V/0158/2010
Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2010 - 2014
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Kinder_Jugendförderplan_ohne_Umschlag_und_Karten
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Impressum
Herausgeberin
Stadt Münster
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Jugendhilfeplanung
Abteilung Kinder- und Jugendarbeit / Jugendsoziala rbeit
Redaktion
Chris Hagel
Birgit Herdes
Bernhard Paschert
Silke Thesing
Andreas Wildemann
März 2010, 1.000
Vorwort
Leitaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist es, ein en Beitrag zu leisten, junge Men-
schen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfäh igen Persönlichkeiten zu er-
ziehen.
Die Jugendhilfe und Jugendhilfepolitik besitzt demn ach eine große Verantwortung,
die notwendigen Rahmenbedingungen für eine positive Zukunftsperspektive und
Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen zu sch affen und ihnen bei der Ver-
wirklichung ihrer Lebenschancen und Lebensträume, aber auch bei der Bewältigung
problematischer Lebenssituationen zu unterstützen.
Basis einer wirksamen Jugendhilfe ist eine in der L ebenswelt von Kindern, Jugendli-
chen und Familien gut ausgebaute Infrastruktur mit zielgruppenspezifischen Ange-
boten der Jugendarbeit, Jugendbildung, Jugendberatu ng und Jugendsozialarbeit.
Es gilt, Kindern und Jugendlichen unabhängig von Al ter, Herkunft und sozialer Situ-
ation durch vielfältige Angebote, soziale Unterstüt zung und Beteiligungsrechte mög-
lichst optimale Startchancen in ein persönlich erfolgreiches Leben zu bieten.
Diese zentrale Aufgabe wird im Kinder- und Jugendfö rderplan des Landes Nord-
rhein-Westfalen konkretisiert. Demnach soll u. a. erreicht werden:
• die Möglichkeiten junger Menschen zur Partizipati on und gesellschaftlichen
Teilhabe auszubauen,
• sie zu befähigen, ihre Interessen zu erkennen un d gemeinsam mit anderen
in selbst organisierten Zusammenhängen zu vertreten,
• soziale Benachteiligungen abzubauen.
Neben diesen allgemeinen Zielsetzungen widmen sich die verschiedenen Teilberei-
che der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des er zieherischen Kinder- und Ju-
gendschutzes weiteren konkreten Zielen.
Von besonderer Bedeutung für Kinder und Jugendliche ist eine Jugendarbeit, die
zur sozialen Stabilisation, gesellschaftlichen Inte gration und persönlichen Qualifika-
tion beiträgt. Gerade auch für benachteiligte Jugen dliche ist es unverzichtbar, dass
Jugendarbeit Unterstützungsangebote unterbreitet, d ie einer sozialen Ausgrenzung
junger Menschen entgegenwirken. Ziel der Jugendarbe it ist es, Jugendlichen nicht
nur Freizeitangebote zu machen, sondern diese auch gezielt zu fördern und zu bil-
den.
Mit Blick auf benachteiligte Jugendliche bedeutet d ies, neue Horizonte zu öffnen
und Teilhabe zu ermöglichen. Zielrichtung ist hierb ei dezidiert die Teilhabe an Bil-
dung im Hinblick auf eine Verbesserung der Chancen für eine berufliche Integration.
Angebote der Jugendsozialarbeit sollen durch sozial pädagogische Hilfen vor allem
Brüche in Bildungsbiographien vermeiden helfen und die Übergänge von der Schule
in den Beruf für benachteiligte Jugendliche positiv begleiten.
Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz beinhalt et die bestmögliche Vorberei-
tung von Kindern und Jugendlichen auf den Umgang mi t Gefahren aufgrund neuer
gesellschaftlicher und medialer Entwicklungen und n icht zuletzt die konsequente
Kontrolle der Angebote.
Um dies zu erreichen, berücksichtigen die Träger de r Kinder- und Jugendarbeit, der
Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- u nd Jugendschutzes bei ihren
Planungen, dass sich die Angebote unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
an den Interessen und Bedürfnissen der jungen Mensc hen und den gesellschaftli-
chen Entwicklungen und Erfordernissen orientieren.
Die Fortschreibung des vorliegenden Kinder- und Jug endförderplans der Stadt
Münster für die Jahre 2010 – 2014 enthält die konkr eten Umsetzungsschritte in den
Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit und des er-
zieherischen Kinder- und Jugendschutzes und formuli ert notwendige Schwerpunkte,
Veränderungen und Ausrichtungen, um in einer sich s chnell verändernden Gesell-
schaft den Kindern, Jugendlichen und Familien in un serer Stadt zeitgemäße Bedin-
gungen des Aufwachsens bieten zu können.
Im Auftrag
Anna Pohl
Leiterin des Amtes für Kinder,
Jugendliche und Familien
1. Einleitung ........................................................................................................ 5
2. Die Ziele des KJFöG / der Stadt Münster ..................................................... 5
2.1 Wesentliche Ziele des KJFöG................... ............................................. 5
2.2 Strategische Ziele für Münster ................ ............................................... 6
3. Die Leitprinzipien (Eckpunkte der Konzeptentwick lung)............................ 7
4. Allgemeine Planungsgrundlagen - Bevölkerung und Sozialstruktur ........ 8
4.1 Stadt Münster .................................. ...................................................... 8
4.2 Bezirk Mitte .................................. .......................................................... 9
4.3 Bezirk West................................... ....................................................... 10
4.4 Bezirk Nord ................................... ....................................................... 11
4.5 Bezirk Ost .................................... ........................................................ 12
4.6 Bezirk Süd-Ost................................ ..................................................... 13
4.7 Bezirk Hiltrup ................................ ....................................................... 14
5. Kinder- und Jugendarbeit ............................................................................ 16
Bestandsdaten, Analysen und Handlungsempfehlungen
6. Jugendsozialarbeit ....................................................................................... 73
Bestandsdaten, Analysen und Handlungsempfehlungen
7. Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz ................................................. 88
Bestandsdaten, Analysen und Handlungsempfehlungen
8. Anhang ........................................................................................................ 100
8.1 Einrichtungen der offenen und mobilen Kinder- u nd Jugendarbeit .... 101
8.2 Auflistung der statistischen Bezirke ........... ........................................ 103
8.3 Übersicht Bevölkerung......................... .............................................. 104
8.4 „Auf einem Blick“............................. ................................................... 105
Inhalt
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 5
1. Einleitung
Mit Beschluss des Kinder- und Jugendfördergesetzes durch den Landtag NRW im
Oktober 2004 wurden Land und Kommunen verpflichtet, einen Kinder- und Jugend-
förderplan für die Dauer der jeweiligen Wahlperiode aufzustellen. Darin sollen die
erforderlichen Rahmenbedingungen für die Handlungsf elder „Kinder- und Jugendar-
beit“, „Jugendsozialarbeit“ und „erzieherischer Kinder- und Jugendschutz“ festgelegt
werden.
Mit dem ersten Münsteraner Kinder- und Jugendförder plan 2007 – 2009 - Leitprinzi-
pien und Handlungsempfehlungen - hat die Verwaltung diesem Auftrag umfassend
für das Handlungsfeld „Kinder- und Jugendarbeit“ en tsprochen (V/1040/2006). Für
die Bereiche der offenen und mobilen Kinder- und Ju gendarbeit und der Jugendver-
bandsarbeit wurden strategische Ziele entwickelt un d mit den beteiligten Einrichtun-
gen, Trägern und Verbänden abgestimmt. Unter Vorgabe dieser Ziele sind unter Be-
rücksichtigung der Bevölkerungsdaten, ausgewählter Sozialraumfaktoren, der be-
stehenden Angebote und der Einschätzung der Fachkrä fte entsprechende Hand-
lungsempfehlungen formuliert worden. Diese sind für den Bereich der Jugendver-
bandsarbeit stadtweit sowie für den Bereich der off enen und mobilen Kinder- und
Jugendarbeit sowohl stadtweit als auch bezirksbezogen ausgewiesen worden.
Die Verwaltung wurde beauftragt, die formulierten H andlungsempfehlungen mit den
freien Trägern der offenen und mobilen Kinder- und Jugendarbeit und der Jugend-
verbandsarbeit in den folgenden Jahren umzusetzen s owie über die offene und mo-
bile Kinder- und Jugendarbeit und die damit verbund ene Fortschreibung des För-
derplanes im Handlungsfeld „Kinder- und Jugendarbeit“ zu berichten. Ferner sollten
weitergehende Aussagen und Handlungsempfehlungen zu den Handlungsfeldern
„Jugendsozialarbeit“ und „Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz“ gegeben wer-
den.
Mit dem vorliegenden Kinder- und Jugendförderplan 2 010 – 2014 werden diese
Handlungsempfehlungen und deren Zielerreichung für das Handlungsfeld „Kinder-
und Jugendarbeit“ systematisch dargestellt und weiter entwickelt.
Für die Handlungsfelder „Jugendsozialarbeit“ und „e rzieherischer Kinder- und Ju-
gendschutz“ waren zunächst grundlegende Aufarbeitun gen wie z.B. die Erhebung
von Struktur- und Angebotsdaten erforderlich, die m it dem aktuellen Kinder- und Ju-
gendförderplan dargestellt werden und mit Zielformu lierungen und Handlungsemp-
fehlungen hinterlegt sind.
Intensiv beteiligt waren an der Erstellung des Kind er- und Jugendförderplans die Ar-
beitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII (offene Kind er- und Jugendarbeit / Ju-
gendverbandsarbeit, Jugendsozialarbeit, Mädchen und Jungen / Gender), die Stadt-
teilarbeitskreise, der Jugendrat und die Jugendfore n sowie die Ämter der Stadt
Münster.
2. Die Ziele des KJFöG / der Stadt Münster
2.1 Wesentliche Ziele des KJFöG
Mit der Verpflichtung für die örtlichen Träger der Jugendhilfe, einen Kinder- und Ju-
gendförderplan aufzustellen, der für jeweils eine W ahlperiode der Vertretungskör-
perschaft festgeschrieben wird, werden im Wesentlichen folgende Ziele verfolgt:
• Schaffung einer längerfristigen Planungssicherheit und Verbindlichkeit für die
Jugendhilfeträger. Damit wird insbesondere personel le Kontinuität gewährleistet
6 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
und eine Planungssicherheit für das Vorhalten von Angebotsfeldern innerhalb der
Kinder- und Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit erreicht.
• Entwicklung eines Steuerungsinstruments für eine g ezielte Bedarfs- und Maß-
nahmenplanung als Grundlage für konkrete Zielverein barungen. Im Hinblick auf
aktuelle Entwicklungen und Bedarfe ist dies für die Leistungsvereinbarungen mit
den freien Trägern der Jugendhilfe besonders bedeutsam.
• Stärkere Berücksichtigung der Querschnittsaufgaben
- Abbau von Benachteiligungen (§ 3),
- Gender Mainstreaming (§ 4),
- Interkulturelle Bildung (§ 5)
- Beteiligung von Kindern und Jugendlichen (§ 6)
• Stärkere Zusammenarbeit von Jugendhilfe/Amt für Kin der, Jugendliche und Fa-
milien und Schule/Amt für Schule und Weiterbildung (vgl. § 7 KJFöG, § 5
SchulG).
• Sozialräumliche Orientierung.
• Besondere Berücksichtigung der Belange und Interes sen von Kindern und Ju-
gendlichen in anderen kommunalen Handlungsfeldern, wie z.B. Stadtentwick-
lung, Verkehrspolitik, Bildungs- und Schulpolitik (vgl. § 6 KJFöG).
Der Jugendförderplan, angelehnt an die entsprechen de Legislaturperiode; soll
grundsätzlich nicht statisch festgeschrieben sein, sondern aktuelle Entwicklungen
und Bedarfe dynamisch aufgreifen (vgl. §§ 1, 16 KJFöG).
2.2 Strategische Ziele für Münster
Mit dem ersten Kinder- und Jugendförderplan haben sich die in den einzelnen
Handlungsfeldern tätigen Akteure der freien und öff entlichen Jugendhilfe der Her-
ausforderung gestellt, ein nachvollziehbares und fo rtschreibungsfähiges Steue-
rungsinstrument für die Handlungsfelder Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialar-
beit und erzieherischer Kinder- und Jugendschutz zu entwickeln.
Die hier grundlegend formulierten Ziele für alle H andlungsfelder haben für Münster
weiterhin Bestand und sind maßgeblich für die Forts chreibung und Entwicklung der
Leistungen in den kommenden Jahren:
• Absicherung der Kinder- und Jugendarbeit, Jugendso zialarbeit und des erziehe-
rischen Kinder- und Jugendschutzes in Münster als dauerhaftes Angebot,
• Absicherung der bestehenden Trägerangebote,
• Gewährung einer Planungssicherheit für die handeln den Akteure,
• Weiterentwicklung der stadtteilbezogenen Kinder- u nd Jugendarbeit,
• Weiterentwicklung der Leistungen „Jugendsozialarbe it“ und „erzieherischer Kin-
der- und Jugendschutz“,
• Weiterentwicklung der strukturellen Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schu-
le,
• Systematische Beteiligung der Jugendforen und des Jugendrates der Stadt
Münster,
• Kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen kommunalem Träger und freien Trä-
gern.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 7
3. Die Leitprinzipien (Eckpunkte der Konzeptentwick lung)
Die Leitprinzipien des Kinder- und Jugendförderplan s greifen die im Jugendförde-
rungsgesetz benannten Querschnittsaufgaben auf. Sie sind für alle Handlungsfelder
bindend und bei jeder Konzeptfortschreibung und Ang ebotsentwicklung mit einzu-
beziehen.
Das Kinder- und Jugendförderungsgesetz hat in sein en §§ 3 – 6 die Querschnitts-
themen
- Abbau von Benachteiligungen (§ 3),
- Gender Mainstreaming (§ 4),
- Interkulturelle Bildung (§ 5)
- Beteiligung von Kindern und Jugendlichen (§ 6)
zu einer Leitorientierung für die gesamte Jugendhilfe und Jugendpolitik erklärt.
„Vernetzung / Kooperation“ zieht sich als Leitprinzip durch das gesamte Geset z
und dokumentiert sich u. a. in dem Auftrag einer in tegrierten Jugendhilfe- und
Schulentwicklungsplanung (§ 7) sowie in einer engen Zusammenwirkung insbeson-
dere mit Schule, Polizei sowie den Ordnungsbehörden im Rahmen des erzieheri-
schen Kinder- und Jugendschutzes (§ 14).
Darüber hinaus hat das Land NRW die „Kinder- und Jugendbildung“ besonders
hervorgehoben und insbesondere für die Kinder- und Jugendarbeit die Notwendig-
keit einer Präzisierung und konzeptionell kontinuie rlichen Weiterentwicklung ihres
Bildungsauftrages betont.
Mit dem ersten Kinder- und Jugendförderplan 2007 – 2009 - Leitprinzipien und
Handlungsempfehlungen – hat die Verwaltung in Zusam menarbeit mit den jeweili-
gen Sprecherinnen und Sprechern der Arbeitsgemeinsc haft nach § 78 SGB VIII die
jeweiligen Leitprinzipien ausführlich dargestellt, gesetzliche Grundlagen genannt,
eine Standortbestimmung für Münster vorgenommen, Pe rspektiven beschrieben
und einen Fragenkatalog als Checkliste für Träger u nd Anbieter entwickelt, um sich
mit den Querschnittsaufgaben bewusst auseinanderzus etzen, die eigene Arbeit im
Sinne einer Selbstevaluation auf den Prüfstand zu s tellen und weiterzuentwickeln
(vgl. Kinder- und Jugendförderplan 2007 - 2009).
Das Bildungsverständnis der Kinder- und Jugendhilfe in Münster wurde mittlerweile
in einem Abstimmungsprozess weiterentwickelt. Unter dem Begriff „Bildung“ wird
demnach der umfassende Prozess der Entwicklung und Entfaltung derjenigen Fä-
higkeiten, die Menschen in die Lage versetzt zu ler nen, Leistungspotentiale zu ent-
wickeln, zu handeln, Probleme zu lösen und Beziehungen zu gestalten, verstanden.
Gelingende Lebensführung und soziale Integration ba uen neben der Schulbildung
ebenso auf Bildungsprozessen in Familien, Kindertag eseinrichtungen, Jugendar-
beit…. und beruflicher Bildung auf.
1
Für sämtliche Leitprinzipien bleibt festzuhalten, d ass auf kommunaler Ebene sowohl
der konkrete Bedarf an entsprechenden Angeboten zu ermitteln ist (dem entspre-
chend sind diese Querschnittsthemen auch als konkre te Schwerpunkte / Angebots-
felder der Kinder- und Jugendarbeit enthalten), als auch alle pädagogischen Ange-
bote dahingehend zu überprüfen sind, ob sie die bes chriebenen Leitprinzipien an-
gemessen berücksichtigen. Dies ist in allen drei Handlungsfeldern umzusetzen.
1 Leipziger Thesen zur aktuellen bildungspolitischen Debatte, 2002
8 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
4. Allgemeine Planungsgrundlagen
- Bevölkerung und Sozialstruktur -
Die folgenden Sozialstrukturdaten wurden erhoben un d bezirksbezogen abgebildet,
um bei der zukünftigen Angebotsgestaltung aller Han dlungsfelder neben den Ein-
schätzungen und Erfahrungen der Fachkräfte auf obje ktives Datenmaterial zurück-
greifen zu können. Hierdurch werden - unabhängig vo n Sonderinteressen - Anhalts-
punkte für eine möglichst gerechte Verteilung analo g zu der Situation der Kinder
und Jugendlichen in den Stadtbezirken gewonnen.
4.1 Stadt Münster
Bevölkerung
insgesamt
6-20 Jährige
insgesamt
6-20 Jährige
männlich
6-20 Jährige
weiblich
6-20 Jährige
ausländisch
6-20 Jährige
Prognose 2015
40.195 19.772 20.423 3.131 40.069 281.050 14,30 % 49,19 % 50,80 % 7,78 % - 0,31%
Stand: 31.12.2008 - Bei Erstellung des Jugendförderplans lagen Bevölkerungsdaten 2009 noch nicht vor
Zum 31.12.2008 lebten in Münster rund 281.000 wohnb erechtigte Bürgerinnen und
Bürger. Auffällig ist, dass die Einwohnerzahl insge samt im Vergleich zum Vorjahr
mit der Zunahme von 851 Einwohnern (0,3 %) entgegen der Annahme der Bevölke-
rungsprognose 2015 angestiegen ist. Besonders deutlich wird der Zuwachs mit über
700 Einwohnern im Bezirk Mitte, gefolgt vom Bezirk West (plus 247 Einwohner). Die
Bezirke Ost (plus 80 Einwohner) und Hiltrup (plus 5 2) zeigen einen leichten Anstieg,
während die Stadtbezirke Südost und Nord im Verglei ch zum Vorjahr Einwohner-
rückgänge aufweisen: Nord (minus 134 Einwohner); Südost (minus 105 Einwohner).
Entsprechend der allgemeinen positiven Bevölkerungs entwicklung, ist auch die An-
zahl der Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Lebens jahr in Münster insgesamt auf
einem relativ stabilen Niveau geblieben.
Bei Betrachtung der Bevölkerungsprognose fällt auf, dass in den kommenden Jah-
ren voraussichtlich die Bezirke Mitte und Nord die deutlichsten Rückgänge zu erwar-
ten haben. Während im Norden dieser Trend in den ve rgangenen Jahren bereits
eingesetzt hat, entwickelt sich die Mitte entgegen der Prognose stabiler als ange-
nommen.
Hier bleibt die für 2010 geplante Bevölkerungsprogn ose, die auf der Grundlage der
heutigen realen Entwicklung aufbaut, abzuwarten.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 9
4.2 Bezirk Mitte
Bevölkerung
insgesamt
Anteil 6-20 J.
insges. in %
6-20 J.
männlich
6-20 J.
weiblich
6-20 J.
ausländisch
6-20 J.
Prognose 2015
11.796 5.517 6.279 793 10.768 114.193 29,35 % 46,77 % 53,22 % 25,33 % - 8,71 %
Stand: 31.12.2008 - Bei Erstellung des Jugendförde rplans lagen Bevölkerungsdaten 2009 noch nicht vor
Der Bezirk Mitte zeichnet sich durch eine dichte un d vielseitige Jugendhilfeinfra-
struktur aus. In der Mitte liegen insgesamt 23 Stad tteile, die ineinander übergehen
und nicht immer eindeutig voneinander abzugrenzen sind.
• Der Bezirk Mitte ist mit den vier Stadtteilbereich en „Altstadt, Innenstadtring, Mitte-
Süd und Mitte Nordost“ der einwohnerstärkste Bezirk in Münster. Dementspre-
chend wohnen im Bezirk Mitte im Vergleich zu den an deren Stadtbezirken mit ei-
nem Anteil von 29,35 % ihrer Altersgruppe die meisten 6- bis 20-Jährigen.
• Die 6- bis 20-Jährigen des Bezirks Mitte sind nach wie vor am stärksten im In-
nenstadtring (34,08%), in Mitte-Nordost (33,74%) un d Mitte-Süd (27,10%) vertre-
ten; der Anteil dieser Altersgruppe in der Altstadt beträgt 5,06%.
• Nach der Bevölkerungsentwicklungsprognose wird sic h die Bevölkerungszahl im
Bezirk Mitte bis 2015 auf 106.326 reduzieren. Diese s entspricht einem Rückgang
um 6,1 %. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Bezirk Mitte soll sich damit
um 1.028 verringern; dies würde einem Anteil von minus 8,71% entsprechen.
Ausgewählte Sozialstrukturdaten
(Stand: 31.12.2008):
• Jugendgerichtshilfe:
Der Bezirk Mitte weist gemessen an dem stadtweit a bsoluten Fallaufkommen der
Jugendgerichtshilfe von insgesamt 884 Anklageschrif ten mit 158 Fällen einen
eher durchschnittlichen Wert auf; dies entspricht einem Anteil von 17,87 %.
• Allein Erziehende:
2.784 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren wachsen im Bezirk
Mitte in Haushalten allein Erziehender auf. Dies en tspricht einem Anteil von 22,1
% aller Kinder im Bezirk Mitte und 33,4% bezogen au f die Kinder die stadtweit in
Haushalten allein Erziehender aufwachsen. Der Durch schnitt liegt bei 19,1 % in
der Stadt Münster.
• Anteil der unter 25 jährigen Arbeitslosen:
29,4 % aller unter 25-jährigen Arbeitslosen in Mün ster (= 227 von insgesamt 771)
leben im Bezirk Mitte.
• Private entwicklungsfördernde Angebote*
Dieser Indikator wird u. a. im Rahmen der Schuleing angsuntersuchungen erho-
ben und zeigt auf, inwiefern Kinder vor Schuleintri tt bereits eine private Förde-
rung in den Bereichen Schwimmen, Sport und Musik du rch das Elternhaus erfah-
ren haben.
Im Bezirk Mitte haben über 80 % (80,3%) der Kinder bis Schuleintritt bereits eine
private Förderung durch ihre Eltern erfahren. Der stadtweite Wert liegt bei 74 %.
(*Die Daten geben Durchschnittswerte der Schuleinga ngsuntersuchungen 2005 – 2008 des Gesundheitsamtes
wieder)
10 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
4.3 Bezirk West
Bevölkerung
insgesamt
6-20 Jährige
insgesamt
6-20 Jährige
männlich
6-20 Jährige
weiblich
6-20 Jährige
ausländisch
6-20 Jährige
Prognose 2015
9.371 4.596 4.775 687 9.442 54.419 23,31 % 49,04% 50,95% 21,94 % + 0,75 %
Stand: 31.12.2008 - Bei Erstellung des Jugendförderplans lagen Bevölkerungsdaten 2009 noch nicht vor
Der Bezirk West ist der einwohnerstärkste Außenbez irk und besteht aus sechs
Stadtteilen: Gievenbeck, Sentrup, Mecklenbeck, Alba chten, Roxel und Nienberge.
Mit Ausnahme des Stadtteils Sentrup, der eher inner städtisch orientiert ist, verfügen
die jeweiligen weiteren fünf Stadtteile über eine j eweils eigenständige und gut aus-
gebaute Infrastruktur. Kennzeichnend für alle Stadt teile ist eine klar definierte Stadt-
teil- bzw. Ortsgrenze.
• Laut der Bevölkerungsentwicklungsprognose 2015 wir d die Bevölkerungszahl im
Bezirk West auf voraussichtlich insgesamt etwa 56.5 05 Personen anwachsen.
Dies würde eine Einwohnerzunahme von 3,82 % bedeuten.
• Entsprechend der Größe des Bezirks leben 23,31 % d er 6- bis 20-Jährigen aus
Münster im Westen. Dies ist im Vergleich mit den an deren Stadtbezirken der
zweithöchste Anteil nach dem Bezirk Mitte (29,35 %) . Am stärksten ist diese Al-
tersgruppe in den Stadtteilen Gievenbeck, Mecklenbeck und Roxel (insges. 68,28
%) vertreten.
• Nach der Bevölkerungsentwicklungsprognose wird sic h der Anteil der Kinder und
Jugendlichen von 6 bis 20 Jahren im Bezirk West ins gesamt um weitere 0,75 %
erhöhen. Hiervon profitiert am deutlichsten der Sta dtteil Roxel mit einer Zunahme
von 27,53 %, während in Gievenbeck / Sentrup und Me cklenbeck die Entwick-
lung stagniert bzw. langsam wieder rückläufige Einw ohnerzahlen in dieser Al-
tersgruppe aufweist.
Ausgewählte Sozialstrukturdaten:
• Jugendgerichtshilfe:
Der Bezirk West weist gemessen an dem stadtweit abs oluten Fallaufkommen der
Jugendgerichtshilfe von insgesamt 884 Anklageschriften mit 169 Fällen nach den
Bezirken Nord und Hiltrup einen mittleren Wert auf. Dieses entspricht einem An-
teil von 19,1 % an dem gesamten stadtweiten Fallaufkommen.
• Allein Erziehende:
1.395 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren wachsen im Bezirk
West in Haushalten allein Erziehender auf. Damit li egt ihr Anteil verglichen mit
den Kindern im Bezirk West bei 14,1 %; nach wie vor stellt dieser Wert den nied-
rigsten stadtweit dar.
• Anteil der unter 25-jährigen Arbeitslosen:
Mit einem Anteil von 13,5 % (104 Personen) sind die unter 25-jährigen Arbeitslo-
sen im Bezirk West im stadtweiten Vergleich auf ein em eher durchschnittlichen
Niveau vertreten.
• Private entwicklungsfördernde Angebote
Im Bezirk West erhalten 82,3% der Kinder vor Schule intritt eine private Förde-
rung durch das Elternhaus. Im stadtweiten Durchschnitt sind es 74%.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 11
4.4 Bezirk Nord
Bevölkerung
insgesamt
6-20 Jährige
insgesamt
6-20 Jährige
männlich
6-20 Jährige
weiblich
6-20 Jährige
ausländisch
6-20 Jährige
Prognose 2015
4.905 2.483 2.422 695 4.756 28.112 12,20 % 50,62 % 49,37 % 22,20 % - 3,03%
Stand: 31.12.2008 - Bei Erstellung des Jugendförde rplans lagen Bevölkerungsdaten 2009 noch nicht vor
Der Bezirk Nord besteht aus den Stadtteilen Kinderh aus, Coerde und Sprakel. Kin-
derhaus und Coerde zeichnen sich durch eine jeweils sehr gut ausgebaute soziale
Infrastrukturlandschaft aus, vielseitige und differ enzierte Angebote der Jugendhilfe
und alle Schulformen sind in den beiden Stadtteilen vertreten. In Coerde ist zudem
die Stadtteilwerkstatt Nord, eine dezentrale Einric htung der Jugendberufshilfe ange-
siedelt. Sprakel ist hingegen ein Stadtteil in eine m eher ländlichen Gefüge, der bis-
lang über eine Grundschule und Kindertageseinrichtu ng verfügte. Eine kombinierte
Einrichtung für Kinder, Jugendliche und Familien wu rde im Oktober 2009 offiziell er-
öffnet.
• Laut Bevölkerungsentwicklungsprognose 2015 wird di e Bevölkerungszahl im Be-
zirk Nord in den kommenden Jahren dem Trend der ver gangenen Jahre entspre-
chend weiterhin leicht abnehmen; von 2007 bis 2008 war ein Rückgang der Be-
völkerung um 0,47% festzustellen.
Diese Bevölkerungsrückgänge betreffen vornehmlich C oerde (minus 2,8%) und
Kinderhaus (minus 1,5%). Sprakel wird aufgrund der Baulandentwicklung vor-
aussichtlich Einwohnerzugänge um plus 16,8% erfahren.
• Der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung entspreche nd wirken sich diese auch
auf die Altersgruppe der 6- bis 20-Jährigen aus. Fü r Coerde bedeutet dies ein
Rückgang um minus 7,1% und für Kinderhaus um 6,5%, während Sprakel einen
Zuwachs in diesen Altersgruppen um 32,1% erwartet.
• 53,4 % der 6- bis 20-Jährigen im Bezirk Nord leben heute in Kinderhaus, 37,1 %
in Coerde und 9,6 % in Sprakel.
• Insgesamt sind 22,2% aller Kinder und Jugendlichen mit Migrationsvorgeschichte
im Bezirk Nord zu Hause; nach dem Bezirk Mitte der zweithöchste Rang.
• Bezogen auf die Altersgruppe der 6- bis- 20-Jährig en im Bezirk, besitzen 14,2%
eine Migrationsvorgeschichte. Diese leben nahezu au sschließlich in Coerde und
Kinderhaus (76,8%).
Ausgewählte Sozialstrukturdaten:
• Jugendgerichtshilfe:
Der Bezirk Nord weist gemessen an dem stadtweit absoluten Fallaufkommen von
insgesamt 884 Anklageschriften im Rahmen der Jugend gerichtshilfe mit 191 Fäl-
len den stadtweit höchsten Anteil (21,6%) auf.
• Allein Erziehende:
1.352 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren im Bezirk Nord wach-
sen in Haushalten allein Erziehender auf. Dies ents pricht einem Anteil von 24,5
% aller Kinder im Bezirk Nord und weist damit deutl ich überdurchschnittliche
Werte auf. Der stadtweite Durchschnitt liegt bei 19,1 %.
12 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
• Anteil der unter 25-jährigen Arbeitslosen:
26,3 % (= 203 Personen) aller unter 25-jährigen Arb eitslosen in Münster leben im
Bezirk Nord. Im Vergleich mit den anderen Stadtbezi rken ist dieses der zweit-
höchste Wert. Davon leben über die Hälfte (53,2%) in Coerde.
• Private entwicklungsfördernde Angebote
46,8 % der Kinder im Bezirk Nord werden vor Schulei ntritt von ihren Eltern in ei-
nem der Bereiche wie „Schwimmen, Musik und Sport“ p rivat gefördert. Der
stadtweite Durchschnitt liegt bei 74%.
