2006/0136
Sanierung des Sozialen Brennpunktes Akazienweg/Gehaborner Weg - Städtebauliches und Freiraumplanerisches Gesamtkonzept
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2006/0136
3133 Zeichen
Wissenschaftsstadt Darmstadt Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 29.03.2006 an den Magistrat Beteiligt vor Dezernat VI / III Amt: Stadtplanungsamt / Grünflächen- und Umweltamt zur Kenntnis zur Beschlussfassung Magistrats- beschlussfassung: Dezernat II Dezernat III Dezernat V Dezernat VI Vorlage-Nr. 2006/0136 Magistratsbeschluss-Nr. an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Internet ja nein Tagesordnung I II Verteiler: OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Betreff: Sanierung des Sozialen Brennpunktes Akazienweg/Gehaborner Weg - Städtebauliches und Freiraumplanerisches Gesamtkonzept Vorlage vom: 16.03.2006 Beschlussvorschlag: 1. Der Magistrat nimmt das beiliegende Städtebauliche und Freiraumplanerische Gesamtkonzept für die Sanierung des Sozialen Brennpunktes Akazienweg/Gehaborner Weg zur Kenntnis und stimmt der allgemeinen Zielsetzung zu. 2. Diese Vorlage ist der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis zu geben. Anlagen: Gesamtkonzept_Akazienweg Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründungsseite zur Magistratsvorlage vom 16.03.2006 Im Januar 1998 hat der Magistrat der Stadt Darmstadt die Sanierung des Wohngebiets Akazienweg/Gehaborner Weg beschlossen. Seither wurden kontinuierlich Modernisierungsmaßnahmen am Gebäudebestand durchgeführt. Da sich die Sanierungsmaßnahmen nicht ausschließlich auf die Gebäude sondern auch auf das Wohnumfeld, das sich momentan in einem sehr desolaten Zustand befindet, erstrecken sollen, ist es erforderlich, diese Maßnahmen unter dem Rahmen eines städtebaulichen und freiraumplanerischen Gesamtkonzepts für die Siedlung zu bündeln. Die an der dezernats- und ämterübergreifenden Projektrunde „Sanierung Sozialer Brennpunkte“ beteiligten Fachämter haben Fachpläne erarbeitet, die unter der Federführung des Stadtplanungsamtes zusammengefasst und zu einem Gesamtkonzept entwickelt wurden. Das Freiflächenkonzept wurde über eine Auftragsvergabe durch das Grünflächen- und Umweltamt erarbeitet und in die Rahmenplanung integriert. Ziel des städtebaulichen und freiraumplanerischen Gesamtkonzepts zur Sanierung der Siedlung ist die ganzheitliche und integrative Betrachtung der Sanierung und die Zusammenführung der einzelnen Maßnahmen unter dem Rahmen dieses Konzeptes. Dadurch können Einzelmaßnahmen besser aufeinander abgestimmt werden. Das Konzept wird hiermit dem Magistrat zur Beschlussfassung vorgelegt und soll der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis gegeben werden. Darmstadt, 16.03.2006 61.1 ho-sm Tel.: 3646 Der Dezernent II Der Dezernent III Wolfgang Glenz Klaus Feuchtinger Bürgermeister Stadtrat Der Dezernent V Der Dezernent VI Daniela Wagner Dipl.-Ing. Dieter Wenzel Stadträtin Stadtrat Anlage Sanierung Sozialer Brennpunkt Akazienweg/Gehaborner Weg: Städtebauliches und Freiraumplanerisches Gesamtkonzept Für die StaVo werden vorab 10 Exemplare auf CD-Rom zur Verfügung gestellt.
anlage 1
84465 Zeichen
Sanierung
Sozialer Brennpunkt
Akazienweg/
Gehaborner Weg
Städtebauliches und
Freiraumplanerisches
Gesamtkonzept
Stadtplanungsamt, Februar 2006
Städtebauliches. und Freiraum-
planerisches Gesamtkonzept
Inhalt
1 Ausgangssituation
1.1 Anlass und Ziel des Städtebaulichen und Freiraumplanerischen
Gesamtkonzepts 1
1.2 Plangebiet 2
1.3 Rechtliche und sonstige materielle und immaterielle Bindungen 5
2 Analyse der derzeitigen städtebaulichen Situation
2.1 Nutzung 6
2.2 Grün- und Freiflächen 7
2.3 Verkehr 12
2.4 Gestaltung 13
3 Detailanal yse: Gemeinbedarfseinrichtungen
3.1 Gemeinschaftshaus 15
3.2 Kindergarten/-hort, „Kita Siebenstein“ 16
3.3 Jugendzentrum 17
3.4 Ehemalige Marienkapelle 18
3.5 Kiosk 19
3.6 Quartiersplatz 20
4 Alternativen für eine städtebauliche Konzeption
4.1 Ziele 21
4.2 Modellalternativen zur Nutzung und städtebaulichen Gestaltung 22
4.3 Modellalternativen zur Gestaltung von Grün- und Freiflächen 24
4.4 Modellalternativen zum Verkehr 25
4.5 Ergebnis der Modelldiskussion 26
5 Städtebauliches Konzept
5.1 Nutzungskonzept 28
5.2 Grün- und Freiflächenkonzept 28
5.3 Verkehrskonzept 34
5.4 Gestaltungskonzept 36
6 Ideenskizzen zu den Gemeinbedarfseinrichtungen
6.1 Grundidee 38
6.2 Gemeinschaftshaus 38
6.3 Kindertagesstätte 38
6.4 Jugendzentrum 38
6.5 Ehemalige Marienkapelle 39
6.6 Kiosk 39
6.7 Gestaltung des Quartiersplatzes 39
7 Entw ässerungskonzept 40
8 Wärmevers orgung 41
9 Abfallentsorgung 41
i
10 Ökologische Komponenten im Konzept
10.1 Gebäudesanierung 42
10.2 Verkehrserschließung 42
10.3 Freibereiche 42
11 Durchführungsplanung und Sicherung des Durchgeführten
11.1 Durchführungsplanung für das Städtebauliche und
Freiraumplanerische Gesamtkonzept 44
11.2 Ablaufplan der baulichen Maßnahmen 44
11.3 Sicherung des Durchgeführten 45
12 Das Verfahren zur Aufstellung des Städtebaulichen und
Freiraumplanerischen Gesamtkonzepts 46
ii
1 Ausgangssituatio n
1.1 Anlass und Ziel des Städtebaulichen und Freiraumplanerischen Gesamt-
konzeptes
In der Sitzung am 21.01.1998 hat der Magistrat der Stadt Darmstadt die Sanieru ng und Moder-
nisierung des Wohngebietes Akazienweg / Gehaborner Weg beschlossen. Seitdem werden Mo-
dernisierungsmaßnahmen am Gebäudebestand durchgeführt. Da sich jedoch nicht nur die Häu-
ser, sondern auch da s Wohnumfeld in einem sehr desolaten Zustand befinden, ist es dringe nd
erforderlich, ein Städtebauliches un d Freiraumplanerisches Gesamtkonzept für die weitere Sa-
nierung des Wohngebietes zu entwickeln.
Ziel des Städtebaulichen und Freiraumplanerischen Gesamtkonzeptes ist es, die Sanierung des
Wohnquartiers unter einem ganzheitlichen Blick zu betrachten. Das heißt, dass ne ben der Mo-
dernisierung der Wohng ebäude auch die Verbe sserung de s Wohnumfeldes in die Sanierung
einbezogen wird. Die e inzelnen ba ulichen Maßnahmen müssen aufeinander abgestimmt wer-
den.
In dem Konzept werden aufbauend auf eine Be standsuntersuchung städtebauliche Defizite er-
mittelt. Daraus ergeben sich Zielsetzungen, die in eine grundlegende st ädtebaulichen Konzepti-
on übergefü hrt und sch ließlich in einen Rahme nplan umgesetzt werde n. Das Städtebauliche
und Freiraumplanerische Gesamtkonzept setzt sich aus graphischen Plänen und einem schriftli-
chen Erläuterungstext zusammen. Hauptbestandteil der graphischen P läne ist eine städtebauli-
che Rahmenplanung für die gesamte Siedlung im Maßstab 1:1.000.
Inhaltlich baut das Konzept auf ein vorliegendes bauplanerisches Gutachten zur Modernisierung
der sozialen Brennpunkte in Darmstadt auf, welches 1988 v on der Rittmannsperger, Kleebank
und Partner GmbH im Auftrag der Stadt Darmstadt erstellt wurde und viele Aussagen zum Ge -
bäuzustand etc. trifft. In dem Gutachten wurde aufgrund des sehr desola ten Zustandes der Ge-
bäude und wegen der ungünstigen Lage innerhalb des Stadtgebietes Darmstadt ein Rückbau
der Siedlung statt einer Sanierung favorisiert. Nach Abwägung dieser Empfehlung hat sich die
Stadt dennoch dazu entschlossen, den Standort Akazienweg / Gehaborner Weg we iterhin als
Wohnstandort zu nutzen und das Gebiet zu sanieren (vgl. Magistratsbeschluss vom 30. März
1994).
Ergänzend zum städteb aulichen Gesamtkonzept wurde ein Sozialbericht über das Wohngebiet
erarbeitet. Die Ergebnisse hieraus sind in da s Städtebauliche und F reiraumplanerische Ge-
samtkonzept eingeflossen.
1
1.2 Plangebiet
1.2.1 Lage in der Stadt
Die Obdachlosensied lung Akazienweg / Gehab orner Weg liegt am nordwestlichen Stadtrand
Darmstadts zwischen Gewerbe, Bahndamm u nd Hauptve rkehrsstraßen. Südlich des Gebiets
befindet sich die Wa ldkolonie, ein größeres zusammenhängendes Wohngebiet mit etwa 3.000
Einwohnern. Die zwei Wohnstandorte berühren sich über Eck. In fußläufiger Entfernung beginnt
der Westwald.
Abb. 1: Lage der Siedlung im Stadtraum
2
1.2.2 Gebietsbeschreibung
Die Siedlung Akazienweg / Gehaborner Weg umfasst eine Fläche von 1,5 ha. Sie setzt sich aus
mehreren Hauszeilen mit etwa 150 Wohnungen zusammen. Zwei Gebäude stehen zur Zeit leer,
da während der Sanierungsabeiten nicht alle Wohnungen bewohnt sein können. In den momen-
tan 148 Haushalten wohnen etwa 400 Personen.
Die Gebäude wurden größtenteils in Schlichtbauweise in den 50er Jahren errichtet und sind 2-3-
geschossig. In den 70 er Jahren wurde die Bebauung durch drei Großtafelbauten in 3-4 -
geschossiger Bauweise im nördliche n Bereich d er Siedlung ergänzt. Im Wohngebie t befinden
sich eine Kindertagesstätte, ein Ge meinschaftshaus, ein Kiosk, eine momentan leer stehende
ehemalige Kapelle und ein Jugendzentrum.
Die bauliche Dichte innerhalb der Siedlung ist gering. So ergibt eine Berechnung des Maßes der
baulichen Nutzung eine GRZ von 0 ,2 und eine GFZ von 0 ,4. Die begr ünte Südspitze und die
unbebaute Nordspitze an der Mainzer Straße bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt.
3
4
1.3 Rechtliche und sonstige materielle und immaterielle Bindungen
1. 3.1 Eigentümer
Das Gebiet befindet sich inklusive der Straßen im Normaleigentum der Stadt Darmstadt.
1 3.2 Planungsrechtliche Rahmenbedingungen
Im Entwurf zum Flächennutzungsplan mit Landschaftsp lan von 2005 (3. Offenlage) ist das Ge-
biet als Wohnbaufläche ausgewiesen. Ein Bebauungsplan wurde nicht aufgestellt.
5
2 Analyse der derzeitigen städtebaulichen Situation
Die Analyse der städteb aulichen Situation untergliedert sich in die thematischen Be reiche Nut-
zung, Grün- und Freiflächen, Verkehr sowie Gestaltung. In die Betrachtungen wird nicht nur das
Grundstück, sondern auch das Umfeld der Siedlung miteinbezogen.
2.1 Nutzung
Das Schlich twohngebiet Akazienweg/Gehaborner Weg ist eine Wohnsiedlung mit verschiede-
nen Gemeinbedarfseinrichtungen. Auch ein Kiosk und ein gesondertes Häuschen mit Büros fü r
die Hausverwaltung und die Sozialarbeit befinden sich in der Siedlung.
Der bauliche Zustand der Gebäude ist heute, a ußer bei den bereits sa nierten Gebäuden bzw.
dem Neubau Akazienweg 33A, sehr schlecht. Zu bemängeln sind bauliche Schäden, die fehlen-
de Ausstattung der Wohnungen mit Bädern und Heizungen sowie Grundrisszuschnitte.
