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3473/2017

Abschlussbericht zum Pilotprojekt Zwischennutzungsmanagement

Beschlussvorlage Ausschuss 20.11.2017

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Nächste Beratung: Wirtschaftsausschuss, Sitzung am 30.11.2017, TOP 11.1

Beschlussvorlage Ausschuss

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Zwischennutzung Abschlussbericht

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Ansehen

Beschlussvorlage Ausschuss

6090 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
OB/80 
 
Vorlagen-Nummer 
 3473/2017 
Freigabedatum 
20.11.2017  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Abschlussbericht zum Pilotprojekt Zwischennutzungsmanagement 
Beschlussorgan 
Wirtschaftsausschuss 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Wirtschaftsausschuss nimmt den Abschlussbericht zum Pilotprojekt Zwischennutzungs-
management zur Kenntnis und beschließt, das Projekt mit Auslaufen der Pilotphase zum Jahresende 
zu beenden. 
 
Wirtschaftsausschuss 30.11.2017

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 
Begründung: 
Der Wirtschaftsausschuss hat in seiner Sitzung vom 25.11.2014 die Verwaltung mit der Konzeption 
und Umsetzung eines Zwischennutzungsmanagements für Immobilienleerstände beauftragt. 
 
Das Projekt startete am 01. Oktober 2015 und es wurde in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses 
am 14.04.2016 ein erster Zwischenbericht vorgelegt. 
 
In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 27.10.2016 wurde der erste Abschlussbericht zur 
Kenntnis genommen und die Verwaltung beauftragt, die Pilotphase um ein Jahr zu verlängern. 
 
Die verlängerte Pilotphase endet zum 31.12.2017 und daher legt die Verwaltung den in der Anlage 
beigefügten Abschlussbericht mit folgendem Resümee vor: 
 
Der Ansatz des Zwischennutzungsmanagements in der Stadt Köln unterscheidet sich von anderen 
Zwischennutzungsprojekten in deutschen Großstädten dadurch, dass eine Anmietung wie auch eine 
Subventionierung von Mieten durch die Stadt nicht vorgesehen ist. Ferner stehen keine städtischen 
Immobilien für Zwischennutzungen zur Verfügung. 
 
Als Zielgruppe wurden im Projekt zeitRAUM.koeln gewerbliche Nutzer, insbesondere Unternehmen 
und Start‐ups aus der Kultur‐ und Kreativbranche sowie der Digitalen Wirtschaft definiert. 
 
Nach der ersten Projektphase von Oktober 2015 bis September 2016 zeigen sich in der auf ein Jahr 
ausgerichteten Fortsetzung des Projekts zeitRAUM. koeln seit Januar 2017 deutliche Fortschritte, wie 
beispielsweise ein vergrößertes Angebot an Immobilien für Zwischennutzungen,  
mehr Besucher auf der Webseite sowie eine größere Resonanz in der Presse. Jedoch ist es in der 
insgesamt zweijährigen Phase des Projekts zeitRAUM.koeln, trotz der das Projekt fördernden Rah-
menbedingungen, wie eine aktive Kultur‐ und Kreativbranche und eine vielfältige Start‐up‐Szene, 
nicht gelungen, einen der Nachfrager auf eine für Zwischennutzung zur Verfügung stehende Immobi-
lie zu lenken, da Angebots‐ und Nachfrageprofile nicht übereinstimmten. 
 
Die Ursachen hierfür liegen in drei wesentlichen Bereichen: 
 
 Dem Kölner Immobilienmarkt 
 Der Zusammensetzung der Immobilieneigentümer 
 Den Arbeitsweisen der Raum‐Suchenden 
 
Die Leerstandsquote liegt auf dem Kölner Markt der Büroflächen mit rund 4,5 % auf einem Tiefst-
stand. Bei Werten von unter 5 % wird von einem „Vermietermarkt“ gesprochen, denn die notwendigen 
Fluktuationsreserven sind nur noch begrenzt vorhanden. 
 
Raum‐suchende Unternehmen müssen sich in der Stadt Köln auf steigende Quadratmeterpreise 
und ein limitiertes Flächenangebot einstellen. Ähnlich knapp ist das Angebot der Lager‐ und Logistik-
flächen, deren anhaltende Nachfrage von Unternehmen aus den Bereichen Transport, Verkehr und 
Lagerhaltung getragen wird. Verschärft wird die Situation durch den Engpass auf dem Kölner Woh-
nungsmarkt, der dazu beiträgt, dass teilweise Gewerbeflächen und ‐räume zu Wohnraum um genutzt 
werden. 
 
In den letzten Jahren haben sich die Strukturen der Eigentümer von Gewerbeimmobilien in der Stadt 
Köln dahin gewandelt, dass diese häufiger in Besitz von internationalen Konsortien sind und somit 
das Interesse an Entwicklungen vor Ort abnimmt. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist zudem, 
dass mit Leerständen Steuererleichterungen erzielt werden können.

3 
Zahlreiche Anbieter von Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren sind in den letzten Jahren entstan-
den, die für die Klientel des Zwischennutzungsmanagements neben flexiblen Vertragslaufzeiten zu-
meist eine Komplettlösung bereithalten.  
 
Ziel dieser mindestens 60 am Kölner Markt tätigen Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren ist es, 
den jungen Unternehmen neben den Räumlichkeiten einen Mehrwert in Form eines Kommunikations‐ 
und Kontaktnetzwerks und häufig auch speziellen Seminaren anzubieten. 
 
Im Gegensatz zu den Räumen der Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren wird bei einer Zwischen-
nutzung über zeitRAUM.koeln zumeist ein unmöblierter Raum, der für einen befristeten Zeitraum 
ausgestattet und mit der notwendigen Infrastruktur versehen werden muss, angeboten. Auch das 
vorhersehbare Ende einer Zwischennutzung hält Gründer und junge Unternehmen von einer Anmie-
tung ab, da sie so schon den Zeitpunkt einer erneuten Raumsuche vor Augen haben. 
 
Ebenso nimmt das sog. „Schwarmverhalten“ junger Gründer und Unternehmer Einfluss auf die Nach-
frage, da sie meist von den Orten angezogen werden, an denen andere bereits gute Erfahrungen 
gemacht haben. Die Verdichtung von Start‐up‐Unternehmen an einem Ort fördert nachweislich die 
Kommunikation und die Teambildung. Im Angebot von zeitRAUM.koeln sind Büroflächen in den un-
terschiedlichen Projekträumen im Kölner Stadtgebiet anzumieten; eine solche Verdichtung unter ei-
nem Dach ist aber ist nur schwer realisierbar. 
 
Aus diesen Aspekten resultiert die Erkenntnis, dass die Vermittlung von leerstehenden, gewerblichen 
Immobilien privater Eigentümer zur Zwischennutzung in der Stadt Köln vom Markt bereits adäquat 
geregelt zu sein scheint. Ein städtisches Eingreifen über ein Zwischennutzungsmanagement für Im-
mobilien privater Eigentümer bei grundsätzlich das Projekt fördernden Rahmenbedingungen hat unter 
den aktuellen Marktgegebenheiten keine wirtschafts‐ oder kulturfördernden Impulse ausgelöst. 
 
Daher empfiehlt die Verwaltung, das Projekt nach der Pilotphase zu beenden. 
 
Die Internetdomain „zeitRaum.koeln“ wird von der Stabstelle für Medien- und Internetwirtschaft nach 
Projektende ohne Inhalte übernommen, um sie für mögliche künftige Projekte weiter nutzen zu kön-
nen.

Zwischennutzung Abschlussbericht

89252 Zeichen

Stadt Köln
Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts
„zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017

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Neumarkt
50667 Köl
 
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Fax 0221 9
 
info@stad
www.stad
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94072‐0 
94072‐18 
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nsen.de
nsen.de

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  
Inhaltsverzeichnis 
1  Aufgabenstellung und Projektphasen  3 
2  Rückblick auf das Projekt in 2015/2016  4 
2.1  Herangehensweise und Vorbereitung  4 
2.2  Kontaktaufnahme zu Immobilieneigentümern und ihren Vertretern  5 
2.3  Aufbau der Webseite zeitRAUM.koeln und der Kontaktstelle  5 
2.4  Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen  5 
2.5  Resümee des ersten Projektjahrs  5 
3  Struktur und Dokumentation der Immobilien im Projekt  6 
3.1  Auswahl der Projektgebiete  6 
3.2  Recherche der Immobilien und Anlage der Datenbank  8 
3.3  Entwicklung der Immobilien in den ausgewählten Stadtteilen im 
Projektverlauf  9 
3.4  Immobilien für Zwischennutzungen  11 
4  Ergebnisse der Kontakte zu den Marktteilnehmern  13 
4.1  Kontakt‐ und Anlaufstelle  13 
4.2  Kontaktaufnahme zu Immobilieneigentümern und ihren Vertretern  13 
4.3  Kontakte zu Eigentümern in Köln‐Mülheim (Projekt Mülheim 2020)  14 
4.4  Kontakte zu Raum‐Suchenden  14 
5  Die Webseite zeitRAUM.koeln  15 
5.1  Aufbau und Pflege der Webseite zeitRAUM.koeln  15 
5.2  Entwicklung der Besucherzahlen auf der Projekt‐Webseite  15 
6  Öffentlichkeitswirksame Marketing‐Maßnahmen  17 
6.1  Verlinkungen  17 
6.2  Einbindung von Interessengemeinschaften  18 
6.3  Teilnahme an Veranstaltungen  18 
6.4  Erstellung und Verteilung von Werbemitteln  19 
6.4.1  Gratispostkarten  19 
6.4.2  Flyer  20 
6.5  Veröffentlichungen in Printmedien  20 
7  Rahmenbedingungen des Kölner  
Zwischennutzungsprojekts  21 
7.1  Das Projekt fördernde Rahmenbedingungen in der Stadt Köln  21 
7.1.1  Aktive Kultur‐ und Kreativbranche  21 
7.1.2  Digitale Start‐up‐Szene  21 
7.2  Restriktionen des Projekts zeitRAUM.koeln  22

