0887/2022
Sanierung und Entwicklung der Bäche und Parkweiher in Köln
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Mitteilung Bäche und Weiher
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1 Parkweiher Am 1. Mai 2017 haben die StEB Köln die Unterhaltung und Sanierung der 15 Parkweiher im Stadtgebiet von Köln übernommen. Diese teilweise über 100 Jahre alten Parkweiher befinden sich überwiegend im zentralen Kölner Stadtgebiet und im Grüngürtel. Sie haben eine wichtige Funktion für das Klima in der Stadt und für die Naherholung der Menschen. Aufgrund ihres Alters besteht bei verschiedenen Weihern ein teilweise erheblicher Sanierungs- und Erneuerungsbedarf, dem die StEB Köln in den nächsten Jahren sukzessiv nachkommen werden. Die folgend dargestellten Weiher befinden sich in der ersten Sanierungspriorität. Blücherparkweiher Stadtteil: Bilderstöckchen Entstehungszeit: 1911 bis 1913 Wasserfläche 1,2 ha; Wassertiefe 2,60 m bauliche Sanierung: 2/2019 bis 8/2020 Kosten: 3,3 Mio. € Am Blücherparkweiher fand die erste größere Sanierungsmaßnahme nach der Übernahme der Aufgabe durch die StEB Köln statt. Die Entleerung und Entschlammung war Anfang 2019 abgeschlossen. Anschließend begann der Umbau des Teichbeckens. Um ein möglichst natürliches biologische Gleichgewicht der Wasserzone herzustellen, wurde die Tiefe im mittleren Bereich des Beckens von 1,40 auf 2,60 Meter gebracht. Die Sohle des Weihers wurde mit einer Kunststoffbahn abgedichtet. Hierdurch konnte die Zuleitung von Grundwasser deutlich reduziert werden. Der Beckenneubau erfolgte unter Beachtung des Denkmalschutzes. Deshalb hat sich das äußere Erscheinungsbild trotz der weitreichenden Umbaumaßnahmen kaum verändert. Die Sanierung konnte erfolgreich im veranschlagten Kosten- und Terminplan umgesetzt werden. Volksgartenweiher Stadtteil: Neustadt Süd Entstehungszeit: 1887 bis 1889 Wasserfläche 1,3 ha; Wassertiefe 1 m bauliche Sanierung: 1/2023 bis 4/2024 (vorherige Entleerung und Entschlammung) geplante Kosten: 5,0 Mio. € Der Volksgartenweiher ist neben dem Floraweiher der älteste der Kölner Parkweiher. Er wurde vom damaligen Gartendirektor Adolf Kowallek vollendet und entstand auf dem Gelände des ehemaligen Fort IV. Der Park war die erste Grünanlage im Festungsring von Köln, der später in den Inneren Grüngürtel umgewandelt wurde. Reste der alten Festungsanlage sind heute noch erhalten. 2 Der Weiher liegt etwas vertieft im Gelände, was auf eine ehemalige Rheinrinne hinweist. Für die notwendige Belüftung im Wasser sorgt eine Fontäne auf einer Schwimmkonstruktion. Gespeist wird er von Grundwasser, das über einen Wasserfall in den Weiher fließt. Die geplante Erneuerung wird die hohen Wasserverluste durch Undichtigkeiten an der Sohle eliminieren und den starken Nährstoffüberschuss mit Geruchsemmissionen, besonders in den Sommermonaten, stark reduzieren. Dafür wird der Volksgartenweiher partiell vertieft und mit Makrophyten besetzt. So wird die Wasserqualität auf natürliche Weise verbessert und auf hohem Niveau stabilisiert. Als technische Einrichtungen werden eine Umwälzanlage, ein Schaumsprudler und ggf. eine Phosphateleminationsanlage zur Unterstützung eingebaut. Klettenbergparkweiher Stadtteil: Klettenberg Entstehungszeit: 1905 bis 1907 Wasserfläche 0,7 ha; Wassertiefe 