4.5 Bezirk Ost
Bevölkerung
insgesamt
6-20 Jährige
insgesamt
6-20 Jährige
männlich
6-20 Jährige
weiblich
6-20 Jährige
ausländisch
6-20 Jährige
Prognose 2015
3.289 1.689 1.600 191 3.434 20.680 8,18 % 51,35 % 48,64 % 6,10 % +4,40 %
Stand: 31.12.2008 - Bei Erstellung des Jugendförde rplans lagen Bevölkerungsdaten 2009 noch nicht vor
Der Bezirk Ost ist ein relativ großer Flächenbezirk ; gemessen an der Einwohnerzahl
jedoch der Kleinste in Münster. Der Bezirk Ost best eht aus drei, räumlich deutlich
voneinander anzugrenzenden statistischen Bezirken: Mauritz - Ost, Handorf und
Gelmer - Dyckburg. Zu Handorf ist in den letzten Ja hren der Ortsteil Dorbaum als
Wohngebiet dazu gekommen.
• Der Bezirk Ost erwartet aufgrund verschiedener Bau gebiete in den kommenden
Jahren insgesamt noch moderate Bevölkerungszuwächse um insgesamt ca. 1,2
%. Weitere aktuell geplante Wohnbaugebiete wie z. B. in Mauritz-Ost sind noch
nicht Grundlage der jetzigen Bevölkerungsprognose und müssen für zukünftige
Bedarfe perspektivisch Berücksichtigung finden.
• Vom heutigen Kenntnisstand ausgehend, wird sich de r Bevölkerungszuwachs vor
allem zunächst weiterhin in Handorf (+ 2,7%) und Ge lmer-Dyckburg (+ rd. 6,0%)
auswirken.
• Die allgemeine Bevölkerungsentwicklung wirkt sich wie folgt für die Altersgruppe
der 6- bis 20-Jährigen aus: Insgesamt erfährt der B ezirk Ost einen Zuwachs um
4,4 %. In Mauritz – Ost plus 9,1%, in Gelmer – Dyck burg um 7,2%, während in
Handorf aufgrund der weitesgehend abgeschlossenen W ohnbautätigkeit, diese
Altersgruppe relativ stabil bleibt (minus 1,4%).
• Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrati onsvorgeschichte, gemessen
an den Gleichaltrigen insgesamt im Bezirk Ost, lieg t bei 5,8 %. Im Vergleich zu
den anderen Stadtbezirken ist dies gemeinsam mit dem Bezirk Südost (5,5%) der
niedrigste Wert. Der durchschnittliche Anteil der j ungen Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte im Verhältnis zu ihren Altersgenossen liegt stadtweit bei 6,1%.
Ausgewählte Sozialstrukturdaten:
• Jugendgerichtshilfe:
Der Bezirk Ost weist gemessen an den stadtweit abso luten Fallzahlen von insge-
samt 884 Anklageschriften im Rahmen der Jugendgeric htshilfe mit 71 Fällen den
geringsten Wert auf. Dies entspricht einem Anteil v on 8,0 % am gesamten Fall-
aufkommen.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 13
• Allein Erziehende:
564 Kinder und Jugendliche im Bezirk Ost wachsen in Haushalten allein Erzie-
hender auf. Der Anteil an ihrer Altersgruppe im Bez irk liegt mit 15,1 % auf einem
niedrigen Niveau im stadtweiten Vergleich (19,1%).
• Anteil der unter 25-jährigen Arbeitslosen:
Rund 5 % aller unter 25-jährigen Arbeitslosen (= 42 Personen) leben im Bezirk
Ost. Im Vergleich mit den anderen Stadtbezirken und zum stadtweiten Durch-
schnitt von 8,8 % ist dies der niedrigste Wert.
• Private entwicklungsfördernde Angebote
Die Schuleingangsuntersuchung belegt, dass mit eine m Anteil von 83,9% die
Kinder im Bezirk Ost vor Schuleintritt eine intensi ve private Förderung durch die
Eltern erfahren. Der stadtweite Durchschnitt liegt bei 74%.
4.6 Bezirk Süd-Ost
Bevölkerung
insgesamt
6-20 Jährige
insgesamt
6-20 Jährige
männlich
6-20 Jährige
weiblich
6-20 Jährige
ausländisch
6-20 Jährige
Prognose 2015
4.708 2.442 2.266 259 5.282 26.928 11,71 % 51,86 % 48,13 % 8,27 % +12,19 %
Stand: 31.12.2008 - Bei Erstellung des Jugendförde rplans lagen Bevölkerungsdaten 2009 noch nicht vor
Münster Süd-Ost ist ein Stadtbezirk mit einer Fläch e von 36,12 km². Er umfasst die
ehemals selbständigen Stadtteile Angelmodde, Gremmendorf und Wolbeck.
• Nach der Bevölkerungsentwicklungsprognose 2015 wir d die Bevölkerung im Be-
zirk Süd-Ost um über 3.000 Personen auf ca. 29.943 Personen anwachsen (plus
11,2 %). Dies ist vor allem auf Baugebietsentwicklungen zurückzuführen.
Wolbeck erwartet demnach einen Einwohnerzuwachs von heute 8.635 auf
10.350 (plus 19,9 %), Gremmendorf von weiteren 754 Einwohnern (plus 6,9 %)
und Angelmodde um zusätzlich 546 Einwohner (plus 7,4 %).
• Die allgemeine Bevölkerungsentwicklung wirkt sich auf die Altersgruppe der 6-
bis 20-Jährigen im Bezirk Süd-Ost mit einem Zuwachs von insgesamt 12,2 %
(plus 574 Kinder /Jugendliche) aus. Die Verteilung auf die Stadtteile stellt sich
wie folgt dar: Gremmendorf plus 1,2 %, Angelmodde plus 8,1% und Wolbeck plus
30,1 %.
• Im Stadtbezirk Süd-Ost haben 5,5 % aller 6- bis 20 - Jährigen eine Migrationsvor-
geschichte; davon leben knapp 50 % in Angelmodde.
Im Vergleich zu den anderen Stadtbezirken und dem s tadtweiten Anteil der jun-
gen Menschen mit Migrationsvorgeschichte (7,8 %) si nd dies die stadtweit nied-
rigsten Werte.
Ausgewählte Sozialstrukturdaten:
• Jugendgerichtshilfe:
Süd-Ost weist gemessen an den stadtweiten Fallzahle n (884 Anklageschriften)
im Rahmen der Jugendgerichtshilfe mit insgesamt 111 Fälle einen eher niedrigen
Wert mit einem Anteil von 12,6 % auf.
14 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
• Allein Erziehende:
Der Anteil der Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren, die im Vergleich zu den
Gleichaltrigen im Bezirk in Haushalten allein Erzie hender aufwachsen, liegt bei
18,8 %; im stadtweiten Vergleich auf einem unterdur chschnittlichen Niveau von
11,6 % (stadtweit sind es 19,1 %).
• Anteil der unter 25-jährigen Arbeitslosen:
Knapp 11 % der unter 25-jährigen Arbeitslosen (= 83 Personen) in Münster leben
im Bezirk Südost. Im Vergleich mit den anderen Stad tbezirken ist dies nach dem
Bezirk Ost der zweitniedrigste Wert.
• Private entwicklungsfördernde Angebote
76,3% der Kinder im Bezirk Südost haben bei Schulei ntritt bereits eine private
Förderung z.B. im sportlichen oder musischen Bereic h durch das Elternhaus er-
fahren .
4.7 Bezirk Hiltrup
Bevölkerung
insgesamt
6-20 Jährige
insgesamt
6-20 Jährige
männlich
6-20 Jährige
weiblich
6-20 Jährige
ausländisch
6-20 Jährige
Prognose 2015
6.126 3.045 3.131 506 6.387 36.718 15,24 % 49,70 % 50,29 % 16,16 % +2,33 %
Stand: 31.12.2008 - Bei Erstellung des Jugendförde rplans lagen Bevölkerungsdaten 2009 noch nicht vor
Der Bezirk Hiltrup besteht aus den drei Stadtteilen Amelsbüren, Hiltrup und Berg Fi-
del. Hiltrup und Amelsbüren sind eigenständige Stad tteile mit eigenem Ortscharak-
ter; Berg Fidel ist ein Stadtteil, der einen deutlicheren Bezug zur Innenstadt hat.
• Laut Bevölkerungsentwicklungsprognose wird die Bev ölkerungszahl in Hiltrup
insgesamt noch steigen; bis 2015 wird mit einem Zuw achs um plus 2,3 % ge-
rechnet (37.577 Personen). Die Zuzüge werden weiter hin vor allem für Hiltrup
und Amelsbüren erwartet, während die Bevölkerung in Berg Fidel voraussichtlich
um minus 7,6 % (425 Personen) zurückgehen wird.
• In der Altersgruppe der 6- bis 20-Jährigen sind vo r allem für Amelsbüren (plus
14,5 %) und Hiltrup (plus 4,4 %) Zuwächse zu erwarten.
• Im Bezirk Hiltrup haben insgesamt 8,3 % aller 6- b is 20-Jährigen eine Migrations-
vorgeschichte. Davon haben 22,2 % der 6- bis 20-Jäh rigen im Stadtteil Berg Fi-
del eine Migrationsvorgeschichte. Im Vergleich dazu liegt der Anteil innerhalb
dieser Altersgruppe im Stadtteil Hiltrup bei rd. 6,0 %, in Amelsbüren bei rd. 5,0 %.
Ausgewählte Sozialstrukturdaten:
• Jugendgerichtshilfe:
Der Bezirk Hiltrup weist gemessen an dem stadtweit absoluten Fallaufkommen
(884 Anklageschriften) mit insgesamt 185 Jugendgeri chtshilfefällen nach dem
Bezirk Nord einen vergleichsweise hohen Wert auf. D ies entspricht einem Anteil
von 20,8 % an dem gesamtstädtischen Fallaufkommen.
• Allein Erziehende:
Im Bezirk Hiltrup wachsen insgesamt 1.271 Kinder un d Jugendliche im Alter von
0 bis 18 Jahren in Haushalten allein Erziehender auf. Im Vergleich zu der Gruppe
der Gleichaltrigen im Bezirk, liegt ihr Anteil bei 18,7%; im Bezug auf die Gesamt-
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 15
heit aller Haushalte allein Erziehender in Münster ist der Anteil in Hiltrup mit 15,2
% unterdurchschnittlich.
• Anteil der unter 25-jährigen Arbeitslosen:
Insgesamt sind 110 junge Menschen unter 25 Jahre im Bezirk Hiltrup arbeitslos
gemeldet. Dies entspricht einem Anteil an ihrer Gruppe von 14,3 %.
• Private entwicklungsfördernde Angebote
73,4% der Kinder im Bezirk Hiltrup erfahren eine pr ivate Förderung vor Schulein-
tritt durch ihre Eltern.
16 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5. Kinder- und Jugendarbeit
5.1 Allgemeines.................................... .............................................................. 17
5.2 Strategische Ziele für die offene und mobile Ki nder- und Jugendarbeit ....... 17
5.3 Die Münsteraner Angebotsfelder................. ................................................. 18
5.4 Jugendverbandsarbeit........................... ....................................................... 18
5.5 Bestandsdaten / Analyse / Handlungsempfehlunge n................................... 20
5.5.1 Allgemeines ............................... .......................................................... 20
5.5.2 Stadt Münster ............................... ....................................................... 23
5.5.3 Bezirk Mitte ................................ .......................................................... 37
5.5.4 Bezirk West................................. ......................................................... 43
5.5.5 Bezirk Nord ................................. ......................................................... 49
5.5.6 Bezirk Ost .................................. .......................................................... 55
5.5.7 Bezirk Süd-Ost.............................. ....................................................... 61
5.5.8 Bezirk Hiltrup .............................. ......................................................... 67
Inhalt
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 17
5.1 Allgemeines
Die allgemeinen Ausführungen, die Beschreibung der Angebotsfelder und die
Schwerpunkte der beiden Bereiche der Kinder- und Ju gendarbeit, „Offene Kinder-
und Jugendarbeit“ und „Jugendverbandsarbeit“ sind bereits im Münsteraner Kinder-
und Jugendförderplan 2007 - 2009 erfolgt und haben nach wie vor Bestand.
Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung sind die Ziele für die offene und mobile Kin-
der- und Jugendarbeit nachfolgend noch einmal aufgeführt.
5.2 Strategische Ziele für die offene und mobile Ki nder- und Jugendarbeit
Die aufgeführten Ziele sind als strategische Ziele oder auch globale Ziele zu verste-
hen, an denen sich die Angebote und ihre Weiterentwicklung auszurichten haben.
Wohnortnah
Angebote der offenen und mobilen Kinder- und Jugen darbeit werden in jedem sta-
tistischen Bezirk in Münster vorgehalten.
Öffnungszeiten / Erreichbarkeit
Angebote der offenen und mobilen Kinder- und Jugen darbeit sind in Münster zeitlich
breit vorhanden. Dies bezieht sich auf ganzjährige Öffnung, Öffnung an den Wo-
chenenden und Angebote zu Tages- und Abendzeiten.
Offenheit der Angebote
Zentrale Aufgabe in den Einrichtungen der offenen und mobilen Kinder- und Ju-
gendarbeit ist das Angebotsfeld Kommunikation und B egegnung. Durch dieses An-
gebotsfeld werden Kindern und Jugendlichen die Räum e zur Verfügung gestellt, die
für die Entwicklung und Bildung von Kindern und Jug endlichen im Rahmen der Kin-
der- und Jugendarbeit grundlegend sind.
Vielfalt des Angebotes
Die Kernaufgaben der offenen und mobilen Kinder- un d Jugendarbeit werden in je-
dem Sozialraum angeboten. Der Umfang der einzelnen Kernaufgaben wird nach
den Erfordernissen der potentiellen Zielgruppe ausgerichtet. Dies schließt eine mög-
liche Profilierung / Spezialisierung von Einrichtun gen nicht aus. Ziel ist es, unter-
schiedlichen Zielgruppen unterschiedliche Schwerpun kte anzubieten und dadurch
die Möglichkeit zu schaffen, mehr Kinder und Jugendliche zu erreichen.
Befindet sich lediglich eine Einrichtung in einem Sozialraum ist ein möglichst breites
Angebot der Kernaufgaben anzustreben. Ziel ist, neb en dem Angebotsfeld „Begeg-
nung und Kommunikation“ mindestens fünf von neun weiteren Kernaufgaben (siehe
5.3) im Jahresverlauf abzudecken.
Verantwortung für den Sozialraum
Im Rahmen der sozialraum- und einrichtungsspezifis chen Angebote nehmen die
Einrichtungen der offenen und mobilen Kinder- und J ugendarbeit Mitverantwortung
für den jeweiligen Sozialraum wahr. Spezielle Zielg ruppen bzw. spezielle Erforder-
nisse von Zielgruppen erfordern besondere Angebote. Diese werden in den Sozial-
räumen mit den einzelnen Einrichtungen und in Abspr ache der Einrichtungen und
Institutionen vor Ort in Ausprägung und Umfang abge stimmt. Dabei werden the-
menabhängig stadtweit tätige Träger als Kooperationspartner einbezogen.
18 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.3 Die Münsteraner Angebotsfelder
Im Rahmen des Entwicklungsprozesses sind 15 Angebo tsfelder der Kinder- und
Jugendarbeit in die Bereiche „Kernaufgaben“ sowie „einrichtungs- und sozial-
raumspezifische Angebote“ untergliedert worden. Diese haben nach wie vor Be-
stand.
Unter Kernaufgaben sind dabei diejenigen Aufgaben zu fassen, die eine so ge-
nannte Grundversorgung darstellen und somit überall vorzuhalten sind. Dem ge-
genüber ergibt sich aus der sozialraumbezogenen Bet rachtung bestimmter Sozial-
strukturdaten sowie aus der Einschätzung der Fachkr äfte die Notwendigkeit, ein-
richtungs- und sozialraumspezifische Angebote vorzuhalten. Die genaue Zuord-
nung der einzelnen Angebotsfelder kann der nachfolg enden Grafik entnommen
werden.
5.4 Jugendverbandsarbeit
5.4.1 Allgemeines (§ 11 Abs. 1 KJFöG)
Jugendverbände haben eine zentrale Bedeutung für di e Kinder- und Jugendarbeit.
Sowohl im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII), als auch im Kinder- und Ju-
gendförderungsgesetz des Landes NRW ist dies durch eigene gesetzliche Grundla-
gen dokumentiert. Die Jugendverbände stellen Orte d er Selbstorganisation von Kin-
dern und Jugendlichen dar, in denen die Arbeit geme inschaftlich gestaltet und ver-
antwortet wird. Damit tragen die Verbände wesentlic h zur Identitätsbildung junger
Menschen bei.
Grundprinzipien der Jugendverbandsarbeit sind dabei Freiwilligkeit und Ehrenamt-
lichkeit, Selbstorganisation und Mitbestimmung, jug endpolitisches Mandat und Wer-
tegebundenheit, sowie Arbeit in Gruppen und Anlehnu ng an Organisationsstruktu-
ren von Vereinen und Verbänden.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 19
Das Vertretungs- und Abstimmungsgremium für den Bereich der hier beschriebenen
Jugendverbandsarbeit ist die Arbeitsgemeinschaft na ch § 78 SGB VIII „Kinder- und
Jugendarbeit (AG 2)“.
5.4.2 Ziele für die Jugendverbandsarbeit
Selbstorganisation
Die Jugendverbände in Münster und deren Mitglieder sind selbst für die inhaltliche
Schwerpunktsetzung ihrer Arbeit verantwortlich. Dad urch werden Kinder und Ju-
gendliche in den Jugendverbänden befähigt, Verantwo rtung zu übernehmen und
Entscheidungen zu treffen.
Vielfalt
In der Stadt Münster gibt es eine Vielzahl von Juge ndverbänden unterschiedlicher
inhaltlicher Ausprägung, die einer großen Anzahl vo n Kindern und Jugendlichen zur
Verfügung stehen.
Unterstützung des Ehrenamtes und Anerkennung
In den Jugendverbänden tätige Ehrenamtliche werden in ihrer Tätigkeit unterstützt
und erfahren Anerkennung für ihr Engagement. Die Jugendverbände werden in ihrer
Arbeit mit Ehrenamtlichen, in der Qualifizierung di eser und bei deren Anerkennung
gefördert.
Mitbestimmung
Die Jugendverbände und ihre Mitglieder tragen dazu bei, dass eine demokratische
Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der Stadt Münster durch vielfältige Lern-
und Erfahrungsräume möglich ist. Die Jugendverbände werden in die Mitbestim-
mungsstrukturen in der Stadt Münster eingebunden.
5.4.3 Schwerpunkte der Jugendverbandsarbeit
Gemäß den benannten Grundprinzipien der Jugendverb andsarbeit ist der Schwer-
punkt der Angebote in den regelmäßig stattfindenden Gruppen mit fester Teilneh-
mer- und Teilnehmerinnenstruktur zu sehen. Darüber hinaus finden vielfältige Quali-
fizierungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarb eiter, Ferienfreizeiten und
themenbezogene Projekte statt.
Die Aktivitäten beziehen sich im Allgemeinen auf p olitische und soziale Bildungsar-
beit, kulturelle Jugendarbeit, arbeitsweltbezogene Jugendarbeit, sportliche Jugend-
arbeit, Angebote für Gesellschaft, Sport und Spiel, Jugenderholung, Jugendbera-
tung und internationale Jugendarbeit. Die inhaltlic he Ausrichtung orientiert sich an
den Themenschwerpunkten des jeweiligen Verbandes.
20 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5 Bestandsdaten / Analyse / Handlungsempfehlungen
5.5.1 Allgemeines
Wesentliche Zielsetzung des Kinder- und Jugendförde rungsgesetzes ist es, Steue-
rungsinstrumente zu entwickeln, die eine gezielte j ährliche Bedarfs- und Maßnah-
menplanung ermöglichen und Grundlage für konkrete Z ielvereinbarungen sind. Im
Vergleich zu den bisherigen Jahresberichten, die si ch überwiegend auf die Darstel-
lung von bestehenden Angeboten konzentrierten, für eine tiefer gehende Analyse
aber nicht die erforderlichen Instrumente zur Verfü gung hatten, ist gerade in diesem
Punkt das wesentliche Merkmal einer Weiterentwicklu ng der bisherigen Berichter-
stattung zu sehen.
Gerade aus den Merkmalen „Steuerungsinstrument“ und „Bedarfsplanung“ ergibt
sich jedoch auch die Notwendigkeit einer umfassende ren Betrachtungsweise des
Handlungsfeldes „Kinder- und Jugendarbeit“. Im Wese ntlichen basiert die Analyse
auf den drei Bausteinen „Strategie (Ziele der Kinde r- und Jugendarbeit)“, „Planung
(Handlungsempfehlungen)“ und „Umsetzung (tatsächliche Angebotsstunden)“.
Wichtig in diesem Zusammenhang sind ferner nähere E rläuterungen zu dem Punkt
„tatsächliche Angebotsstunden“. Hervorzuheben ist, dass Münster über ein breites
Angebot im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit verfügt.
Zu unterscheiden ist dabei zwischen
• Angebotsstunden, die im Rahmen der Leistungsverein barung zu erbringen
sind,
• Angeboten im Rahmen der aufsuchenden Arbeit (mobil e Angebote)
• Angeboten, die über Projektmittel / Handlungstöpfe finanziert werden
• Eigenfinanzierte Angeboten (z.B. Cafébetriebe)
Strategie
(Ziele der Kinder- und
Jugendarbeit)
Planung
(Handlungs-
empfehlungen)
Umsetzung
(tatsächliche
Angebotsstunden)
Analyse der
Zielerreichung
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 21
Auf der Grundlage der Vorlage 797/99 hat der Rat di e Förderung von Einrichtungen
der offenen und mobilen Kinder- und Jugendarbeit fr eier Träger beschlossen. Es
handelt sich um eine Zuwendung. Diese sieht vor, an die Förderung von Personal-
kosten, Betriebskosten, des allgemeinen offenen Pro gramms und inhaltlicher
Schwerpunkte bestimmte Leistungen in Form von Mindeststandards zu knüpfen und
dies in einzelne Leistungsvereinbarungen aufzunehmen.
Die in der Förderstruktur befindlichen Einrichtunge n (siehe Anlage 8.1) sind dem-
nach verpflichtet, ein bestimmtes Maß an Wochenöffn ungsstunden, Wochenange-
botsstunden und Jahresöffnungswochen zu erbringen. Der genaue Umfang ist dabei
abhängig von der Anzahl der durch die Stadt Münster mindestens zu 80 % finanzier-
ten Stellen hauptamtlichen Personals (V/1041/2006) und ergibt sich aus der nach-
folgenden Tabelle.
Tabelle: Zu erbringende Angebote in Abhängigkeit von der Zahl der geförderten Personalstellen
Zu erbringende Angebote Zahl geförder-
ter Personal-
stellen Öffnungsstun-
den pro Woche
Angebotsstun-
den pro Woche
Öffnungswochen
pro Jahr
Angebotsstun-
den pro Jahr
0 6 9 40 360
½ 10 15 44 660
1 15 22,5 44 990
1 ½ 20 30 44 1.320
2 25 37,5 44 1.650
3 35 52,5 48 2.520
Erläuterung: Eine Einrichtung mit 1 Vollzeitstelle muss jährlich mindestens 990 Angebotsstunden
erbringen
Eine Einrichtung mit 2 Vollzeitstellen muss jährlich mindestens 1.650 Angebotsstunden
erbringen
Im Ergebnis handelt es sich hier um eine „steuerbare Angebotspalette“ , weil sie
überwiegend über städtische Haushaltsmittel finanzi ert wird und somit Einfluss so-
wohl auf den Angebotsumfang als auch auf die Angebo tsstruktur genommen wer-
den kann. Gleiches gilt für die Angebote, die über städtische Projektmittel bzw.
Handlungstöpfe finanziert werden.
Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den eigenfin anzierten Angeboten um zusätz-
liche Angebote, die vom Träger / der Einrichtung selbst finanziert werden und für die
entsprechend weiteres Personal (i.d.R. nicht-haupta mtliches Personal, Ehrenamtli-
che, Praktikanten, Cafébetriebe) gewonnen werden muss.
22 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 23
5.5.2 Stadt Münster
5.5.2.1 Rückblick: Umsetzung der stadtweiten Handlu ngsempfehlungen aus dem
Förderplan
2007-2009
Kinder- und Jugendarbeit:
Bezug / Ziele
Umsetzungsstand der
stadtweiten Handlungsempfehlungen
Finanzen 1. Für die Jahre 2007, 2008 und 2009 stand ein Finanzrah-
men in Höhe von mind. 4 Mio. Euro zur Verfügung.
2. Die Dynamisierung der Personalkostenzuschüsse wu rde
mit Beschluss im Jahr 2007 umgesetzt. Seitdem ist eine
80-%ige bzw. 90-%ige Förderung orientiert an den tat-
sächlichen Bruttopersonalkosten gewährleistet.
„Wohnortnahe Ver-
sorgung“
3. Durch die Realisierung neuer Einrichtungen der Kinder-
und Jugendarbeit wie z.B.
• Roxel (2006)
• Handorf (2008),
• Sprakel (2009),
konnten in den Außenstadtteilen wichtige Angebotsd efizite
behoben werden. Weitere Ausführungen dazu sind in den
Handlungsempfehlungen der einzelnen Bezirke vermerkt .
„Offenheit und Vielfalt
der Angebote“
4. Diverse Einrichtungen sind aktiv in die Arbeit des Jugend-
rates und der Jugendforen eingebunden. Ausdrückliche
Patenschaften haben sich nicht entwickelt. Aufgrund der
Entwicklung der thematischen Schwerpunkte des Jugend-
rates und der Jugendforen ist dies jedoch auch nicht er-
forderlich.
5. Das Gesamtkonzept zur Ferienbetreuung wurde be-
schlossen und wird seitdem erfolgreich umgesetzt (Vorla-
ge V/815/2006).
Mit den weiterführenden Schulen wurde die Kooperat ion
vor allem im Rahmen der Landesprogramm „Geld oder
Stelle“ etc. ausgebaut.
7. Im Jahr 2008 war das Schwerpunktthema für die Träge r
der offenen Kinder- und Jugendarbeit „Interkulture lle
Kompetenz“. Im Ergebnis hieraus sind in einzelnen Stadt-
teilen besondere Programme und Aktionen durchgefüh rt
worden. So befasste sich z.B. der AK Mitte-Ost in der
zweiten Jahreshälfte 2008 mit dem Thema „Integratio n“.
Ziel war die Integration von Kindern aus der Flücht lings-
einrichtung am Pulverschuppen in die Einrichtungen der
Kinder- und Jugendarbeit.
8. In 2007 schlossen sich, unter der Geschäftsführu ng des
Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien, die beste-
24 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
hende AG „Mädchen“ (gem. §78 SGB VIII) und der AK
„Jungenarbeit Münster“ zu einer AG „Mädchen und Jun-
gen, Gender“ zusammen.
Mit der Konstituierung dieser AG wurde ein deutliches
Signal gesetzt. Die Entwicklung einer geschlechtersensib-
len Pädagogik bzw. von geschlechtersensiblen Angeboten
für Münster soll nun gemeinsam in einem Gremium mit
Fachfrauen der Mädchenarbeit und Fachmännern der
Jungenarbeit gesichert werden.
„Verantwortung für
den Sozialraum“
9. In den vergangenen Jahren wurde die aufsuchende Ar-
beit in den Stadtteilen weiter ausgebaut und flexibilisiert.
Zusätzlich findet in Stadtteilen mittlerweile eine Gruppen-
arbeit im Rahmen der Jugendgerichtshilfe statt. Eine
Vernetzung zu den aufsuchenden Angeboten besteht.
10. Ein Frühwarnsystem bei Gefährdungshinweisen in Cli-
quen ist für die Arbeitskreise Mitte-Süd, Albachten und
Wohngebiet Schlachthof umgesetzt. In vielen Stadtteilar-
beitskreisen sind entsprechende Strukturen vorbereitet.
Kinderschutzauftrag 11. Zwischen den freien Trägern und dem öffentlichen Träger
bestehen flächendeckende Vereinbarungen zum Schutz-
auftrag bei Kindeswohlgefährdung gem. 8a SGB VIII. Im
Rahmen des Qualitätszirkels der offenen Kinder- und Ju-
gendarbeit wurden die Fachkräfte fortgebildet
.
Qualitätssicherung
und - entwicklung
12. Seit 2008 werden Jahresgespräche um Zielvereinbarun -
gen zwischen dem öffentlichen und freien Träger ergänzt.
Stärkung des Ehren-
amtes
14. Ein Großteil der Einrichtungen organisiert jährlich einrich-
tungsbezogen Anerkennungsbeiträge für die ehrenamt-
lich Tätigen – Feste, Kurzfreizeiten mit Fortbildun gsmög-
lichkeiten.
Jugendverbandsarbeit:
Bezug
Umsetzungsstand der
stadtweiten Handlungsempfehlungen
Finanzen 1. Für die Jahre 2007, 2008 und 2009 stand ein Finanzr ah-
men in Höhe von mind. 315.000 Euro zur Verfügung.
Qualifikation 2. Juleica - Inhaber/-innen können inzwischen Vergü nstigun-
gen bei über 70 Firmen erhalten. Die Entwicklung ei nes
„Gütesiegels“ wurde auf den Weg gebracht. Entsprechen-
de Richtlinienänderungen sind für 2010 vorgesehen.
3. Durch den jährlichen Austausch zwischen Jugendve rbän-
den und öffentliche Jugendhilfe wurde die entsprech ende
Vernetzung vollzogen. Eine Neuausrichtung in einzel nen
Bereichen ist mit Ausnahme der Grundausbildung für
Gruppenleitungen nicht erforderlich.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 25
Stärkung des Ehren-
amtes
4. Im Jahr 2008 wurde eine Fetten-Dank-Party kombinier t mit
Workshops zu verschiedenen Themen durchgeführt. Ein e
weitere Veranstaltung zur Stärkung des Ehren amtes wird
2010 durchgeführt und unter Beteiligung des Jugendr ates
umgesetzt.
Vernetzung 5. Die Abstimmungsgespräche zwischen Jugendverbänden
und Vertretungen der Kinder- und Jugendgruppenarbei t
sowie dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien ha-
ben in den Jahren 2007, 2008 und 2009 stattgefunden .
Das Instrument ist institutionalisiert.
5.5.2.2 Angebotsstunden nach Leistungsvereinbarung (LV) - stadtweit
2005 Aktuell
Angebotsstunden nach LV Angebotsstunden nach LV
Veränderung Stadtbezirk
abs. in % abs. in % abs.
