3709/2019
Probleme bei der ambulanten Pflege und bei haushaltsnahen Dienstleistungen
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/503 Vorlagen-Nummer 14.11.2019 3709/2019 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 21.11.2019 Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 29.11.2019 Probleme bei der ambulanten Pflege und bei haushaltsnahen Dienstleistungen Anfrage der Seniorenvertretung der Stadt Köln vom 20.09.2019 Die Seniorenvertretung der Stadt Köln bittet um Beantwortung verschiedener Fragen zur ambulanten pflegerischen und hauswirtschaftlichen Versorgungssituation in Köln: 1. Ist bekannt, dass es sehr schwierig ist, Unterstützung im Haushalt zu bekommen und deshalb pflegebedürftigen Personen in Pflegeeinrichtungen aufgenommen werden müssen? Damit wer- den unnötig große Kosten verursacht, die ggf. auch noch durch Hilfe zur Pflege von der Stadt übernommen werden müssen. Antwort der Verwaltung: Der Verwaltung ist bekannt, dass die Versorgungssituation im ambulanten Bereich wegen des beste- henden Fachkräftemangels zunehmend schwieriger wird. Während die ambulante pflegerische Ver- sorgung weitestgehend sichergestellt werden kann, sind die Bedarfe einer reinen hauswirtschaftlichen Versorgung nicht immer durch passende Angebote gedeckt. Insbesondere ältere Menschen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, haben Schwierigkeiten, einen Hauswirtschaftsdienst auf dem freien Markt zu finden, der sie bei der Reinigung ihrer Wohnung unterstützt. Das vom Rat beschlossene und von der Verwaltung mit den beauftragten Trägern der freien Wohl- fahrtspflege und den SBK umgesetzte Programm „Haushaltsnahe Dienste“ hat bislang nicht die ge- wünschte Entlastung gebracht. Deshalb wird das Programm „Haushaltsnahe Dienste“ aktuell gemein- sam mit den Wohlfahrtsverbänden überarbeitet. Über das Ergebnis wird die Verwaltung zeitnah be- richten. 2. Kann eine Ausweitung der Präventiven Hausbesuche hier etwas Abhilfe schaffen? Was müsste dafür an Finanzmitteln aufgebracht werden? Antwort der Verwaltung: Das Programm der „Präventiven Hausbesuche“ dient der Feststellung von Bedarfen der älteren Men- schen, um eine stationäre Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung zu verhindern bzw. zu verzögern. Eine Ausweitung des Programms würde zu einer zeitnäheren Ermittlung von Bedarfen führen und würde Zeitressourcen für die Unterstützung bei der Akquise von hauswirtschaftlichen Unterstützungs- diensten schaffen. Eine personelle Verdopplung des Programms hätte Mehrkosten von ca. 300.000 Euro p.a. zur Folge. 2 3. Hat die Stadt Köln ein Konzept, wie sie den offensichtlichen Mangel an Personal in der ambulan- ten Pflege und bei den haushaltsnahen Dienstleistungen mildern will? Antwort der Verwaltung: In der Sitzung des kommunalen Bündnis für Arbeit vom 09.10.2019 wurden der „Fachkräftemangel in der Pflege“ und alle damit verbundenen Handlungsbedarfe sowohl von Frau Oberbürgermeisterin Reker als auch von Herrn Beigeordneten Dr. Rau und der Leiterin des Amtes für Soziales, Arbeit und Senioren, Frau Dr. Robinson, thematisiert. An alle Mitglieder des Bündnisses erfolgte der Appell, die damit einhergehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen und Lösungen zu finden. Schon seit längerem haben die meisten Träger von Pflegeeinrichtungen eine Vielzahl von Maßnah- men (z.B. preisgünstiger Wohnraum für Azubis, Einarbeitungskonzepte, Fortbildungen, attraktive Ar- beitszeitmodelle, „Mitarbeiter werben Mitarbeiter mit finanziellem Anreiz, Wellnessangebote) zur Fachkräfteerhaltung und – gewinnung ergriffen. Die Fachverwaltung wird im konstruktiven Dialog mit den Einrichtungsträgern ausloten, mit welchen zusätzlichen Maßnahmen dem Fachkräftemangel ver- stärkt entgegengewirkt werden kann. Das Thema Fachkräftegewinnung bzw. –sicherung wird darüber hinaus Thema bei der Erstellung des 2. Berichts über die örtliche Planung nach dem APG NRW sein. Es ist vorgesehen, zu diesem wichti- gen Thema einen Workshop/Fachtag mit allen relevanten Akteuren wie z.B. Politik, Einrichtungsträ- ger, Wohlfahrtsverbände, Arbeitsagentur, JobCenter etc. durchzuführen. Die Ergebnis- se/Handlungsempfehlungen werden in dem Bericht Eingang finden. 4. Neben der ambulanten Pflege scheint auch die Unterbringung in Pflegeeinrichtungen zunehmend schwieriger zu werden. Gibt es Möglichkeiten, die Pflegeplätze in den Pflegeeinrichtungen zu er- höhen? Antwort der Verwaltung: Die Erhöhung von Pflegeplätzen in bestehenden Einrichtungen ist wegen gesetzlicher Regelungen (80% Einzelzimmerquote) nicht möglich. Die Auslastungsquote liegt aktuell bei den meisten Einrich- tungen bei 98% und höher. Um der demografischen Entwicklung und dem damit einhergehenden steigenden Bedarf an stationä- ren Dauerpflegeplätzen in Köln wirksam zu begegnen, wird die Sozialverwaltung zeitnah Maßnahmen ergreifen und Ideen entwickeln, um den Neubau von vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen und die Einrichtung von weiteren Plätzen in der Kurzzeit und Tagespflege zu forcieren (siehe hierzu auch Vorlage 3708/2019). Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3709/2019
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 14.11.2019
- Erstellt
- 23.10.2019 16:56