3473/2017
Abschlussbericht zum Pilotprojekt Zwischennutzungsmanagement
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage Ausschuss
6090 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/80 Vorlagen-Nummer 3473/2017 Freigabedatum 20.11.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Abschlussbericht zum Pilotprojekt Zwischennutzungsmanagement Beschlussorgan Wirtschaftsausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Wirtschaftsausschuss nimmt den Abschlussbericht zum Pilotprojekt Zwischennutzungs- management zur Kenntnis und beschließt, das Projekt mit Auslaufen der Pilotphase zum Jahresende zu beenden. Wirtschaftsausschuss 30.11.2017 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung: Der Wirtschaftsausschuss hat in seiner Sitzung vom 25.11.2014 die Verwaltung mit der Konzeption und Umsetzung eines Zwischennutzungsmanagements für Immobilienleerstände beauftragt. Das Projekt startete am 01. Oktober 2015 und es wurde in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 14.04.2016 ein erster Zwischenbericht vorgelegt. In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 27.10.2016 wurde der erste Abschlussbericht zur Kenntnis genommen und die Verwaltung beauftragt, die Pilotphase um ein Jahr zu verlängern. Die verlängerte Pilotphase endet zum 31.12.2017 und daher legt die Verwaltung den in der Anlage beigefügten Abschlussbericht mit folgendem Resümee vor: Der Ansatz des Zwischennutzungsmanagements in der Stadt Köln unterscheidet sich von anderen Zwischennutzungsprojekten in deutschen Großstädten dadurch, dass eine Anmietung wie auch eine Subventionierung von Mieten durch die Stadt nicht vorgesehen ist. Ferner stehen keine städtischen Immobilien für Zwischennutzungen zur Verfügung. Als Zielgruppe wurden im Projekt zeitRAUM.koeln gewerbliche Nutzer, insbesondere Unternehmen und Start‐ups aus der Kultur‐ und Kreativbranche sowie der Digitalen Wirtschaft definiert. Nach der ersten Projektphase von Oktober 2015 bis September 2016 zeigen sich in der auf ein Jahr ausgerichteten Fortsetzung des Projekts zeitRAUM. koeln seit Januar 2017 deutliche Fortschritte, wie beispielsweise ein vergrößertes Angebot an Immobilien für Zwischennutzungen, mehr Besucher auf der Webseite sowie eine größere Resonanz in der Presse. Jedoch ist es in der insgesamt zweijährigen Phase des Projekts zeitRAUM.koeln, trotz der das Projekt fördernden Rah- menbedingungen, wie eine aktive Kultur‐ und Kreativbranche und eine vielfältige Start‐up‐Szene, nicht gelungen, einen der Nachfrager auf eine für Zwischennutzung zur Verfügung stehende Immobi- lie zu lenken, da Angebots‐ und Nachfrageprofile nicht übereinstimmten. Die Ursachen hierfür liegen in drei wesentlichen Bereichen: Dem Kölner Immobilienmarkt Der Zusammensetzung der Immobilieneigentümer Den Arbeitsweisen der Raum‐Suchenden Die Leerstandsquote liegt auf dem Kölner Markt der Büroflächen mit rund 4,5 % auf einem Tiefst- stand. Bei Werten von unter 5 % wird von einem „Vermietermarkt“ gesprochen, denn die notwendigen Fluktuationsreserven sind nur noch begrenzt vorhanden. Raum‐suchende Unternehmen müssen sich in der Stadt Köln auf steigende Quadratmeterpreise und ein limitiertes Flächenangebot einstellen. Ähnlich knapp ist das Angebot der Lager‐ und Logistik- flächen, deren anhaltende Nachfrage von Unternehmen aus den Bereichen Transport, Verkehr und Lagerhaltung getragen wird. Verschärft wird die Situation durch den Engpass auf dem Kölner Woh- nungsmarkt, der dazu beiträgt, dass teilweise Gewerbeflächen und ‐räume zu Wohnraum um genutzt werden. In den letzten Jahren haben sich die Strukturen der Eigentümer von Gewerbeimmobilien in der Stadt Köln dahin gewandelt, dass diese häufiger in Besitz von internationalen Konsortien sind und somit das Interesse an Entwicklungen vor Ort abnimmt. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist zudem, dass mit Leerständen Steuererleichterungen erzielt werden können. 3 Zahlreiche Anbieter von Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren sind in den letzten Jahren entstan- den, die für die Klientel des Zwischennutzungsmanagements neben flexiblen Vertragslaufzeiten zu- meist eine Komplettlösung bereithalten. Ziel dieser mindestens 60 am Kölner Markt tätigen Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren ist es, den jungen Unternehmen neben den Räumlichkeiten einen Mehrwert in Form eines Kommunikations‐ und Kontaktnetzwerks und häufig auch speziellen Seminaren anzubieten. Im Gegensatz zu den Räumen der Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren wird bei einer Zwischen- nutzung über zeitRAUM.koeln zumeist ein unmöblierter Raum, der für einen befristeten Zeitraum ausgestattet und mit der notwendigen Infrastruktur versehen werden muss, angeboten. Auch das vorhersehbare Ende einer Zwischennutzung hält Gründer und junge Unternehmen von einer Anmie- tung ab, da sie so schon den Zeitpunkt einer erneuten Raumsuche vor Augen haben. Ebenso nimmt das sog. „Schwarmverhalten“ junger Gründer und Unternehmer Einfluss auf die Nach- frage, da sie meist von den Orten angezogen werden, an denen andere bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Die Verdichtung von Start‐up‐Unternehmen an einem Ort fördert nachweislich die Kommunikation und die Teambildung. Im Angebot von zeitRAUM.koeln sind Büroflächen in den un- terschiedlichen Projekträumen im Kölner Stadtgebiet anzumieten; eine solche Verdichtung unter ei- nem Dach ist aber ist nur schwer realisierbar. Aus diesen Aspekten resultiert die Erkenntnis, dass die Vermittlung von leerstehenden, gewerblichen Immobilien privater Eigentümer zur Zwischennutzung in der Stadt Köln vom Markt bereits adäquat geregelt zu sein scheint. Ein städtisches Eingreifen über ein Zwischennutzungsmanagement für Im- mobilien privater Eigentümer bei grundsätzlich das Projekt fördernden Rahmenbedingungen hat unter den aktuellen Marktgegebenheiten keine wirtschafts‐ oder kulturfördernden Impulse ausgelöst. Daher empfiehlt die Verwaltung, das Projekt nach der Pilotphase zu beenden. Die Internetdomain „zeitRaum.koeln“ wird von der Stabstelle für Medien- und Internetwirtschaft nach Projektende ohne Inhalte übernommen, um sie für mögliche künftige Projekte weiter nutzen zu kön- nen.
Zwischennutzung Abschlussbericht
89252 Zeichen
Stadt Köln Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 Dipl.‐ Dipl.‐ M. A. Köln, O ‐Volksw. ‐Kfm. Cla . Sozialw Oktober 2 Angelin audia Bar wissensch 2017 Ge Ge Di Sta Di Sta Sta G e Dr na Sobott rgmann haft Isabe eschäftsführen esellschafter: pl.‐Geogr. Ursu adt‐ und Region pl.‐Ing. Domini adtplaner AK N adt‐ und Region esellschafter/S r. Paul G. Jansen ta el Maniu de ula Mölders nalplanerin SRL k Geyer NW, Bauassesso nalplaner SRL eniorpartner: n ura L or Stadt‐ und Dr. Jansen Neumarkt 50667 Köl Fon 0221 9 Fax 0221 9 info@stad www.stad d Regionalplan n GmbH t 49 n 94072‐0 94072‐18 dtplanung‐dr‐ja dtplanung‐dr‐ja ung nsen.de nsen.de Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 Inhaltsverzeichnis 1 Aufgabenstellung und Projektphasen 3 2 Rückblick auf das Projekt in 2015/2016 4 2.1 Herangehensweise und Vorbereitung 4 2.2 Kontaktaufnahme zu Immobilieneigentümern und ihren Vertretern 5 2.3 Aufbau der Webseite zeitRAUM.koeln und der Kontaktstelle 5 2.4 Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen 5 2.5 Resümee des ersten Projektjahrs 5 3 Struktur und Dokumentation der Immobilien im Projekt 6 3.1 Auswahl der Projektgebiete 6 3.2 Recherche der Immobilien und Anlage der Datenbank 8 3.3 Entwicklung der Immobilien in den ausgewählten Stadtteilen im Projektverlauf 9 3.4 Immobilien für Zwischennutzungen 11 4 Ergebnisse der Kontakte zu den Marktteilnehmern 13 4.1 Kontakt‐ und Anlaufstelle 13 4.2 Kontaktaufnahme zu Immobilieneigentümern und ihren Vertretern 13 4.3 Kontakte zu Eigentümern in Köln‐Mülheim (Projekt Mülheim 2020) 14 4.4 Kontakte zu Raum‐Suchenden 14 5 Die Webseite zeitRAUM.koeln 15 5.1 Aufbau und Pflege der Webseite zeitRAUM.koeln 15 5.2 Entwicklung der Besucherzahlen auf der Projekt‐Webseite 15 6 Öffentlichkeitswirksame Marketing‐Maßnahmen 17 6.1 Verlinkungen 17 6.2 Einbindung von Interessengemeinschaften 18 6.3 Teilnahme an Veranstaltungen 18 6.4 Erstellung und Verteilung von Werbemitteln 19 6.4.1 Gratispostkarten 19 6.4.2 Flyer 20 6.5 Veröffentlichungen in Printmedien 20 7 Rahmenbedingungen des Kölner Zwischennutzungsprojekts 21 7.1 Das Projekt fördernde Rahmenbedingungen in der Stadt Köln 21 7.1.1 Aktive Kultur‐ und Kreativbranche 21 7.1.2 Digitale Start‐up‐Szene 21 7.2 Restriktionen des Projekts zeitRAUM.koeln 22 Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 7.2.1 Restriktion Immobilienmarkt 22 7.2.2 Restriktion Immobilieneigentümer 23 7.2.3 Restriktion Raum‐Suchende 23 8 Resümee 24 Anhang 1 26 Anhang 2 28 In dem nachfolgenden Text verwenden wir eine geschlechtsneutrale Sprache. Bei der konkreten Ansprache von Personen werden sowohl die weiblichen als auch die männlichen Personen genannt, z. B. „Bewohnerinnen und Bewohner“. Sollte aus Versehen oder aus Gründen der besseren Lesbarkeit an einigen Stellen nur die männli‐ che Form, z. B. „Akteure“ gewählt sein, meinen wir aber immer auch die weiblichen Personen, nämlich die Akteurinnen. Selbstverständlich sind für uns immer Männer und Frauen gleichzeitig, gleichgestellt und chan‐ cengleich angesprochen. Dieses Gutachten unterliegt dem Urheberrecht. Vervielfältigungen, Weitergabe oder Veröffentlichung des Gutachtens in Teilen oder als Ganzes sind nur nach vorheriger Genehmigung und unter Angabe der Quelle erlaubt, soweit mit dem Auftraggeber nichts anderes vereinbart ist. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 3 1 Aufgabenstellung und Projektphasen Mit dem Begriff Zwischennutzung wird die zeitlich befristete Nutzung von leerstehenden Immobilien oder derzeit nicht zu marktüblichen Konditionen vermietbaren Objekten bezeichnet. Zwischennut‐ zungen können in leerstehenden Ladenlokalen, Gewerbe‐ und Büroflächen, in ehemaligen Indust‐ rieflächen und ‐ hallen und auch auf unbebauten Grundstücken verwirklicht werden. Dabei kann es zu sehr heterogenen Nutzungen kommen, wie bei‐ spielsweise die Ansiedlung von kleinen Betrieben oder Start‐up‐Unternehmen in ehemaligen Indus‐ triebauten oder die temporäre Nutzung von Laden‐ lokalen als Ausstellungsfläche für Künstler. Aus erfolgreichen Zwischennutzungen können sich durchaus auch Dauernutzungen entwickeln, und auf diese Weise ist es möglich, das Image eines Gebäu‐ des, bei räumlicher Bündelung auch eines Straßen‐ zugs oder eines Stadtquartiers, sowie die öffentli‐ che Wahrnehmung positiv zu beeinflussen. Einige bundesdeutsche Großstädte haben das In‐ strument der Zwischennutzung in den letzten Jah‐ ren eingesetzt, um einerseits den Abbau von Leer‐ ständen, andererseits gewerbliche oder kulturelle Nutzungen, häufig aus der Kreativwirtschaft, zu unterstützen. Meist wurden diese Projekte öffent‐ lich gefördert, oft auch als sog. Modellvorhaben initiiert. Die so gesammelten Erfahrungen sind je‐ doch nur begrenzt übertragbar, da jedes Projekt die jeweiligen kommunalen Strukturen und Intentionen berücksichtigen muss. In der Stadt Köln stand die Fragestellung im Vorder‐ grund, ob die Entwicklung von Unternehmen und Start‐ups aus der Kultur‐ und Kreativwirtschaft sowie der digitalen Wirtschaft durch die Möglichkeit von Zwischennutzungen positive Impulse erhalten kann. Das Zwischennutzungsmanagement sollte daher temporär befristete Immobilien generieren und den Nachfragern aus diesen Zielgruppen ver‐ mitteln. Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH erhielt den Auftrag, im Zeitraum von Anfang Oktober 2015 bis Ende September 2016 zunächst ein Konzept für ein Zwischennutzungsmanagement auszuarbeiten und es dann pilotweise umzusetzen. Der Folgeauftrag zur (modifizierten) Fortsetzung bezog sich auf das Jahr 2017. Der Projekttitel laute‐ te zeitRAUM.koeln. Der Ansatz des Zwischennutzungsmanagements in der Stadt Köln unterscheidet sich von dem anderer Kommunen grundsätzlich dadurch, dass nur be‐ grenzt in die Mechanismen des Immobilienmarkts eingegriffen werden soll. So war eine Anmietung von Immobilien wie auch eine Subventionierung von Mieten durch die Stadt Köln nicht vorgesehen. Ferner standen keine Immobilien aus dem Besitz der Stadt Köln für mögliche Zwischennutzungen zur Verfügung, sodass sich das Projekt ausschließlich auf private Eigentümer konzentrierte. Als weitere Rahmenbedingung wurde der Verzicht von Provisi‐ onen sowohl für Eigentümer als auch für Raumsu‐ chende festgelegt. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Köln wurden Stadtbereiche mit unterschiedlichen Rah‐ menbedingungen als Piloträume identifiziert. Es wurde die Webseite zeitRAUM.koeln aufgebaut, die neben den Immobilienangeboten alle relevanten Projektinformationen für Eigentümer und Raumsu‐ chende enthält. Die Ergebnisse der ersten Projektphase wurden in einem Abschlussbericht dokumentiert, der Stadt Köln übergeben und im Wirtschaftsausschuss der Stadt Köln erläutert. Es zeigte sich, dass eine lange Vorlaufzeit benötigt wurde, um das Projekt zu kon‐ zipieren, erste mitwirkungsbereite Eigentümer und Immobilien zu generieren und darauf aufbauend die Projektwebsite zu installieren. Erst dann konnten potenzielle Nachfrager nach Zwischennutzungen angesprochen werden. Bis zum Ende der ersten Projektphase war es nicht gelungen, einen Nachfra‐ ger auf eine für Zwischennutzungen zur Verfügung stehende Immobilie zu lenken, da Angebots‐ und Nachfrageprofile nicht übereinstimmten. Damit konnten in der ersten Projektphase keine Rück‐ schlüsse auf wirtschafts‐ und kulturfördernde Im‐ pulse des Kölner Zwischennutzungsprojekts gezo‐ gen werden. Aus diesem Grund wurde die Projektphase um ein Jahr verlängert, mit einem verstärkten Engagement bei den Aktivitäten, die die Chancen für eine erfolg‐ reiche Umsetzung von Zwischennutzungen erhö‐ hen. Hierzu zählen die Ausdehnung des Projekts auf weitere Stadtbereiche – jedoch wiederum verbunden mit dem Ziel, mögliche Verbundeffekte inner‐ halb dieser Stadtbereiche nutzen zu können, Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 4 eine Ausweitung der Öffentlichkeitsarbeit hinsichtlich der Intensität der Kommunikation und der gewählten Medien. In Kapitel 2 werden die wesentlichen Entwicklungen der ersten Projektphase in einem Rückblick zusam‐ mengefasst. Die Struktur und Entwicklung der Im‐ mobilien beinhaltet das Kapitel 3. Die Ergebnisse der Kontaktaufnahmen zu den verschiedenen Ak‐ teuren im Projekt zeitRAUM.koeln werden im Kapi‐ tel 4 dargestellt. Kapitel 5 geht auf den Aufbau und die Pflege der Projekt‐Webseite ein. Kapitel 6 schil‐ dert die öffentlichkeitswirksamen Marketing‐Maß‐ nahmen, die in der Fortsetzung des Projekts ergrif‐ fen wurden, und die erzielte Resonanz. Die Entwick‐ lungen auf dem Kölner Immobilienmarkt, das Ver‐ halten von Immobilieneigentümern sowie die Ar‐ beitsweise von jungen Unternehmensgründern und Unternehmen aus der Kultur‐ und Kreativbranche und der Digitalen Wirtschaft determinieren den Erfolg des Projekts zeitRAUM.koeln auf vielfältige Weise. Diese diversen Restriktionen, die den Ver‐ marktungsbemühungen entgegenstehen, werden in einem Fazit in Kapitel 7 vertiefend vorgestellt, ebenso wie die das Projekt fördernden Rahmenbe‐ dingungen in der Stadt Köln. In einem prägnanten Resümee werden abschließend in Kapitel 8 die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst. 2 Rückblick auf das Projekt in 2015/2016 2.1 Herangehensweise und Vorbereitung Im Oktober 2015 wurden in Abstimmung mit der Stadt Köln die Piloträume für die erste Projektphase ausgewählt. Es wurden mit Ehrenfeld und Porz bewusst links‐ und rechtsrheinische Stadtteile mit unterschiedlichen Standortqualitäten ausgesucht. Innerhalb dieser Stadtteile wurden nach der durch Internetanalyse ermittelten Leerstandsdichte die Piloträume abgegrenzt. Da es in den ersten Monaten der Projektlaufzeit nicht gelungen war, Objekte für mögliche Zwi‐ schennutzungen zu akquirieren, wurden die Pilot‐ räume im März 2016 um Teilbereiche der Stadtteile Braunsfeld und Ossendorf erweitert, da diese eben‐ falls eine überdurchschnittlich hohe Leerstandsdich‐ te bei gewerblichen Immobilien aufwiesen. In Ehrenfeld und Porz erfolgten im November 2015, in Braunsfeld und Ossendorf im März 2016 die erste Vor‐Ort‐Überprüfung und Ergänzung der Liste der bisher erfassten Leerstände. Ziel dieses Arbeits‐ schritts war es, mögliche Dopplungen der im Immo‐ bilienportal immoscout24.de erfassten Leerstände zu erkennen und benachbarte Leerstände ohne Internetvermarktung ebenfalls zu berücksichtigen. Ab den genannten Zeitpunkten wurden die Inter‐ netanalysen in einem monatlichen, die Begehungen in einem zweimonatlichen Rhythmus durchgeführt. Alle Ergebnisse wurden in einer Datenbank doku‐ mentiert, welche die objektbezogenen Informatio‐ nen bündelt. Zum Projektstart 2015 wurden Vorschläge für einen Projektnamen entwickelt, um nicht den sperrigen Begriff des Zwischennutzungsmanagements in den Vordergrund stellen zu müssen. Die Wahl fiel auf den Titel „zeitRAUM.koeln“, und es konnte die gleichnamige Internetdomain für das Projekt gesi‐ chert werden. Im Dezember 2015 erfolgte die Ab‐ stimmung eines ansprechenden Logos für das Pro‐ jekt zeitRAUM.koeln, das seit diesem Zeitpunkt für alle Veröffentlichungen verwendet wird. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 5 2.2 Kontaktaufnahme zu Immobilieneigentümern und ihren Vertretern Auf der Grundlage dieser Datenbank startete zu Jahresbeginn 2016 die Kontaktaufnahme zu Mak‐ lerunternehmen, Immobilienverwaltungen und privaten Eigentümern. Diese erfolgte in allen Fällen durch ein Auftakt‐Telefonat mit anschließender Zusendung eines standardisierten Informations‐ schreibens zum Projekt. In der ersten Projektphase konnten auf diese Weise über 50 Maklerunterneh‐ men und Immobilienverwaltungen, die in den Pilot‐ räumen Leerstände anbieten bzw. verwalten, über das Kölner Zwischennutzungsprojekt informiert werden. Darüber hinaus wurden 75 private Eigen‐ tümer telefonisch oder auf dem Postweg kontak‐ tiert. In den Gesprächen zeigte sich, dass für zahlreiche Makler/Immobilienverwaltungen der Wunsch des Eigentümers nach langfristigen Verträgen die Mit‐ wirkungsbereitschaft einschränkt. Für einzelne Objekte wurde nur eine kurze Dauer des Leerstands erwartet; deshalb war das Interesse an einer Zwi‐ schennutzung gering. Ein weiteres Hindernis der Zusammenarbeit bildete die zunehmende Interna‐ tionalität vieler Immobilienfonds, die mit einer fehlenden Bindung zum einzelnen Objekt und dem städtischen Umfeld einhergeht, sodass ein Leer‐ stand hingenommen wird. Dennoch konnten zwi‐ schen März und September 2016 zwölf Immobilien für die Mitwirkung im Projekt geworben werden. Bei den privaten Eigentümern zeigte sich, dass die Haupthindernisse eine zu hohe Mieterwartung sowie die Sorge um die Seriosität des Mieters wa‐ ren. Darüber hinaus bestand bei zahlreichen Immo‐ bilien, die bei Vor‐Ort‐Recherchen als Leerstand klassifiziert wurden, dennoch ein laufender Miet‐ vertrag. Durch die Gespräche mit den privaten Ei‐ gentümern wurden bis zum Ende der ersten Pro‐ jektphase vier Immobilien für mögliche Zwischen‐ nutzungen gewonnen. 2.3 Aufbau der Webseite zeitRAUM.koeln und der Kontaktstelle Im Zusammenhang mit der Festlegung der Projekt‐ bezeichnung und der Auswahl des Logos starteten auch die Vorbereitungen für die Projekt‐ Internetseite www.zeitraum.koeln, die Mitte März 2016 mit den ersten Angeboten zu Zwischennut‐ zungen online gehen konnte. Die Webseite stellte zunächst den Projektzusammenhang dar und gab dann die Möglichkeit, über Filter‐ und Suchfunktio‐ nen geeignete Immobilien auszuwählen. Im nächs‐ ten Schritt wurden die Kontaktdaten übermittelt und über ein Kontaktformular Verbindung zu Ver‐ mietern und Raumsuchenden hergestellt. Ebenfalls seit März 2016 war die Kontaktstelle für alle Anfragen rund um das Projekt zeitRAUM.koeln bei Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH eingerichtet worden; hier liefen die Fäden für alle Ansprechpartner im Projekt, insbesondere für die Immobilieneigentümer und die Mietinteressenten, zusammen. 2.4 Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen Bereits seit Ende März 2016 bestand bei der Start‐ webseite Wirtschaft und der Startwebseite Kultur‐ förderung der Stadt Köln eine Verlinkung zu der Projektwebseite zeitRAUM.koeln. Zudem wurden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit im August 2016 ein Artikel im Kölnmagazin, heraus‐ gegeben von der Wirtschaftsförderung, und im September 2016 ein Artikel in Eigentum aktuell, herausgegeben vom Kölner Haus‐ und Grundbe‐ sitzerverein, veröffentlicht. Ebenfalls im September desselben Jahres wurde in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt ein Interview, das über erfolgreiche Zwischennutzungen im Rahmen der Biennale „new talents“ bei der DEG – Deutsche Investitions‐ und Entwicklungsgesellschaft informiert, als Referenz auf die Webseite des Projekts gestellt. Trotz dieser öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen, die einerseits auf die Raumsuchenden und anderer‐ seits auf die Eigentümer und ihre Vertreter abziel‐ ten, blieb die Resonanz insgesamt extrem gering. 2.5 Resümee des ersten Projektjahrs In der praktischen Umsetzung des Zwischennut‐ zungsmanagements zeigte sich, dass für den Aufbau von Kontakten und Netzwerken ein langer Atem notwendig ist. Auch der interkommunale Vergleich von Zwischennutzungsprojekten hatte deutlich gemacht, dass sich die Erfolge der Arbeit zumeist erst nach mehrjähriger Projektlaufzeit einstellen. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 6 Die Webseite zeitRAUM.koeln war zum Ende der ersten Pilotphase erst seit sechs Monaten online, und es konnte bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Zwischennutzung etabliert werden. Dennoch zeigte die Erfolgskurve nach oben: die Anzahl der Objekte für mögliche Zwischennutzer vergrößerte sich, und die Besucherzahl auf der Webseite stieg kontinuier‐ lich. Die im ersten Projektjahr einbezogenen Leerstände waren in den Piloträumen der Stadtteile Ehrenfeld, Porz, Braunsfeld und Ossendorf lokalisiert. Eine Ausdehnung des Projekts zeitRAUM.koeln auf Lagen in anderen Kölner Stadtteilen mit einer ebenfalls hohen Leerstandsdichte bei gewerblichen Immobi‐ lien versprach eine Ausweitung des Angebots an attraktiven Immobilien für eine Zwischennutzung. Das Projekt zeitRAUM.koeln zeigte zum Ende der ersten Arbeitsphase eine positive Entwicklung. Es bestand die Aussicht, dass sich bei einer räumlichen Ausdehnung im Stadtgebiet und einer Intensivie‐ rung der Öffentlichkeitsarbeit in einer verlängerten Projektphase erste Zwischennutzungen realisieren lassen, die wiederum weitere Anbieter und Nach‐ frager zur Mitwirkung motivieren können. 3 Struktur und Dokumentation der Immobilien im Projekt 3.1 Auswahl der Projektgebiete Die erste Projektphase sah Piloträume innerhalb des Kölner Stadtgebiets vor, um Synergien bei An‐ bietern und Nachfragern nutzen zu können. Diese Piloträume waren zunächst abgegrenzte Bereiche aus den Stadtteilen Porz und Ehrenfeld, später auch aus Braunsfeld und Ossendorf. Neben der Über‐ schaubarkeit sollte diese Konzentration dazu füh‐ ren, dass sich Bekanntheit und Akzeptanz des Pro‐ jekts möglichst schnell verbreiten – sowohl bei den Immobilieneigentümern als auch bei den an Zwi‐ schennutzung Interessierten. Im Oktober 2015 begann die Internet‐Analyse der in Köln angebotenen Gewerbeimmobilien, um in Ab‐ stimmung mit der Stadt Köln die Piloträume für das Projekt auswählen zu können. Da Kultur‐ und Krea‐ tivwirtschaft eine Affinität zu innerstädtischen oder innenstadtnahen Siedlungsbereichen aufweisen und durch multiethnisch geprägte Umfelder Impul‐ se für ihre Arbeit generieren, rückte der Stadtteil Ehrenfeld in den Fokus. Sanierte Altbauten und große Industrieareale – häufig noch aus der Jahr‐ hundertwende – treffen hier den Nerv der Zeit. In‐ Cafés, ein lebendiges Nachtleben und internationale Gastronomie sind charakteristisch für das Viertel. An der Venloer Straße gibt es viele Ladenlokale, die in der Regel jedoch nur kurze Leerstandszeiten aufweisen, aber auch durch einen schnellen Wech‐ sel gekennzeichnet sind. Insbesondere im Areal rund um den TechnologiePark sind jedoch zahlrei‐ che leerstehende Büro‐ und Praxisräume zu finden. Mehr Platz bieten die großen Industriebrachen, beispielsweise entlang der Vogelsanger Straße, wo zahlreiche Hallen auf Nachmieter zu warten schei‐ nen. Als Kontrast zu Ehrenfeld wurde der Stadtteil Porz als zweiter Stadtteil ausgewählt. Hierbei handelt es sich nicht um einen Standortbereich, der das gängi‐ ge Anforderungsprofil der typischen Nachfrager aus Kultur‐ und Kreativwirtschaft bedient. Gleichwohl ergeben sich hier die vielfach gewünschten „offe‐ nen“ Standortperspektiven und eine Aufbruchstim‐ mung mit den Planungen für die Umstrukturierun‐ gen im Kernbereich. Leerstehende Laden‐, Büro‐ Stadt Köln und Prax lang der finden. Da es in nicht gelu schennut rieren, w März 201 dorf ausg dieser St schnittlic Immobilie hier mit ermittelt In den le Ossendor Tendenz onalen u Abbildun Quelle: Ab streetmap n – Fortsetzung xisflächen sind Hauptstraße den ersten ungen war, O tzung in den wurden die Pilo 16 auf die Sta gedehnt. Auss tadtteile war hen Leerstan en. Der Unte Hilfe einer A . etzten Jahren rf an Dynam kann vor alle und internatio g 1: Stadtteile bgrenzung und D p.org und Mitwi des Zwischenn d hier paralle und in der Fu Monaten de Objekte für ein beiden Piloträ oträume im L dtteile Braun schlaggebend ren die eben ndsquoten b ersuchungsrau Analyse der L hat die Entw ik gewonnen em der stark v onalen Medie e und Piloträu Darstellung Sta irkende utzungsprojekt l zum Rhein e ußgängerzone er Projektlauf ne mögliche Z äumen zu akq aufe des Mon sfeld und Oss für die Ausw nfalls überdur ei gewerblich um wurde a Leerstandsdic wicklung in Kö n. Diese posit vertretenen n enbranche zu me der ersten adt‐ und Region ts „zeitRAUM.k ent‐ e zu fzeit Zwi‐ qui‐ nats sen‐ wahl rch‐ hen uch chte öln‐ tive nati‐ uge‐ sch Stu die ne pro de Frü sol Ru En re n zäh mi tri e als tei Er d Wo Pra n und zweiten nalplanung Dr. J koeln“ im Jahr 2 hrieben werd udios und Pro eser Entwicklu um, in dem b oduziert werd r „Motorworl ühjahr 2018 a ll. nd um den de des 19. Ja n nördlicher T hlt. Westlich schte Bebauu e‐ und Gewer Einkaufsstra len sich zahl dgeschoss, wä ohnfunktion a axen bieten. n Projektphas Jansen GmbH 2 2017 den, die an duktionshalle ung steht das bekannte Fer den. Neue Imp d Köln Rheinl auf über 50.00 Kölner Stadt ahrhunderts e Teil heute zu und östlich d ung mit zahlre rbebetrieben ße beliebten reiche Häuse ährend die ob auch häufig e 2017; Kartengru diesem Stan en betreibt. Im s 2009 eröffn rnsehserien u pulse werden land“ ausgehe 00 qm Fläche twald entsta eine Villensied um Stadtteil B des Stadtwal eichen kleiner zu finden. En Aachener St er mit Ladenlo beren Etagen n Räume für B undlage open‐ 7 ndort ihre m Zentrum nete Colo‐ nd Shows auch von en, die im e eröffnen nd gegen dlung, de‐ Braunsfeld ds ist ge‐ ren Indus‐ ntlang der traße ver‐ okalen im neben der Büros und Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 8 Seit Beginn der zweiten Projektphase am 01.01.2017 wurden die Untersuchungsgebiete in den Stadtteilen Braunsfeld, Ehrenfeld, Ossendorf und Porz auf die gesamten Stadtteilgebiete ausge‐ weitet. Neu hinzugenommen wurden in Abstimmung mit der Stadt Köln ab Januar 2017 die Stadtbezirke Altstadt‐Süd und Neustadt‐Süd, da hier günstige Rahmenbedingungen (z. B. gewerbliche Leerstands‐ quote, adäquate Infrastruktur und Milieu für Exis‐ tenzgründer und Kreativwirtschaft) für eine erfolg‐ reiche Umsetzung des Zwischennutzungsprojekts vorlagen. Eine gemeinsame Betrachtung der Stadt‐ teile Altstadt‐Süd und Neustadt‐Süd ergab sich aus der Systematik des Immobilienportals „Immoscout 24.de“, das Suchergebnisse für diese beiden Stadt‐ teile nur zusammengefasst zur Verfügung stellt und die Objektdaten nicht immer Adressen enthalten, die eine eindeutige räumliche Zuordnung ermögli‐ chen. Die Stadtteile Alt‐ und Neustadt‐Süd liegen im Köl‐ ner Stadtkern südlich des Neumarkts zwischen Aachener Straße und Rheinufer. Von Nordosten in südwestlicher Richtung orientiert sich die Abgren‐ zung am Verlauf der Bahngleise und dem innerstäd‐ tischen Grüngürtel. Zu den bekanntesten Veedeln von Altstadt‐Süd und Neustadt‐Süd zählen das Kwartier Latäng, welches mit seinen vielen Bars und Kneipen einen der belebtesten Plätze im Kölner Nachtleben bietet, die Südstadt, die bekannt ist für ihr eigenes und urtypisch kölsches Flair mit einem umfas‐ senden Angebot an Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen und der Rheinauhafen mit seinen exklusiven Büro‐ und Gastronomieangeboten direkt am Rhein‐ ufer. Im Süden zwischen Volksgarten und Bonner Straße befinden sich entlang des Bonner Walls Gewerbe‐ hallen, die teilweise auch von Künstlern genutzt werden. 3.2 Recherche der Immobilien und Anlage der Datenbank In der ersten Projektphase wurde eine Immobilien‐ datenbank aufgebaut, die auf einer zweigliedrigen Bestandsaufnahme und einer monatlichen Aktuali‐ sierung basiert. Wie dargestellt, wurde in der Fort‐ setzung des Projekts auf die Vor‐Ort‐Begehung als Erfassungsquelle verzichtet und alle Leerstände im Projektgebiet ausschließlich dem Onlineportal „Im‐ mobilienscout24.de“ entnommen. „Immobilien‐ scout24.de“ wurde als Datenquelle ausgewählt, da es als Marktführer unter den Suchportalen die meisten Angebote und umfangreiche Objektbe‐ schreibungen führt. Die Objektdaten wurden den im Portal veröffentlichten Online‐Exposés entnom‐ men. Bezüglich der Qualität der einbezogenen Immobi‐ lien umfasste das Spektrum alle Arten von leerste‐ henden Gewerbeimmobilien, um unterschiedliche Nutzer ansprechen zu können. Besondere Aufmerk‐ samkeit fanden dabei Immobilien, deren sofortige Vermarktbarkeit für eine längerfristige Mietdauer eingeschränkt ist, weil z. B. Renovierungen erforder‐ lich sind. Gegliedert wurden die erfassten Immobilien nach folgenden Kategorien: Leerstehende Ladenlokale, Gastronomie‐ oder Dienstleistungsflächen im Erdgeschoss Leerstände in Obergeschossen (z. B. Büros und Praxen) Sonstige leerstehende Immobilien (z. B. Hallen) Unbebaute Grundstücke Im Rahmen der Online‐Recherche wurden quantita‐ tive Objektdaten wie Größe, Raumanzahl und Teil‐ barkeit in die Objektdatenbank überführt. Bei er‐ folgreicher Überführung von Objekten in das Zwi‐ schennutzungsprojekt wurden qualitative Aspekte der Leerstände aufgenommen. Die monatliche Datenbankaktualisierung erfolgte mittels Überprüfung des Onlineportals Immobilien‐ scout24.de. Dazu wurden die Anzeigen der erfass‐ ten Objekte des Onlineportals über ihre jeweilige ID‐Nummer auf Aktualität überprüft. Wenn ein Objekt nicht mehr im Online‐Portal verfügbar war, Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 9 wurde es im Datenbestand mit entsprechendem Datum als „nicht mehr verfügbar“ markiert. Bei der Objektaufnahme in die Datenbank wurde darauf geachtet, dass identische Objekte, die von verschie‐ denen Maklern angeboten werden, möglichst nur einmal erfasst werden. Im Anschluss an die Aufnahme einer Immobilie in die Datenbank erfolgte die Kontaktaufnahme zu Verwaltern, Maklern oder Eigentümern. Bei einer erfolgreichen Kontaktaufnahme, die dazu führte, dass der Immobilieneigentümer bzw. ‐ verwalter sich eine Zwischennutzung für sein Objekt vorstel‐ len konnte, wurde ein persönlicher Gesprächster‐ min möglichst vor Ort vereinbart. Bei diesem Ter‐ min wurden Objektfotos der Immobilie und weitere Objekteigenschaften aufgenommen, die später zur Erstellung eigener Exposés genutzt wurden. Bei den Objekteigenschaften handelt es sich unter anderem auch um die Anforderungskriterien, die das Kultur‐ amt der Stadt Köln bei der Bewertung von Immobi‐ lien für Ateliers, Ausstellungen und Projekt‐ bzw. Proberäumen berücksichtigt: Akustische Möglichkeiten Deckenhöhe Lastenaufzug Senkung der Mietkosten durch Übernahme von Diensten (z. B. hausmeisterliche Betreu‐ ung) Heizmöglichkeit in den Wintermonaten Zulässigkeit von Publikumsverkehr Anzahl der Notausgänge Wenn die Informationen zu einem Objekt vollstän‐ dig vorhanden waren und der Eigentümer bzw. Verwalter einer Veröffentlichung auf der Webseite zeitRAUM.koeln zugestimmt hatte, wurde ein Expo‐ sé mit sämtlichen verfügbaren Objektinformationen angefertigt. 