Neben der Wohnnutzung hat sich in der Siedlung eine gewerbliche Nutzung durchgesetzt. Meh-
rere Anwohner sind selbstständig als Schrotthändler tätig. Bei dieser Tätigkeit wird Schrott ge-
sammelt, sortiert, in Containern oder auf Lagerflächen zwischengelagert und schließlich ent-
sorgt. Die gewerbliche Tätigkeit ist mit unverträglichen Störungen für die Anwohner verbunden,
verursacht durch Lkw-Verkehr sowie Motorgeräusche und Abgase während der Sortierarbeiten
mit dem Kran. Der Schrott wird zur Zeit zwischen den Häusern und auf dem ehemaligen Sport-
platz gelagert. Dies verringert die Freiraumnutzung zu Erholungszwecken im nahen Wohnum-
feld und stellt eine große Gefahrenquelle für spielende Kinder dar. Ein Teil des Altmaterials
konnte bereits aus der Siedlung auf die im Juli 2004 fertiggestellten Containerstellplätze an der
Michaelisstraße verlagert werden.
Die Versorgung der Bewohner mit Gütern des täglichen Bedarfs und mit Dienstleistung ist aus-
reichend über Einrichtungen in der benachbarten Waldkolonie und im Gewerbegebiet Nord-
West vorhanden. Als soziale Einrichtungen befinden sich eine Kindertagesstätte, ein Jugend-
zentrum sowie ein Gemeinschaftshaus, das momentan in erster Linie von betreuten Kinder-
gruppen genutzt wird, in der Siedlung. In der Waldkolonie gibt es eine Grundschule. Insgesamt
sind keine wesentlichen Versorgungsdefizite zu vermerken.
Ziele:
Weiterentwicklung der Siedlung als Wohnstandort
Modernisierung der Wohngebäude und Gemeinbedarfseinrichtungen
Weitere Verlagerung des Schrottgewerbes auf gesonderte Flächen
6
Abb. 2: Im Wohngebiet gelagerte Altautos
Abb. 3: Unsanierte Wohngebäude
2.2 Grün- und Freiflächen
Die Grünversorgung der Siedlung ist insgesamt pos itiv zu bewerten. Aufgrund ein er lockeren
Bebauung mit großzügigen Freiber eichen zwischen den Häusern ist d er Grünanteil sehr ho ch.
Des weiteren werden di e Grünflächen in großen Teilen ext ensiv gepflegt, was jedoch zu einem
ungepflegten Erscheinungsbild der Wohnsiedlung beiträgt. Beeinträchtigt wird die Qualität der
Freiflächen durch die Nutzung als Lagerfläche für Altmate rialien bzw. als Lkw- oder Wohnwa-
genstellplatz.
7
Die Freibereiche sind g rößtenteils gemeinschaftlich nutzbare Freiflächen. Sie sind im wesentli-
chen mit Gras und Bäu men bepflanzt. Teilweise wurden Freibereiche einer bestimmten Einrich-
tung (Kindergarten, Gemeinschaftshaus, etc.) oder einem bestimmten Haushalt zugeordnet. An
den bereits sanierten Gebäuden wurden Mietergärten angelegt.
Im direkten Umfeld der Siedlung liegt ein Gewerbe- und Sondergebiet mit geringer Durchgrü-
nung. Die südöstlich an die Siedlung angrenzende Waldkolonie hat eine Einfamilienhausstruktur
mit hohem Grünanteil. Besonders erwähnenswert ist der nahe gelegene Westwald, der für die
Bewohner einen hohen Freizeitwert bietet.
Ziele:
Erhalt von ökologisch hochwertigen Grünbeständen
Erhalt möglichst großzügiger Grünbereiche
Ordnung und ansprechende Gestaltung der Freiflächen
Abb. 4: extensiv gepflegte Grünflächen
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Auszug aus dem Freiraumkonzept vom Büro Neuhann & Kresse, beauftragt durch
das Grünflächen- und Umweltamt Darmstadt
Bestand
Freiraumvernetzung
Die isolierte Lage des Quartiers wirkt sich auch auf die Freiraum vernetzung aus. Nach Osten
und Norden sind keine Bezüge erkennbar. Nach Westen ergeben sich, u.a. üb er die „Feld-
schneise“ gute Anbindungen an den naturnahen Westwald. Aber auch das zusammenhängende
Waldgebiet westlich von Arheilgen ist schnell n ach Überquerung der Mainzer Straße zu errei-
chen. Bei d en genannten Flächen handelt es sich um Forstflächen; Grünflächen im Sinne von
„Öffentlichen Parkanlagen“ sind im Nahbereich nicht verfügbar.
Vegetation (siehe auch Bestandsplan)
Zu Beginn der Planung wurde eine genaue Be standsaufnahme der Vegetation dur chgeführt.
Das Ergebnis ist in dem ‚Bestandsplan‘ festgehalten und stellt eine wichtige Planung sgrundlage
für die Ent wicklung da r. Erfasst w urden der Baumbestand, wesentliche Gehölzbestände, g e-
schnittene Hecken so wie Rasen- und Wiesen flächen. Bet rachtet wurden auch d ie befestigte n
Flächen, ihre Oberflächengestalt und Versickerungsfähigkeit.
Freiraumnutzungen
Im Planungsraum existieren Fläche n mit spezifischen Nutzungen und Mehrfachnutzungen. I m
Rahmen der Bestandsaufnahme wurden folgende Freiraumnutzungen festgestellt:
Flächen für Schrottverwertung
Weite Teile der Freiflächen, insbesondere in der Nähe von Straßen, sind mit Cotainern bestückt,
die verschiedenste Teile von Schrott beinhalten. Teilweise liegt der Schrott auch unmittelbar auf
den Freiflächen. Hinzu kommen Autowracks u.ä. die wesentlich zu dem teilweise. desolaten
Erscheinungsbild beitragen.
Ruhender Verkehr
Die Flächen für den ruhenden Verkehr sind z.T. nicht eindeutig ausgewiesen und in der Folge
wird im Gebiet auch ‚wild geparkt‘. Die ausgewiesenen Parkplätze dienen z.T. auch dem dauer-
haften Abstellen von Autowracks. Weiterhin fehlt eine grünordnerische Gestalt der Parkplatzfä-
chen in Form einer Baumüberstellung und vegetativen Abgrenzung zu angrenzenden Freiräu-
men.
Spielplatz / Kinderhort
Südlich der Gebäude Gehaborner Weg 4 und 6 befindet sich ein provisorischer Kinderspielplatz,
der vor nicht allzu langer Zeit überarbeitet wurde. Er beinhaltet überwiegend Spielangebote für
6-12-jährige. Die gestalterische Qualität ist mäßig, die Eingrünung und Einfriedung unbefriedi-
gend.
9
Sportfeld (Hartplatz)
Im Süden des Planungsraumes gibt es eine große befestigte Fläche (siehe auch Bestandsplan),
welche u.a. zum Fußballspielen genutzt wird. Sie ist ungestaltet und an den Rändern mit
Schrottcontainern und Autowracks versehen.
Private Aufenthaltsbereiche im Nahbereich der Wohnung
Im Nahbereich der Eingänge haben Bewohner sich individuelle Aufenthaltsbereiche im Freien
geschaffen. Dies resultiert vor allem aus dem Umstand, dass die noch nicht modernisierten Ge-
bäude über keine Balkons/ Terrassen verfügen. Zum Teil sind diese durch Hecken oder ande-
ren Sichtschutz etwas abgeschirmt und mit Sitzgelegenheiten und Blumenschmuck versehen.
Analyse der Freiräume
Die derzeitige Freiflächensituation bedarf dringend einer planerischen Neuordnung um den
Wohnwert, die soziale und die ökologische Qualität des Planungsraumes zu erhöhen. Als defizi-
tär werden vor allem angesehen:
allgemeine Gestaltungsgesichtspunkte,
die Belastung der vegetativen Flächen durch Schrottablagerungen,
der Umgang mit Bäumen,
die Qualität und Quantität der Spiel- und Sportflächen,
die Nutzungsqualität der Freiflächen (Erfahrungs- und Tätigkeitsmöglichkeiten),
die Zuordnung der verschiedenen Funktionsbereiche,
die Qualität der Verkehrsflächen,
die fußläufige Erschließung.
Allgemeine Gestaltungsregeln, wie Abstimmen der Materialien in der Siedlung, funktionale Zu-
ordnung der nutzungsspezifischen Außenräume, Raumbildung mit Vegetation u.ä. sind im Pla-
nungsraum derzeit kaum erkennbar.
Die Schrottflächen stören erheblich den Gesamteindruck der Siedlung und stellen außerdem
eine potentielle Belastung der Vegetation, des Bodens und des Grundwassers dar. Außerdem
besteht durch das Lagern der Altmaterialien in der Siedlung ein gesundheitliches Risiko für die
Bewohner (Verbreitung von ‚Ungeziefer‘) und insbesondere eine Gefahrenquelle für Kinder.
Desweiteren ist die Ausübung der Schrottverwertung mit unverträglichen Störungen der Bewoh-
ner (Lärm, Abgase u.ä.) verbunden. Nicht zuletzt schränkt diese Tätigkeit die Nutzung der be-
troffenen Flächen als wohnungsnahe Freiräume ein. Eine wichtige Voraussetzung für die
Aufwertung der Freiflächen im Gebiet ist daher das Auslagern der Altmaterialien. Diesbezügli
wurde vom Hochbauamt ein konkreter Vorschlag erarbeitet, welcher in das Konzept einfließt.
ch
Die derzeitige Verteilung der Bäume wird als ungünstig angesehen (siehe auch Bestandsplan).
Einerseits existieren Flächen mit (zu) dichtem Baumbestand, so dass ein Unterwuchs aufgrund
des Schattendrucks nicht möglich ist und die Belichtung der dahinterliegenden Wohnungen
problematisch ist. Dann wiederum fehlen in weiten Teilbereichen Bäume gänzlich - vor allem im
Süden des Planungsraumes. Hinzu kommt die z.T. falsche Auswahl der Baumarten – fünf Pla-
tanen zwischen den Zeilen sind einfach zu üppig bemessen und schaffen zunehmend Probleme
u.a. aufgrund der Verschattung. In anderen Teilbereichen haben sich Sämlinge (vor allem A-
horn) zu wäldchenartigen Beständen entwickelt (insbesondere im Nordwesten der Siedlung).
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Die Qualität und die Quantität der Spielflächen erscheint für die überdurchschnittliche Anzahl
von Kindern im Gebiet nicht ausreichend. Vor allem im südlichen Bereich fehlt es an Spielange-
boten. Die Freiflächen der Kita sind in keinem guten Zustand und zudem stark verschattet. Die
Sportflächen im Süden sind ungestaltet und werden z.T. anderweitig genutzt.
Es fehlen spezifische Angebote der Freiraumnutzung für die Bewohnerschaft, die eine sinnvolle
Freizeitbeschäftigung ermöglichen und die sozialen Kontakte fördern (Mietergärten, Quartiers-
platz u.ä.).
Eine planerische Zuordnung und Verbindung unterschiedlicher Freiraumnutzungen im Sinne
eines Konzeptes ist nicht erkennbar. Nur bei den sanierten Bauten ist die direkte Zuordnung der
Mietergärten zum Haus deutlich. Im Rahmen des Konzeptes ist diese Zuordnung nicht nur ob-
jektbezogen, sondern für das gesamte Quartier zu entwickeln.
Für die fußläufige Erschließung sowie für Radwege fehlt ein konzeptioneller Ansatz. Im Sinne
der Verbindung von Flächen und Objekten sowie der quartiersbezogenen Naherholung ist dies
unbedingt erforderlich. In diesem Zusammenhang ist auch die Vernetzung des Planungsraumes
mit seiner Umgebung zu betrachten.
Im Gebiet positiv bewertet werden:
die ökologische Qualität der Freiflächen,
die quartiersbezogene Verkehrserschließung.
Aus ökologischer Sicht sind die Freiflächen positiv zu betrachten, sofern sie nicht mit Schrottab-
lagerungen belastet bzw. zu stark beschattet sind. Aufgrund der geringen GRZ und der aufgelo-
ckerten Bebauung ist der Grünanteil hoch. Die Grünflächen werden extensiv unterhalten, was
ökologisch zu begrüßen ist, jedoch an manchen Stellen den verwahrlosten Charakter unter-
streicht. In der Strauchschicht befinden sich viele einheimische, standortgerechte Gehölze, wel-
che ein Nist- und Nahrungsangebot für die Avifauna darstellen.
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2.3 Verkehr
Die Erschließung des Wohngebiets erfolgt über ein Stichstra ßensystem. Dieses System un-
terliegt einer hohen Störanfälligkeit, da der gesamte Verkehr über einen Knotenpunkt in das
Gebiet gelangt.
Die Straßenräume sind erneueru ngsbedürftig und unterd imensioniert. Häufig we rden an-
grenzende Wiesenbereiche als Verkehrsfläche genutzt.
