0820/2025
Beschluss einer Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt
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Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung
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Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung für Gremien, auf die die Leitlinien Öffentlichkeitsbeteiligung Anwendung finden, beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorgeschlagen. Gemäß der Leitlinien für Öffentlichkeitsbeteiligung wird die Planung eines Beteiligungsverfahrens in einem Beteiligungskonzept beschrieben. Bei kleineren ggf. auch standardisierten Verfahren, ist das Beteiligungskonzept möglichst knapp aber aussagekräftig zu verfassen. Bitte wählen Sie aus: - Das Beteiligungskonzept ist beigefügt. Erläutern Sie bitte in maximal zwei Sätzen: Was soll mit der Öffentlichkeitsbeteiligung erreicht werden (ggf. mit Informationen zu Zielgruppen(n) und geplantem Vorgehen)? Die Umsetzungsstrategie (Anlage 2) beinhaltet die Erläuterung zur beabsichtigten Öffentlichkeitsbeteiligung. Diese soll insbesondere im Rahmen eines kooperativen Werkstattverfahrens stattfinden. Kontakt OB/1 Büro der Oberbürgermeisterin OB/12 Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Brückenstraße 5-11 50667 Köln Telefon: 0221 – 221 25044 E-M ail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung
Anlage 2 Umsetzungsstrategie Waidmarkt
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Umsetzungsstrategie Waidmarkt Anlage 2 - 0820/2025 2 Inhaltliche Bearbeitung: Dezernat Planen und Bauen Stadtplanungsamt in Zusammenarbeit mit: Dezernat für Kunst und Kultur Planungsreferat Dezernat für Mobilität Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau Dezernat der Oberbürgermeisterin Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Abbildungsnachweis: Titelbild: ©Sophie Loschert Abb. 2 und 14: ©Martin Gaissert Abb. 1, 3-13, 15, 16, 18, 20-25: ©Stadt Köln Abb. 8: ©Sophie Loschert Abb. 9, 10, 12: ©Roman Mensing Abb. 11: ©Observatorium Abb.: 17: ©Martina Goyert Abb.: 19: ©Dewey Muller Partnerschaft mbB Architekten Stadtplaner Impressum 3 Inhaltsverzeichnis EINLEITUNG I. ANFORDERUNGEN AN DEN WAIDMARKT Projektwerkstatt (2023) Schüler*innenbeteiligung (2024) Leitmotive der Umsetzungsstrategie II. UMSETZUNGSSTRATEGIE FÜR DEN WAIDMARKT Umsetzungsstrategie: Übersicht & Darstellung Phase 1: Künstlerische Interventionen Phase 2: Werkstattverfahren Ressourcenplanung ZUSAMMENFASSUNG & AUSBLICK Seite 5 6 7 8 9 10 10 12 16 20 22 4 5 In der Verstetigungsphase (2029-2031) wird im Rahmen eines kooperativen Werkstatt - verfahrens und unter Beteiligung der Stadt- gesellschaft sowie auf Basis der Ergebnisse und Erkenntnisse des bisherigen Prozesses ein umsetzungsfähiges Konzept für den Waidmarkt entwickelt. Das vorliegende Dokument gibt einen Über- blick über die Umsetzungsstrategie für den Stadtraum des Waidmarkts, inklusive Teil - prozesse und -verfahren. Das Kapitel I – Anforderungen an den Waidmarkt stellt Ziele für den Stadtraum Waidmarkt als Grundlage für eine zukunfts- gerichtete städtebauliche Entwicklung dar, die von den Bürgerinitiativen „Köln kann auch anders“ und „ArchivKomplex“ entsand- ten Expert*innen im Rahmen einer Projekt - werkstatt formuliert wurden. Das Kapitel II – Umsetzungsstrategie überführt die erarbeiteten Anforderungen in eine konkrete Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt, die sich in die Phasen ENT- WICKLUNG (2025-2028) und VERSTETI - GUNG (2029-2031) aufgliedert. Im abschließenden Kapitel Zusammen- fassung wird die vorliegende Umsetzungs - strategie sowie deren Rahmenbedinungen in Kürze zusammengefasst. Im Herzen Kölns gelegen nimmt der Waid - markt eine Sonderstellung sowohl in Geschichte als auch Entwicklung der Stadt ein. Seit dem tragischen Einsturz des His - torischen Archivs 2009 steht er sinnbildlich für Verlust, in ihm liegt zugleich aber auch die Chance eines neuen Anfangs. Um so wichtiger ist es, einen klaren Prozess als verlässlichen Fahrplan zu entwickeln. Die vorgelegte Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt stellt hierfür die Grundlage. Am Waidmarkt soll ein Ort des aktiven Erin- nerns entstehen, der durch eine gelungene künstlerische Gestaltung würdiges Geden - ken mit einem Blick in die Zukunft vereint. In diesem Kontext ist das Ziel gleicherweise die zukunftsfähige Gestaltung eines urbanen Platzraums, welcher in besonderer Weise den Anforderungen der Stadtgesellschaft und insbesondere der Nutzer*innen vor Ort Rechnung trägt. Nur gemeinsam kann auf dem Waidmarkt ein Ort entstehen, der Erin- nerung wahrt und Zukunft gestaltet. Um diese Ziele zu erreichen sieht der Pro - zess bereits im Zeitraum bis zur Fertigstel - lung des Stadtbahnausbaus künstlerische Interventionen vor, die den Ort 2025 bis 2028 nicht nur inszenieren und zukünftige Gestaltungsmöglichkeiten