V/0071/2013
Projekt Fotoausstellung Wim Wenders
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Berichtsvorlage
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V/0071/2013 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft Projekt Fotoausstellung Wim Wenders Beratungsfolge 26.02.2013 Kulturausschuss Bericht Bericht: Ein Ausstellungsprojekt mit dem weltrenommierten Filmemacher und Fotografen Wim Wenders im öffentlichen Raum der Stadt Münster ist für 2014 geplant. Die Realisierung des Projektes war ursprünglich für 2013 vorgesehen. Organisation, Verantwortung und Trägerschaft: Dr. Peter Weiß (Kunsthistoriker aus Münster) hat das Ausstellungsprojekt initiiert und bereits Kontakt mit Wim Wenders aufgenommen, der großes Interesse hat, eine Fotoauss tellung im öf- fentlichen Raum der Stadt Münster zu realisieren. Dr. Peter Weiß ist Kurator des Projektes und für die gesamte O rganisation verantwortlich. Alle Absprachen mit dem Künstler führt Dr. Peter Weiß. Zurzeit wird noch nach einer Institution oder ei nem Verein in Münster gesucht, die/der die Trägerschaft des Projektes übernehmen kann und die finanzielle Abwicklung des Pr ojektes mit verantwortet. Mit dem Kulturamt der Stadt Münster ist eine Begleitung des Projektes se itens der Stadt in mehreren Gesprächen erörtert worden. Die Trägerschaft des Projektes liegt nicht bei der Stadt Münster. Das Kulturamt vermittelt und begleitet alle notwendigen Kontakte zu den Ä mtern der Stadt, die Genehmigungen aussprechen müssen und beratende Hilfe für das Projekt leiste n. Zurzeit ist eine finanzielle Unterstützung des Projektes seitens der Stadt Münster nicht vorges e- hen. Ursprünglich war vorgesehen, einen Antrag auf Mittel aus der Gewinnausschüttung der Sparka s- se Münsterland Ost im Jahr 2012 für eine Realisierung des Projektes im Jahr 2013 zu stellen. Da die Eröffnung des Projektes nun aber erst für das Jahr 2014 geplant ist, sollte in diesem Jahr (2013) ein Antrag auf Finanzierung aus der Gewinnausschüttung der Sparkasse Münsterland Ost gestellt werden. Eine Antragstellung im Jahr 2013 ist nach dem bisherigen Verfahren allerdings nicht mehr möglich (vgl. Vorlage V/0904/2012). Projektbeschreibung Die vorläufige Planung des Projektes sieht vor, etwa 30 großformatige Fotografien auf „Panor a- magerüsten“ an zentralen, inners tädtischen Orten auszustellen. Das Konzept der Ausstellung und die zunächst vorgesehenen Aufstellungsorte sind der Anlage zu entnehmen. Vorlagen-Nr.: V/0071/2013 Auskunft erteilt: Frau Dr. Kirkpatrick Ruf: 492-4191 E-Mail: Kirkpatrick@stadt-muenster.de Datum: 13.02.2013 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0071/2013 Dieses Ausstellungsprojekt verspricht ein hohes Niveau und wird Aufmerksamkeit bei den Mün s- teranern aber auch bei Besuc hern weit über die Stadtgrenzen Münsters hinaus erzeugen. Diese Aufmerksamkeit wird nicht zuletzt wegen des großen Bekanntheitsgrades des Filmemachers Wim Wenders erzeugt, sondern auch durch seinen besonderen Blick auf seine Umwelt, der sehr subjektiv und durch seine eigene Emotionalität geprägt ist. Obwohl das Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum stattfinden soll, muss geklärt werden, ob eine konzeptionelle Anbindung an die Skulpturprojekte Münster zulässig und passend ist. Das Konzept der Skulpturproj ekte Münster ist ein inhaltlich feststehendes Konzept im