Mitte 11.730 27,84 % 13.275 28,01 % +1.545
West 9.090 21,57 % 9.010 19,01 % -80
Nord 8.058 19,12 % 9.030 19,05 % +972
Ost 2.670 6,34 % 3.495 7,37 % +825
Südost 3.795 9,01 % 4.785 10,10 % +990
Hiltrup 6.795 16,13 % 7.800 16,46 % +870
Gesamt 42.138 100,00 % 47.395 100,00 % +5.257
Auf der Grundlage der aktuell gültigen Leistungsve reinbarungen, den bereits ge-
fassten Errichtungs- und Baubeschlüssen zu weiteren Kinder- und Jugendeinrich-
tungen (Wolbeck, Gelmer und Mitte-Nord) und den dar aus abzuleitenden Angebots-
stunden werden von den (zukünftig) 42 geförderten E inrichtungen insgesamt min-
destens 47.395 Angebotsstunden erbracht („steuerbare Angebotspalette“). Dies ent-
spricht einer Erweiterung der Angebotsstunden um 5. 257 Stunden und erklärt sich
aus der kontinuierlichen Infrastrukturentwicklung v on insgesamt weiteren sechs in-
stitutionell geförderten Kinder- und Jugendeinrichtungen seit 2005.
Darüber hinaus werden durch die Einrichtungen der o ffenen Kinder- und Jugendar-
beit in erheblichem Umfang zusätzliche, eigenfinanz ierte Angebote erbracht. So be-
lief sich die Gesamtzahl aller Angebote im Jahr 200 8 auf insgesamt 95.972 Stun-
den.
Weitere Erläuterungen für die Veränderungen können jeweils den nachfolgenden
bezirksbezogenen Betrachtungen entnommen werden.
Darüber hinaus sind folgende mobile Angebote dauerh aft abgesichert, in Leistungs-
vereinbarungen festgeschrieben und ergänzen in eine m Umfang von insgesamt
3,89 Stellen die Leistungen im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit:
26 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Bezirk Mitte:
Mitte – Süd : Aufsuchende Arbeit im Umfang einer 1,0-Fachkraf tstelle
Mitte - Nordost : Aufsuchende Arbeit im Umfang einer ½ -Fachkrafts telle
Bezirk Nord:
Coerde
: Aufsuchende Arbeit im Umfang einer ½ -Fachkraft stelle
Bezirk Ost:
Handorf:
Aufsuchende Arbeit im Umfang einer ¼ -Fachkrafts telle
Bezirk Südost:
Angelmodde
: Aufsuchende Arbeit in Umfang einer ½ -Fachkrafts telle
Bezirk Hiltrup:
Hiltrup / Amelsbüren
: Aufsuchende Arbeit im Umfang einer 1,14-Fachkraftstelle
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Stadtweit insg: Aufsuchende Arbeit im Umfang von 3,89 Fachkraftstellen
5.5.2.3 Angebotsschwerpunkte in 2008
Im gesamten Stadtgebiet verteilen sich Angebote auf die einzelnen Angebotsfelder
in absteigender Reihenfolge wie folgt:
Begegnung und Kommunikation 32,61%
Kreative Angebote 8,39%
Angebote in den Schulferien/in der Freizeit 2 7,95%
Medienpädagogische Angebote 7,59%
Kulturelle Angebote 6,66%
Beratungsangebote 6,43%
Angebote in Sport und Spiel 5,99%
Angebote der Kinder- und Jugendbildung 5,56%
Geschlechtsspezifische Angebote 4,90%
Interkulturelle Angebote 4,00%
Schulbezogene Angebote 3,76%
Mobile Angebote 2,90%
Partizipative Angebote 2,10%
Arbeitsweltbezogene Angebote 1,01%
Integrative Angebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen 0,15%
Gesamt 100,00%
5.5.2.4 Besuchsdaten
Im Jahr 2008 wurden 23.000 Kinder und Jugendliche a ls unregelmäßige Besuche-
rinnen und Besucher erfasst. Fast täglich besuchten darüber hinaus 4.390 Kinder
und Jugendliche die Einrichtungen. Damit wurden kna pp 11 % der Kinder und Ju-
gendlichen im Alter von 6 – 20 Jahren aus Münster n ach 12 % im Jahr 2005 (5.075)
erreicht. Über 40 % dieser regelmäßigen Besucherinn en und Besucher wiesen eine
Migrationsvorgeschichte auf.
2 Ein großer Teil der Einrichtungen führt über die Förderstruktur hinaus weitere Angebote in den Ferien nach
Richtlinie durch.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 27
Das Geschlechterverhältnis ist ausgeglichen. 48 % der Mädchen und jungen Frauen
und 52% der Jungen und jungen Männer nehmen die Ang ebote der offenen Kinder-
und Jugendarbeit in Anspruch.
Weitere Details über die Verteilung liefern die nac hfolgende Tabelle sowie die sich
daran anschließende Grafik:
Tabelle: Stammbesucher nach Alter und Geschlecht
insgesamt weiblich männlich
abs. % abs. % abs. %
06 – 11 Jahre 1.329 30,27% 698 52,52% 631 47,48%
12 – 14 Jahre 1.220 27,79% 518 42,46% 702 57,54%
15 – 17 Jahre 997 22,71% 436 43,73% 561 56,27%
18 – 20 Jahre 844 19,23% 457 54,15% 387 45,85%
Summe 4.390 100,00% 2.109 48,04% 2.281 51,96%
0
200
400
600
800
1.000
1.200
1.400
06 – 11 Jahre 12 – 14 Jahre 15 – 17 Jahre 18 – 20 Jahr e
Verteilung der Stammbesucher nach Alter und Geschle cht
insgesamt
w eiblich
männlich
28 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.2.5 Jugendverbandsarbeit
Jugendverbandsarbeit wird in Münster durch insgesam t 23 Verbände geleistet, die
im Folgenden aufgelistet sind. Die Kinder- und Juge ndgruppenarbeit ist insgesamt
durch eine sehr plurale Angebotslandschaft gekennzeichnet.
.
Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ)
Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend / Ev. Jugendreferat
Bund der katholischen Jugend
Bund für Umweltschutz und Naturschutz (BUND)
Christlicher Verein junger Menschen e.V. (CVJM)
Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG)
Deutscher Gewerkschaftsbund Jugend (DGB-Jugend)
Deutsche Marinejugend
Johanniterjugend
Jugendfeuerwehr
Jugendrotkreuz
Katholische Landjugendbewegung (KLJB)
Katholische junge Gemeinde (KJG)
Katholische studierende Jugend (KSJ)
Kolpingjugend
Malteserjugend
Naturschutzjugend (NAJU)
Ortsjugendwerke der Arbeiterwohlfahrt
Sängerjugend im Sängerbund
Sportjugend im Stadtsportbund Münster
Stenojugend
Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinde r (VCP)
Verein für Aquarien- und Terrarienfreunde - Jugend
Mit den Jugendverbänden werden jährliche Abstimmung sgespräche geführt. Für
2009 ergab sich folgender Bericht:
DPSG:
Derzeit gibt es inklusive Gruppenleitern und Stamme sleitungen ca. 1.200 aktive
Gruppenmitglieder in den verschiedenen Stufen. Die Rover sind nach den Wölflin-
gen die stärkste Gruppe, aus der Stufe werden auch neue Leiter gewonnen. Die
Siedlung „Thomas Morus“ hat sich neu gegründet.
VCP:
Es existiert ein Stamm in Münster-Hiltrup mit ca. 3 0 Mitgliedern. In Kindergruppen
werden ca. 50 Kinder betreut. Highlights im Jahr si nd das Pfingst- und Sommerla-
ger.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 29
NAJU / NABU:
Angebote im Naturschutz richten sich an 7 – 13-jähr ige Kinder. Für offene Gruppen
steht ein eigener Garten am Wienburgpark zur Verfüg ung. Darüber hinaus gibt es
verschiedene Projekte.
ASJ / ASB:
Derzeit gibt es 15 Kinder und Jugendliche in Gruppe n. Zentrale Inhalte der Grup-
penarbeit sind Erste-Hilfe-Kurse bis hin zur Ausbildung als Rettungssanitäter.
Jugendreferat des evangelischen Kirchenkreises Münster:
Angebote und Unterstützung für Kinder- und Jugendar beit in den ev. Kirchenge-
meinden: Beratung durch Fachkräfte, Material, Freizeiten etc.
Bistum Münster / Regionalbüro Ost:
Zur Unterstützung der Kinder- und Jugendseelsorge i m Bistum Münster gibt es die
Regionalbüros West, Mitte und Ost. Auftrag der Regionalbüros ist die subsidiäre Un-
terstützung der Verantwortlichen im gesamten Feld d er Kinder- und Jugendpastoral
in der Region.
Dazu gehören unter anderem Qualifizierungsangebote für ehrenamtliche Mitarbeiter
in der Jugendarbeit, Begleitung der Jugendseelsorge konferenzen und die Unterstüt-
zung der Jugendverbandsarbeit. Das Regionalbüro Kin der- und Jugendseelsorge
Ost ist Ansprechpartner für die Kreisdekanate Stein furt und Warendorf und für das
Stadtdekanat Münster.
5.5.2.6 Die Finanzdaten der offenen und mobilen Kin der- und Jugendarbeit und Ju-
gendverbandsarbeit 2009
Durch die Umstellung vom kameralen Haushalt auf das Neue Kommunale Finanz-
management (NKF) zum 01.01.2008 können keine Zeitre ihenvergleiche angeboten
werden. Ein Vergleich ist nicht möglich, da sich di e Struktur gegenüber der vorheri-
gen Haushaltsrechnung sehr verändert hat. Mit der a ktuellen Struktur wird das Amt
für Kinder, Jugendliche und Familien in den Folgeja hren auf eine solidere Daten-
grundlage zurückgreifen können, und damit perspekti visch Jahresvergleiche ermög-
lichen.
Folgende Mittel standen im Jahr 2009 für die Angeb ote der offenen und mobilen
Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendverbandsarbeit tatsächlich zur Verfügung:
30 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
I. Freie Träger - Institutionelle Förderung der offenen und mobilen An-
gebote 2009 (31 Einrichtungen)
Erträge
Landesförderung 169.300,24 €
Sonstige ordentliche Erträge 4.029,30 €
Summe 173.329,54 €
Aufwendungen
Institutionelle Förderung von Einrichtungen freier Träger 1.920.677,34 €
Mobile Kinder- und Jugendarbeit 90.731,78 €
Summe 2.011.409,12 €
Städtischer Zuschuss 1.838.079,58 €
II. Freie Träger - Richtlinienförderung
2009
Erträge
Landesförderung 4.750,00 €
Sonstige ordentliche Erträge 3.788,00 €
Summe 8.538,00 €
Aufwendungen
Qualifizierung und Bildung 38.318,82 €
Angebote in den Ferien 37.336,37 €
Reisen und Begegnungen 175.020,64 €
Betrieb und Verwaltung 65.930,01 €
Offene und mobile Angebote 33.816,28 €
Modellprojekte und Sondermaßnahmen 28.661,59 €
Pauschalförderung von Jugendverbänden 82.525,17 €
Summe 461.608,88 €
Städtischer Zuschuss 453.070,88 €
III. Öffentlicher Träger - Finanzaufwendungen (konsumtiv)
2009 (8 Einrichtungen - ohne BgA-Cafés)
Erträge
Landesförderung 161.792,76 €
Entgelte 173.725,25 €
Summe 335.518,01 €
Aufwendungen
Personalkosten (einschließlich Beschäftigungsentgelte) 1.953.477,74 €
Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen 32.763, 84 €
Transferaufwendungen 14.943,27 €
Sonstige ordentliche Aufwendungen 348.474,87 €
Summe 2.349.659,72 €
Städtischer Zuschuss 2.014.141,71 €
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 31
5.5.2.7 Analyse - Verteilung der Angebotsstunden au f die Stadt Münster
Im Folgenden wird die aktuelle Verteilung der Angeb otsstunden mit einer Soll-
Verteilung auf der Basis der Bevölkerungsdaten der 6-20-Jährigen (Stand
31.12.2008) verglichen.
Der in 2005 erhobene Wert von 42.138 Angebotsstunde n ist nach wie vor Grundla-
ge für die Betrachtung der Entwicklung der institut ionellen Förderung in der Kinder-
und Jugendarbeit.
Angebotsstunden-
Soll
(Basis 2005)
Angebotsstunden
in der Förderstruk-
tur aktuell
Differenz
Stellen für
aufsuchende
Arbeit 3 Stadtbezirk
abs. abs. In % abs. abs.
Mitte 12.239,18 13.275,00 28,01% 1.035,82 1,50
West 9.780,63 9.010,00 19,01% -770,63 0,00
Nord 5.457,96 9.030,00 19,05% 3.572,04 0,50
Ost 3.382,18 3.495,00 7,37% 112,82 0,25
Südost 4.826,84 4.785,00 10,10% -41,84 0,50
Hiltrup 6.451,21 7.800,00 16,46% 1.348,79 1,14
stadtweit 42.138,00 47.395,00 100,00% 5.257,00 3,89
Die Tabelle zeigt, dass durch den Ausbau der Kinder - und Jugendeinrichtungen ei-
ne Steigerung der Angebotsstunden um 5.257 Stunden erreicht wurde. Dieses ent-
spricht rein rechnerisch ca. 5,00 Vollzeitstellen.
Die einzelnen Stadtbezirke weisen, was die Ausstatt ung mit Angebotsstunden im
institutionell geförderten Bereich betrifft, eine b reite Streuung auf. So reicht die
Spanne von einer Unterdeckung im Stadtbezirk West i n Höhe von 770,63 Stunden
bis zu einem Überhang im Stadtbezirk Nord in Höhe v on 3.572,04 Angebotsstun-
den.
Erläuterungen des Zahlenmaterials auf Stadteileben e finden sich unter den nachfol-
genden bezirkbezogenen Darstellungen wieder.
Die vorliegenden Zahlen werden auf der Basis der v erfügbaren Sozialstrukturdaten
(siehe Punkt 4) sowie Entwicklungen in den Stadtbe zirken/Sozialräumen analysiert
und bewertet.
Neben dem Zahlenmaterial sind auch inhaltliche Verä nderungen zu benennen und
zu berücksichtigen:
Die Veränderungsprozesse des Aufwachsens von Kinder n und Jugendlichen und
die damit verbundenen pädagogischen Herausforderung en zeigen sich auch in der
Kinder- und Jugendarbeit in Münster.
In den Arbeitsgemeinschaften nach § 78 a SGB VIII, den Stadtteilarbeitskreisen,
Facharbeitskreisen und den Trägergesprächen wird de utlich, dass sich pädagogi-
sche Anforderungen in der Kinder- und Jugendarbeit verändert haben und sich auch
weiterhin im Wandel befinden. Das Verhalten von ein zelnen Jugendgruppen wird
problematischer. Einrichtungen sind gefordert, Kind ern und Jugendlichen über Frei-
zeitangebote hinaus pädagogische Unterstützungsleis tungen anzubieten und erwei-
3 Die Stellen für die aufsuchende Arbeit stellen eine zusätzliche Personalressource für die Jugendarbeit dar
und werden nicht in die Erbringung einer Angebotsstundenzahl, wie in der Förderstruktur, umgerechnet (vgl.
für die Förderstruktur in Einrichtungen Punkt 5.5.1)
32 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
sen sich damit zunehmend als eigenständiger Soziali sationsbereich für Kinder und
Jugendliche.
Die Integration in reguläre Angebote der Kinder- und Jugendarbeit ist erschwert. Der
Ausbau von aufsuchender Arbeit war und ist ein Indi kator für bedarfsgerechte An-
gebote. Gerade in 2008/2009 haben sich große Umbrüc he in der Kinder- und Ju-
gendarbeit ergeben. Dazu gehört u. a. die Übernahme der Sozialen Gruppenarbeit
(§ 28 SGB VIII) im Rahmen der Jugendgerichtshilfe.
Auch die Diskussion eines Bildungsverständnisses i n der Kinder- und Jugendhilfe
zeigt eine veränderte Einschätzung zur Bedeutung de r Bildungsanlässe in der Kin-
der- und Jugendarbeit.
Die Kinder- und Jugendarbeit ist gefordert, andere Bereiche der Kinder- und Ju-
gendhilfe in den Blick zu nehmen und Schule in alle Überlegungen des fachlichen
Handelns einzubinden.
Seit dem 01.01.2009 hat das Amt für Kinder, Jugend liche und Familien den Offenen
Ganztag an Grundschulen in seiner Zuständigkeit. Di e Verortung ist bewusst in der
Abteilung Kinder- und Jugendarbeit / Jugendsozialar beit erfolgt. Damit ist fachlich
gesichert, dass die Angebote in den Bereichen Betre uung, Förderung und Freizeit
der Kinder und Jugendlichen bestmöglich aufeinander abgestimmt werden können.
Zu diesem Abstimmungsprozess gehört auch die Anglei chung der Öffnungszeiten
an die Betreuungszeiten im Rahmen des Ganztags.
Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt die Kinder- und Jugendarbeit vor
neue Herausforderungen. Die Durchführung von bedarf gerechten und stadtteilbezo-
gen Angeboten durch die Kinder- und Jugendeinrichtu ngen sichert Eltern und Kin-
dern eine verlässliche Betreuung. Dies gilt sowohl in der Schulzeit als auch in den
Ferien und bedarf einer weiteren Ausgestaltung.
Der Jugendrat und die Jugendforen stellt seit 4 Jah ren grundsätzlich eine sehr gute
Form der Mitbestimmung und Beteiligung dar und lief ert wichtige Impulse für das
pädagogische Handeln. Aber auch hier zeigen sich Ve ränderungen. Neben einer
hohen Motivation ist die Gremienarbeit auch von Ter mindruck und Stress gekenn-
zeichnet. Es müssen Formen der Beteiligung und Mitb estimmung überdacht und
angepasst werden.
Der 13. Kinder- und Jugendbericht zeigt die besonde ren Herausforderungen, wenn
Integration und gesellschaftliche Teilhabe gelingen soll. Der Auftakt wurde bereits in
einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 - K inder- und Jugendarbeit - ge-
macht. Gute Einzelprojekte der Inklusion in der Kin der- und Jugendarbeit weisen
hier den richtigen Weg in die Zukunft.
Die Diskussion zur Geschlechtergerechtigkeit zeigt ein zunehmendes Bewusstsein
für dieses Thema. Auch hier wird ein Wandel sichtba r. Waren in der Vergangenheit
Mädchen stärker im Blick, so zeigt sich ein zunehme nder Bedarf an differenzierten
Jungenangeboten und entsprechender Bedarf der Quali fizierung der Fachkräfte.
Stadtweit ist das Geschlechterverhältnis von Mädche n und Jungen in den Einrich-
tungen relativ ausgeglichen. In einzelnen Bezirken weichen diese sowohl was den
Jungenanteil als auch den Mädchenanteil angeht, deutlicher voneinander ab.
Die Querschnittsaufgabe Migration gehört zum Arbeit salltag der Kinder- und Ju-
gendarbeit. Hier sind die Einrichtungen und Angebote „offen“ im besten Sinne.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 33
Die Querschnittsaufgaben Beteiligung, Inklusion, Ge nder und Migration erfordern
eine hohe Fachlichkeit in der Ausgestaltung von Ang eboten. Es gilt die Achtsamkeit
auf diese Felder zu lenken.
In der Gesamtbewertung ist die offene Kinder- und J ugendarbeit in Münster gut auf-
gestellt. Diese Leistungen sind mit öffentlichen Mi tteln zu erbringen und erfordern
eine verstärkte Auseinandersetzung und Verantwortun g für die Ressource. Ziel
muss es sein, pädagogische Leistungen, finanzielle Mittel mit gesellschaftlichen
Veränderungen angemessen in Einklang zu bringen und auszuloten. Dies impliziert
auch die verstärkte Auseinadersetzung mit Fragen vo n Qualität und Wirksamkeit in
der Kinder- und Jugendarbeit.
Der wohnortnahe Ausbau mit Einrichtungen der offen en Kinder- und Jugendarbeit
ist weitgehend abgeschlossen. Perspektivisch ist es deshalb vordringliche Aufgabe
bestehende Angebotsstrukturen inhaltlich und fachli ch weiterzuentwickeln und – mit
Berücksichtigung besonderer Belange in den jeweilig en Bezirken - eine angemes-
sene Verteilung in den Bezirken zu erreichen.
5.5.2.8 Stadtweite Handlungsempfehlungen der Kinder - und Jugendarbeit 4 2010-2014
Auf der Grundlage der Sozialstrukturdaten, Bestands daten der Kinder- und Jugend-
arbeit und der Einschätzung der Fachkräfte verbunde n mit den strategischen Zielen
(Kapitel 5.2) ergeben sich für die Stadt Münster Handlungsempfehlungen.
Intensiv beteiligt waren in diesem Prozess die Arb eitsgemeinschaften nach § 78
SGB VIII (Kinder- und Jugendarbeit/ Gender), die Stadtteilarbeitskreise, der Jugend-
rat und die Jugendforen. Diese Anregungen fließen i n die Handlungsempfehlungen
unter Berücksichtigung der Gesamtverantwortung der öffentliche Jugendhilfe gem. §
79 SGB VIII ein.
Bezug / Ziel
Stadtweite
Handlungsempfehlung Kinder- und Jugendarbeit
2010 – 2014
Finanzen Förderstruktur
Der bestehende Finanzrahmen in Höhe von insgesamt
4,82 Mio. für die Angebote der offenen Kinder und J u-
gendarbeit wird für die Laufzeit des Förderplans vo rbe-
haltlich der Haushaltsbeschlüsse des Rates zur Verf ü-
gung gestellt.
Die Betriebs- und Programmkosten der Einrichtungen
der offenen Kinder- und Jugendarbeit werden geprüft.
Bedarfsbezogene Flexibilisierungen im Förderbudget
sind kostenneutral vorzunehmen. Hierzu ergehen je-
weils gesonderte politische Beschlüsse.
Leistungsvereinbarungen
Zur Optimierung der Leistungssteuerung zwischen dem
4 Der Begriff Kinder- und Jugendarbeit umfasst sowohl die Einrichtungen der Kinder und Jugendarbeit als
auch die Jugendverbandsarbeit
34 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
öffentlichen und freien Träger werden die Leistungs ver-
einbarungen neu ausgerichtet. Auf der Grundlage der
bestehenden Leistungsvereinbarungen werden in ei-
nem gemeinsamen Prozess Finanzen, pädagogische
Leistungen, Angebotsstunden und die Qualität in ein e
engere Wechselwirkung gestellt.
Qualifizierung und Bil-
dung
Wirksamkeit
Auf der Grundlage der bestehenden Wirksamkeitsdia-
loge werden
• gemeinsame Bausteine der Qualitätsentwick-
lung auf Einrichtungsebene weiterentwickelt,
• der Ausbau des Qualitätskreislaufs zwischen
den Einrichtungen und dem öffentlichen Träger
realisiert (Jahresberichte / Verwendungsnach-
weise).
Standards
• Budgetneutrale Überarbeitung und Weiterent-
wicklung der Mindeststandards der Kinder- und
Jugendarbeit
• Erarbeitung von Standards zur Zusammenarbeit
zwischen der aufsuchenden Arbeit und den Ein-
richtungen.
Ressourcen
Fachliche Zusammenführung der niederschwelligen
Angebote (Cliquenagebote/ Soziale Gruppenarbeit/
Streetwork).
Gruppenleiterschulung
Erweiterung der Richtlinie um die Position „Qualifi zie-
rung und Bildung - Grundschulung Gruppenleitung“.
Verantwortung für den
Sozialraum
Öffnungszeiten
Die Öffnungszeiten und Angebote der Einrichtungen
werden im Rahmen der Stundenbudgets bedarfsge-
recht auch in den Abendstunden, an den Wochenenden
und den Ferien angepasst.
Aufsuchende Arbeit
• Bestandserhebung, Analyse und Weiterentwick-
lung der aufsuchenden Arbeit.
• Flexibilisierung der aufsuchenden Angebote im
Hinblick auf Zielgruppen und Einsatzorte in Ab-
stimmung mit den Einrichtungen.
• Erhöhung der Präsenz im öffentlichen Raum
von bisher 0,5 Wochenstunden auf zukünftig 2,0
Wochenstunden
Offenheit und Vielfalt
der Angebote
Besucherzahlen
Stadtweit werden aktuell 11% der Kinder und Jugendl i-
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 35
chen mit den Angeboten der offenen Kinder- und Ju-
gendarbeit erreicht. In den kommenden Jahren soll d ie
Inanspruchnahme auf mindestens 13 % gesteigert wer-
den.
Schule / Jugendhilfe
Die Richtlinie erhält eine neue Position „Angebote der
Jugendhilfe in Kooperation mit den Schulen“ um Trä-
gern der Jugendarbeit eine stärkere Kooperation mit
Schulen zu ermöglichen.
Gender
• Durch gezielte Ansprachen von Mädchen bzw.
Jungen soll der jeweilige Anteil in Höhe von
mind. 5 % sicher gestellt werden. Konkretisiert
wird dieses Ziel für die jeweiligen Bezirke
• Pädagogisches Personal (Hauptamtlich / Ge-
ringfügig Beschäftigte) ist paritätisch zu beset-
zen.
• Prüfung des Verhältnisses von mädchen- und
jungenspezifischen Angebote und ggf. Anpas-
sung im Sinne einer gleichmäßigen Verteilung.
• Um geschlechtergerechte Angebote in der Kin-
der- und Jugendarbeit durchführen zu können,
werden Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen an-
geboten.
• Durchführung eines Workshops „Gender“ zur
Realisierung „Genderforums“.
• Fachliche Weiterentwicklung des Jungentages/
Girls Days in Abstimmung mit dem Frauenbüro.
Inklusion
• Stärkere Ausrichtung der Arbeit in den Einrich-
tungen auf integrative Freizeit- und Ferien-
betreuungsangebote.
• Verbesserung des Betreuungsschlüssels in der
inklusiven Arbeit innerhalb der Richtlinienförde-
rung.
Partizipation/ Beteili-
gung
Kind- und jugendgerechte Lebensräume
Durchführung eines Workshops zur Verbesserung in-
nerstädtischer Räume für Kinder- und Jugendliche.
Jugendrat
Prüfung/ Auswertung und Neuausrichtung des Jugend-
rates und der Jugendforen.
36 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Wohnortnahe Versor-
gung / Infrastruktur
Verteilung der Angebotsstunden
Die Versorgungsstruktur im Rahmen der stadtweiten
Angebotsverteilung wird bewertet und entsprechend
bedarfsgerecht eingesetzt.
Integration/ Interkultu-
relle Angebote
Fachliche Standards
Durch gezielte Ansprache von Mädchen und Jungen
mit Migrationsvorgeschichte wird die Integration ge zielt
gefördert.
Interkulturelle Kompetenz
Die pädagogischen Fachkräfte werden im Rahmen von
Fachveranstaltungen interkulturell geschult.
Ehrenamt
Jugendverbände
Bestands- und Bedarfserhebung der Arbeit der Jugend -
verbände zur Positionierung und Absicherung der eh-
renamtlichen Engagements. Entwicklung eines Be-
richtswesens.
Juleica
Die Zahl der Vergünstigungen im Rahmen der Jugend-
leiterkarte sollen weiter ausgebaut werden.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 37
5.5.3 Bezirk Mitte
5.5.3.1 Übersicht über die Einrichtungen im Bezirk Mitte
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Altstadt (11-15):
Jugendtreff Liebfrauen - Überwasser
Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Cafe Lenz
Innenstadtring (21-29):
Jib
Paul-Gerhardt-Haus
Jugendheim Heilig Kreuz
Mitte-Süd (31-34):
Janosch Jugendcafe
TEO Kinder- und Jugendtreff Hl. Geist
ABI Südpark
Mitte-Nordost (43-47):
Kinder- und Jugendtreff St. Mauritz
Pfarrer-Eltrop-Heim
Kinderpädagogische Angebote Mitte-Nord (ab Sommer 2010)
Jugendtreff AWO
Mobile und aufsuchende Angebote
Mitte-Süd (31-34):
Streetwork im Südviertel - aufsuchende Arbeit
5.5.3.2 Rückblick: Umsetzungsstand der Handlungsemp fehlungen für den Bezirk Mit-
te aus dem Förderplan
2007 - 2009
Bezug / Ziel
Umsetzungsstand der Handlungsempfehlungen
Bezirk Mitte
„Wohnortnahe Ver-
sorgung“
1. Mit dem Errichtungsbeschluss für eine neue kin derpäda-
gogische Infrastrukturmaßnahme auf dem Gelände der
Pötterhoekschule und Erich-Kästner-Schule wird in M au-
ritz-Mitte die wohnortnahe Versorgung gewährleistet.
2. Die Projekte im Bereich Mitte-Nordost wurden wie folgt
umgesetzt:
- Thomas-Morus: Ausweitung der Öffnungszeiten
- Schlachthof/Wiengarten: Verstetigung und Ausweitung
der mobilen Angebote
- Lincolnkaserne: Fortführung des Angebote
„Öffnungszeiten“
3. Insgesamt halten 9 Einrichtungen im Bezirk Mitte Frei-
tagsöffnungszeiten vor. An Samstagen und Sonntagen
sind bis zu drei Einrichtungen im Bezirk Mitte mit Öff-
38 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
nungszeiten präsent. Ein weiterer Ausbau der Wochen -
endöffnungszeit der Offenen Kinder- und Jugendarbei t
wird angestrebt.
„Offenheit der Ange-
bote“
4. Der Anteil an Angeboten im Bereich „Begegnung un d
Kommunikation“ betrug in 2008 insg. 25,14 %. Der Mi n-
deststandard von 20 % ist damit weiterhin gesichert.
„Vielfalt der Angebo-
te“
5. Im Bezirk Mitte werden in 15 Angebotsfeldern mit unter-
schiedlicher Gewichtung Angebote durchgeführt. Die breit
gefächerte Angebotsstruktur bedient in einem hohen Ma-
ße die unterschiedlichen Bedürfnisse und Interessenla-
gen der Kinder und Jugendlichen des Bezirks und über
den Bezirk hinaus.
„Verantwortung für
den Sozialraum“
6. Integration von Kindern aus der Flüchtlingseinri chtung am
Pulverschuppen in die Einrichtungen der Kinder- und Ju-
gendarbeit
7. Eröffnung eines Outdoorpoints in Mitte-Süd.
Die Fachkräfte der Einrichtungen führen mit 0,5 Stunden
wöchentlich im Segment: “Verantwortung für den Sozial-
raum“ entsprechend Vernetzung, Informationsaustausch,
Bedarfsabfragen durch.
„Ganztagsbetreuung
in den Ferien“
8. Das Gesamtkonzept „Ferienbetreuung“ wurde beschl os-
sen und hat sich in der Umsetzung bewährt.
