtwerke war gepräg t durch die Inbetriebnahme der Gas- und Dampfturbinenanlage am Heizkraftwerk Hafen. In dieses Projekt wurden über 80 Mio. € investiert zuzüglich Anbindungskosten an die Versorgungsnetze Gas und Strom. Die notwendigen Demontagearbeiten für nicht mehr benötigte Altanlagen ein- schließlich Rauchgasreinigungsanlage DESONOX wurden im Berichtsjahr begonnen und werden bis Anfang 2007 abgeschlossen sein. Die übrigen Investitionen, insbesondere in Versorgu ngsnetze und Blockheizkraftwerke, lagen auf dem Niveau des Vorjahres. Um den Qualitätsstandard unserer Versorgungsnetze u nd damit Verfügbarkeit und Ver- sorgungssicherheit auch für die Zukunft weiter zu e rhalten, wurden im Auftrag der Stadtwerke Münster Netzgesellschaft umfangreiche In standhaltungsmaßnahmen in den Netzen durchgeführt. Für zukünftige Aufwendungen und Risiken, insbesonde re bei den Erzeugungsanlagen, Personalaufwendungen und Preisrisiken im Energieber eich wurden angemessene Vor- sorge durch die Bildung von Rückstellungen getroffen. Die Kapitalkosten erhöhten sich im Berichtsjahr neb en den erstmaligen Abschreibungen für die GuD-Anlage, Zinszahlungen für die in 2004 a ufgenommenen Darlehen zur Fi- nanzierung der GuD-Anlage sowie durch Teilwertabsch reibungen auf das Immobilien- vermögen. Das insgesamt positive Ergebnis der Versorgungsspar ten konnte die Jahresfehlbeträge des Verkehrsbetriebes ausgleichen und führte zu ein em insgesamt guten Jahresge- samtergebnis. Dabei konnte die Konzessionsabgabe in Höhe von 17,1 Mio. € voll erwirt- schaftet werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsja hr 2005 weist mit 36,7 Mio. € ein um 16,5 Mio. € höheres Ergebnis der gewöhnlichen Ge schäftstätigkeit aus. Diese sehr positive Ertragsentwicklung ist fast ausschließlich durch die Realisierung eines Bilanz- gewinns bei der Veräußerung von Wertpapieren bei der Umschichtung des Anlagever- mögens entstanden. Im operativen Geschäft liegt dan ach das Ergebnis der gewöhnli- chen Geschäftstätigkeit auf dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Die Steuerlast lag mit rd. 11,7 Mio. € rd. 1,3 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. Anlage 2 zur Vorlage V/0483/2006 Seite 6 von 6 Vermindert um die vorgenannten Steuern stellte sich der Jahresüberschuss mit 25,1 Mio. € dar. Aus diesem Jahresüberschuss soll n ach dem Beschluss der Gesell- schafterversammlung zur Finanzierung einer Kapitale rhöhung bei der Flughafen Müns- ter/Osnabrück GmbH der Bilanzgewinn aus der Veräuße rung der Wertpapiere in Höhe von 15,7 Mio. € der Gewinnrücklage zugeführt werden . Dieser Bilanzgewinn ist bei der vorgenannten Umschichtung des Anlagevermögens berei ts in 2005 entstanden. Der Beschlussantrag zur Gewinnverwendung berücksichtigt diese Vorgabe der Gesellschaf- terversammlung am 11.11.2005. Nach dem mit der Stadtwerke Münster Netzgesellschaf t mbH abgeschlossenen Ergeb- nisabführungsvertrag haben die Stadtwerke den Bilan zverlust dieses Unternehmens in Höhe von 0,9 Mio. € im ersten Geschäftsjahr übernommen. Auf den vorgenannten Jahresüberschuss wurde im Beri chtsjahr gemäß Beschluss der Gesellschafterversammlung eine Vorabgewinnausschüttung in Höhe von 1,0 Mio. € (wie im Vorjahr) an die Gesellschafterin ausgekehrt. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 8.410 T€ (Vorjahr 8,8 Mio. €) soll nach Abzug d er Kapitalertragsteuer und des Soli- daritätszuschlages an die Gesellschafterin ausgeschüttet werden. Nähere Erläuterungen zum abgelaufenen Geschäftsjahr sind dem beiliegenden Ge- schäftsbericht zu entnehmen. Der Jahresabschluss 2005 und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2005 sind von der KPMG Prüfungs- und Beratungsgesellschaft für den Öf fentlichen Sektor Aktiengesell- schaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft worden. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Stadtwerke Münster GmbH gez. Dr. Ohlms gez. Dr. Spickenheuer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Wasserstraße
- Hafenplatz 1
- Gasselstiege
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0483/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 06.06.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37