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AN/0980/2018

Umweltauswirkungen des möglichen U-Bahn-Baus

Die Linke. Anfrage nach § 4 14.06.2018

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 21.06.2018, TOP 1.5

Linke Anfrage nach § 4

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Linke Anfrage nach § 4

4552 Zeichen

Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln 
 
Oberbürgermeisterin Reker 
Ausschussvorsitzender Struwe 
 
Rathaus, Spanischer Bau 
 50667 Köln 
Postanschrift: 
Postfach 103564 · 50475 Köln 
Tel: 0221/221-27840 · Fax: 0221/221-27841 
E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de 
Fraktionsvorstand 
 
 
Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 14.06.2018 
AN/0980/2018 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss für Umwelt und Grün 21.06.2018 
 
Umweltauswirkungen des möglichen U-Bahn-Baus 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzendender, 
DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie um Aufnahme der folgenden Anfrage 
in die Tagesordnung der Sitzung des Umweltausschusses am 21.06.2018: 
 
Die Ertüchtigung der Ost-West-Achse ist nicht nur für den Ausbau des ÖPNV, sondern 
auch für die gesamte Kölner Verkehrspolitik von grundlegender Bedeutung. Die Phase der 
so genannten Bürgerbeteiligung ist angelaufen. Aktuell stehen den Bürgern seitens den 
Verantwortlichen der Stadt Köln vier Tunnellösungen und eine oberirdische Variante zur 
Auswahl. 
Wir sind grundsätzlich der Auffassung, dass alle ernstzunehmenden Möglichkeiten 
gleichberechtigt präsentiert, ergebnisoffen debattiert und verglichen werden müssen. 
Dazu gehört auch, dass man sie auf ihre ökologischen Auswirkungen hin betrachtet. Dabei 
ist zu bedenken, dass Bauarbeiten immer mit Umweltbelastungen einhergehen. Aber in 
der Folge ließe sich von einer ausgebauten Ost-West-Achse  eine deutliche Reduktion der 
Umweltbelastung erwarten. Dieser Effekt träte ein, wenn die ertüchtigte Ost-West-Achse 
die Menschen veranlasste vom  motorisieren Individualverkehr auf den ÖPNV 
umzusteigen. 
 
Die zur Debatte stehenden vier Tunnel-Varianten unterscheiden sich erheblich in ihrem 
Umfang. Grundsätzlich erscheint es uns abwegig, dass alle diese U-Bahn-Projekte in einer 
vergleichbaren Zeit durchgeführt werden können. 
Darüber hinaus ist es naheliegend, dass ein oberirdischer Ausbau der Ost-West-Bahn 
deutlich schneller fertiggestellt sein wird als der Bau einer U-Bahn.

Unserer Auffassung nach würde ein U-Bahn-Bau vor allem den Autoverkehr entlasten und 
hierdurch vermutlich zu seiner weiteren Steigerung desselben beitragen. Für die 
Fahrgäste einer anvisierten U-Bahn sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt kaum Vorteile, da 
die kürzeren Fahrtzeiten durch längere Ein- und Umsteigezeiten kompensiert würden. 
Eine längere Bauzeit hingegen belastete, bedingt durch die Bauarbeiten und den 
fehlenden Nutzen, den Verkehr in Köln noch mehr. Auch hierdurch erhöhten sich die 
Schäden für Gesundheit und Umwelt weiter. 
Uns stellt sich daher die Frage, inwiefern der in Teilen unterirdische Ausbau der Ost-West-
Achse nicht letztendlich eine umweltschädliche Subventionierung des Autoverkehrs 
darstellen könnte. 
Darüber hinaus verbrauchte ein U-Bahn-Bau auch sehr viel Beton. Die weltweite 
Betonproduktion ist für einen erheblichen Teil der vom Menschen gemachten CO2-
Emissionen verantwortlich. So ist pro Tonne Beton in etwa mit einer Emission von ca. 100 
kg Kohlendioxid zu rechnen.  
 
Gemäß den Angaben des Umweltbundesamtes verursacht eine Tonne Kohlendioxid 
Umweltschäden in Höhe von 80 €. Diese, sich in Klimafolgen ausdrückenden Schäden, 
sind letztendlich durch die weltweite Gemeinschaft zu tragen. Die globale Sand- und 
Kiesknappheit und Umweltfolgen des Ab- und Raubbaus sind darin noch nicht mal 
berücksichtigt. 
 
Auch diese sogenannten externen Kosten müsste die Stadt Köln mit in ihre Nutzen-
Kosten-Rechnung integrieren. 
 
In diesem Zusammenhang bitten wir um die Antwort auf folgende Fragen: 
 
1) Gibt es seitens der Verwaltung konkrete Pläne, die oberirdische Ost-West-Verbindung 
im Vorfeld eines eventuellen U-Bahn-Baus vorübergehend zu ertüchtigen und wie sehen 
diese aus? 
 
2) Wie groß wäre der zusätzliche ökologische Fußabdruck für einen vorübergehenden 
oberirdischen Ausbau der Ost-West-Verbindung, im Durchschnitt pro fertiggestellten Gleis-
Kilometer und über die zu erwartende Gesamtstrecke? 
 
3) Wie groß wäre der zu erwartende Bedarf an Beton bei jeder der vier Tunnel-Varianten 
in Tonnen? 
 
4) Wie groß wäre der zu erwartende Bedarf an Beton bei einem oberirdischen Ausbau der 
Ost-West-Achse in Tonnen? 
 
5) Wie groß wäre der ökologische Fußabdruck für den Bau der jeweiligen Tunnel-Variante 
und der oberirdischen Lösung im Vergleich? 
 
gez. 
Michael Weisenstein 
Fraktionsgeschäftsführer 
gez. 
Hamide Akbayir 
Mitglied des Ausschusses Umwelt und 
Grün

Beratungsverlauf (1)

21.06.2018 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.5 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0980/2018
Typ
Die Linke. Anfrage nach § 4
Datum
14.06.2018
Erstellt
14.06.2018 14:04