9. Die Durchführung ganztägiger Ferienbetreuungsang ebo-
te während der gesamten Sommerferien an verschiede-
nen Betreuungsorten gewährleistet eine flächendeckende
Betreuungsstruktur im kinderpädagogischen Arbeitsfeld,
und kompensiert die Schließzeiten der Kinder- und Ju-
gendeinrichtungen.
5.5.3.3 Angebotsstunden nach Leistungsvereinbarung (LV) im Bezirk Mitte
2005 Aktuell
Angebotsstunden nach LV Angebotsstunden nach LV
Veränderung Statistischer
Bezirk
abs. in % abs. in % abs.
Altstadt 1.710 14,58 % 1.710 12,88 % 0
Innenstadtring 3.510 29,92 % 6.390 48,13 % +2.880
Mitte-Süd 4.170 35,55 % 2.340 17,63 % -1.830
Mitte-Nordost 2.340 19,95 % 2.835 21,36 % +495
Mitte 11.730 100,00 % 13.275 100,00 % +1.545
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 39
Auf der Grundlage der aktuell gültigen Leistungsve reinbarungen, den bereits ge-
fassten Errichtungs- und Baubeschlüssen zu weiteren Kinder- und Jugendeinrich-
tungen (Mitte-Nord) und den daraus abzuleitenden An gebotsstunden werden von
den 13 (zukünftig) geförderten Einrichtungen insges amt mindestens 13.275 Ange-
botsstunden erbracht („steuerbare Angebotspalette“). Dies entspricht einer Erweite-
rung der Angebotsstunden um 1.545 Stunden im Vergle ich zum 1. Kinder- und Ju-
gendförderplan.
Die Veränderungen des Angebotsstundenvolumens in de n Gebieten „Innenstadt-
ring“ sowie „Mitte-Süd“ seit 2005 begründen sich darin, dass die Einrichtung „Jib“ in
2005 dem Bezirk Mitte-Süd zugeordnet worden ist; di e Angebotsstunden sind nun-
mehr richtigerweise dem Stadtgebiet „Innenstadtring “ zugeordnet. Im Bezirk Mitte-
Süd schlägt sich diese Veränderung nicht vollständi g nieder, da in der kinderpäda-
gogischen Einrichtung „ABI“ durch die Umwandlung ei ner Stelle des auslaufenden
Modells des Berufsanerkennungsjahrs in eine halbe S telle das Angebotsvolumen
aufgestockt werden konnte. Der Bezirk Mitte-Nord ha t im Vergleich zu 2005 Ange-
botsstunden dazu gewonnen: Mit dem aktuell geplante n kinderpädagogischen An-
gebot im Gebiet Pötterhoek wird eine Betreuungslück e für Kinder im Alter zwischen
6 Jahren und 13 Jahren geschlossen.
Darüber hinaus werden durch die Einrichtungen der o ffenen Kinder- und Jugendar-
beit in erheblichem Umfang zusätzliche, eigenfinanz ierte Angebote erbracht. So be-
lief sich die Gesamtzahl aller Angebote im Jahr 200 8 auf insgesamt 35.946 Stun-
den.
5.5.3.4 Angebotsschwerpunkte im Bezirk Mitte
Im Bezirk Mitte verteilten sich Angebote auf die einzelnen Angebotsfelder wie folgt:
Begegnung und Kommunikation 25,14%
Kreative Angebote 13,92%
Beratungsangebote 13,32%
Kulturelle Angebote 13,09%
Medienpädagogische Angebote 12,87%
Angebote in Sport und Spiel 3,25%
Interkulturelle Angebote 3,05%
Angebote der Kinder- und Jugendbildung 3,01%
Geschlechtsspezifische Angebote 2,65%
Partizipative Angebote 2,52%
Angebote in den Schulferien/in der Freizeit 2,18%
Mobile Angebote 2,17%
Arbeitsweltbezogene Angebote 1,24%
Schulbezogene Angebote 1,20%
Integrative Angebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen 0,40%
Gesamt 100,00%
40 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.3.5 Besuchsdaten im Bezirk Mitte
Im Jahr 2008 besuchten 1.358 Stammbesucherinnen und Stammbesucher die Ein-
richtungen. Damit wurden knapp 12 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 –
20 Jahren aus dem Stadtbezirk erreicht. Weitere Det ails über die Verteilung liefern
die nachfolgende Tabelle sowie die sich daran anschließende Grafik:
Tabelle: Stammbesucher nach Alter und Geschlecht
insgesamt weiblich männlich
abs. % abs. % abs. %
06 – 11 Jahre 266 19,59% 149 56,02% 117 43,98%
12 – 14 Jahre 257 18,92% 130 50,58% 127 49,42%
15 – 17 Jahre 328 24,15% 184 56,10% 144 43,90%
18 – 20 Jahre 507 37,33% 324 63,91% 183 36,09%
Summe 1.358 100,00% 787 57,95% 571 42,05%
0
100
200
300
400
500
600
06 – 11 Jahre 12 – 14 Jahre 15 – 17 Jahre 18 – 20 Jahr e
Verteilung der Stammbesucher nach Alter und Geschle cht
insgesamt
w eiblich
männlich
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 41
5.5.3.6 Analyse - Verteilung der Angebotsstunden im Bezirk Mitte
Im Folgenden wird die aktuelle Verteilung der Angeb otsstunden mit einer Soll-
Verteilung auf der Basis von Bevölkerungsdaten der 6-20-Jährigen (Stand
31.12.2008) verglichen. Der in 2005 erhobene Wert von 42.138 Angebotsstunden ist
nach wie vor Ausgangspunkt für eine Betrachtung der Entwicklung der institutionel-
len Förderung in der Kinder- und Jugendarbeit.
Angebotsstunden-
Soll
(Basis 2005)
Angebotsstunden
in der Förder-
struktur aktuell
Differenz
Stellen für
aufsuchende
Arbeit Statistischer Bezirk
abs. abs. in % abs. abs.
Altstadt 615,22 1.710,00 3,61% 1.094,78
Innenstadtring 4.171,75 6.390,00 13,48% 2.218,25
Mitte-Süd 3.352,52 2.340,00 4,94% -1.012,52 1,00
Mitte-Nordost 4.099,69 2.835,00 5,98% -1.264,69 0,50
Mitte 12.239,18 13.275,00 28,01% 1.035,82 1,50
Insgesamt wird deutlich, dass es im Stadtbezirk Mit te einen Überhang an Angebots-
stunden in Höhe von insgesamt 1.035,82 Stunden gibt . Während die Altstadt und
der Innenstadtring insgesamt gut versorgt sind, wei sen Mitte-Süd und Mitte-Nordost
Defizite auf. Diese werden deshalb durch zusätzlich e Angebote der aufsuchenden
Arbeit kompensiert.
Im Innenstadtring sprechen die Einrichtungen „Jugen dzentrum im Paul-Gerhardt-
Haus“ sowie das „Jugendinformations- und bildungszentrum“ (Jib), bedingt durch ih-
re zentrale Lage und ihre besonderen zielgruppenspe zifischen Angebote, Jugendli-
che aus dem gesamten Stadtgebiet an. Dennoch werden die Angebotsstunden voll-
ständig diesen statistischen Bezirken zugerechnet. Insbesondere das Jib hält im In-
nenstadtring sozialraumunabhängige Beratungs- und Bildungsangebote vor.
Im Stadtgebiet Mitte-Süd wird der Fehlbetrag durch die Angebote der aufsuchenden
und mobilen Kinder- und Jugendarbeit nahezu kompens iert. Durch die Aufstockung
des kinderpädagogischen Angebots im „ABI“ um eine halbe Stelle wurde dem Struk-
turdefizit zum Teil entgegengewirkt.
Der Bereich Mitte Nordost wies in den vergangenen J ahren ein Defizit innerhalb der
Angebote der Kinder- und Jugendarbeit auf. Um auch hier eine wohnortnahe Ver-
sorgung zu gewährleisten, wurde im Frühjahr 2008 ei ne halbe Stelle für die aufsu-
chende Jugendarbeit vor Ort eingesetzt. Zusätzlich wird ab Sommer 2010 eine neue
kinderpädagogische Einrichtung auf dem Gelände der Pötterhoek – und Erich-
Kästner-Schule realisiert.
Unter Zugrundelegung der Sozialstrukturdaten des Be zirks Mitte bleibt bzgl. des er-
rechneten Angebotsüberhangs festzuhalten: In diesem Stadtgebiet leben über-
durchschnittlich viele Kinder und Jugendliche in Ha ushalten allein Erziehender –
hier soll mit einer gut ausgebauten Angebotsstruktu r den entsprechenden
Bedarfs-
lagen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsen en im Bezirk Rechnung ge-
tragen werden.
42 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.3.7 Handlungsempfehlungen der Kinder- und Jugen darbeit für den Bezirk Mitte
2010 – 2014
Bezirk Mitte Handlungsempfehlungen
2010 - 2014
Bezirk Mitte
insgesamt
• Der Anteil an Geschlechtsspezifischen Angeboten
wird von aktuell 2,65% auf 5,00% erhöht.
• Die Einrichtungen im Bezirk Mitte überprüfen und
analysieren die Inanspruchnahme ihrer Angebote
durch Mädchen und Jungen mit dem Ziel eines aus-
gewogenen Geschlechterverhältnisses
Pötterhoek
Realisierung der kinderpädagogischen Einrichtung in
Münster-Nordost auf dem Gelände der Pötterhoekschul e
und Erich-Kästner-Schule.
Mauritz
Intensivierung der Vernetzung der Angebote der off enen
Kinder- und Jugendarbeit und weiterer Einrichtungen mit
der Flüchtlingseinrichtung „Am Pulverschuppen“
Vom Jugendforum Mitte wurde folgende Anregung gege ben:
Überprüfung von "Angstplätzen" für Kinder und Jugendliche im Bezirk und gege-
benenfalls individuelle Verbesserungskonzepte - z.B. Ausbau der Straßenbe-
leuchtung - als Beispiel wurde benannt, dass das Umfeld der Geistschule im Dun-
keln zwischenzeitlich Ort von Übergriffen durch Jugendliche bzw. Heranwachsen-
de sein kann.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 43
5.5.4 Bezirk West
5.5.4.1 Übersicht über die Einrichtungen im Bezirk West
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Gievenbeck/Sentrup (51-52):
Fachwerk Gievenbeck
La Vie
Kinder- und Jugendarbeit St. Theresia
Mecklenbeck (54):
Kinder- und Jugendzentrum St. Anna
Mobile Kinder und Jugendeinrichtung
Albachten (56):
Albatros
Roxel (57):
Kinder- und Jugendtreff St. Sebastian
Nienberge (58):
Kinder- und Jugendtreff St. Sebastian
5.5.4.2 Rückblick: Umsetzungsstand der Handlungsemp fehlungen für den Bezirk
West aus dem Förderplan
2007 - 2009
Bezug / Ziele
Umsetzungsstand der Handlungsempfehlungen
Bezirk West
„Wohnortnah“
In Sentrup ergab die Einschätzung verschiedener Fac h-
kräfte sowie die Analyse des Stadtteils 2008, dass Frei-
zeitangebote im direkten Umfeld von Sentrup vorhand en
sind und Angebote der Innenstadt unkompliziert genu tzt
werden. Es besteht kein Handlungsbedarf.
In Häger wurde in 2008 ein offenes Angebot für Kinder an
zwei Nachmittagen in der Woche in Trägerschaft der Kir-
chengemeinde St. Sebastian im Gemeinschaftsraum der
Schützenbruderschaft St. Aloysius etabliert.
„Öffnungszeiten /
Erreichbarkeit“
Das Fachwerk Gievenbeck stellt ganzjährig Angebot f ür
Kinder und Jugendliche sicher.
Die Stadtteile Mecklenbeck, Albachten und Nienberge
koordinieren das Angebot für Kinder und Jugendliche in-
nerhalb der Stadtteile mit Sportvereinen und Anbietern
der Kinder- und Jugendarbeit.
In Nienberge wurde 2009 wurde eine personelle Aufsto-
ckung und damit die Erweiterung der Angebotsstunden
von 660 auf 990 realisiert.
44 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
„Offenheit der Ange-
bote“
Der Anteil an Angeboten im Bereich „Begegnung und
Kommunikation“ betrug in 2008 insges. 43,14 %. Der
Mindeststandard von 20 % ist damit weiterhin gesichert.
„Vielfalt des Angebo-
tes“
Im Bezirk West werden in 14 Angebotsfeldern mit un ter-
schiedlicher Gewichtung Angebote durchgeführt. Die breit
gefächerte Angebotsstruktur bedient in einem hohen Ma-
ße die unterschiedlichen Bedürfnisse und Interessen la-
gen der Kinder und Jugendliche im Bezirk.
„Verantwortung für
den Sozialraum“
• In den mit hauptamtlichen Mitarbeitern geführten E in-
richtungen findet das Aufsuchen von Jugendtreffpunk-
ten im Stadtteil regelmäßig statt.
• Zwischen dem Fachwerk Gievenbeck, dem Albatros in
Albachten und dem Kommunalen Sozialdienst gibt es
regelmäßige Abstimmungsgespräche, um über einen
frühzeitigen Austausch Hilfen für Familien gezielt ein-
zuleiten.
„Migration“ In Gievenbeck sind in Kooperation mit dem Verein E thno-
logie in Schule und Weiterbildung (ESE e.V.) vielfältige
Projekte und qualifizierte Weiterbildungen durchgeführt
worden.
5.5.4.3 Angebotsstunden nach Leistungsvereinbarung (LV) im Bezirk West
2005 Aktuell
Angebotsstunden nach LV Angebotsstunden nach LV
Veränderung Statistischer
Bezirk
abs. in % abs. in % abs.
Gievenbeck/Sentrup 4.200 46,21 % 4.530 50,27 % +330
Mecklenbeck 1.590 17,49 % 1.510 16,76 % -80
Albachten 1.650 18,15 % 990 10,99 % -660
Roxel 990 10,89 % 990 10,99 % 0
Nienberge 660 7,26 % 990 10,99 % +330
West 9.090 100,00 % 9.010 100,00 % -80
Auf der Grundlage der aktuell gültigen Leistungsver einbarungen und den daraus
abzuleitenden Angebotsstunden werden von den inzwis chen 8 geförderten Einrich-
tungen insgesamt mindestens 9.010 Angebotsstunden e rbracht. Dies entspricht ei-
ner Verringerung der Angebotsstunden um insgesamt 8 0 Stunden im Vergleich zum
1. Kinder- und Jugendförderplan.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 45
Mecklenbeck:
Der Umfang an Angebotsstunden nach LV ergibt sich aus den aktuell gültigen Leis-
tungsvereinbarungen mit den beiden vor Ort tätigen Trägern.
Albachten:
Der Rückgang bei den Angebotsstunden nach LV erklä rt sich durch die Kündigung
der LV des Vereins „Offene Kinder- und Jugendarbeit Albachten e.V.“
Ein Teil der Angebote wurde durch die Kinder- und Jugendeinrichtung „Albatros“
übernommen.
Roxel:
Rein rechnerisch ergibt sich im Vergleich keine Ve ränderung bei den Angebotsstun-
den nach LV. Hinzuweisen ist jedoch darauf, dass di e neue Einrichtung „Anne-
Jakobi-Haus“, die tatsächlich erst Ende 2006 ihren Betrieb aufnahm, bereits im ers-
ten Jugendförderplan als „gesichertes“ neues Angebot mit erfasst wurde.
Nienberge:
Die Erhöhung der Angebotsstunden nach LV ergibt si ch aus der Aufstockung der
vor Ort tätigen hauptamtlichen Fachkraft auf eine v olle Stelle. Gründe hierfür waren
die notwendige der Angebotsstunden laut Kinder- und Jugendförderplan 2007-2009
sowie die Durchführung eines Angebotes in Häger
5.5.4.4 Angebotsschwerpunkte im Bezirk West
Im Bezirk West verteilten sich Angebote auf die einzelnen Angebotsfelder wie folgt:
Begegnung und Kommunikation 43,14%
Geschlechtsspezifische Angebote 8,21%
Angebote in den Schulferien/in der Freizeit 8,05%
Kreative Angebote 7,27%
Angebote der Kinder- und Jugendbildung 7,09%
Mobile Angebote 5,96%
Angebote in Sport und Spiel 5,37%
Medienpädagogische Angebote 3,95%
Kulturelle Angebote 2,76%
Schulbezogene Angebote 2,68%
Arbeitsweltbezogene Angebote 2,29%
Partizipative Angebote 1,57%
Beratungsangebote 0,83%
Interkulturelle Angebote 0,82%
Gesamt 100,00%
5.5.4.5 Besuchsdaten im Bezirk West
Im Jahr 2008 besuchten 844 Stammbesucherinnen und S tammbesucher die Ein-
richtungen. Damit wurden knapp 9 % der Kinder und J ugendlichen im Alter von 6 –
20 Jahren aus dem Stadtbezirk erreicht. Weitere Det ails über die Verteilung liefern
die nachfolgende Tabelle sowie die sich daran anschließende Grafik:
46 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Tabelle: Stammbesucher nach Alter und Geschlecht
insgesamt weiblich männlich
abs. % abs. % abs. %
06 – 11 Jahre 414 49,05% 213 51,45% 201 48,55%
12 – 14 Jahre 246 29,15% 105 42,68% 141 57,32%
15 – 17 Jahre 124 14,69% 41 33,06% 83 66,94%
18 – 20 Jahre 60 7,11% 15 25,00% 45 75,00%
Summe 844 100,00% 374 44,31% 470 55,69%
5.5.4.6 Analyse - Verteilung der Angebotsstunden im Bezirk West
Im Folgenden wird die aktuelle Verteilung der Angeb otsstunden mit einer Soll-
Verteilung auf der Basis von Bevölkerungsdaten der 6-20-Jährigen (Stand
31.12.2008) verglichen. Der in 2005 erhobene Wert von 42.138 Angebotsstunden ist
nach wie vor Ausgangspunkt für eine Betrachtung der Entwicklung der institutionel-
len Förderung in der Kinder- und Jugendarbeit.
0
50
100
150
200
250
300
350
400
450
06 – 11 Jahre 12 – 14 Jahre 15 – 17 Jahre 18 – 20 Jahr e
Verteilung der Stammbesucher nach Alter und Geschle cht
insgesamt
w eiblich
männlich
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 47
Angebotsstunden-
Soll
(Basis 2005)
Angebotsstunden
in der Förder-
struktur aktuell
Differenz
Stellen für
aufsuchende
Arbeit Statistischer Bezirk
abs. abs. in % abs. abs.
Gievenbeck/Sentrup 4.691,55 4.530,00 9,56% -161,55
Mecklenbeck 1.721,31 1.510,00 3,19% -211,31
Albachten 1.062,83 990,00 2,09% -72,83
Roxel 1.383,61 990,00 2,09% -393,61
Nienberge 921,33 990,00 2,09% 68,67
West 9.780,63 9.010,00 19,05% -770,63 0,00
Die Übersicht zeigt, dass in Gievenbeck, Mecklenbec k, Albachten und Roxel eine
rechnerische Unterversorgung besteht. Nienberge verfügt inzwischen über eine aus-
geglichene Angebotsstruktur aufgrund der personellen Aufstockung.
Die Ausweisung von weiteren Neubaugebieten in Roxel in den kommenden Jahren
erfordert eine sensible und jährliche Überprüfung d er bestehenden Angebotsstruk-
tur.
In Gievenbeck ist ab 2010 geplant, die offene Kind er- und Jugendarbeit um eine 0,5
Stelle für aufsuchende Arbeit im Stadtteil zu ergänzen.
In Mecklenbeck und Albachten gilt es, die aufsuche nde Arbeit im Anschluss an die
bestehende Kooperationsvereinbarung in Form einer L eistungsvereinbarung abzu-
sichern, um auch hier die offene Kinder- und Jugendarbeit sinnvoll zu ergänzen.
5.5.4.7 Handlungsempfehlungen der Kinder- und Jugen darbeit für den Bezirk West
2010 – 2014
Bezirk West
Handlungsempfehlungen
2010 - 2014
Gievenbeck,
Roxel
Absicherung der aufsuchenden Arbeit durch Flexibili sie-
rung der bestehenden Angeboter
Roxel
Nienberge
Bedarfsprüfung für zusätzliche Jugendplätze in den
Stadtteilen Roxel und Nienberge in Verbindung mit S ka-
te- oder Trendsportanlagen
Gievenbeck Abstimmung / Koordination der Öffnungsze iten und der
aufsuchenden Arbeit in den Ferien
Vom Jugendforum West wurden folgende Anregungen ge geben:
• Trendsport in Albachten ausbauen (Skateranlage)
• Dieckmannstraße; Bushaltestelle Freiherr- vom- Ste in-Gymnasium
zu kleine Fläche zum Stehen für die vielen Schüler und Schülerinnen
• Sanierung Spielplatz/ Bolzplatz in Nienberge und H äger
• Taxi-Bus-Verbindung zwischen Nienberge und Häger
48 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 49
5.5.5 Bezirk Nord
5.5.5.1 Übersicht über die Einrichtungen im Bezirk Nord
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Coerde (61):
DRK Coerde
HOT Coerde
Kinderhaus (62-63):
Jugendheim „Die Hütte“
Feez
Jugendsalon im Begegnungszentrum
Wuddi
Sprakel (68):
Kinder- und Jugendeinrichtung Sprakel
Mobile und aufsuchende Angebote
Coerde (61):
Aufsuchende Arbeit HOT Coerde
5.5.5.2 Rückblick: Umsetzungsstand der Handlungsemp fehlungen für den Bezirk
Nord aus dem Förderplan
2007 - 2009
Bezug / Ziele
Umsetzungsstand der Handlungsempfehlungen
Bezirk Nord
„Wohnortnah“
• Seit 2008 hält die Ev. Andreas Kirchengemeinde ein mobi-
les, aufsuchendes Angebot in Sprakel vor.
• Die neue Kinder- und Jugendeinrichtung Sprakel wur de im
Sommer 2009 eröffnet (Trägerschaft Outlaw).
„Verantwortung für
den Sozialraum“
In Coerde wurde das Präventionsprojekt „Coenige“ für Ju-
gendliche mit vielfältigen Problemlagen entwickelt und umge-
setzt.
50 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.5.3 Angebotsstunden nach Leistungsvereinbarung (LV) im Bezirk Nord
2005 Aktuell
Angebotsstunden nach LV Angebotsstunden nach LV
Veränderung Statistischer Bezirk
abs. in % abs. in % abs.
Coerde 3.708 46,02 % 3.540 39,20 % -168
Kinderhaus 4.350 53,98 % 4.500 49,83 % +150
Sprakel 0 0,00 % 990 10,97 % +990
Nord 8.058 100,00 % 9.030 100,00 % +972
Auf der Grundlage der aktuell gültigen Leistungsver einbarungen, den bereits ge-
fassten Errichtungs- und Baubeschlüssen zu weiteren Kinder- und Jugendeinrich-
tungen (Sprakel) und den daraus abzuleitenden Angeb otsstunden werden von den
(zukünftig) 7 geförderten Einrichtungen insgesamt m indestens 9.030 Angebotsstun-
den erbracht („steuerbare Angebotspalette“). Dies entspricht einer Erweiterung der
Angebotsstunden um 972 Stunden im Vergleich zum 1. Kinder- und Jugendför-
derplan.
Coerde:
Der leichte Rückgang ergibt sich aus der Aufgabe de s bisherigen Angebotes des
DRK am Schlachthof. Verschiedene Cliquen Jugendlich er in diesem Quartier wer-
den seitdem im Rahmen der Jugendsozialarbeit von de r städtischen Streetwork be-
treut.
Sprakel:
Die zusätzlichen Angebotsstunden ergeben sich durch den Neubau der Kinder- und
Jugendeinrichtung, die seit September 2009 in Betrieb ist.
Darüber hinaus werden durch die Einrichtungen der o ffenen Kinder- und Jugendar-
beit in erheblichem Umfang zusätzliche, eigenfinanz ierte Angebote erbracht. So be-
lief sich die Gesamtzahl aller Angebote im Jahr 200 8 auf insgesamt 17.562,50
Stunden.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 51
5.5.5.4 Angebotsschwerpunkte im Bezirk Nord
Im Bezirk Nord verteilten sich Angebote auf die einzelnen Angebotsfelder wie folgt:
Begegnung und Kommunikation 29,49%
Angebote in den Schulferien/in der Freizeit 23,39%
Interkulturelle Angebote 13,98%
Angebote in Sport und Spiel 11,92%
Medienpädagogische Angebote 4,63%
Kreative Angebote 4,54%
Angebote der Kinder- und Jugendbildung 4,08%
Beratungsangebote 2,97%
Geschlechtsspezifische Angebote 2,78%
Schulbezogene Angebote 1,06%
Kulturelle Angebote 0,60%
Arbeitsweltbezogene Angebote 0,37%
Mobile Angebote 0,17%
Partizipative Angebote 0,01%
Gesamt 100,00%
5.5.5.5 Besuchsdaten im Bezirk Nord
Im Jahr 2008 besuchten 1.209 Stammbesucherinnen und Stammbesucher die Ein-
richtungen. Damit wurden knapp 25 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 –
20 Jahren aus dem Stadtbezirk erreicht. Weitere Det ails über die Verteilung liefern
die nachfolgende Tabelle sowie die sich daran anschließende Grafik:
Tabelle: Stammbesucher nach Alter und Geschlecht
insgesamt weiblich männlich
abs. % abs. % abs. %
06 – 11 Jahre 301 24,90% 154 51,16% 147 48,84%
12 – 14 Jahre 418 34,57% 158 37,80% 260 62,20%
15 – 17 Jahre 344 28,45% 127 36,92% 217 63,08%
18 – 20 Jahre 146 12,08% 72 49,32% 74 50,68%
Summe 1.209 100,00% 511 42,27% 698 57,73%
52 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.5.6 Analyse - Verteilung der Angebotsstunden im Bezirk Nord
Im Folgenden wird die aktuelle Verteilung der Angeb otsstunden mit einer Soll-
Verteilung auf der Basis von Bevölkerungsdaten der 6-20-Jährigen (Stand
31.12.2008) verglichen. Der in 2005 erhobene Wert von 42.138 Angebotsstunden ist
nach wie vor Ausgangspunkt für eine Betrachtung der Entwicklung der institutionel-
len Förderung in der Kinder- und Jugendarbeit.
Angebotsstunden-
Soll
(Basis 2005)
Angebotsstunden
in der Förder-
struktur aktuell
Differenz
Stellen für
aufsuchende
Arbeit Statistischer Bezirk
abs. abs. in % abs. abs.
Coerde 2.099,10 3.540,00 7,47% 1.440,90 0,50
Kinderhaus 2.894,05 4.500,00 9,49% 1.605,95
Sprakel 464,81 990,00 2,09% 525,19
Nord 5.457,96 9.030,00 19,05% 3.572,04 0,50
Insgesamt wird deutlich, dass es im Stadtbezirk Nor d einen Überhang an Angebots-
stunden in Höhe von insgesamt 3.572,04 Stunden gibt . Dies ergibt rein rechnerisch
3,5 Vollzeitstellen.
Zum einen muss in diesem Zusammenhang auf die beson dere Sozialstruktur ver-
wiesen werden. Des Weiteren hat die Stadtteileinric htung Wuddi über die offene
Kinder- und Jugendarbeit hinaus eine Stadtteilzentr enfunktion. Zu nennen sind hier
Ferien- und besondere Freizeitangebote sowie Projek te und Maßnahmen im Rah-
men des EU-Länderprogramms „Soziale Stadt“.
Den unterschiedlichen heterogenen Sozialstrukturen in den Quartieren ist durch
entsprechende Angebote Rechnung zu tragen. In Kinde rhaus und Coerde soll das
0
50
100
150
200
250
300
350
400
450
06 – 11 Jahre 12 – 14 Jahre 15 – 17 Jahre 18 – 20 Jahr e
Verteilung der Stammbesucher nach Alter und Geschle cht
insgesamt
w eiblich
männlich
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 53
Angebot der aufsuchenden Arbeit flexibler gestaltet werden. In Kinderhaus wird ab
2010 die aufsuchende Arbeit durch Angebotsverlageru ng vom Begegnungszentrum
Sprickmannstraße mit einer 0,5 Stelle wahrgenommen.
Die in 2009 realisierte Einrichtung in Sprakel wird von Beginn an sehr gut von den
Kindern und Jugendlichen im Stadtteil angenommen. E ine Vernetzung der beste-
henden Organisationen und Vereine soll durch die In itiierung eines Arbeitskreises
angeregt werden. Die Zusammenarbeit zwischen der Gr undschule Sprakel und dem
Kinder- und Jugendhaus Sprakel soll im Rahmen der A ngebote des offenen Ganz-
tags an der Grundschulen und der Ganztagsbetreuung in den Ferien intensiviert
werden.
5.5.5.7 Handlungsempfehlungen der Kinder- und Jugen darbeit für den Bezirk Nord
2010 – 2014
Bezirk Nord
Handlungsempfehlungen
2010 - 2014
Bezirk Nord
insgesamt
• Der Anteil an Geschlechtsspezifischen Angeboten
wird von aktuell 2,78% auf 5,00% erhöht.
• Die Einrichtungen im Bezirk Nord überprüfen und
analysieren die Inanspruchnahme ihrer Angebote
durch Mädchen und Jungen mit dem Ziel eines aus-
gewogenen Geschlechterverhältnisses
Kinderhaus
Qualifizierung der vorhandenen aufsuchenden Arbeit in
Münster Kinderhaus
Sprakel
• Einrichtung eines Stadtteilgesprächs (zweimal
jährlich) zu Angeboten der Kinder- und Jugendar-
beit in Sprakel.
• Die Zusammenarbeit zwischen der Grundschule
Sprakel und dem Jugendzentrum Sprakel soll im
Rahmen der Angebote des offenen Ganzta
gs
und der Ganztagsbetreuung in den Ferien inten-
siviert werden
• Die aufsuchende Arbeit in Sprakel wird intensi-
viert.
Coerde
Prüfung der Flexibilisierung der aufsuchenden Arbei t in
Coerde
54 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 55
5.5.6 Bezirk Ost
5.5.6.1 Übersicht über die Einrichtungen im Bezirk Ost
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Mauritz-Ost (71):
Johannes-Busch-Haus
Kinder- und Jugendtreff St. Konrad (BTREFF)
Gelmer-Dyckburg (76):
Kinderpädagogische Angebote Gelmer (ab 2. Quartal 2010)
Handorf (77):
Kinder- und Jugendarbeit St. Petronilla
Kinder- und Jugendeinrichtung Handorf
5.5.6.2 Rückblick: Umsetzungsstand der Handlungsemp fehlungen für den Bezirk Ost
aus dem Förderplan
2007 - 2009
Bezug/Ziele
Umsetzungsstand der Handlungsempfehlungen
Bezirk Ost
„Wohnortnah“
• In Handorf wurde die neue Kombi-Einrichtung im Aug ust
2008 eröffnet
• Errichtungsbeschluss für einen Jugendtreff in Gelm er.