0,4 m bauliche Sanierung: 1/2025 bis 4/2026 (vorherige Entleerung und Entschlammung) geplante Kosten: 3,0 Mio. € Die Anlage des Klettenbergparkweihers erfolgte in den Jahren 1905 bis 1907 vom damaligen Kölner Gartenbaudirektor Fritz Encke. Er legte dein Park bewusst als Naturgarten mit Landschaftselementen und Vegetation der „rheinischen Heimat“ in einer ehemaligen Kiesgrube an. Die damit verbundene vertiefte Lage des Parkweihers und der umgebende, inzwischen dichte und hohe Baumbestand führen dazu, dass der relativ kleine Wasserkörper kaum vom Wind durchmischt werden kann. Sein Wasser speist er über einen eingebauten Wasserfall aus einem 2016 errichteten Grundwasserbrunnen. Im Jahr 2014 wurden eine Umwälzanlage und ein Schaumsprudler erneuert, die bei Extremwetterlagen für die notwendige Sauerstoffzufuhr sorgen. Außerdem wurde eine Entschlammung und Erneuerung der Weihersohle mittels Ton durchgeführt. Trotzdem weist der Weiher inzwischen wieder hohe Wasserverluste durch Undichtigkeiten an der Sohle auf. Die sehr geringe Wassertiefe führt zu dem deutlich zu hoch mit Nährstoffen belasteten Zustand des Weihers. Die geplante Sanierung wird ähnlich wie beim Volksgartenweiher die hohen Wasserverluste durch Undichtigkeiten an der Sohle eliminieren und den starken Nährstoffüberschuss mit Geruchsemmissionen, besonders in den Sommermonaten stark reduzieren. Dafür wird auch der Klettenbergparkweiher partiell vertieft und mit Makrophyten besetzt. So wird die Wasserqualität auf natürliche Weise verbessert und auf hohem Niveau stabilisiert. Als technische Einrichtungen werden die Umwälzanlage und der Schaumsprudler erneuert und ggf. eine Phosphateleminationsanlage eingebaut. Der Sanierungs- und Erneuerungsbedarf der übrigen Weiher wurde bisher nur konzeptionell geprüft. Eine detailliertere Betrachtung soll hier in den nächsten Jahren erfolgen, hierbei sollen die Erfahrungen der Maßnahmen an den Weihern im Blücherpark, im Volksgarten und im Klettenbergpark einfließen. 3 Informationskonzept Kölner Parkweiher Umsetzung an allen Weihern geplant Projektplanung: 3/2022 – 12/2025 Kosten: 0,4 Mio. € Die 15 Kölner Parkweiher, die von den StEB Köln betreut werden, werden von der Bevölkerung mit sehr unterschiedlichen Nutzungsbedürfnissen hochgradig frequentiert. Derzeit gibt es keine einheitliche Beschilderung, die auf Ge- und Verbote, die Funktion und Bedeutung der Parkweiher oder den naturnahen Umgang mit diesen hinweisen. Ein weiherübergreifendes, crossmediales Informationskonzept soll entwickelt und sukzessive für alle 15 Parkweiher umgesetzt werden. Ziel des Projektes ist eine übersichtliche, informative und digitale „Beschilderung“ aller Kölner Parkweiher. Hierzu sollen vor Ort an geeigneten Standorten am jeweiligen Weiher Informationsträger aufgestellt werden, auf denen mittels Aufruf auch digitale Angebote mit zusätzlichen und ausführlichen Informationen verfügbar sein werden: Websites, Web-Apps, Audio- und Video- Informationen. Am Blücherparkweiher wurde das Konzept bereits umgesetzt (Web-App, Audio) und am 22. März 2022 wurden die beiden Info-Säulen im Rahmen des Weltwassertages eingeweiht. Die Umsetzung an allen übrigen Weihern soll sukzessive bis 2025 erfolgen, wenn erste Erfahrungen und eine positive Resonanz vom Pilotprojekt