1557/2024
Beitritt zur "Cities Coalition for Digital Rights"
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Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle IX/IX/2 Vorlagen-Nummer 1557/2024 Freigabedatum 28.08.2024 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Beitritt zur "Cities Coalition for Digital Rights" Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat beschließt den Beitritt der Stadt Köln zum internationalen Städtenetzwerk „Cities Coa- lition for Digital Rights“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Digitalisierungsausschuss 09.09.2024 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 16.09.2024 Rat 01.10.2024 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Mit Antrag vom 16.02.2022 (AN/0621/2022) im Digitalisierungsausschuss wurde die Verwaltung gebeten, einen Beitritt der Stadt Köln zur Initiative „Cities Coalition for Digital Rights“ zu prüfen. In ihrer Stellungnahme (0937/2022) befürwortete die Verwaltung einen Beitritt und legte dar, wie dieser konkret erfolgen und die Mitgliedschaft mit Inhalt gefüllt werden kann. Für den Beitritt zur Initiative soll nun ein formaler Beitrittsbeschluss durch den Rat der Stadt Köln erfolgen. 1. Hintergrund der Initiative „Cities Coalition for Digital Rights“ (abgekürzt CC4DR) ist ein Netzwerk von Städten, die sich gegenseitig in der Digitalpolitik unterstützen. Die Initiative geht auf das Economic Development Forum des europäischen Städtenetzwerkes EUROCITIES zurück, in welchem die Stadt Köln seit 1998 Mitglied ist. Die CC4DR wurde im November 2018 von den Städten Amsterdam, Barcelona und New York ins Leben gerufen und arbeitet im Rahmen der Vereinten Nationen mit dem Programm für menschliche Siedlungen ( UN-HABITAT) sowie dem Internet Gover- nance Forum (IGF) und der Internet Rights and Principles Coalition (IRPC) zusammen. Das Netzwerk hat aktuell (noch) keine Statuten bzw. Satzung und lebt vor allem vom Engagement der Mitgliedsstädte. Inzwischen gehören dem Netzwerk ü ber 50 Städte weltweit an (vgl. dazu die Webseite der Initiative), darunter auch unsere Partnerstädte Cluj-Napoca, Liverpool und Turin, sowie einige europäische Hauptstädte wie Brüssel, Rom, Wien, Amsterdam, Athen, Dublin, Helsinki, Bratis- lava, Sofia und Reykjavík. In Deutschland sind bislang die Städte Berlin, München, Leipzig und Bonn der Initiative beigetreten. Außerdem sind weitere Großstädte, insbesondere aus dem Ver- einigten Königreich, Italien, Frankreich und den Niederlanden sowie den USA, Kanada, Brasi- lien und Australien Mitglied. Die Mitgliedschaft Moskaus wurde mit Entscheidung vom 2. März 2022 vorläufig ausgesetzt. Die Koalition setzt sich für die Förderung und den Schutz digitaler Rechte im städtischen Kon- text ein, um gemeinsame digitale Herausforderungen zu lösen und um die Menschenrechte im digitalen Umfeld zu fördern. Sie bringt Städte zusammen, die sich dafür einsetzen, moderne Informationstechnologie zu nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern und die Ge- meinschaften in den Städten durch die Bereitstellung vertrauenswürdiger, sicherer, inklusiver und erschwinglicher digitaler Dienste und Infrastrukturen zu unterstützen. Mit Anerkennung der Erklärung der Koalition verpflichten sich die Mitglieder den folgenden fünf Prinzipien: 1. Universeller und gleichberechtigter Zugang zum Internet und digitale Kompetenz: Jeder sollte leichten Zugang zu erschwinglichem Internet und digitalen Diensten haben, diese zu gleichen Bedingungen nutzen dürfen sowie die Kompetenz besitzen, um diesen Zugang nutzen zu können. 2. Privatsphäre, Datenschutz und -sicherheit: Jeder sollte Privatsphäre und Kontrolle über seine persönlichen Daten haben, welche mittels Datenschutz an realen und virtu- ellen Orten geschützt werden, um Vertraulichkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Die 3 Würde, Anonymität und Souveränität über ihre Daten wird dabei jederzeit geachtet, ein- schließlich des Rechts darauf zu wissen, was mit ihren Daten passiert, wer sie verwen- det und für welche Zwecke. 