3.3 Entwicklung der Immobilien in den ausgewählten Stadtteilen im Projektverlauf Zu Beginn der zweiten Projektphase fand eine Be‐ reinigung des Datenbankbestands aus 2015/2016 statt. Diese hatte zum Ziel, Objekte aus der Daten‐ bank zu entfernen, deren Verfügbarkeit durch die Onlinerecherche nicht mehr nachvollzogen werden konnte. Es handelte sich hierbei im Wesentlichen um Objekte, die im Rahmen der Vor‐Ort‐Begehung erfasst wurden und im Nachgang nicht eindeutig einem Onlineangebot zugeordnet werden konnten. Die Betrachtung der Entwicklung der in die Daten‐ bank aufgenommenen Immobilien erlaubt keine Rückschlüsse auf die übergeordnete Entwicklung des Gewerbeimmobilienmarkts in der Stadt Köln, da sich aufgrund der im Projektverlauf veränderten Bestandsaufnahme sowie eines verstärkten Daten‐ bereinigungsprozesses methodisch bedingte Abwei‐ chungen ergeben, welche die Vergleichbarkeit ein‐ schränken. Jedoch lässt sich für die begrenzten einbezogenen Stadtteile ableiten, dass weniger Leerstände erfasst wurden als im ersten Projektjahr, die Objekte, die aktuell zur Vermietung ste‐ hen, häufiger sogenannte „Dauerleerstände“ sind, vornehmlich Immobilien der Kategorie Büro/ Praxis in den untersuchungsrelevanten Stadt‐ teilen zur Verfügung stehen. Rückgang des erfassten Angebots an leerstehen‐ den Immobilien In den fünf ausgewählten Stadtteilen wurden seit Anfang Januar 2017 insgesamt 594 Leerstände in die Projektdatenbank aufgenommen, von denen zum Stichtag 27.09.2017 noch 248 als leerstehend geführt wurden. Werden die erfassten Gewerbeleerstände mit den Beständen aus dem Jahr 2016 verglichen, wird deutlich, dass trotz eines erweiterten Untersu‐ chungsraums im Jahr 2017 weniger Leerstände aufgenommen werden konnten als im Jahr 2016. So betrug die Anzahl aller erfassten Leerstände im Erhebungszeitraum 2015/2016 noch 957 Immobi‐ lien, von denen zur Berichtslegung (nach der ersten Projektphase) im September 2016 noch 405 leer standen. Zurückzuführen ist der unterschiedlich hohe Aus‐ gangswert zum einen auf einen verkürzten Erfas‐ sungszeitraum sowie zum anderen auf eine verän‐ derte Erhebungsmethodik. Im Jahr 2017 wurden über einen Zeitraum von ca. neun Monaten (01.01. bis 30.09.2017) leerstehende Gewerbeobjekte er‐ fasst, während in der ersten Projektphase insge‐ samt zwölf Erhebungsmonate (01.10. bis 30.09.2016) in die Berichtslegung einflossen. Zudem wurde die Erfassung im Jahr 2017 auf die Online‐ recherche beschränkt; es fanden keine Vor‐Ort‐ Erfassungen mehr statt. Stadt Köln Zunahme Die Betra der Date dass ein im Janua somit lä verzeichn den Stad Anteile a Ossendor Braunsfe wie Ehre Verweilda Abbildun Quelle: Sta lute Leerst Während ständen höchsten Ossendor 60 % erfa Ehrenfeld ten Objek Betrachte ber 2017 sich, das letzten dr 0 20 40 60 80 100 120 140 160 Ehr e n – Fortsetzung e der Verweild achtung der enbank zeigt Anteil von rd r 2017 in der ngerer Leers net werden ka dtteilen unter an Dauerleers rf verzeichne ld (ca. 33 %) enfeld und P auer ergibt si g 2: Objekte m adt‐ und Region tände und relat d im Jahr 2016 im Pilotraum n war, werde rf die meiste asst. An zwe d mit rd. 46 % kten. et man die V zur Verfügun s ca. 36 % d rei Monaten a 37,3 % 62,7 % enfeld 2016 Ehr e des Zwischenn dauer Verweildauer für das laufe d. 37 % seit E r Datenbank r stand oder „ ann. Die Ante rschiedlich au ständen werd et (rd. 61 % auf nahezu g Porz (rd. 30 % ich für Leerst mit längerer L nalplanung Dr. J tive Anteile solc 6 der Anteil an m Porz mit en im Jahr 20 en Dauerlee eiter Stelle lie % an den im M erweildauer a ng stehenden ieser Leerstä aufgenommen 45,7 % 54,3 % enfeld 2017 P o Objekt utzungsprojekt r der Objekte ende Projektja Erhebungsbeg registriert ist u „Dauerleersta ilswerte fallen us. Die höchs den im Stadt %), gefolgt v gleichem Nive %). Die kürze ände in den b eerstandsdau Jansen GmbH; cher mit mindes n sog. Dauerle knapp 43 % 017 im Stadt rstände mit egt der Stadt März 2017 erfa aller im Septe Objekte, so ze nde erst in d n wurden. 42,7 % 57,3 % orz 2016 P o t ist noch verfügba ts „zeitRAUM.k e in ahr, ginn und nd“ n in sten tteil von eau este bei‐ de be do Bü Co gr ö Ein 20 ze i un an Da hö uer nach Bestands stens sechs Mo eer‐ am tteil rd. tteil ass‐ em‐ eigt den Ab stä *An Qu 10 Mo erf ein 43,7 % 56,3 % orz 2017 Brau ar Objekt st koeln“ im Jahr 2 n Innenstadt sonders hohe rf resultiert n roflächen mit loneum mit d ößen (zwische ne Gegenübe 16 kann mith träume von M d 2017 erfolg Objekten, d tenbank regi ht hat. erhebungen (St naten Leerstan bildung 3: Da ände in der Da nm.: ohne Alt‐/ elle: Stadt‐ und % der Leers onate leer, so fassten Objek n halbes Jahr 17,6 % 82,4 % nsfeld 2016 Brau teht nicht mehr zu 2017 tstadtteilen A e Anzahl an nach wie vor t einem Schw durchaus unte en 38 m² und ü rstellung mit ilfe eines Ver März bis Sept en. Es zeigt si ie seit Erfass striert sind, i tand: Septembe d uer der derze atenbank in % /Neustadt Süd d Regionalplanu tände stehen o dass in der kte in den Pil in der Daten 20,9 % 79,1 % nsfeld 2017 Oss e ur Verfügung Alt‐/Neustadt Leerständen aus zahlreich werpunkt run erschiedlichen über 9.270 m t Daten aus rgleichs der E tember der Ja ich, dass sich sungsstart Mä in allen Stadt er 2016 und 201 eit verfügbare % (n = 251) ung Dr. Jansen G n bereits bis Summe ca. loträumen w nbank geführ 37,4 % 62,6 % endorf 2016 Oss e 10 ‐Süd. Die in Ossen‐ hen freien d um das n Flächen‐ ²). dem Jahr rfassungs‐ ahre 2016 der Anteil ärz in der tteilen er‐ 17); abso‐ n Leer‐ GmbH zu sechs 46 % aller eniger als t werden. 60,3 % 39,7 % endorf 2017 Stadt Köln Im Vorjah 65 %. De Gesamth hat sich s Bezogen sich der A längere V wenig ma sinkt der auf dem attraktive finden. Konstant Wird nac Datenban Stadtteile ten in de den am zeichnete Büro/Pra der Kat e dung 4). Abbildun derzeit ve Quelle: Sta 2017; nach Im Berich bare Präg lien durch So waren gorie Bür 18 % der n – Fortsetzung hreszeitraum er Anteil der eit der verfü somit deutlich auf die gering Anteil der Obj Vermittlungsd arktgerechte A Anteil an Ob Markt ange er Konditione ter Angebotss h der Kategor nk analysiert, en die Anteile en Leerstand Stichtag 27.0 en Objekten xis, 19 % der egorie Ladenl g 4: Anteil na erfügbaren Le adt‐ und Region h eigenen Besta htsjahr 2015/2 gung der lee h die Kategor n am Stichtag ro/Praxis, 19 % Kategorie Lad des Zwischenn lag dieser An sog. Dauerle ügbaren Gew h erhöht. gere Zahl von jekte erhöht, auer benötige Angebote han bjekten, die n boten werde en schnell e schwerpunkt rie der Gewer , so zeigt sic e von Büro‐ u skategorien d 09.2017 als l sind rd. 72 % r Kategorie H okal zuzuord ch Objektkate eerständen in nalplanung Dr. J andserhebunge 2016 zeigt sic rstehenden G ie der Büro‐ u 30.09.2016 rd % der Katego denlokal zuzuo utzungsprojekt nteil noch bei erstände an werbeimmobi Leerständen die eine deut en, da es sich ndelt. Umgeke ur für kurze Z en und aufgru inen Nachfra rbeobjekte in ch, dass in a und Praxiseinh dominieren. V eerstehend v % der Katego alle und rd. dnen (vgl. Ab egorien an den % (n = 251) Jansen GmbH en h eine vergle Gewerbeimmo und Praxisräum d. 63 % der Ka orie Halle und ordnen. ts „zeitRAUM.k ca. der lien hat tlich um ehrt Zeit und ager der llen hei‐ Von ver‐ orie 9 % bbil‐ n ich‐ obi‐ me. ate‐ rd. 3.4 Au Im nu zo g ter jek ße We ger pro Zu Ob Pro wu RA zw akq De üb vo de un de G e nu Vie 20 gep üb Vo Pro gu als Ins exk mi tes für erg auf RA de koeln“ im Jahr 2 4 Immobili f der Webseit mobilien zur tzung anzum gen auf die a rsuchungsräum kt gewonnen rhalb der Un ebseite gestel r von sich au ojekt zeigten. m Ende der e bjekte, die so ojektphase ü urden seit Pr AUM.koeln an weiten Projekt quiriert werde er Schwerpun er 87 % bei B n 15 m² bis 70 r Gewerbeha terschiedlich n können. E ewerbeimmob tzt werden. er weitere Im 17 angeboten planten Umb er einen ande n den insges ojektzeitraum ng stehen bzw o über Kont seraten akqui klusiv auf der etung, da sich s Objekt das I r ein weiteres gab. Ein Objek fgrund der Pr AUM.koeln für r Webseite ge 2017 ien für Zwisch te zeitRAUM.k Verfügung, d ieten sind (St ktuellen 251 men konnten werden. Dre tersuchungsrä llt werden, da us Interesse a ersten Projekt weit noch ve übernommen ojektbeginn ngeboten, vo tphase bis E en konnten. kt im aktuel Büroflächen in 00 m². Ergänz lle einer Schr große Teilflä Eine als Büro bilie kann au mmobilien wu n, von denen s au befinden; eren Kanal ver amt 24 Objek zur Zwisch w. standen, k takte aufgrun riert werden. r Plattform ze h durch Gespr Interesse an e s Objekt des j kt außerhalb resseberichte r das Projekt u ewonnen werd hennutzungen koeln stehen die für eine tand: 27.09.2 Leerstände in 13 davon fü ei weitere Ob äume konnte a die Entsche am Zwischen tphase waren erfügbar, in d wurden. 24 Objekte ü on denen zeh Ende Septem llen Angebot n einer Größe zt wird das An reinerei, in de ächen angemi o/Praxis kate uch als Laden urden im Jah sich zwei inzw zwei weiter rmietet. kten, die im ennutzung z konnten 21 Im nd von Imm Zwei Objekt eitRAUM.koel räche über ei einer Zwische jeweiligen Eig der Piloträum über das Pro und die Platzi den. 11 n aktuell 16 Zwischen‐ 2017). Be‐ n den Un‐ r das Pro‐ bjekte au‐ en auf die idungsträ‐ nutzungs‐ n es zwölf die zweite Insgesamt über zeit‐ hn in der ber 2017 liegt mit enordnung ngebot mit er flexible, ietet wer‐ egorisierte nlokal ge‐ resverlauf wischen im e wurden gesamten ur Verfü‐ mmobilien oscout24‐ e standen n zur Ver‐ n inserier‐ ennutzung gentümers me konnte ojekt zeit‐ ierung auf Stadt Köln Abbildun Quelle: Ka Ein Dritte det sich i rum von Drei weit räume. E im Stadtt Stadtteil des Unte telefonisc fragen v RAUM.ko n – Fortsetzung g 5: Lage der artengrundlage el der zurzeit m Pilotraum Porz. tere Immobilie Es handelt sic teil Mülheim Rondorf. Die ersuchungsra chen Kontakt von Eigentüm oeln ergeben. des Zwischenn Zwischennutz Googlemaps 20 t angebotene Ehrenfeld, ein en liegen auß h dabei um z sowie ein Bür e Objektange ums haben e zu Maklern mern beim P utzungsprojekt zungsobjekte 009, zeitRaum. n Objekte be n Viertel im Ze ßerhalb der Pi zwei Bürofläch ro/Ladenlokal ebote außerh sich durch n bzw. durch Projektbüro z ts „zeitRAUM.k im Kölner Sta koeln 2017 efin‐ ent‐ ilot‐ hen l im halb die An‐ zeit‐ Die de sei Zw jek an che ten zun koeln“ im Jahr 2 adtgebiet e Büroräume r Köhlstraße i t Veröffentlic wischennutzun kte, zwei Büro der Heliosstr e an der Dülk n Quartal 20 ngsmanageme 2017 mit angesch m Stadtteil O chung der We ngsmanageme flächen in Mü aße in Ehrenf enstraße in P 016 im Ange ents. hlossener We Ossendorf bef ebseite im An ents. Vier we ülheim, eine B feld sowie ein Porz, sind seit ebot des Zwi 12 rkstatt an inden sich gebot des eitere Ob‐ Bürofläche e Büroflä‐ dem drit‐ schennut‐ Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 13 4 Ergebnisse der Kontakte zu den Marktteilnehmern 4.1 Kontakt‐ und Anlaufstelle In der ersten Projektphase war eine Anlauf‐ und Kontaktstelle in den Büroräumen von Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH am Kölner Neu‐ markt eingerichtet worden, die telefonisch und per E‐Mail werktags zu den Bürozeiten erreichbar war. Diese Anlauf‐ und Kontaktstelle wurde auch im Jahr 2017 fortgeführt und verstand sich als Adresse für alle Ansprechpartner im Projekt, insbesondere die Immobilieneigentümer (und ihre Vertreter) sowie die Mietinteressenten. Ausgehend von den aufge‐ bauten Kontakten und Rückmeldungen der Projekt‐ beteiligten ist festzustellen, dass diese Anlauf‐ und Kontaktstelle gut angenommen wurde. 