V/0385/2019
Schülerhaushalt Abschlussbericht Schuljahr 2017/2018
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Berichtsvorlage
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V/0385/2019 V/0385/2019 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Schülerhaushalt Abschlussbericht Schuljahr 2017/2018 Beratungsfolge 06.05.2019 Jugendrat Bericht 14.05.2019 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 15.05.2019 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht Bericht: Mit dem Beschluss zur Vorlage V/0284/2017 „Konzept Schüler/ -innenhaushalt für städtische Schulen in Münster“ hat der Haupt - und Finanzausschuss die Verwaltung beauftragt , die notwendigen Vorbe- reitungen zur Umsetzung von Schüler/-innenhaushalten zum Schuljahr 2017/2018 und 2019/ 2020 zu treffen. Mit der Auslobung des Schüler/-innenhaushaltes wird das übergeordnete Ziel verfolgt, demokratische Verfahren und Entscheidungsfindungen zur Verwendung begrenzt vorgeg ebener Geldmittel von den Schülerinnen und Schülern der teilnehmenden Schulen selbst entwickeln zu lassen und praktisch erlebbar zu machen. Der Verwaltung wurde deshalb bewusst aufgetragen, die Schülerinnen und Schüler nur im Bedarfsfall zu unterstützen. Die Schülersprecher /-innen und zusätzlich die Schulleitungen aller städtischen, weiterführenden Schulen wurden angeschrieben, um auf die Auslobung des Schüler /-innenhaushalt 2017/2018 au f- merksam zu machen. In dem Anschreiben wurden die Teilnahmevoraussetzu ngen beschrieben und die beschlossenen grundsätzliche n Rahmenbedingungen zur Umsetzung vorgegeben. So sollte in dem Verfahren eine Vorschlags-, eine Diskussions - und eine Entscheidungsphase vorgesehen we r- den. Die Schülerschaft sollte sich bei der Umsetzung von einer Lehrkraft unterstützen lassen. Für die beiden Schüler/-innenhaushalte wurden vom Haupt - und Finanzausschuss jeweils 30.000 Euro zur Verfügung gestellt. Diese wurden auf d en vorgesehenen Teilnehmerkreis von 6 Schulen zu jeweils 5.000 Euro aufgeteilt. Für den Fall, dass die eingereichten und gewählten Vorschläge die Budgetgrenze in Höhe von 5.000 Euro nicht erreichen, sollen 50 % der Minderausgaben bei der Schüler/-innenvertretung der jeweiligen Schule verbleiben. Amt für Schule und Weiterbildung 23.04.2019 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Wimmer / Herr Giffhorn Telefon: 492-4050 / 40 15 WimmerWo@stadt- muenster.de Giffhorn@stadt-muenster.de - 2 - V/0385/2019 Es gingen insgesamt 11 Bewerbungen zum Schüler/-innenhaushalt 2017/2018 ein: 1) Geschwister-Scholl-Gymnasium 2) Gymnasium Wolbeck 3) Immanuel-Kant-Gymnasium 4) Hittorf-Gymnasium 5) Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium 6) Freiherr-vom- Stein-Gymnasium 7) Geschwister-Scholl-Realschule 8) Realschule im Kreuzviertel 9) Primusschule (Standort Grevingstraße) 10) Hauptschule Coerde 11) Schillergymnasium Unter Beteiligung des Jugendrates und der Bezirksschülervertretung wurde ein Auswahlverfahren entwickelt, bei dem eine Teilnahme unterschiedlicher Schulformen sichergestellt wird und Erstbewer- bungen einer wiederholten Teilnahme vorgezogen werden. Dazu wurden a lle weiterführenden, städtischen Schulen in drei Gruppen eingeteilt, denen jeweils 2 Schüler/-innenhaushalte zugeordnet wurden: Hauptschulen, Förderschulen und integrierte Systeme bildeten eine Gruppe, alle Realschulen und alle Gymnasien bildeten die zwei weiteren Gruppen. Da für die beiden ersten Gruppen jeweils 2 Bewerbungen eingingen, waren diese 4 Schulen für den Schülerhaushalt 2017/2018 gesetzt. Lediglich aus der Gruppe 3 (Gymnasien) musste ausgelost wer- den. Da das Schillergymnasium bereits den ersten Schülerhaushalt 2014 durchgeführt hatte und aus rei- chend Erstbewerbungen für die Gruppe „Gymnasien“ vorlagen, wurde diese Bew erbung nach den Kriterien des Auswahlverfahrens zurückgestellt. Aus den verbliebenen 6 Bewerbungen von Gymnasien zog der Vorsitzende des Jugendrates die 2 Teilnehmer. Somit konnten folgende Schulen am Schüler/-innenhaushalt 2017/2018 teilnehmen: 1) Geschwister-Scholl-Realschule 2) Realschule im Kreuzviertel 3) Hauptschule Coerde 4) Primusschule (Standort Grevingstraße) 5) Gymnasium Wolbeck 6) Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Den teilnehmenden Schulen wurde geraten, im Rahmen der Vorschlagsphase die Verwaltung die Vorschläge - soweit möglich insbesondere unter bau- und brandschutzrechtlichen Aspekten - auf ihre Umsetzbarkeit vorprüfen zu lassen und die Ergebnisse der Schülerschaft mitzuteilen. Zudem wurden die Schülerinnen und Schüler gebeten, das gewählte Verf ahren zur Umsetzung in einem kurzen schriftlichen Bericht an die Verwaltung darzustellen. Die Umsetzung der Schüler/-innenhaushalte wurde in den einzelnen Schulen nach unterschiedlichen Verfahren durchgeführt. Soweit Berichte der Schulen dazu vorliegen, s ind sie im Folgenden zusam- menfassend dargestellt. In allen 6 Schulen wurden in unterschiedlichen Verfahren die vorgegebenen Grundstrukturen „Vo r- schlagsphase“, „Diskussionsphase“ und „Entscheidungsphase“ weitgehend umgesetzt. D urch Mehr- heitsfindung wurde eine Priorisierung der Vorschläge festgelegt, welche dann im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel umgesetzt w urden. Von allen Schülerschaften, in deren Schulen der Schüler/-innenhaushalt abgeschlossen ist, wurden die zur Verfügung gestellten Mittel ausgeschöpft. - 3 - V/0385/2019 Im Einzelnen: 1) Realschule im Kreuzviertel Ein Erfahrungsbericht „Schüler/-innenhaushalt 2017/2018“ vom SV -Sprecherteam liegt vor. An der Realschule im Kreuzviertel wurden die Vorgaben des Verfahrens, eine Vorschlags - eine Diskussions- und eine Entscheidungsphase zu planen, übernommen. D urch Klassengemei n- schaftsrunden wurden Vorschläge für die Verwendung des Geldes gesammelt, ausgewertet und bewertet und innerhalb dieser Runden per Handzeichen abgestimmt. Im Anschluss daran wu r- den die Ergebn isse von den Klassensprechern der Schülerschaft mitgeteilt. Die Mehrheit der Schülerschaft hatte sich für Sitzgelegenheiten auf dem Schulhof, ein sog. „Theatrum“ an der Außenseite des Hauses D entschieden. Im Vorfeld wurden zur Umsetzung dieses Vorschlags von der Schule selb stständig auch das Amt für Immobilienmanagement und das Amt für Schule und Weiterbildung eingebunden. Da festgestellt worden ist, dass die Herrichtung des Standortes und die Aufstellung des „Thea t- rum“ nicht mehr im Bereich der finanzie llen Unterstützung des „Schüler /-innenhaushaltes“ liegt und ebenso diese Kosten nicht von der Stadt Münster übernommen werden konnten, sind die zusätzlichen Kosten vom Förderverein der Schule übernommen worden. Der Schüler/-innenhaushalt 2017/2018 ist abgeschlossen. 2) Geschwister-Scholl-Realschule Ein Erfahr ungsbericht über den detaillierten Ablauf des gesamten Schüler /-innenhaushaltes wurde nicht erstellt. Die folgenden Informationen sind in persönlichen, vor Ort stattfindenden Gesprächen mit der Schüler/-innenvertretung (SV) und der SV-Lehrerin übermittelt worden. In der Geschwister-Scholl-Realschule wurden die Vorgaben des Verfahrens, eine Vorschlags -, eine Diskussions- und eine Entscheidungsphase zu planen, übernommen. Die SV der Schule sammelte Vorschläge aus der Schülerschaft, welche dann von den Schülern untereinander di s- kutiert und besprochen werden konnt en. Die SV der Schule sammelte Vorschläge aus der g e- samten Schülerschaft, welche dann von den Schülern in den jeweiligen Klassengemeinschaften diskutiert und besprochen wurden. Danach wurden die Vorschläge (eventuell