3. Transparenz, Rechenschaftspflicht und Nichtdiskriminierung durch Daten, Inhalte und Algorithmen: Jeder sollte Zugang zu verständlichen und korrekten Informationen über die technologischen Systeme, Algorithmen und Künstliche Intelligenz haben, die sich auf ihr Leben auswirken, sowie in der Lage sein, unfaire, voreingenommene oder diskriminierende Systeme in Frage zu stellen und zu ändern. 4. Partizipative Demokratie, Vielfalt und Inklusion: Jeder sollte im Internet vollständig repräsentiert sein und die Möglichkeit haben, mit der Stadt durch offene, partizipative und transparente digitale Prozesse kollektiv in Kontakt zu treten. Jeder sollte die Chance haben, sich an der Gestaltung der lokalen digitalen Infrastrukturen und Dienstleistungen zu beteiligen, und ganz allgemein an der Kommunalpolitik im Sinne des Gemeinwohls. 5. Offene und ethische Standards für digita le Dienstleistungen : Jeder sollte in der Lage sein, die Technologien seiner Wahl zu nutzen, und denselben Grad an Interope- rabilität, Inklusion und Chancen in der Nutzung digitaler Dienste erwarten dürfen. Städte sollten ihre eigenen technologischen Infrastrukturen, Dienste und Agenda definieren, und zwar durch offene und ethische digitale Dienstleistungsstandards und -daten, um sicherzustellen, dass sie diesem Anspruch gerecht werden Auf der letzten Generalversammlung in Bordeaux im Oktober 2023 wurde beschlossen, sich in der näheren Zukunft auf folgende sechs Missionen zu fokussieren: 1. Transparenz und Partizipation im Kontext von Daten und digitalen Technologien för- dern (Federführung: Amsterdam und Barcelona) 2. Bereitstellung proaktiver digitaler Dienste, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen (Federführung: Helsinki und Porto) 3. Förderung eines ethischen Einsatzes von digitalen Technologien und Daten (Federfüh- rung: New York City und Toronto) 4. Förderung greifbarer Lösungen für Inklusion (Federführung: London und Portland) 5. Befähigung von Bevölkerungen und Städten, digitale Rechte zu unterstützen (Federfüh- rung: Wien und Dublin) 6. Platzierung digitaler Rechte auf der globalen Agenda (Federführung: Bordeaux und Maceio). Im Jahr 2024 wird sich die CC4DR außerdem darauf konzentrieren, auf der internationalen und EU-Ebene für digitale Menschenrechte einzustehen. Unter der Federführung von Bordeaux wird ein Tag der Digitalen Rechte organisiert werden. Weiterhin werden die Mitgliedstädte darin un- terstützt, lokale Rahmenwerke für Menschenrechte im digitalen Raum zu erarbeiten. 2. Kosten des Beitritts und der Mitgliedschaft Der Beitritt und die Mitgliedschaft im Netzwerk sind kostenfrei. Kosten fallen jedoch durch Per- sonalaufwendungen und ggf. Reisekosten für die Vorbereitung und Teilnahme an Netzwerk- veranstaltungen an, die aus dem laufenden Budget der am Netzwerk partizipierenden Dienst- stellen gedeckt werden können. In einem ersten Schritt wird zunächst eine beobachtende Rolle im Netzwerk angestrebt. 3. Formale Kriterien für den Beitritt 4 Der Beitritt ist mit einer Anerkennung der „Declaration of Cities Coalition for Digital Rights“ ver- bunden (vgl. https://citiesfordigitalrights.org/declaration). Für den Beitritt sind eine Antragsbe- gründung sowie ein Überblick über bestehende Initiativen und geplante Aktivitäten zu übermit- teln (vgl. https://citiesfordigitalrights.org/join-the-coalition). 4. Bewertung eines Kölner Beitritts: Die Ziele der CC4DR stimmen mit den digitalstrategischen Zielen der Stadt Köln überein. Die Initiative bietet vor allem Möglichkeiten des fachlichen Austauschs im Themenbereich Digi- talisierung, auf europäischer und insbesondere auch außereuropäischer Ebene. Nach bisheri- gen Erfahrungen aus anderen Städtenetzwerken ist durch eine aktive Mitgliedschaft ein früh- zeitiger Zugang zu Informationen über aktuelle Themen der teilnehmenden Städte möglich, be- vor diese offiziell veröffentlicht werden. Zudem wird die Initiative auch als eine Möglichkeit ge- sehen, eigene thematische Akzente zu setzen und in der Außendarstellung zu unterstreichen, dass die Menschenrechte im Digitalen Raum auch auf kommunaler Ebene bewusst gefördert werden. Der Beitritt kann die bereits vorhandenen Aktivitäten der Stadt Köln in internationalen Städtenetzwerken, wie im Digital Forum bei EUROCITIES, thematisch sinnvoll ergänzen. Anlagen 1. Erklärung („Declaration“) der „Cities Coalition for Digital Rights“ 2. Übersetzung der Erklärung ins Deutsche