Abb. 5: erneuerungsbedürftige Stichstraße im Akazienweg
Der ruhende Verkehr in der Siedlu ng setzt sich aus Pkw‘s, Lkw‘s und Wohnwagen zusam-
men. Das Parken erfolgt nur zum T eil auf den dafür vorge sehenen Flächen. Diese werden
gleichzeitig als Lagerplatz für Altmaterialien ode r zum Abstellen von abgemeldeten Schrott-
fahrzeugen, Wohnwagen und Lkw‘s genutzt.
Obwohl der Verkehr innerhalb der Siedlung sehr gering ist, da er sich ausschl ießlich aus
dem Anwohnerverkehr zusammensetzt, sind die Bewohner einer hohen Verkehrsbelastung
ausgesetzt. Die angrenzende Michaelisstraße u nd Mainzer Straße mit einer tägliche n Belas-
tung von etwa 12.000 Fahrzeugen auf der Michaelisstraße und etwa 10.000 Fahrzeugen auf
der Mainzer Straße führen zu erheb lichen Beeinträchtigung en für die B ewohner. Der Lkw-
Verkehr der Schrotthändler innerhalb der Siedlung ist eine weitere Belastung für die Anwoh-
ner (Abgase und Lärm) und insbesondere eine Gefahr für spielende Kinder.
Die verkehrliche Anbind ung der Sie dlung an die Gesamtstadt Darmstadt erfolgt über die
Mainzer Straße/Pallaswiesenstraße und über die Michaelisstraße, die beide Hauptwegever-
bindungen innerhalb des Darmstädter Straßennetzes und eine direkte Verbindung zur Darm-
städter Innenstadt sind. An das Netz des öff entlichen Nahverkehrs ist das Gebiet mit dem F-
Bus angebunden. Dieser verkehrt tagsüber viertelstündlich zum Hauptba hnhof und zum Lui-
senplatz. Weitere Busverbindungen sind die Linien 5506 (Groß Gerau – Darmsta dt Mathil-
denplatz) und 5513 (Weiterstadt – Darmstadt Hauptbahnhof). Somit ist, trotz der stadträumli-
chen Randlage der Siedlung, die verkehrliche Anbindung an die Gesamtstadt ausreichend
gesichert.
12
Ziele:
Verminderung der Störanfälligkeit des Erschließungssystems
Erneuerung der Straßen und Neugestaltung der Straßenräume
Ordnung des ruhenden Verkehrs
Verminderung der Belä stigung durch den Lkw-Verkehr der Schrotthändler innerhalb der
Siedlung
Verminderung der Lärm- und Abgasbelastung durch die Michaelisstraße und die Mainzer
Straße
2.4 Gestaltung
Das äußere Erscheinungsbild der Siedlung ist insgesamt trist und monoto n. Die Orientierung
innerhalb des Gebietes ist dadurch erschwert, dass sich die Gestaltung der unsanie rten Ge-
bäude in den einzelne n Straßen kaum voneinander unterscheidet. Die gestalterische He -
raushebung von öffentlichen Einrichtungen erfolg t nur in einem geringen Maß. Zu dem sind
Gemeinschaftsbereiche ungestaltet wie beispie lsweise der Platzbereich am Kiosk oder der
Freibereich am Jugendzentrum. Ein Aspekt, d er Erschein ungsbild de s Gebietes zusätzlich
erheblich beeinträchtigt, ist das Altmaterial, das zwischen den Häusern gelagert wird.
Die konstanten Gestaltungsdeterminanten wie Größe der Siedlung, Dichte und Ma ssierung
der Gebäude sind im wesentliche n positiv zu bewerten. Da s negative Erscheinungsbild be-
trifft im wesentlichen Aspekte, die im Rahmen der Sanierung verändert werden können.
Im näheren Umfeld des Wohngebiets ist das städtebauliche Erscheinungsbild sehr diffus, so
dass sich daraus keine weiteren Vorgaben für die künftige Gestaltung des Akazien-
wegs/Gehaborner Wegs herleiten lassen.
Ziel:
Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes der Siedlung
Schaffung einer angemessenen gestalterischen Vielfältigkeit der Hausfassaden sowie
der Freibereiche
Schaffung von Merk- und Identifikationspunkten in der Siedlung
Säuberung der Siedlung und Verlagerung des Altmaterials auf gesonderte Flächen
13
3 Detailanalyse: Gemeinbedarfseinrichtungen
3.1 Gemeinschaftshaus
Abb. 6: das Gemeinschaftshaus
Die Evange lische Stadt mission Darmstadt nutzt als Träger das Gemeinschaftshau s Aka-
zienweg. Sie bietet verschiedene Kurse und Veranstaltungen für un terschiedliche Alters-
gruppen an. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern. Die Evangelische Stadtmissi-
on verfolgt das Ziel, Menschen se elsorgerisch zu betreuen und praktische Hilfe b ei der Le-
bensbewältigung zu geben.
Der Standort des Ge meinschaftshauses im Zentrum der Siedlung am Platzbereich neben
dem Kiosk ist positiv zu bewerten.
Im Gemeinschaftshaus befinden sich mehrere Beratungs- und Gruppenräume sowie Dusch-
und Badeeinrichtungen für die Sie dlungsbewohner. Letzte re werden inzwischen nur noch
von wenigen Haushalten genutzt. Das Rauman gebot entspricht nicht m ehr dem derzeitige n
Nutzungsbedarf, da langfristig nach der Sanierung der Wohnungen kein Bedarf mehr an Ba-
deeinrichtungen besteh en wird. Demgegenüber werden zusätzliche Gruppen- und Bera-
tungsräume benötigt.
Insgesamt zeigt sich, dass im Gebäude des Gemeinschaftshauses keine grav ierenden
Grundrissänderungen nötig sind, so ndern lediglich eine Umnutzung von einzelnen Räumen,
um eine dem derzeitigen Bedarf angemessene Gestaltung zu erreichen.
Der bauliche Zustand des Gemeinschaftshause s ist befried igend. Es sind keine gravieren-
den baulichen Mängel vorhanden. Allerdings sind Instandsetzungsarbe iten notwendig. Das
Erscheinungsbild des Hauses ist sowohl innen als auch außen verbesserungswürdig. Als ein
wichtiger öffentlicher Tr effpunkt im Quartier unterscheidet sich das Gemeinschaftshaus op-
tisch kaum von einem Wohnhaus, die jetzige Nutzung ist äußerlich nicht ablesbar. Der Ein-
gangsbereich befindet sich verdeckt an einer Seite des Gebäudes.
Dem Ge meinschaftshaus ist ein Fr eibereich zugeordnet, der für verschiedene A ktivitäten
genutzt wird. Der Bereich ist mit Platten ausgelegt und zur Straße hin uneinsehbar mit Mau-
ern umschlossen. Wegen des fehlenden Grüns wirkt der Freibereich trostlos.
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Ziele:
Behebung kleinerer baulicher Schäden durch Instandsetzungsarbeiten
Verbesserung des Erscheinungsbildes des Gebäudes
Gestaltung des Außenbereichs
3.2 Kindergarten/-hort, “Kita Siebenstein”
Abb. 7: die KITA “Siebenstein”
Die Einrichtung wird vo n der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Darmstadt Stadt e.V. getragen.
Kindergarten und Kinderhort mit insgesamt 60 Plätzen befinden sich in einem Geb äude auf
verschiedenen Etagen. Der Hort ist ausgelastet, der Kindergarten nicht. Es ist zur Zeit jedoch
nicht möglich, Kinder von außerhalb für den Kindergarten im Akazienweg zu werben. Im Ge-
bäude befindet sich ne ben dem Kindergarten/-hort noch eine Wohnung, die üb er einen ge-
sonderten Zugang erschlossen wird.
Das Gebäude befindet sich an einer ruhigen aber zentralen Stelle zwischen Wohngebäuden.
Der Standort ist positiv zu bewerten. Der Kindergarten im Erd geschoss verfügt über mehrere
Gruppenräume, Toilettenanlagen, einen Abstellr aum, Küche und einen Besprechungsraum.
Im Oberges choss befin det sich de r Kinderhort mit Grupp enräumen, Hausaufgabenraum,
Turnraum, Putzkammer und Toilette. Das Gebäude wurde ursprünglich als Wohngebäude in
Schlichtbauweise errichtet und weist heute ba uliche Mängel auf, auße rdem gibt es Grund-
rissdefizite. Für die Umnutzung als KITA mussten Ausnah meregelungen getroffen werden,
da die vorhandenen Räumlichkeiten nicht den Normen entsprachen. Eine Wandbemalung an
der Außenfassade deu tet auf die Nutzung als Kindergarten /-hort hin. Der Freibereich ist
ausreichend groß, weist aber gestalterische Mängel auf. Hohe Betonma uern und ein dichter
Baumbestand verschatten die Freiflächen.
Ziele:
Nutzungsgerechte Änderung der Grundrisse
Behebung baulicher Mängel, ggf. Neubau
Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes
Gestalterische Aufwertung des Freibereichs
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3.3 Jugendzentrum
Abb. 8: das Jugendzentrum Akazienweg
Träger des Jugendzentrums ist die Stadt. Das Haus ist werktags geöffnet. Eine Besonderheit
ist die Tatsache, dass nicht nur Ju gendliche sondern auch Erwachse ne, überwie gend An-
wohner aus dem Akazienweg/Geh aborner Weg, das Juge ndzentrum aufsuchen. Es ist ein
wichtiger Treffpunkt für die Bewohner der Siedlung. Das Jugendzentru m befindet sich in ei-
nem Flachbau, der ursprünglich als Ausweichunterkunft genutzt wurde, am Rand der Sied-
lung an der Michaelisstraße.
Im Jugendzentrum befinden sich ein Diskoraum, ein Werkraum, ein Billardraum, ein Jugend-
cafe, ein Bewegungsraum, ein Computerraum, ein Büro und Toilettenanlagen.
Als ehemalige Ausweichunterkunft wurde das Gebäude in einfacher Barackenbauweise
errichtet. Neben erheblichen baulichen Mängeln sind auch hier die Räume teilweise
ungünstig geschnitten. Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes ist auffällig wegen der
Gestaltung mit einem Graffiti, aber dennoch wenig einladend durch die Barackenbauart mit
Metalltür und Metallfensterläden. Der Eingangsbereich ist von der Straße abgewandt und
eher unauffällig. Der Außenbereich des Jugendzentrums ist ein ungestalteter, schadhaft befestigter Aufent-
haltsbereich ohne Qualität. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Jugendzentrum befindet sich
ein ehemaliger Bolzplatz, der zur Zeit jedoch, da er vorübergehend als Lagerplatz für Altma-
terialien genutzt wird, den Jugendlichen nicht als Bolzplatz zur Verfügung steht.
Ziele:
Ggf. Abriss und Neubau eines nutzungsgerechten, attraktiven Jugendzentrums oder Be-
hebung der baulichen Schäden und nutzungsgerechte Grundrissverbesserung.
attraktive Umgestaltung des Gebäudes
Einladende Gestaltung des Eingangsbereichs
Gestaltung eines vielfältig nutzbaren Freibereichs mit einer hohen Aufenthaltsqualität in
Verbindung mit dem Bolzplatz
17
3.4 Ehemalige Marienkapelle
Abb. 9: Marienkapelle im Akazienweg
Die ehemalige Marienkapelle befindet sich seit kurzer Zeit im Eigentum der Stadt Darmstadt.
Ehemalige Eigentümerin war die Ev. Marienschwesternschaft e.V.. Schon seit mehreren
Jahren wurde die Kap elle nicht mehr von den evangelischen Marienschwestern selbst ge-
nutzt, sond ern an eine Künstlerin vermietet, welche die R äumlichkeiten als Galerie nutzte.
Momentan steht das Gebäude leer. Am Gebä ude sind umfangreiche bauliche In standset-
zungsarbeiten notwendig.
Hinter der Mauer verbi rgt sich ein begrünter Garten. Im Vergleich zu den sonstigen Gebäu-
den im Woh ngebiet ist die ehemalige Kapelle eine Besonderheit, da die Aufenthaltsqualitä t
hoch ist. Sie besteht aus einem größ eren Raum, einer Abstellkammer und Sanitäreinrichtun-
gen.
Ziele:
Behebung der Bauschäden
Öffnung für die Allgemeinheit, dabei sind verschiedene Nutzungen vorstellbar
18
3.5 Kiosk
Abb. 10: das “Lädchen” im Akazienweg
Der Kiosk übernimmt in der Siedlung zwei Funktionen, zum einen werden im Kiosk
Gebrauchsartikel verkauft, zum anderen ist er ein wichtiger Treffpunkt für die Bewohner.
Auch “Lädchen” genannt, stellt der Kiosk die e inzige Möglichkeit zur V ersorgung mit Gütern
des täglichen Bedarfs innerhalb der Siedlung dar. Er hat morgens zwei Stunden geöffnet, hat
tagsüber ge schlossen u nd ist aben ds wiederum für zwei Stunden geöffnet. Neben den, in
einem Kiosk gängigen V erkaufsgegenständen werden zusät zlich Kaffee, süße Kaffe estück-
chen und e ine geringe Auswahl an Lebensmitteln angeb oten. Morgens treffen sich dort
Frauen zum Kaffeetrinken und abends Bewohner zum Biertrinken. Nach Aussage der Ver-
käuferin würde sich eine Ausweitung des Verkaufsangebotes nicht rentieren.