4.2 Kontaktaufnahme zu Immobilieneigentümern und ihren Vertretern Im Vorjahr wurden bei der telefonischen Kontakt‐ aufnahme zwei Kategorien von Ansprechpersonen unterschieden: die Immobilienmakler und ‐ verwal‐ tungen sowie die Immobilieneigentümer. Bei jeder dieser Kategorien kam es zu ca. 50 Kontaktaufnah‐ men. Da die meisten Informationen zu den Eigen‐ tümern aus den Vor‐Ort‐Recherchen stammten, die jedoch abstimmungsgemäß in 2017 nicht fortge‐ führt wurden, verschob sich die Gewichtung in der zweiten Projektphase deutlich. Ein weiterer Grund lag darin, dass die in den Internetportalen inserier‐ ten Gewerbeimmobilien fast ausschließlich von Maklern bzw. Verwaltungen und nicht von Privat‐ personen angeboten werden. Folglich kam es in der zweiten Projektphase zu einer sehr geringen Kon‐ taktaufnahme mit den Eigentümern selbst. Nach der Fortführung des Projekts im Jahr 2017 wurden diese Maklerunternehmen und Immobili‐ enverwaltungsgesellschaften, sobald ein weiterer gewerblicher Leerstand in der Datenbank erfasst werden konnte, der von ihnen inseriert wurde, über die Fortführung des Projekts und über die Ausdeh‐ nung auf den Stadtbereich der Alt‐ und Neustadt‐ Süd informiert. Zusätzlich wurden ca. 28 weitere Maklerunternehmen und Immobilienverwaltungen angesprochen, die im Jahr 2017 erstmalig mit ihren Objekten in die Datenbank aufgenommen wurden. Die Kontaktaufnahme erfolgte jeweils durch ein Telefongespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter, in dem der Projekthintergrund geschildert und nach der Mitwirkungsbereitschaft gefragt wurde. In allen Fällen wurde in einem zweiten Schritt ein Anschrei‐ ben verschickt, um die Unternehmen auch schrift‐ lich mit den Projektinformationen und Kontaktda‐ ten zu versorgen. Durch diese Gespräche mit Maklern und Hausver‐ waltungen konnten zwischen Januar und Septem‐ ber 2017 insgesamt fünf von zehn Immobilien (An‐ zahl der Neuzugänge von Januar bis September 2017) für mögliche Zwischennutzungen gewonnen und auf die Projektwebseite als Immobilienangebot eingestellt werden. Die Aussagen der Makler und Immobilienverwal‐ tungen zu den Gründen für ihre eingeschränkte Mitwirkungsbereitschaft können für die komplette Projektlaufzeit wie folgt zusammengefasst werden: Vorgabe der Eigentümer ist es, einen langfris‐ tigen Mietvertrag abzuschließen Verhandlungen zum Abschluss eines Mietver‐ trags laufen bereits Leerstände sind nicht von langer Dauer, keine Notwendigkeit für Zwischennutzungen Grundsätzlich kein Interesse an dem Thema Zwischennutzungen Provision entfällt bzw. verringert sich bei kurz‐ fristigen Abschlüssen Beratung der Eigentümer zu Zwischennutzun‐ gen ist erfolgt, hat aber kein Interesse geweckt Wegen Umbaumaßnahme im Objekt keine Möglichkeit zur Zwischennutzung Schlechte Erfahrungen mit Kurzzeitmietern Etablierte Mieter gesucht Im Verlauf der ersten Projektphase konnten 2016 telefonische Gespräche mit ca. 46 Immobilieneigen‐ tümern geführt werden. Aufgrund der eingestellten Vor‐Ort‐Recherche reduzierten sich die Kontakte zu privaten Eigentümern in der zweiten Projektphase drastisch, da diese als Anbieter von Gewerbeimmo‐ bilien auf den gängigen Internetplattformen so gut wie nicht in Erscheinung treten. Im Jahr 2017 erga‐ ben sich aus diesem Grund nur insgesamt sieben Gespräche mit den Eigentümern bzw. Hauptmietern selbst. Durch diese Telefongespräche und die an‐ Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 14 schließenden persönlichen Kontakte bei der Immo‐ bilienbegehung konnten im Zeitraum von Januar bis September 2017 fünf Immobilien für eine mögliche Zwischennutzung generiert werden. Diese Erfolgs‐ quote von über 70 % erklärt sich dadurch, dass diese Eigentümer bzw. Hauptmieter fast ausschließ‐ lich bereits auf der Suche nach einem temporären Mieter bzw. Untermieter waren und aus diesem Grund keine Vorbehalte bei dem Thema Zwischen‐ nutzung hatten. Bei längeren Leerständen und fehlender Bereit‐ schaft zur Zwischennutzung gaben die Eigentümer der Immobilien, zusammengefasst über die gesam‐ te Projektlaufzeit, zumeist die folgenden Gründe an: Eine zu hohe Mieterwartung und auch auf‐ grund möglicher steuerlicher Vergünstigungen der Wille, abzuwarten Furcht vor nicht etablierten, finanzschwachen Mietern Sorge vor einer starken Inanspruchnahme der Immobilie durch Zwischennutzer bei kürzeren Mietdauern Bei diesen Gründen sind auch indirekte Aussagen der Eigentümer eingeflossen, die diese gegenüber dem sie vertretenden Maklerunternehmen oder der Immobilienverwaltung gemacht haben und die als Rückmeldung an das Projekt zeitRAUM.koeln wei‐ tergegeben wurden. 4.3 Kontakte zu Eigentümern in Köln‐Mülheim (Projekt Mülheim 2020) Um die bis 2014 erreichten Erfolge des Strukturför‐ derprogramms Mülheim 2020 nachhaltig zu sichern, wurden einzelne Projekte des Programms bis De‐ zember 2016 fortgeführt. Dazu gehörte auch die Pflege einer Datenbank zu insgesamt 21 gewerbli‐ chen Leerständen im Stadtteil Mülheim, die im Mai 2017 auf Wunsch der Stadt Köln in das Projekt zeit‐ RAUM.koeln überführt wurde. Im Rahmen einer Vor‐Ort‐Recherche wurde Anfang Juni 2017 die aktuelle Situation der Objekte über‐ prüft und dabei festgestellt, dass insgesamt fünf Objekte inzwischen wieder einer Nutzung zugeführt worden waren. Im Umfeld der noch bestehenden 16 Leerstände wurden weitere zehn Objekte aufge‐ nommen, die scheinbar ungenutzt waren. Die Ei‐ gentümer der nun insgesamt 26 Immobilien wurden in einem Anschreiben über das Projekt zeit‐ RAUM.koeln informiert und um Mitwirkung gebe‐ ten. 18 Eigentümer zeigten kein Interesse an dem Pro‐ jekt zeitRAUM.koeln. Zwei Eigentümer gaben eine Rückmeldung, nach denen ein Objekt inzwischen vermietet und das andere Objekt aufgrund der nicht vorhandenen Trennung zwischen Gewerbe‐ und Privaträumen nicht vermietbar ist. Nach Angaben der Deutschen Post waren vier Eigentümer nicht zu ermitteln und zwei weitere Eigentümer verstorben. 4.4 Kontakte zu Raum‐Suchenden Waren es im ersten Projektjahr nur vier Kontakte das Raumangebot betreffend, haben sich seit Jah‐ resbeginn 2017 bis Ende September insgesamt 14 Raum‐Suchende bei der Kontaktstelle des Projekts zeitRAUM.koeln mit einer konkreten Anfrage ge‐ meldet. Ihre Flächenanforderungen wurden im Rahmen persönlicher Gespräche eruiert. Von den 14 Anfragen bezogen sich drei auf ein Raumangebot aus dem Zwischennutzungsportfolio. Aus verschiedenen Gründen kam es bei diesen drei Anfragen nicht zu einer Vermittlung: Die moderaten Kosten für eine angefragte Halle überstiegen das Budget für eine geplante Veranstaltung. Ein Ladenlokal konnte für den Zeitraum von April bis Ende August (Start der geplanten Umbauarbeiten) angeboten werden, die Nach‐ frage erfolgte Mitte August für einen Zeitraum im September. Ein als Atelier angebotener Raum erwies sich durch die Öffnung zum zugehörigen Gewerbe‐ betrieb als ungeeignet für die angefragte Bü‐ ronutzung. Insgesamt stellten Anfragen nach Büro‐ und Hallen‐ flächen mit je fünf Anfragen den Schwerpunkt, gefolgt von vier Anfragen nach Ladenlokalen. Sämtliche angefragten Hallenflächen in einer Grö‐ ßenordnung zwischen 200 und mindestens 2.000 m2 wurden für Events und Veranstaltungen mit einer Dauer zwischen einem Tag und einem Monat gesucht. Auch gezielte Anfragen bei Makler‐ Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 15 unternehmen, die länger leerstehende, möglicher‐ weise geeignete Hallen im Portfolio haben, führten nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Ursache hier‐ für ist, dass die Makler bei Events Auswirkungen auf das direkte Umfeld der Immobilie erwarten, ausge‐ löst beispielsweise durch An‐ und Abreiseverkehr oder andere Lärmimmissionen. Positiv hingegen werden Veranstaltungen gesehen, die das Stadtteil‐ Profil unterstützen und dort Impulse auslösen kön‐ nen (wie beispielsweise die Anfrage zu einer Fläche für einen Design‐Weihnachtsmarkt). Problematisch für eine Belegung als Zwischennutzung ist zudem der lange Vorlauf für die Planung solcher Events, denn bereits heute werden die Flächen für das Jahr 2018 gesucht. Die Anfragen für Büroflächen zur Zwischennutzung wiesen mehrheitlich spezifische Anforderungen auf, wie z. B. ein Bedarf zusätzlicher Lagerfläche mit ebenerdiger Anlieferung oder mindestens 1,20 m breite Eingangstüren. Diesen Anforderungen ent‐ sprachen keines der angebotenen Objekte und auch keine Immobilie aus der Leerstandsdatenbank. 5 Die Webseite zeitRAUM.koeln 5.1 Aufbau und Pflege der Webseite zeitRAUM.koeln Um eine Informations‐ und Kontaktplattform für Eigentümer bzw. Makler und Raum‐Suchende mit den Projektverantwortlichen zu schaffen, wurde in der ersten Projektphase eine Internetseite aufge‐ baut, die Mitte März 2016 mit den ersten Immobi‐ lienangeboten online gehen konnte. Auf den Unterseiten von zeitRAUM.koeln.de wer‐ den folgende Projektinhalte vermittelt: Die positiven Wirkungen von Zwischennutzun‐ gen werden sowohl auf den Informationssei‐ ten für Eigentümer und Raumsuchende als auch über eine Referenzseite vermittelt. Die umfassenden Serviceleistungen des Zwi‐ schennutzungsprojekts sowohl für Eigentümer als auch für Raumsuchende werden in der je‐ weiligen Kategorie vorgestellt. Die Angebotsseite umfasst neben den Immobi‐ lienexposés der angebotenen Zwischennut‐ zungsobjekte auch eine Google‐Übersichts‐ karte der Stadt Köln, auf der die Standorte sämtlicher zeitRAUM.koeln‐Leerstände, die für Zwischennutzungen zur Verfügung stehen, an‐ gezeigt werden. Auf der Team‐Seite erhalten Projektinteres‐ senten einen Eindruck über die Kontaktperso‐ nen des Zwischennutzungsprojekts. Über die Unterseite „Kontakt“ können Interes‐ senten über ein eingebundenes Kontaktformu‐ lar direkt mit dem zeitRAUM.koeln‐Team Ver‐ bindung aufnehmen. Als Unterstützung für die Objektsuche werden die Stadtteile Alt‐/Neustadt‐Süd, Braunsfeld, Ehrenfeld, Ossendorf und Porz unter dem Link „Stadtteil‐Informationen“ vorgestellt. 5.2 Entwicklung der Besucherzahlen auf der Projekt‐Webseite Die Webseite verzeichnete seit Online‐Stellung im März 2016 bis Ende September 2017 rd. 9.360 Be‐ sucher. Dies entspricht für die Laufzeit von ca. 18 Monaten ca. 500 bis 550 Besuchen pro Monat bzw. 15 bis 20 Besuchen pro Tag. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 16 Wird die Entwicklung der absoluten monatlichen Besucherzahlen miteinander verglichen, so wird eine starke Varianz zwischen den einzelnen Mona‐ ten deutlich: Nachdem in den ersten zwei Monaten 2016 durchschnittlich rd. 335 Besucher pro Monat die Webseite anklickten, konnten im Zeitraum Juli bis September 2016 durchschnittlich ca. 615 Besu‐ cher pro Monat gezählt werden. Von Oktober 2016 bis Februar 2017 zählte die Webseite durchschnitt‐ lich ca. 455 Besucher. In den Monaten März, April, Mai und Juni 2017 nahm die durchschnittliche Be‐ sucherzahl wieder auf rund 500 Besucher zu. Nach‐ dem im Monat Juni der zweitniedrigste Besucher‐ wert erfasst wurde (niedrigster: Juni 2016) konnten im darauffolgenden Monat die höchsten Besucher‐ zahlen seit Veröffentlichung der Webseite aufge‐ zeichnet werden. Es wurde ein Zugriff von über 800 Besuchern auf der Webseite gezählt. Einfluss auf die Entwicklung der Besucherzahlen in den einzelnen Monaten haben vornehmlich die verschiedenen Werbemaßnahmen genommen (vgl. Kapitel 6). Man sieht insbesondere deutliche Zu‐ nahmen der Besucherzahlen in den Monaten, in denen Artikel in den Printmedien veröffentlicht wurden, oder in denen das Projektteam auf Veran‐ staltungen geworben hat. Abbildung 6: Entwicklung der absoluten Besucherzahlen im monatlichen Vergleich im Jahr 2016 Quelle: Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH 2017 Bei einer Betrachtung der Besucherzahlen auf den nachgeordneten Seiten wird deutlich, dass die In‐ formationstexte für Eigentümer und Raum‐ Suchende die beliebtesten Seiten sind. Es wird jedoch beim Vergleich mit der absoluten Zahl der Besucher der Startseite deutlich, dass die Besucher der Webseite sich nicht im gleichen Um‐ fang für alle Unterseiten interessieren. Ca. jeder sechste Besucher schaute sich die Informationssei‐ ten für Eigentümer, Raum‐Suchende und das Team des Zwischennutzungsprojekts an, rund jeder zehn‐ te Besucher nutzte auch die Informationen über die einzelnen Stadtteile. Hinzuweisen ist an dieser Stelle, dass für die Ange‐ botsseite der Zwischennutzungsobjekte kein Besu‐ cherzähler zur Verfügung steht. Es ist zu vermuten, dass ein Großteil der Webseitenbesucher sich vor‐ nehmlich für die Angebote interessiert. Abbildung 7: Besucherzahlen auf den vier meistbe‐ suchten Unterseiten von zeitRAUM.koeln (bis Ende 09/2017) Quelle: Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH 2017 Im Frühjahr 2017 wurden die Stadtteilinformatio‐ nen für die ergänzenden Projekträume Altstadt‐ und Neustadt‐Süd sowie der Informationsflyer des Zwischennutzungsprojekts als downloadbares PDF auf der Webseite hinzugefügt. 