auch zusätzliche) zurück zur SV kommuniziert und von der SV zu einem Gesamtergebnis der Schülerschaft z u- sammengeführt. Im Anschluss daran wurde mit Stimmzetteln und Wahlurne gew ählt. Hier bekamen 4 Vorschl ä- ge die meisten Stimmen. Bei der Umsetzung stellte n dann die daran beteiligten Schüler /-innen einschließlich der SV-Lehrerin fest, dass die ersten beiden von den Schülern und Schülerinnen gewählten Projekte, „Seifenspender (mit Sensor) " und "Desinfektionsspender (mit Sensor) für alle Toiletten" auf Grund von Lager - und Wartungsproblematiken nicht dauerhaft realisierbar waren. In nachfolgenden SV -Sitzungen entschieden sich die beteiligten Schüler /-innen für die Realisierung der nächsten zwei Projekte, die als drittes und viertes Projekt die meisten Stimmen erhalten hatten: „Kapselgehörschützer (Mickey-Mäuse)“ für die Ohren zum geräuscharmen Ler- nen und Schreiben sowie Pultteiler (Tischblenden) für Schultische zum ungestörten Lernen und Schreiben an Arbeitstischen. Schüler der SV haben mit Hilfe der SV -Lehrerin die Bestellungen durchgeführt, die Lieferungen sind erfolgt, somit ist der Schülerhaushalt abgeschlossen. 3) Primusschule ( Standort Grevingstraße ) Ein kurzer zusammenfassender B ericht der Schülerinnen und Schüler zum Verfahrensablauf liegt vor. In der Sekundarstufe der Primusschule (Standort Grevingstraße) wurden die Vorgaben des Verfahrens, eine Vorschlags - eine Diskussions- und eine Entscheidungsphase zu planen, übernommen. Jede Klasse der Schule konnte im Klassenrat fünf Ideen vorschlagen. Die Vo r- - 4 - V/0385/2019 schläge, welche von den Klassen am häufigsten genannt wurden, wurden dann zur Endau s- wahl gestellt. Jeder Schüler, jede Schülerin hatte eine Stimme. Die komplette Schülerschaft stimmte mit Stimmzetteln ab, diese wurden von der SV ausgezählt. Die Wahl fiel auf „Schließfächerschrä n- ke“ für die Schüler und Schülerinnen. Aufgestellt werden sollen diese „Schli eßfächerschränke“ in den Klassenräumen. Da die Kostenvoranschläge für die Schließschränke über das Volumen des Schüler/ -innenhaushaltes hinausgegangen sind, wurden seitens der Schule ergänzende Mittel zur Verfügung gestellt. Die Schließfächerschränke wurden seitens der Schule bestellt und sind vom Hersteller geliefert worden. Der Schülerhaushalt ist abgeschlossen. 4) Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Ein kurzer Zwischenbericht (klassenweise Abstimmungsergebnisse) liegt vor, nach Abschluss des kompletten Schüler/-innenhaushaltes wird es einen endgültigen Erfahr ungsbericht seitens der SV und der SV-Lehrerin geben. Durch den Wechsel der Schülervertretung und des SV -Lehrers (beide wurden im Laufe des Schuljahres neu gewählt) begann die Durchführun g des Schüler /-innenhaushalt mit einem h o- hen, zeitlichen Verzug. Nach Aussage der Schülerschaft und des SV -Lehrer wurden die Vorga- ben des Verfahrens, eine Vorschlags - eine Diskussions- und eine Entscheidungsphase zu pl a- nen, übernommen. Durch Befragungen in den Klassen durch die jeweiligen Klassensprecher und Klassensprech e- rinnen wurden Vorschläge gesammelt. Diese wurden dann von der SV der Schule so konkreti- siert und gebündelt, dass es nur eine übersichtliche Anzahl von Vorschlägen g ab und diese dann wieder in die Klassen zurückgetragen wurden. Eine Abstimmung mit Stimmzetteln (jeder Schüler, jede Schülerin hatte eine Stimme) ergab dann, dass sich die Schülerschaft einen Was- serspender wünscht. Die Schülerschaft sucht z.Z. einen passenden Standort, der die V orgaben der Feuerwehr und der Verwaltung, bezüglich brand - und bauschutzrechtlicher Aspekte, b e- rücksichtigt. Das Amt für Immobilienmanagement soll den Wasserspender liefern und anschlie ßen, die Kos- ten liegen im finanziellen Rahmen des