Das Gebäude liegt mittig in der Siedlung nebe n dem Ge meinschaftshaus, der Kapelle und
einem Wohngebäude an einer platzartigen Aufweitung. Da sich im So mmer die Ki oskbesu-
cher auch draußen auf dem Platz aufhalten, fühlen sich einige Anwohner gestört.
Die Räumlichkeiten des Kiosks befinden sich in einem eingeschossigen fensterlosen Anbau
am Wohngebäude Akazienweg 9. Das Gebäude verfügt weder über eine Heizung noch über
sanitäre Anlagen. Der Innenraum des Kiosks wird durch eine Verkaufstheke, hinte r der die
Waren gelagert werden, gegliedert. Davor befin det sich ein kleiner Vorbereich (etwa 3 qm),
in dem sich die Käufer aufhalten. Im Vorbereich stehen zwei Bänke als Sitzgelegen heit, die
im Sommer auf den Platz geste llt werden. Die Nutzer und die Kioskb etreiberin kr itisieren,
dass nicht g enügend Raum für Treffen der Bewohner vorhanden ist. Es wird mehr Platz für
Sitzgelegenheiten benötigt. Des weiteren besteht dringender Bedarf für z wei Toiletten für die
Gäste. Das betreiben eines Cafes ist nach Aussagen Kioskbetreiberin finanziell nicht tragbar.
Neben dem Kiosk befindet sich ein großer Lagerraum mit natürlicher Belichtung, der momen-
tan zum Unterstellen von Möbeln und einem Gefrierschrank des Ladens genutzt wird.
Eine bauliche Umgestaltung des Kiosks ist not wendig. In der jetzigen Form ohne Fenster,
Heizung und Sanitäranlagen erweckt er den Eindruck eine s Lagergebäudes. Auch der Platz-
bereich vor dem Kiosk sollte gest alterisch auf gewertet we rden und kann in Teilb ereichen
weiterhin im Zusammenhang mit dem Kiosk genutzt werden.
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Ziele:
Nutzungsgerechte Grundrissverbesserungen zur Unterstützung der Treffpunktfunktion
Behebung baulicher Schäden
Attraktivierung des äußeren Erscheinungsbildes
Gestalterische Aufwertung des Freibereichs um den Kiosk
3.6 “Quartiersplatz”
Abb. 11: Platzbereich vor dem “Lädchen”
Der “Quartiersplatz”, der einzige Platzbereich in der Siedlung, der befestigt ist, ist als solcher
weder zu erkennen noch nutzbar, d a er momen tan als Parkplatz dient. Es handelt sich um
eine asphaltierte Fläche zwischen dem Wohnhaus Akazien weg 9, dem Gemeinschaftshaus
und der ehe maligen Kapelle. Der P latz wird durch den Kiosk zweigete ilt. Die belebt ere Flä-
che befindet an der Vorderseite des Kiosks, die Platzfläche an der Rückseite des Ki osks hat
eher den Charakter eines Hinterhofs.
Der Platz verfügt nur über eine geringe Aufenthaltsqualitä t. Das Gemeinschaftshaus hat nur
eine fenster lose Seitenf ront zum Platz; es fehl t jegli ches Platzmobiliar wie Beleu chtung,
Mülleimer oder Sitzgelegenheiten. Der asphaltierte Platzbelag wirkt trist.
Die zentrale Lage des Platzes im Gebiet spricht dafür, diesen Bereich zu einem Quartiers-
platz umzugestalten.
Ziele:
Neugestaltung des Platzes zu einem erlebbaren zentralen Quartiersplatz
Aufwertung der Randnutzungen Kio sk und Gemeinschaftshaus als Be lebungselemente
am Platz
20
4 Alternativen für eine städtebauliche Konzeption
Hinsichtlich d er Umsetzung de r Zi ele, die a us de r städteb aulichen Analyse abgeleitet wu rden, sind
verschiedene Alternativen im Bezug auf die städtebauliche Gestaltung, die Nutzung, die Organisation
und Abwicklung des Verkehrs sowie die Gestaltung der Freiräume vorstellbar, die in die sem Kapitel
erläutert und miteinander verglichen werden (Modelldiskussion). Am Schluss dieses Kapitels wird eine
Alternative vorgeschlagen, auf deren Grundlage der Rahmenplan ausgearbeitet wird.
Diese M odelldiskussion i st erfo rderlich, weil in der Si edlung Akazi enweg/Gehaborner Weg eine b e-
sondere Situ ation aufg rund de r Bevöl kerungsstruktur un d de r En twicklung de r Siedlun g in der Ve r-
gangenheit vorliegt. Daher sind beim Vergleich der alternativen Modelle sozialplanerische Argumente
als Be wertungskriterien ausschlaggebend. Wi e be reits im Kapit el 1.1. erwäh nt, wurd e pa rallel zum
städtebaulichen Gesamtkonzept ein Sozialbericht verfasst, welcher diesem Kapitel inhaltlich zugrunde
liegt.
Zunächst werden noch einmal die Ziele aufgelistet, die aus de r Analyse abgeleitet wurden. Anschlie-
ßend erfolgt in der Model ldiskussion e ine zu sammenfassende Gege nüberstellung von denkbaren
Modellen. Di e Modelle werden e ntsprechend de r Analyse t hematisch n ach Nutzung, Grün -
/Freiflächen, Verkehr und städtebaulicher Gestaltung gegliedert.
4.1 Ziele
Ziele für die Nutzung:
Weiterentwi cklung als Wohnstandort
Erneuerung der Wohngebäude und der Gemeinbedarfseinrichtungen
Weitere Verlagerung des Schrottgewerbes auf gesonderte Flächen
Ziele für die Gestaltung der Grün- und Freiflächen:
Erhalt von ökologisch hochwertigen Grünbeständen
Erhalt möglichst großzügiger Grünbereiche
Ordnung und Gestaltung der Freiflächen
Ziele für den künftigen Verkehr:
Verminderung der Störanfälligkeit des Erschließungssystems
Erneuerung und Gestaltung der Straßenräume
Ordnung des ruhenden Verkehrs
Verminderung der Belästigung durch den Lkw-Verkehr der Schrotthändler innerhalb der Siedlung
Verminderung der Lärm- und Abgasbelastung durch den Verkehr auf der Michaelisstraße und der
Mainzer Straße
Ziele für die städtebauliche Gestaltung:
Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes der Siedlung
Schaffung einer angemessenen gestalterischen Vielfältigkeit der Hausfassaden sowie der Freibe-
reiche
Schaffung von Merk- und Identifikationspunkten in der Siedlung
Säuberung der Siedlung und Verlagerung des Altmaterials
21
4.2 Modellalternativen zur Nutzung und städtebaulichen Gestaltung
Als Ergebnis der städte baulichen Analyse soll die Siedlung als Wohng ebiet weiterentwickelt
werden. Die Altmaterialien sollen a us dem Ge biet verlagert und die Wohngebäude weiter
modernisiert werden. Mögliche infrastrukturelle Defizite sollen ausgeglichen werden.
Unter städtebaulichen Gesichtsp unkten sind folg ende Modelle vorstellbar, die der Stärkung
der Siedlung als Wohngebiet dienen.
Nachverdichtung mit zusätzlichen Beibehaltung des
Wohngebäuden auf vorhandenen jetzigen Wohnungsbestandes
Freiflächen
Ein mögliches infrastrukturelles Defizit an sozialen Einrichtungen ist auch unter Berücksichtigung so-
zialplanerischer Argumente zu diskutieren. Hier sind zunächst aus städtebaulicher Sicht die folgenden
Modellalternativen denkbar:
Erweiterung der sozialen Verringerung der jetzigen
Einrichtungen Infras truktureinrichtungen um
Gemeinsc haftshaus und Jugendzentrum
Für die Nachverdichtung mit zusätzlichen Wohn gebäuden spricht ein erhöhter Spielraum bei
der Durchmischung der Bewohnerstruktur. Hierdurch kann der spezielle Milieucharakter der
Siedlung aufgehoben werden. Darüber hinaus können bereits vorhandene gemeinschaftliche
Kontakte erhalten bleiben.
Für die Beibehaltung des jetzigen Wohnungsbestandes spricht der Erhalt der großzügigen
Freiräume im Wohnumfeld. Eine höhere Dichte von “Proble mfällen” auf engem Raum kann
zu einer Verschärfung des Konflikt potenzials im Gebiet f ühren. Das enge soziale Bezie-
hungsnetz, dass seit einigen Jahren relativ ausgewogen und konfliktarm ist, kann so erhalten
bleiben.
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Eine Erweiterung der sozialen Einrichtungen er möglicht die verstärkte individuelle Unterstüt-
zung der Bewohnerschaft zur Sich erung des sozialen, ku lturellen und ökonomisch en Kapi-
tals. Das Gemeinschaft sleben innerhalb der Siedlung wird gestärkt. Außerdem erf olgt eine
zusätzliche Hilfestellung vor dem Hintergrund der vielen Veränderungen im Zusammenhang
mit der Sanierung des Wohngebiets.
Für eine Ve rringerung d er Anzahl d er sozia len Einrichtungen in der Sie dlung würde spre-
chen, dass dadurch die Situation “Sozialer Brennpunkt” aus der räumlichen Isolation heraus-
gehoben wird. Die Integration und Vernetzung mit anderen Stadtteilen und Bewoh nergrup-
pen wird gefördert. Die Bewohner müssen mit einer größeren Eigenständigkeit handeln.
Fazit:
Nach Abwägung der Vor- und Nachteile der Alternativen wird vorgeschlagen, den jet-
zigen Wohnungsbestand beizubehalten und stufenweise langfristig die jetzigen Infra-
struktureinrichtungen zu reduzieren
Grundsätzlich keine Nachverdichtung im Gebiet, in vertretbaren Ausnah mefällen ist eine
Nachverdichtung denkbar, um Ausweichwohnraum für die Sanierung zu schaffen
Erneuerung der besteh enden Gebäude durch Instandset zung und Modernisierung, in
Ausnahmefällen Abriss und Neubau, falls sich Bewohner da mit identifizieren können und
es aus baulicher Sicht sinnvoll ist
Erhalt des Freiraums für den Aufenthalt im Wohnumfeld
Kurz- und mittelfristige Unterstützung der vorhandenen so zialen Einrichtungen vor allem
während der Sanierung, aber keine gravierende bauliche Erweiterung
Kurz- und mittelfristige Förderung der Vernetzung durch interessante Nutzungsangebote
für Bewohner außerhalb des Gebietes
Langfristig ist eine Umnutzung der sozialen Einrichtungen denkbar, w enn aufgrun d vo -
rangeschrittener Integration, die sozialen Einr ichtungen im Gebiet nicht mehr benötig t
werden
23
4.3 Modellalternativen zur Gestaltung von Grün- und Freiflächen
Das aus der städtebaulichen Analyse abgeleitete Ziel besagt bezüglich der Gestaltung von
Grün- und Freiflächen innerhalb der Siedlung, dass möglichst großzügige Grünbereiche ges-
taltet werden sollen. Hierbei sind zwei grundlegend verschiedene Konzeptmodelle vorstell-
bar.
Gärtnerische Neugestaltung der Errichtung von Mietergärten
Freibereiche als gemeinschaftlich
genutzte Flächen
Durch die Gestaltung der Grün- und Freiflächen in der Siedlung als gemeinschaftlich genutz-
te Flächen wird die Gemeinschaft unter den Bewohnern im Gebiet g efördert. Es können
großzügige Grün- und Freibereiche gestaltet werden. Es be steht allerdings auch d ie Gefahr
der Verwahrlosung und des Vandalismus, wenn sich die Bewohnerschaft nicht für die Pflege
verantwortlich fühlt. Die Identifikatio n ist vergleichsweise niedrig, da der Einfluss d er Bewoh-
nerschaft auf die Gestaltung gering ist.
Bei der Errichtung von Mietergärten werden die Interessen der Bewohner berücksi chtigt, die
in der Bewohnerbefragung zu 84% Mietergärten wünschte n. Außerdem werden d ie Bewoh-
ner durch Fortführung des begonnenen Prinzip s gleichbeh andelt. Sie erhalten ein e eigen-
verantwortliche Aufgabe, wodurch sich die Ide ntifikation mit „ihrer“ Fläche und mit der ge-
samten Siedlung erhöht. Die Pflege der Mietergärten durch die Bewohner wurde geklärt.
