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SV-2007/0060

Große Anfrage der CDU-Fraktion vom 01.08.2007 betr. Mathildenhöhe

Große Anfragen 01.08.2007

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SV-2007/0060

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SV-2007/0060

5323 Zeichen

Vorlage-Nr. SV-2007/0060 
 
 
 
 
 
 
 
CDU-Stadtverordnetenfraktion  •  Steubenplatz 12  •  64293 Darmstadt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
    
         
          01.08.2007 
 
 
Große Anfrage - Mathildenhöhe  
 
 
Darmstadts Gartenbaudirektorin Doris Fath hat vor einigen Tagen für die Leser einer 
großen Frankfurter Zeitung Sonderführungen und Vorträge veranstaltet mit dem Titel 
„Die Gärten der Mathildenhöhe im Wandel der Zeiten“. Die Führungen waren sehr 
schnell ausgebucht und die Menschen begeistert. Dabei zeigte Frau Fath immer 
wieder die historischen Ansichten und Entwürfe Olbrichs, um darauf zu verweisen, 
dass Olbrichs Architektur untrennbar verbunden bleibt mit der Gestaltung seiner 
Gärten, auf die er viel Mühe und Liebe zum Detail verwandte.  So ist z. B. die noch 
vor 1905 angelegte „grüne Achse“, die im Garten des Kleinen Glückerthauses 
begann und die man früher, wenn man am unteren Ende dieses Gartens im Prinz-
Christians- Weg stand,  bis hinauf zum Ernst-Ludwig-Haus sehen konnte, durch 
Vernachlässigung oder als nicht mehr zeitgemäß angesehen, verschwunden. Die 
ehemaligen Terrassen sind noch da, wenn auch überwuchert, auch das kleine runde 
Wasser-becken ist noch zu erkennen, wenn auch zweckentfremdet als 
Kompostbehälter und der einst durchsichtige Metallgitterzaun durch eine dichte 
Ziegelmauer ersetzt mit einem dicken Kastanienbaum dahinter, welche die Sicht 
versperren.  
Man könnte die Anlage gut wieder herstellen, denn sie ist ausreichend dokumentiert. Leider 
gehört weder das Haus noch das Grundstück der Stadt. Andere denkmal-geschützte Häuser 
dieser Villenkolonie jedoch gehören der Stadt und hier könnte man die Gärten wieder 
rekonstruieren: Den Garten des Olbrich-Hauses (heute  
Deutsches Poleninstitut), den Garten des Oberhessischen Hauses (heute Wohnsitz 
verschiedener Familien und Sitz der Gesellschaft für neue Musik und Musikerziehung), das 
Große Glückerthaus (Sitz der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung u. a.) und das 
Haus Deiters (auch Dt. Poleninstitut). 
Weitere ergänzende Maßnahmen auf der Mathildenhöhe könnten den ursprünglichen 
Charakter eines Gartenviertels wieder stärken, wie z. B. die Ergänzung der Pergolen und 
ihre Bepflanzung mit wildem Wein, die Ausbesserung der verschiedenen, mit Mosaik 
gepflasterten Gehwege. Wichtig als Verbindung zum Kongresszentrum wäre schließlich die 
Wiederherrichtung der Ollenhauerpromenade.   
Wenn  die Stadt mit ihren Juwelen werben will in der Kulturregion Rhein-Main, dann müsste 
sie  nur dem Rang des Jugendstilgedankens gemäß dort ansetzen, wohin die Menschen 
strömen, nämlich bei der Gartenkunst. 
 
 
in der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt 
 
Steubenplatz 12 
64293 Darmstadt 
Tel. 0 61 51 / 17 12 18 
Fax 0 61 51 / 17 12 19 
Internet: www.cdu-darmstadt.de

2 
 
Deshalb frage ich den Magistrat: 
 
1. Welches langfristige Konzept verfolgt der Magistrat in Bezug auf die ehemaligen 
Architektengärten an den Jugendstilvillen auf der Mathildenhöhe? 
In welcher Weise kann eine neue Konzeption erarbeitet werden? 
 
2. Welche Konsequenzen zieht der Magistrat aus der Werkstatt zur „Entwicklung der 
Mathildenhöhe“? 
 
3. Könnten die einzelnen Protokolle aus den verschiedenen Arbeitsgruppen der Werkstatt 
„Entwicklung der Mathildenhöhe“ von 2006 eine Grundlage bilden, um  
dieses Kleinod aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken? 
 
4. Welche Möglichkeiten hat der Magistrat, um festzustellen, ob es gelingen könnte, auf der 
Rückseite der Ausstellungshallen an den Ecken Pappeln oder ähnliche, schlanke hohe 
Bäume zu pflanzen, wie dies von Olbrich vorgesehen war, um das Gebäude stärker zu 
betonen und weithin sichtbar zu machen? 
 
5. Welche Möglichkeiten zur Realisierung des Erwerbs der Grundstücke für die 
Wiederherrichtung des Architektengartens des Kleinen Glückerthauses sieht die Stadt 
a) durch Grundstückstausch 
b) durch Finanzierung mit den Verkaufserlösen von Veräußerung verschiedener 
Grundstücke auf der Mathildenhöhe an einen Investor? 
 
6. Wie beurteilt die neu gegründete Gesellschaft „City Marketing“ den großen Erfolg sowohl 
der Jugendstiltage als auch der Führungen mit Frau Fath bei den Menschen aus Frankfurt 
und Umgebung, wo sogar mit dem Hochzeitsturm für die Kulturregion  Frankfurt-Rhein-Main 
geworben wird, im Hinblick auf Konsequenzen für ihre Arbeit?  
 
7. Welche Überlegungen stellt der Magistrat in Bezug auf die schwierige Parksituation für 
kommende große Ausstellungen wie z. B. die über „Russland um 1900“ auf der 
Mathildenhöhe an? 
Wo sollen Busse parken, wenn es mehr als zwei sind? 
Hat der Magistrat bereits Verhandlungen mit der Hochschule Darmstadt aufgenommen, um 
den Parkplatz am Gebäude des Fachbereichs Gestaltung zumindest provisorisch zu 
planieren und zu schottern? 
 
8. Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat,  die Situation des ruhenden Verkehrs und die 
zunehmende Zerstörung der Mosaikpflasterung in den Straßen der Künstlerkolonie in den 
Griff zu bekommen?  
 
9. Mit welchen Stellen bei Ministerien, der Technischen Universität und der Hochschule 
Darmstadt wird Kontakt gepflegt bezüglich der Mathildenhöhe? 
 
10. Wird der Magistrat prüfen, ob es  für herausragende Denkmäler wie der Künstlerkolonie, 
Europa-Zuschüsse geben könnte? 
 
 
Dr. Sissy Geiger      Rafael Reißer MdL 
Stadtverordnete      Fraktionsvorsitzender

Beratungsverlauf (4)

TOP 14.2
TOP 21.1
TOP 38.1
TOP 14.1

Orte (2)

  • Steubenplatz 12
  • Prinz-Christians-Weg

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Details

Vorlagen-Nr.
SV-2007/0060
Typ
Große Anfragen
Datum
01.08.2007
Erstellt
29.09.2026 00:00