„Öffnungszeiten /
Erreichbarkeit“
• In Handorf wurde 2009 im Rahmen der jährlichen Sta dt-
teilkonferenz damit begonnen, die Jahresplanung und Öff-
nungszeiten abzustimmen.
• Der Arbeitskreis Mauritz-Ost wird sich in 2010 neb en der
Abstimmung der Jahresplanung und der Öffnungszeiten
auch mit der Abstimmung verschiedener Angebote be-
schäftigen.
„Offenheit der Ange-
bote“
Der Anteil an Angeboten im Bereich „Begegnung und Kom-
munikation“ betrug in 2008 39,36 %. Der Mindeststandard
von 20 % ist damit weiterhin gesichert.
„Vielfalt des Angebo-
tes“
In Handorf wird die Angebotsvielfalt (Abdeckung von mindes-
tens 5 Kernaufgaben von 9) durch die neue Einrichtu ng „Drei
Eichen“ gesichert. Zusätzlich wurden kinderpädagog ische
Angebote installiert.
56 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
„Verantwortung für
den Sozialraum“
In Mauritz-Ost wird die öffentliche Präsenz durch die hiesigen
Einrichtungen im Rahmen der Vorgaben (0,5 Std./ Woche)
wahrgenommen.
Einschätzung der
Fachkräfte
Die Vernetzung der sozialen Einrichtungen unter Einbezie-
hung von Angeboten durch Ehrenamtliche wurde in 2009
durch den AK Handorf umgesetzt.
5.5.6.3 Angebotsstunden nach Leistungsvereinbarung (LV) im Bezirk Ost
2005 Aktuell
Angebotsstunden nach LV Angebotsstunden nach LV
Veränderung Statistischer Bezirk
abs. in % abs. in % abs.
Mauritz-Ost 1.650 61,80 % 1.650 47,21 % 0
Gelmer-Dyckburg 0 0,00 % 660 18,88 % +660
Handorf 1.020 38,20 % 1.185 33,91 % +165
Ost 2.670 100,00 % 3.495 100,00 % +825
Auf der Grundlage der aktuell gültigen Leistungsver einbarungen, den bereits ge-
fassten Errichtungs- und Baubeschlüssen zu weiteren Kinder- und Jugendeinrich-
tungen (Gelmer) und den daraus abzuleitenden Angebotsstunden werden von den 5
(zukünftig) geförderten Einrichtungen insgesamt min destens 3.495 Angebotsstun-
den erbracht („steuerbare Angebotspalette“). Dies entspricht einer Erweiterung der
Angebotsstunden um 825 Stunden im Vergleich zum 1. Kinder- und Jugendför-
derplan.
Gelmer - Dyckburg:
Die zusätzlichen Angebotsstunden ergeben sich aus der neuen Kinder- und Ju-
gendeinrichtung Gelmer in der Astrid-Lindgren Grund schule, die im 2. Quartal 2010
ihren Betrieb aufnehmen wird.
Handorf:
Die Erhöhung bei den Angebotsstunden ergibt sich a us dem Neubau der Kinder-
und Jugendeinrichtung „Drei Eichen“, die 2008 in Betrieb genommen wurde.
Darüber hinaus werden durch die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendar-
beit in erheblichem Umfang zusätzliche, eigenfinanz ierte Angebote erbracht. So be-
lief sich die Gesamtzahl aller Angebote im Jahr 2008 auf insgesamt 6.544 Stunden.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 57
5.5.6.4 Angebotsschwerpunkte im Bezirk Ost
Im Bezirk Ost verteilten sich Angebote auf die einzelnen Angebotsfelder wie folgt:
Begegnung und Kommunikation 39,36%
Angebote in Sport und Spiel 15,46%
Angebote in den Schulferien/in der Freizeit 11,06%
Kreative Angebote 7,99%
Geschlechtsspezifische Angebote 7,27%
Partizipative Angebote 4,31%
Beratungsangebote 4,23%
Schulbezogene Angebote 3,79%
Angebote der Kinder- und Jugendbildung 3,24%
Kulturelle Angebote 1,54%
Interkulturelle Angebote 1,27%
Mobile Angebote 0,46%
Gesamt 100,00%
5.5.6.5 Besuchsdaten im Bezirk Ost
Im Jahr 2008 besuchten 223 Stammbesucherinnen und S tammbesucher die Ein-
richtungen. Damit wurden knapp 7 % der Kinder und J ugendlichen im Alter von 6 –
20 Jahren aus dem Stadtbezirk erreicht. Weitere Det ails über die Verteilung liefern
die nachfolgende Tabelle sowie die sich daran anschließende Grafik:
Tabelle: Stammbesucher nach Alter und Geschlecht
insgesamt weiblich männlich
abs. % abs. % abs. %
06 – 11 Jahre 85 38,12% 41 48,24% 44 51,76%
12 – 14 Jahre 67 30,04% 25 37,31% 42 62,69%
15 – 17 Jahre 45 20,18% 15 33,33% 30 66,67%
18 – 20 Jahre 26 11,66% 4 15,38% 22 84,62%
Summe 223 100,00% 85 38,12% 138 61,88%
58 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.6.6 Analyse - Verteilung der Angebotsstunden im Bezirk Ost
Im Folgenden wird die aktuelle Verteilung der Angeb otsstunden mit einer Soll-
Verteilung auf der Basis von Bevölkerungsdaten der 6-20-Jährigen (Stand
31.12.2008) verglichen. Der in 2005 erhobene Wert von 42.138 Angebotsstunden ist
nach wie vor Ausgangspunkt für eine Betrachtung der Entwicklung der institutionel-
len Förderung in der Kinder- und Jugendarbeit.
Angebotsstunden-
Soll
(Basis 2005)
Angebotsstunden
in der Förder-
struktur aktuell
Differenz
Stellen für
aufsuchende
Arbeit Statistischer Bezirk
abs. abs. in % abs. abs.
Mauritz-Ost 1.414,98 1.650,00 3,48% 235,02
Gelmer-Dyckburg 604,67 660,00 1,39% 55,33
Handorf 1.362,53 1.185,00 2,50% -177,53 0,25
Ost 3.382,18 3.495,00 7,71% 112,82 0,25
Durch die beiden neuen Einrichtungen in Gelmer - Dyckburg und Handorf ist für den
gesamten Stadtbezirk Ost grundsätzlich eine gute Versorgung mit freizeitpädagogi-
schen Angeboten für Kinder und Jugendliche erreicht worden.
Im Detail sollen Angebots- und Vernetzungsstrukture n verbessert werden. In allen
Stadtteilen besteht nach wie vor ein Bedarf an eine m weiteren Ausbau der wohnort-
nahen ganztägigen Ferienbetreuung. Zu prüfen ist eb enfalls der Aufbau eines pä-
dagogischen Kinder- und Jugendarbeitskreises aller Einrichtungen der Kinder- und
Jugendarbeit im Bezirk Ost.
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
06 – 11 Jahre 12 – 14 Jahre 15 – 17 Jahre 18 – 20 Jahr e
Verteilung der Stammbesucher nach Alter und Geschle cht
insgesamt
w eiblich
männlich
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 59
5.5.6.7 Handlungsempfehlungen der Kinder- und Jugen darbeit für den Bezirk Ost
2010 – 2014
Bezirk Ost
Handlungsempfehlungen
2010 – 2014
Bezirk Ost
insgesamt
• Die Einrichtungen im Bezirk Ost überprüfen und ana -
lysieren die Inanspruchnahme ihrer Angebote durch
Mädchen und Jungen mit dem Ziel eines ausgewoge-
nen Geschlechterverhältnisses (aktuell 7,27 %).
• Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die durch
Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit er-
reicht werden, wird von knapp 7% auf 13% erhöht.
• Ausbau der wohnortnahen ganztägigen Ferienbetreu-
ung
• Aufbau eines pädagogischen Kinder- und Jugendar-
beitskreises.
• Zukünftig werden medienpädagogische Angebote im
meßbaren Umfang vorgehalten.
Gelmer
• Ausbau der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Ge l-
mer im Rahmen der bestehenden Ressourcen
Vom Jugendforum Ost wurde folgende Anregung gegeben:
• Erhöhung des Zauns am Bolzplatz der Einrichtung „Drei Eichen“
60 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 61
5.5.7 Bezirk Südost
5.5.7.1 Übersicht über die Einrichtungen im Bezirk Südost
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Gremmendorf (81-82):
Kinder- und Jugendtreff St. Ida
Angelmodde (86):
Jugendzentrum „Mobile“
Wolbeck (87):
Bahnhof Wolbeck
Kinderpädagogische Angebote Wolbeck (ab 2011)
Mobile und aufsuchende Angebote
Angelmodde (86):
Jugendzentrum „Mobile“ aufsuchende Arbeit
5.5.7.2 Rückblick: Umsetzungsstand der Handlungsemp fehlungen für den Bezirk
Südost aus dem Förderplan 2007 – 2009
Bezug/ Ziele
Umsetzungsstand der Handlungsempfehlungen
Bezirk Südost
„Wohnortnah“
In Wolbeck Nord entsteht eine neue „Kombieinrichtung“, be-
stehend aus einer Kindertageseinrichtung und einer offenen
kinderpädagogischen Einrichtung.
„Öffnungszeiten /
Erreichbarkeit“
In Angelmodde und Gremmendorf gibt es inzwischen Ange-
bote an Ferienbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Die
Anbieter stimmen sich traditionell in ihrer Angebotsplanung
ab, so dass nahezu in allen Ferienwochen des gesamten Jah-
res Angebote vorgehalten werden.
„Vielfalt des Angebo-
tes“
Im Bezirk Südost werden in 14 Angebotsfeldern mit u nter-
schiedlicher Gewichtung Angebote durchgeführt.
Durch die neue Einrichtung in Wolbeck Nord wird der kinder-
pädagogische Bereich eine quantitative und qualitat ive Aus-
weitung erfahren
.
„Verantwortung für
den Sozialraum“
In Gremmendorf, Angelmodde - West und Wolbeck werden
zusätzliche Projekte der mobilen und aufsuchen Kinder- und
Jugendarbeit durchgeführt.
In Wolbeck wurde zudem ein freier Träger mit dem Au fga-
bengebiet „Aufsuchende Arbeit“ in Ergänzung zu den vorhan-
denen Angeboten beauftragt.
62 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.7.3 Angebotsstunden nach Leistungsvereinbarung (LV) im Bezirk Südost
2005 Aktuell
Angebotsstunden nach LV Angebotsstunden nach LV
Veränderung Statistischer Bezirk
abs. in % abs. in % abs.
Gremmendorf 990 26,09 % 990 20,69 % 0
Angelmodde 1.485 39,13 % 1.485 31,03 % 0
Wolbeck 1.320 34,78 % 2.310 48,28 % +990
Südost 3.795 100,00 % 4.785 100,00 % +990
Auf der Grundlage der aktuell gültigen Leistungsver einbarungen, den bereits ge-
fassten Errichtungs- und Baubeschlüssen zu weiteren Einrichtungen (Wolbeck) und
den daraus abzuleitenden Angebotsstunden werden von den 4 (zukünftig) geförder-
ten Einrichtungen insgesamt mindestens 4.785 Angebo tsstunden erbracht („steuer-
bare Angebotspalette“). Dies entspricht einer Erweiterung der Angebotsstunden
um 990 Stunden im Vergleich zum 1. Kinder- und Jugendförderplan.
Die Veränderung der Angebotsstunden nach LV, die für den Sozialraum Wolbeck zu
verzeichnen ist, ergibt sich aus der neuen „Kombieinrichtung“ in Wolbeck - Nord, die
voraussichtlich im 2. Quartal 2011 ihren Betrieb aufnehmen wird.
Darüber hinaus werden durch die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendar-
beit in erheblichem Umfang zusätzliche, eigenfinanz ierte Angebote erbracht. So be-
lief sich die Gesamtzahl aller Angebote im Jahr 2008 auf insgesamt 9.516 Stunden.
5.5.7.4 Angebotsschwerpunkte im Bezirk Südost
Im Bezirk Südost verteilten sich Angebote auf die einzelnen Angebotsfelder wie
folgt:
Begegnung und Kommunikation 29,98%
Schulbezogene Angebote 15,76%
Mobile Angebote 10,36%
Kulturelle Angebote 10,13%
Medienpädagogische Angebote 8,58%
Geschlechtsspezifische Angebote 6,64%
Kreative Angebote 6,64%
Angebote in den Schulferien/in der Freizeit 5,25%
Angebote in Sport und Spiel 2,39%
Angebote der Kinder- und Jugendbildung 1,93%
Partizipative Angebote 1,68%
Arbeitsweltbezogene Angebote 0,50%
Beratungsangebote 0,11%
Integrative Angebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen 0,04%
Gesamt 100,00%
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 63
5.5.7.5 Besuchsdaten im Bezirk Südost
Im Jahr 2008 besuchten 257 Stammbesucherinnen und S tammbesucher die Ein-
richtungen. Damit wurden knapp 6 % der Kinder und J ugendlichen im Alter von 6 –
20 Jahren aus dem Stadtbezirk erreicht. Weitere Det ails über die Verteilung liefern
die nachfolgende Tabelle sowie die sich daran anschließende Grafik:
Tabelle: Stammbesucher nach Alter und Geschlecht
insgesamt weiblich männlich
abs. % abs. % abs. %
06 – 11 Jahre 73 28,40% 43 58,90% 30 41,10%
12 – 14 Jahre 64 24,90% 28 43,75% 36 56,25%
15 – 17 Jahre 63 24,51% 32 50,79% 31 49,21%
18 – 20 Jahre 57 22,18% 24 42,11% 33 57,89%
Summe 257 100,00% 127 49,42% 130 50,58%
0
10
20
30
40
50
60
70
80
06 – 11 Jahre 12 – 14 Jahre 15 – 17 Jahre 18 – 20 Jahr e
Verteilung der Stammbesucher nach Alter und Geschle cht
insgesamt
w eiblich
männlich
64 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.7.6 Analyse - Verteilung der Angebotsstunden im Bezirk Südost
Im Folgenden wird die aktuelle Verteilung der Angeb otsstunden mit einer Soll-
Verteilung auf der Basis von Bevölkerungsdaten der 6-20-Jährigen (Stand
31.12.2008) verglichen. Der in 2005 erhobene Wert von 42.138 Angebotsstunden ist
nach wie vor Ausgangspunkt für eine Betrachtung der Entwicklung der institutionel-
len Förderung in der Kinder- und Jugendarbeit.
Angebotsstunden-
Soll
(Basis 2005)
Angebotsstunden
in der Förder-
struktur aktuell
Differenz
Stellen für
aufsuchende
Arbeit Statistischer Bezirk
abs. abs. in % abs. abs.
Gremmendorf 2.050,32 990,00 2,09% -1.060,32
Angelmodde 1.313,99 1.485,00 3,13% 171,01 0,50
Wolbeck 1.462,53 2.310,00 4,87% 847,47
Südost 4.826,84 4.785,00 10,55% -41,84 0,50
Insgesamt gesehen wird deutlich, dass der Stadtbezi rk Südost aktuell über eine an-
gemessene Versorgung mit Angeboten verfügt. Der Sta dtteil Gremmendorf hat eine
rechnerische Unterdeckung in Höhe von 1.060,32 Angebotsstunden.
Für die Kinder- und Jugendarbeit ergeben sich Bedar fe, die mit der Städtebaulichen
Entwicklung und der Bevölkerungsprognose zusammenhä ngen. Auf dieser Bedarfs-
grundlage wurde der Errichtungsbeschluss für den Ne ubau einer Kinder- und Ju-
gendhilfe Einrichtung- Kindertageseinrichtung und k inderpädagogische Angebote
der Kinder- und Jugendarbeit in Wolbeck Nord gefass t. Insbesondere für die Ziel-
gruppe der 6-12/13-jährigen Kinder ist eine bedarfs gerechte und ansprechende An-
gebotserweiterung umzusetzen. Eine enge Vernetzung mit den schulischen Ange-
boten im Stadtteil im Primarbereich und im Übergang mit den Tageseinrichtungen
ist dabei Grundlage für die Konzeptentwicklung und -fortschreibung.
Neben den institutionalisierten Angeboten der Offen en Kinder- und Jugendarbeit
bildet die aufsuchende Arbeit im Stadtteil Angelmod de einen wichtigen dem speziel-
len Bedarf entsprechenden Baustein der pädagogische n Arbeit. Das Angebot hat
als wichtigstes Ziel, sich an der Lebenswelt der Ki nder- und Jugendlichen zu orien-
tieren.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 65
5.5.7.7 Handlungsempfehlungen der Kinder- und Jugen darbeit für den Bezirk Südost
2010 - 2014
Bezirk Südost
Handlungsempfehlungen
2010- 2014
Bezirk Südost insge-
samt
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die durch A nge-
bote der offenen Kinder- und Jugendarbeit erreicht wer-
den, wird von knapp 7% auf 13% erhöht.
Realisierung der Kombieinrichtung (Kita / Kinderpäd ago-
gische Angebote) in Wolbeck. Die Einrichtung wird v or-
aussichtlich in 2011 eröffnet.
Wolbeck
Installierung von ganztägigen Ferienangeboten in Wo l-
beck für Kinder im Grundschulalter in Kooperation m it
der Grundschule vor Ort.
Angelmodde
Die aufsuchenden Angebote in Angelmodde werden fort -
geschrieben und konzeptionell die speziellen Bedarf e
angepasst.
Gremmendorf
Für den Gremmendorf wird geprüft, ob über projektbe zo-
gene Angebote die bestehenden Angebote für Kinder
und Jugendliche durch freie Träger vor Ort ergänzt wer-
den können.
66 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 67
5.5.8 Bezirk Hiltrup
5.5.8.1 Übersicht über die Einrichtungen im Bezirk Hiltrup
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Berg Fidel (91):
Lorenz Süd
Hiltrup (95-97):
Ev. Jugendzentrum Hiltrup
Jugendheim St. Clemens
37 Grad Jugend- und Begegnungshaus
Amelsbüren (98):
Jugendzentrum Black Bull
Mobile und aufsuchende Angebote
Hiltrup (95-97):
VSE – aufsuchende Arbeit
5.5.8.2 Rückblick: Umsetzungsstand der Handlungsemp fehlungen für den Bezirk
Hiltrup aus dem Förderplan
2007 - 2009
Bezug / Ziele
Umsetzungsstand der Handlungsempfehlungen
Für den Bezirk Hiltrup
„Wohnortnahe Ver-
sorgung “
• Für Hiltrup Ost ist ein akzeptierter Jugendplatz i n Planung.
Dafür wurden zusätzliche Mittel von der BV Hiltrup, vom
LWL und in 2009 Mittel gestellt. Die Umsetzung soll in
2010 erfolgen.
• Die Kinder- und Jugendeinrichtung „37° Grad“ wurd e
2005 in Hiltrup – West eröffnet. Der Errichtungsbes chluss
zur Erweiterung des Gebäudes erfolgte im Sommer 2009.
• An den Wochenenden hat das evangelische Jugendzent -
rum, 37 Grad, Lorenz Süd Hiltrup statt. Diese werde n gut
angenommen.
• Für Jugendliche, die sich insbesondere freitags ab ends an
der Marktallee aufhalten, wurde in 2009 ein zusätzl iches
Angebot geschaffen (Jugendcafé).
• Im Arbeitskreis Kinder und Jugendliche Hiltrup fin det ein
regelmäßiger Austausch statt. Entsprechend dem Beda rf
werden zusätzliche Projekte geplant, die aus dem Ha nd-
lungstopf Hiltrup finanziert werden. Schwerpunkte i n 2008
und 2009: Kinderpädagogische Arbeit, Kinder- und Ju -
gendkulturarbeit, Cliquenarbeit.
68 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
„Vielfalt des Ange-
botes“
• Für den Bezirk Hiltrup gibt es seit 2008 den Hiltr uper Fe-
rienspaß. Im Anschluss an das Angebot „Atlantis“ wi rd 14
Tage in den Sommerferien, ein offenes Ferienangebo t für
Kinder von 8 – 12 Jahren angeboten.
• Seit 2008 finden in den Sommermonaten verstärkt Kin-
der- und Jugendkulturveranstaltungen in den Stadtt eilen
Hiltrup und Berg Fidel statt (Kinder- und Jugenddis cos,
Konzerte, Filmveranstaltung).
• In Berg Fidel haben im Arbeitsfeld Kinderpädagogik seit
2007 verschiedene Entwicklungen zur Verbesserung de r
Situation für Kinder beigetragen: Gründung des Fami lien-
zentrums Maximilian Kolbe, Einrichtung des Horts in der
Stadtteileinrichtung Lorenz Süd und das Projekt „G esund
aufwachsen in Berg Fidel“.
• Die Anbindung der Kinder- und Jugendarbeit in der
Trauttmansdorffstraße an das Stadtteilhaus Lorenz S üd
seit 2008 eröffnet den dort lebenden Flüchtlingskin dern
und -jugendlichen einen leichteren Zugang auch zu A nge-
boten im Lorenz Süd. Es konnte u. a. eine Mädcheng rup-
pe installiert werden.
„Verantwortung für
den Sozialraum“
• In Berg Fidel ist die mobile Arbeit an die offene Jugendar-
beit im Lorenz Süd angebunden.
• In Amelsbüren ist seit 2008 ein mobiles Angebot in Anbin-
dung an das Jugendzentrum Black Bull im Aufbau. Die
Begleitung erfolgt durch die aufsuchende Jugendarbe it
des VSE.
• Ende 2007 wurde die aufsuchende Arbeit in Hiltrup um
eine weitere 19,25 Stunden-Stelle im VSE verstärkt.
5.5.8.3 Angebotsstunden nach Leistungsvereinbarung (LV) im Bezirk Hiltrup
2005 Aktuell
Angebotsstunden nach LV Angebotsstunden nach LV
Veränderung Statistischer Bezirk
abs. in % abs. in % abs.
Berg Fidel 2.340 34,44 % 2.520 32,31 % +180
Hiltrup 3.135 46,14 % 3.960 50,77 % +825
Amelsbüren 1.320 19,42 % 1.320 16,92 % 0
Hiltrup 6.795 100,00 % 7.800 100,00 % +1.005
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 69
Auf der Grundlage der aktuell gültigen Leistungsver einbarungen und den daraus
abzuleitenden Angebotsstunden werden von den inzwis chen 5 geförderten Einrich-
tungen insgesamt mindestens 7.305 Angebotsstunden e rbracht („steuerbare Ange-
botspalette“). Dies entspricht einer Erweiterung der Angebotsstunden um 510 Stun-
den im Vergleich zum 1. Kinder- und Jugendförderplan.
Berg Fidel:
Die zusätzlichen Angebotsstunden ergeben sich aus der Übernahme der pädagogi-
schen Angebote im Übergangswohnheim an der Trauttma nsdorffstraße durch das
Stadtteilhaus Lorenz-Süd. Darüber hinaus wurde der Kinderhort von der T-Straße in
2009 in das Lorenz-Süd integriert.
Hiltrup:
In Hiltrup West wurde im Stadtteil- und Begegnungs zentrum 37 Grad der Schwer-
punkt kinderpädagogische Arbeit ausgebaut. Der Erri chtungsbeschluss
(V/0360/2009) zur Erweiterung des Gebäudes erfolgte im Sommer 2009.
Darüber hinaus werden durch die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendar-
beit in erheblichem Umfang zusätzliche, eigenfinanz ierte Angebote erbracht. So be-
lief sich die Gesamtzahl aller Angebote im Jahr 200 8 auf insgesamt 12.361 Stun-
den.
5.5.8.4 Angebotsschwerpunkte im Bezirk Hiltrup
Im Bezirk Hiltrup verteilten sich Angebote auf die einzelnen Angebotsfelder wie folgt:
Begegnung und Kommunikation 45,25%
Angebote der Kinder- und Jugendbildung 17,39%
Geschlechtsspezifische Angebote 8,07%
Schulbezogene Angebote 7,01%
Angebote in Sport und Spiel 3,97%
Medienpädagogische Angebote 3,86%
Beratungsangebote 3,69%
Partizipative Angebote 3,60%
Angebote in den Schulferien/in der Freizeit 3,08%
Kulturelle Angebote 1,04%
Mobile Angebote 0,96%
Arbeitsweltbezogene Angebote 0,77%
Interkulturelle Angebote 0,73%
Kreative Angebote 0,60%
Gesamt 100,00%
5.5.8.5 Besuchsdaten im Bezirk Hiltrup
Im Jahr 2008 besuchten 499 Stammbesucherinnen und S tammbesucher die Ein-
richtungen. Damit wurden gut 8 % der Kinder und Jug endlichen im Alter von 6 – 20
Jahren aus dem Stadtbezirk erreicht. Weitere Detail s über die Verteilung liefern die
nachfolgende Tabelle sowie die sich daran anschließende Grafik:
70 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Tabelle: Stammbesucher nach Alter und Geschlecht
insgesamt weiblich männlich
abs. % abs. % abs. %
06 – 11 Jahre 190 38,08% 98 51,58% 92 48,42%
12 – 14 Jahre 168 33,67% 72 42,86% 96 57,14%
15 – 17 Jahre 93 18,64% 37 39,78% 56 60,22%
18 – 20 Jahre 48 9,62% 18 37,50% 30 62,50%
Summe 499 100,00% 225 45,09% 274 54,91%
5.5.8.5 Analyse - Verteilung der Angebotsstunden im Bezirk Hiltrup
Im Folgenden wird die aktuelle Verteilung der Ange botsstunden mit einer Soll-
Verteilung auf der Basis von Bevölkerungsdaten der 6-20-Jährigen (Stand
31.12.2008) verglichen. Der in 2005 erhobene Wert von 42.138 Angebotsstunden ist
nach wie vor Ausgangspunkt für eine Betrachtung der Entwicklung der institutionel-
len Förderung in der Kinder- und Jugendarbeit.
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
06 – 11 Jahre 12 – 14 Jahre 15 – 17 Jahre 18 – 20 Jahr e
Verteilung der Stammbesucher nach Alter und Geschle cht
insgesamt
w eiblich
männlich
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 71
Angebotsstunden-
Soll
(Basis 2005)
Angebotsstunden
in der Förder-
struktur aktuell
Differenz
Stellen für
aufsuchende
Arbeit Statistischer Bezirk
abs. abs. in % abs. abs.
Berg Fidel 1.105,89 2.520,00 5,32% 1.414,11
Hiltrup 4.335,85 3.930,00 8,36% -375,85 1,14
Amelsbüren 1.009,48 1.320,00 2,79% 310,52
Hiltrup 6.451,21 7.800,00 16,46% 1.348,79 1,14
Insgesamt gesehen wird deutlich, dass der Stadtbezi rk Hiltrup über einen Überhang
an Angebotsstunden in Höhe von 1.348,79 Stunden ver fügt und somit gut versorgt
ist. Dennoch wir die Stadtteileinrichtung Hiltrup-W est um zusätzliche Gruppenräume
erweitert, um dem zu erwartenden Zuzug von jungen F amilien, der stärkeren Inan-
spruchnahme der Ganztagsbetreuung und den Angeboten der Familienförderung
vor Ort Rechnung zu tragen.
Die rein rechnerische Differenz im Rahmen der offen en Kinder- und Jugendarbeit in
Hiltrup wird durch die Stelle für die aufsuchende Arbeit mehr als kompensiert.
Aufgrund des besonderen Bedarfs in Gievenbeck ist für 2010 geplant, eine 0,5 Stel-
le für aufsuchende Arbeit in diesen Stadtteil zu verlagern.
Berg Fidel weist nach wie vor eine besondere Sozial struktur aus. In der Stadtteilein-
richtung Lorenz Süd wird mit der Übernahme der päda gogischen Angebote für die
Kinder und Jugendlichen aus dem Übergangswohnheim a n der Trauttmans-
dorffstraße ein wichtiger Schritt für die Förderung und Integration getan.
In Amelsbüren ist ein leichter Überhang an Angebots stunden zu erkennen, der dem
zu erwartenden Zuwachs an Kindern und Jugendlichen bis 2010 um 14,5 % ent-
spricht.
In Amelsbüren ist durch den Zuzug vieler russisch-s tämmiger Familien in den Neu-
baugebieten ein hoher Zuwachs an Jugendlichen, die sich derzeit nicht im Jugend-
zentrum Black Bull, sondern auf der Straße oder Spi elplätzen aufhalten. Das Ju-
gendzentrum Black Bull hat daher seinen Schwerpunkt im Bereich der Jugendarbeit
gesetzt und wird das Angebot um die aufsuchende Jug endarbeit und einen akzep-
tierten Jugendplatz in Amelsbüren erweitern. Darübe r hinaus gibt es eine enge Ver-
zahnung mit der Grundschule und der Kindertageseinrichtung St. Sebastian im Rah-
men des Familienzentrums. Zusätzliche Angebotsstund en in den Ferien und Ange-
bote für Kinder ergänzen die Jugendarbeit im Black Bull.
72 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
5.5.8.6 Handlungsempfehlungen der Kinder- und Jugen darbeit für den Bezirk Hiltrup
2010 - 2014
Bezirk Hiltrup
Handlungsempfehlungen
2010 – 2014
Eine flexiblere Ausrichtung und Vernetzung der Ange bo-
te der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Hiltrup und
Berg Fidel wird angestrebt.
Der Anteil an interkulturellen und medienpädagogisc hen
Angebote wird ausgebaut.
Bezirk Hiltrup insge-
samt
Die Verbindung der Kinder- und Jugendarbeit und der
aufsuchenden Arbeit wird arbeitsteilig optimiert.
Vom Jugendforum Hiltrup wurde folgende Anregung gegeben:
• Zusätzliche Busverbindung zum Hiltruper Freibad un d von Hiltrup nach
Wolbeck
• Fehlender Jugendtreff in Hiltrup - Ost
• Entwicklung eines Konzept zur Befriedung des Plat zes vor dem Rewe-
Supermarkt in Hiltrup - Mitte (ab 20 Uhr viele betrunkene Jugendliche)
• Verbesserung des Essens an den Schulen
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 73
6. Jugendsozialarbeit
6.1 Allgemeines.................................... .............................................................. 74
6.2 Strategische Ziele für die Jugendsozialarbeit.. ............................................. 74
6.3 Angebotsfelder der Jugendsozialarbeit .......... .............................................. 75
6.4 Bestand / Analyse / Handlungsempfehlungen...... ........................................ 76
6.4.1 Jugendhilfe an Schulen..................... ................................................... 76
6.4.2 Integrations- und Migrationshilfen........... ............................................. 83
6.4.3 Streetwork / Aufsuchende Jugendsozialarbeit . .................................... 84
6.4.4 Soziale Gruppenarbeit ....................... .................................................. 85
6.4.5 Wohnhilfen.................................. ......................................................... 86
Foto: es.war.einmal../photocase.com
Inhalt
74 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
6.1 Allgemeines:
Gemäß § 2 Abs. 2 KJFöG trägt Jugendsozialarbeit ins besondere dazu bei, individu-
elle und gesellschaftliche Benachteiligungen durch besondere sozialpädagogische
Maßnahmen auszugleichen.
