V/0458/2010
Verkehrsregelung der Ampel Aegidiitor in der Zufahrt Adenauerallee
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Anlage 1 Vorlage 458
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Anlage 1 zur Vorlage V/0458/2010
Anlage_2_Vorlage_458
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Anlage 2 zur Vorlage V/0458/2010
Berichtsvorlage
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V/0458/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Verkehrsregelung der Ampel Aegidiitor in der Zufahrt Adenauerallee Beratungsfolge 29.06.2010 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht 30.06.2010 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht Bericht: An der Ampel Aegidiitor wird im Hinblick auf eine verbesserte Verkehrsabwicklung der Adenau- erallee kurzfristig in den Sommerferien 2010 eine getrennte Rechtsabbiegersignalisierung (kon- fliktfrei zum Fußgänger und Radverkehr) als Verkehrsversuch eingeführt. Die bestehende Rad- schleuse Adenauerallee wird dafür provisorisch aufgegeben und eine Radfurt aus der Adenauer- allee parallel zur südlichen Fußgängerfurt markiert. Die Verwaltung wird nach einer üblichen Eingewöhnungs- und Beobachtungszeit dem Ausschuss nach der Sommerpause berichten. Begründung für die zum 01.04.2010 geänderte neue Verkehrsführung/Ampelschaltung Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat in seinem Schluss- bericht „Verbesserung der Verkehrssicherheit in Münster“ unter anderem die Empfehlung ausge- sprochen „Alle Fußgängersignale bei Furten mit Mittelinseln sollen gleichzeitig geschaltet werden (Blockschaltung), um Missverständnisse zu vermeiden. “ Mit einer Blockschaltung ist ein gleicher Grünbeginn und Grünende an den beiden Fußgängerfurten gemeint. „An Lichtsignalanlagen oh- ne Blockschaltung ereignen sich Unfälle, bei denen Fußgänger und Radfahrer das Grünsignal auf der gegenüberliegenden Fahrbahn irrtümlich als ihr „Grün“ verstanden und die Fahrbahn betraten, ohne auf querenden Kfz-Verkehr zu achten.“ (Schlussbericht Seite 67 Punkt 9.1). Weiterhin hat der GDV die Kreuzung Aegidiitor wegen der allgemeinen Unfalllage als Unfallhäu- fungsstelle (UHS 46) identifiziert und auch hier angeregt „3. In der südlichen Zufahrt der Weseler Straße sollte eine Blockschaltung für Fußgänger eingerichtet werden“. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass in den drei betrachteten Jahren 2004-2006 nur ein Unfall an dieser Fußgänger- furt erfasst wurde. Auf der Grundlage der Beschlüsse zur Verkehrssicherheitsvorlage V/0997/2008 (Masterplan Ver- kehrssicherheitsprogramm 2009-2013) setzt die Verwaltung die Empfehlungen des GDV im Zu- sammenhang mit der Modernisierung der Lichtsignalanlagen der Achse B Weseler Stra- ße/Steinfurter Straße (und weiterer Achsen) weitestgehend um. Vorlagen-Nr.: V/0458/2010 Auskunft erteilt: Herr Pott Ruf: 492 61 85 E-Mail: Pott@stadt-muenster.de Datum: 21.06.2010 Öffentliche Berichtsvorlage V/0458/2010 2 Bisherige Ampelschaltung Vor der Umstellung der Ampelschaltung hatte der Fußgänger an der südlichen Querung über die Weseler Straße immer einen Halt auf der schmalen Mittelinsel. Vorteil dieser Schaltung war, dass die rechtsabbiegenden Kfz der Adenauerallee zweispurig „konfliktfrei“ abbiegen konnten und so eine hohe Leistungsfähigkeit erzielt wurde. Für Fußgänger bedeutete diese versetzte Schaltung an der südlichen Querung über die Weseler Straße immer einen „Zwangshalt“ auf der schmalen Mittelsinsel. Radfahrer der Zufahrt Adenauerallee konnten in die "Radschleuse" einfahren und vor dem Kfz- Verkehr der Zufahrt Adenauerallee in die Aegidiistraße fahren. Geänderte