0 200 400 600 800 1.000 Mai 16 Jun 16 Jul 16 Aug 16 Sep 16 Okt 16 Nov 16 Dez 16 Jan 17 Feb 17 Mrz 17 Apr 17 Mai 17 Jun 17 Jul 17 Aug 17 Sep 17 1.495 1.494 1.369 915 0 500 1.000 1.500 2.000 Eigentümer Raumsuchende Team Stadtteil‐ informationen Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 17 Abbildung 8: Neue Rubrik „Stadtteilbeschreibung Altstadt/Neustadt‐Süd“ auf der Webseite Quelle: Stadt‐ und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH 2017 6 Öffentlichkeitswirksame Marketing‐ Maßnahmen Mit der in der ersten Projektphase erfolgten Ent‐ wicklung des Logos bzw. Corporate Designs für zeitRAUM.koeln, das für alle Veröffentlichungen verwendet wird, wurde eine Grundlage für die Kommunikation und Vermarktung des Zwischen‐ nutzungsprojekts geschaffen. Der sperrige Begriff der Zwischennutzung konnte übersetzt werden in eine zeitgemäße Wortmarke. Es war angedacht, in der Projektphase 2017 auch Social Media, und hier insbesondere Facebook, als ein weiteres Marketing‐Instrument einzusetzen. Da der Erfolg einer solchen Maßnahme von einer stän‐ digen und abwechslungsreichen Kommunikation mit Bildern und Beiträgen abhängt, das Projekt zeitRAUM.koeln jedoch nicht ausreichend Neuigkei‐ ten produziert, wurde abstimmungsgemäß auf den Aufbau einer Facebook‐Seite verzichtet. Stattdessen wurden in chronologischer Reihenfolge in Abstimmung mit der Wirtschaftsförderung Köln die folgenden Marketingmaßnahmen ergriffen: Verlinkungen Einbindung von Interessengemeinschaften Teilnahme an Veranstaltungen Erstellung und Verteilung von Werbemitteln wie Gratispostkarten und Flyer Veröffentlichungen in Printmedien 6.1 Verlinkungen Bereits seit März 2016 bestehen Verlinkungen auf den zwei Startwebseiten der Wirtschaft und der Kulturförderung der Stadt Köln zu der Projektweb‐ seite zeitRAUM.koeln. Im Mai 2017 konnte eine weitere Verlinkung zu CREATIVE.NRW Kompetenz‐ zentrum Kreativwirtschaft realisiert werden mit dem Ziel, das temporäre Raumangebot des Projekts für diese Interessengruppen schnell auffindbar zu machen. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 18 6.2 Einbindung von Interessengemeinschaften Im Januar 2017 wurden Gespräche mit der IG Braunsfeld und der ISG Porz geführt, um auf das Projekt zeitRAUM.koeln aufmerksam zu machen. Dabei wurde der Ansatz verfolgt, dass die Interes‐ sengemeinschaften die Aufwertung des Stadtteils verfolgen und an der ggf. auch nur befristeten Be‐ seitigung von Leerständen interessiert sein sollten. Die Immobilieneigentümer benachbarter Leerstän‐ de – so die Idee – sind den Händlern oder Gewerbe‐ treibenden, die in der ISG organisiert sind, vielfach bekannt, sodass auf den persönlichen Kontakten aufgebaut werden könnte, um die Immobilieneigen‐ tümer in das Projekt einzubinden. Gleichermaßen wurde vermutet, dass auch Nachfrager nach Zwi‐ schennutzungsflächen entweder aus dem Kreis der Mitglieder einer IG stammen können (z. B. Suche nach einem Ladenlokal für Sonderverkauf) oder diesen bekannt sind. Bei beiden Gesprächen wurde deutlich, dass die Vorsitzenden der IG Braunsfeld bzw. der ISG Porz aus folgenden Gründen Probleme mit der Akquise und der Mitwirkungsbereitschaft von Gewerbeim‐ mobilieneigentümern haben: Oftmals besteht kein Interesse an der Bele‐ gung zu günstigen (realistischen) Konditionen, vielmehr wird ein längerer Leerstand akzep‐ tiert, bis Interessenten an die Eigentümer oder Makler herantreten, die das Objekt zu den ge‐ wünschten Konditionen anmieten wollen. Häufig handelt es sich bei den Eigentümern von leerstehenden Objekten um ältere Men‐ schen, die kein Interesse oder kein Geld ha‐ ben, um wichtige Sanierungs‐ oder Renovie‐ rungsarbeiten an ihrer Immobilie umzusetzen. Auch Kontakte zu potenziellen Nachfragern von Zwischennutzungsflächen bestanden nicht. Die IG Braunsfeld konnte den Kontakt zu der Ver‐ waltung einer leerstehenden Bürofläche an der Aachener Straße herstellen, aber der Eigentümer selbst war nicht von dem Konzept einer Zwischen‐ nutzung zu überzeugen. Die IG‐Seite schlug Maßnahmen wie Artikel in der lokalen Ausgabe des Wochenspiegels vor (s. Punkt 8.4) sowie in Braunsfeld einen Infostand auf dem samstäglichen Markt. Diese Anregung wurde Mitte März 2017 umgesetzt, sodass zahlreiche Eigentü‐ mer und Raumsuchende die Gelegenheit hatten, sich über das Projekt zeitRAUM.koeln zu informie‐ ren. Abbildung 9: Projektstand auf dem Wochenmarkt in Köln‐Braunsfeld Quelle: Stadt‐und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH Aufgrund des Leerstands einiger Ladenlokale auf der Dürener Straße wurde im Juni 2017 der Kontakt zum Ring Lindenthaler Geschäftsleute (RLG) ge‐ knüpft. Als Ergebnis aus dem Gespräch wurden leerstehende Ladenlokale aufgenommen und Kon‐ takte geknüpft, soweit die Eigentümer bzw. deren Vertreter aufgrund von Aushängen im Objekt selbst oder über Immoscout‐Anzeigen bekannt waren. Auch in Lindenthal wurden die bereits genannten Gründe für den Leerstand als Haupthindernis für eine Wiedervermietung genannt. Im Ergebnis ergaben sich durch die Kontakte zu den Interessengemeinschaften keine wesentlichen neu‐ en Kontakte zu Immobilieneigentümern oder po‐ tenziellen Nachfragern von Interimsflächen in den jeweiligen Gebieten. 6.3 Teilnahme an Veranstaltungen Gezielt wurden auch die Möglichkeiten geprüft, die potenziellen Nachfrager von Zwischennutzungsflä‐ chen besser zu erreichen und sie auf passenden Veranstaltungen konkret anzusprechen. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 19 Zur besseren Außendarstellung auf Veranstaltungen wurde eine Beachflag entworfen, die sowohl im Innen‐ als auch im Außenbereich aufgestellt werden kann und den Informationsstand zum Projekt ver‐ deutlichen soll. Als Informationsmaterial wird auf den klassischen Informationsflyer zurückgegriffen, der sowohl Informationen für Immobilieneigentü‐ mer als auch für Raum‐Suchende enthält. So wurde auf Anregung der Stadtverwaltung Köln am 31.03.2017 ein Informationsstand zum Projekt zeitRAUM.koeln auf dem gut besuchten Gründertag der IHK Köln eingerichtet. Das Projekt stieß sowohl bei den Besuchern als auch bei anderen Ausstellern auf Interesse. Es konnten viele Besucher über das Projekt informiert werden, aber da sich die Interes‐ senten noch in Vorbereitung ihrer Existenzgründung befanden, war die Suche nach einem geeigneten Arbeitsraum noch kein zeitnahes Thema. Aus die‐ sem Grund konnte keine direkte Vermittlung erfol‐ gen, und es hat sich aus der Veranstaltung kein weiterer Kontakt zu einem späteren Zeitpunkt er‐ geben. Abbildung 10: Informationsstand beim IHK‐ Gründertag 2017 Quelle: Stadt‐und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH Das Projekt zeitRAUM.koeln wurde zum diesjähri‐ gen Branchenforum Kultur‐ und Kreativwirtschaft der IHK Köln am 18.08.2017 eingeladen. Unter dem Thema „Kreative Räume“ wurden Aspekte von Raumbedarfen, Zwischennutzung sowie stadtent‐ wicklungspolitischer und wirtschaftlicher Bedeu‐ tung beleuchtet. In einem Vortrag vor ca. 50 Teil‐ nehmern konnte das Projekt zeitRAUM.koeln und aktuelle Raumangebote einer interessierten Zuhö‐ rerschaft vorgestellt werden. Konkrete Anfragen haben sich aus der Teilnahme am Branchenforum jedoch nicht ergeben. 6.4 Erstellung und Verteilung von Werbemitteln Um den Kontakt zu Raum‐Suchenden zu intensivie‐ ren, wurden als Werbemaßnahmen die Erstellung und Verteilung von Gratispostkarten sowie die Er‐ stellung eines Informationsflyers zum Projekt um‐ gesetzt. 6.4.1 Gratispostkarten Die Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors (DSM) zeigen, dass das durchschnittliche Alter bei der ersten Unternehmensgründung bei 27,3 Jahren liegt. Männer gründen mit 26,8 Jahren deutlich früher als Frauen mit 31 Jahren. Dabei kommen die jüngsten Gründer aus der Region Rhein‐Ruhr (vgl. KPMG in Deutschland, 2016). Das Werbesystem der Gratispostkarten, auch be‐ kannt unter dem Namen „Kneipenpostkarten“, ist eine beliebte Ansprache für Besucher der Trend‐, Szene‐ und Premiumgastronomie im Alter von 18 bis 39 Jahren, die sowohl konsumfreudig als auch kommunikationsstark und mobil sind. Es ist davon auszugehen, dass sich die Zielgruppe der Start‐up‐ Unternehmer regelmäßig in diesem Umfeld bewegt. Diese Gratispostkarten werden üblicherweise in stark frequentierten Bereichen der Locations plat‐ ziert und häufig mit anderen Werbepostkarten kombiniert ausgestellt. In Gastronomiebetrieben befinden sich die ausgestellten Karten häufig im Eingangsbereich der Toiletten. Auffallende Postkar‐ ten werden von den Besuchern entnommen und behalten oder ggf. an Dritte weitergereicht. Die Werbeform der Gratis‐Kneipenpostkarten un‐ terscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Werbemedien: Gratispostkarten erreichen die besonders um‐ kämpfte Zielgruppe der aktiven und kaufkräfti‐ gen jungen Menschen in deren Freizeit. Stadt Köln Ander keine eigen her ü b Da d und z das b in Erin Abbildun Quelle: Sta Die Grati 23.400 K 360 Köln che ware dass ein Gastro‐N dungsein erfolgte. Da über be der K o erfolgte, tungen u gedruckt. n – Fortsetzung rs als viele an „Unterbrechu em Antrieb e berdurchschn ie handliche zumeist aufb beworbene An nnerung. g 11: Gratispo adt‐und Region spostkarten w Karten vom 3 er Standorten en 22.000 Kar e Restverteil etz“ des Anbi richtungen et die Postkarte ontaktdaten d wurden diese und zur Ausla . des Zwischenn dere Werbefo ung“ dar, son entnommen u nittliche Symp n Postkarten bewahrt werd ngebot zudem ostkarte zeitR nalplanung Dr. J wurden mit e 30.03.2017 bi n ausgelegt. N rten entnomm lung im soge eters (u. a. Fit tc.) über eine en eine erfolg des Zwischenn e zur Verteilun age bei Projek utzungsprojekt ormen stellen dern werden nd genießen athiewerte. n mitgenomm den, bringen m immer wie AUM Jansen GmbH iner Auflage v s 06.04.2017 Nach dieser W men worden, enannten „N tnessstudios, e weitere Wo reiche Weiter nutzungsproje ng bei Verans ktpartnern na ts „zeitRAUM.k n sie aus da‐ men sie eder von an Wo‐ so‐ Non‐ Bil‐ oche rga‐ ekts stal‐ ach‐ 6.4 In dat sen Inf wic Im die Dr. De Gra zer tio sch Ab Qu 6.5 Üb ter fra we jek Pro be koeln“ im Jahr 2 4.2 Flyer Ergänzung de ten wurde zu nten nach w formationsflye chtige Hinwe mobilienbesit e Kontaktstell . Jansen Gmb er Information atispostkarten r und Raum‐S nspartnern a hennutzungsp bildung 12: In elle: Stadt‐und 5 Veröffen ber Berichters re Immobilien ger für das Th erden. Ziel ist kts grundsätzl ojekt zu akqu stehende Ang 2017 er Gratispostk r konkreten A weiteren Pro er erarbeitet. eise zu den tzer und Rau le von Stadt‐ H abgerufen w nsflyer wurde n an interess uchende vert als Informati projekts ausge nformationsfly Regionalplanun tlichungen in tattungen in neigentümer hema Zwische es, den Beka ich zu erhöhe irieren und R gebot aufmerk karten mit den Ansprache vo ojektinformati . Dieser ent Serviceleistu um‐Suchende, ‐ und Region werden könne e gemeinsam sierte Immob teilt sowie bei ionsmaterial elegt. yer zeitRAUM ng Dr. Jansen G n Printmedien der Presse so und potenzie ennutzung se anntheitsgrad en, Immobilie Raum‐Suchend ksam zu mach 20 n Kontakt‐ on Interes‐ onen ein hält auch ungen für die über nalplanung en. m mit den bilienbesit‐ i Koopera‐ des Zwi‐ GmbH n ollten wei‐ elle Nach‐ nsibilisiert d des Pro‐ en für das de auf das hen. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 21 Im Laufe des Jahres 2017 wurde in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften über das Projekt zeit‐ RAUM.koeln berichtet, deren Ausgaben auch alle online abzurufen sind, beispielsweise: Kölnmagazin, Wirtschaft und Leben am Rhein Wochenspiegel, Ausgabe Braunsfeld Wochenspiegel, Ausgabe Porz Die Wirtschaft, Köln – Ausgabe 03/2017 Citynews Köln, Ausgabe 03/2017 Beispielhafte Artikel über das Projekt zeitRAUM. koeln finden sich im Pressespiegel im Anhang 2. Aus den Veröffentlichungen ergaben sich zwei di‐ rekte Kontakte: die Veröffentlichung im Wochen‐ spiegel Porz führte zu der Anfrage einer Künstlerin nach einem temporären Ausstellungsraum, und der Artikel im Kölnmagazin führte zu einem Raumange‐ bot in Köln‐Rondorf. Weder die Anfrage aufgrund einer fehlenden Räumlichkeit in Porz noch die an‐ gebotene Raumfläche in Rondorf konnten mangels Nachfrager vermittelt werden. 7 Rahmenbedingungen des Kölner Zwischennutzungsprojekts Es gibt das Projekt fördernde Rahmenbedingungen für ein Zwischennutzungsprojekt in Köln, aber auch Restriktionen in verschiedenen Bereichen. Zu den Pluspunkten zählen in Köln zweifellos eine aktive Kultur‐ und Kreativbranche sowie eine vielfältige Start‐up‐Szene. Zu den Restriktionen gehören die aktuelle Situation auf dem Kölner Immobilienmarkt, die Entwicklung der Eigentümer und die Arbeitswei‐ sen der jungen Zielgruppen. 7.1 Das Projekt fördernde Rahmenbedingungen in der Stadt Köln 7.1.1 Aktive Kultur‐ und Kreativbranche Nach dem Datenreport zur Kultur‐ und Kreativwirt‐ schaft 2017 sind in der Stadt Köln mehr als 57.000 Erwerbstätige in der Kultur‐ und Kreativbranche beschäftigt. Im Jahr 2016 wurden demnach rund 12,9 Mrd. Euro in der Kultur‐ und Kreativwirtschaft im Großraum Köln erwirtschaftet, von denen mit ca. 72 % der größte Anteil auf die Stadt Köln entfällt. Der wichtigste Umsatzbringer ist hierbei die Film‐ und Rundfunkindustrie sowie die Medien. Aufgrund dieser Ballung an kreativen Kräften in der Stadt Köln gibt es einen hohen Bedarf an Räumen, die zu Preisen unter Marktniveau zur Verfügung stehen. Dieser Bedarf zeigt sich unter anderem in der ständigen Auslastung der ca. 135 Räume in 14 Häusern, welche die Stadt Köln derzeit mit subven‐ tionierten Mieten für Künstler und Kreative bereit‐ stellt. 7.1.2 Digitale Start‐up‐Szene Die Stadt Köln und die Industrie‐und Handelskam‐ mer Köln versuchen systematisch, die Entwicklung der digitalen Start‐up‐Unternehmen zu fördern. Als Maßnahmen können die internationale Vernetzung, beispielsweise mit Tel Aviv, oder die Initiative Digi‐ tal Cologne genannt werden. Auf diese Weise sollen die Innovationskraft und die Digitalisierung der Wirtschaft in der Stadt Köln unterstützt werden. Laut einer Studie der IW Consult von Juli 2016 wa‐ ren zu diesem Zeitpunkt ca. 630 Start‐up‐Unter‐ nehmen in Köln tätig. In diesen Unternehmen sind Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 22 ca. 13.000 Mitarbeiter beschäftigt, obwohl ca. 60 % dieser Unternehmen lediglich zwischen zwei und fünf Mitarbeitern haben. Digitale Start‐up‐Unter‐ nehmen sind stark auf die Kernstädte fokussiert, da für den unternehmerischen Erfolg neben der Ver‐ fügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte die Nähe zu Kunden, anderen Netzwerkpartnern und ergän‐ zenden Dienstleistern entscheidend ist. Die hohen Standortkosten in Köln sind nach der genannten Studie ein Grund, aus dem sich Gründer immer noch verstärkt für die Stadt Berlin entschei‐ den. In dieser Situation sollte die Möglichkeit, güns‐ tigere Räume für Zwischennutzungen anmieten zu können, verstärktes Interesse wecken. 7.2 Restriktionen des Projekts zeitRAUM.koeln Die Entwicklungen auf dem Kölner Immobilien‐ markt, das Verhalten von Immobilieneigentümern sowie die Arbeitsweise von jungen Unternehmens‐ gründern und Unternehmen aus der Kultur‐ und Kreativbranche und der Digitalen Wirtschaft deter‐ minieren den Erfolg des Projekts zeitRAUM.koeln auf vielfältige Weise. Die diversen Restriktionen, die den Vermarktungsbemühungen entgegenstehen, werden in nachfolgend vertiefend vorgestellt. 7.2.1 Restriktion Immobilienmarkt Nach Auskunft verschiedener Berichte von Unter‐ nehmen der Immobilienwirtschaft hat sich auf dem Kölner Markt der Büroflächen seit dem Jahr 2009 die Leerstandsquote halbiert und liegt zum Ende des zweiten Halbjahrs 2017 mit rund 4,5 % auf ei‐ nem neuen Tiefststand. Bei Prozentwerten von unter 5 % kann von einem „Vermietermarkt“ ge‐ sprochen werden, denn die notwendige Fluktuati‐ onsreserve ist nur noch begrenzt vorhanden. In der Stadt Köln stehen aktuell nur noch schätzungsweise ca. 347.000 m² leere Büroflächen zur Verfügung, was zu wenig ist, um die nach wie vor gute Nachfra‐ ge von Mietinteressenten bedienen zu können. Immobilieneigentümer können nun auch langjähri‐ ge Leerstände zu gewünschten Konditionen vermie‐ ten. Raum‐suchende Unternehmen müssen sich somit auf steigende Quadratmeterpreise und ein limitiertes Angebot einstellen. Abbildung 13: Leerstand und Leerstandsquote bei Büroflächen in der Stadt Köln Quelle: nach Angaben von Jones Lang LaSalle, Office Market Profile Köln Bei den Lager‐ und Logistikflächen ist in der Stadt Köln ein ähnlich knappes Angebot zu verzeichnen. Die anhaltende Nachfrage wird von Unternehmen aus den Bereichen Transport, Verkehr und Lagerhal‐ tung getragen. Der Engpass auf dem Kölner Woh‐ nungsmarkt ist dafür verantwortlich, dass zudem teilweise Gewerbeflächen und ‐ räume zu Wohn‐ raum umgenutzt werden. Diese gute Auslastung des Kölner Markts für Ge‐ werbeimmobilien verringert das Angebot für Zwi‐ schennutzungen geeigneter Immobilien entschei‐ dend. Zusätzlich erschweren weitere neuere Ent‐ wicklungen, insbesondere auf dem Büroflächen‐ markt, die Umsetzung des Projekts zeitRAUM.koeln. In den letzten Jahren sind zahlreiche Anbieter von Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren entstan‐ den, die für junge Unternehmen neben flexiblen Vertragslaufzeiten zumeist eine Komplettlösung bereithalten: diese Flächen sind möbliert und bie‐ ten neben der technischen Infrastruktur zusätzlich weitergehende Services, wie beispielsweise Rezep‐ tions‐ sowie Putz‐ und Postdienste oder Bespre‐ chungsräume an. Ziel dieser Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren ist es auch, den Mietern ein Kommunikations‐ und Kontaktnetzwerk anzubieten. Freiberufler, Kreative und Start‐up‐Unternehmen arbeiten dabei gemein‐ sam in größeren Räumen und können voneinander profitieren, in dem sie unabhängig Projekte durch‐ führen oder auch zusammen Ideen verwirklichen. Veranstaltungen, Workshops und (Ausbildungs‐) Seminare stärken die Gemeinschaft und bilden 600 590 520 490 410 370 357 347 0 200 400 600 800 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 1. Quartal 2017 2. Quartal Leerstand inkl. Untermietflächen (in 1.000 m²) 0 2 4 6 8 10 Leerstandsquote (in %) Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 23 einen Mehrwert. Auf dem Markt tätig sind auch Vermittlungsunternehmen, die sich auf das Ge‐ schäft der Untervermietung sowohl für Büroflächen als auch für Ladenlokale (beispielsweise Pop‐up‐ Stores) spezialisiert haben. Nach Schätzungen gibt es aktuell mindestens ca. 60 Unternehmen auf dem Kölner Markt, die Räume oder Schreibtischplätze für Start‐ups, Freiberufler und junge Unternehmen anbieten (Anlage 1). 7.2.2 Restriktion Immobilieneigentümer In den letzten Jahren haben sich die Strukturen der Eigentümer von Gewerbeimmobilien in der Stadt Köln signifikant gewandelt. Immer häufiger sind Gewerbeimmobilien im Besitz von internationalen Konsortien und dienen diesen als Spekulationsob‐ jekte. Das Interesse an Entwicklungen vor Ort oder loka‐ len Projekten wie zeitRAUM.koeln ist zumeist nicht vorhanden. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist, dass es möglich ist, mit Leerständen Steuerer‐ leichterungen zu erzielen. Eine weitere Restriktion ist, dass Gewerbeimmobilien fast ausschließlich über Immobilienmakler und ‐verwaltungen auf dem Markt angeboten werden und in der Regel der Mie‐ ter provisionspflichtig ist. Nach unseren Erfahrun‐ gen sind die Immobilienmakler und ‐ verwaltungen grundsätzlich nicht an Zwischennutzungen interes‐ siert, da sich für sie nur durch den Abschluss eines langfristigen Mietvertrags Einnahmen realisieren lassen. Bei der persönlichen Kontaktaufnahme zu den Ei‐ gentümern von Gewerbeimmobilien traten weitere Hindernisgründe zu Tage: häufig sorgen zu hohe Mieterwartungen auf der Eigentümerseite für einen längeren Leerstand, gepaart mit der Bereitschaft, Wartezeiten auf einen langfristigen Mieter hinzu‐ nehmen. Hinzu kommt die Sorge vor einer starken Inanspruchnahme der Immobilie durch Zwischen‐ nutzer bei kürzeren Mietzeiten sowie die Furcht vor nicht etablierten, finanzschwachen Mietern. An einigen Standorten sind insbesondere ältere Eigen‐ tümer, die die Immobilie selbst bewohnen, gewillt, den Leerstand als Dauerlösung zu akzeptieren, da sie sich nicht an neue Mieter gewöhnen möchten oder Umbaumaßnahmen scheuen, um beispielswei‐ se die historisch bedingte, offene Verbindung zwi‐ schen leerstehendem Gewerbe‐ und eigenem Wohnraum aufzuheben. Das Risiko, das der tempo‐ räre Mieter den angemieteten Raum nicht fristge‐ recht verlässt, wird dagegen von Eigentümerseite als gering eingeschätzt. 