Anlage 1: Erklärung („Declaration“) der „Cities Coalition for Digital Rights“
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Declaration of Cities Coalition for Digital Rights We, the undersigned cities, formally come together to form the Cities Coalition for Digital Rights, to protect and uphold human rights on the internet at the local and global level. The internet has become inseparable from our daily lives. Yet, every day, there are new cases of digital rights abuse, misuse and misinformation and concentration of power around the world: freedom of expression being censored; personal information, including our movements and communications, monitored, being shared and sold without consent; ‘black box’ algorithms being used to make unaccountable decisions; social media being used as a tool of harassment and hate speech; and democratic processes and public opinion being undermined. As cities, the closest democratic institutions to the people, we are committed to eliminating impediments to harnessing technological opportunities that improve the lives of our constituents, and to providing trustworthy and secure digital services and infrastructures that support our communities. We strongly believe that human rights principles such as privacy , freedom of expression , and democracy must be incorporated by design into digital platforms starting with locally-controlled digital infrastructures and services. As a coalition, and with the support of the United Nations Human Settlements Program ( UN-Habitat ), we will share best practices, learn from each other’s challenges and successes, and coordinate common initiatives and actions. Inspired by the Internet Rights and Principles Coalition ( IRPC ), the work of 300 international stakeholders over the past ten years, we are committed to the following five evolving principles: 1. Universal and equal access to the internet, and digital literacy Everyone should have access to affordable and accessible internet and digital services on equal terms, as well as the digital skills to make use of this access and overcome the digital divide. 2. Privacy, data protection and security Everyone should have privacy and control over their personal information through data protection in both physical and virtual places, to ensure digital confidentiality, security, dignity and anonymity, and sovereignty over their data, including the right to know what happens to their data, who uses it and for what purposes. 3. Transparency, accountability, and non-discrimination of data, content and algorithms Everyone should have access to understandable and accurate information about the technological, algorithmic and artificial intelligence systems that impact their lives, and the ability to question and change unfair, biased or discriminatory systems. 4. Participatory Democracy, diversity and inclusion Everyone should have full representation on the internet, and the ability collectively to engage with the city through open, participatory and transparent digital processes. Everyone should have the opportunities to participate in shaping local digital infrastructures and services and, more generally, city policy-making for the common good. 5. Open and ethical digital service standards Everyone should be able to use the technologies of their choice, and expect the same level of interoperability, inclusion and opportunity in their digital services. Cities should define their own technological infrastructures, services and agenda, through open and ethical digital service standards and data to ensure that they live up to this promise.