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  
7.2.1  Restriktion Immobilienmarkt  22 
7.2.2  Restriktion Immobilieneigentümer  23 
7.2.3  Restriktion Raum‐Suchende  23 
8  Resümee  24 
Anhang 1  26 
Anhang 2  28 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
In dem nachfolgenden Text verwenden wir eine geschlechtsneutrale Sprache. Bei der konkreten Ansprache von 
Personen werden sowohl die weiblichen als auch die männlichen Personen genannt, z. B. „Bewohnerinnen und 
Bewohner“. Sollte aus Versehen oder aus Gründen der besseren Lesbarkeit an einigen Stellen nur die männli‐
che 
Form,  z.  B.  „Akteure“  gewählt  sein,  meinen  wir  aber  immer  auch  die  weiblichen  Personen,  nämlich  die 
Akteurinnen.  Selbstverständlich  sind  für  uns  immer  Männer  und  Frauen  gleichzeitig,  gleichgestellt  und  chan‐
cengleich angesprochen. 
Dieses  Gutachten  unterliegt  dem  Urheberrecht.  Vervielfältigungen,  Weitergabe  oder  Veröffentlichung  des 
Gutachtens  in  Teilen  oder  als  Ganzes  sind  nur  nach  vorheriger  Genehmigung  und  unter  Angabe  der  Quelle 
erlaubt, soweit mit dem Auftraggeber nichts anderes vereinbart ist.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  3 
1 Aufgabenstellung und Projektphasen 
Mit  dem  Begriff  Zwischennutzung  wird  die  zeitlich 
befristete  Nutzung  von  leerstehenden  Immobilien 
oder  derzeit  nicht  zu  marktüblichen  Konditionen 
vermietbaren  Objekten  bezeichnet.  Zwischennut‐
zungen  können  in  leerstehenden  Ladenlokalen, 
Gewerbe‐  und  Büroflächen,  in  ehemaligen  Indust‐
rieflächen  und ‐ hallen  und  auch  auf  unbebauten 
Grundstücken  verwirklicht  werden.  Dabei  kann  es 
zu  sehr  heterogenen  Nutzungen  kommen,  wie  bei‐
spielsweise  die  Ansiedlung  von  kleinen  Betrieben 
oder  Start‐up‐Unternehmen  in  ehemaligen  Indus‐
triebauten oder die temporäre Nutzung von Laden‐
lokalen  als  Ausstellungsfläche  für  Künstler.  Aus 
erfolgreichen  Zwischennutzungen  können  sich 
durchaus auch Dauernutzungen entwickeln, und auf 
diese Weise ist es möglich, das Image eines Gebäu‐
des,  bei  räumlicher  Bündelung  auch  eines Straßen‐
zugs  oder  eines  Stadtquartiers,  sowie  die  öffentli‐
che Wahrnehmung positiv zu beeinflussen.  
Einige  bundesdeutsche  Großstädte  haben  das  In‐
strument  der  Zwischennutzung  in  den  letzten  Jah‐
ren  eingesetzt,  um  einerseits  den  Abbau  von  Leer‐
ständen,  andererseits  gewerbliche  oder  kulturelle 
Nutzungen,  häufig  aus  der  Kreativwirtschaft,  zu 
unterstützen.  Meist  wurden  diese  Projekte  öffent‐
lich  gefördert,  oft  auch  als  sog.  Modellvorhaben 
initiiert.  Die  so  gesammelten  Erfahrungen  sind  je‐
doch nur begrenzt übertragbar, da jedes Projekt die 
jeweiligen kommunalen Strukturen und Intentionen 
berücksichtigen muss.  
In der Stadt Köln stand die Fragestellung im Vorder‐
grund,  ob  die  Entwicklung  von  Unternehmen  und 
Start‐ups  aus  der  Kultur‐  und  Kreativwirtschaft 
sowie der digitalen Wirtschaft durch die Möglichkeit 
von  Zwischennutzungen  positive  Impulse  erhalten 
kann.  Das  Zwischennutzungsmanagement  sollte 
daher  temporär  befristete  Immobilien  generieren 
und  den  Nachfragern  aus  diesen  Zielgruppen  ver‐
mitteln.  Stadt‐  und  Regionalplanung  Dr.  Jansen 
GmbH erhielt den Auftrag, im Zeitraum von Anfang 
Oktober  2015  bis  Ende  September  2016  zunächst 
ein  Konzept  für  ein  Zwischennutzungsmanagement 
auszuarbeiten  und  es  dann  pilotweise  umzusetzen. 
Der  Folgeauftrag  zur  (modifizierten)  Fortsetzung 
bezog sich auf das Jahr 2017. Der Projekttitel laute‐
te zeitRAUM.koeln. 
Der  Ansatz  des  Zwischennutzungsmanagements  in 
der Stadt Köln unterscheidet sich von dem anderer 
Kommunen  grundsätzlich  dadurch,  dass  nur  be‐
grenzt  in  die  Mechanismen  des  Immobilienmarkts 
eingegriffen  werden  soll.  So  war  eine  Anmietung 
von  Immobilien  wie  auch  eine  Subventionierung 
von Mieten durch die Stadt Köln nicht vorgesehen. 
Ferner  standen  keine  Immobilien  aus  dem  Besitz 
der Stadt Köln für mögliche Zwischennutzungen zur 
Verfügung,  sodass  sich  das  Projekt  ausschließlich 
auf  private  Eigentümer  konzentrierte.  Als  weitere 
Rahmenbedingung  wurde  der  Verzicht  von  Provisi‐
onen  sowohl  für  Eigentümer  als  auch  für  Raumsu‐
chende festgelegt.  
In  Zusammenarbeit  mit  der  Stadtverwaltung  Köln 
wurden  Stadtbereiche  mit  unterschiedlichen  Rah‐
menbedingungen  als  Piloträume  identifiziert.  Es 
wurde die Webseite zeitRAUM.koeln aufgebaut, die 
neben  den  Immobilienangeboten  alle  relevanten 
Projektinformationen  für  Eigentümer  und  Raumsu‐
chende enthält. 
Die  Ergebnisse  der  ersten  Projektphase  wurden  in 
einem  Abschlussbericht  dokumentiert,  der  Stadt 
Köln  übergeben  und  im  Wirtschaftsausschuss  der 
Stadt Köln erläutert. Es zeigte sich, dass eine lange 
Vorlaufzeit benötigt wurde, um das Projekt zu kon‐
zipieren,  erste  mitwirkungsbereite  Eigentümer  und 
Immobilien zu generieren und darauf aufbauend die 
Projektwebsite  zu  installieren.  Erst  dann  konnten 
potenzielle  Nachfrager  nach  Zwischennutzungen 
angesprochen  werden.  Bis  zum  Ende  der  ersten 
Projektphase war es nicht gelungen, einen Nachfra‐
ger  auf  eine  für  Zwischennutzungen  zur  Verfügung 
stehende  Immobilie  zu  lenken,  da  Angebots‐  und 
Nachfrageprofile  nicht  übereinstimmten.  Damit 
konnten  in  der  ersten  Projektphase  keine  Rück‐
schlüsse  auf  wirtschafts‐  und  kulturfördernde  Im‐
pulse  des  Kölner  Zwischennutzungsprojekts  gezo‐
gen werden.  
Aus  diesem  Grund  wurde  die  Projektphase  um  ein 
Jahr verlängert, mit einem verstärkten Engagement 
bei den Aktivitäten, die die Chancen für eine erfolg‐
reiche  Umsetzung  von  Zwischennutzungen  erhö‐
hen. Hierzu zählen 
 die Ausdehnung des Projekts auf weitere 
Stadtbereiche – jedoch wiederum verbunden 
mit dem Ziel, mögliche Verbundeffekte inner‐
halb dieser Stadtbereiche nutzen zu können,

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  4 
 eine Ausweitung der Öffentlichkeitsarbeit 
hinsichtlich der Intensität der Kommunikation 
und der gewählten Medien.  
In Kapitel 2 werden die wesentlichen Entwicklungen 
der ersten Projektphase in einem Rückblick zusam‐
mengefasst.  Die  Struktur  und  Entwicklung  der  Im‐
mobilien  beinhaltet  das  Kapitel  3.  Die  Ergebnisse 
der  Kontaktaufnahmen  zu  den  verschiedenen  Ak‐
teuren im Projekt zeitRAUM.koeln werden im Kapi‐
tel 4 dargestellt. Kapitel 5 geht auf den Aufbau und 
die Pflege der Projekt‐Webseite ein. Kapitel 6 schil‐
dert  die  öffentlichkeitswirksamen  Marketing‐Maß‐
nahmen, die in der Fortsetzung des Projekts ergrif‐
fen wurden, und die erzielte Resonanz. Die Entwick‐
lungen  auf  dem  Kölner  Immobilienmarkt,  das  Ver‐
halten  von  Immobilieneigentümern  sowie  die  Ar‐
beitsweise von jungen Unternehmensgründern und 
Unternehmen  aus  der  Kultur‐  und  Kreativbranche 
und  der  Digitalen  Wirtschaft  determinieren  den 
Erfolg  des  Projekts  zeitRAUM.koeln  auf  vielfältige 
Weise.  Diese  diversen  Restriktionen,  die  den  Ver‐
marktungsbemühungen entgegenstehen, werden in 
einem  Fazit  in  Kapitel  7  vertiefend  vorgestellt, 
ebenso wie die das Projekt fördernden Rahmenbe‐
dingungen  in  der  Stadt  Köln.  In  einem  prägnanten 
Resümee  werden  abschließend  in  Kapitel  8  die 
wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst.  
2 Rückblick auf das Projekt in 
2015/2016 
2.1 Herangehensweise und Vorbereitung 
Im  Oktober  2015  wurden  in  Abstimmung  mit  der 
Stadt Köln die Piloträume für die erste Projektphase 
ausgewählt.  Es  wurden  mit  Ehrenfeld  und  Porz 
bewusst  links‐  und  rechtsrheinische  Stadtteile  mit 
unterschiedlichen  Standortqualitäten  ausgesucht. 
Innerhalb  dieser  Stadtteile  wurden  nach  der  durch 
Internetanalyse  ermittelten  Leerstandsdichte  die 
Piloträume abgegrenzt.  
Da  es  in  den  ersten  Monaten  der  Projektlaufzeit 
nicht  gelungen  war,  Objekte  für  mögliche  Zwi‐
schennutzungen  zu  akquirieren,  wurden  die  Pilot‐
räume im März 2016 um Teilbereiche der Stadtteile 
Braunsfeld und Ossendorf erweitert, da diese eben‐
falls eine überdurchschnittlich hohe Leerstandsdich‐
te bei gewerblichen Immobilien aufwiesen. 
In Ehrenfeld und Porz erfolgten im November 2015, 
in Braunsfeld und Ossendorf im März 2016 die erste 
Vor‐Ort‐Überprüfung  und  Ergänzung  der  Liste  der 
bisher  erfassten  Leerstände.  Ziel  dieses  Arbeits‐
schritts war es, mögliche Dopplungen der im Immo‐
bilienportal  immoscout24.de  erfassten  Leerstände 
zu  erkennen  und  benachbarte  Leerstände  ohne 
Internetvermarktung  ebenfalls  zu  berücksichtigen. 
Ab  den  genannten  Zeitpunkten  wurden  die  Inter‐
netanalysen in einem monatlichen, die Begehungen 
in  einem  zweimonatlichen Rhythmus  durchgeführt. 
Alle  Ergebnisse  wurden  in  einer  Datenbank  doku‐
mentiert,  welche  die  objektbezogenen  Informatio‐
nen bündelt.  
Zum Projektstart 2015 wurden Vorschläge für einen 
Projektnamen  entwickelt,  um  nicht  den  sperrigen 
Begriff  des  Zwischennutzungsmanagements  in  den 
Vordergrund  stellen  zu  müssen.  Die  Wahl  fiel  auf 
den  Titel  „zeitRAUM.koeln“,  und  es  konnte  die 
gleichnamige  Internetdomain  für  das  Projekt  gesi‐
chert  werden.  Im  Dezember  2015  erfolgte  die  Ab‐
stimmung  eines  ansprechenden  Logos  für  das  Pro‐
jekt  zeitRAUM.koeln,  das  seit  diesem  Zeitpunkt  für 
alle Veröffentlichungen verwendet wird.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  5 
2.2 Kontaktaufnahme zu 
Immobilieneigentümern und ihren 
Vertretern 
Auf  der  Grundlage  dieser  Datenbank  startete  zu 
Jahresbeginn  2016  die  Kontaktaufnahme  zu  Mak‐
lerunternehmen,  Immobilienverwaltungen  und 
privaten Eigentümern. Diese erfolgte in allen Fällen 
durch  ein  Auftakt‐Telefonat  mit  anschließender 
Zusendung  eines  standardisierten  Informations‐
schreibens zum Projekt. In der ersten Projektphase 
konnten  auf  diese  Weise  über  50  Maklerunterneh‐
men und Immobilienverwaltungen, die in den Pilot‐
räumen  Leerstände  anbieten  bzw.  verwalten,  über 
das  Kölner  Zwischennutzungsprojekt  informiert 
werden.  Darüber  hinaus  wurden  75  private  Eigen‐
tümer  telefonisch  oder  auf  dem  Postweg  kontak‐
tiert.  
In  den  Gesprächen  zeigte  sich,  dass  für  zahlreiche 
Makler/Immobilienverwaltungen  der  Wunsch  des 
Eigentümers  nach  langfristigen  Verträgen  die  Mit‐
wirkungsbereitschaft  einschränkt.  Für  einzelne 
Objekte wurde nur eine kurze Dauer des Leerstands 
erwartet;  deshalb  war  das  Interesse  an  einer  Zwi‐
schennutzung  gering.  Ein  weiteres  Hindernis  der 
Zusammenarbeit  bildete  die  zunehmende  Interna‐
tionalität  vieler  Immobilienfonds,  die  mit  einer 
fehlenden  Bindung  zum  einzelnen  Objekt  und  dem 
städtischen  Umfeld  einhergeht,  sodass  ein  Leer‐
stand  hingenommen  wird.  Dennoch  konnten  zwi‐
schen März und September 2016 zwölf Immobilien 
für die Mitwirkung im Projekt geworben werden.  
Bei  den  privaten  Eigentümern  zeigte  sich,  dass  die 
Haupthindernisse  eine  zu  hohe  Mieterwartung 
sowie  die  Sorge  um  die  Seriosität  des  Mieters  wa‐
ren. Darüber hinaus bestand bei zahlreichen Immo‐
bilien,  die  bei  Vor‐Ort‐Recherchen  als  Leerstand 
klassifiziert  wurden,  dennoch  ein  laufender  Miet‐
vertrag.  Durch  die  Gespräche  mit  den  privaten  Ei‐
gentümern  wurden  bis  zum  Ende  der  ersten  Pro‐
jektphase  vier  Immobilien  für  mögliche  Zwischen‐
nutzungen gewonnen.  
2.3 Aufbau der Webseite zeitRAUM.koeln und 
der Kontaktstelle 
Im  Zusammenhang  mit  der  Festlegung der  Projekt‐
bezeichnung  und  der  Auswahl  des  Logos  starteten 
auch  die  Vorbereitungen  für  die  Projekt‐
Internetseite  www.zeitraum.koeln,  die  Mitte  März 
2016  mit  den  ersten  Angeboten  zu  Zwischennut‐
zungen  online  gehen  konnte.  Die  Webseite  stellte 
zunächst  den  Projektzusammenhang  dar  und  gab 
dann die Möglichkeit, über Filter‐ und Suchfunktio‐
nen  geeignete  Immobilien  auszuwählen.  Im  nächs‐
ten  Schritt  wurden  die  Kontaktdaten  übermittelt 
und  über  ein  Kontaktformular  Verbindung  zu  Ver‐
mietern und Raumsuchenden hergestellt.  
Ebenfalls  seit  März  2016  war  die  Kontaktstelle  für 
alle  Anfragen rund  um das Projekt  zeitRAUM.koeln 
bei  Stadt‐  und  Regionalplanung  Dr.  Jansen  GmbH 
eingerichtet  worden;  hier  liefen  die  Fäden  für  alle 
Ansprechpartner  im  Projekt,  insbesondere  für  die 
Immobilieneigentümer  und  die  Mietinteressenten, 
zusammen. 
2.4 Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen 
Bereits  seit  Ende  März  2016 bestand  bei  der  Start‐
webseite  Wirtschaft  und  der  Startwebseite  Kultur‐
förderung  der  Stadt  Köln  eine  Verlinkung  zu  der 
Projektwebseite zeitRAUM.koeln. 
Zudem wurden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit 
im August 2016 ein Artikel im Kölnmagazin, heraus‐
gegeben  von  der  Wirtschaftsförderung,  und  im 
September  2016  ein  Artikel  in  Eigentum  aktuell, 
herausgegeben  vom  Kölner  Haus‐  und  Grundbe‐
sitzerverein, veröffentlicht. Ebenfalls im September 
desselben  Jahres  wurde  in  Zusammenarbeit  mit 
dem Kulturamt ein Interview, das über erfolgreiche 
Zwischennutzungen  im  Rahmen  der  Biennale  „new 
talents“  bei  der  DEG  –  Deutsche  Investitions‐  und 
Entwicklungsgesellschaft  informiert,  als  Referenz 
auf die Webseite des Projekts gestellt.  
Trotz dieser öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen, 
die einerseits auf die Raumsuchenden und anderer‐
seits  auf  die  Eigentümer  und  ihre  Vertreter  abziel‐
ten, blieb die Resonanz insgesamt extrem gering. 
2.5 Resümee des ersten Projektjahrs 
In  der  praktischen  Umsetzung  des  Zwischennut‐
zungsmanagements zeigte sich, dass für den Aufbau 
von  Kontakten  und  Netzwerken  ein  langer  Atem 
notwendig  ist.  Auch  der  interkommunale  Vergleich 
von  Zwischennutzungsprojekten  hatte  deutlich 
gemacht,  dass  sich  die  Erfolge  der  Arbeit  zumeist 
erst  nach  mehrjähriger  Projektlaufzeit  einstellen.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  6 
Die  Webseite  zeitRAUM.koeln  war  zum  Ende  der 
ersten  Pilotphase  erst  seit  sechs  Monaten  online, 
und  es  konnte  bis  zu  diesem  Zeitpunkt  noch  keine 
Zwischennutzung etabliert werden. Dennoch zeigte 
die Erfolgskurve nach oben: die Anzahl der Objekte 
für  mögliche  Zwischennutzer  vergrößerte  sich,  und 
die Besucherzahl auf der Webseite stieg kontinuier‐
lich.  
Die im ersten Projektjahr einbezogenen Leerstände 
waren in den Piloträumen der Stadtteile Ehrenfeld, 
Porz,  Braunsfeld  und  Ossendorf  lokalisiert.  Eine 
Ausdehnung des Projekts zeitRAUM.koeln auf Lagen 
in  anderen  Kölner  Stadtteilen  mit  einer  ebenfalls 
hohen  Leerstandsdichte  bei  gewerblichen  Immobi‐
lien  versprach  eine  Ausweitung  des  Angebots  an 
attraktiven Immobilien für eine Zwischennutzung.  
Das  Projekt  zeitRAUM.koeln  zeigte  zum  Ende  der 
ersten  Arbeitsphase  eine  positive  Entwicklung.  Es 
bestand die Aussicht, dass sich bei einer räumlichen 
Ausdehnung  im  Stadtgebiet  und  einer  Intensivie‐
rung der Öffentlichkeitsarbeit in einer verlängerten 
Projektphase  erste  Zwischennutzungen  realisieren 
lassen,  die  wiederum  weitere  Anbieter  und  Nach‐
frager zur Mitwirkung motivieren können. 
 