Kontext eines differenzierten kritischen Diskurses über Kunst und Öffentlichkeit - in diesem Sinne eine „Kultu r- marke“; verantwortet vom LWL -Landesmuseum in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster. I n- wieweit diese „Kulturmarke“ auf das Wenders -Projekt im Sinne einer Assoziierung übertragbar ist, muss von den fachlichen Kompetenzen der Verantwortlichen der Skulpturprojekte, hier im besonderem beim LWL-Landesmuseum, geklärt werden. Dr. Peter Weiß hat berei ts Kontakt mit öffentlichen und privaten Förderern aufgenommen u. a. mit der Kunststiftung NRW, der Stadtparkasse und mit dem Ministerium für Familie, Kinder, J u- gend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (Bezirksregierung Münster). I. V. gez. Dr. Hanke Anlage 1. Konzept 2. Vorschläge Ausstellungsorte 3. Kostenplan
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Anlage 1 Münster, Dezember 2012 Konzept / Arbeitstitel: "Bilder im öffentlichen Raum: Photographien von Wim Wenders” Wim Wenders - "Ich möchte das Unsichtbare zeigen" Eine Fotoinstallation mit Arbeiten Wim Wenders in Münster mag vordergründig überraschen, ist Wenders doch seit vielen Jahren als einer der renommiertesten Regisseure: international bekannt. Seine Spielfilme wie "Paris, Texas", "Der Himmel über Berlin" oder "Don't Come Knocking" sind stets tiefgründig. Seine Dokumenta- “ tionen wie "Yamamoto", "Buena Vista Social Club" oder zuletzt "Pina" sind immer ganz dicht an den Menschen. Wim Wenders ist einer der wichtigsten deutschen Filmemacher, er ist aber auch leidenschaftlicher Fotograf. In seinen Filmen war und ist Wenders Bildsprache nie laut. In seinen Fotografien ist es nicht anders. Träumerisch verklärt sind sie, strahlen eine sanfte Ruhe aus. Aufge- nommen als Notizen bei der Suche nach geeigneten Drehorten, Kameraperspektiven oder einfach nur ungewöhnlichen Plätzen - überwiegend menschenleere Plätze, denen Wenders eine neue Bedeutung gibt. Sein fotografischer Blick auf Landschaften, Menschen, Plätze, auf wenig Beachtetes, macht die Arbeiten in einem besonderen Maße interessant für Münster. Hier, wo die Skulptur-Projekte wichtige künstlerische Akzente in den öffentlichen Raum setzten, wodurch temporäre Veränderungen in der Stadtlandschaft einhergingen, wären Wenders Bilder, seine fotografischen Fund- und .Erinnerungsstücke, interessante Impulse über den öffentlichen Raum. Wim Wenders Fotografien handeln vor allem von Orten, die im Verschwinden begriffen sind. Sie verweisen aufigine Zivilisation, die man nur noch an ihren Spuren erkennen oder erahnen kann. Das Verhältnis dieser Orte zu den Menschen, die hier leben oder gelebt haben, will vom Betrachter erkundet werden. Wenders Beobachten und Erforschen von Orten gleicht einem kontemplativen Abschreiten, einer anderen Art von Vermessung: sein Interesse gilt dem In-Vergessenheit-Geraten. Er befragt die Orte hinsichtlich ihrer kulturellen Erinnerung und macht diese Befragung zu einem ästhetischen Programm, bei dem er die Fotografie als Instrument gegen den Erinnerungsverlust einsetzt, denn ihm zufolge tragen »Landschaften und Orte das Bedürfnis in sich, erzählt, festgehalten und weitergezeigt zu werden.« Wim .Wenders Fotografien im Großformat wären wie Reisende in unserer Stadt und würden einen Anspruch einlösen, den Wenders an sich als Fotograf und an seine Fotografien stellt. »Es ist wichtig, dass ein Fotograf von seiner Haltung her immer ein Reisender bleibt. Ein Reisender lässt alles, was sich ihm darbietet, an sich heran: Landschaften, Objekte, Menschen.