Jugendsozialarbeit bietet jungen Menschen vor allem durch Hilfen in der Schule und
in der Übergangsphase von der Schule zum Beruf spez ifische Förderangebote so-
wie präventive Angebote zur Stärkung der Persönlich keitsentwicklung und zur Be-
rufsfähigkeit.
Mit dieser Definition schließt § 2 Abs. 2 KJFöG nah tlos an den in § 13 KJHG be-
schriebenen Auftrag der Jugendsozialarbeit an.
Aufgaben der Jugendsozialarbeit sind dabei „insbeso ndere die sozialpädagogische
Beratung, Begleitung und Förderung schulischer und beruflicher Bildung sowie die
Unterstützung junger Menschen bei der sozialen Inte gration und der Eingliederung
in Ausbildung und Arbeit. Dazu zählen auch schulbez ogene Angebote mit dem Ziel,
die Prävention in Zusammenarbeit mit der Schule zu verstärken.“
6.2 Strategische Ziele für die Jugendsozialarbeit:
Bedarfsgerecht
Hilfen zum Ausgleich individueller Beeinträchtigung en oder gesellschaftlicher Be-
nachteiligungen werden bedarfsgerecht vorgehalten, um auf gesellschaftliche Ver-
änderungen frühzeitig flexibel zu reagieren.
Abgestimmte Verfahren
Die differenzierten Angebote der Jugendsozialarbeit sollen effektiv wirken und fach-
lich abgestimmt sein. Dazu müssen sämtliche Angebot e hinsichtlich ihrer Zielgrup-
pen, Wirkungen und Schnittstellen geprüft, harmonis iert und, wo nötig, angepasst
werden.
Prävention im Vorfeld erzieherischer Hilfen
Frühzeitiges Erkennen von Förder- und Hilfebedarfen sowie bewusst niedrigschwel-
lige Zugänge zu unterschiedlichen Förder- und Hilf sangeboten ermöglichen die Ü-
berwindung individueller oder gesellschaftlicher Be nachteiligungen, um die Inan-
spruchnahme von „Hilfen zur Erziehung“ zu vermeiden.
Jugendhilfe ist an allen Schulformen präsent
Als Reaktion auf wachsende Jugendhilfebedarfe werd en differenzierte Beratungs-
angebote an allen Schulformen vorgehalten.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 75
6.3 Angebotsfelder der Jugendsozialarbeit:
In Münster konzentriert sich die Jugendsozialarbeit auf nachfolgende Angebotsfel-
der:
1. Jugendhilfe an Schulen
2. Integrations- und Migrationshilfen
3. Streetwork/Aufsuchende Jugendsozialarbeit
4. Soziale Gruppenarbeit
5. Wohnhilfen
6. Jugendberufshilfe
Die Aufgaben der Jugendberufshilfen werden in Münst er im Wesentlichen von der
Arbeitsmarktinitiative Münster Jugend+ (AIM Jugend+ ) des Amtes für Schule und
Weiterbildung mit einem eigenen Planungs- und Beric htswesen gefördert und unter-
stützt und hier nicht abgebildet.
Zur Unterstützung benachteiligter Jugendlicher an d er Hauptschule Hiltrup fördert
das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien darübe r hinaus eine Stelle beim Trä-
ger „Jugendhilfe Direkt e.V.“. Dieser unterstützt Jugendliche im Übergang Schule –
Beruf.
Zudem fördert das Amt für Kinder, Jugendliche und F amilien die Jugendwerkstatt
des Jugendausbildungszentrums (JAZ) mit 14 Plätzen für Jugendliche, die aufgrund
erheblicher schulischer oder ausbildungsbezogener I ntegrationsbedarfe Regelan-
gebote nicht wahrnehmen.
Jugendsozialarbeit
Jugendhilfe an
Schulen
Integrations- und
Migrationshilfen
Streetwork /
Aufsuchende
Jugendsozial-
arbeit
Wohnhilfen Jugend-
berufshilfe
Jugendhilfe an
Hauptschulen
Jugendhilfe an
Förderschulen
Sozialpädagogische
Lernhilfen
Motopädische Förderung/
Therapeutisches Reiten
Sozialpädagogische
Angebote für
Flüchtlingskinder und
-jugendliche in städt-
Flüchtlingsunter-
künften
Streetwork
Aufsuchende
Cliquenarbeit
Sozialpädagogisch
begleitete Wohn-
form für junge
Menschen in
Schulausbildung,
Berufsvorbereitung,
-ausbildung oder
beruflicher
Eingliederung
Jugendwerkstatt
(Amt 51)
Weitere Angebote
durch AIM (Amt 40)
Soziale
Gruppenarbeit
Jugendhilfe an
Grundschulen
Fachberatung
Schulverweigerung
Angebote für straf-
fällig gewordene
oder gefährdete
Jugendliche
Jugendhilfe direkt
(Amt 51 / freier
Träger der
Jugendhilfe)
76 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
6.4 Bestand, Analyse, Handlungsempfehlungen
Im Folgenden sind die jeweiligen Angebotsfelder der Jugendsozialarbeit in Münster
nur kurz beschrieben und mit ersten Handlungsempfeh lungen hinterlegt. An dieser
Stelle wird auf eine ausführliche Berichterstattung bewusst verzichtet, da für einzel-
ne Teilbereiche wie z.B. für die Richard-von-Weizsä cker-Schule, Fachberatung
Schulverweigerung, Streetwork, Jugendhilfe an Schul en und Jugendberufshilfe je-
weils umfassende gesonderte Berichterstattungen vorliegen.
Um perspektivisch eine kompakte Berichterstattung u nd Analyse für den Kinder-
und Jugendförderplan in diesem Handlungsfeld vorleg en zu können, wird in den
kommenden Jahren als wichtigstes Ziel eine systemat ische und einheitliche Daten-
erfassung und Berichtsstruktur angestrebt.
6.4.1 Jugendhilfe an Schulen
Jugendhilfe an Schulen beinhaltet Aktivitäten der Jugendhilfe unmittelbar an oder im
Umfeld von Schulen mit dem Ziel, Jugendhilfe- und Förderbedarfe möglichst frühzei-
tig zu erkennen. Zu den Schwerpunkten der Arbeit zä hlen Beratung, individuelle
Förderung und Initiierung von Projekten.
Die Zielgruppe bilden im Wesentlichen Schülerinnen und Schüler mit individuellen,
sozialen, familiären oder schulischen Problemlagen und Förderbedarfen.
Die Jugendhilfeangebote an den Grund-, Haupt- und F örderschulen bilden einen
Baustein im Gesamtkontext schulsozialpädagogischer Leistungen an münsterschen
Schulen.
In einer ersten Bestandsaufnahme der an Schulen tät igen Fachkräfte der Schulso-
zialarbeit mit unterschiedlichen Anstellungsträgern , wurden 2008 in einem ämter-
übergreifenden „Rahmenkonzept Schulsozialarbeit 5“ die verschiedenen Konzepte,
Qualitätsstrukturen und Kriterien für den Ausbau herausgearbeitet.
Die weiteren Verfahrens- und Abstimmungsschritte bi lden einen wesentlichen Bau-
stein für eine abgestimmte Schulsozialarbeit zwisch en der Jugendhilfe, dem Amt für
Schule und Weiterbildung und den Schulen.
Jugendhilfe an Grundschulen:
Seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 wird auf der Grundlage eines Beschlusses
im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien v om 04.03.2009 (2133/2009)
eine halbe
Stelle „Jugendhilfe an Grundschule“ der Beratungsstelle Südviertel e.V.
gefördert. Das Angebot wird an der Matthias-Claudiu s-Schule und der Hermann-
schule vorgehalten.
In Ergänzung zu den Regelangeboten der Schule sind Ziele und Schwerpunkte des
Angebotes:
• die Förderung der sozialen und persönlichen Fähigk eiten aller Kinder an den
beteiligten Grundschulen
• die Beratung der Eltern zur Förderung sozialer Kom petenzen Ihrer Kinder
• die Beratung der und Kooperation mit Lehrerinnen u nd Lehrern im Sinne des
gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsauftrags
• die Integration aller Kinder in das System Schule durch frühzeitiges Erken-
nen und Ausgleichen besonderer Förderbedarfe
5 Rahmenkonzept „Schulsozialarbeit in Münster“, Vorlage V/0911/2008
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 77
• die Vernetzung der Schule mit Förder-, Betreuungs- und Unterstützungsan-
geboten im Stadtteil sowie
• die Übernahme der Lotsenfunktion zu weiteren Unter stützungsangeboten
Die fachliche Ausrichtung und Entwicklung des Angeb otes wird im Rahmen einer
Steuerungsgruppe gelenkt, die Wirkung im Rahmen ein er Evaluation überprüft. Ers-
te Ergebnisse werden Mitte 2011 vorliegen.
Jugendhilfe an Hauptschulen:
An allen acht Hauptschulen in Münster hält das Amt für Kinder, Jugendliche und
Familien jugendhilfespezifische Beratungs- und Unte rstützungsleistungen vor. Die
0,5 Stelle für die Hauptschule Hiltrup und die Joha nnes-Gutenberg-Realschule ist
derzeit co-finanziert von der Stiftung Siverdes („P rivjet – Projekt“) und dem Amt für
Kinder, Jugendliche und Familien.
Die Ziele und Schwerpunkte des Jugendhilfeangebotes an den Hauptschulen sind
• das frühzeitige Erkennen von Jugendhilfe- und Förd erbedarfen
• ein Beratungsangebot an Jugendliche mit möglichst niedrigen Zugangs-
schwellen
• eine Lotsenfunktion hinsichtlich differenzierter B eratungs- und Jugend-
hilfeangebote in Münster
• Projektarbeiten zur Stärkung von Konfliktlösungsko mpetenzen der Schüle-
rinnen und Schüler
• Beratungsangebote an Eltern
• Beratungsangebote an Lehrerinnen und Lehrer
• Stärkung der Kooperation Jugendhilfe / Schule vor Ort
• schulbezogene Kooperation mit weiteren sozialpädag ogischen Fachkräften
Ergänzend fördert das Amt für Kinder, Jugendliche u nd Familien das UVAS – Pro-
jekt (Kooperationsmodell Südviertel, Baustein 2) an der Geistschule. Im Rahmen ei-
ner 0,5 Stelle in Trägerschaft des Diakonischen Wer kes werden hier verhaltensauf-
fällige Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse sozialpädagogisch unterstützt.
Jugendhilfe an Förderschulen:
An der Richard-von-Weizsäcker-Schule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt
emotionale und soziale Entwicklung werden Jugendhil feleistungen in einem Umfang
von 6,5 Stellen (3 Stellen Primarbereich, 3,5 Stellen Sekundarbereich) angeboten.
Wesentliche Förderschwerpunkte im Primarbereich sind:
• Anbahnung der Schulfähigkeit
• Spezifische Integrationshilfen
• Regenbogenklasse
• Soziales Training
Im Sekundarbereich liegen die Schwerpunkte in der
• sozialpädagogischen Einzelförderung,
• sozialpädagogischen Gruppenarbeit und der
• Berufsvorbereitung.
78 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Eine künftige Wirkungsanalyse der Jugendhilfe an de r Förderschule mit dem För-
derschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung s oll vor allem vor dem Hinter-
grund einer erheblich gestiegenen Zahl von Kindern und Jugendlichen mit massiven
Verhaltensauffälligkeiten und im Hinblick auf integ rative Bestrebungen eine fachlich
gut abgestimmte Grundlagen für die weitere Steuerung liefern.
Darüber hinaus ist das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien entsprechend des
Ratsbeschlusses vom 30.09.2009 (Vorlage V/0477/2009 ) ab Februar 2010
mit je-
weils einer halben Stelle an den vier Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt
Lernen vertreten.
Hiermit wird den deutlichen wachsenden Jugendhilfebedarfen an den Förderschulen
mit dem Förderschwerpunkt Lernen entsprochen.
In der Beratung bilden hier neben den jugendhilfeor ientierten Schwerpunkten auch
heilpädagogische Aspekte einen Angebotsschwerpunkt (Gruppenarbeiten, Projekte,
Erkennen individueller Förderaspekte u.ä.).
Fachberatung Schulverweigerung:
Im August 2007 wurde das Projekt „Fachberatung Schu lverweigerung“ im Amt für
Kinder, Jugendliche und Familien modellhaft initiie rt und Ende 2009 dauerhaft ab-
gesichert. Sie leistet individuelle Beratung für Ki nder, Jugendliche, Eltern und Lehr-
kräfte bei Schulmüdigkeit, Schulverweigerung oder S chulabsentismus. Ziel ist die
Reintegration in das Bildungssystem bzw. die Vermittlung adäquater Hilfen.
Die Fachberatung ist insbesondere für Realschüler u nd Gymnasiasten Ansprech-
partner.
Im Schuljahr 2008/2009 wurden insgesamt 71 Schüleri nnen und Schüler beraten
und betreut. 29 von ihnen konnten bis zum Abschluss des Schuljahres in das Regel-
schulsystem reintegriert werden. Das entspricht einer Quote von insgesamt 41 %.
Über das städtische Angebot der Fachberatung Schulv erweigerung hinaus sind in
den letzten Jahren vielfältige Angebote zur Unterst ützung von Schulbesuch und
Schulabschluss dezentral entstanden und bilden heut e ein breites Unterstützungs-
netz.
So fördert das Amt für Kinder, Jugendliche und Fami lien das Angebot Pro B (Koope-
rationsmodell Südviertel, Baustein 3) in einem Umfa ng von einer 0,75 Stelle in Trä-
gerschaft der Beratungsstelle Südviertel e.V. Das A ngebot bietet 12 Schülerinnen
und Schülern die Möglichkeit der Reintegration in d as Schulsystem oder des exter-
nen Hauptschulabschlusses.
Je nach schulrechtlicher Ausgangssituation und pers önlicher Ressourcen des Ju-
gendlichen sind die Angebote spezifisch modelliert.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 79
Neben den unmittelbaren Unterstützungsangeboten an Schulen werden darüber
hinaus im Rahmen der Jugendsozialarbeit folgende so zialpädagogische und thera-
peutische Hilfen zum Ausgleich sozialer Benachteili gungen und individueller Beein-
trächtigungen gewährt.
Pädagogische Lernhilfen
Kinder und Jugendliche, die in ihrer sozialen und schulischen Entwicklung einer För-
derung bedürfen und sowohl Auffälligkeiten im Lern- und Sozialverhalten wie auch
im Schulleistungsbereich zeigen, können sozialpädagogische Lernhilfe erhalten.
Der Abbau individueller Lernhemmnisse wird hier mit sozialpädagogischen Unter-
stützungsleistungen kombiniert.
Ziele:
• Aufarbeitung fachlicher Defizite
• Soziale Integration in Schule
• Stärkung personaler Kompetenzen
Da vorhandene soziale Einschränkungen oder individu elle Beeinträchtigungen den
Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu einem zent ralen Angebot wesentlich er-
schweren, werden pädagogische Lernhilfeleistungen a ls Einzelfallhilfen inzwischen
an 11 dezentralen Standorten in Münster angeboten.
Zur Umsetzung der pädagogischen Lernhilfe kooperier t das Amt für Kinder, Jugend-
liche und Familien mit dem Träger Projekt Lernhilfe e.V.
Motopädische Förderung
Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen im Wa hrnehmungs- und Bewe-
gungsbereich sowie Auffälligkeiten im Lern- und Soz ialverhalten werden durch mo-
topädische Förderung bei der Entwicklung eines, dem jeweiligen Kind angemesse-
nen Leistungs-, Bewegungs- und Sozialverhaltens unt erstützt. Motopädische Förde-
rung findet in Kleingruppen statt.
Zur Umsetzung des Angebotes kooperiert das Amt für Kinder, Jugendliche und Fa-
milien mit dem Verein für Mototherapie und psychomo torische Entwicklungsförde-
rung e.V..
Ziele:
• Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung und moto rischen
Leistungen
• Regulation von Hyperaktivität und psychomotorische r Hemmung
• Erweiterung der Selbstwahrnehmung
• Erweiterung sozialer Handlungskompetenzen
80 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Therapeutisches Reiten
Beim Therapeutischen Reiten wird die positive Wirku ng im Umgang mit dem Pferd
zur heilpädagogischen Förderung für Kinder und Jugendliche mit Schwierigkeiten im
sozialen, emotionalen und psycho-somatischen Bereich eingesetzt.
Im Vordergrund steht die individuelle Förderung der persönlichen Entwicklung und
des Verhaltens mit Hilfe des Pferdes.
Das therapeutische Reiten und die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd fin-
den in Gruppen von 6 Kindern und Jugendlichen statt.
Zur Umsetzung des Angebotes kooperiert das Amt für Kinder, Jugendliche und Fa-
milien mit dem Vinzenzwerk Handorf und dem Alexianer Krankenhaus.
Ziele:
• Stärkung des Selbstvertrauens und des Selbstwertge fühls
• Steigerung der Konzentrationsfähigkeit
• Angemessener Umgang mit Angst
• Entwicklung der Selbsteinschätzung und Selbstwahrn ehmung
• Fähigkeit zur Zusammenarbeit
• Abbau von aggressiven Handlungen
• Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit
Selbständigkeitshilfe
Die Selbständigkeitshilfe will jungen Menschen, die dauerhaft ihre Teilleistungsstö-
rungen als Einschränkung oder Behinderung erfahren die Integration in soziale Sys-
teme erleichtern.
Ziele:
• Integration
• Teilnahme an Gruppenprozessen
• Förderung individueller Fähigkeiten
• Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
Zur Umsetzung des Gruppenangebotes kooperiert das Amt für Kinder, Jugendliche
und Familien mit SeHT e.V.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 81
Tabelle: Angebote und Inanspruchnahme sozialpädagogischer Lernhilfen 2009
Sozial-
pädagogische
Lernhilfen
2009
Träger
Anzahl der
geförderten
Kinder
und
Jugendliche
Förder-
setting
und
durchschn.
Förder-
dauer
Förder-
umfang
w: 37
Pädagogische
Lernhilfen
Projekt
Lernhilfe e.V. 67
m: 30
Einzel-
förderung
1,5
Jahre
3.600
Förderstunden
insgesamt
w: 16
Motopädische
Förderung
Verein für
Mototherapie
und psycho-
motorische
Entwicklungs-
förderung e.V.
65
m: 49
Förderung in
Gruppen von
2-4 Kindern
1,5
Jahre
2.368
Förderein-
heiten
insgesamt
w: 43
Therapeutisches
Reiten
Vinzenzwerk
Handorf
Alexianer
Krankenhaus
100
m: 57
Förderung in
Gruppen von
6 Kindern
1
Jahr
444
Angebots-
stunden
insgesamt
Der Zugang zu den individuellen Hilfen erfolgt in der Regel über den Kommunalen
Sozialdienst (KSD). Die im Rahmen der pädagogischen Lernhilfen zur Verfügung
stehenden Plätze sind durchgängig belegt; bei den w eiteren Hilfen werden die
Gruppengrößen den jeweiligen Bedarfen entsprechend angepasst. Für Gruppenan-
gebote des Trägers Selbständigkeitshilfe bei Teille istungsstörungen, SeHT e.V.,
wird eine 1,0 Stelle gefördert.
Bezug / Ziele Handlungsempfehlungen für das Angebotsfeld
„Jugendhilfe an Schulen“ 2010 - 2014 6
Übergreifend in Koope-
ration mit dem Amt für
Schule und Weiterbil-
dung
• Eine systematische und einheitliche Datenerfassun g
und Berichtsstruktur wird entwickelt
• In Kooperation aller Fachkräfte an Schulen, die im
Rahmen kommunaler Schulsozialarbeit tätig sind,
werden jährliche Qualitätszirkel durchgeführt. Ziele
der Qualitätszirkel sind die Entwicklung eines abge-
stimmten Berichtswesens, die Vorbereitung jährli-
cher Fachgespräche mit den Schulen, die Einrich-
tung und Etablierung von Beratungsteams an den
Schulen sowie die Verständigung auf ein gemein-
sames Fortbildungskonzept.
6 Rahmenkonzept „Schulsozialarbeit in Münster“, Vorlage V/0911/2008
82 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
• Es werden bedarfsbezogen die Anteile von Mäd-
chen- und Jungen hinsichtlich Angebotsstruktur und
geschlechtsspezifischer Wahrnehmung der Angebo-
te überprüft.
Jugendhilfe an Grund-
schulen
• Die Umsetzung des Konzeptes „Jugendhilfe an
Grundschulen“ (Kooperationsmodell Südviertel,
Baustein 1) wird begleitet und evaluiert.
Erste Ergebnisse werden in 2011 vorgelegt.
• Das Angebot „Jugendhilfe an Grundschulen“ wird
mit den Angeboten des offenen Ganztags und den
Kinderhorten abgestimmt, Übergänge werden indivi-
duell gestaltet und begleitet.
Jugendhilfe an Haupt-
schulen
• Die halbe Stelle an der Hauptschule Hiltrup und de r
Johannes-Gutenberg-Realschule ist im Amt für Kin-
der, Jugendliche und Familien über den Förderzeit-
raum des Privjet-Projektes (Ende 2010) hinaus bud-
getneutral abgesichert.
• Die wöchentlichen Angebotszeiten der Fachkräfte
„Jugendhilfe an Schulen“ werden durch die Umstel-
lung auf Jahresarbeitszeitmodelle kostenneutral von
zwei auf drei Präsenztage in den Schulen erhöht.
• Die im Rahmen des Jahresberichtswesens erhobe-
nen Daten werden einer Überprüfung hinsichtlich
der wirkungsanalytischen Aussagekraft unterzogen.
Die Datenerhebung, die Analyse und das Berichts-
wesen werden weiter entwickelt.
Jugendhilfe an Förder-
schulen
• Die Jugendhilfeleistungen in der Richard–von–
Weizsäcker-Schule werden 2010 evaluiert
• Berichtwesen und Evaluation werden mit den entwi-
ckelten Standards der Richard-von-Weizsäcker-
Schule harmonisiert und entsprechend umgesetzt.
Fachberatung Schul-
verweigerung
• Träger, die in Münster Angebote für schulmüde oder
schulverweigernde Kinder, Jugendliche und Heran-
wachsende vorhalten, werden zu einem Qualitätsdi-
alog eingeladen mit dem Ziel, bestehende Angebote
und eine zielgruppenspezifische Weiterentwicklung
aufeinander abzustimmen.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 83
6.4.2 Integrations- und Migrationshilfen
Integrations- und Migrationshilfen werden als Querschnittsaufgabe in sämtlichen Be-
reichen der Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit sowie des Kinder- und
Jugendschutzes geleistet. Das Amt kooperiert diesbe züglich mit verschiedenen Trä-
gern.
Im Bereich der Jugendsozialarbeit konzentrieren sic h Integrations- und Migrations-
hilfen in Münster auf sozialpädagogische Angebote f ür Kinder und Jugendliche, die
in Flüchtlingsunterkünften leben.
Sie haben häufig stark belastende und traumatische Erfahrungen in ihren Heimat-
ländern gemacht und erleben einen Lebensweltwechsel , der verbunden ist mit Ori-
entierungslosigkeit und fehlenden Sprach- und Kulturkenntnissen.
Die Angebote werden einerseits durch Honorarkräfte des Amtes für Kinder, Jugend-
liche und Familien sowie in Kooperation mit dem CVJ M und „Bunter Kinder Verein
e.V.“ vorgehalten.
Ziele:
• Altersgerechte Lern- und Erfahrungsmomente schaffe n und begleiten
• Sprachförderung
• Förderung des regelmäßigen Besuchs von Kindergarte n und Schule
• Förderung unter Gendergesichtspunkten
• Förderung der Integration in stadtteilnahe Freizei tangebote
• Förderung individueller Fähigkeiten
In 2009 insgesamt 125 Kinder und Jugendliche im Alt er von 0 - 18 Jahren (weiblich:
63, männlich: 62) in insgesamt 9 städtischen Flücht lingsunterkünften bis zu 4 mal
wöchentlich gefördert. Angebotsschwerpunkte waren F reizeitgestaltung, kulturelle
Angebote, lebenspraktische Hilfen sowie Unterstützu ng bei der beruflichen Orientie-
rung.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Integrations- u nd Migrationshilfen weitere
gezielte Projekte und Maßnahmen zur Förderung der T eilhabe der Flüchtlingskinder
und -jugendlichen in die Gesellschaft vorgehalten ( z.B. Lotsenprojekte, in denen Ju-
gendliche/junge Erwachsene mit ihren eigenen Integr ationserfolgen als Vorbilder
dienen).
Bezug / Ziele Handlungsempfehlungen für das Angebotsfeld „In-
tegrations- und Migrationshilfen“ 2010 - 2014
Integrations- und
Migrationshilfen
• Intensivere Vernetzung von Jugendarbeit u. Ju-
gendsozialarbeit.
• Wirksame Projekte der Integration wie z. B. das In -
tegrationsprojekt des Treffpunkt Waldsiedlung an
der Eichendorffschule sollen an weiteren Standorten
umgesetzt werden.
• An allen städtischen Hauptschulen werden in den
84 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
nächsten Jahren Lotsenprojekte im Sinne intrakultu-
reller Vorbildfunktion für Flüchtlingsjugendliche zu
verschiedenen thematischen Schwerpunktbereichen
wie z.B. Bildung, Freizeitgestaltung, soziale und ge-
sellschaftliche Integration, Genderaspekten etc. um-
gesetzt.
• Durch vermehrte sozialpädagogische Beratungsan-
gebote in der Eingangssprachförderklasse der
Geistschule wird der regelmäßige Schulbesuch von
Flüchtlingsjugendlichen gefördert.
• Die Integration von Flüchtlingskindern und -
jugendlichen in bestehende Sport-, Kultur- und Bil-
dungsangebote wird gefördert.
6.4.3 Streetwork / Aufsuchende Jugendsozialarbeit
Jugendliche und junge Erwachsene mit Lebensmittelpu nkt Straße prägen nach wie
vor den Arbeitsalltag der Streetwork. Neben existen tiellen Problemen fließen zu-
nehmend auch psychische Auffälligkeiten in die Einzelhilfe ein. Rückblickend auf die
letzten Jahre bleibt die Anzahl der Klienten mit le icht steigender Tendenz mit gut
200 namentlich bekannten Personen ebenso wie die ab soluten Kontaktzahlen auf
hohem Niveau. Die Zahl der Erstkontakte liegt immer noch regelmäßig über der An-
zahl der Altkontakte. Neben der guten Frequentierun g der offenen Angebote in der
Einrichtung bleibt der Streetwork-Bulli am Bahnhof eine priorisierte Anlaufstelle für
Erstkontakte.
Vorrangige Problemlagen sind nach wie vor die Wohnu ngslosigkeit bzw. das Leben
auf der Straße, Schul- und Ausbildungsabbrüche, Arbeitslosigkeit sowie Schwierig-
keiten mit Behörden und Justiz. Seit der Einführung von Hartz IV und der Novellie-
rung des SGB II ist der Beratungsbedarf insbesonder e für „unter 25-jährige“ gestie-
gen. Bei den hilfesuchenden Personen der Streetwork zeigt insbesondere die Grup-
pe der 18 bis 21-jährigen einen Bedarf an regelmäßi gen Intensivhilfen. Aufgrund
multipler Problemlagen benötigt der überwiegende Te il dieser Klientel auch weiter-
hin eine hohe Intensität der Begleitung, um nicht d auerhaft in der Szene zu verblei-
ben.
Durch die Streetwork werden Jugendliche und junge E rwachsene - vorrangig in der
Stadtmitte, am Hauptbahnhof und in der Innenstadt – aufgesucht, um ihnen Hilfe-
stellungen und Unterstützung bei sämtlichen Problem en durch Beratung oder be-
darfsgerechte offene Angebote anzubieten. Diese nie drigschwellige Arbeit ist in der
Regel ganzheitlich ausgerichtet und orientiert sich an der Grundabsicherung junger
Menschen.
Neben Beratungsgesprächen während der Angebotszeite n werden auch Einzelter-
mine außerhalb der eigentlichen Angebotsstunden ver einbart. Über die ausgewie-
senen Angebotsstunden hinaus findet auch die Beglei tung zu Ämtern und anderen
Institutionen statt.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 85
Anzahl der Jugendlichen
in der Beratung Angebotsstunden im Rahmen fester Angebote
w: 91
223
m: 132
1.253
Im Rahmen aufsuchender Cliquenarbeit werden zudem v on der Streetwork Jugend-
liche, Gruppen von Jugendlichen und deren Cliquen v or Ort bzw. an ihren Treff-
punkten begleitet, sowie, sofern erforderlich, die Interessen der Jugendlichen und
Anliegen der Anwohner im Stadtteil gegenseitig vermittelt.
Dies erfordert ein hohes Maß an Flexibiliät, um sic h auf unterschiedliche Szenen,
Gruppen, Orte und Themen immer wieder neu einzustellen.
Bezug / Ziele
Handlungsempfehlungen für das Angebotsfeld
„Streetwork / Aufsuchende Jugendsozialarbeit /
Cliquenarbeit“ 2010 - 2014
Streetwork / Aufsu-
chende Jugendsozial-
arbeit / Cliquenarbeit
Die Bedarfe und der flexible Einsatz der Streetwork
bzw. der aufsuchenden Arbeit in Münster, soll zukünftig
stadtweit erhoben und permanent aktualisiert und auf-
einander abgestimmt werden. (siehe Handlungsemp-
fehlungen der Kinder- und Jugendarbeit)
6.4.4 Soziale Gruppenarbeit
Die soziale Gruppenarbeit unterstützt gefährdete od er bereits straffällig gewordene
Jugendliche bei der sozialen Integration. Die wöche ntlich stattfindenden Gruppen
werden von öffentlichen und freien Trägern der Juge ndhilfe stadtteilorientiert wie
folgt angeboten:
Die soziale Gruppenarbeit findet mit einem neu ausg erichteten Konzept seit 2009 in
stadtteilorientierten Gruppen statt, die flexibel u nd Bedarfsabhängig sind und von
freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe durchgeführt werden.
Bezirk Stadtteil Träger
Mitte Mitte-Nord Stadt Münster (Streetwork)
West Gievenbeck VSE
Albachten VIP
Nord Coerde VSE
Kinderhaus SKM
Südost Angelmodde VIP
Hiltrup Hiltrup VSE
Stadtweit Stadt Münster (Streetwork)
86 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Von den insgesamt acht Angeboten haben sich sechs i nzwischen etabliert und sind
bei einer konzeptionell verankerten Gruppengröße vo n 15 Jugendlichen nahezu
ausgelastet.