 
 
3 Struktur und Dokumentation der 
Immobilien im Projekt  
3.1 Auswahl der Projektgebiete 
Die  erste  Projektphase  sah  Piloträume  innerhalb 
des  Kölner  Stadtgebiets  vor,  um  Synergien  bei  An‐
bietern  und  Nachfragern  nutzen  zu  können.  Diese 
Piloträume  waren  zunächst  abgegrenzte  Bereiche 
aus den Stadtteilen Porz und Ehrenfeld, später auch 
aus  Braunsfeld  und  Ossendorf.  Neben  der  Über‐
schaubarkeit  sollte  diese  Konzentration  dazu  füh‐
ren,  dass  sich  Bekanntheit  und  Akzeptanz  des  Pro‐
jekts möglichst schnell verbreiten – sowohl bei den 
Immobilieneigentümern  als  auch  bei  den  an  Zwi‐
schennutzung Interessierten.  
Im Oktober 2015 begann die Internet‐Analyse der in 
Köln  angebotenen  Gewerbeimmobilien,  um  in  Ab‐
stimmung mit der Stadt Köln die Piloträume für das 
Projekt auswählen zu können. Da Kultur‐ und Krea‐
tivwirtschaft eine Affinität zu innerstädtischen oder 
innenstadtnahen  Siedlungsbereichen  aufweisen 
und durch  multiethnisch  geprägte  Umfelder  Impul‐
se  für  ihre  Arbeit  generieren,  rückte  der  Stadtteil 
Ehrenfeld  in  den  Fokus.  Sanierte  Altbauten  und 
große  Industrieareale  –  häufig  noch  aus  der  Jahr‐
hundertwende – treffen hier den Nerv der Zeit. In‐
Cafés, ein lebendiges Nachtleben und internationale 
Gastronomie  sind  charakteristisch  für  das  Viertel. 
An der Venloer Straße gibt es viele Ladenlokale, die 
in  der  Regel  jedoch  nur  kurze  Leerstandszeiten 
aufweisen, aber auch durch einen schnellen Wech‐
sel  gekennzeichnet  sind.  Insbesondere  im  Areal 
rund  um  den  TechnologiePark  sind  jedoch  zahlrei‐
che leerstehende Büro‐ und Praxisräume zu finden. 
Mehr  Platz  bieten  die  großen  Industriebrachen, 
beispielsweise  entlang  der  Vogelsanger  Straße,  wo 
zahlreiche  Hallen  auf  Nachmieter  zu  warten  schei‐
nen. 
Als  Kontrast  zu  Ehrenfeld  wurde  der  Stadtteil  Porz 
als zweiter Stadtteil ausgewählt. Hierbei handelt es 
sich nicht um einen Standortbereich, der das gängi‐
ge Anforderungsprofil der typischen Nachfrager aus 
Kultur‐  und  Kreativwirtschaft  bedient.  Gleichwohl 
ergeben  sich  hier  die  vielfach  gewünschten  „offe‐
nen“  Standortperspektiven  und  eine  Aufbruchstim‐
mung  mit  den  Planungen  für  die  Umstrukturierun‐
gen  im  Kernbereich.  Leerstehende  Laden‐,  Büro‐

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Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  8 
Seit  Beginn  der  zweiten  Projektphase  am 
01.01.2017  wurden  die  Untersuchungsgebiete  in 
den  Stadtteilen  Braunsfeld,  Ehrenfeld,  Ossendorf 
und  Porz  auf  die  gesamten  Stadtteilgebiete  ausge‐
weitet.  
Neu  hinzugenommen  wurden  in  Abstimmung  mit 
der  Stadt  Köln  ab  Januar  2017  die  Stadtbezirke 
Altstadt‐Süd  und  Neustadt‐Süd,  da  hier  günstige 
Rahmenbedingungen (z. B. gewerbliche Leerstands‐
quote,  adäquate  Infrastruktur  und  Milieu  für  Exis‐
tenzgründer  und  Kreativwirtschaft)  für  eine  erfolg‐
reiche  Umsetzung  des  Zwischennutzungsprojekts 
vorlagen.  Eine  gemeinsame  Betrachtung  der  Stadt‐
teile  Altstadt‐Süd  und  Neustadt‐Süd  ergab  sich  aus 
der  Systematik  des  Immobilienportals  „Immoscout 
24.de“,  das  Suchergebnisse  für  diese  beiden  Stadt‐
teile nur zusammengefasst zur Verfügung stellt und 
die  Objektdaten  nicht  immer  Adressen  enthalten, 
die  eine  eindeutige  räumliche  Zuordnung  ermögli‐
chen. 
Die  Stadtteile  Alt‐  und  Neustadt‐Süd  liegen  im  Köl‐
ner  Stadtkern  südlich  des  Neumarkts  zwischen 
Aachener  Straße  und  Rheinufer.  Von  Nordosten  in 
südwestlicher  Richtung  orientiert  sich  die  Abgren‐
zung am Verlauf der Bahngleise und dem innerstäd‐
tischen  Grüngürtel.  Zu  den  bekanntesten  Veedeln 
von Altstadt‐Süd und Neustadt‐Süd zählen  
 das Kwartier Latäng, welches mit seinen vielen 
Bars und Kneipen einen der belebtesten Plätze 
im Kölner Nachtleben bietet,  
 die Südstadt, die bekannt ist für ihr eigenes 
und urtypisch kölsches Flair mit einem umfas‐
senden Angebot an Einzelhandel, Gastronomie 
und Dienstleistungen und  
 der Rheinauhafen mit seinen exklusiven Büro‐ 
und Gastronomieangeboten direkt am Rhein‐
ufer.  
Im Süden zwischen Volksgarten und Bonner Straße 
befinden  sich  entlang  des  Bonner  Walls  Gewerbe‐
hallen,  die  teilweise  auch  von  Künstlern  genutzt 
werden. 
3.2 Recherche der Immobilien und Anlage der 
Datenbank 
In der ersten Projektphase wurde eine Immobilien‐
datenbank  aufgebaut,  die  auf  einer  zweigliedrigen 
Bestandsaufnahme  und  einer  monatlichen  Aktuali‐
sierung basiert. Wie dargestellt, wurde in der Fort‐
setzung  des  Projekts  auf  die  Vor‐Ort‐Begehung  als 
Erfassungsquelle  verzichtet  und  alle  Leerstände  im 
Projektgebiet  ausschließlich  dem  Onlineportal  „Im‐
mobilienscout24.de“  entnommen.  „Immobilien‐
scout24.de“  wurde  als  Datenquelle  ausgewählt,  da 
es  als  Marktführer  unter  den  Suchportalen  die 
meisten  Angebote  und  umfangreiche  Objektbe‐
schreibungen  führt.  Die  Objektdaten  wurden  den 
im  Portal  veröffentlichten  Online‐Exposés  entnom‐
men. 
Bezüglich  der  Qualität  der  einbezogenen  Immobi‐
lien  umfasste  das  Spektrum  alle  Arten  von  leerste‐
henden  Gewerbeimmobilien,  um  unterschiedliche 
Nutzer ansprechen zu können. Besondere Aufmerk‐
samkeit  fanden  dabei  Immobilien,  deren  sofortige 
Vermarktbarkeit  für  eine  längerfristige  Mietdauer 
eingeschränkt ist, weil z. B. Renovierungen erforder‐
lich sind.  
Gegliedert  wurden  die  erfassten  Immobilien  nach 
folgenden Kategorien:  
 Leerstehende Ladenlokale, Gastronomie‐ oder 
Dienstleistungsflächen im Erdgeschoss 
 Leerstände in Obergeschossen (z. B. Büros und 
Praxen) 
 Sonstige leerstehende Immobilien  
(z. B. Hallen) 
 Unbebaute Grundstücke 
Im Rahmen der Online‐Recherche wurden quantita‐
tive  Objektdaten  wie  Größe,  Raumanzahl  und  Teil‐
barkeit  in  die  Objektdatenbank  überführt.  Bei  er‐
folgreicher  Überführung  von  Objekten  in  das  Zwi‐
schennutzungsprojekt  wurden  qualitative  Aspekte 
der Leerstände aufgenommen. 
Die  monatliche  Datenbankaktualisierung  erfolgte 
mittels  Überprüfung  des  Onlineportals  Immobilien‐
scout24.de.  Dazu  wurden  die  Anzeigen  der  erfass‐
ten  Objekte  des  Onlineportals  über  ihre  jeweilige 
ID‐Nummer  auf  Aktualität  überprüft.  Wenn  ein 
Objekt  nicht  mehr  im  Online‐Portal  verfügbar  war,