Ampelschaltung seit dem 01.04.2010 Mit der aktuellen Schaltung wurde die zweispurige konfliktfreie Rechtsabbiegerführung der Ade- nauerallee zugunsten einer Blockschaltung für Fußgänger aufgegeben. Jetzt wird der Fußgänger an der südlichen Furt über die Weseler Straße zeitgleich zum einspurigen rechtsabbiegenden Kfz-Verkehr der Adenauerallee geschaltet. Bei dieser üblichen „bedingt verträglichen“ Schaltung müssen abbiegende Kfz den Vorrang der parallelen bevorrechtigten Fußgänger beachten. Wei- terhin wurde die südliche Querung der Weseler Straße auch mit Einrichtungen für Sehbehinderte ausgerüstet. Wie an anderen hoch belasteten Kreuzungen auch, kann der zusätzliche Sicherheitsgewinn nur zu Lasten der Leistungsfähigkeit erreicht werden. Damit steht die Maßnahme im Konsens zu den Vorgaben der Verwaltungsvorschrift zur StVO und gültigen Richtlinien, wonach Sicherheit vor Leistungsfähigkeit geht. Seit der Umschaltung der Ampel am 01.04.2010 gibt es eine Vielzahl von Beschwerden, dass bei hohem Fußgängeraufkommen nur 2 bis 3 Autos pro Ampeltakt abbiegen können und sich in den Verkehrsspitzen längere Rückstaus in der Adenauerallee bilden. Kraftfahrzeuge, die nicht abflie- ßen konnten, bleiben deshalb immer wieder im Bereich der Radschleuse "hängen" und es kommt zu Konflikten mit Kfz und Radfahrern, die es in der Vergangenheit in dieser Form nicht gab. Zur Lösung dieser Verkehrssituation hat die Verwaltung in Abstimmung mit der Polizei zwei Vari- anten entwickelt, die nachfolgend vorgestellt werden: Variante 1: Verkehrsversuch getrennte Rechtsabbiegersignalisierung Adenauerallee unter Bei- behaltung der Blockschaltung für Fußgänger Als Ursache für den Rückstau in der Adenauerallee bei hohem Fußgängeraufkommen wird die gemeinsame Grünzeit (bedingt verträgliche Schaltung) der Fußgänger und der rechtsabbiegen- den Kfz aus der Adenauerallee in dem Verkehrsversuch aufgegeben. Die erforderlichen Anpas- sungen sollen mit einfachen Mitteln (z.B. Gelbmarkierung) und Änderung der Ampelschaltung im Rahmen eines Verkehrsversuches in den Sommerferien umgesetzt werden. Unter Beibehaltung der Blockschaltung für Fußgänger wird der Fußgänger- und Rechtsabbiege- verkehr der Adenauerallee dann in unterschiedlichen Ampelphasen geschaltet. Über ein zusätzli- ches Rechtsabbiegesignal erhält der rechtsabbiegende Kfz-Verkehr eine konfliktfreie Grünzeit zum Abbiegen (im Schatten des Linksabbiegeverkehrs der südlichen Weseler Straße in Fahrt- richtung Adenauerallee). Die vorhandene Radschleuse Adenauerallee muss dabei aufgegeben werden, da der rechtsab- biegende und der geradeaus-/linksabbiegende Verkehr der Adenauerallee in unterschiedlichen Phasen Grünlicht erhalten. Sofern die Radschleuse beibehalten würde, könnte nicht verhindert werden, dass Radfahrer in der Grünzeit für rechtsabbiegende Kfz diese Fahrspur blockieren. Für Radfahrer wird parallel zur Fußgängerfurt eine provisorische Radfurt markiert (Anlage 1) und über die Ampelschaltung wird der Radfahrer zusammen mit dem Fußgänger mit einer Block- schaltung und konfliktfrei zu rechtsabbiegenden Kfz signalisiert. V/0458/2010 3 Nachteil: Für die konfliktfreie und nachfragegerechte Rechtsabbiegersignalisierung der Adenauerallee muss die in der Nachmittagsspitze (ohnehin) kritische Grünzeit der Zufahrt Am Stadtgraben in der Größenordnung von ca. 5 Sekunden (15 Prozent) gekürzt werden, um dem Rechtsabbieger der Adenauerallee im Schatten des Linksabbiegeverkehrs von der südlichen Weseler Straße eine Grundleistungsfähigkeit zu sichern. Dies ist nicht ganz unproblematisch, da sich schon im Be- stand in der Nachmittagsspitze ausgeprägter Rückstau