24
Fazit:
Es wird ein kombiniertes Modell aus öffentlichen Grünflächen und privaten Mietergär-
ten vorgeschlagen, da keines der beiden Alternativmodelle allein für sich sinnvoll
scheint:
Mietergärten für viele Haushalte aber auch noch Raum für gemeinschaftliche Grünberei-
che
Um die Identifikation mit und das Verantwortungsgefühl für die gemeinschaftlichen Grün-
bereiche zu erhöhen, sollen die Bewohner Aufgaben innerhalb der Pflege des Gemein-
schaftsgrüns wahrnehmen (z.B. Patenschaften).
4.4 Modellalternativen zum Verkehr
In der Analyse wurde de utlich, dass das System der Erschließung hinsichtlich seiner Störan-
fälligkeit verbessert und der Straßenraum erneu ert und gestaltet werden muss. Unte r städte-
baulichen Gesichtspunkten kommen zwei Modelle in Frage:
Öffnung der Siedlung für den Verkehrsberuhigte Erschließung
Individualverkehr durch Anbindung durch ein Stichstraßensystem
an die Michaelisstraße
Die verkehrliche Anbind ung der Si edlung an die Michaelisstraße würde zur Öffn ung der
Siedlung führen und dadurch deren räumliche Isolation verringern.
Durch eine verkehrsberuhigte Erschließung mit einem Stichstraßensystem wird de mgegen-
über Durchgangsverkehr vermieden. Die Gefahr für Kinder im öffentlichen Raum ist geringer.
Die Wohnqualität wird gesteigert und die Aufenthaltsqualität im Freien erhöht.
25
Fazit:
Die verkehrsberuhigte Erschließung durch ein Stichstraßensystem wird vorgeschla-
gen:
Verkehrsberuhigte Erschließung durch ein Stichstraßensystem
Einrichtung eines not befahrbaren Stichs, d er bei Bedarf für ein e Durchfahrt zur
Michaelisstraße geöffnet werden kann
Verkehrliche Öffnung u nd damit st adträumliche Integration der Siedlung für Ra dfahrer
und Fußgänger durch Führung eines beschilderten Radweges durch die Siedlung
4.5 Ergebnis der Modelldiskussion
Als zusammenfassendes Ergebnis der Modell diskussion wird folgende Alternative vorge-
schlagen, auf die aufbauend das städtebauliche Gesamtkonzept entwickelt wird.
Die Siedlung soll baulich nicht nachverdichtet werden, sondern die durch das Auslagern des
Schrottgewerbes wieder freigewordenen Fläch en sollen a ls gestalter isch aufgewertetes
Wohnumfeld nutzbar gemacht werden. Viele Haushalte erhalten eine n Garten. Z ur Förde-
rung des Gemeinschaftslebens im Quartier sollen in den Fr eibereichen auch gemeinschaftli-
che Grünanlagen gesta ltet werden. Die Siedlu ng soll als ein verkehrsberuhigtes familien-
und kinderfreundliches Wohngebiet entwickelt werden.
26
Ergebnis der Modelldiskussion
27
5 Städtebauliches Konzept
5.1 Nutzungskonzept
Die Siedlung wird als Wohngebiet weiterentwickelt und gestärkt.
Hierfür wird das Schrottgewerbe aus dem Na hbereich de r Wohngebäude ausgelagert. Auf
zwei geson derten Flächen mit eig enen Zufahr ten werden Containerst ellplätze ein gerichtet,
auf denen Schrottcontainer und Lkw‘s abgest ellt werden können. Somit sind da s Wohnen
und das "S chrotteln“ funktional voneinander getrennt. Der f rei werdende Raum im direkten
Nahbereich der Wohn gebäude wird zur Stär kung der W ohnfunktion in Mieterg ärten oder
Gemeinschaftsgrün umgestaltet.
Es werden keine weiter en Wohngebäude errichtet. Auch e ine bauliche Erweiterung der Ge-
meinbedarfseinrichtungen erfolgt nicht. Das Nut zungsangebot der vorh andenen Einrichtun-
gen ist dem vorhandenen Bedarf anzupassen. Schäden am Gebäude bestand der Siedlung
werden beseitigt. Bei der Modernisierung soll auf eine energieeinsparende Bauweise geach-
tet werden. Das Oberflä chenwasser der Dachflächen soll gesammelt und dezentral versi-
ckert werden. In einzelnen Gebäuden sollen barrierefreie Wohnungen geschaffen werde.
Der Konflikt zwischen d em Verkehrslärm auf der Michaelisstraße und Mainzer Straße und
der Wohnnutzung im Akazienweg / Gehaborner Weg kann durch Maßnahmen an den Ge-
bäuden, u.a. dem Einb au von Lärmschutzfen stern, entschärft werden. Durch eine anspre-
chende Begrünung am Siedlungsra nd zu den Straßen hin kann zu dem der subje ktive Ein -
druck der Störung verringert werden.
Verschiedene Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Dien stleistungen und Läden sind in
der Waldkolonie vorhanden. Um die Integration der Siedlung Akazienweg/Gehaborner Weg
in das bena chbarte Gebiet zu stärken, soll en diese Angebote verstärkt von Bewoh nern des
Akazienwegs/Gehaborner Wegs mitgenutzt werden. D.h. es werden keine zusät zlichen An-
gebote innerhalb der Siedlung eing erichtet. Sozialeinrichtungen für Kinder und Ju gendliche
sind in beiden Quartieren vorhanden. Sie sollen in Zukunft enger zusammenarbeiten.
5.2 Grün- und Freiflächenkonzept
Auszug aus dem Freiraumkonzept vom Büro Neuhann & Kresse, beauftragt
durch das Grünflächen- und Umweltamt Darmstadt:
Mietergärten
Laut einer Umfrage im Wohngebiet sind Mietergärten ein großer Wunsch der Bewohner. Vor
diesem Hintergrund sowie aus fachplanerischen Sicht wird der Ausweisung von Mietergärten
bei der zukünftigen Entwicklung ein hoher Stellenwert beigemessen. Mit dieser Nutzung soll
u.a. eine stärkere Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnumfeld erreicht werden, wor-
aus dann wiederu m (bestenfalls) soziales u nd verantwortungsvolle s Handeln resultieren
kann.
In der Rege l wird diese Nutzung an der Wohnseite (Exposition: Westen oder Süden) un mit-
telbar an das Gebäude angrenzend ausgewiesen. Meistens handelt es sich u m ca. 6 Parzel-
len (durchschnittliche Gr öße: ca. 50 m2) pro Ha us, so dass jede Wohnung über einen woh-
nungsnahen Garten verfügen kann (siehe auch System skizze). Ist dies aus der Lage der
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Gebäude oder der zur V erfügung stehenden Flächen nicht möglich, so wird der Bedarf woh-
nungsfern auf einer zentralen Fläche abgedeckt (zusätzlich ca. 20 Einheiten).
Durch die Bewirtschaft ung der Gä rten soll eine positive Freizeitbeschäftigung er möglicht
werden, die auch einen Beitrag zur Förderung sozialer Kontakte (Kommunikation, gegensei-
tige Hilfe) darstellen kann. Ein weiterer Vorteil entsteht dad urch, dass durch den Eigenanbau
von Produkten und deren Verwertun g laufende Kosten bei den Haushalten eingesp art wer-
den können. Die Mieter übernehmen auch die Pflege dieser Flächen, so dass sich die Sum-
me der zu unterhaltenden Freiflächen für den Eigentümer reduziert.
In welcher Form die Bewohner die Gärten anlegen (Nutzgarten, Ziergarten oder eine Kombi-
nation aus beiden), bleibt ihnen selbst überlassen. Die Zuordnung der Gartenflächen zu den
Mieteinheiten bzw. der Teilflächen untereinander kann flexibel gestaltet werden.
Vorgaben gibt es hinsichtlich der Einfriedung (geschnittene Hecke Höhe ca. 1,0-1,2 m), der
Baumauswahl ( für drei Mietergärten max. 1 Obstbaum) und der Erschließung. Der Schnitt
der Hecken soll von den Mietern im Rahmen der Gartenpflege übernommen werden.
Grünflächen
Als solche werden alle Flächen be zeichnet, die mit keiner spezifische n Nutzung ausgewie-
sen sind. E s handelt sich dabei vo r allem um Rasen- und Pflanzfläch en, welche z.T. baum-
überstanden sind. Vor allem die Ras enflächen sind vielseitig nutzbar. Die Pflanzflächen wer-
den u.a. zur Raumbildung angelegt, z.B. um die parkenden Autos zu ve rdecken oder vorbei-
führende, hoch frequentierte Straßen optisch abzuschirmen.
Die Unterha ltung dieser Flächen so llte extensiv erfolgen – hierdurch werden Pflegekosten
eingespart und die ökologische Qualität gesteigert.
Spielplätze / Kita
Im Konzept werden zwei Spielplätze sowie die Freianlagen für die Kita als Spielflächen aus-
gewiesen. Durch die Verteilung der Standorte ist eine gute Versorgung des Planungsraum es
gewährleistet. Die Spielflächen so llen in ihrer Rau mbildung einfach und gut gegliedert wer-
den und leicht zu pfleg en sein. Die Ausstattung sollte robust sein. Während i m südlichen
Spielplatz formal Kreisformen vorherrschen ist f ür den nördlichen eine polygonale Formen-
sprache vorgesehen.
Die beiden Spielplätze bieten Spielangebote vo r allem für d ie 6-12 -jährigen, beinh alten je-
doch auch Kleinkinderangebote (2-6 Jahre). Spielmöglichkeiten für Kleinkinder sollen jedoch
hauptsächlich im nahen Wohnu mfeld angeboten werden. Dafür sind zwischen de n Häuser-
zeilen, in die Freiflächen integriert –je nach Bedarf- weitere Kleinkinde rspielplätze (nach DIN
18034) anzulegen. In d er Regel handelt es sich um kleinere Sandspie lbereiche. D ies trifft
auch auf eine Fläche südlich des Hessenhauses zu; hier soll ebenfalls ein Kleinkinderspiel-
platz entstehen.
Bei der weit eren planerischen Bear beitung ist der Mustererlass der Arge Bau- Fre iflächen
zum Spielen- zu beachten.
Die Freianlagen um das bestehende Kita-Gebäude sind zu überplanen; dies betrifft die Aus-
stattung, die funktionale Aufteilung und die Flä chenmaterialen. Außerdem sind i m Rahmen
der Umgestaltung einige Bäume zu entfernen, um die Freifläche besser zu besonnen und die
Räume i m Kita-Gebäude ausreich end zu belichten. Die Einfriedung sollte transp arent aus-
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gebildet werden – hierzu ist die bestehende Mauer nur in Teilabschnitten zu erhalten und
durch offene Abschnitte (Stabgitterzaun) zu ergänzen.
Flächen für Jugendliche
Zentraler Bereich für Jugendliche ist das vorhandene Jugendzentrum an der Michaelisstraße
sowie die ö stlich angrenzenden Freiflächen. Die Lage des Bauwerks im Planungsraum wird
als günstig angesehen, da genügend Abstand zum größten Teil der Wohnbebauung vorhan-
den ist und somit potentielle Konflikte (z.B. durch Lärm ) gemindert werden. Die architektoni-
sche Baumstellung in diesem Bereich soll die klare räumliche Zonierung unterstreichen und
das Gebiet räumlich akzentuieren.
Die Freiflächen des Jug endzentrums sollen gestalterisch einfach und klar geglieder t werden
und zukünf tig den verschiedenen Aktivitäten der Jugendlichen F läche und Rau m bieten.
Hierzu werden zwei kleine Plätze (wassergebundener Belag) mit Sitzmöglichkeiten unter den
Baumhainen angelegt. Hinzu kommt eine multifunktionale Rasenfläche, die durch eine Sitz -
mauer (Höh e ca. 0,5m ) oder eine geschnittene Hecke zu m öffentlichen Weg ab gegrenzt
wird. Der südliche Baumhain soll als Angebot zwei Tischtenn isplatten erhalten. Auf der zent-
ralen Rasenfläche ist a uch eine Grillste lle vorstellbar (klein er, runder befestigter Pl atz mit
mittiger Vertiefung).
Das neue Sportfeld besitzt die Maße von ca. 4 8 x 28m und ist an seinen Stirnseiten sowie
ca.3,0m beidseitig der Längsseiten (zum Kleinkinderspielplatz im Südosten noch verlängert)
mit eine m Ballfangzaun (Höhe ca.4,0 m) zu versehen. Die Oberfläche soll m it einem Ten-
nenbelag befestigt werden. An der Nord- und der Südseite sind zwei F ußballtore fest zu in-
stallieren. Bei der Entwurfsplanung ist auch ei ne Mehrfachnutzung m it weiteren Sportarten
(z.B. Basketball) vorzusehen.
Flächen für Containerstellplätze
Um die bestehenden, mit Schrott oder Containern verstellten Fläche n wieder in nutzbaren
Freiraum zu verwandeln sind Ersat zflächen erforderlich. Vom Hochbau- und Maschinena mt
der Stadt Darm stadt sind dafür zwei Standorte westlich de s Wohngebietes vorgesehen (der
Standort parallel zur Michaelisstr. wurde inzwischen realisiert). Dort sollen zukünf tig ca.15
Parzellen a usschließlich für diese Nutzung zur Verfügung stehen. Sie verfügen über eine
separate Erschließung über eine Abzweigung von der Staudingerstraße (nahe der Kreuzung
Staudingerstraße/Michaelisstraße).