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  9 
wurde  es  im  Datenbestand  mit  entsprechendem 
Datum als „nicht mehr verfügbar“ markiert. Bei der 
Objektaufnahme  in  die  Datenbank  wurde  darauf 
geachtet, dass identische Objekte, die von verschie‐
denen  Maklern  angeboten  werden,  möglichst  nur 
einmal erfasst werden. 
Im  Anschluss  an  die  Aufnahme  einer  Immobilie  in 
die  Datenbank  erfolgte  die  Kontaktaufnahme  zu 
Verwaltern,  Maklern  oder  Eigentümern.  Bei  einer 
erfolgreichen  Kontaktaufnahme,  die  dazu  führte, 
dass  der  Immobilieneigentümer  bzw. ‐ verwalter 
sich  eine  Zwischennutzung  für  sein  Objekt  vorstel‐
len  konnte,  wurde  ein  persönlicher  Gesprächster‐
min  möglichst  vor  Ort  vereinbart.  Bei  diesem  Ter‐
min wurden Objektfotos der Immobilie und weitere 
Objekteigenschaften  aufgenommen,  die  später  zur 
Erstellung eigener Exposés genutzt wurden. Bei den 
Objekteigenschaften handelt es sich unter anderem 
auch  um  die  Anforderungskriterien,  die  das  Kultur‐
amt der Stadt Köln bei der Bewertung von Immobi‐
lien  für  Ateliers,  Ausstellungen  und  Projekt‐  bzw. 
Proberäumen berücksichtigt:  
 Akustische Möglichkeiten 
 Deckenhöhe 
 Lastenaufzug 
 Senkung der Mietkosten durch Übernahme 
von Diensten (z. B. hausmeisterliche Betreu‐
ung) 
 Heizmöglichkeit in den Wintermonaten 
 Zulässigkeit von Publikumsverkehr 
 Anzahl der Notausgänge 
Wenn  die  Informationen  zu  einem  Objekt  vollstän‐
dig  vorhanden  waren  und  der  Eigentümer  bzw. 
Verwalter  einer  Veröffentlichung  auf  der  Webseite 
zeitRAUM.koeln zugestimmt hatte, wurde ein Expo‐
sé mit sämtlichen verfügbaren Objektinformationen 
angefertigt. 
3.3 Entwicklung der Immobilien in den 
ausgewählten Stadtteilen im Projektverlauf  
Zu  Beginn  der  zweiten  Projektphase  fand  eine  Be‐
reinigung  des  Datenbankbestands  aus  2015/2016 
statt. Diese hatte zum Ziel, Objekte aus der Daten‐
bank  zu  entfernen,  deren  Verfügbarkeit  durch  die 
Onlinerecherche  nicht  mehr  nachvollzogen  werden 
konnte.  Es  handelte  sich  hierbei  im  Wesentlichen 
um  Objekte,  die  im  Rahmen  der  Vor‐Ort‐Begehung 
erfasst  wurden  und  im  Nachgang  nicht  eindeutig 
einem Onlineangebot zugeordnet werden konnten.  
Die  Betrachtung  der  Entwicklung  der  in  die  Daten‐
bank  aufgenommenen  Immobilien  erlaubt  keine 
Rückschlüsse  auf  die  übergeordnete  Entwicklung 
des Gewerbeimmobilienmarkts in der Stadt Köln, da 
sich  aufgrund  der  im  Projektverlauf  veränderten 
Bestandsaufnahme  sowie  eines  verstärkten  Daten‐
bereinigungsprozesses methodisch bedingte Abwei‐
chungen  ergeben,  welche  die  Vergleichbarkeit  ein‐
schränken.  Jedoch  lässt  sich  für  die  begrenzten 
einbezogenen Stadtteile ableiten, dass 
 weniger Leerstände erfasst wurden als im 
ersten Projektjahr, 
 die Objekte, die aktuell zur Vermietung ste‐
hen, häufiger sogenannte „Dauerleerstände“ 
sind, 
 vornehmlich Immobilien der Kategorie Büro/ 
Praxis in den untersuchungsrelevanten Stadt‐
teilen zur Verfügung stehen. 
Rückgang  des  erfassten  Angebots  an  leerstehen‐
den Immobilien 
In  den  fünf  ausgewählten  Stadtteilen  wurden  seit 
Anfang  Januar  2017  insgesamt  594  Leerstände  in 
die  Projektdatenbank  aufgenommen,  von  denen 
zum  Stichtag  27.09.2017  noch  248  als  leerstehend 
geführt wurden. 
Werden  die  erfassten  Gewerbeleerstände  mit  den 
Beständen  aus  dem  Jahr  2016  verglichen,  wird 
deutlich,  dass  trotz  eines  erweiterten  Untersu‐
chungsraums  im  Jahr  2017  weniger  Leerstände 
aufgenommen werden konnten als im Jahr 2016. So 
betrug  die  Anzahl  aller  erfassten  Leerstände  im 
Erhebungszeitraum  2015/2016  noch  957  Immobi‐
lien, von denen zur Berichtslegung (nach der ersten 
Projektphase)  im  September  2016  noch  405  leer 
standen.  
Zurückzuführen  ist  der  unterschiedlich  hohe  Aus‐
gangswert  zum  einen  auf  einen  verkürzten  Erfas‐
sungszeitraum  sowie  zum  anderen  auf  eine  verän‐
derte  Erhebungsmethodik.  Im  Jahr  2017  wurden 
über einen Zeitraum von ca. neun Monaten (01.01. 
bis  30.09.2017)  leerstehende  Gewerbeobjekte  er‐
fasst,  während  in  der  ersten  Projektphase  insge‐
samt  zwölf  Erhebungsmonate  (01.10.  bis 
30.09.2016) in die Berichtslegung einflossen. Zudem 
wurde  die  Erfassung  im  Jahr  2017  auf  die  Online‐
recherche  beschränkt;  es  fanden  keine  Vor‐Ort‐
Erfassungen mehr statt.

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Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  13 
4 Ergebnisse der Kontakte zu den 
Marktteilnehmern 
4.1 Kontakt‐ und Anlaufstelle 
In  der  ersten  Projektphase  war  eine  Anlauf‐  und 
Kontaktstelle  in  den  Büroräumen  von  Stadt‐  und 
Regionalplanung  Dr.  Jansen  GmbH  am  Kölner  Neu‐
markt eingerichtet worden, die telefonisch und per 
E‐Mail  werktags  zu  den  Bürozeiten  erreichbar  war. 
Diese Anlauf‐ und Kontaktstelle wurde auch im Jahr 
2017  fortgeführt  und  verstand  sich  als  Adresse  für 
alle  Ansprechpartner  im  Projekt,  insbesondere  die 
Immobilieneigentümer  (und  ihre  Vertreter)  sowie 
die  Mietinteressenten.  Ausgehend  von  den  aufge‐
bauten Kontakten und Rückmeldungen der Projekt‐
beteiligten  ist  festzustellen,  dass  diese  Anlauf‐  und 
Kontaktstelle gut angenommen wurde. 
4.2 Kontaktaufnahme zu 
Immobilieneigentümern und ihren 
Vertretern 
Im  Vorjahr  wurden  bei  der  telefonischen  Kontakt‐
aufnahme  zwei  Kategorien  von  Ansprechpersonen 
unterschieden:  die  Immobilienmakler  und ‐ verwal‐
tungen  sowie  die  Immobilieneigentümer.  Bei  jeder 
dieser  Kategorien  kam  es  zu ca.  50  Kontaktaufnah‐
men.  Da  die  meisten  Informationen  zu  den  Eigen‐
tümern aus den Vor‐Ort‐Recherchen stammten, die 
jedoch  abstimmungsgemäß  in  2017  nicht  fortge‐
führt  wurden,  verschob  sich die  Gewichtung  in  der 
zweiten  Projektphase  deutlich.  Ein  weiterer  Grund 
lag darin, dass die in den Internetportalen inserier‐
ten  Gewerbeimmobilien  fast  ausschließlich  von 
Maklern  bzw.  Verwaltungen  und  nicht  von  Privat‐
personen angeboten werden. Folglich kam es in der 
zweiten  Projektphase  zu  einer  sehr  geringen  Kon‐
taktaufnahme mit den Eigentümern selbst. 
Nach  der  Fortführung  des  Projekts  im  Jahr  2017 
wurden  diese  Maklerunternehmen  und  Immobili‐
enverwaltungsgesellschaften,  sobald  ein  weiterer 
gewerblicher  Leerstand  in  der  Datenbank  erfasst 
werden konnte, der von ihnen inseriert wurde, über 
die  Fortführung  des  Projekts  und über die Ausdeh‐
nung  auf  den  Stadtbereich  der  Alt‐  und  Neustadt‐
Süd  informiert.  Zusätzlich  wurden  ca.  28  weitere 
Maklerunternehmen  und  Immobilienverwaltungen 
angesprochen, die im Jahr 2017 erstmalig mit ihren 
Objekten  in  die  Datenbank  aufgenommen  wurden. 
Die  Kontaktaufnahme  erfolgte  jeweils  durch  ein 
Telefongespräch  mit  dem  zuständigen  Mitarbeiter, 
in dem der Projekthintergrund geschildert und nach 
der Mitwirkungsbereitschaft gefragt wurde. In allen 
Fällen wurde in einem zweiten Schritt ein Anschrei‐
ben  verschickt,  um  die  Unternehmen  auch  schrift‐
lich  mit  den  Projektinformationen  und  Kontaktda‐
ten zu versorgen.  
Durch  diese  Gespräche  mit  Maklern  und  Hausver‐
waltungen  konnten  zwischen  Januar  und  Septem‐
ber  2017  insgesamt  fünf  von  zehn  Immobilien  (An‐
zahl  der  Neuzugänge  von  Januar  bis  September 
2017)  für  mögliche  Zwischennutzungen  gewonnen 
und auf die Projektwebseite als Immobilienangebot 
eingestellt werden.  
Die  Aussagen  der  Makler  und  Immobilienverwal‐
tungen  zu  den  Gründen  für  ihre  eingeschränkte 
Mitwirkungsbereitschaft  können  für  die  komplette 
Projektlaufzeit wie folgt zusammengefasst werden:  
 Vorgabe der Eigentümer ist es, einen langfris‐
tigen Mietvertrag abzuschließen 
 Verhandlungen zum Abschluss eines Mietver‐
trags laufen bereits 
 Leerstände sind nicht von langer Dauer, keine 
Notwendigkeit für Zwischennutzungen 
 Grundsätzlich kein Interesse an dem Thema 
Zwischennutzungen  
 Provision entfällt bzw. verringert sich bei kurz‐
fristigen Abschlüssen  
 Beratung der Eigentümer zu Zwischennutzun‐
gen ist erfolgt, hat aber kein Interesse geweckt 
 Wegen Umbaumaßnahme im Objekt keine 
Möglichkeit zur Zwischennutzung 
 Schlechte Erfahrungen mit Kurzzeitmietern  
 Etablierte Mieter gesucht 
Im  Verlauf  der  ersten  Projektphase  konnten  2016 
telefonische Gespräche mit ca. 46 Immobilieneigen‐
tümern geführt werden. Aufgrund der eingestellten 
Vor‐Ort‐Recherche reduzierten sich die Kontakte zu 
privaten  Eigentümern  in  der  zweiten  Projektphase 
drastisch, da diese als Anbieter von Gewerbeimmo‐
bilien  auf  den  gängigen  Internetplattformen  so  gut 
wie nicht in Erscheinung treten. Im Jahr 2017 erga‐
ben  sich  aus  diesem  Grund  nur  insgesamt  sieben 
Gespräche mit den Eigentümern bzw. Hauptmietern 
selbst.  Durch  diese  Telefongespräche  und  die  an‐