« 1 Wenders erzählende Bilder, fixiert von einem neugierigen Blick auf das Unschein- bare, Nebensächliche, Unsichtbare, vermitteln eine große Ruhe durch ihre ausge- wogene Komposition und die Reduktion auf bildtragende Elemente. Bildgestaltung und Bildgehalt verdichten sich so zu einem neuen Schauspiel, dessen Kulissen und handelnde Figuren sich häufig unspektakulär zeigen und deren Geschichten und Emotionen im Bild gelesen werden wollen. Beispielhaft inszeniert in Wenders wun- derbar prosaischer Aufnahme eines Riesenrads mitten auf einer Wiese in Armenien als Denkmal einer ebenso skurrilen wie verlorenen Moderne mitten im Nichts. Mit der Eigenständigkeit seiner Bildsprache und Bildwelten schafft der Fotograf Wenders Momente, von denen er denkt, dass sie auch andere interessieren. »Und es ist schön, so Wenders, dem Interesse mit Bildern begegnen zu können.« Auf speziellen Bildträgern werden circa dreißig großformatige Fotografien (- 2x5m) quasi wie Plakatwände äufgestellt und mit den wendersschen Bildinszenierungen werden Ausstellungsflächen unter freiem Himmel geschaffen, die sich über die Innenstadt verteilen. Die Fotografien gehen so einen Dialog, der seit dreißig Jahren durch die Skulptur-Projekte in Münster zuhause ist, mit dem Umraum ein und stehen in Abhängigkeit zu den sie umgebenden kulturellen, sozialen. oder topografischen Bedingungen und werden dadurch zu einem Bestandteil des Ortes. Wenders Fotografien bieten generell eine direkte Bezugsfähigkeit zum öffentlichen Raum, da der Außenraum ein möglicher Entstehungsort für die fotografische Gestalt- ung ist. Dadurch entsteht sogleich eine Verbundenheit zum späteren Ausstellungsort. Seine Fotografien, die Geschichten erzählen, die wenig Beachtetes ins Zentrum ihrer Aussage rücken, die in dem unaufhaltsamen Fluss der Zeit die Zeit anhalten und die gegen die.irritierende Hektik des Alltags den Augenblick fixieren, verändern altbe- kannte, vertraute Plätze und Orte und führen sie zu einer neuen Wahrnehmung. Die in den städtischen Raum implementierten Fotografien generieren so eine eigene, un- mittelbare Rezeptionssituation, die Fotografie, Zeit und Raum neu erfahrbar macht. Der Ortsbezug, der von Wenders speziell für und in Münster gemachten Fotografien, kann dazu beitragen, Akzeptanz und Identifikation. der Betrachter mit der Stadt zu stärken, Aufmerksamkeit herzustellen und Standorten ein zusätzliches Profil zu geben. Einerseits also Kunst als dialogisches Prinzip im Zusammenklang mit ihrem Umfeld, an der Nahtstelle zwischen Fotografie und städtischem Raum, andererseits werden hier ganz selbstverständlich auch eine Indienstnahme und Verwertung künstlerischer Äußerungen vorgenommen. Insbesondere durch ihre Qualität, zeitliche Veränderungen aufzuzeigen, kann die Fotografie regionale und soziale Transformationsprozesse vermitteln.. Hierin liegt eine Chance, um Wandel des städtischen Raumes dort zu diskutieren, wo er statt- findet, nämlich unter freiem Himmel. Denn wir hinterfragen die Dinge oft nur dort, wo wir erstaunt sind, sie anzutreffen und wo die Umwelt mit unseren Erwartungen nieht mehr übereinstimmt. Solche Situationen stärken unsere Wahrnehmung. Gelingt es durch