Die genannten Bereiche sind durch den teilweisen Erhalt de r Vegetation und durch Neuan-
pflanzung von Bäu men und Sträuchern grünordnerisch in die Um gebung einzubin den. Bei
der Auswahl der Baumarten sind die vorhandenen Oberleitungen zu berücksichtigen.
Fußwegenetz und Quartiersplatz
Den Bewohnern der Siedlung so ll in Zukunft ein gesta lterisch abwechslungsreiches und
funktionales Wegesystem zu Verfügung stehen. Es dient der Erledigung täglicher W ege und
der quartiersbezogenen Erholung. Vor alle m a lte Menschen, Kinder und Jugendliche, die
stärker an ihr unmittelbares Wohnumfeld gebunden sind, sollen davon profitieren.
30
Die Wiese im Norden d es Untersuchungsgebietes soll am bestehenden Gehölzrand parallel
mit einem Weg versehen werden, der an drei Verknüpfungspunkten mit dem restlichen We-
gesystem verbunden ist. Durch diese fußläufige Erschließung wird der bestehende Freiraum
besser erlebbar gemacht.
Die Planung unterscheid et zwischen Fußwegen, die un mittelbar der Erschließung d er Häu-
ser dienen (Befestigung: Betonpflaster grau oder beige) und Wegen, die durch die Freiräume
mit beidseitige m Grün geführt werden (Befestigung: wassergebundene Decke). Außerde m
wurde konzeptionell darauf geachtet, dass Rundwege entstehen, welche zu kleinen Spazier-
gängen im Quartier einladen und d abei vielfältige räumliche Situationen erleben lassen. Au-
ßerdem wird eine durchgängige W egeverbindung von Nord nach Süd angestrebt. An mar-
kanten Stellen sollen große Einzelbäu me wachsen. Nach Westen sin d Anbindungen an die
weiterführenden Gehwe ge (u.a. Sta udinger Str., Mainzer Str.) sowie a n die Feldschneise
vorgesehen. Die bestehende Fußgängerampel ist in Hinsicht auf ihre Lage zu überprüfen.
Der östliche Gehweg e ntlang der Michaelisstr. (südl. der Feldschneise) soll, im Sinne des
Rundwegesytems, auf die weiter nördlich bestehende Breite angepaßt werden.
Der Quartiersplatz soll zum Zentrum der Siedlung werden. Durch eine hochwertige Gestal-
tung der Platzfläche, die Bäu me mit einschließt, soll hier e ine hohe A ufenthaltsqualität ge-
schaffen werden.
Gestaltung
Das Gestaltungskonzept für die Freiräu me nimmt einerseits Bezug auf die Zeilena nordnung
der Bauten (z.B. Miete rgärten, Bau mreihen) anderseits wird bewusst davon a bgewichen
(z.B. diagonale Wegeführung, freie Bau mstellung). Dadurch beko mmt das Gebiet Struktur
und Spannung.
Die Freiräume sollen durch eine klare Nu tzungszuordnung gegliedert werden. Die einzelnen
Bereiche sollen sich gut in die Gesamtsituation einfügen und einsehbar sein.
Die befestigten Flächen sollen aus wenigen Materialien bestehen, damit eine klare funktiona-
le Zuordnung erleichtert wird. Zum Teil werden die Wege aus gestalterischen und funktiona-
len Gründen diagonal geführt und tragen da mit insgesamt zu einer aufgelockerten Wirkung
bei.
Entgegen der orthogonalen Anordnung der Gebäude solle n die Bäu me in den diesen Ge-
bäuden zugeordneten Freiräumen nicht linear sondern frei angeordnet werden.. Dabei sollen
die bestehe nden Bäu me überwiegend erhalten werden b zw. neue Bäu me in frei er Anord-
nung gepflanzt werden. Ausnah men sind die Bäu me entlang der Verkehrswege. Sie sollen
die Straßen linear begleiten. Außerde m sind in der Umgebung des Jugendzentrums und des
Sportfeldes lineare bzw. orthogonale Bau manordnungen zu r Strukturierung der Freiflächen
sinnvoll.
Ein neues Gestaltungselem ent sind geschnitte ne Hecken, die die Mi etergärten und Spiel-
plätze einfassen. Sie sollen visuelle Ruhe und Struktur in das Wohngebiet bringen.
Ein Vergleich der Bäu me auf dem Bestandsplan mit den geplanten Baum standorten im Ent-
wicklungskonzept macht deutlich, d ass eine ne ue Baumverteilung und –anordnung i m Ge-
biet angestr ebt wird. Dabei soll ein e Auslichtu ng an den Stellen statt finden, an denen der
Baumbestand derzeit zu dicht st eht und jetzt o der in abse hbarer Zeit Probleme (z.B. durch
Verschattung) bereiten wird. Dort wo es wenige bzw. keine Bäume gibt, Baumstandorte aber
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zur Strukturierung des Gebietes sinnvoll sind, sollen neue Bäume angepflanzt werden. Dabei
sollten überwiegend heimische standortgerechte Bäume und Sträucher verwendet werden.
Die ökologisch wertvolle Grünfläche an der Südspitze de r Siedlung soll erhalte n werden.
Allerdings soll sie eine größere Transparenz bekommen. Die bestehenden Bäume sind weit-
gehend zu erhalten. Es wird vorgeschlagen, de n strauchartigen Bewuchs teilweise zu entfer-
nen und du rch geeigne te Wieseneinsaat zu er setzen. Zwischen exten siver Wiese und Be-
ginn der Baumkronen soll durch einen Pflegeschnitt eine größere Durchsicht entstehen.
Einfriedungen
Im gesamten Quartier soll auf Einfriedungen weitgehend ve rzichtet werden. Ausgenommen
davon sind die Mietergärten (Einfriedung: geschnittene Hecken nach außen, zur inneren
Gliederung grüner Maschendrahtzaun, Höhe ca. 0,60m). Des weiteren sollen die Spielplätze
bzw. die Freianlagen der Kita eingezäunt werden (vorgeschlagenes Material: Maschendraht-
zäune, grün). Bestehende Abschirmungen zur stark befahrenen Michaelisstraße in Form von
Mauern sind aus Grün den des Sicht- und Lär mschutzes zu erhalten und ggf. zu beranken.
Ansonsten sollen bestehende Mauern und Mäuerchen im Gebiet entfernt werden.
Das neue Sportfeld ist an seinen Stirnseiten mit einem Ballfangzaun zu versehen.
Beläge der befestigten Flächen
Die Beläge für die Mischverkehrsflä chen, für die Flächen d es ruhende n Verkehrs und die
Fußwege sind zu erneu ern. Dafür sind einfache, aber dauerhaft haltbare Materialien zu ver-
wenden. Di e Fußwege sind versickerungsfähig herzustellen und zusätzlich in die angren-
zenden Vegetationsflächen zu entwässern.
Ob die Mischverkehrsflächen bzw. die Flächen für den ruhenden Verkehr versicker ungsfähig
angelegt werden könn en, kann nicht absch ließend entschieden werden. Ein Umweltrisiko
durch die Versickerung ölhaltiger Stoffe ist zu vermeiden. Vier Kreuzun gsbereiche am Aka-
zienweg sin d aus g estalterischen und verkehr stechnischen Gründen mit farbigem Beton-
pflaster zu versehen.
32
5.3 Verkehrskonzept
Der Verkehr im Wohngebiet soll anwohnergerecht, das heißt verkehrsvermeident und ver-
kehrsberuhigt gestaltet werden.
5.3.1 Erschließungssystem
Das Erschließungssyst em ist weitg ehend durch die bestehende Geb äudestruktur vorgege-
ben. Das Stichstraßensystem ist weiterhin beizubehalten. Es wird nicht an die Michaelisstra-
ße angebunden. Dadurch wird Schleichverkehr vermieden. Von einem Sammelstich gehen
vier untergeordnete Stiche aus. Das gesamte Wohngebiet soll weiterhin über einen Knoten-
punkt (Akazienweg / Mainzer Straße) erschlo ssen werden, was eine hohe Störa nfälligkeit
birgt. Daher wird eine notbefahrbare Verbindung eines Stichs zur Mich aelisstraße eingerich-
tet. Aus ökologischen Gesichtspunkten wird die Erschließung so sparsam wie möglich ange-
legt. Die Straßen sollen als öffentliche Verkehrsfläche gewidmet werden.
5.3..2 Nutzungsansprüche an den Straßenraum Entwurfsprinzip: Mischungsprinzip
Da der Sc hrotthandel künftig auf gesonderten Containerstellplät zen stattfindet , wird der
LKW-Verkehr innerhalb der Wohnsiedlung erheblich reduziert. Für einen Übergangszeitraum
ist die Sperrung der Siedlung für den LKW-Ve rkehr sinnvoll. An den Straßenraum werde n
zukünftig folgende Nutzungsansprüche gestellt: Parken entlang der Straßen, Anwohnerver-
kehr, Aufenthalt und Kinderspiel.
Als Entwurfsprinzip für den Straßenraum wird das Mischungsprinzip g ewählt. Der Straßen-
raum ist somit eine Fläche für alle Ve rkehrsteilnehmer, Gehweg und Fahrbahn sind nicht
voneinander getrennt.
5.3.3 Straßenquerschnitte
Der Sammelstich wird mit einer Fa hrbahnbreite von 6,00 m konzipiert, die untergeordneten
Stichstraßen erhalten als Anliegerwege eine Fahrbahnbreite von 5,50 m.
Da keine privaten Stellplätze am Haus zur Verfügung stehen, erfolgt das gesamte Parken im
Straßenraum. Soweit e s die Flächenverfügbarkeit zulässt, werden Parkstände in Senkrecht-
aufstellung eingerichtet. Das Ein- und Ausparken ist für den Verkehrsablauf bei der geringen
Verkehrsdichte im Gebiet ohne Belang. Die Längsaufstellung wird bei Platzmangel gewählt.
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5.3.4 Wendeanlagen am Ende der Stichstraßen:
Am Ende der Stichstraßen werden Wendeanlagen eingerichtet. Um den Flächenbedarf mög-
lichst gering zu halten, werden sie in Form eine s Wendehammers ang elegt. Neben der ver-
kehrlichen Funktion als Wendemöglichkeit erfüllen sie auch eine wichtige städtebauliche und
straßenraumgestalterische Funktion. Sie sollen daher mit Grünflächen und Bäumen gestaltet
werden, es knüpft ein Fußweg an, der die Stichstraßen mit der Micha elisstraße verbindet.
Der notbefahrbare Stich erhält eine Sperre, die im Notfall zu beseitigen ist.
5.3.5 Straßenraumgestaltung:
Da die Straßen nicht d urch Baukör per räumlich gefasst sind, sollen mit Hilfe von Bäumen
Raumkanten gebildet werden. Au ch die Stellplätze solle n gestalterisch mit Bäu men einge-
bunden werden. Hierdurch erfolgt auch eine ökologische Aufwertung. Auf der Stichstraße mit
Sammelfunktion solle n die Einmündungen der untergeordneten Wohnstiche zur Verringe-
rung der Fa hrgeschwindigkeit und Erhöhung der Aufmerksamkeit gepflastert werd en. Wer-
den Straßen von Fuß wegen geq uert, sollen Baumtore u nd Einpflast erungen den Bereich
kennzeichnen.
5.3.6 Beschilderung/Ordnung:
Für das gesamte Gebiet wird eine Ausweisung als “Verkehrsberuhigter Bereich” empfohlen.
5.3.7 Radverkehr:
Das Wohngebiet wird f ür den Radverkehr geöffnet. Hierdu rch wird die Vernetzung mit dem
Umfeld gestärkt. Von der Michaelisstraße werde n die Radfahrer durch die Siedlung hindurch
zur Mainzer Straße, die Teil der Hauptradwegeverbindungen ist, geführt. Die Vorfahrtsbe-
rechtigung für den Radverkehr im Bereich Gebietszufahrt Mainzer Straße / Akazien weg wird
kenntlich gemacht.
5.3.8 Ruhender Verkehr
Bei einer Anzahl von derzeit 141 Haushalten ergibt sich zur Zeit ein e Pkw-Dichte von 0,6
Pkw pro Wohneinheit.
Die besondere Bewohnerstruktur lässt erwarten, dass der Bedarf an Ste llplätzen nicht in der
Größenordnung, die in der Stellplatzsatzung der Stadt Darmstadt für Wohngebiete mit
Mehrfamilienhäusern von 1,2 Pkw pro Wohn einheit fe stgesetzt ist, entsteht. D er künftige
Bedarf wird etwas steigen, daher wird bei de r künftigen Planung von dem Wert 0,9 pro
Wohneinheit ausgegangen.