Während im Stadtteil Albachten eine neue Gruppe aufgebaut wird, ist das stadtweite
Angebot für Mädchen der Streetwork zunehmend gut angenommen.
Die Bedarfe und Zielgruppen im Rahmen der sozialen Gruppenarbeit verändern sich
ständig. Hiermit steigt der Anspruch an die Flexibi lität der Träger. Die Bedarfe sind
daher oft befristet, temporär und in Abhängigkeit v on den Gruppen, deren Themen
und der Intensität der Betreuungsnotwendigkeit.
Bezug / Ziele Handlungsempfehlungen für das Angebotsfeld
„Soziale Gruppenarbeit“ 2010 - 2014
Soziale Gruppenarbeit
• Zur Überprüfung der Wirkung der sozialen Grup-
penarbeit werden Evaluationsbausteine gemeinsam
mit dem KSD entwickelt.
• Die jeweiligen Ergebnisse werden im Rahmen re-
gelmäßiger Qualtitätsdialoge mit den Trägern umge-
setzt.
• Die Bedarfe und der flexible Einsatz der Streetwork
bzw. der aufsuchenden Arbeit in Münster, soll zu-
künftig stadtweit erhoben und permanent aktualisier t
und aufeinander abgestimmt werden.
6.4.5 Wohnhilfen
Die Angebote der Wohnhilfen stellen ein klassisches Angebotsfeld der Jugendsozi-
alarbeit dar, das sich aus der Tradition der Schüle r-, Lerhrlings- und Jugendwohn-
heime entwickelt und auf die heutige Lebens- und Au sbildungssituation Jugendli-
cher zugeschnitten sind.
Sozialpädagogisch begleitete Wohnformen können jung en Menschen nach § 13,III
SGB VIII während der Teilnahme an schulischen oder beruflichen Bildungsmaß-
nahmen oder bei der beruflichen Eingliederung gewäh rt werden. Die Umsetzung der
Hilfe geschieht in Münster auf der Grundlage einer individuellen Hilfeplanung des
KSD.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 87
Wohnhilfen Plätze Hilfebestand
31.12.2009
Hilfen
2009
Bischof - Hermann - Stiftung - Kettlerhaus 20
15
27
Diakonissenmutterhaus
6
3
9
Jugendausbildungszentrum Jaz gGmbH
5 4 10
Gesamt
31
22 46
Gegenüber dem Jahr 2008 (33 Hilfen) ist ein Anstieg bei den geleisteten Hilfen um
39 % zu verzeichnen.
Die hilfesuchenden Jugendlichen weisen zunehmend Mu ltiproblemkonstellationen
auf, die hinsichtlich des Betreuungs- und Unterstüt zungsprofils eine immer größere
Nähe zum Leistungsspektrum stationärer Hilfen zur E rziehung (§ 34 SGB VIII) auf-
weisen.
Bezug / Ziele Handlungsempfehlungen für das Angebotsfeld
„Wohnhilfen“ 2010 - 2014
Wohnhilfen
Die pädagogischen Interventions- und Unterstützungs-
möglichkeiten im Jugendwohnen werden hinsichtlich
der Abgrenzung zu den Hilfen zur Erziehung überprüft.
88 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
7. Erzieherischer Kinder- und
Jugendschutz
7.1 Allgemeines (§ 2 Abs. 3) ....................... ....................................................... 89
7.2 Strategische Ziele für den erzieherischen Kinde r- und Jugendschutz.......... 89
7.3 Angebotsfelder des erzieherischen Kinder- und J ugendschutzes................ 89
7.4 Bestandsdaten, Analyse, Handlungsempfehlungen.. ................................... 92
7.4.1 Suchtprävention............................ ....................................................... 92
7.4.2 Gewaltprävention............................ ..................................................... 94
7.4.3 Jugendmedienschutz.......................... ................................................. 97
Inhalt
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 89
7.1 Allgemeines (§ 2 Abs. 3 KJFöG)
Der Kinder- und Jugendschutz hat die zentrale Aufga be, die Rechte und Chancen
von Kindern und Jugendlichen auf eine positive gesu ndheitliche und psychosoziale
Entwicklung zu sichern. Ziel aller Bemühungen ist e s deshalb, junge Menschen vor
vielfältigen, häufig subtilen Gefährdungen zu schüt zen. Zu den potentiellen Gefähr-
dungsfaktoren gehören z. B. Suchtmittel, Medien, Sekten, Extremismus und Gewalt.
Auf der Grundlage des § 14 SGB VIII ist der erziehe rische, präventive Kinder- und
Jugendschutz neben dem ordnungsrechtlichen und stru kturellen Kinder- und Ju-
gendschutz ein zentrales Aufgabenfeld. Der erzieher ische Kinder- und Jugend-
schutz soll insbesondere die Eigenverantwortung und den kritischen Umgang mit
Gefährdungspotentialen von jungen Menschen fördern. Eltern und Multiplikatoren
aus Jugendhilfe und Schule sollen durch Angebote de s erzieherischen Kinder- und
Jugendschutzes befähigt werden, Risiken zu erkennen und Kinder und Jugendliche
vor gefährdenden Einflüssen zu schützen. Durch früh zeitige Aufklärung, Schulung
und Beratung rückt somit insbesondere der präventive Auftrag und Charakter dieses
Leistungsbereiches in den Mittelpunkt.
7.2 Strategische Ziele für den erzieherischen Kind er- und Jugendschutz
Frühzeitige Aufklärung, Information und Beratung
von Kindern, Jugendlichen, Erziehungsberechtigten, Multiplikatoren, pädagogischen
Fachkräften und Handel- und Gewerbetreibenden hinsi chtlich kinder- und jugend-
schutzrelevanter Themen.
Qualifizierung von Fachkräften aus Jugendhilfe und Schule
Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz soll Fachkr äfte aus Jugendhilfe und Schu-
le befähigen, mit bestehenden Risiken umzugehen, vo rhandene Missstände zu er-
kennen und gemeinsam und (eigen-)verantwortlich zu ihrer Veränderung beizutra-
gen.
Koordination
Abstimmung der Aktivitäten der unterschiedlichen lo kalen Akteure; so können Pro-
jekte/Maßnahmen im Bereich des Kinder- und Jugendsc hutzes gesteuert, weiter-
entwickelt und zusammengeführt werden.
7.3 Angebotsfelder des erzieherischen Kinder- und J ugendschutzes
Die Schwerpunkte des erzieherischen Kinder- und Jug endschutzes sind im Einzel-
nen:
• Information und Beratung von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie
Multiplikatoren aus Schule und Jugendhilfe zum Juge ndschutz allgemein,
Jugendmedienschutz und Jugendarbeitsschutz
• Bearbeitung von Hinweisen zur Jugendgefährdung von Dritten; ggf. Zusam-
menarbeit mit dem Ordnungsamt, staatlichen Amt für Arbeitsschutz oder der
Polizei
• Stellungnahmen bei öffentlichen Veranstaltungen mi t Auftritten von Kindern
• Antragstellung zur Indizierung von Schriften, Ton- und Bildträgern, Abbildun-
gen und anderen Darstellungen
• Fachliche Begleitung freier und öffentlicher Träge r bei Konzeptentwicklungen
zum Kinder- und Jugendschutz
90 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
• Fachliche und ggf. finanzielle Unterstützung von f reien und öffentlichen Trä-
gern der Jugendhilfe bei der Durchführung von präventiven Maßnahmen
• Aufgreifen aktueller Themen und Präventionsangebot e
In Münster konzentrieren sich die Schwerpunkte des erzieherischen Kinder- und Ju-
gendschutz in den kommenden Jahren auf folgende Angebotsfelder:
• Suchtprävention
• Gewaltprävention
• Jugendmedienschutz
Weitere Themenfelder des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes (bspw. Sek-
ten und Okkultismus, Jugendarbeitsschutz) werden in Kooperation mit öffentlichen
und freien Trägern bearbeitet.
7.3.1 Suchtprävention
Die Angebote der Suchtprävention richten sich sowoh l unmittelbar an junge Men-
schen als auch an Multiplikatoren aus Schule und Ju gendhilfe. Durch Information,
Beratung, Fachtagungen und Fortbildungen werden die Bezugspersonen Jugendli-
cher qualifiziert, Suchtprävention in den Erziehung s- und Lehralltag zu integrieren
und strukturelle Rahmenbedingungen zu fördern, durc h die Suchtrisiken minimiert
werden.
Ziele:
• Verzögerung / Vermeidung des Einstiegs in den Kons um von legalen und il-
legalen Suchtmitteln
• Frühzeitiges Erreichen junger Drogenkonsument/inne n
• Förderung einer kritischen Haltung zu Suchtmitteln , eines reflektierten Kon-
sums und frühzeitiger Ausstiege aus riskanten Konsummustern
• konzeptionelle Verankerung der Suchtprävention in Schule und Jugendhilfe
• Elternarbeit zum Thema Suchtvorbeugung in Schule u nd Jugendhilfe
• Bündelung von Ressourcen und Optimierung von Hilfe n durch Koordination,
Kooperation und Vernetzung mit Jugendhilfe, Schule und Gesundheitswesen
7.3.2 Gewaltprävention:
Gewaltprävention ist die gezielte und erfolgreiche Intervention zum frühzeitigen Er-
kennen, zur Vermeidung, zur Verringerung und Überwindung von Gewalt.
Hierzu gehört sowohl das Erkennen und Benennen von Konflikt-, Bedrohungs- und
Gewaltsituationen als auch die Qualifizierung authe ntischer Persönlichkeiten, um
verletzende und zerstörerische Erfahrungen, ihre Ur sachen und Wirkungen empa-
thisch vermitteln zu können. Ein weiterer Schwerpun kt ist die Entwicklung und För-
derung konstruktiver Konfliktbearbeitung.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 91
Ziele:
• Vermittlung sozialer Kompetenzen
• Reflexion des eigenen Selbst und Stärkung der Pers önlichkeit
• Erlernen von konstruktiven Alternativen zur gewalt samen Konfliktaustragung in
Familie, Schule und Freizeit um ein respektvolles Miteinander zu leben
• Vermeidung von Straffälligkeit
7.3.3 Jugendmedienschutz:
Der Jugendmedienschutz hat zur Aufgabe, mediale Ein flüsse aus der Erwachse-
nenwelt, die dem Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen noch nicht ent-
sprechen, möglichst gering zu halten und Heranwachs ende sowie für sie verant-
wortliche Erwachsene im Umgang mit potentiellen Gefahren zu unterstützen .
Jugendmedienschutz beinhaltet die Entwicklung und Förderung von Medienkompe-
tenz, die Auseinandersetzung mit verschiedensten Me dien und deren möglichen
Gefährdungen (Print, Fernsehen, Computerspiele, Int ernet, Radio, Film), die Infor-
mation und Aufklärung von Kindern, Jugendlichen, Er ziehungsberechtigten, Multipli-
katoren, pädagogischen Fachkräften und Handel- und Gewerbetreibenden.
Ziele:
• Sensibilisierung der Öffentlichkeit mittels versch iedener Maßnahmen (bspw.
Kampagnen oder Vortragsreihen) für das Angebotsfeld „problematischer Me-
dienkonsum“
• Aufklärung und Qualifizierung von Multiplikatoren der Jugendhilfe und Schule
sowie Eltern über die Gefahren des Medienkonsums
• Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefährdung en und Förderung der
Entwicklung einer kritischen Medienkompetenz
92 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
7.4 Bestandsdaten, Analyse, Handlungsempfehlungen
7.4.1 Suchtprävention
In der städtischen Drogenhilfe entwickelt sich die Präventions- und Beratungsarbeit
für und mit jungen Menschen zunehmend zu einem Hauptbestandteil der Arbeit.
Aus Gründen der Effizienz und Nachhaltigkeit richte n sich Angebote der Suchtprä-
vention vorrangig an die Bezugspersonen junger Mens chen, d.h. Eltern und Multipli-
katoren aus Schule und Jugendhilfe. Durch Informati on, Beratung, Seminare und
Fortbildungen werden diese Bezugspersonen Jugendlicher qualifiziert, Suchtpräven-
tion in den Erziehungs- und Lehralltag zu integrier en und strukturelle Rahmenbedin-
gungen zu fördern, durch die Suchtrisiken minimiert werden.
Nachfolgend sind die wichtigsten Schwerpunkte der S uchtprävention aufgezeigt.
Auf eine ausführliche Darstellung wird an dieser St elle verzichtet, da hierzu detail-
lierte, gesonderte Berichterstattungen vorliegen bzw. angefertigt werden.
Dem wachsenden Bedarf an Beratung und Qualifizieru ng zu Fragen zur
Suchtprävention wird mit zahlreichen Multiplikatore nschulungen, Fortbildun-
gen und Fachtagungen für Fachkräfte aus Schule und Jugendhilfe entspro-
chen. Die Anzahl der Fortbildungstage hat sich in d en letzten Jahren konti-
nuierlich erhöht und liegt aktuell bei 70 Fortbildu ngstagen im Jahr. Etwa 50
durchgeführte Veranstaltungen pro Jahr mit Schulkla ssen senken die
Hemmschwelle zur Inanspruchnahme von Hilfe bei Beda rf und werden un-
verändert regelmäßig von allen Schulformen zur Info rmation über die Sucht-
hilfearbeit genutzt.
Ein Schwerpunkt der suchtpräventiven Arbeit liegt analog zu den landes-
und bundespolitischen Prioritäten in der Alkohol- u nd Tabakprävention. Die
münsterspezifische Alkoholpräventionskampage „Voll ist out“ ergänzt diese
Arbeit in Schule und Jugendhilfe auf mehreren Ebene n (Jugendliche, Eltern,
Multiplikatoren, Handel und Gewerbe sowie breite Öf fentlichkeit) und hat im
6. Jahr ihres Bestehens einen sehr hohen Bekannthei tsgrad unter Jugendli-
chen.
In der städtischen Drogenberatung liegt der Anteil der unter 21-jährigen bei
25 %, ein weiteres Viertel ist unter 27 Jahre alt. Insbesondere der Anteil jun-
ger Konsument/innen sogenannter weicher Drogen (v.a . Cannabis und sog.
Partydrogen) ist in den letzten Jahren kontinuierli ch gestiegen. Inzwischen
sind ca. 30 % ausschließlich wegen problematischen Cannabiskonsums in
der Beratung.
Der Schwerpunkt Multiplikatorenarbeit in Schule un d Jugendhilfe erweist
sich als unverzichtbare Voraussetzung für eine effi ziente und nachhaltige
Suchtprävention. Die Resonanz und andauernde hohe N achfrage aus Schu-
le und zunehmend auch aus der Jugendhilfe bestätigt die Bedarfe in diesen
Handlungsfeldern auch in den nächsten Jahren.
Suchtprävention Anzahl 2009
Präventionsberatungen 95
Schülerseminare und Informationsveranstaltungen 46
Durchgeführte Fortbildungstage 70
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 93
Kommentierung:
Zwar ist die Alkoholpräventionskampagne „Voll ist o ut ist“ im 6. Jahr ihres Beste-
hens bei den Jugendlichen angekommen und etabliert. Auch bundesweit zeigen die
Zahlen zum Alkoholkonsum Jugendlicher insgesamt ein e Tendenz zur Entspan-
nung. Dennoch bleibt der Anteil riskant konsumieren der junger Menschen unverän-
dert hoch. Auch in Münster wird eine Versorgungslüc ke an Angeboten für riskant Al-
kohol konsumierende Jugendliche deutlich (Stichwort „Komasäufer“).
Die intensiven Bemühungen im Rahmen der Tabakpräven tion tragen Früchte: der
Anteil jugendlicher Raucher hat sich seit 2001 bund esweit fast halbiert (2001: 28%;
2008: 15,4%). Gleichzeitig gibt es einen wachsenden Trend zum „Shisha-rauchen“,
dem gemeinsamen rauchen von aromatisierten Tabaken aus Wasserpfeifen. Die-
sem Trend gilt es zu begegnen und die insgesamt pos itive Entwicklung des Tabak-
rauchens unter Jugendlichen weiter zu festigen.
Dem Medikamentenmissbrauch wird in der Suchtprävent ion zu wenig Aufmerksam-
keit geschenkt. So gibt es in Deutschland allein 1, 3-1,9 Millionen Medikamenten-
Abhängige. 7,3 % aller Kinder und Jugendlichen nehm en täglich Medikamente ein,
fast die Hälfte aller Jugendlichen mindestens 1 x / Woche. Dieser häufig unreflek-
tierte Umgang insbesondere mit Schmerzmitteln und P sychopharmaka kann den
Grundstock für eine spätere Suchtmittelabhängigkeit legen.
Auch wenn die Drogenhilfe Münster mit ihrer verglei chsweise jungen Altersvertei-
lung in der Beratung im bundesweiten Vergleich gut aufgestellt ist, werden viele jun-
ge Drogenkonsument/innen erst erreicht, wenn bereit s sehr riskante bis abhängige
Konsummuster vorliegen und sie in ihrem sozialen Ko ntext auffällig werden. Zur
Vermeidung manifester Abhängigkeiten mit all ihren negativen psychosozialen Fol-
geerscheinungen gilt es, diese Klientel noch frühzeitiger zu erreichen.
Bezug / Ziele Handlungsempfehlungen für das Angebotsfeld
„Suchtprävention“ 2010 – 2014
Frühe Hilfen bei dro-
genkonsumierenden
jungen Menschen
Die Drogenhilfe evaluiert bestehende Angebote und
entwickelt Konzepte weiter, um Drogen konsumierende
junge Menschen in Münster noch frühzeitiger und um-
fassender zu erreichen.
Alkoholprävention
Die Alkoholpräventionskampagne „Voll ist out“ wird um
Bausteine für die Ansprache von und Arbeit mit riskant
Alkohol konsumierenden Jugendlichen („Komasäufer“)
erweitert.
Tabakprävention
Die Aktivitäten zur Tabakprävention bei Kindern und
Jugendlichen werden gebündelt. Das positive Image
des „Nichtrauchens“ wird gefestigt. Neue Entwicklungen
(z.B. Trend „Shisharauchen“) werden aufgegriffen un d
suchtpräventive Konzepte entsprechend angepasst.
Medikamenten-
missbrauch
Die Drogenhilfe legt einen Schwerpunkt in der Sucht -
prävention auf das Thema Medikamentenmissbrauch.
Eltern und Multiplikatoren aus Schule und Jugendhil fe
werden für diese Thematik sensibilisiert und fortge bil-
det. Eine Vernetzung mit entsprechenden Fachdienste n
wird forciert.
94 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
7.4.2 Gewaltprävention
Gewaltprävention wird als Oberbegriff für Maßnahmen verstanden, die Menschen
bei der Vermeidung gewalttätiger Auseinandersetzung en helfen bzw. den richtigen
Umgang mit Konflikten schulen.
In Münster haben sich in den vergangenen Jahren nac hfolgend aufgeführte Maß-
nahmen und Projekte der Gewaltprävention herausgebi ldet, die in der folgenden
Tabelle aufgeführt und mit Daten für den Zeitraum v on 2005 bis 2009 hinterlegt
sind.
Erzieherischer
Kinder- und Jugendschutz
- Gewaltprävention -
Anzahl Teilnehmende (TN)
„Aktion Noteingang“
40
Institutionen
100
Aktion Noteingang –
Teamschulungen
2 35
Notinsel
240
Institutionen
15
Aktionswochen des Netzwerks
Gewaltprävention und Konfliktrege-
lung Münster
2
500
„Münsteraner Konflikttagung“
3 400
Projekte im Rahmen des Bundes-
programms „Vielfalt tut gut“
(2008/09)
21 16.234
*(Daten 31.12.2009)
Kommentierung:
Aktion Noteingang
Mit der bundesweiten Aktion NOTEINGANG werden Kinde r, Jugendliche und
Erwachsene angesprochen, die in Bedrohungs- oder Ge waltsituationen Schutz
benötigen: Schnell, unkompliziert und zuverlässig. Die Aktion NOTEINGANG
wurde 2000 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeic hnet. Kennzeichnend
sind gute Kooperationen z. B. mit regionalen Einzel handelsverbänden, den Aus-
länderbeiräten, der Polizei und den Kirchen.
In Münster besteht die Aktion Noteingang seit 2003. Inzwischen bieten 40 Institu-
tionen in Münster einen "Noteingang" für Opfer von Konflikten und Gewalt; vom
Jugendzentrum über die Beratungsstelle bis zur Knei pe. (Team-)Schulungen
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 95
hierzu bietet das städtische Jugendinformations- un d -bildungszentrum (Jib) an.
Bei der Aktion Noteingang geht es darum, Sensibilit ät, Zivilcourage und Solidari-
tät zu entwickeln, zu stabilisieren und öffentlich zu machen, damit Übergriffe im
öffentlichen Raum reduziert werden. Es ist wünschenswert, wenn weitere Partner
dem Beispiel folgen.
Notinsel
Das Projekt „Notinsel“, initiiert von der Stiftung „Hänsel + Gretel“, besteht seit Ap-
ril 2008 in Münster. „Notinseln“ sind Anlaufstellen für Kinder die ihnen in Gefah-
rensituationen unkomplizierten Schutz und Hilfe bie ten. Gekennzeichnet sind
diese mit einem Notinsel-Aufkleber an der Tür, mit dem das Personal der Ge-
schäfte, Betriebe und Einrichtungen ihre Bereitscha ft zur Hilfe für Kinder in Notsi-
tuationen signalisieren. Ziel dieser Maßnahme ist e s, ein flächendeckendes Netz
von Notinseln in Münster vorzuhalten, die Kindern i n Angst- und Gefahrensituati-
onen einen Zufluchtsort bieten. Im Internet sind al le bestehenden Notinselnpart-
ner in Münster hinterlegt. Bereits nach 1 ½ Jahren hat Münster 240 Notinsel-
partner, die insgesamt von 15 Kindern in Anspruch g enommen wurden. Gemein-
sam bilden diese Partner eine starke Allianz für de n Schutz von Kindern in Müns-
ter.
Netzwerk Gewaltprävention und Konfliktregelung Mün ster
Eine gewaltfreie konstruktive Konfliktaustragung is t die Grundbedingung gelin-
genden menschlichen Zusammenlebens. Die Förderung v on Möglichkeiten kon-
struktiver Konfliktbearbeitung auf persönlicher, in stitutioneller und gesellschaftli-
cher Ebene stellt deshalb alternative Handlungskonz epte zur Verfügung, die
Wertschätzung und Respekt beinhaltet und fairen Interessenausgleich anstreben.
Das Netzwerk Gewaltprävention und Konfliktregelung Münster wurde im Jahr
1999 gegründet. Durch das Netzwerk sollen Handlungs potentiale unterschiedli-
cher Anbieter erschlossen und verknüpft werden. Die vielfältigen Angebote –
nach Schwerpunkt geordnet – reichen von Projekten m it Kindern und Jugendli-
chen über Angebote für Eltern bis zu Fortbildungen für Fachkräfte und Multiplika-
toren. Durch die Vernetzung lassen sich auch neue M odule unterschiedlicher
Anbieter zusammenstellen oder gemeinsam konzeptionell erarbeiten.
„Miteinander Füreinander“, so hieß die letzte Aktio nswoche im Herbst 2009,
durchgeführt im Stadtteil Wolbeck mit insgesamt 300 Teilnehmer/-innen. Instituti-
onen des Netzwerks informierten, trainierten und sc hulten gemeinsam vorrangig
Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte u nd weitere pädagogische
Fachkräfte bzgl. konstruktiver Konfliktlösungen. In sbesondere für die Schulen
sind die Aktionswochen eine gute Chance, mit allen Beteiligten eine gemeinsame
Konfliktlösungskultur in der Schule aufzubauen. (
www.gewaltpraevention-
muenster.de )
Im Dezember 2009 fand die überregionale 11. Münster aner Konflikttagung „Was
geht?“--- „Das geht!“ - erfolgreiche Konzepte der G ewaltprävention an Schulen
und in der Jugendhilfe - gefördert vom Kriminalpräventiven Rat der Stadt Münster
statt. Zielgruppe der Tagung waren vorrangig Multip likatoren aus Schule und Ju-
gendhilfe. Die Vermittlung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Erprobung
und das Erleben praktischer Methoden der Gewaltpräv ention zeichneten diese
Tagung aus.
Bedingt durch die bislang durchgeführten und erfolg reichen Veranstaltungen hat
die Münsteraner Konflikttagung überregional an Bede utung gewonnen und
96 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
zeichnet sich durch eine so große Teilnahmenachfrag e aus, dass dies inzwi-
schen die Kapazitäten übersteigt.
Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“
Im Rahmen der lokalen Umsetzung des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ set-
zen seit 2008 gemeinnützig anerkannte Träger und Fö rdervereine von Schulen
vielseitige Projekte zur Förderung von Toleranz und Demokratieentwicklung um.
Zum Ende der dreijährigen Laufzeit im Dezember 2010 werden insgesamt 34
Modellprojekte mit einem Gesamtvolumen von 330.000€ durchgeführt worden
sein.
Insgesamt zeigt sich, dass die lokalen und bewährte n Netzwerke im Bereich der
Gewaltprävention eine wichtige Plattform bilden, um gemeinsame Strategien mit
unterschiedlichen Partnern zu entwickeln. Angebote wie Aktionswochen oder Ta-
gungen sind geeignete Möglichkeiten, um Kinder, Jug endliche und junge Er-
wachsene sowie Multiplikatoren wirksame präventive Maßnahmen vorzustellen.
Sozialräumliche Konzepte wie z.B. Aktionswochen in den Stadtteilen Roxel und
Wolbeck erwiesen sich als gute Instrumente die Bürg erschaft (Kinder, Jugendli-
che und deren Eltern) aktiv für das Thema zu sensib ilisieren, zu informieren und
dem Thema Gewalt präventiv zu begegnen. Freie Träge r der Jugendhilfe haben
bereits zum Teil prämierte Modellprojekte initiiert (u. a. ausgezeichnet durch den
DFB Integrationspreis, dem NRW Jugendkulturpreis oder dem Bürgerpreis Müns-
ter).
Die Verstetigung von erfolgreichen und evaluierten Projekten auf andere Stadttei-
le oder Institutionen ist wünschenswert. Anzustrebe n ist zudem eine verstärkte
Einbindung und Zusammenarbeit mit Migrantenselbstor ganisationen, da diese
Organisationen bislang selten bewusst in die Gewalt prävention eingebunden
wurden. Darüber hinaus bietet dies bessere Chancen, Jugendliche und junge
Erwachsene mit Migrationsvorgeschichte zu erreichen , aber auch Vorurteile
durch gezielte gemeinsame Aktionen auf beiden Seite n zu reduzieren bzw. ab-
zubauen.
Bezug / Ziele Handlungsempfehlungen für das Angebotsfeld
„Gewaltprävention“ 2010 – 2014
• Vernetzungsstrukturen werden ausgebaut, indem
mind. drei weitere Träger der Jugendhilfe, Schule
und Migrantenselbstorganisationen als aktive Part-
ner dazu gewonnen werden.
Gewaltprävention
• Gezielte Kooperationsangebote für Kinder, Jugendli -
che und junge Erwachsene aller Kulturen werden
durchgeführt.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 97
7.4.3 Jugendmedienschutz
Die Nutzung der Medien ist vielfach selbstverständl icher Alltag von Kindern und Ju-
gendlichen. Ein Problembewusstsein hierüber ist vor allem bei Multiplikatoren in
Schule und Jugendhilfe und den Erziehungsberechtigt en festzustellen. Welchen
Einfluss nehmen die Medien; welche präventiven Maßnahmen sind zu ergreifen?
Das Thema Jugendmedienschutz ist nahezu täglich akt uell und hat in den vergan-
genen Jahren zunehmende Aufmerksamkeit und Kritik u . a. durch „Killerspiele“, In-
ternetforen oder Cybermobbing erfahren.
Bundesweite Daten belegen u. a., dass 72 Prozent de r Jugendlichen soziale Netz-
werke im Internet regelmäßig nutzen.
Jugendmedienschutz (bundesweit) allgemeine Zahlen Mediennutzung
Jugendlicher
Geräteausstattung im Haushalt*
100 % Handy
100 % Computer/Laptop
98 % Internetzugang
Medienbeschäftigung in der Freizeit
(täglich oder mehrmals pro Woche)*
90 % Fernseher
90 % Internet
88 % Handy
Tägliche Nutzungsdauer (Mo – Fr)
(Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2009)
123 Minuten Internet
97 Minuten TV
Eigenes Internet im Zimmer* 46 % der 12-13 Jährigen,
79 % der 18-19 Jährigen
„Internetsucht“
(Quelle: Internetsuchtskala ISS-20, 2009)
Ca. 1,4% der 12 bis 25-j.
gelten als Internetsüchtig ; 2,6% als
gefährdet
Soziale Netzwerke*
72% der Jugendlichen
(76% Mädchen, 68% Jungen) täglich
oder mehrmals die Woche
(*Quelle: JIM-Studie 2009)
Im Rahmen des erzieherischen Kinder- und Jugendschu tzes in Münster sind in ei-
ner ersten Schwerpunktsetzung vorrangig die Erwachs enen Zielgruppe, damit ein
qualifizierter Umgang mit diesen Medien und den jungen Menschen gegeben ist.
98 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Jugendmedienschutz in Münster Anzahl Teilnehmende
Fachtag „Zwischen Faszination und Sucht“
(03.11.2009)
1
86
Erstellung der Grundlagenbroschüre „Online zwi-
schen Faszination und Sicht“ Auflage 500
Info-Vorträge in Arbeitskreisen zum Thema
problematischer Medienkonsum 3 30
Aufbau Infothek (Bücher, Arbeitshilfen, DVDs,
Broschüren) zum Thema „problematischer Me-
dienkonsum“
1
(*Daten 31.12.2009)
Kommentierung:
Im Herbst 2009 wurde ein Fachtag „Online zwischen Faszination und Sucht“
durchgeführt, der sehr großen Anklang und Resonanz fand. Der problematische
Umgang mit Medien ist in der Fachöffentlichkeit, a ber auch im Privaten ein zu-
nehmendes Thema mit Konfliktpotential.
Um alle Angebote in Münster zu vernetzen und den I nformationsaustausch zu
verbessern, wurde im Herbst 2009 die „AG Medien“ ge gründet. Teilnehmende
sind regionale Akteure, die bereits in diesem Themenfeld tätig sind.
Aktuell wurde vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien ein Konzept für die
Entwicklung, Organisation und Durchführung von vier Informationsabenden für
Eltern und Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule en twickelt, welches 2010 um-
gesetzt wird. Der Jugendmedienschutz wird in den k ommenden Jahren intensi-
viert und gezielt Aufklärungskampagnen und Elternin formationsabende weiter
entwickeln.