am Bücherparkweiher vorliegen. Die Sanierungsmaßnahmen und die Umsetzung des Informationskonzeptes werden intensiv mit dem Grünflächenamt, den übrigen betroffenen Ämtern der Stadt und den jeweiligen Bezirksämtern abgestimmt. Bäche Die rechtliche Grundlage zum Umgang mit den Oberflächengewässern bildet die europäische Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL). Die definierten Maßnahmen zur Unterhaltung, Sanierung und Entwicklung der Kölner Bäche werden entsprechend im Gewässerentwicklungskonzept Köln (GEK) dokumentiert. Das fortgeschriebene aktuelle GEK 2020 hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2026. Es wurde vom Verwaltungsrat der StEB Köln beschlossen. Der Rat der Stadt Köln hat am 14.05.2020 zugestimmt. Seit Inkrafttreten der EU-WRRL im Jahr 2000 wurden insgesamt 117 Maßnahmen definiert. Davon wurden bisher 44 umgesetzt, sechs sind entfallen. Außerdem enthält das GEK 2020 Maßnahmen der Hochwasservorsorge und Maßnahmen, die sowohl den Hochwasserschutz verbessern als auch für die Umsetzung der EU-WRRL notwendig sind. Seit Ende des Jahres 2019 laufen Gespräche mit der Bezirksregierung (BR) Köln und dem Umweltministerium NRW, weil seither die Bewilligungen von Förderanträgen ausstehen, bzw. nur vereinzelt Finanzierungsgenehmigungen ausgesprochen worden sind. Leider scheidet die Möglichkeit einer Vorfinanzierung der Maßnahmen durch die StEB Köln ebenfalls aus, da vorzeitige, förderunschädliche Maßnahmenbeginne für die Kölner Gewässermaßnahmen nicht genehmigt werden. 4 Es werden jedoch weiterhin Genehmigungen beantragt. Die erforderlichen Bauarbeiten können aber wegen der fehlenden Finanzierung nicht ausgeschrieben werden. Da die grundsätzliche Verpflichtung zur Umsetzung der EU-WRRL trotzdem besteht, versuchen die StEB Köln weiterhin die finanziellen Randbedingungen zu klären. Unter Umständen muss das Kölner Gewässerentwicklungskonzept den Finanzierungsvorgaben des Landes angepasst werden, wenn die Wichtigkeit der Gewässerentwicklung für das Land NRW längerfristig auf niedrigem Niveau bleiben sollte. Im Oktober 2021 standen der BR Köln außerplanmäßig begrenzte Fördermittel zur Verfügung. Zwei Maßnahmen am Kemperbach (KEM M6 und M7) wurden daraufhin genehmigt. Weitere Zuwendungsbescheide für das Jahr 2022 konnten leider nicht in Aussicht gestellt werden. Im Folgenden werden die derzeit besonders relevanten Einzelmaßnahmen aus dem GEK 2020 vorgestellt, deren Umsetzungen allerdings vom Zeitpunkt der Finanzierungszusage des Landes abhängig sind. Flehbach, Buchheimer Ring Maßnahme: FLE M5 Stadtteil: Buchheim Geplante Fertigstellung: 3/2024 Geplante Kosten: 260.000 € Die Maßnahme umfasst das Entfernen von Ufer- und Sohlverbau an einer stark befahrenen Straße. Landeszuschüsse wurden nicht in Aussicht gestellt, daher ist der Fertigstellungszeitpunkt offen. Flehbach, BAB A3 bis Buchheimer Ring Maßnahme: FLE M6 Stadtteil: Buchheim Geplante Fertigstellung: 3/2024 Geplante Kosten: 500.000 € Die Maßnahme umfasst das Entfernen von Ufer- und Sohlverbau, sowie den Einbau von Totholz zwischen einer Pferdewiese und einer landwirtschaftlich genutzten Fläche, die sich in Privateigentum befinden. Landeszuschüsse wu4rden nicht in Aussicht gestellt, daher ist der Fertigstellungszeitpunkt offen. Flehbach, Rüdiger