7.2.3 Restriktion Raum‐Suchende Ziel des Projekts zeitRAUM.koeln war es, Start‐up‐ Unternehmen und Unternehmen aus der Kultur‐ und Kreativbranche sowie der Digitalen Wirtschaft als Zwischennutzer für leerstehende Immobilien zu gewinnen. Die Nachfrage nach den angebotenen Räumen blieb über den gesamten Projektzeitraum trotz verschiedenartiger Marketingbemühungen extrem gering. Das Haupthindernis ist in dem großen Raumange‐ bot an Co‐Working‐Spaces, flexibel in Mietlaufzei‐ ten, Ausstattung und Service, zu sehen, das insbe‐ sondere auf dem Kölner Markt speziell auf diese Klientel zugeschnitten ist. Es ist möglich, das nied‐ rigschwellige „Rundum‐Sorglos‐Paket“ zu buchen, und der Betreiber des Co‐Working‐Space/Gründer‐ zentrums kümmert sich vom Mobiliar über die Ver‐ kabelung bis zum Kaffee und der Reinigung der Teeküche um alles, und ermöglicht es dem Mieter, den Kopf für seine neuen Ideen frei zu halten. Ein solcher Arbeitsplatz ist beispielsweise im renom‐ mierten STARTPLATZ Köln am Mediapark bereits für 99 EUR/Monat inklusive der genannten Leistungen zu buchen. Bei einer Zwischennutzung über zeitRAUM.koeln dagegen wird zumeist ein unmöblierter Büroraum zu einer marktüblichen Miete angeboten, der für einen befristeten Zeitraum ausgestattet und mit der notwendigen Infrastruktur versehen sein will. Auch das vorhersehbare Ende einer Zwischennutzung schreckt Gründer und junge Unternehmen ab, die von einer positiven Geschäftsentwicklung ausgehen und so schon den Zeitpunkt einer erneuten Raum‐ suche vor Augen haben. Ein weiterer Punkt ist das sog. „Schwarmverhalten“ junger Gründer und Un‐ ternehmer, die von den Orten angezogen werden, an denen andere bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Die Verdichtung von Start‐up‐Unternehmen an einem Ort fördert nachweislich die Kommunika‐ tion und die Teambildung. Im Angebot von zeit‐ RAUM.koeln sind Büroflächen in den unterschiedli‐ chen Projekträumen im Kölner Stadtgebiet anzu‐ mieten; eine solche Verdichtung unter einem Dach ist aber ist nur schwer realisierbar. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 24 8 Resümee Der Ansatz des Zwischennutzungsmanagements in der Stadt Köln unterscheidet sich von anderen Zwi‐ schennutzungsprojekten in deutschen Großstädten dadurch, dass eine Anmietung wie auch eine Sub‐ ventionierung von Mieten durch die Stadt nicht vorgesehen ist. Ferner stehen keine städtischen Immobilien für Zwischennutzungen zur Verfügung. Als Zielgruppe wurden im Projekt zeitRAUM.koeln gewerbliche Nutzer, insbesondere Unternehmen und Start‐ups aus der Kultur‐ und Kreativbranche sowie der Digitalen Wirtschaft definiert. Nach der ersten Projektphase von Oktober 2015 bis September 2016 zeigen sich in der auf ein Jahr aus‐ gerichteten Fortsetzung des Projekts zeitRAUM. koeln seit Januar 2017 deutliche Fortschritte, wie beispielsweise ein vergrößertes Angebot an Immo‐ bilien für Zwischennutzungen, mehr Besucher auf der Webseite sowie eine größere Resonanz in der Presse. Jedoch ist es in der insgesamt zweijährigen Phase des Projekts zeitRAUM.koeln, trotz der das Projekt fördernden Rahmenbedingungen, wie eine aktive Kultur‐ und Kreativbranche und eine vielfälti‐ ge Start‐up‐Szene, nicht gelungen, einen der Nach‐ frager auf eine für Zwischennutzung zur Verfügung stehende Immobilie zu lenken, da Angebots‐ und Nachfrageprofile nicht übereinstimmten. Die Ursachen hierfür liegen in drei wesentlichen Bereichen: Dem Kölner Immobilienmarkt Der Zusammensetzung der Immobilieneigen‐ tümer Den Arbeitsweisen der Raum‐Suchenden Die Leerstandsquote liegt auf dem Kölner Markt der Büroflächen mit rund 4,5 % auf einem Tiefststand. Bei Werten von unter 5 % wird von einem „Ver‐ mietermarkt“ gesprochen, denn die notwendigen Fluktuationsreserven sind nur noch begrenzt vor‐ handen. Raum‐suchende Unternehmen müssen sich in der Stadt Köln auf steigende Quadratmeterpreise und ein limitiertes Flächenangebot einstellen. Ähn‐ lich knapp ist das Angebot der Lager‐ und Logistik‐ flächen, deren anhaltende Nachfrage von Unter‐ nehmen aus den Bereichen Transport, Verkehr und Lagerhaltung getragen wird. Verschärft wird die Situation durch den Engpass auf dem Kölner Woh‐ nungsmarkt, der dazu beiträgt, dass teilweise Ge‐ werbeflächen und ‐räume zu Wohnraum umgenutzt werden. In den letzten Jahren haben sich die Strukturen der Eigentümer von Gewerbeimmobilien in der Stadt Köln dahin gewandelt, dass diese häufiger in Besitz von internationalen Konsortien sind und somit das Interesse an Entwicklungen vor Ort abnimmt. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist zudem, dass mit Leerständen Steuererleichterungen erzielt wer‐ den können. Zahlreiche Anbieter von Co‐Working‐Spaces und Gründerzentren sind in den letzten Jahren entstan‐ den, die für die Klientel des Zwischennutzungsma‐ nagements neben flexiblen Vertragslaufzeiten zu‐ meist eine Komplettlösung bereithalten. Ziel dieser mindestens 60 am Kölner Markt tätigen Co‐Wor‐ king‐Spaces und Gründerzentren ist es, den jungen Unternehmen neben den Räumlichkeiten einen Mehrwert in Form eines Kommunikations‐ und Kontaktnetzwerks und häufig auch speziellen Semi‐ naren anzubieten. Im Gegensatz zu den Räumen der Co‐Working‐ Spaces und Gründerzentren wird bei einer Zwi‐ schennutzung über zeitRAUM.koeln zumeist ein unmöblierter Raum, der für einen befristeten Zeit‐ raum ausgestattet und mit der notwendigen Infra‐ struktur versehen sein will, angeboten. Auch das vorhersehbare Ende einer Zwischennutzung hält Gründer und junge Unternehmen von einer Anmie‐ tung ab, da sie so schon den Zeitpunkt einer erneu‐ ten Raumsuche vor Augen haben. Ebenso nimmt das sog. „Schwarmverhalten“ junger Gründer und Unternehmer Einfluss auf die Nachfra‐ ge, da sie meist von den Orten angezogen werden, an denen andere bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Die Verdichtung von Start‐up‐Unternehmen an einem Ort fördert nachweislich die Kommunika‐ tion und die Teambildung. Im Angebot von zeit‐ RAUM.koeln sind Büroflächen in den unterschiedli‐ chen Projekträumen im Kölner Stadtgebiet anzu‐ mieten; eine solche Verdichtung unter einem Dach ist aber ist nur schwer realisierbar. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 25 Aus diesen Aspekten resultiert die Erkenntnis, dass die Vermittlung von leerstehenden, gewerblichen Immobilien privater Eigentümer zur Zwischennut‐ zung in der Stadt Köln vom Markt bereits adäquat geregelt zu sein scheint. Ein städtisches Eingreifen über ein Zwischennutzungsmanagement für Immo‐ bilien privater Eigentümer bei grundsätzlich das Projekt fördernden Rahmenbedingungen hat unter den aktuellen Marktgegebenheiten keine wirt‐ schafts‐ oder kulturfördernden Impulse ausgelöst. Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 26 Anhang 1 Anbieter von Räumen und Schreibtischplätzen in der Stadt Köln, Stand September 2017 (ohne Gewähr auf Vollständigkeit) Lfd. Nr. Name Webseite Quelle 1 ADUNIQUE GmbH www.adunique.de Webseite 2 Afp24 www.afp24.de Immoscout 3 Airplex Campus www.airplex‐campus.de Webseite 4 Airport Business Center Köln www.abc‐tower‐de Webseite 5 akkuraum www.akkuraum.de Webseite 6 Allofficecenters GmbH www.allofficecenters.de Immoscout 7 Areo Holding GmbH www.welling‐immo.de Immoscout 8 Betafabrik www.betafabrik.de Webseite 9 BioCampus Cologne www.biocampuscologne.de Webseite 10 Brickspaces www.brickspaces.de Vermittlung 11 C & S Office Plus www.cs‐office‐plus.de Webseite 12 Clusterhaus www.clusterhaus.de Webseite 13 COLABOR www.colabor‐koeln.de Webseite 14 Cologne Game Lab Incubator www.colognegamelab.de Webseite 15 COWOKI CoWorking Plus www.cowoki.de Webseite 16 CoWork Lab www.cowork‐lab Webseite 17 Coworking Cologne www.coworkingcologne.de Webseite 18 Coworking Köln ‐ Bonn www.coworking‐koelnbonn.de Webseite 19 Coworking4you www.coworking4you.de Webseite 20 crossbuilder GmbH www.crossbuilders.de Webseite 21 Das Büro www.dasbuero‐cologne.de Webseite 22 Design Offices Cologne Gereon www.designoffices.de Webseite 23 Digital Hub Cologne GmbH www.digitalhubcologne.de Webseite 24 DingFabrik Köln www.dingfabrik.de Webseite 25 District097 www.cowork.lab Webseite 26 Dussmann Service GmbH www.dussmann‐office.com Immoscout 27 ebuero AG www.ebuero.de Immoscout 28 Ehrenspace www.ehren.space Webseite 29 Excellent Business Center www.excellent‐bc.de Webseite 30 Gemmel Immobilien www.sg‐immobilien‐4you.de Immoscout 31 Greendesk @ Yogazimmer www.greendesk.de Webseite 32 Gründer‐ und Innovationszentrum www.giz‐koeln.de Webseite Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 27 Lfd. Nr. Name Webseite Quelle 33 HEADQUARTER (S) Services GmbH www.hq‐cologne.com Immoscout 34 JSP Oficenter www.jsp‐gruppe.de/oficenter Webseite 35 luna places www.luna‐places.de Webseite 36 MaJourie Coworking Space www.majourie.eu Webseite 37 ME14 www.me14.de Webseite 38 MPB Mediapark‐Büros GmbH www.mpb‐offices.com Immoscout 39 OMEGA Immobilien Management www.omega‐immobilien.de Immoscout 40 optionspace GmbH www.optionspace.com Immoscout 41 Poolie.space www.poolie.space Webseite 42 Rechtsrheinisches Technologie‐ und Gründer‐ zentrum www.rtz.de Webseite 43 Regus Management GmbH www.regus.de Immoscout 44 S.T.O.L. Verwaltung GmbH www.series‐a‐campus.de Immoscout 45 Series‐A‐Campus www.series‐a‐campus.de Webseite 46 ShareDnC GmbH www.sharednc.com Vermittlung 47 Sirius Facilities GmbH www.siriusfacilities.com Immoscout 48 Solution Space www.solutionspace.de Webseite 49 Stahlbau Cologne www.stahlbau‐cologne.de Webseite 50 STARTPLATZ www.startplatz.de Webseite 51 Studio Y www.y‐media.tv/coworking‐desks Webseite 52 Technologie‐ und Gründerzentrum Köln Techno‐ logiepark www.giz.de Webseite 53 Teli.a.s www.telias.de Webseite 54 TheRooftop.rocks www.therooftop.rocks Webseite 55 Thomas Hingott Immobilien www.hingott‐immobilien.de Immoscout 56 unit network GmbH & Co. KG www.unit‐network.com Immoscout 57 Wertheim Boarding House www.wertheim‐cologne.de Webseite 58 Winku GmbH www.winku.de Immoscout 59 Wnderfuel www.wnderfuel.de Webseite Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 28 Anhang 2 Die Wirtschaft – Köln 03/2017 Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 29 CityNews 03/2017 Stadt Köln – Fortsetzung des Zwischennutzungsprojekts „zeitRAUM.koeln“ im Jahr 2017 30 Abbildungen Abbildung 1: Stadtteile und Piloträume der ersten und zweiten Projektphase 7 Abbildung 2: Objekte mit längerer Leerstandsdauer 10 Abbildung 3: Dauer der derzeit verfügbaren Leerstände in der Datenbank in % (n = 251) 10 Abbildung 4: Anteil nach Objektkategorien an den derzeit verfügbaren Leerständen in % (n = 251) 11 Abbildung 5: Lage der Zwischennutzungsobjekte im Kölner Stadtgebiet 12 Abbildung 6: Entwicklung der absoluten Besucherzahlen im monatlichen Vergleich im Jahr 2016 16 Abbildung 7: Besucherzahlen auf den vier meistbesuchten Unterseiten von zeitRAUM.koeln (bis Ende 09/2017) 16 Abbildung 8: Neue Rubrik „Stadtteilbeschreibung Altstadt/Neustadt‐Süd“ auf der Webseite 17 Abbildung 9: Projektstand auf dem Wochenmarkt in Köln‐Braunsfeld 18 Abbildung 10: Informationsstand beim IHK‐Gründertag 2017 19 Abbildung 11: Gratispostkarte zeitRAUM 20 Abbildung 12: Informationsflyer zeitRAUM 20 Abbildung 13: Leerstand und Leerstandsquote bei Büroflächen in der Stadt Köln 22
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3473/2017
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 20.11.2017
- Erstellt
- 13.11.2017 08:21