Schülerhaushaltes. Der Schülerhaushalt am Annette -von-Droste-Hülshoff-Gymnasium wird vorbehaltlich der Fi n- dung eines adäquaten Standortes zum Ende des Schuljahres 2018/2019 abgeschlossen sein. 5) Gymnasium Wolbeck Ein ausführlicher und informativer Erfahrungsbericht zum Ve rfahrensablauf des Schüler/ - innenhaushaltes wurde von der Schülerschaft erstellt und liegt dieser Berichtsvorlage bei. Auch im Gymnasium Wolbeck wurden die Vorgaben des Verfahrens, eine Vorschlags- eine Diskussi- ons- und eine Entscheidungsphase zu planen, ü bernommen. Zu Beginn der Umsetzung des Schüler/-innenhaushaltes wurde ein Schülerbrief erstellt mit der Einladung zu einer Auftaktve r- anstaltung, in der die Schüler /-innenvertretung alle Schülerinnen und Schüler persönlich über den Schüler/-innenhaushalt und die Möglichkeit Vorschläge einzureichen, informiert hat. Danach wurden überall in der Schule Plakate aufgehängt, um die Schülerschaft über das ganze Schuljahr hinweg daran zu erinnern. Ein Vordruck wurde entwickelt, den die Schülerschaft nutzen konnte , um unter Angabe des T i- tels, einer kurzen Beschreibung und einer groben Kostenschätzung Vorschläge einzureichen. Die SV entwickelte einen Wahlzettel, ein Wahllokal wurde eingerichtet und es wurde gewählt. Da einige Wahlergebnisse sehr knapp waren, entsc hied sich die SV für einen zweiten Auswe r- tungsdurchgang. Es entstand ein Ranking der 10 meistgewählten Wahlvorschläge. D ie Projekte mit den meisten Stimmen (Kickertisch, neue Sitzbälle und Grafiktablets für den Kunstunterricht) wurden umge- setzt. - 5 - V/0385/2019 Alles wurde inzwischen geliefert, der Schüler /-innenhaushalt beim Gymnasium Wolbeck ist a b- geschlossen. 6) Hauptschule Coerde Von der Schüler/-innenvertretung ist ein Bericht zum Ablauf des Schüler/ -innenhaushaltes vor- gelegt worden. Aufgrund von Neuwahlen der Schülergremien und nachfolgenden Betriebsprak- tika vieler Schülerinnen und Schüler verzögerte sich der Start des Schüler/ -innenhaushaltes an der Hauptschule Coerde erheblich. Die grundsätzliche Vorgabe einer Vorschlags-, einer Diskussions- und einer Entscheidungspha- se wurde dennoch umgesetzt. Die Versammlung der Klassensprecher/-innen und deren Vertre- ter (Schülervertretung) sammelte Projektideen, aus der die SV durch Abstimmung drei mögliche Projekte (kostenloses W-LAN, Süßigkeiten- und Getränkeautomat, Verschönerung der Toile t- ten) ausgewählt hat, für die jeweils eine sogenannte Fraktion/Arbeitsgruppe (aus der SV he r- aus) gebildet wurde. Diese Fraktionen haben für das ihnen zugordnete Projekt „Werbekampagnen“ entwickelt, die in der Diskussionsphase in den Klassen vorgestellt und beraten wurden. Mit der Entscheidungsphase sollten Stimmanteile für die jeweiligen Projekte ermittelt werden, um eine Prioritätenliste der Umsetzung bis zum Verbrauch aller M ittel festlegen zu können. J e- de Schülerin, jeder Schüler konnte sich mit einer Stimme an der Wahl beteiligen. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 84 % sprach sich die Schülerschaft mit 48 % für den Süßigkeiten - und Getränkeautomaten, mit 30 % für das kostenlose W-LAN und mit 20 % der Stimmen für die Verschönerung der Toiletten aus. Im Rahmen der eigenständigen praktischen Umsetzung der Vorschläge hat die Schülerschaft von der Möglichkeit einer kostenlosen Automatenaufstellung erfahren und so den Vorschlag ohne Belastung des Schüler/-innenhaushaltes umgesetzt. Die Einrichtung eines kostenlosen „WLAN für alle“ wurde auf Grund der städtischen Bereitste l- lung im Rahmen des MEP zunächst ausgesetzt. Für die Details zur „ Verschönerung der Toiletten“ sammelt derzeit ein eigens gebildeter Au s- schuss Ideen zur Umsetzung. Ein Bericht über den Ablauf des Schüler/-innenhaushalt ist erstellt, auf eine Rückmeldung