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  14 
schließenden persönlichen Kontakte bei der Immo‐
bilienbegehung konnten im Zeitraum von Januar bis 
September 2017 fünf Immobilien für eine mögliche 
Zwischennutzung  generiert  werden.  Diese  Erfolgs‐
quote  von  über  70 %  erklärt  sich  dadurch,  dass 
diese Eigentümer bzw. Hauptmieter fast ausschließ‐
lich  bereits  auf  der  Suche  nach  einem  temporären 
Mieter  bzw.  Untermieter  waren  und  aus  diesem 
Grund  keine  Vorbehalte  bei  dem  Thema  Zwischen‐
nutzung hatten.  
Bei  längeren  Leerständen  und  fehlender  Bereit‐
schaft  zur  Zwischennutzung  gaben  die  Eigentümer 
der  Immobilien,  zusammengefasst  über die  gesam‐
te Projektlaufzeit, zumeist die folgenden Gründe an: 
 Eine zu hohe Mieterwartung und auch auf‐
grund möglicher steuerlicher Vergünstigungen 
der Wille, abzuwarten 
 Furcht vor nicht etablierten, finanzschwachen 
Mietern 
 Sorge vor einer starken Inanspruchnahme der 
Immobilie durch Zwischennutzer bei kürzeren 
Mietdauern 
Bei  diesen  Gründen  sind  auch  indirekte  Aussagen 
der  Eigentümer  eingeflossen,  die  diese  gegenüber 
dem sie vertretenden Maklerunternehmen oder der 
Immobilienverwaltung  gemacht  haben  und  die  als 
Rückmeldung  an  das  Projekt  zeitRAUM.koeln  wei‐
tergegeben wurden.  
4.3 Kontakte zu Eigentümern in Köln‐Mülheim 
(Projekt Mülheim 2020) 
Um die bis 2014 erreichten Erfolge des Strukturför‐
derprogramms Mülheim 2020 nachhaltig zu sichern, 
wurden  einzelne  Projekte  des  Programms  bis  De‐
zember  2016  fortgeführt.  Dazu  gehörte  auch  die 
Pflege  einer  Datenbank  zu  insgesamt  21  gewerbli‐
chen Leerständen im Stadtteil Mülheim, die im Mai 
2017 auf Wunsch der Stadt Köln in das Projekt zeit‐
RAUM.koeln überführt wurde.  
Im Rahmen einer Vor‐Ort‐Recherche wurde Anfang 
Juni  2017  die  aktuelle  Situation  der  Objekte  über‐
prüft  und  dabei  festgestellt,  dass  insgesamt  fünf 
Objekte inzwischen wieder einer Nutzung zugeführt 
worden  waren.  Im  Umfeld  der  noch  bestehenden 
16 Leerstände wurden weitere zehn Objekte aufge‐
nommen,  die  scheinbar  ungenutzt  waren.  Die  Ei‐
gentümer der nun insgesamt 26 Immobilien wurden 
in  einem  Anschreiben  über  das  Projekt  zeit‐
RAUM.koeln  informiert  und  um  Mitwirkung  gebe‐
ten.  
18  Eigentümer  zeigten  kein  Interesse  an  dem  Pro‐
jekt  zeitRAUM.koeln.  Zwei  Eigentümer  gaben  eine 
Rückmeldung,  nach  denen  ein  Objekt  inzwischen 
vermietet und das andere Objekt aufgrund der nicht 
vorhandenen  Trennung  zwischen  Gewerbe‐  und 
Privaträumen  nicht  vermietbar  ist.  Nach  Angaben 
der Deutschen Post waren vier Eigentümer nicht zu 
ermitteln und zwei weitere Eigentümer verstorben. 
4.4 Kontakte zu Raum‐Suchenden 
Waren  es  im  ersten  Projektjahr  nur  vier  Kontakte 
das  Raumangebot  betreffend,  haben  sich  seit  Jah‐
resbeginn  2017  bis  Ende  September  insgesamt  14 
Raum‐Suchende  bei  der  Kontaktstelle  des  Projekts 
zeitRAUM.koeln  mit  einer  konkreten  Anfrage  ge‐
meldet.  Ihre  Flächenanforderungen  wurden  im 
Rahmen persönlicher Gespräche eruiert.  
Von  den  14  Anfragen  bezogen  sich  drei  auf  ein 
Raumangebot  aus  dem  Zwischennutzungsportfolio. 
Aus verschiedenen Gründen kam es bei diesen drei 
Anfragen nicht zu einer Vermittlung:  
 Die moderaten Kosten für eine angefragte 
Halle überstiegen das Budget für eine geplante 
Veranstaltung. 
 Ein Ladenlokal konnte für den Zeitraum von 
April bis Ende August (Start der geplanten 
Umbauarbeiten) angeboten werden, die Nach‐
frage erfolgte Mitte August für einen Zeitraum 
im September. 
 Ein als Atelier angebotener Raum erwies sich 
durch die Öffnung zum zugehörigen Gewerbe‐
betrieb als ungeeignet für die angefragte Bü‐
ronutzung.  
Insgesamt stellten Anfragen nach Büro‐ und Hallen‐
flächen  mit  je  fünf  Anfragen  den  Schwerpunkt, 
gefolgt von vier Anfragen nach Ladenlokalen.  
Sämtliche  angefragten  Hallenflächen  in  einer  Grö‐
ßenordnung  zwischen  200  und  mindestens 
2.000 m2  wurden  für  Events  und  Veranstaltungen 
mit  einer  Dauer  zwischen  einem  Tag  und  einem 
Monat gesucht. Auch gezielte Anfragen bei Makler‐

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  15 
unternehmen,  die  länger  leerstehende,  möglicher‐
weise geeignete Hallen im Portfolio haben, führten 
nicht  zu  dem  gewünschten  Ergebnis.  Ursache  hier‐
für ist, dass die Makler bei Events Auswirkungen auf 
das direkte Umfeld der Immobilie erwarten, ausge‐
löst  beispielsweise  durch  An‐  und  Abreiseverkehr 
oder  andere  Lärmimmissionen.  Positiv  hingegen 
werden Veranstaltungen gesehen, die das Stadtteil‐
Profil unterstützen und dort Impulse auslösen kön‐
nen (wie beispielsweise die Anfrage zu einer Fläche 
für  einen  Design‐Weihnachtsmarkt).  Problematisch 
für  eine  Belegung  als  Zwischennutzung  ist  zudem 
der  lange  Vorlauf  für  die  Planung  solcher  Events, 
denn bereits heute werden die Flächen für das Jahr 
2018 gesucht.  
Die  Anfragen  für  Büroflächen  zur  Zwischennutzung 
wiesen mehrheitlich spezifische Anforderungen auf, 
wie  z. B.  ein  Bedarf  zusätzlicher  Lagerfläche  mit 
ebenerdiger  Anlieferung  oder  mindestens  1,20 m 
breite  Eingangstüren.  Diesen  Anforderungen  ent‐
sprachen keines der angebotenen Objekte und auch 
keine Immobilie aus der Leerstandsdatenbank.  
5 Die Webseite zeitRAUM.koeln 
5.1 Aufbau und Pflege der Webseite 
zeitRAUM.koeln 
Um  eine  Informations‐  und  Kontaktplattform  für 
Eigentümer  bzw.  Makler  und  Raum‐Suchende  mit 
den  Projektverantwortlichen  zu  schaffen,  wurde  in 
der  ersten  Projektphase  eine  Internetseite  aufge‐
baut, die Mitte März 2016 mit den ersten Immobi‐
lienangeboten online gehen konnte.  
Auf  den  Unterseiten  von  zeitRAUM.koeln.de  wer‐
den folgende Projektinhalte vermittelt:  
 Die positiven Wirkungen von Zwischennutzun‐
gen werden sowohl auf den Informationssei‐
ten für Eigentümer und Raumsuchende als 
auch über eine Referenzseite vermittelt.  
 Die umfassenden Serviceleistungen des Zwi‐
schennutzungsprojekts sowohl für Eigentümer 
als auch für Raumsuchende werden in der je‐
weiligen Kategorie vorgestellt. 
 Die Angebotsseite umfasst neben den Immobi‐
lienexposés der angebotenen Zwischennut‐
zungsobjekte auch eine Google‐Übersichts‐
karte der Stadt Köln, auf der die Standorte 
sämtlicher zeitRAUM.koeln‐Leerstände, die für 
Zwischennutzungen zur Verfügung stehen, an‐
gezeigt werden. 
 Auf der Team‐Seite erhalten Projektinteres‐
senten einen Eindruck über die Kontaktperso‐
nen des Zwischennutzungsprojekts.  
 Über die Unterseite „Kontakt“ können Interes‐
senten über ein eingebundenes Kontaktformu‐
lar direkt mit dem zeitRAUM.koeln‐Team Ver‐
bindung aufnehmen. 
 Als Unterstützung für die Objektsuche werden 
die Stadtteile Alt‐/Neustadt‐Süd, Braunsfeld, 
Ehrenfeld, Ossendorf und Porz unter dem Link 
„Stadtteil‐Informationen“ vorgestellt. 
5.2 Entwicklung der Besucherzahlen auf der 
Projekt‐Webseite 
Die  Webseite  verzeichnete  seit  Online‐Stellung  im 
März  2016  bis  Ende  September  2017  rd.  9.360  Be‐
sucher.  Dies  entspricht  für  die  Laufzeit  von  ca.  18 
Monaten ca. 500 bis 550 Besuchen pro Monat bzw. 
15 bis 20 Besuchen pro Tag.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  16 
Wird  die  Entwicklung  der  absoluten  monatlichen 
Besucherzahlen  miteinander  verglichen,  so  wird 
eine  starke  Varianz  zwischen  den  einzelnen  Mona‐
ten deutlich: Nachdem in den ersten zwei Monaten 
2016  durchschnittlich  rd.  335  Besucher  pro  Monat 
die  Webseite  anklickten,  konnten  im  Zeitraum  Juli 
bis  September  2016  durchschnittlich  ca.  615  Besu‐
cher pro Monat gezählt werden. Von Oktober 2016 
bis Februar 2017 zählte die Webseite durchschnitt‐
lich ca. 455 Besucher. In den Monaten März, April, 
Mai  und  Juni  2017  nahm  die  durchschnittliche  Be‐
sucherzahl wieder auf rund 500 Besucher zu. Nach‐
dem  im  Monat  Juni  der  zweitniedrigste  Besucher‐
wert erfasst wurde (niedrigster: Juni 2016) konnten 
im  darauffolgenden  Monat  die  höchsten  Besucher‐
zahlen  seit  Veröffentlichung  der  Webseite  aufge‐
zeichnet werden. Es wurde ein Zugriff von über 800 
Besuchern auf der Webseite gezählt. 
Einfluss  auf  die  Entwicklung  der  Besucherzahlen  in 
den  einzelnen  Monaten  haben  vornehmlich  die 
verschiedenen  Werbemaßnahmen  genommen  (vgl. 
Kapitel  6).  Man  sieht  insbesondere  deutliche  Zu‐
nahmen  der  Besucherzahlen  in  den  Monaten,  in 
denen  Artikel  in  den  Printmedien  veröffentlicht 
wurden, oder in denen das Projektteam auf Veran‐
staltungen geworben hat. 
Abbildung 6: Entwicklung der absoluten Besucherzahlen im monatlichen Vergleich im Jahr 2016 
 
Quelle: Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH 2017 
Bei  einer  Betrachtung  der  Besucherzahlen  auf  den 
nachgeordneten  Seiten  wird  deutlich,  dass  die  In‐
formationstexte  für  Eigentümer  und  Raum‐
Suchende die beliebtesten Seiten sind. 
Es  wird  jedoch  beim  Vergleich  mit  der  absoluten 
Zahl  der  Besucher  der  Startseite  deutlich,  dass  die 
Besucher  der  Webseite  sich  nicht  im  gleichen  Um‐
fang  für  alle  Unterseiten  interessieren.  Ca.  jeder 
sechste  Besucher  schaute  sich  die  Informationssei‐
ten für Eigentümer, Raum‐Suchende und das Team 
des Zwischennutzungsprojekts an, rund jeder zehn‐
te Besucher nutzte auch die Informationen über die 
einzelnen Stadtteile. 
Hinzuweisen ist an dieser Stelle, dass für die Ange‐
botsseite  der  Zwischennutzungsobjekte  kein  Besu‐
cherzähler zur Verfügung steht. Es ist zu vermuten, 
dass  ein  Großteil  der  Webseitenbesucher  sich  vor‐
nehmlich für die Angebote interessiert. 
Abbildung 7: Besucherzahlen auf den vier meistbe‐
suchten Unterseiten von zeitRAUM.koeln (bis Ende 
09/2017) 
 
Quelle: Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH 
2017 
Im  Frühjahr  2017  wurden  die  Stadtteilinformatio‐
nen  für  die  ergänzenden  Projekträume  Altstadt‐ 
und  Neustadt‐Süd  sowie  der  Informationsflyer  des 
Zwischennutzungsprojekts  als  downloadbares  PDF 
auf der Webseite hinzugefügt.  
0
200
400
600
800
1.000
Mai 16 Jun  16 Jul  16 Aug  16 Sep  16 Okt  16 Nov  16 Dez  16 Jan  17 Feb  17 Mrz  17 Apr  17 Mai  17 Jun  17 Jul  17 Aug  17 Sep  17
1.495
1.494
1.369
915
0 500 1.000 1.500 2.000
Eigentümer
Raumsuchende
Team
Stadtteil‐
informationen

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  17 
Abbildung 8: Neue Rubrik „Stadtteilbeschreibung 
Altstadt/Neustadt‐Süd“ auf der Webseite 
 