in dieser wichtigen Hauptachse zeigt. Bei größeren Radfahrermengen ist zu befürchten, dass es durch die begrenzten Aufstellflächen im Eckbereich Weseler Straße/Adenauerallee zu Behinderungen von rechtsabbiegenden Radfah- rern der Adenauerallee sowie linkseinbiegende Radfahrern von der Aegidiistraße kommen kann. Bei Grünlicht können die Radfahrer zudem an der Furt nur nacheinander abfließen und durch die fehlende Radschleuse nicht mehr als Pulk vor dem Kfz-Verkehr starten. In dem Verkehrsversuch sollen Erfahrungen bezüglich der Akzeptanz bei den Verkehrsteilneh- mern, der Funktion und erforderlichen Größe für den Aufstellbereich von Radfahrern im Eckbe- reich und der Rückstausituation in der Zufahrt Am Stadtgraben gesammelt werden. Die Kosten für die das zusätzliche Rechtsabbiegesignal, die Änderung der Ampelschaltung und provisorische Gelbmarkierung belaufen sich auf ca. 11.000,00 €, die aus dem Projekt „VSS Er- neuerung Verkehrsteuerungssystem Baustufe 1 + 2 im Budget 1201-0008-782100 finanziert wer- den. Sofern sich die provisorische Verkehrsführung in dem Verkehrsversuch bewährt, würde die Ver- waltung mit dem Erfahrungsbericht im Herbst eine Beschlussvorlage mit einem Umbauvorschlag für eine vergrößerte Aufstellfläche für Radfahrer im Eckbereich Weseler Straße/Adenauerallee einbringen. Nach einer ersten groben Schätzung ist mit Kosten von ca. 50.000,00 € für die Ver- größerung der Eckausrundung als Aufstellfläche für Radfahrer zu rechnen. In der Anlage 1 ist diese vergrößerte Aufstellfläche als erster Grobentwurf schon angedeutet. Variante 2: Aufgabe der Blockschaltung für Fußgänger mit breiterer Mittelinsel Wenn sich der Verkehrsversuch mit vorgenannter Lösung nicht bewähren sollte, bleibt als Alter- native nur eine Aufgabe der Blockschaltung für Fußgänger. Bei dieser Variante würde annähernd wieder die "alte" Ampelschaltung mit einem Halt für Fußgänger auf der Mittelsinsel an der südli- chen Fußgängerfurt realisiert. Zur Kompensation wird eine Verbreiterung der bestehenden schmalen Mittelsinsel (Anlage 2) vorgeschlagen, so dass ein Aufenthalt auf der deutlich größeren Mittelinsel auch objektiv sicherer wird. Die Radschleuse Adenauerallee muss bei dieser Variante bestehen bleiben, da die große Anzahl von Radfahrern nicht mit den Fußgängern auf der Mittelsinsel angehalten werden kann. Um im Übergangsbereich vom Bordsteinradweg zur R adschleuse auf der Fahrbahn Unfälle und Konflik- te von Radfahrern zu vermeiden, wird die Verwaltung und die Polizei die vom GDV angeregte „baulich gesicherte Ausleitung vom Radweg auf die Fahrbahn der Adenauerallee“ oder alternativ eine zusätzliche Signalisierung der Radschleuse aufbereiten. Vorteil: In der Adenauerallee würde sich wieder die „alte“ hohe Leistungsfähigkeit ergeben. Nachteil: Es wird von der GDV Empfehlung "Blockschaltung für Fußgänger" an Ampeln mit Mittel- inseln in einem begründeten Sonderfall abgewichen. Die Baukosten für die von ca. 1,85 m Breite auf ca. 4,00 Breite nahezu verdoppelte Mittelsinsel belaufen sich auf ca. 10.000,00 € und für die Änderung der Ampelschaltung auf ca. 3.500,00 €. I.V. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlage 1: Verkehrsversuch getrennte Rechtsabbiegersignalisierung Adenauerallee Anlage 2: Variante Aufgabe der Blockschaltung für Fußgänger mit breiterer Mittelinsel
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (5)
- Adenauerallee
- Weseler Straße
- Aegidiistraße
- Am Stadtgraben
- Steinfurter Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0458/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.06.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37