Anlage 2: Übersetzung der Erklärung ins Deutsche
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Erklärung der Städtekoalition für digitale Rechte (Cities Coalition for Digital Rights) (Übersetzung aus dem englischen Original) Wir, die unterzeichnenden Städte, schließen uns formell zur Städtekoalition für digitale Rechte zusammen, um die Menschenrechte im Internet auf lokaler und globaler Ebene zu schützen und zu wahren. Das Internet ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Dennoch gibt es jeden Tag neue Fälle von Missbrauch und Zweckentfremdung digitaler Rechte, von Fehlinformation und von Machtkonzentration auf der ganzen Welt: die freie Meinungsäußerung wird zensiert; persönliche Informationen, einschließlich unserer Bewegungen und Kommunikation, werden überwacht, weitergegeben und ohne Zustimmung verkauft; "Black Box"-Algorithmen werden verwendet, um Entscheidungen zu treffen, für die niemand Verantwortung übernimmt; soziale Medien werden als Mittel der Bedrohung und der Hassrede eingesetzt; demokratische Prozesse und die öffentliche Meinung werden untergraben. Als Städte – die den Menschen am nächsten stehenden demokratischen Institutionen – fühlen wir uns verpflichtet, Hürden zu beseitigen, die der Nutzung technologischer Möglichkeiten zum Wohle unserer Bürger im Wege stehen, und vertrauenswürdige und sichere digitale Dienste und Infrastrukturen zur Unterstützung unserer Gemeinschaften bereitzustellen. Wir sind der festen Überzeugung, dass Menschenrechtsprinzipien wie der Schutz der Privatsphäre, die Meinungsfreiheit und die Demokratie von vornherein in digitale Plattformen integriert werden müssen, angefangen bei lokal kontrollierten digitalen Infrastrukturen und Diensten. Als Koalition und mit Unterstützung des Siedlungsprogramms der Vereinten Nationen (UN-Habitat) werden wir best practice-Erfahrungen teilen, von den Herausforderungen und Erfolgen der anderen lernen und gemeinsame Initiativen und Maßnahmen koordinieren. Inspiriert von der „Internet Rights and Principles Coalition“ (IRPC) – der Arbeit von über 300 internationalen Stakeholdern in den vergangenen zehn Jahren – fühlen wir uns den folgenden fünf sich stetig entwickelnden Prinzipien verpflichtet: 1. Universeller und gleicher Zugang zum Internet und digitale Kompetenz Jeder sollte zu gleichen Bedingungen Zugang zu erschwinglichen und zugänglichen Internet- und digitalen Diensten haben und über die digitalen Fähigkeiten verfügen, um diesen Zugang zu nutzen und die digitale Kluft zu überwinden. 2. Privatsphäre, Datenschutz und Datensicherheit Jeder sollte über seine Privatsphäre verfügen können und die Kontrolle über seine persönlichen Informationen haben, und zwar durch Datenschutz sowohl an physischen als auch an virtuellen Orten, um digitale Vertraulichkeit, Sicherheit, Würde und Anonymität zu gewährleisten, sowie die Souveränität über seine Daten, einschließlich des Rechts zu wissen, was mit seinen Daten geschieht, wer sie verwendet und zu welchem Zweck. 3. Transparenz, Rechenschaftspflicht und Nichtdiskriminierung von Daten, Inhalten und Algorithmen Jeder sollte Zugang zu verständlichen und korrekten Informationen über die technologischen und algorithmischen Systeme sowie Systeme der künstlichen Intelligenz haben, die sein Leben beeinflussen, und die Möglichkeit haben, unfaire, voreingenommene oder diskriminierende Systeme zu hinterfragen und zu ändern. 4. Partizipative Demokratie, Vielfalt und Inklusion Jeder sollte im Internet vollständig repräsentiert sein und die Möglichkeit haben, sich durch offene, partizipative und transparente digitale Prozesse kollektiv mit der Stadt auseinanderzusetzen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich an der Gestaltung lokaler digitaler Infrastrukturen und Dienste und allgemeiner an der Gestaltung der Stadtpolitik zum Wohle der Allgemeinheit zu beteiligen. 5. Offene und ethische Standards für digitale Dienste Jeder sollte in der Lage sein, die Technologien seiner Wahl zu nutzen, und das gleiche Maß an Interoperabilität, Inklusion und Chancen bei digitalen Diensten erwarten dürfen. Städte sollten ihre eigenen technologischen Infrastrukturen, Dienste und Agenda durch offene und ethische Standards für digitale Dienste und Daten definieren, um sicherzustellen, dass sie dieses Versprechen einhalten.
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1557/2024
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 28.08.2024
- Erstellt
- 13.05.2024 09:00