Quelle: Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH 
2017 
 
6 Öffentlichkeitswirksame Marketing‐
Maßnahmen 
Mit  der  in  der  ersten  Projektphase  erfolgten  Ent‐
wicklung  des  Logos  bzw.  Corporate  Designs  für 
zeitRAUM.koeln,  das  für  alle  Veröffentlichungen 
verwendet  wird,  wurde  eine  Grundlage  für  die 
Kommunikation  und  Vermarktung  des  Zwischen‐
nutzungsprojekts  geschaffen.  Der  sperrige  Begriff 
der  Zwischennutzung  konnte  übersetzt  werden  in 
eine zeitgemäße Wortmarke.  
Es  war  angedacht,  in  der  Projektphase  2017  auch 
Social  Media,  und  hier  insbesondere  Facebook,  als 
ein weiteres Marketing‐Instrument einzusetzen. Da 
der Erfolg einer solchen Maßnahme von einer stän‐
digen  und  abwechslungsreichen  Kommunikation 
mit  Bildern  und  Beiträgen  abhängt,  das  Projekt 
zeitRAUM.koeln jedoch nicht ausreichend Neuigkei‐
ten  produziert,  wurde  abstimmungsgemäß  auf  den 
Aufbau einer Facebook‐Seite verzichtet.  
Stattdessen wurden in chronologischer Reihenfolge 
in  Abstimmung  mit  der  Wirtschaftsförderung  Köln 
die folgenden Marketingmaßnahmen ergriffen:  
 Verlinkungen 
 Einbindung von Interessengemeinschaften  
 Teilnahme an Veranstaltungen 
 Erstellung und Verteilung von Werbemitteln 
wie Gratispostkarten und Flyer 
 Veröffentlichungen in Printmedien 
6.1 Verlinkungen 
Bereits  seit  März  2016  bestehen  Verlinkungen  auf 
den  zwei  Startwebseiten  der  Wirtschaft  und  der 
Kulturförderung  der  Stadt  Köln  zu  der  Projektweb‐
seite  zeitRAUM.koeln.  Im  Mai  2017  konnte  eine 
weitere  Verlinkung  zu  CREATIVE.NRW  Kompetenz‐
zentrum  Kreativwirtschaft  realisiert  werden  mit 
dem Ziel, das temporäre Raumangebot des Projekts 
für  diese  Interessengruppen  schnell  auffindbar  zu 
machen.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  18 
6.2 Einbindung von Interessengemeinschaften 
Im  Januar  2017  wurden  Gespräche  mit  der  IG 
Braunsfeld  und  der  ISG  Porz  geführt,  um  auf  das 
Projekt  zeitRAUM.koeln  aufmerksam  zu  machen. 
Dabei  wurde  der  Ansatz  verfolgt,  dass  die  Interes‐
sengemeinschaften  die  Aufwertung  des  Stadtteils 
verfolgen  und  an  der  ggf.  auch  nur  befristeten  Be‐
seitigung  von  Leerständen  interessiert  sein  sollten. 
Die  Immobilieneigentümer  benachbarter  Leerstän‐
de – so die Idee – sind den Händlern oder Gewerbe‐
treibenden,  die  in  der  ISG  organisiert  sind,  vielfach 
bekannt,  sodass  auf  den  persönlichen  Kontakten 
aufgebaut werden könnte, um die Immobilieneigen‐
tümer  in  das  Projekt  einzubinden.  Gleichermaßen 
wurde  vermutet,  dass  auch  Nachfrager  nach  Zwi‐
schennutzungsflächen  entweder  aus  dem  Kreis  der 
Mitglieder  einer  IG  stammen  können  (z. B.  Suche 
nach  einem  Ladenlokal  für  Sonderverkauf)  oder 
diesen bekannt sind.  
Bei  beiden  Gesprächen  wurde  deutlich,  dass  die 
Vorsitzenden  der  IG  Braunsfeld  bzw.  der  ISG  Porz 
aus  folgenden  Gründen  Probleme  mit  der  Akquise 
und  der  Mitwirkungsbereitschaft  von  Gewerbeim‐
mobilieneigentümern haben: 
 Oftmals besteht kein Interesse an der Bele‐
gung zu günstigen (realistischen) Konditionen, 
vielmehr wird ein längerer Leerstand akzep‐
tiert, bis Interessenten an die Eigentümer oder 
Makler herantreten, die das Objekt zu den ge‐
wünschten Konditionen anmieten wollen. 
 Häufig handelt es sich bei den Eigentümern 
von leerstehenden Objekten um ältere Men‐
schen, die kein Interesse oder kein Geld ha‐
ben, um wichtige Sanierungs‐ oder Renovie‐
rungsarbeiten an ihrer Immobilie umzusetzen. 
Auch  Kontakte  zu  potenziellen  Nachfragern  von 
Zwischennutzungsflächen bestanden nicht.  
Die  IG  Braunsfeld  konnte  den  Kontakt  zu  der  Ver‐
waltung  einer  leerstehenden  Bürofläche  an  der 
Aachener  Straße  herstellen,  aber  der  Eigentümer 
selbst  war  nicht  von  dem  Konzept  einer  Zwischen‐
nutzung zu überzeugen.  
Die  IG‐Seite  schlug  Maßnahmen  wie  Artikel  in  der 
lokalen  Ausgabe  des  Wochenspiegels  vor  (s.  Punkt 
8.4)  sowie  in  Braunsfeld  einen  Infostand  auf  dem 
samstäglichen  Markt.  Diese  Anregung  wurde  Mitte 
März  2017  umgesetzt,  sodass  zahlreiche  Eigentü‐
mer  und  Raumsuchende  die  Gelegenheit  hatten, 
sich  über  das  Projekt  zeitRAUM.koeln  zu  informie‐
ren.  
Abbildung 9: Projektstand auf dem Wochenmarkt in 
Köln‐Braunsfeld 
 
Quelle: Stadt‐und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH  
Aufgrund  des  Leerstands  einiger  Ladenlokale  auf 
der Dürener Straße wurde im Juni 2017 der Kontakt 
zum  Ring  Lindenthaler  Geschäftsleute  (RLG)  ge‐
knüpft.  Als  Ergebnis  aus  dem  Gespräch  wurden 
leerstehende  Ladenlokale  aufgenommen  und  Kon‐
takte  geknüpft,  soweit  die  Eigentümer  bzw.  deren 
Vertreter aufgrund von Aushängen im Objekt selbst 
oder  über  Immoscout‐Anzeigen  bekannt  waren. 
Auch  in  Lindenthal  wurden  die  bereits  genannten 
Gründe  für  den  Leerstand  als  Haupthindernis  für 
eine Wiedervermietung genannt.  
Im Ergebnis ergaben sich durch die Kontakte zu den 
Interessengemeinschaften  keine  wesentlichen  neu‐
en  Kontakte  zu  Immobilieneigentümern  oder  po‐
tenziellen  Nachfragern  von  Interimsflächen  in  den 
jeweiligen Gebieten.  
6.3 Teilnahme an Veranstaltungen 
Gezielt wurden auch die Möglichkeiten geprüft, die 
potenziellen  Nachfrager  von  Zwischennutzungsflä‐
chen  besser  zu  erreichen  und  sie  auf  passenden 
Veranstaltungen konkret anzusprechen.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  19 
Zur besseren Außendarstellung auf Veranstaltungen 
wurde  eine  Beachflag  entworfen,  die  sowohl  im 
Innen‐ als auch im Außenbereich aufgestellt werden 
kann  und  den  Informationsstand  zum  Projekt  ver‐
deutlichen  soll.  Als  Informationsmaterial  wird  auf 
den  klassischen  Informationsflyer  zurückgegriffen, 
der  sowohl  Informationen  für  Immobilieneigentü‐
mer als auch für Raum‐Suchende enthält. 
So  wurde  auf  Anregung  der  Stadtverwaltung  Köln 
am  31.03.2017  ein  Informationsstand  zum  Projekt 
zeitRAUM.koeln auf dem gut besuchten Gründertag 
der IHK Köln eingerichtet. Das Projekt stieß sowohl 
bei den Besuchern als auch bei anderen Ausstellern 
auf  Interesse.  Es  konnten  viele  Besucher  über  das 
Projekt informiert werden, aber da sich die Interes‐
senten noch in Vorbereitung ihrer Existenzgründung 
befanden,  war  die  Suche  nach  einem  geeigneten 
Arbeitsraum  noch  kein  zeitnahes  Thema.  Aus  die‐
sem  Grund  konnte  keine  direkte  Vermittlung  erfol‐
gen,  und  es  hat  sich  aus  der  Veranstaltung  kein 
weiterer  Kontakt  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  er‐
geben. 
Abbildung 10: Informationsstand beim IHK‐
Gründertag 2017 
 
Quelle: Stadt‐und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH  
Das  Projekt  zeitRAUM.koeln  wurde  zum  diesjähri‐
gen  Branchenforum  Kultur‐  und  Kreativwirtschaft 
der IHK Köln am 18.08.2017 eingeladen. Unter dem 
Thema  „Kreative  Räume“  wurden  Aspekte  von 
Raumbedarfen,  Zwischennutzung  sowie  stadtent‐
wicklungspolitischer  und  wirtschaftlicher  Bedeu‐
tung  beleuchtet.  In  einem  Vortrag  vor  ca.  50  Teil‐
nehmern  konnte  das  Projekt  zeitRAUM.koeln  und 
aktuelle  Raumangebote  einer  interessierten  Zuhö‐
rerschaft  vorgestellt  werden.  Konkrete  Anfragen 
haben  sich  aus  der  Teilnahme  am  Branchenforum 
jedoch nicht ergeben.  
6.4 Erstellung und Verteilung von Werbemitteln  
Um den Kontakt zu Raum‐Suchenden zu intensivie‐
ren,  wurden  als  Werbemaßnahmen  die  Erstellung 
und  Verteilung  von  Gratispostkarten  sowie  die  Er‐
stellung  eines  Informationsflyers  zum  Projekt  um‐
gesetzt.  
6.4.1 Gratispostkarten 
Die  Ergebnisse  des  Deutschen  Startup  Monitors 
(DSM)  zeigen,  dass  das  durchschnittliche  Alter  bei 
der ersten Unternehmensgründung bei 27,3 Jahren 
liegt.  Männer  gründen  mit  26,8  Jahren  deutlich 
früher als Frauen mit 31 Jahren. Dabei kommen die 
jüngsten  Gründer  aus  der  Region  Rhein‐Ruhr  (vgl. 
KPMG in Deutschland, 2016). 
Das  Werbesystem  der  Gratispostkarten,  auch  be‐
kannt  unter  dem  Namen  „Kneipenpostkarten“,  ist 
eine  beliebte  Ansprache  für  Besucher  der  Trend‐, 
Szene‐  und  Premiumgastronomie  im  Alter  von  18 
bis  39  Jahren,  die  sowohl  konsumfreudig  als  auch 
kommunikationsstark  und  mobil  sind.  Es  ist  davon 
auszugehen,  dass  sich  die  Zielgruppe  der  Start‐up‐
Unternehmer regelmäßig in diesem Umfeld bewegt. 
Diese  Gratispostkarten  werden  üblicherweise  in 
stark  frequentierten  Bereichen  der  Locations  plat‐
ziert  und  häufig  mit  anderen  Werbepostkarten 
kombiniert  ausgestellt.  In  Gastronomiebetrieben 
befinden  sich  die  ausgestellten  Karten  häufig  im 
Eingangsbereich der Toiletten. Auffallende Postkar‐
ten  werden  von  den  Besuchern  entnommen  und 
behalten oder ggf. an Dritte weitergereicht. 
Die  Werbeform  der  Gratis‐Kneipenpostkarten  un‐
terscheidet  sich  in  vielerlei  Hinsicht  von  anderen 
Werbemedien: 
 Gratispostkarten  erreichen  die  besonders  um‐
kämpfte  Zielgruppe  der  aktiven  und  kaufkräfti‐
gen jungen Menschen in deren Freizeit.

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Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  21 
Im  Laufe  des  Jahres  2017  wurde  in  verschiedenen 
Zeitungen  und  Zeitschriften  über  das  Projekt  zeit‐
RAUM.koeln  berichtet,  deren  Ausgaben  auch  alle 
online abzurufen sind, beispielsweise:  
 Kölnmagazin, Wirtschaft und Leben am Rhein 
 Wochenspiegel, Ausgabe Braunsfeld 
 Wochenspiegel, Ausgabe Porz 
 Die Wirtschaft, Köln – Ausgabe 03/2017 
 Citynews Köln, Ausgabe 03/2017 
Beispielhafte  Artikel  über  das  Projekt  zeitRAUM. 
koeln finden sich im Pressespiegel im Anhang 2.  
Aus  den  Veröffentlichungen  ergaben  sich  zwei  di‐
rekte  Kontakte:  die  Veröffentlichung  im  Wochen‐
spiegel  Porz  führte  zu  der  Anfrage  einer  Künstlerin 
nach einem temporären Ausstellungsraum, und der 
Artikel im Kölnmagazin führte zu einem Raumange‐
bot  in  Köln‐Rondorf.  Weder  die  Anfrage  aufgrund 
einer  fehlenden  Räumlichkeit  in  Porz  noch  die  an‐
gebotene  Raumfläche  in  Rondorf  konnten  mangels 
Nachfrager vermittelt werden.  
7 Rahmenbedingungen des Kölner 
Zwischennutzungsprojekts  
Es  gibt  das  Projekt  fördernde  Rahmenbedingungen 
für ein Zwischennutzungsprojekt in Köln, aber auch 
Restriktionen  in  verschiedenen  Bereichen.  Zu  den 
Pluspunkten  zählen  in  Köln  zweifellos  eine  aktive 
Kultur‐  und  Kreativbranche  sowie  eine  vielfältige 
Start‐up‐Szene.  Zu  den  Restriktionen  gehören  die 
aktuelle Situation auf dem Kölner Immobilienmarkt, 
die Entwicklung der Eigentümer und die Arbeitswei‐
sen der jungen Zielgruppen. 
7.1 Das Projekt fördernde Rahmenbedingungen 
in der Stadt Köln 
7.1.1 Aktive Kultur‐ und Kreativbranche 
Nach dem Datenreport zur Kultur‐ und Kreativwirt‐
schaft 2017  sind  in  der  Stadt  Köln  mehr  als  57.000 
Erwerbstätige  in  der  Kultur‐  und  Kreativbranche 
beschäftigt.  Im  Jahr  2016  wurden  demnach  rund 
12,9 Mrd. Euro in der Kultur‐ und Kreativwirtschaft 
im Großraum Köln erwirtschaftet, von denen mit ca. 
72 %  der  größte  Anteil  auf  die  Stadt  Köln  entfällt. 
Der  wichtigste  Umsatzbringer  ist  hierbei  die  Film‐ 
und Rundfunkindustrie sowie die Medien.  
Aufgrund dieser Ballung an kreativen Kräften in der 
Stadt  Köln  gibt  es  einen  hohen  Bedarf  an  Räumen, 
die  zu  Preisen  unter  Marktniveau  zur  Verfügung 
stehen.  Dieser  Bedarf  zeigt  sich  unter  anderem  in 
der  ständigen  Auslastung  der  ca.  135  Räume  in  14 
Häusern, welche die Stadt Köln derzeit mit subven‐
tionierten  Mieten  für  Künstler  und  Kreative  bereit‐
stellt. 
7.1.2 Digitale Start‐up‐Szene 
Die  Stadt  Köln  und  die  Industrie‐und  Handelskam‐
mer  Köln  versuchen  systematisch,  die  Entwicklung 
der digitalen Start‐up‐Unternehmen zu fördern. Als 
Maßnahmen können die internationale Vernetzung, 
beispielsweise  mit  Tel  Aviv,  oder  die  Initiative  Digi‐
tal Cologne genannt werden. Auf diese Weise sollen 
die  Innovationskraft  und  die  Digitalisierung  der 
Wirtschaft in der Stadt Köln unterstützt werden. 
Laut einer Studie der IW Consult von Juli 2016 wa‐
ren  zu  diesem  Zeitpunkt  ca.  630  Start‐up‐Unter‐
nehmen  in  Köln  tätig.  In  diesen  Unternehmen  sind

