2585/2020
AN/0989/2020 Wieder eine Hiobsbotschaft für den Wirtschaftsstandort Köln - Warum ist von der Oberbürgermeisterin nichts zu hören zur Situation beim Kölner Traditionsunternehmen Deutz AG?
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/VI/2 Vorlagen-Nummer 20.08.2020 2585/2020 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 20.08.2020 AN/0989/2020 Wieder eine Hiobsbotschaft für den Wirtschaftsstandort Köln - Warum ist von der Oberbürgermeisterin nichts zu hören zur Situation beim Kölner Traditionsunternehmen Deutz AG? Die SPD-Fraktion bittet um die Beantwortung nachfolgender Fragen zu den aktuellen Entwicklungen bei der Deutz AG: Vorbemerkung Nach Auskunft der Deutz AG soll der Abbau von rd. 1000 Stellen weltweit nicht durch betriebsbeding- te Kündigungen erfolgen. Das mit dem Betriebsrat im Rahmen eines Eckpunktepapiers geplante Sparprogramm sieht laut Presseberichterstattung zum einen den sozialverträglichen Abbau von bis zu 350 Stellen im Rahmen eines Freiwilligenprogramms für die deutschen Standorte vor. Begleitet werde dieses Programm durch eine Transfergesellschaft und einen Sozialplan. Dafür werde das Un- ternehmen 35-40 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Zum anderen haben offensichtlich in der ers- ten Jahreshälfte bereits rund 380 Mitarbeiter/innen durch natürliche Fluktuation und das Auslaufen von Leiharbeitsverträgen das Unternehmen verlassen. Schließlich sollen bis Ende 2021 weitere rd. 350 Stellen über natürliche Fluktuation wegfallen. Über die Betroffenheit der einzelnen Standorte und insbesondere des Standorts Köln liegen der Verwaltung und KölnBusiness keine Erkenntnisse vor. 1. Seit wann sind der Oberbürgermeisterin und der KölnBusiness die besorgniserregen- den Entwicklungen bei der Deutz AG und die dortigen Planungen für einen Stellenab- bau in Köln bekannt? Antwort der Verwaltung Frau Oberbürgermeisterin, der Wirtschaftsdezernent und die KölnBusiness sind im regelmäßigen Austausch mit der Deutz AG. Von dem geplanten Stellenabbau haben alle allerdings erst aus der Presseberichterstattung am 11.08.2020 erfahren. 2. Wie reagieren Oberbürgermeisterin und KölnBusiness auf die bekannt gewordenen Planungen der Deutz AG und warum unterlässt es die Oberbürgermeisterin erneut, sich öffentlich für den Standort zu positionieren und sich für Maßnahmen im Sinne der Be- schäftigten einzusetzen? Antwort der Verwaltung Der Wirtschaftsdezernent hat mit dem Vorstand der Deutz AG und KölnBusiness für Anfang Septem- ber ein Gespräch vereinbart, in dem mit der Arbeitsebene konkret über Maßnahmen zur Abfederung des Stellenabbaus und über Maßnahmen, wie die Stadt unterstützen kann, gesprochen werden soll. 2 Die KölnBusiness hat zudem umgehend nach Kenntniserlangung der Überlegungen über die beste- henden intensiven Kontakte zur Deutz AG ihre umfassende Unterstützung in allen Fragestellungen angeboten. Das Unterstützungsangebot wurde seitens der Deutz AG sehr dankbar aufgenommen. In einigen Einzelfragen konnte der Deutz AG seitens der KölnBusiness bereits weiter geholfen werden. Eine öffentliche Positionierung der Stadtspitze zu den noch laufenden unternehmensinternen Ver- handlungen bei der Deutz AG hält die Verwaltung angesichts fehlender detaillierter Sachinformatio- nen nicht für angebracht. Davon unabhängig setzt sich die Stadtspitze auch im Fall von unternehme- risch notwendigen Einschnitten immer für die Interessen der Beschäftigten und eine möglichst sozial- verträgliche Umsetzung ein. 3. Wann und in welcher Form hat die Oberbürgermeisterin zwischenzeitlich Kontakt zu dem Unternehmen aufgenommen, wer waren die Ansprechpartner und welche konkre- ten Erkenntnisse gibt es aus diesen Kontakten? Antwort der Verwaltung Am 08.07.2020 fand ein Gespräch der Oberbürgermeisterin mit der Deutz AG sowie deren Anwalts- kanzlei, die u.a. durch Herrn Roters vertreten wurde, statt. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller nahm persönlich teil. Den Gesprächsteilnehmern wurde Vertraulichkeit zugesagt (ansonsten s. Ant- wort zu Frage 2.) 4. Welche Vorschläge zur Standort- und Beschäftigungssicherung haben die Oberbür- germeisterin und KölnBusiness in den laufenden Prozess im Unternehmen eingebracht bzw. gedenken dies noch zu tun? Antwort der Verwaltung Die Oberbürgermeisterin pflegt in Kooperation mit der KölnBusiness seit geraumer Zeit eine enge Zusammenarbeit mit der Deutz AG. Dazu gehören zumeist Fragestellungen zu laufenden Genehmi- gungsverfahren und Liegenschaftsangelegenheiten im Zusammenhang mit der Verlagerung und Neuaufbau der Produktionsstätten der Deutz AG in Köln. Eine enge Zusammenarbeit der Wirtschafts- förderung mit der Deutz AG gibt es auch im Bereich von Projekten zu zukunftsfähigen Antriebstech- nologien wie zum Thema Wasserstoff. 5. Welche Erkenntnisse gibt es aktuell zu anstehenden „Massenentlassungen“ in Kölner Unternehmen, etwa anhand der anzeigepflichtigen Entlassungen und welche Möglich- keiten sehen Stadtspitze, KölnBusiness, die städtische Arbeitsmarktförderung, um die arbeitsmarktpolitischen Folgen in Köln abzumildern. Antwort der Verwaltung Zu anzeigepflichtigen Entlassungen: In 2020 wurden der Verwaltung bisher zwei Vorgänge über den Ausschuss für anzeigepflichtige Ent- lassungen bekannt. Dabei handelte es sich zum einen um ein Cateringunternehmen, zum anderen um ein technisches Büro. Weitere Vorgänge hinsichtlich anzeigepflichtiger Entlassungen sind nicht bekannt. Da bei der Deutz AG keine Entlassungen geplant sind, hat die Verwaltung auch über diesen Weg keine Information über den Stellenabbau bei dem Unternehmen erhalten. Zu den arbeitsmarktpolitischen Folgen: Sind existenzbedrohliche bzw. arbeitsmarktpolitische Folgen erstmal eingetreten, sind die unmittelba- ren Handlungsmöglichkeiten relativ begrenzt. Neben den Möglichkeiten im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit können konkrete und unmittelbare Handlungsoptionen jeweils nur individuell und gemeinsam mit dem betroffenen Unternehmen erarbeitet werden, zumal der Einfluss auf unternehme- rische Entscheidungen begrenzt ist. Eine pauschale Aussage hier ist nicht möglich. Das Spektrum kann hier von individueller Beratung bis hin zur Unterstützung bei der Gründung einer Transfergesell- schaft gemeinsam mit der Regionalagentur reichen. Gemeinsames und erstes Ziel der Stadt Köln und der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH ist 3 es aber vor allem, derartige Situationen möglichst nicht entstehen zu lassen. Im Umfeld des Corona-Pandemie bedeutet dies beispielsweise, durch optimale Informationsversor- gung der Kölner Unternehmen insbesondere zu Notfallprogrammen des Landes und des Bundes und durch unterschiedliche eigene Notfallprogramme alle Möglichkeiten an struktursichernden Maßnah- men aufzuzeigen und entsprechende Hilfestellung anzubieten. Auf die Mitteilungen der Verwaltung in den Ausschüssen und Gremien (zuletzt: Zweite Fortschreibung städtischer Maßnahmen zur Bewälti- gung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise, Vorlagenummer 2016/2020) wird verwiesen. Jenseits der Corona-Pandemie ist es ein dauerhaftes Anliegen, gemeinsam mit den Unternehmen und weiteren wichtigen Akteuren den prosperierenden und wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort zu erhalten und auszubauen. Um Köln hier noch besser aufzustellen, wurde die KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH ge- gründet, die im ständigen Kontakt mit Kölner Unternehmen steht und in allen Fällen stets für diese ansprechbar ist. Auf die Beschlüsse und Präsentation zum Aufgabenportfolio und Arbeitsweise der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH wird verwiesen. gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2585/2020
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 20.08.2020
- Erstellt
- 19.08.2020 09:50