der Schule wird gewartet, Ziel ist es den Schüler /-innenhaushalt zum Ende des Schuljahres 2018/2019 abzuschließen. Fazit: Die nach den Erfahrungen des Schillergymnasiums erstmalige Durchführung eines Schüler/ -innenhaushaltes in nahezu allen Schulformen sowie die weitgehende Eigenständigkeit der Schül e- rinnen und Schüler in der Planung, Umsetzung und Berichter stattung müssen bei einem Fazit zum Ablauf und zur Zielerreichung des Schüler/-innenhaushaltes berücksichtigt werden. Auffallend ist die hohe Zahl der Bewerbungen um einen Schüler/ -innenhaushalt aus dem Kreis der Gymnasien. Auch wenn Schulen aus allen dr ei gebildeten Gruppen einen Schüler/ -innenhaushalt durchgeführt haben, lagen für die zwei Gruppen, die aus Förderschulen, Haupt - und Realschulen sowie den integrierten Systemen gebildet wurden, jeweils auch nur zwei Bewerbungen vor. Gerade mit Blick auf di e mit dem Schüler/ -innenhaushalt verfolgte Zielsetzung könnte eine intensivere und direktere Information der Schülerschaften und Schulen im Vorfeld der Auslobung sowie eine stetige Begleitung der Verwaltung im Verfahren zu vermehrten Bewerbungen und gesich erten Teilnahmen aus den gebildeten Bewerbergruppen beitragen. Grundsätzlich ist die Idee des Schüler/-haushaltes von den teilnehmenden Schülerschaften sehr posi- tiv aufgenommen worden. Den Berichten und Rückmeldungen ist zu entnehmen, dass die SV´en g e- meinsam mit den SV -Lehrkräften mit großem Engagement die Organisation des Verfahrens zur U m- setzung der Schüler/ -innenhaushalte geplant und umgesetzt haben. Die vorgegebenen Vorschlags-, Diskussions- und Entscheidungsphasen bildeten bei allen teilnehmenden Schulen das Grundraster der Umsetzung, die dann mit unterschiedlichen basisdemokratischen (Vollversammlungen) und r e- - 6 - V/0385/2019 präsentativen (Schüler/-innenrat, SV, Klassensprecher/-innen) Elementen gefüllt wurden. Unabhängig von der gewählten Form der Umsetzung hatt en alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen einzubringen, für Vorschläge zu werben und mit ihrer Stimma b- gabe teils unmittelbar, teils mittelbar Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen. Die Wahlen sind zwar nicht vollumfänglich nach den geltenden Wahlgrundsätzen aber hinsichtlich der Beteiligungsmöglic h- keit demokratisch abgelaufen. Auf diese Weise konnte den Schülerschaften deutlich werden, wie bedeutsam die Entwicklung von Ideen im Dienst der Gemeinschaft , das W erben für und die Auseinandersetzung um eigene Ideen und letztlich auch die Mehrheitsfindung und Akzeptanz der getroffenen Entscheidung für demokr a- tisch organisierte Gemeinschaften sind. Durch die zeitlichen Verzögerungen, die sich teils durch die gewählt en Verfahren, teils aber auch durch neu gewählte SV´en und SV -Lehrkräften ergeben habe, ist bewusst geworden , dass man, wie in einem Bericht zum Ausdruck kommt, „...einen langen Atem benötigt, weil Entscheidungen manc h- mal länger dauern als man denkt und di e Umsetzung oft vor bürokratischen Hürden und anderweit i- gen, nicht vorhersehbaren Problemen steht.“ Dazu trägt in gewissem Maß auch die Vorgabe einer lediglich begleitenden und nur auf Nachfrage aus den Schülerschaften geleisteten Unterstützung der Verwaltung bei. Dies gilt insbesondere für die praktische Umsetzung der gewählten Projekte. Trotz der mehrfachen Hinweise an die Schülerscha f- ten, die eingereichten Vorschläge im Vorfeld der Entscheidungsphase durch die Verwaltung auf die Rahmenbedingungen der Umsetzung (vorwiegend Brand- und Rettungsschutz) prüfen zu lassen, ist diese Möglichkeit nur sehr vereinzelt genutzt worden. Die mit der Umsetzung der gewählten Vo r- schläge verbundene Problematik ist dann erst nach der Wahlentscheidung deutlich geworden und hat gerade in