Die Unterbringung der Stellplätze kann nur entlang der Wege und Straßen erfolgen, also im
Straßenraum. Dieser Planungsansatz hat auch ökologische Vorteile (Verringerung der Flä-
chenversiegelung), da das Parken mit den Straßen zusa mmengeführt ist. Als Bodenbelag
erhalten die Parkstände ein versickerungsfähiges Material.
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Neben den privaten Stellplätzen sind auch öffe ntliche Stellplätze einzu richten, die ebenfalls
im Straßenraum liegen. Die Unters cheidung d er privaten von den öff entlichen St ellplätzen
erfolgt durch die Gestaltung.
5.3.9 Straßenumbenennung
Nach dem beschriebenen Erschließungssystem gibt es fünf Straßen innerhalb der Siedlung.
Diese solle n jeweils einen eigene n Namen e rhalten. Hie rdurch soll das schlech te Image,
welches de m Straßenn amen “Akazienweg” anhaftet, aufgeweicht werden. Zudem wird mi t
jedem Straßennamen ein weiteres Stückchen Individualität geschaffen.
5.3.10 Verkehrsberuhigung im Umfeld
Die Verkehrssituation im direkten Umfeld der Siedlung führt, wie bereits in Kapitel 2.3. erläu-
tert, zu einer hohen Belastung der Bewohner. Durch passive Lärmschutzmaßnahmen an den
Gebäuden und durch e ine Begrünung am Siedlungsrand hin zur Micha elisstraße und Main-
zer Straße kann der Störeffekt für die Bewohner zusätzlich verringert werden.
5.4 Gestaltungskonzept
Eine gestalterische Aufwertung der Siedlung kann durch Gebäudegestaltung und durch Ges-
taltung des Wohnumfeldes erfolgen. Eine wichtige Voraussetzung fü r die Gestaltung des
Wohnumfeldes ist die Entfernung des Altmaterials aus dem Wohngebiet.
Die Gestaltung der Ge bäude soll durch folge nde Kompo nenten verb essert werden: identi-
tätsstiftende Aufwertung der Fassadengestaltun g durch Ge staltungselemente (Eing angsbe-
reiche, Balkone) und Farbabstimmung zur Verhinderung/Minderung von Gleichförmigkeit und
Anonymität.
Die öffentlichen Einrichtungen solle n entsprechend ihrer jeweiligen Funktion gest alterisch
hervorgehoben werden und sich deutlich von den Wohngebäuden unterscheiden. Sie sollen
dadurch zu Merk- und Orientierungspunkten im Quartier werden.
Im Wohnumfeld erfolgt eine Gliederung des Fr eibereichs in private, halböffentlich e und öf-
fentliche Bereiche. In d en Mietergärten soll ein e Differenziertheit durch individuelle Bepflan-
zung erreicht werden. Die Gemeinschaftsbereich e sollen so gestaltet werden, dass sie nicht
als Restfläche verwahrlosen. Hierzu zählen der Quartiersplatz, gemeinschaftliche Grünberei-
che in der Nähe des jetzigen Jugendzentrums und Kinderspielplätze.
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6 Ideenskizzen zu den Gemeinbedarfseinrichtungen
6.1 Grundidee
Aus der Modelldiskussion hat sich ergeben, da ss die so zialen / öff entlichen Einrichtungen
keiner baulichen Erweiterung bedürfen, aber da s Nutzungsangebot erweitert werden soll. Im
folgenden sollen keine abschließenden Entwicklungskonze pte für die einzelnen E inrichtun-
gen aufgeführt, sondern lediglich gr undlegende Entwicklungen skizziert werden. Hie rbei soll
es in erster Linie um bauliche Aspekte gehen, die mit der Nutzung in de m jeweiligen Gebäu-
de zusammenhängen.
6.2 Gemeinschaftshaus
Das Gemeinschaftshaus soll als soziale Einrichtung in der Siedlung erhalten bleiben. Da sich
das Gebäude weitgehend in einem guten und nutzbaren Zustand befindet, sollen keine gra-
vierenden baulichen Ve ränderungen sondern lediglich Umnutzungen einzelner Räume vor-
genommen werden. Das Erdgeschoss soll barrierefrei erreichbar sein. Es wird Wert auf eine
Verschönerung des Ge bäudes und des Freibereichs geleg t. Die Gest altung des Gemein-
schaftshauses sollte sich von der Gestaltung der Wohngebäude abhe ben und ein en einla-
denden Charakter erhalten.
Eine Erweiterung des Nutzungsangebotes beispielsweise auch für alte Menschen und Senio-
ren ist in den vorhande nen Räumlichkeiten ohne eine grundlegende Änderung des Gebäu-
dekomplexes möglich.
6.3 Kindertagesstätte
Die Kindertagesstätte soll als Einrich tung in der Siedlung bestehen bleiben, die Erweiterung
um eine Kinderkrippe ist in Erwägung zu ziehen.
Der Grundriss des Kindergartens/-horts und die Gestaltung der zugehörigen Freiräu me soll-
ten geändert werden, um eine funktionsgerecht e Nutzbarkeit zu gewährleisten. Das äußere
Erscheinungsbild soll de utlich attraktiviert und seine Nutzun g nach auß en hin sichtbar ge-
macht werden. Das Gebäude enth ält derzeit a uch eine W ohnung. Es ist zu prüf en, ob im
Rahmen der Sanierung die Wohnung aus der Kindertagesstätte ausge lagert werden sollte,
um Nutzungskonflikte zu vermeiden.
Weiterhin ist zu klären, ob möglicherweise ein Neubau sinnvoller als die Sanierung des jetzi-
gen Gebäudes ist. Der Standort ist jedoch in jedem Falle beizubehalten.
6.4 Jugendzentrum
Das Jugendzentrum soll zunächst als soziale Einrichtung in der Siedlung bestehen bleibe n
und unterstützt werden. Das Gebäu de soll hierf ür nutzungsgerecht verbessert und verschö-
nert werden. Der Eingangsbereich sowie die Vorzone im Freibereich sind ansehnlich zu ges-
talten. Es ist zu prüfen, ob ein Neub au unter fin anziellen und funktionalen Gesichtspunkten
sinnvoller als die Sanierung des jetzigen Gebäudes ist. Für das Jugend zentrum soll ein Frei-
bereich gestaltet werden, der einen Bolzplatz und versc hiedene Aufenthaltsbere iche um-
fasst.
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6.5 Ehemalige Marienkapelle
Da die ehe malige Marienkapelle seit kurzem im Eigentu m der Stadt i st, kann über ein Um-
nutzungskonzept nachgedacht werden. Denkbar ist beispielsweise die Einrichtung eines Al-
tentreffs, eines barrierefreien Gemeinschafts- oder Veranstaltungsraumes, der gemietet wer-
den kann oder eine Nutzung im Zusammenhang mit dem benachbarten Gemeinschaftshaus.
Auch eine r eligiöse Nutzung kann geprüft werden. Vorstellbar ist auch die Verlage rung des
Kiosks in die ehemalige Kapelle od er die Einri chtung eines Bewohnercafés. Die Fr eiflächen
der ehemaligen Kapelle sollten bei einer solchen Nutzung in den zu künftigen Quartiersplatz
integriert werden.
6.6 Kiosk
Der Kiosk ist als intensiv genutzte Gelegenheit zum Einkaufen und als Treffpunkt von großer
Bedeutung. Um diese Nutzung weiterhin zu ermöglichen, wären dringende bauliche Maß-
nahmen erforderlich. Sowohl im Inneren des Gebäudes als auch im Freibereich am Gebäude
ist dem Platzbedarf Rechnung zu tr agen. Der Platz wird vor allem zum gemeins amen Zu-
sammenstehen oder -sitzen benöt igt. Das Lä dchen ist mit Heizung, Sanitäranlagen und
Fenstern auszustatten. Das Äußere des Kiosks ist freundlicher zu gestalten. Es wird vorge-
schlagen, den Kiosk-Anbau an dem Gebäude Akazienweg 9 abzubrechen und die Kiosknut-
zung in ein anderes Gebäude, z.B. in die ehemalige Kapelle, zu verlagern.
6.7 Gestaltung des Quartiersplatzes
Der Platz soll als loka ler Mittelpunkt für das Stadtteilleben wiederbelebt werden, wobei die
Randnutzungen Kiosk, Gemeinschaftshaus un d Wohnhau s verträglich miteinande r verein-
bart werden sollen. Momentan sind Kiosk und Wohngebäude einander sehr ungünstig zuge-
ordnet. Daher sollte im Rahmen der Sanierung über eine bauliche Neuordnung nachgedacht
werden.
Der Platz soll die Funktionen: Aufenthalt, Begegnung, Verkehrsfläch e für Fußgän ger un d
Aktionsfläche ermöglichen. Da er für die vielfältige Nutzbarkeit eine gewisse Flexibilität benö-
tigt und zud em durch die vorgegebene Randbebauung flä chenmäßig sehr kle in ausfällt ist
eine sparsame Platzmöblierung anzustreben.
Um Identität zu stiften, soll er e inen Namen erhalten, der be ispielsweise in einer Bewohner-
aktion gefunden werden kann.
39
Abb. 12.: Vorschlag für die Neugestaltung des Quartiersplatzes. Aktivierung des rückwärti-
gen Zugangs zum Gemeinschaftshaus, Öffnung und Aktivierung der Flächen um die ehema-
lige Kapelle
7 Entwässerungskonzept
Im Rahmen der Gebäudesanierung erhöht sich durch den Einbau zusät zlicher sanitärer Ein-
richtungen die Abwassermenge. Außerdem ist davon auszugehen, dass sich der Anteil der
versiegelten Flächen im Freibereich durch Terrassen und Eingangsbereiche etwas erhöht .
Auch durch den Neubau (Akazienweg 33 A) vergrößert sich die Abwassermenge.
Zur Zeit werden die häu slichen Abwässer sowie das Regenwasser von Dach- und Wegeflä-
chen zusammen in einen Abwasserkanal eingeleitet. Die ge naue Dimensionierung der jetzi-
gen Kanäle ist nicht be kannt und muss bei eine r Vergrößerung der Ab wassermenge unter-
sucht werden. Der Vergrößerung der Abwassermenge ist entgegenzusteuern, in dem da s
Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation eingeleitet sondern versickert wird.
Auf der Grundlage eine s Gutachten s über gen erelle Möglichkeiten und Methoden der Re-
genwasserversickerung im Wohngebiet Akazien weg / Gehaborner Weg wurde das Entwäs-
serungskonzept der Siedlung entwickelt.
Unter den gegebenen Randb edingungen empfiehlt das Gut achten ein e Rohr-
Rigolenversickerung. Es sollen Zisternen mit Handpumpen zur Nutzung des Regen wassers
angebracht werden.Das Niederschlagswasser auf den Str aßen soll a n Stellen, a n denen es
möglich ist, mittels Rinne zurückgeh alten werden bzw. verzögert der Kanalisation zugeführt
werden. Auf Parkständen soll ein wasserdurchlässiger Belag verwendet werden.
40
8 Wärmeversorgung
Bisher ist die Wärmeversorgung in der Siedlung wie folgt geregelt. Die Wohnungen in den
unsanierten Gebäuden sind zu eine m großen Teil mit Einzelöfen ausgestattet, die mit Kohle
oder Öl bef euert werde n. In einzelnen Wohnungen wurde n nachträglich Gasetagenheizun-
gen eingebaut. Die Gebäude am Gehaborner Weg erhalten die Wärme für Trinkw asser und
Raumheizung aus eine m zentralen Kessel, der mit Gas befeuert wird. In den bish er sanier-
ten Gebäuden wurden einzelne Gasthermen pro Wohneinheit eingerichtet.
Für die künf tige Wärmeversorgung der Siedlung soll nun e in Versorgungssystem entwickelt
werden, das sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch verträglich ist.
Die komplette Siedlung soll durch e in Nahwärmeversorgungsnetz mit Warmwasser für di e
Erwärmung von Trinkwasser und die Raumheizung versorgt werden. Zunächst werden hier-
für kurzfristig die Heizkessel in der Heizzentrale am Gebä ude Gehaborner Weg 4 genutzt.
Mittelfristig soll zusätzlich ein Blockheizkraftwerk errichtet werden.
Des weiteren ist bei der Sanierung der nach Süden ausgerichteten Gebäude am Gehaborner
Weg 4 und 6 eine solargestützte W ärmeversorgung zu prüfen. Hierbei sollen die Dächer mi t
Kollektorsystemen zur solaren War mwasserversorgung ausgestattet werden. Die gewonne-
ne Wärme kann direkt in denselben Gebäuden verwendet werden.
Neben der Energieversorgung ist ein weiterer wi chtiger Baustein die Einsparung im Energie-
verbrauch. Hierfür wird auf der Ebene der Gebäudesanier ung auf ein e effiziente Wärme-
dämmung Wert gelegt.