Straße Maßnahme: FLE M9 Stadtteil: Buchheim Geplante Fertigstellung: 3/2024 Geplante Kosten: 400.000 € 5 Es handelt sich um eine Ad hoc Maßnahme in Folge eines Böschungsbruchs am 22.07.2021 nach einem Starkregenereignis. Die Maßnahme umfasst das Abflachen der Böschung durch Verlagerung in angrenzende Fläche und den Einbau von Totholz. Ein Antrag auf Fördermittel wurde gestellt. Die Zustimmung der Unteren Wasserbehörde liegt vor. Landeszuschüsse wurden nicht in Aussicht gestellt, daher ist der Fertigstellungszeitpunkt offen. Flehbach, Abshofstraße Maßnahme: FLE M12 Stadtteil: Merheim Geplante Fertigstellung: 3/2025 Geplante Kosten: 370.000 € Die Maßnahme zur Vitalisierung im vorhandenen Profil wird in enger Abstimmung mit den Ämtern 69 und 66 geplant. Die Federführung liegt bei Amt 69. Der Zeitpunkt der Fertigstellung ist vom Zeitraum der städtischen Arbeiten abhängig. Kemperbach, KVB Endhaltestelle Thielenbruch Maßnahme: KEM M6 Stadtteil: Dellbrück Geplante Fertigstellung: 3/2023 Geplante Kosten: 70.000 € Für diese Maßnahme wurden die beantragten Fördergelder beschieden. Die Arbeiten zum Abflachen des Ufers und das Anpflanzen von Ufergehölzen können in der vegetationsfreien Zeit im Winter 2022/2023 umgesetzt werden. Kemperbach, westlich Otto-Kaiser-Straße Maßnahme: KEM M7 Stadtteil: Dellbrück Geplante Fertigstellung: 12/2023 Geplante Kosten: 200.000 € Für diese Maßnahme wurden die beantragten Fördergelder beschieden. Die Arbeiten umfassen das Abflachen des Ufers, die Pflanzung von Ufergehölzen, die Extensivierung der Umlandnutzung und die Entwicklung eines Auwaldes. 6 Strunde, Wichheimer Mühle Maßnahme: STR M1b Stadtteil: Holweide Geplante Fertigstellung: offen Geplante Kosten: 600.000 € Die Maßnahme zur Herstellung der Durchgängigkeit bedarf einer Genehmigung nach § 68 WHG. Anschließend kann die Finanzierung durch Landeszuschüsse beantragt werden. Strunde, Strunder Mühle Maßnahme: STR M19 Stadtteil: Dellbrück Geplante Fertigstellung: offen Geplante Kosten: 240.000 € Die Maßnahme zur Herstellung der Durchgängigkeit bedarf einer Genehmigung nach § 68 WHG. Anschließend kann die Finanzierung durch Landeszuschüsse beantragt werden. Allgemeine Informationen zur Lage, zur Entstehung und zum aktuellen Planungs- / Umsetzungsstand der Parkweiher und Bäche im Stadtgebiet werden über unsere Website an die Öffentlichkeit kommuniziert: www.steb-koeln.de/baeche-und-weiher/
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/VIII Vorlagen-Nummer 16.03.2022 0887/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 31.03.2022 Sanierung und Entwicklung der Bäche und Parkweiher in Köln Die StEB Köln sind für den guten Zustand der Kölner Bäche und Parkweiher verantwortlich. Dazu gehören neben den ständigen Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten vor allem die Entwicklung der Gewässer als Naherholungsbereiche im urbanen Raum und die Verbesserung der strukturellen Ge- gebenheiten hin zum naturnahen Zustand. In der der Vorlage beigefügten PDF-Datei (Mitteilung Bäche und Weiher) berichtet die StEB Köln über den aktuellen Zustand der Kölner Bäche und Parkweiher. Gez. Wolfgramm
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0887/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 16.03.2022
- Erstellt
- 11.03.2022 10:03