dieser Phase zu teils erheblichen Verzögerungen geführt, die durch erneute Veränderu n- gen in der Zusammensetzung der SV´en verstärkt wurden. Das verdeutlicht, dass Organisation und Abschluss eines Schüler/ -innenhaushaltes in einem Schuljahr für die Wahrnehmung der beteiligten Schülerschaft von Bedeutung ist. Die Verwaltung wird auch den nächsten Schüler/-innenhaushalt zum Schuljahr 2019/2020, der in den nächsten Wochen mit der Aufforderung an die Schulen sich dafür zu bewerben, startet, im Sinne der bestehenden Beschlusslage aber auch der gewonnenen Erkenntnisse durchführen. Dazu gehört auch, die Schülerschaften der jeweiligen Schulformen in geeigneter Weise zu informieren und sie und ihre Schulleitungen für eine Bewerbung zu interessieren. Im V erfahrensablauf werden die Schulen noch gezielter auf die Möglichkeit hingewiesen, die Verwaltung durchaus schon in der Vorschlagph a- se zu einzelnen Vorschlägen einzubinden, insbesondere, wenn baurechtliche und brandschutztechni- sche Belange berührt sind. I. V. Thomas Paal Stadtdirektor Anlagen: Anlage A Anlage 1: Abschlussbericht zur Schülerhaushalt am Gymnasium Wolbeck (Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind Fotos, auf denen Personen zu erkennen sind, aus dem Bericht entfernt worden)
Anlage A
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Anlage A zur V/0385/2019 Kurzüberblick Abschlussbericht nach Umsetzung des Schülerhaushaltes an sechs münsterschen Schulen für das Schuljahr 2017/2018 Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dem Schüler/-innenhaushalt wird das Ziel verfolgt, demokratische Verfahren und Entschei- dungsfindungen zur Verwendung von vorgegebenen Geldmitteln von den Schülerinnen und Schülern der ausgelosten Schulen selbst entwickeln zu lassen und praktisch erlebbar zu machen. Finanzierung Produktgruppe: 0301 Leistungen für Schulen Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig frei- willig
Anlage 1 Abschlussbericht zum Schülerhaushalt am Gymnasium Wolbeck ohne Fotos
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Abschlussbericht zum Schüler*innenhaushalt 2017/18 am Gymnasium Wolbeck Schon im Juli 2017 bewarb sich das damalige SV-Team des Gymnasiums Wolbeck bei der Stadt Münster für das Projekt „Schüler*innenhaushalt “. Unsere Idee damals war im Jubiläumsjahr 2018, in dem unser Gymnasium 50 Jahre alt wird ein besonderes Projekt durchzuführen, des- sen Ergebnis das Schulleben der Schülerinnen und Schüler auch in den nächsten Jahren positiv beeinflussen sollte. Als wir also als einige von wenigen Schulen ausgewählt wurden, war die Freude groß und der Tatendrang des nun neu zusammengesetzten SV-Teams immens. Zunächst mussten die fast 1000 Schülerinnen und Schüler unserer Schule über das Vorhaben und dessen Durchführung inform iert werden. Um alle Schülerinnen und Schüler des Gymna- siums Wolbeck über dieses Projekt zu informieren, fanden am 27. und 28.11.2017 stufenweise Informationsveranstaltungen im pädagogischen Zentrum der Schule statt. Es wurden jeweils knapp 130 Personen vo n den SV -SchülerInnen über das Projekt und das weitere Vorgehen informiert und erste Ideen für di e Nutzung des Geldes entstanden. Diese Verwendungsvor- schläge wurden bis zum 08.12.17 gesammelt. Sie waren jedoch nur gültig, wenn der Vorschla- gende mindestens 5 Unterstützer zu seinem Vorschlag fand. ANLAGE 1 Insgesamt wurden 163 Vorschläge einge- reicht. Diese wurden an einem Nachmittag von den SV -SchülerInnen und den unter- stützenden LehrerInnen gesichtet und ka- tegorisiert. Dann begann jedoch die schwierigste Phase: Die Vorschläge muss- ten nun auf den verschiedensten Ebenen bezüglich ihrer Umsetzbarkeit geprüft werden. Es wurde zwischen der Schullei- tung und der Schülervertretung, zwischen