9 Abfallentsorgung
In diesem Kapitel wird ausschließlich die Entsorgung des Hausmülls behandelt.
Bisher wird der Hausmüll in der Sie dlung in unterschiedlich großen Müllbehältern m it einem
Fassungsvermögen vo n 80 Litern bis 1.100 Litern gesammelt. Fü r den Großteil der
Bewohnerschaft stehen große Müllbehälter (1.100 Liter) für den Restmü ll zur Verfügung, die
an mehrere n zentralen Standorten aufgestellt sind. Mülltrennung in Altpapier, Biomüll und
Restmüll erfolgt lediglich durch den Kindergarten, die Bewohnerschaft trennt keinen Müll.
Bei der Sanierung der er sten Gebäude sowie de m Neubau des Gebäudes Akazienw eg 33A
wurden unterschiedliche Hausmüllkonzepte realisiert. So sin d vom Architekten der sanierten
Gebäude große Müllbehälter (1.10 0 Liter) vorgesehen, für deren Unterstellung extr a ein ü -
berdachtes Müllhäuschen errichtet wurde. Beim Neubau ist hingegen direkt am Gebäude ein
Platz für kleine Mülltonnen (80 Liter) vorgesehen.
Bei der weiteren Gebäudesanierung sollte das künftige Konzept der Hausmüllsammlung ge-
klärt sein. E s wird vorg eschlagen, Mülltrennung für die gesamte Bewohnerschaft einzufüh-
ren. Um die Wege von den Wohnu ngen zu den Müllbehältern zu verkürzen, soll im hausna-
hen Freibereich die Auf stellung von Mülltonnen (80 Liter) für den Restmüll der Be wohner-
schaft des jeweiligen Hauses vorgesehen werden. Die Mülltonnen sind jedoch nur bei de n
zweigeschossigen Geb äuden des Akazienwegs aufgrund der übersch aubaren Müllmenge
sinnvoll. Zusätzlich soll das Konzept der zentralen Müllstan dorte für große Müllbehälter fort-
geführt werden. Zum einen soll da mit der Restmüll der größeren Gebäude, beispielsweise
am Gehaborner Weg, gesammelt werden. Zum anderen können Müllbehälter für Papier- und
Biomüll aufgestellt werden. Im Rahmenplan sind mögliche zentrale Standorte für große Müll-
behälter gekennzeichnet.
41
10 Ökologische Komponenten im Konzept
Folgende Maßnahmen werden im Interesse einer ökologischen Nachhaltigkeit in das Kon-
zept aufgenommen.
10.1 Gebäudesanierung
Folgende Maßnahmenpakete sind bei der Gebäudesanierung anzuwenden:
Nahwärmeversorgung durch Blockheizkraftwerk mit solarer Unterstützung
Effiziente Wärmedämmung von Dach, Außenwänden und Kellerdecke
Getrennte Sammlung des Oberflächenwassers der Dachfläche und dezentrale S
versickerung sowie Errichtung von Zisternen zur Gartenbewässerung
chacht-
10.2 Verkehrserschließung
Die Verkehrserschließung erfolgt so sparsam wie möglich.
Die Parkstände sollen mit versickerungsfähigem Material ausgestattet werden.
Der Straßenraum wird begrünt.
10.3 Freibereiche
Bestehende große zusammenhängende Grünbereiche sollen erhalten bleiben,
eine zusätzliche Versiegelung von Flächen soll vermieden werden.
Auszug aus dem Freiraumkonzept vom Büro Neuhann & Kresse, beauftragt
durch das Grünflächenamt Darmstadt:
Stadtklima
Durch die aufgelockerte Baustruktur und die großzügigen Freiflächen besitzt das Gebiet
keine gravierenden negativen Auswirkungen auf das Lokalklima. Die Planung hält die
vier Ost/West-Schneisen offen, so dass eine gute Durchlüftung in diese Richtung ge-
währleistet ist. Die große Platzfläche wird gestaltet und z.T. begrünt und hat damit einen
positiven Einfluss auf das Stadtklima. Nach der Entfernung der Schrottteile werden sich
die bestehenden Vegetationsflächen erholen und qualitativ aufgewertet. Allerdings wer-
den für die Containerstellplatzflächen z.T. bestehende Vegetationsflächen in Anspruch
genommen. Der Versieglungsgrad soll aber insgesamt gesenkt werden.
Wasserhaushalt
Als wichtigster Beitrag zum natürlichen Wasserkreislauf wird die Sammlung der Dach-
wässer in Zisternen angesehen. Das aufgefangene Wasser kann zur Bewässerung der
Mietergärten benutzt werden und wird dadurch dem Grundwasser zugeführt. Überschüs-
siges Wasser könnte mittels Rohr-Rigolen versickert werden. Diese Form der Entwässe-
rung wurde in einer Untersuchung empfohlen.
Inwieweit die Stellplätze versickerungsfähig angelegt werden können, kann nicht ab-
schließend beurteilt werden. Die reinen Fußwege sind in die angrenzenden Vegetations-
42
flächen zu entwässern und ggf. zusätzlich mit versickerungsfähigen Materialien zu ver-
sehen.
Lebensraum für Pflanzen
Durch die Realisierung des Freiraumkonzepts für die Siedlung soll der Lebensraum für
Pflanzen erweitert werden. Insbesondere die Mietergärten mit ihren Zier- und Nutzpflan-
zen stellen hierfür ein Potential dar. Durch diese Nutzung werden Bienen, Schmetterlinge
und andere Insekten angezogen. Die Wiese im Norden soll weiterhin extensiv unterhal-
ten werden und somit ihre Artenvielfalt dauerhaft erhalten. Die neu anzupflanzenden
Bäume sollten aus dem Spektrum heimischer und standortgerechter Arten ausgewählt
werden. Damit kann ein weiterer ökologischer Beitrag geleistet werden.
Die öffentliche waldartige Grünfläche im Süden soll mit Hilfe eines zu erstellenden Pfle-
gekonzeptes dauerhaft ihre ökologische Funktion erhalten bzw. in diesem Sinne entwi-
ckelt werden.
Lebensraum für Tiere
Durch die geplante neue Vegetation, insbesondere die zusätzlichen Bäume und die Ve-
getation in den Mietergärten, soll zusätzlicher Lebensraum für verschiedene Tierarten
(Kleinsäuger, Insekten) entstehen. Insbesondere für die Avifauna können neue Nist- und
Nahrungsangebote entstehen.
43
11 Durchführungsplanung und Sicherung des Durchgeführten
11.1 Durchführungsplanung für das Städtebauliche und Freiraumplanerische
Gesamtkonzept
Das städtebauliche Gesamtkonzept setzt einen Gestaltungsrahmen für weitergehende konkrete
Einzelvorhaben, Detailplanungen oder Ausführungsplanungen. Es sind also weitergehende kon-
kretisierende vorhaben sbezogene Einzelprojekte durchzuführen, die in den Zuständigkeitsb e-
reich verschiedener Ämter fallen. D urch die Vo rgabe, die zukünftigen Projekte in den Rahmen
des städtebaulichen und freiraumplanerischen Gesamtkonzeptes einzufügen, erfolgt die eigent-
liche Umsetzung des Gesamtkonzeptes.
Folgende Aspekte sind bei der Durchführung der Einzelprojekte zu beachten:
Die Bewohnerbeteiligung ist eine notwendige Aufgabe, um die Akzeptanz der Vorhaben zu
erhöhen und deren Durchführung zu erleichtern.
Die Ziele und die Durchführungsschritte sind mit allen politischen Vertretern abzustimmen
und zu sichern.
In der verwaltungsinternen Projektrunde soll der Stand der Arbeiten besprochen, weitere
Arbeitsschritte definiert und Fachmeinungen abgeglichen werden.
Begleitmaßnahmen sollen die Umsetzung flankieren:
Beschäftigungsförderung innerhalb des Gebietes
Förderung des Zusammenlebens und der Identität mit dem Wohnquartier
Maßnahmen zur Festigung sozialer Bindungen
11.2 Ablaufplan der baulichen Maßnahmen
Grundsätzlich sind die Gebäudemodernisierungen vor dem Straßenumbau durchzuführen. Die
Mietergärten sollten im Zusammen hang mit den Gebäudemodernisierungen hergerichtet wer-
den. Gemeinschaftliche Grünanlagen können je nach Lage erst nach F ertigstellung der Gebäu-
demodernisierung gestaltet werden, weil zuvor der Bereich für Baufahrzeuge oder für die Her-
stellung von Nahwärmel eitungen und Regenwa sserversickerungsanlagen benötigt wird. In An-
betracht dieser Abhängigkeiten wird vorgeschlagen, die Siedlung in räumlichen Bauabschnitten
zu sanieren. Das heißt, dass nach Abschluss der Gebäudesanierung in einem bestimmten Be-
reich, die Erschließung und die Grü nanlagen ebenfalls fertiggestellt we rden. Da im Süden der
Siedlung mit den Sanierungsarbeiten begonnen wurde, ist hier der erste Bauabschnitt zu sehen.
Der zweite Bauabschnitt umfasst den Zentralbereich der Siedlung und der dritte den nördliche n
Bereich (die Großtafelbauten am Gehaborner Weg und die zugehörig en Straßen und Freiberei-
che).
44
11.3 Sicherung des Durchgeführten
Die Sicherung der durchgeführten Maßnahmen ist in dieser Siedlung ein wichtig es Thema. In
der Vergangenheit zeigte sich, dass einige der Bewohner e igenständig viele Veränderungen an
Gebäuden und am Wohnumfeld vo rgenommen haben. Die Stadt hat sie viele Jahr e gewähren
lassen. Hier ist nun ein Umdenken bei Bewohnern und Stadt nötig, welches zunä chst vermittelt
werden muss.
Abgesehen davon soll die Sicherung des Durchgeführten wie nachfolgend besch rieben ange-
strebt werden:
Vorbeugung, indem die Akzeptanz des Durchgeführten und die Verantwortung hierfür bei
den Nutzern durch intensive Beteiligung erhöht werden
Kontinuierliche Pflege u nd Instandhaltung der Gebäude und des Woh numfeldes durch den
Eigentümer, also die Stadt
Des weiteren müssen Mechanismen geschaffen werden, die eine Kontrolle und, darauf aufbau-
end Maßnahmen zur Sicherung des Umgesetzten ermöglichen.
Eine Kontrollausübung sollte erleichtert werden durch:
Schaffung einer rechtlichen Vertragsbasis für die Nutzung der Wohnungen durch Mietverträ-
ge
Schaffung einer rechtlichen Vertragsbasis für die Nutzung der Containerstellplätze
Patenschaften zur Reinhaltung und Pflege von Gemeinschaftlichen Grünbereichen (Kinder-
spielplatz, etc.):
Widmung der Straßen, Wege und Plätze als öffentlichen Straßenraum, dadurch gewinnt das
Straßenverkehrsrecht ( StVG, StVO, StVZO) Gültigkeit, da s im weitesten Sinne d as Ver-
kehrsverhalten auf öffentlichen Straßen regelt.
Gegenseitige Kontrolle durch die Bewohner selbst über die Interesse nvertretung der Be-
wohnerschaft (IGA)
Durch sozia le Begleitmaßnahmen wie Maßnahmen zur F estigung sozialer Bindu ngen und die
Förderung des Zusammenlebens so wie die Identität mit de m Wohnquartier kann weiterhin die
Sicherung des Durchgeführten erhöht werden. Auch bei der Zusamme nstellung der Bewohner-
schaft auf Gebäudeebene und auf Wohngebietsebene sin d Konfliktpo tenziale zu berücksichti-
gen und möglichst zu minimieren.
45
12 Das Verfahren zur Aufstellung des Städtebaulichen und Freiraum-
planerischen Gesamtkonzepts
Das städteb auliche Gesamtkonzept soll eine r ahmensetzende Vorgabe für konkr ete bauliche
Projekte sein und somit eine behördeninterne Verbindlichkeit haben. Folgende Verfahrensschrit-
te sind bisher gegangen bzw. vorgesehen:
Erstellung eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes, das mit beteiligten Fachämtern abge-
stimmt ist,
Erörterung des abgestimmten Gesamtkonzeptes mit der Bewohnerschaft (Entwicklungskon-
zept vorstellen und diskutieren, gegebenenfalls ändern),
Finanzielle Absicherung des Konzeptes über die Mittelfristige Finanzplanung und die Haus-
haltspläne,
Erstellung von Ausführungsplanungen der baulichen Maßnahmen, die sich an den Rahmen-
vorgaben des Gesamtkonzeptes orientieren,
Abstimmung der baulichen Vorhaben mit den Bewohnern,
Herbeiführung von Magistratsbeschlüssen für die Vorhaben.
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Beratungsverlauf (1)
Orte (7)
- Mainzer Straße 2
- Michaelisstraße
- Staudingerstraße
- Akazienweg 33A
- Gehaborner Weg 4
- Pallaswiesenstraße
- Feldschneise
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2006/0136
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 16.03.2006
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00