Da es sich beim problematischen Medienkonsum in Si nne des Jugendmedien-
schutzes um ein eher noch junges Angebotsfeld hande lt, sind bislang keine Da-
ten systematisch erhoben worden.
Ein aussagekräftiges Berichtswesen zum Jugendmedie nschutz wird in den kom-
menden Jahren entwickelt.
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 99
Bezug / Ziele Handlungsempfehlungen für das Angebotsfeld
„Jugendmedienschutz“ 2010 - 2014
Jugendmedienschutz
Das Thema „problematischer Medienkonsum“ wird
als neuer Angebotsbaustein entwickelt und ausge-
baut.
Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule und Eltern
werden mit mind. vier Veranstaltungen jährlich über
verschiedene Gefahren des Medienkonsums infor-
miert.
Lokale Netzwerke werden unter Einbindung weiterer
Träger auf- bzw. ausgebaut.
Ab 2010 werden systematisch Daten erhoben und in
einem Berichtswesen dargestellt.
100 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
8. Anhang
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 101
8.1 Einrichtungen der offenen und mobilen Kinder- u nd Jugendarbeit
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Statistischer Bezirk Einrichtung
Mitte
Altstadt
12 Überwasser Jugendtreff Liebfrauen - Überwasser
13 Dom Dietrich-Bonhoeffer-Haus
15 Martini Cafe Lenz
Innenstadtring
22 Josef Jib
23 Bahnhof Paul-Gerhardt-Haus
27 Kreuz Jugendheim Heilig Kreuz
Mitte-Süd
31 Aaseestadt Janosch Jugendcafe
32 Geist TEO Kinder- und Jugendtreff Hl. Geist
33 Schützenhof ABI Südpark
Mitte-Nordost
44 Herz-Jesu Kinder- und Jugendtreff St. Mauritz
44 Herz-Jesu Pfarrer-Eltrop-Heim
45 Mauritz-Mitte Kinderpädagogische Angebote Mitte-No rd (ab 2011)
47 Uppenberg Jugendtreff AWO
West
Gievenbeck/Sentrup
51 Gievenbeck Fachwerk Gievenbeck
51 Gievenbeck La Vie
52 Sentrup Kinder- und Jugendarbeit St. Theresia
Mecklenbeck
54 Mecklenbeck Kinder- und Jugendzentrum St. Anna
54 Mecklenbeck Mobile Kinder und Jugendeinrichtung
Albachten
56 Albachten Albatros
Roxel
57 Roxel Kinder- und Jugendzentrum Roxel
Nienberge
58 Nienberge Kinder- und Jugendtreff St. Sebastian
Nord
Coerde
61 Coerde DRK Coerde
61 Coerde HOT Coerde
Kinderhaus
62 Kinderhaus-Ost Jugendheim „Die Hütte“
63 Kinderhaus-West Feez
63 Kinderhaus-West Jugendsalon im Begegnungszentrum
63 Kinderhaus-West Wuddi
Sprakel
68 Sprakel Kinder- und Jugendeinrichtung Sprakel
102 Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014
Ost
Mauritz-Ost
71 Mauritz-Ost Johannes-Busch-Haus
71 Mauritz-Ost Kinder- und Jugendtreff St. Konrad (BTR EFF)
Gelmer-Dyckburg
76 Gelmer-Dyckburg Kinderpädagogische Angebote Gelmer (ab 2. Quartal 2010)
Handorf
77 Handorf Kinder- und Jugendarbeit St. Petronilla
77 Handorf Kinder- und Jugendeinrichtung Handorf
Südost
Gremmendorf
82 Gremmendorf-Ost Kinder- und Jugendtreff St. Ida
Angelmodde
86 Angelmodde Jugendzentrum „Mobile“
Wolbeck
87 Wolbeck Bahnhof Wolbeck
87 Wolbeck Kinderpädagogische Angebote Wolbeck (ab 20 11)
Hiltrup
Berg Fidel
91 Berg Fidel Lorenz Süd
Hiltrup
96 Hiltrup-Mitte Ev. Jugendzentrum Hiltrup
96 Hiltrup-Mitte Jugendheim St. Clemens
97 Hiltrup-West 37 Grad Jugend- und Begegnungshaus
Amelsbüren
98 Amelsbüren Jugendzentrum Black Bull
Mobile und aufsuchende Angebote
Statistischer Bezirk Einrichtung
Mitte
Mitte-Süd
33 Schützenhof Streetwork im Südviertel - aufsuchende Arbeit
Nord
Coerde
61 Coerde Aufsuchende Arbeit HOT Coerde
Südost
Angelmodde
86 Angelmodde Jugendzentrum „Mobile“ aufsuchende Arbe it
Hiltrup
Hiltrup
96 Hiltrup-Mitte VSE – aufsuchende Arbeit
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 103
8.2 Auflistung der statistischen Bezirke
Stadtbezirke
Bestehend aus den statistischen Bezirken
Stadtbezirk Mitte
Altstadt Aegidii, Überwasser, Dom, Buddenturm, Martini (11 – 15)
Innenstadtring Pluggendorf, Josef, Bahnhof, Hansaplatz, Mauritz-West,
Schlachthof, Kreuz, Neutor, Schloss (21 – 29)
Mitte-Süd Aaseestadt, Geist, Schützenhof, Düesberg (31 – 34)
Mitte-Nordost Hafen, Herz-Jesu, Mauritz-Mitte, Rumphorst, Uppenberg
(43 – 47)
Stadtbezirk West
Gievenbeck/Sentrup Gievenbeck, Sentrup (51 – 52)
Mecklenbeck Mecklenbeck (54)
Albachten Albachten (56)
Roxel Roxel (57)
Nienberge Nienberge (58)
Stadtbezirk Nord
Coerde Coerde (61)
Kinderhaus Kinderhaus - Ost, Kinderhaus – West (62 – 63)
Sprakel Sprakel (68)
Stadtbezirk Ost
Mauritz-Ost Mauritz-Ost (71)
Gelmer-Dyckburg Gelmer-Dyckburg (76)
Handorf Handorf (77)
Stadtbezirk Südost
Gremmendorf Gremmendorf – West, Gremmendorf – Ost (81 – 82)
Angelmodde Angelmodde (86)
Wolbeck Wolbeck (87)
Stadtbezirk Hiltrup
Berg Fidel Berg Fidel (91)
Hiltup Hiltrup – Ost, Hiltrup – Mitte, Hiltrup – West (95 – 97)
Amelsbüren Amelsbüren (98)
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 104
8.3 Übersicht Bevölkerung
Wohnberechtigte Bevölkerung 2008
im Alter von ... bis … Jahren Statistischer Bezirk
Teilbereich
Stadtbezirk Ins-
ge-
samt
bis
2 J.
3
-
5
0
-
5
6
-
9
10
-
13
6
-
13
14
-
17
0
-
17
18
-
20
21
-
26
27 u.
älter
11 Aegidii 1 354 22 20 42 19 13 32 18 92 45 258 959
12 Überwasser 1 285 19 11 30 14 12 26 11 67 67 324 827
13 Dom 2 111 27 14 41 18 16 34 24 99 74 462 1 476
14 Buddenturm 2 188 31 25 56 29 22 51 23 130 94 490 1 474
15 Martini 1 294 18 10 28 21 11 32 16 76 51 296 871
Zwischensumme 8 232 117 80 197 101 74 175 92 464 331 1 830 5 607
21 Pluggendorf 4 021 56 36 92 32 25 57 37 186 203 886 2 746
22 Josef 7 845 159 81 240 104 96 200 117 557 263 1 578 5 447
23 Bahnhof 1 025 14 7 21 4 7 11 13 45 67 343 570
24 Hansaplatz 6 352 138 76 214 103 78 181 90 485 189 1 334 4 344
25 Mauritz - West 5 656 145 95 240 108 99 207 87 534 156 978 3 988
26 Schlachthof 4 800 133 110 243 159 135 294 146 683 139 562 3 416
27 Kreuz 11 613 292 226 518 209 246 455 230 1 203 379 1 792 8 239
28 Neutor 3 811 64 45 109 47 47 94 37 240 229 1 213 2 129
29 Schloss 1 888 50 37 87 34 32 66 28 181 46 272 1 389
Innenstadtring 47 011 1 051 713 1 764 800 765 1 565 785 4 114 1 671 8 958 32 268
31 Aaseestadt 5 318 109 108 217 139 149 288 154 659 166 558 3 935
32 Geist 8 590 225 192 417 255 256 511 239 1 167 300 1 112 6 011
33 Schützenhof 6 981 166 116 282 155 119 274 127 683 204 1 298 4 796
34 Düesberg 6 625 168 145 313 228 241 469 224 1 006 241 551 4 827
Mitte - Süd 27 514 668 561 1 229 777 765 1 542 744 3 515 911 3 519 19 569
43 Hafen 941 19 6 25 7 8 15 16 56 27 231 627
44 Herz - Jesu 5 119 114 76 190 124 102 226 141 557 172 648 3 742
45 Mauritz - Mitte 9 908 214 196 410 240 282 522 291 1 223 289 996 7 400
46 Rumphorst 7 845 208 182 390 301 375 676 359 1 425 314 740 5 366
47 Uppenberg 7 623 214 180 394 242 227 469 207 1 070 256 1 083 5 214
Mitte - Nordost 31 436 769 640 1 409 914 994 1 908 1 014 4 331 1 058 3 698 22 349
Stadtbezirk Mitte 114 193 2 605 1 994 4 599 2 592 2 598 5 190 2 635 12 424 3 971 18 005 79 793
51 Gievenbeck 18 717 629 723 1 352 922 786 1 708 705 3 765 985 3 269 10 698
52 Sentrup 6 308 111 109 220 186 225 411 181 812 439 1 691 3 366
54 Mecklenbeck 9 223 165 202 367 383 428 811 400 1 578 486 1 061 6 098
56 Albachten 5 555 197 218 415 257 281 538 266 1 219 215 353 3 768
57 Roxel 8 286 268 273 541 345 353 698 309 1 548 297 663 5 778
58 Nienberge 6 330 141 154 295 204 218 422 233 950 267 559 4 554
Stadtbezirk West 54 419 1 511 1 679 3 190 2 297 2 291 4 588 2 094 9 872 2 689 7 596 34 262
61 Coerde 9 950 370 373 743 466 454 920 473 2 136 424 869 6 521
62 Kinderhaus - Ost 4 982 133 149 282 154 164 318 197 797 213 452 3 520
63 Kinderhaus - West 10 267 306 308 614 440 468 908 508 2 030 473 834 6 930
Zwischensumme 15 249 439 457 896 594 632 1 226 705 2 827 686 1 286 10 450
68 Sprakel 2 913 84 95 179 124 130 254 125 558 92 172 2 091
Stadtbezirk Nord 28 112 893 925 1 818 1 184 1 216 2 400 1 303 5 521 1 202 2 327 19 062
71 Mauritz - Ost 9 789 252 244 496 366 352 718 367 1 581 268 638 7 302
76 Gelmer - Dyckburg 3 418 105 92 197 140 162 302 151 650 131 185 2 452
77 Handorf 7 473 221 200 421 344 362 706 376 1 503 270 440 5 260
Stadtbezirk Ost 20 680 578 536 1 114 850 876 1 726 894 3 734 669 1 263 15 014
81 Gremmendorf-West 4 682 133 144 277 225 244 469 222 968 178 323 3 213
82 Gremmendorf-Ost 6 196 170 179 349 277 363 640 310 1 299 210 371 4 316
Zwischensumme 10 878 303 323 626 502 607 1 109 532 2 267 388 694 7 529
86 Angelmodde 7 415 184 213 397 290 305 595 340 1 332 292 499 5 292
87 Wolbeck 8 635 202 228 430 316 411 727 408 1 565 317 579 6 174
Stadtbezirk Südost 26 928 689 764 1 453 1 108 1 323 2 431 1 280 5 164 997 1 772 18 995
91 Berg Fidel 5 625 155 185 340 246 229 475 254 1 069 197 484 3 875
95 Hiltrup - Ost 6 633 118 144 262 241 260 501 323 1 086 247 415 4 885
96 Hiltrup - Mitte 9 707 242 240 482 338 363 701 363 1 546 326 693 7 142
97 Hiltrup - West 8 866 245 256 501 401 472 873 486 1 860 390 634 5 982
Zwischensumme 25 206 605 640 1 245 980 1 095 2 075 1 172 4 492 963 1 742 18 009
98 Amelsbüren 5 887 205 238 443 296 277 573 233 1 249 184 318 4 136
Stadtbezirk Hiltrup 36 718 965 1 063 2 028 1 522 1 601 3 123 1 659 6 810 1 344 2 544 26 020
Außenbezirke 166 857 4 636 4 967 9 603 6 961 7 307 14 268 7 230 31 101 6 901 15 502 113 353
Stadt Münster 281 050 7 241 6 961 14 202 9 553 9 905 19 458 9 865 43 525 10 872 33 507 193 146
Kinder- und Jugendförderplan 2010-2014 105
8.4 „Auf einen Blick“
6-20 Jährige
(31.12.2008)
6-20 Jährige
ausländisch
Angebots-
stunden-Soll
(Basis 2005)
Angebotsstunden
in der Förderstruk-
tur
Differenz Stellen für
aufsuchende
Arbeit
Erläuterungen
Gewichtung 92,50% 7,50% Gewichtung
abs. in % gew. abs. in % gew. insg. abs. abs. in % abs. abs.
Stadtweit in % 40.195 100,00% 92,50% 3.131 100,00% 7,50% 100,00% 42.138 47.395 100,00% 5.257,00 3,89
Altstadt (11-15) 598 1,49% 1,38% 35 1,12% 0,08% 1,46% 615,22 1.710,00 3,61% 1.094,78
Innenstadtring (21-29) 4.021 10,00% 9,25% 270 8,62% 0,65% 9,90% 4.171,75 6.390,00 13,48% 2.218,25
Mitte-Süd (31-34) 3.197 7,95% 7,36% 250 7,98% 0,60% 7,96% 3.352,52 2.340,00 4,94% -1.012,52 1,00
Mitte-Nordost (43-47) 3.980 9,90% 9,16% 238 7,60% 0,57% 9,73% 4.099,69 2.835,00 5,98% -1.264,69 0,50
Stadtbezirk Mitte 11.796 29,35% 27,15% 793 25,33% 1,90% 29,05% 12.239,18 13.275 28,01% 1.035,82 1,50
Gievenbeck/Sentrup (51-52) 4.429 11,02% 10,19% 393 12,55% 0,94% 11,13% 4.691,55 4.530,00 9,56% -161,55
Mecklenbeck (54) 1.697 4,22% 3,91% 75 2,40% 0,18% 4,08% 1.721,31 1.510,00 3,19% -211,31
Albachten (56) 1.019 2,54% 2,35% 74 2,36% 0,18% 2,52% 1.062,83 990,00 2,09% -72,83
Roxel (57) 1.304 3,24% 3,00% 118 3,77% 0,28% 3,28% 1.383,61 990,00 2,09% -393,61
!"
Nienberge (58) 922 2,29% 2,12% 27 0,86% 0,06% 2,19% 921,33 990,00 2,09% 68,67
West 9.371 23,31% 21,57% 687 21,94% 1,65% 23,21% 9.780,63 9.010 19,01% -770,63 0,00
Coerde (61) 1.817 4,52% 4,18% 334 10,67% 0,80% 4,98% 2.099,10 3.540,00 7,47% 1.440,90 0,50 #
$
%
Kinderhaus (62-63) 2.617 6,51% 6,02% 353 11,27% 0,85% 6,87% 2.894,05 4.500,00 9,49% 1.605,95 !"
%
&
Sprakel (68) 471 1,17% 1,08% 8 0,26% 0,02% 1,10% 464,81 990,00 2,09% 525,19
Nord 4.905 12,20% 11,29% 695 22,20% 1,66% 12,95% 5.457,96 9.030 19,05% 3.572,04 0,50
Mauritz-Ost (71) 1.353 3,37% 3,11% 102 3,26% 0,24% 3,36% 1.414,98 1.650,00 3,48% 235,02
Gelmer-Dyckburg (76) 584 1,45% 1,34% 38 1,21% 0,09% 1,43% 604,67 660,00 1,39% 55,33
Handorf (77) 1.352 3,36% 3,11% 51 1,63% 0,12% 3,23% 1.362,53 1.185,00 2,50% -177,53 0,25 '
(
)
*
+
Ost 3.289 8,18% 7,57% 191 6,10% 0,46% 8,03% 3.382,18 3.495 7,37% 112,82 0,25
Gremmendorf (81-82) 2.029 5,05% 4,67% 82 2,62% 0,20% 4,87% 2.050,32 990,00 2,09% -1.060,32
Angelmodde (86) 1.227 3,05% 2,82% 123 3,93% 0,29% 3,12% 1.313,99 1.485,00 3,13% 171,01 0,50
*
)
%,
-
Wolbeck (87) 1.452 3,61% 3,34% 54 1,72% 0,13% 3,47% 1.462,53 2.310,00 4,87% 847,47
Südost 4.708 11,71% 10,83% 259 8,27% 0,62% 11,45% 4.826,84 4.785 10,10% -41,84 0,50
Berg Fidel (91) 926 2,30% 2,13% 206 6,58% 0,49% 2,62% 1.105,89 2.520,00 5,32% 1.414,11 .
%
/$
&
0
)$
Hiltrup (95-97) 4.210 10,47% 9,69% 251 8,02% 0,60% 10,29% 4.335,85 3.960,00 8,36% -375,85 1,14 +#
+
'
Amelsbüren (98) 990 2,46% 2,28% 49 1,56% 0,12% 2,40% 1.009,48 1.320,00 2,79% 310,52
Hiltrup 6.126 15,24% 14,10% 506 16,16% 1,21% 15,31% 6.451,21 7.800 16,46% 1.348,79 1,14
Stadtweit in % 40.195 100,00% 92,50% 3.131 100,00% 7,50% 100,00% 42.138 47.395 100,00% 5.257,00 3,89
Stadtweit abs.
Beschlussvorlage
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V/0158/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2010 - 2014 Beratungsfolge 11.05.2010 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Einbringung 27.05.2010 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 01.06.2010 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Anhörung 08.06.2010 Ausschuss für Gleichstellung Anhörung 16.06.2010 Integrationsrat Anhörung 17.06.2010 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Anhörung 22.06.2010 Bezirksvertretung Münster-Südost Anhörung 24.06.2010 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung 29.06.2010 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 29.06.2010 Bezirksvertretung Münster-Nord Anhörung 30.06.2010 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien nimmt den Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2010 bis 2014 zur Kenntnis. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die in den Kapiteln 6 bis 8 formulierten Handlungs- empfehlungen für die Handlungsfelder „offene und mobile Kinder- und Jugendarbeit“, „Ju- gendverbandsarbeit“, „Jugendsozialarbeit“ und „erzieherischer Kinder- und Jugendschutz“ umzusetzen. 3. Die Umsetzung des Kinder- und Jugendförderplans 2010 – 2014 wird in enger Abstim- mung mit den in den Handlungsfeldern tätigen freien Trägern, den Arbeitsgemeinschaften gemäß § 78 SGB VIII und unter Beteiligung des Jugendrates vorgenommen. Vorlagen-Nr.: V/0158/2010 Auskunft erteilt: Herr Hagel, Frau Herdes Herr Paschert, Frau Thesing Herr Wildemann Ruf: 492 51 20, 492 58 08 492 58 90, 492 58 94 492 51 13 E-Mail: HagelC@stadt-muenster.de Herdes@stadt-muenster.de Paschert@stadt-muenster.de ThesingS@stadt-muenster.de WildemannA@stadt-muenster.de Datum: 24.02.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0158/2010 II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass keine Folgekosten entstehen. Begründung: 1. Ausgangslage Mit dem vorliegenden 2. Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2010 – 2014 erfüllt die Stadt Münster die gesetzliche Verpflichtung zur örtlichen Jugendhilfeplanung für die Bereiche der Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes und verfolgt das Ziel der Schaffung einer längerfristigen Planungssicherheit und Verbindlichkeit für die Jugendhilfeträger sowie der Entwicklung eines Steuerungsinstruments für eine gezielte Bedarfs- und Maßnahmenplanung. Mit dem ersten Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2007 bis 2009 - Leitprinzipien und Handlungsempfehlungen - hat die Verwaltung diesem Auftrag umfassend für das Handlungsfeld „Kinder- und Jugendarbeit“ entsprochen (V/1040/2006). Die Verwaltung wurde beauftragt, die formulierten Handlungsempfehlungen mit den freien Trägern der „offenen und mobilen Kinder- und Jugendarbeit“ und der „Jugendverbandsarbeit“ in den fol- genden Jahren umzusetzen sowie über die offene und mobile Kinder- und Jugendarbeit und die damit verbundene Fortschreibung des Förderplanes im Handlungsfeld „Kinder- und Jugendarbeit“ zu berichten. Ferner sollten weitergehende Aussagen und Handlungsempfehlungen zu den Hand- lungsfeldern „Jugendsozialarbeit“ und „Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz“ gegeben wer- den. Mit dem vorliegenden 2. Kinder- und Jugendförderplan 2010 – 2014 werden die Handlungsemp- fehlungen des 1. Kinder- und Jugendförderplans, deren Zielerreichung für das Handlungsfeld „Kin- der- und Jugendarbeit“ systematisch dargestellt und perspektivisch weiter entwickelt. In der Da- tendarstellung werden sowohl die bestehenden als auch die projektierten Einrichtungen abgebil- det. Seit dem 1. Kinder- und Jugendförderplan sind im Rahmen der Infrastrukturplanung und wohnortnahen Versorgung sechs neue Einrichtungen geschaffen worden. Damit ist eine bedarfsgerechte Ausstattung für die nächsten Jahre auch unter der Berücksichti- gung der strategischen Ziele und demografischen Entwicklung realisiert. Durch die Bildung des Jugendrates der Stadt Münster wurde 2007 erstmalig ein systematisches Beteiligungsinstrument für Kinder und Jugendliche geschaffen. Damit ist ein wichtiges Ziel des 1. Kinder- und Jugendförderplanes realisiert worden. Vorrangiges Ziel für die Handlungsempfehlungen des 2. Kinder- und Jugendförderplanes sind Qualitätsentwicklung, Leistungssteuerung und Wirksamkeit. Damit trägt die Kinder- und Jugendar- beit / Jugendsozialarbeit einer Entwicklung Rechnung, die in den letzten Jahren in den Bereichen der Kindertagesbetreuung und der erzieherischen Hilfen bereits vertieft umgesetzt wurde. Für die Handlungsfelder „Jugendsozialarbeit“ und „erzieherischer Kinder- und Jugendschutz“ wa- ren zunächst grundlegende Aufarbeitungen wie z.B. die Erhebung von Struktur- und Angebotsda- ten erforderlich. Zudem wurden Entwicklungen analysiert und fachliche Herausforderungen erör- tert, die mit dem nun vorliegenden Kinder- und Jugendförderplan dargestellt werden und erstmalig mit Zielformulierungen und Handlungsempfehlungen hinterlegt sind. Intensiv beteiligt waren an der Erstellung des Kinder- und Jugendförderplans die Arbeitsgemein- schaften nach § 78 SGB VIII (offene Kinder- und Jugendarbeit / Jugendverbandsarbeit, Jugend- sozialarbeit, Mädchen und Jungen / Gender), die Stadtteilarbeitskreise, der Jugendrat und die Ju- gendforen sowie die Ämter der Stadt Münster. - 3 - V/0158/2010 2. Zentrale Handlungsempfehlungen des 2. Kinder- und Jugendförderplanes 2010 - 2014 Nachfolgend sind auszugsweise wesentliche Handlungsempfehlungen aufgeführt. Sie verdeutli- chen die Zielrichtungen der nächsten Jahre. Kinder- und Jugendarbeit Förderstrukt ur Der bestehende Finanzrahmen für die Angebote der offenen Kinder und Jugendarbeit wird für die Laufzeit des Förderplans vorbehaltlich der Haushaltsbeschlüsse des Rates zur Verfügung gestellt. Leistungsvereinbarungen Zur Optimierung der Leistungssteuerung zwischen dem öffentlichen und freien Träger werden die Leistungsvereinbarungen neu ausgerichtet. Auf der Grundlage der bestehenden Leistungsverein- barungen werden in einem gemeinsamen Prozess Finanzen, pädagogische Leistungen, Ange- botsstunden und die Qualität in eine engere Wechselwirkung gestellt. Wirksamkeit Auf der Grundlage der bestehenden Wirksamkeitsdialoge werden gemeinsame Bausteine der Qualitätsentwicklung auf Einrichtungsebene weiterentwickelt. Zudem erfolgt der Ausbau des Quali- tätskreislaufs zwischen den Einrichtungen und dem öffentlichen Träger (Jahresberichte / Verwen- dungsnachweise). Öffnungszeiten Angebote der Einrichtungen werden im Rahmen der Stundenbudgets bedarfsgerecht auch in die Abendstunden, Wochen enden und Ferien verlagert Aufsuchende Arbeit Die aufsuchende Arbeit wird analysiert und weiterentwickelt. Ziel ist eine Flexibilisierung der aufsu- chenden Angebote im Hinblick auf Zielgruppen und Einsatzorte in Abstimmung mit den Einrichtun- gen. Darüber hinaus ist eine Erhöhung der Präsenz im öffentlichen Raum von bisher 0,5 Wochenstun- den auf zukünftig 2,0 Wochenstunden zu leisten. Besucherzahlen Stadtweit werden aktuell 11% der Kinder und Jugendlichen mit den Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit erreicht. In den kommenden Jahren soll die Inanspruchnahme auf mindestens 13 % gesteigert werden. Schule / Jugendhilfe Die Richtlinie erhält eine neue Position „Angebote der Jugendhilfe in Kooperation mit den Schu- len“ um Trägern der Jugendarbeit eine stärkere Kooperation mit Schulen zu ermöglichen Jugendrat Die bisherige Arbeit des Jugendrates und der Jugendforen wird geprüft, ausgewertet und neuaus- gerichtet. Verteilung der Angebotsstunden Die Versorgungsstruktur im Rahmen der stadtweiten Angebotsverteilung wird bewertet und ent- sprechend bedarfsgerecht eingesetzt. - 4 - V/0158/2010 Jugendverbände Der Bestand und der Bedarf der Arbeit der Jugendverbände zur Positionierung und Absicherung der ehrenamtlichen Engagements wird erhoben und ein Berichtswesen entwickelt Integration / Interkulturelle Kompetenz Durch gezielte Ansprache von Mädchen und Jungen mit Migrationsvorgeschichte wird die Integra- tion gezielt gefördert. Die pädagogischen Fachkräfte werden im Rahmen von Fachveranstaltungen interkulturell ge- schult. Inklusion Die Arbeit in den Einrichtungen wird stärker auf integrative Freizeit- und Ferienbetreuungsangebo- te ausgerichtet Der Betreuungsschlüssel in der inklusiven Arbeit wird innerhalb der Richtlinienförderung verbes- sert. Jugendsozialarbeit und Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz Schule / Jugendhilfe In Kooperation aller Fachkräfte an Schulen, die im Rahmen kommunaler Schulsozialarbeit tätig sind, werden jährliche Qualitätszirkel durchgeführt. Ziele der Qualitätszirkel sind die Entwicklung eines abgestimmten Berichtswesens, die Vorbereitung jährlicher Fachgespräche mit den Schulen, die Einrichtung und Etablierung von Beratungsteams an den Schulen sowie die Verständigung auf ein gemeinsames Fortbildungskonzept. Soziale Gruppenarbeit Zur Überprüfung der Wirkung der sozialen Gruppenarbeit werden Evaluationsbausteine gemein- sam mit dem Kommunalen Sozialdienst entwickelt. Wohnhilfen Die pädagogischen Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten im Jugendwohnen werden hinsichtlich der Abgrenzung zu den Hilfen zur Erziehung überprüft Alkoholprävention Die Alkoholpräventionskampagne „Voll ist out“ wird um Bausteine für die Ansprache von und Arbeit mit riskant Alkohol konsumierenden Jugendlichen erweitert. Tabakprävention Die Aktivitäten zur Tabakprävention bei Kindern und Jugendlichen werden gebündelt. Das positive Image des „Nichtrauchens“ wird gefestigt. Neue Entwicklungen werden aufgegriffen und suchtprä- ventive Konzepte entsprechend angepasst. Medikamentenmissbrauch Die Drogenhilfe legt einen Schwerpunkt in der Suchtprävention auf das Thema Medikamenten- missbrauch. Eltern und Multiplikatoren aus Schule und Jugendhilfe werden für diese Thematik sensibilisiert und fortgebildet. Eine Vernetzung mit entsprechenden Fachdiensten wird forciert. Mediensucht Das Thema „problematischer Medienkonsum“ wird als neuer Angebotsbaustein entwickelt und ausgebaut. Lokale Netzwerke werden unter Einbindung weiterer Träger auf- bzw. ausgebaut. - 5 - V/0158/2010 3. Fazit Handlungsleitend für die vorliegenden Empfehlungen innerhalb der Jugendarbeit, Jugendsozialar- beit und dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz sind alle Maßnahmen, die geeignet und notwendig sind, den Auftrag des SGB VIII gem. § 1 (3) zu realisieren: „Jugendhilfe soll (…) dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familie sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen“. Münster verfügt im Städtevergleich über eine hervorragende Infrastruktur für die Kinder- und Ju- gendarbeit / Jugendsozialarbeit. Sie ist unverzichtbarer Teil der Jugendhilfelandschaft und bietet ein wichtiges Lernfeld für die persönliche und soziale Entwicklung von jungen Menschen. Vor die- sem Hintergrund ist neben der guten quantitativen Ausstattung die Qualitätsentwicklung voranzu- treiben. In Vertretung Gez. Dr. Andrea Hanke Stadträtin Anlagen: Münsteraner Kinder- und Jugendförderplan 2010 - 2014
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Stadt Münster Hafenstraße 30 48153 Münster T el. (02 51) 4 92-51 01 Fax (02 51) 4 92-77 30 jugendamt@stadt-muenster .de Amt für Kinder, Jugendliche und Familien begleiten, fördern, schützen Kinder und Jugendarbeit Jugendsozialarbeit Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz Kinder- und Jugendförderplan 2010 -2014 Info unter: www.muenster .de/stadt/jugendamt 0 5 25 75 95 100 0 5 25 75 95 100 0 5 25 75 95 100 0 5 25 75 95 100
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Beratungsverlauf (11)
Beschluss: eingebracht
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: vertagt
Zur SitzungOrte (16)
- Dieckmannstraße
- Sprickmannstraße
- Marktallee
- Trauttmansdorffstraße
- Nienkamp
- Sprickmannplatz
- Hansaplatz 6
- Am Pulverschuppen
- Hafenstraße 30
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- Kinderhaus 4
- Wiengarten
- Pötterhoek
- Pluggendorf 4
- Neutor 3
- Düesberg 6
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0158/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.04.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37