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  22 
ca. 13.000 Mitarbeiter beschäftigt, obwohl ca. 60 % 
dieser  Unternehmen  lediglich  zwischen  zwei  und 
fünf  Mitarbeitern  haben.  Digitale  Start‐up‐Unter‐
nehmen sind stark auf die Kernstädte fokussiert, da 
für  den  unternehmerischen  Erfolg  neben  der  Ver‐
fügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte die Nähe 
zu  Kunden,  anderen  Netzwerkpartnern  und  ergän‐
zenden Dienstleistern entscheidend ist.  
Die  hohen  Standortkosten  in  Köln  sind  nach  der 
genannten Studie ein Grund, aus dem sich Gründer 
immer noch verstärkt für die Stadt Berlin entschei‐
den. In dieser Situation sollte die Möglichkeit, güns‐
tigere  Räume  für  Zwischennutzungen  anmieten  zu 
können, verstärktes Interesse wecken.  
7.2 Restriktionen des Projekts zeitRAUM.koeln 
Die  Entwicklungen  auf  dem  Kölner  Immobilien‐
markt,  das  Verhalten  von  Immobilieneigentümern 
sowie  die  Arbeitsweise  von  jungen  Unternehmens‐
gründern  und  Unternehmen  aus  der  Kultur‐  und 
Kreativbranche  und  der  Digitalen  Wirtschaft  deter‐
minieren  den  Erfolg  des  Projekts  zeitRAUM.koeln 
auf vielfältige Weise. Die diversen Restriktionen, die 
den  Vermarktungsbemühungen  entgegenstehen, 
werden in nachfolgend vertiefend vorgestellt. 
7.2.1 Restriktion Immobilienmarkt 
Nach  Auskunft  verschiedener  Berichte  von  Unter‐
nehmen der Immobilienwirtschaft hat sich auf dem 
Kölner  Markt  der  Büroflächen  seit  dem  Jahr  2009 
die  Leerstandsquote  halbiert  und  liegt  zum  Ende 
des  zweiten  Halbjahrs  2017  mit  rund  4,5 %  auf  ei‐
nem  neuen  Tiefststand.  Bei  Prozentwerten  von 
unter  5 %  kann  von  einem  „Vermietermarkt“  ge‐
sprochen  werden,  denn  die  notwendige  Fluktuati‐
onsreserve ist nur noch begrenzt vorhanden. In der 
Stadt Köln stehen aktuell nur noch schätzungsweise 
ca.  347.000  m²  leere  Büroflächen  zur  Verfügung, 
was zu wenig ist, um die nach wie vor gute Nachfra‐
ge  von  Mietinteressenten  bedienen  zu  können. 
Immobilieneigentümer  können  nun  auch  langjähri‐
ge Leerstände zu gewünschten Konditionen vermie‐
ten.  Raum‐suchende  Unternehmen  müssen  sich 
somit  auf  steigende  Quadratmeterpreise  und  ein 
limitiertes Angebot einstellen.  
Abbildung 13: Leerstand und Leerstandsquote bei 
Büroflächen in der Stadt Köln 
 
Quelle: nach Angaben von Jones Lang LaSalle, Office 
Market Profile Köln 
Bei  den  Lager‐  und  Logistikflächen  ist  in  der  Stadt 
Köln  ein  ähnlich  knappes  Angebot  zu  verzeichnen. 
Die  anhaltende  Nachfrage  wird  von  Unternehmen 
aus den Bereichen Transport, Verkehr und Lagerhal‐
tung  getragen.  Der  Engpass  auf  dem  Kölner  Woh‐
nungsmarkt  ist  dafür  verantwortlich,  dass  zudem 
teilweise  Gewerbeflächen  und ‐ räume  zu  Wohn‐
raum umgenutzt werden.  
Diese  gute  Auslastung  des  Kölner  Markts  für  Ge‐
werbeimmobilien  verringert  das  Angebot  für  Zwi‐
schennutzungen  geeigneter  Immobilien  entschei‐
dend.  Zusätzlich  erschweren  weitere  neuere  Ent‐
wicklungen,  insbesondere  auf  dem  Büroflächen‐
markt, die Umsetzung des Projekts zeitRAUM.koeln. 
In  den  letzten  Jahren  sind  zahlreiche  Anbieter  von 
Co‐Working‐Spaces  und  Gründerzentren  entstan‐
den,  die  für  junge  Unternehmen  neben  flexiblen 
Vertragslaufzeiten  zumeist  eine  Komplettlösung 
bereithalten:  diese  Flächen  sind  möbliert  und  bie‐
ten  neben  der  technischen  Infrastruktur  zusätzlich 
weitergehende  Services,  wie  beispielsweise  Rezep‐
tions‐  sowie  Putz‐  und  Postdienste  oder  Bespre‐
chungsräume an.  
Ziel  dieser  Co‐Working‐Spaces  und  Gründerzentren 
ist  es  auch,  den  Mietern  ein  Kommunikations‐  und 
Kontaktnetzwerk  anzubieten.  Freiberufler,  Kreative 
und Start‐up‐Unternehmen arbeiten  dabei  gemein‐
sam in größeren Räumen und können voneinander 
profitieren,  in  dem  sie  unabhängig  Projekte  durch‐
führen  oder  auch  zusammen  Ideen  verwirklichen. 
Veranstaltungen,  Workshops  und  (Ausbildungs‐) 
Seminare  stärken  die  Gemeinschaft  und  bilden 
600 590 520 490 410 370 357 347
0
200
400
600
800
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
1.
Quartal
2017
2.
Quartal
Leerstand inkl. Untermietflächen (in 1.000 m²)
0
2
4
6
8
10
Leerstandsquote (in %)