die. Inszenierung der Fotografien von Wim Wenders im öffentlichen Raum 2 diese Konfrontation heraufzubeschwören, dann besteht die Möglichkeit, dass sich der Betrachter verstärkt auch mit dieser Thematik auseinandersetzt. Allerdings ist die Wahrnehmung von Fotografie im öffentlichen Raum seitens des Betrachters bisher meist eng mit kommerziellen Erwartungen verknüpft. Deshalb. wird die Art und Weise des Ausstellens der großformatigen Bilder, ihre spielerische Inszenierung im Stil der Billboards, und ihre formale Erscheinung zur gewichtigen Frage und zusätzlich muss sich die Fotografie unbedingt von der kommerziellen Ästhetik freimachen. Genau diese Kriterien prägen die Fotografien Wim Wenders, deren Stärke der fotografischen Darstellung es ist, historische und kulturelle Bezüge herzustellen. Zusätzlich zieht mit seiner Fotografie eine Abbildhaftigkeit in den Bereich der Kunst im öffentlichen Raum ein. So werden einsame Landschaften in den Bildern Wenders oft als Verweis auf historische Zusammenhänge dargestellt oder unscheinbare städtische Kulissen dienen als kulturelle Erinnerungszitate. Für die geplante Ausstellung wird Wim Wenders einen eineinhalb bis zweistündigen Ausstellungs-Parcours innerhalb des Promenadenrings entwickeln, der über meh- rere Stationen zu Orten und Plätzen führt, an denen die großformatigen Fotografien aufgestellt werden. Alle ausgewählten Standorte besitzen eine besondere Aura und in der öffentlichen Wahrnehmung gehören sie entweder zu attraktiven innerstädt- ischen Bereichen oder zu denen, deren Existenz man kaum wahrnimmt und deren Charme und Bedeutung sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Und denen etwas von dem anhaftet, was Walter Benjamin als "einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag, " treffend beschreibt. j Ergänzend könnte eine Studioausstellung in der Galerie im Stadthaus eine Auswahl seiner älteren fotografischen Arbeiten zeigen. “ Ausstellungszeitraum: Mai, Juni, Juli 2014 Dr. Peter Weiß Anlage 2 Ausstellungsorte Wenders / Vorschläge In Abstimmung mit Wim Wenders könnten als mögliche Standorte für die Bildträger folgende Orte / Plätze infrage kommen: Stadthaus | Innenhof / Stadthaus Galerie Horsteberg / Kalvarienberg - Domkammer / Klarissenkonvent Fürstenberghaus Innenhof Aegidiikirchplatz Schloss - Vorplatz Westerholtsche Wiese / Westerholtsche Wiese - Übergang zur Promenade - Kriegerdenkmal Gräfte zum Schloss - LBS / Himmelreich Allee - Brücke Aasee / Kugeln - Terrasse Kanonierplatz Engelenschanze Servatiikirchplatz Clemenskirche - Garten Theaterinnenhof Apostelkirche Anlage 3 Kostenplan Gerechnet für 30 Bildträger Technischer Aufbau 60 000,00€ Photoherstellungskosten 33000,00 + 18.000,00 51 000,00€ Aufsicht 5 000,00€ Reisekosten (Wenders, u.a.) 5 000,00€ Öffentlichkeitsarbeit Einladung, Grafik, Anzeigen ‚5 000,00€ Flyer 2 000,00€ Publikation 15 000,00€ Kurator Weiß 20 000,00€ Varia 5 000,00€ 168 000,00€ + USt. 19% 31 920,00€ 199 920,00€ Sachkosten für 1 Bildträger: Träger 2000,00 Scankosten 600,00 Printkosten 1100,00 3700,00€ + USt 5 703,00€ .4403,00€
Beratungsverlauf (1)
Orte (5)
- Aegidiikirchplatz
- Servatiikirchplatz
- Engelenschanze
- Horsteberg
- Promenade
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0071/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 30.01.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37