Arbeitsgemeinschaften und Gremien, zwi- schen Lehrern und Schülern sowie Mitar- beitern der Stadt auf Augenhöhe kommu- niziert und diskutiert, bis 36 Vorschläge gesammelt waren, die zur Wahl gestellt werden sollten . Die ausgewählten sowie die aussortierten Investitionsvorschläge wurden mit der zugehörigen Begründung ausgehangen, um Transparenz f ür die Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Abbildung 3: Ausgehängte Vorschläge - nicht für die Abstimmung zugelassene mit Begründung und zugelassene Vorschläge Abbildung 2: Plakat zum Schülerhaushalt Über die Prüfung der Vorschläge und die Anstehende Abstimmung w urden die Schülerinnen und Schüler stufenweise am 15. und 16.02.2018 im PZ informiert. Den Rest der Schulstunde erhielten die Klassen und Kurse dann Gelegenheit, über die Vor- und Nachteile der verschie- denen Vorschläge für die Schule zu diskutieren. Abbildung 4: Transparente Rückmeldung der SV an die Schülerinnen und Schüler für alle abgelehnten Vorschläge Die möglichen Vorschläge wurden zusätzlich in der Schule ausgestellt, sodass eine Woche in- tensiv diskutiert werden konnte. Die SV -Schüler stellten einen Wahlzettel zusammen, richte- ten ein Wahllokall mit 5 Wahlboxen ein und konstruierten einen Zeitplan, sodass innerhalb einer Woche alle Schülerinnen und Schüler anonym bis zu drei Investitionsmöglichkeiten an- kreuzen konnten. Nun wurden jede Freistunde und jede Pause innerhalb von 2 Wochen genutzt, um die Vielzahl an Wahlzetteln auszuwerten. Da einige Wahlergebnisse sehr knapp waren entschied sich die SV sogar für einen zweiten Auswertungsdurchgang, um am Ende mit Sicherheit ein Ergebnis präsentieren zu können. Insgesamt ergab sich folgendes Ranking der meistgewählten 10 In- vestitionsmöglichkeiten für die 5000€: 1. Mikrowelle und Wasserkocher für den Oberstufenraum 2. Einige Gymnastikbälle statt Stühle 3. Desinfektionsspender in den Toiletten 4. Überdachte Fahrradständer 5. Gaming Station/Kicker im Oberstufenraum 6. Kostenlose Spinte 7. Überdachte Aufenthaltsbereiche 8. Tablets/E-Books als Bücherersatz für die Schüler 9. Grafiktablets für den Kunstunterricht 10. Kaffeemaschine für den Oberstufenraum Abbildung 7: Das komplette Abstimmungsergebnis Nun musste jedoch die genauere Pl anung bzw. Prüfung der einzelnen Vorschläge erfolgen. Durch Aspekte wie das Überschreiten des Budgets, Platzmangel oder auch Sicherheitsmängel wurden in weiteren Gesprächen zwischen der SV, den LehrerInnen, der Schulleitung und Mit- arbeitern der Stadt weit ere Projekte ausgeschlossen. Unsere Schule hat nun Gymnastikbälle für die fünften und sechsten Klassen, einen robusten Kic ker für den Oberstufenraum und 7 Grafiktablets zum Einsatz im Kunstunterricht angeschafft. Die SV freut sich darüber, dass somit alle Klassenstufen von den Anschaffungen profitieren und somit in ihrem Schulalltag nutzen können. Die SV und auch die ganze Schülerschaft des Gymnasiums Wolbeck hat in dieser Zeit gelernt, wie langwierig so ein demokratischer Prozess sein kann und wie spannend es ist, über die eigene Gestaltung des Schulalltags nachzudenken und diesen selbstständig mitgestalten zu können. Die SV plant in den nächsten Jahren weitere der Vorschläge durch Anträge an die Stadt oder den Förderverein umzusetzen, da der Schülerhaushalt einen großzügigen Blick dar- über gewährt hat, was sich die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule für ihren Schulall- tag wünschen. (Dezember 2018 - Die Schülervertretung am Gymnasium Wolbeck)
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Grevingstraße
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Details
- Aktenzeichen
- V/0385/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 15.04.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37