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  23 
einen  Mehrwert.  Auf  dem  Markt  tätig  sind  auch 
Vermittlungsunternehmen,  die  sich  auf  das  Ge‐
schäft der Untervermietung sowohl für Büroflächen 
als  auch  für  Ladenlokale  (beispielsweise  Pop‐up‐
Stores)  spezialisiert  haben.  Nach  Schätzungen  gibt 
es aktuell mindestens ca. 60 Unternehmen auf dem 
Kölner  Markt,  die  Räume  oder  Schreibtischplätze 
für  Start‐ups,  Freiberufler  und  junge  Unternehmen 
anbieten (Anlage 1). 
7.2.2 Restriktion Immobilieneigentümer 
In den letzten Jahren haben sich die Strukturen der 
Eigentümer  von  Gewerbeimmobilien  in  der  Stadt 
Köln  signifikant  gewandelt.  Immer  häufiger  sind 
Gewerbeimmobilien  im  Besitz  von  internationalen 
Konsortien  und  dienen  diesen  als  Spekulationsob‐
jekte. 
Das  Interesse  an  Entwicklungen  vor  Ort  oder  loka‐
len Projekten wie zeitRAUM.koeln ist zumeist nicht 
vorhanden.  Ein  nicht  zu  vernachlässigender  Aspekt 
ist,  dass  es  möglich  ist,  mit  Leerständen  Steuerer‐
leichterungen  zu  erzielen.  Eine  weitere  Restriktion 
ist,  dass  Gewerbeimmobilien  fast  ausschließlich 
über Immobilienmakler und ‐verwaltungen auf dem 
Markt angeboten werden und in der Regel der Mie‐
ter  provisionspflichtig  ist.  Nach  unseren  Erfahrun‐
gen  sind  die  Immobilienmakler  und ‐ verwaltungen 
grundsätzlich  nicht  an  Zwischennutzungen  interes‐
siert, da sich für sie nur durch den Abschluss eines 
langfristigen  Mietvertrags  Einnahmen  realisieren 
lassen.  
Bei  der  persönlichen  Kontaktaufnahme  zu  den  Ei‐
gentümern von Gewerbeimmobilien traten weitere 
Hindernisgründe  zu  Tage:  häufig  sorgen  zu  hohe 
Mieterwartungen auf der Eigentümerseite für einen 
längeren  Leerstand,  gepaart  mit  der  Bereitschaft, 
Wartezeiten  auf  einen  langfristigen  Mieter  hinzu‐
nehmen.  Hinzu  kommt  die  Sorge  vor  einer  starken 
Inanspruchnahme  der  Immobilie  durch  Zwischen‐
nutzer bei kürzeren Mietzeiten sowie die Furcht vor 
nicht  etablierten,  finanzschwachen  Mietern.  An 
einigen  Standorten  sind  insbesondere  ältere  Eigen‐
tümer,  die  die  Immobilie  selbst  bewohnen,  gewillt, 
den  Leerstand  als  Dauerlösung  zu  akzeptieren,  da 
sie  sich  nicht  an  neue  Mieter  gewöhnen  möchten 
oder Umbaumaßnahmen scheuen, um beispielswei‐
se  die  historisch  bedingte,  offene  Verbindung  zwi‐
schen  leerstehendem  Gewerbe‐  und  eigenem 
Wohnraum aufzuheben. Das Risiko, das der tempo‐
räre  Mieter  den  angemieteten  Raum  nicht  fristge‐
recht  verlässt,  wird  dagegen  von  Eigentümerseite 
als gering eingeschätzt.  
7.2.3 Restriktion Raum‐Suchende 
Ziel  des  Projekts  zeitRAUM.koeln  war  es,  Start‐up‐
Unternehmen  und  Unternehmen  aus  der  Kultur‐ 
und  Kreativbranche  sowie  der  Digitalen  Wirtschaft 
als  Zwischennutzer  für  leerstehende  Immobilien  zu 
gewinnen.  Die  Nachfrage  nach  den  angebotenen 
Räumen  blieb  über  den  gesamten  Projektzeitraum 
trotz  verschiedenartiger  Marketingbemühungen 
extrem gering.  
Das  Haupthindernis  ist  in  dem  großen  Raumange‐
bot  an  Co‐Working‐Spaces,  flexibel  in  Mietlaufzei‐
ten,  Ausstattung  und  Service,  zu  sehen,  das  insbe‐
sondere  auf  dem  Kölner  Markt  speziell  auf  diese 
Klientel  zugeschnitten  ist.  Es  ist  möglich,  das  nied‐
rigschwellige  „Rundum‐Sorglos‐Paket“  zu  buchen, 
und  der  Betreiber  des  Co‐Working‐Space/Gründer‐
zentrums kümmert sich vom Mobiliar über die Ver‐
kabelung  bis  zum  Kaffee  und  der  Reinigung  der 
Teeküche um alles, und ermöglicht es dem Mieter, 
den  Kopf  für  seine  neuen  Ideen  frei  zu  halten.  Ein 
solcher  Arbeitsplatz  ist  beispielsweise  im  renom‐
mierten STARTPLATZ Köln am Mediapark bereits für 
99 EUR/Monat  inklusive  der  genannten  Leistungen 
zu buchen.  
Bei  einer  Zwischennutzung  über  zeitRAUM.koeln 
dagegen  wird  zumeist  ein  unmöblierter  Büroraum 
zu  einer  marktüblichen  Miete  angeboten,  der  für 
einen befristeten Zeitraum ausgestattet und mit der 
notwendigen Infrastruktur versehen sein will. Auch 
das  vorhersehbare  Ende  einer  Zwischennutzung 
schreckt  Gründer  und  junge  Unternehmen  ab,  die 
von einer positiven Geschäftsentwicklung ausgehen 
und  so  schon  den  Zeitpunkt  einer  erneuten  Raum‐
suche  vor  Augen  haben.  Ein  weiterer  Punkt  ist  das 
sog.  „Schwarmverhalten“  junger  Gründer  und  Un‐
ternehmer,  die  von  den  Orten  angezogen  werden, 
an denen andere bereits gute Erfahrungen gemacht 
haben. Die Verdichtung von Start‐up‐Unternehmen 
an einem Ort fördert nachweislich die Kommunika‐
tion  und  die  Teambildung.  Im  Angebot  von  zeit‐
RAUM.koeln  sind  Büroflächen  in  den  unterschiedli‐
chen  Projekträumen  im  Kölner  Stadtgebiet  anzu‐
mieten;  eine  solche Verdichtung  unter  einem  Dach 
ist aber ist nur schwer realisierbar.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  24 
8 Resümee 
Der  Ansatz  des  Zwischennutzungsmanagements  in 
der Stadt Köln unterscheidet sich von anderen Zwi‐
schennutzungsprojekten  in  deutschen  Großstädten 
dadurch,  dass  eine  Anmietung  wie  auch  eine  Sub‐
ventionierung  von  Mieten  durch  die  Stadt  nicht 
vorgesehen  ist.  Ferner  stehen  keine  städtischen 
Immobilien  für  Zwischennutzungen  zur  Verfügung. 
Als  Zielgruppe  wurden  im  Projekt  zeitRAUM.koeln 
gewerbliche  Nutzer,  insbesondere  Unternehmen 
und  Start‐ups  aus  der  Kultur‐  und  Kreativbranche 
sowie der Digitalen Wirtschaft definiert.  
Nach der ersten Projektphase von Oktober 2015 bis 
September 2016 zeigen sich in der auf ein Jahr aus‐
gerichteten  Fortsetzung  des  Projekts  zeitRAUM. 
koeln  seit  Januar  2017  deutliche  Fortschritte,  wie 
beispielsweise  ein  vergrößertes  Angebot  an  Immo‐
bilien  für  Zwischennutzungen,  mehr  Besucher  auf 
der  Webseite  sowie  eine  größere  Resonanz  in  der 
Presse.  Jedoch  ist  es  in  der  insgesamt  zweijährigen 
Phase  des  Projekts  zeitRAUM.koeln,  trotz  der  das 
Projekt  fördernden  Rahmenbedingungen,  wie  eine 
aktive Kultur‐ und Kreativbranche und eine vielfälti‐
ge  Start‐up‐Szene,  nicht gelungen,  einen der  Nach‐
frager  auf  eine  für  Zwischennutzung  zur  Verfügung 
stehende  Immobilie  zu  lenken,  da  Angebots‐  und 
Nachfrageprofile nicht übereinstimmten.  
Die  Ursachen  hierfür  liegen  in  drei  wesentlichen 
Bereichen: 
 Dem Kölner Immobilienmarkt 
 Der Zusammensetzung der Immobilieneigen‐
tümer 
 Den Arbeitsweisen der Raum‐Suchenden 
Die Leerstandsquote liegt auf dem Kölner Markt der 
Büroflächen  mit  rund  4,5  %  auf  einem  Tiefststand. 
Bei  Werten  von  unter  5 %  wird  von  einem  „Ver‐
mietermarkt“  gesprochen,  denn  die  notwendigen 
Fluktuationsreserven  sind  nur  noch  begrenzt  vor‐
handen. Raum‐suchende Unternehmen müssen sich 
in der Stadt Köln auf steigende Quadratmeterpreise 
und  ein  limitiertes  Flächenangebot  einstellen.  Ähn‐
lich  knapp  ist  das  Angebot  der  Lager‐  und  Logistik‐
flächen,  deren  anhaltende  Nachfrage  von  Unter‐
nehmen aus den Bereichen Transport, Verkehr und 
Lagerhaltung  getragen  wird.  Verschärft  wird  die 
Situation  durch  den  Engpass  auf  dem  Kölner  Woh‐
nungsmarkt,  der  dazu  beiträgt,  dass  teilweise  Ge‐
werbeflächen und ‐räume zu Wohnraum umgenutzt 
werden.  
In den letzten Jahren haben sich die Strukturen der 
Eigentümer  von  Gewerbeimmobilien  in  der  Stadt 
Köln dahin gewandelt, dass diese häufiger in Besitz 
von  internationalen  Konsortien  sind  und  somit  das 
Interesse  an  Entwicklungen  vor  Ort  abnimmt.  Ein 
nicht zu vernachlässigender Aspekt ist zudem, dass 
mit  Leerständen  Steuererleichterungen  erzielt  wer‐
den können.  
Zahlreiche  Anbieter  von  Co‐Working‐Spaces  und 
Gründerzentren sind in den letzten Jahren entstan‐
den,  die  für  die  Klientel  des  Zwischennutzungsma‐
nagements  neben  flexiblen  Vertragslaufzeiten  zu‐
meist eine Komplettlösung bereithalten. Ziel dieser 
mindestens  60  am  Kölner  Markt  tätigen  Co‐Wor‐
king‐Spaces  und  Gründerzentren  ist  es,  den  jungen 
Unternehmen  neben  den  Räumlichkeiten  einen 
Mehrwert  in  Form  eines  Kommunikations‐  und 
Kontaktnetzwerks und häufig auch speziellen Semi‐
naren anzubieten.  
Im  Gegensatz  zu  den  Räumen  der  Co‐Working‐
Spaces  und  Gründerzentren  wird  bei  einer  Zwi‐
schennutzung  über  zeitRAUM.koeln  zumeist  ein 
unmöblierter  Raum,  der  für  einen  befristeten  Zeit‐
raum  ausgestattet  und  mit  der  notwendigen  Infra‐
struktur  versehen  sein  will,  angeboten.  Auch  das 
vorhersehbare  Ende  einer  Zwischennutzung  hält 
Gründer und junge Unternehmen von einer Anmie‐
tung ab, da sie so schon den Zeitpunkt einer erneu‐
ten Raumsuche vor Augen haben.  
Ebenso nimmt das sog. „Schwarmverhalten“ junger 
Gründer und Unternehmer Einfluss auf die Nachfra‐
ge, da sie meist von den Orten angezogen werden, 
an denen andere bereits gute Erfahrungen gemacht 
haben. Die Verdichtung von Start‐up‐Unternehmen 
an einem Ort fördert nachweislich die Kommunika‐
tion  und  die  Teambildung.  Im  Angebot  von  zeit‐
RAUM.koeln  sind  Büroflächen  in  den  unterschiedli‐
chen  Projekträumen  im  Kölner  Stadtgebiet  anzu‐
mieten;  eine  solche Verdichtung  unter  einem  Dach 
ist aber ist nur schwer realisierbar.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  25 
Aus diesen Aspekten resultiert die Erkenntnis, dass 
die  Vermittlung  von  leerstehenden,  gewerblichen 
Immobilien  privater  Eigentümer  zur  Zwischennut‐
zung  in  der  Stadt  Köln  vom  Markt  bereits  adäquat 
geregelt  zu  sein  scheint.  Ein  städtisches  Eingreifen 
über  ein  Zwischennutzungsmanagement  für  Immo‐
bilien  privater  Eigentümer  bei  grundsätzlich  das 
Projekt  fördernden  Rahmenbedingungen  hat  unter 
den  aktuellen  Marktgegebenheiten  keine  wirt‐
schafts‐ oder kulturfördernden Impulse ausgelöst.

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  26 
Anhang 1 
Anbieter von Räumen und Schreibtischplätzen in der Stadt Köln, Stand September 2017 (ohne Gewähr auf 
Vollständigkeit) 
Lfd. Nr.  Name  Webseite  Quelle 
1  ADUNIQUE GmbH  www.adunique.de  Webseite 
2  Afp24  www.afp24.de  Immoscout 
3  Airplex Campus  www.airplex‐campus.de  Webseite 
4  Airport Business Center Köln  www.abc‐tower‐de  Webseite 
5  akkuraum  www.akkuraum.de  Webseite 
6  Allofficecenters GmbH  www.allofficecenters.de  Immoscout 
7  Areo Holding GmbH  www.welling‐immo.de  Immoscout 
8  Betafabrik  www.betafabrik.de  Webseite 
9  BioCampus Cologne  www.biocampuscologne.de  Webseite 
10  Brickspaces  www.brickspaces.de  Vermittlung 
11  C & S Office Plus  www.cs‐office‐plus.de  Webseite 
12  Clusterhaus  www.clusterhaus.de  Webseite 
13  COLABOR  www.colabor‐koeln.de  Webseite 
14  Cologne Game Lab Incubator  www.colognegamelab.de  Webseite 
15  COWOKI CoWorking Plus  www.cowoki.de  Webseite 
16  CoWork Lab  www.cowork‐lab  Webseite 
17  Coworking Cologne  www.coworkingcologne.de  Webseite 
18  Coworking Köln ‐ Bonn  www.coworking‐koelnbonn.de  Webseite 
19  Coworking4you  www.coworking4you.de  Webseite 
20  crossbuilder GmbH  www.crossbuilders.de  Webseite 
21  Das Büro  www.dasbuero‐cologne.de  Webseite 
22  Design Offices Cologne Gereon  www.designoffices.de  Webseite 
23  Digital Hub Cologne GmbH  www.digitalhubcologne.de  Webseite 
24  DingFabrik Köln  www.dingfabrik.de  Webseite 
25  District097  www.cowork.lab  Webseite 
26  Dussmann Service GmbH  www.dussmann‐office.com  Immoscout 
27  ebuero AG  www.ebuero.de  Immoscout 
28  Ehrenspace  www.ehren.space  Webseite 
29  Excellent Business Center  www.excellent‐bc.de  Webseite 
30  Gemmel Immobilien  www.sg‐immobilien‐4you.de  Immoscout 
31  Greendesk @ Yogazimmer  www.greendesk.de  Webseite 
32  Gründer‐ und Innovationszentrum  www.giz‐koeln.de  Webseite

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  27 
Lfd. Nr.  Name  Webseite  Quelle 
33  HEADQUARTER (S) Services GmbH  www.hq‐cologne.com  Immoscout 
34  JSP Oficenter  www.jsp‐gruppe.de/oficenter  Webseite 
35  luna places  www.luna‐places.de  Webseite 
36  MaJourie Coworking Space  www.majourie.eu  Webseite 
37  ME14  www.me14.de  Webseite 
38  MPB Mediapark‐Büros GmbH  www.mpb‐offices.com  Immoscout 
39  OMEGA Immobilien Management  www.omega‐immobilien.de  Immoscout 
40  optionspace GmbH  www.optionspace.com  Immoscout 
41  Poolie.space  www.poolie.space  Webseite 
42 
Rechtsrheinisches  Technologie‐  und  Gründer‐
zentrum  www.rtz.de  Webseite 
43  Regus Management GmbH  www.regus.de  Immoscout 
44  S.T.O.L. Verwaltung GmbH  www.series‐a‐campus.de  Immoscout 
45  Series‐A‐Campus  www.series‐a‐campus.de  Webseite 
46  ShareDnC GmbH  www.sharednc.com  Vermittlung 
47  Sirius Facilities GmbH  www.siriusfacilities.com  Immoscout 
48  Solution Space  www.solutionspace.de  Webseite 
49  Stahlbau Cologne  www.stahlbau‐cologne.de  Webseite 
50  STARTPLATZ  www.startplatz.de  Webseite 
51  Studio Y  www.y‐media.tv/coworking‐desks  Webseite 
52  Technologie‐ und Gründerzentrum Köln Techno‐
logiepark  www.giz.de  Webseite 
53  Teli.a.s  www.telias.de  Webseite 
54  TheRooftop.rocks  www.therooftop.rocks  Webseite 
55  Thomas Hingott Immobilien  www.hingott‐immobilien.de  Immoscout 
56  unit network GmbH & Co. KG  www.unit‐network.com  Immoscout 
57  Wertheim Boarding House  www.wertheim‐cologne.de  Webseite 
58  Winku GmbH  www.winku.de  Immoscout 
59  Wnderfuel  www.wnderfuel.de  Webseite

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  28 
Anhang 2 
Die Wirtschaft – Köln 03/2017

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  29 
CityNews 03/2017

Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017  30 
Abbildungen 
Abbildung 1: Stadtteile und Piloträume der ersten und zweiten 
Projektphase  7 
Abbildung 2: Objekte mit längerer Leerstandsdauer  10 
Abbildung 3: Dauer der derzeit verfügbaren Leerstände in der  
Datenbank in % (n = 251)  10 
Abbildung 4: Anteil nach Objektkategorien an den derzeit verfügbaren 
Leerständen in % (n = 251)  11 
Abbildung 5: Lage der Zwischennutzungsobjekte im Kölner Stadtgebiet  12 
Abbildung 6: Entwicklung der absoluten Besucherzahlen im monatlichen 
Vergleich im Jahr 2016  16 
Abbildung 7: Besucherzahlen auf den vier meistbesuchten Unterseiten  
von zeitRAUM.koeln (bis Ende 09/2017)  16 
Abbildung 8: Neue Rubrik „Stadtteilbeschreibung Altstadt/Neustadt‐Süd“ 
auf der Webseite  17 
Abbildung 9: Projektstand auf dem Wochenmarkt in Köln‐Braunsfeld  18 
Abbildung 10: Informationsstand beim IHK‐Gründertag 2017  19 
Abbildung 11: Gratispostkarte zeitRAUM  20 
Abbildung 12: Informationsflyer zeitRAUM  20 
Abbildung 13: Leerstand und Leerstandsquote bei Büroflächen in der  
Stadt Köln  22

Beratungsverlauf (1)

30.11.2017 Wirtschaftsausschuss
TOP 11.1 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3473/2017
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
20.11.2017
Erstellt
13.11.2017 08:21