entwickeln, son - dern sich auch mit möglichen Erinnerungs - zeichen auseinandersetzen. Einleitung Eine Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt 6 Am 3. März 2009 stürzte das Historische Archiv in der Severinstraße ein. Beim gleichzeitigen Einsturz zweier benachbarter Gebäude starben zwei Menschen und zahlreiche historische Dokumente wurden beschädigt oder zerstört. In den Folgejahren stand die Einsturzstelle lange Zeit im Fokus von Untersuchungen, juristischen Verfahren und restauratori- schen Arbeiten. Die Umsetzungsstrategie für den Waid- markt legt nun eine Perspektive vor, wie ein gesamtheitliches Konzept für die Gestal- tung des Waidmarkts entstehen soll, das sowohl die Geschichte des Ortes einbezieht als auch zukunftsgerichtete Gestaltung und Funktionalität mit Kultur und Gedenken in Einklang bringt. Die Einbindung der Stadtgesellschaft spielt in diesem Zuge eine zentrale Rolle. Der zukünftige Waidmarkt muss den Bedürfnis- sen der Kölner*innen gerecht werden und als lebendiger und würdevoller Ort in die Stadtgesellschaft zurückkehren. Auf diesem Wege stellen die Ergebnisse der Projektwerkstatt (2023) sowie der Schüler*innenbeteiligung (2024) das Fundament für die Formulierung einer angemessenen Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt dar. I. Anforderungen an den Waidmarkt „Wir sollten uns auch noch in vielen Jahren an die Katastrophe erin- nern und an die Gründe, die zu ihr geführt haben. Diese Erinnerung muss ihren Ausdruck aber vor allem in einem neuen bedeutenden Stück Stadt finden, das als eine mögliche Zukunftsperspektive für urbanes Leben an diesem Ort verstanden werden kann. “ - Projektwerkstatt 2023 - Ergebnisse der Projektwerkstatt 2023 - kompakt Auf dem Weg zu einem Neuen Waidmarkt Autor*innen: Bernadette Heiermann Kay von Keitz Thomas Luczak Skizze: Thomas Luczak Georg Dietzler unterstützt durch Kerstin Asher Joachim Boll (startklar a+b) im Auftrag der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Abb. 1: Ergebnisse Projektwerkstatt 7 Projektwerkstatt Waidmarkt (2023) Mit dem Ziel, den Waidmarkt zu einem kulturell attraktiven Ort mit hoher Aufent- haltsqualität zu gestalten, wurde im Auftrag der Oberbürgermeisterin eine sogenannte Projektwerkstatt – ein Gremium aus vier Expert*innen aus den Bereichen Kunst und Kultur sowie Architektur und Stadtplanung, die von den Bürgerinitiativen „Köln kann auch anders“ und „ArchivKomplex“ ent- sandt wurden, von Januar 2023 bis Mai 2024 – eingerichtet, um ein Konzept zur Implementierung von Kultur und Gedenken am Waidmarkt zu erarbeiten. Die Projektwerkstatt wurde vom Pla- nungsreferat des Dezernats für Kunst und Kultur organisiert, von Vertreter*innen der Verwaltung und der KVB unterstützt und von der startklar a+b GmbH, einem Büro für nachhaltige Quartiersentwicklung und bürgerschaftliches Engagement, begleitet und moderiert. Im Juni 2024 wurde das Konzept „Ergeb- nisse der Projektwerkstatt 2023 – kompakt. Auf dem Weg zu einem Neuen Waidmarkt“ im Rahmen einer Mitteilung veröffentlicht. (Vorlagen-Nummer 1527/2024). Auf einer Informationsveranstaltung in der Kaiserin- Augusta-Schule am 29.08.2024 wurde es von den Expert*innen der Projektwerkstatt der Öffentlichkeit präsentiert. Ein zentrales Ergebnis der Werkstatt war die Notwendigkeit, eine ausgewogene Balance zwischen historischer Identität und modernen Nutzungsanforderungen zu fin- den. Dabei wurden verschiedene Aspekte Abb. 2: Foto Sitzmöblierung & Bauzaun Waidmarkt 8 besonders hervorgehoben: die Stärkung öffentlicher Räume als Begegnungsorte, sowie nachhaltige Mobilitätskonzepte, die den Fuß- und Radverkehr fördern. Als erster Umsetzungsbaustein des Kon- zepts wurde die Künstlergruppe Observa- torium aus Rotterdam mit der Realisierung einer künstlerischen Intervention am Waid- markt beauftragt. Das Projekt „Panorama- Waidmarkt“ wurde von November 2024 bis Juni 2025 verwirklicht. Schüler*innenbeteiligung (2024) Im August 2024 fand eine dreitägige Jugendbeteiligung statt. Schüler*innen der Kaiserin-Augusta-Schule und des Fried- rich-Wilhelm-Gymnasiums beschäftigten sich mit Erinnerungskultur, Städtebau und Partizipation. Im Themenblock Erinnerung lernten die Schüler*innen am ersten Tag zunächst Grundlagen der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung und kollektive Erin- nerungszeichen im Stadtraum kennen, um nach einer Führung im Historischen Archiv der Stadt Köln Skizzen eines Erinnerungs- ortes am Waidmarkt zu entwickeln. Eine der praktischen Arbeit vorangestellte Meinungsabfrage hatte zuvor ergeben, dass die Jugendlichen es für wichtig erachten, dass am Waidmarkt an den Archiveinsturz erinnert wird und dass es einen physischen Erinnerungsort geben soll, der zum Verwei- len und zum Austausch einlädt. Der zweite Tag, geleitet vom Stadt- planungsamt, widmete sich Freiraum, Städtebau und Bildungslandschaft. Die Schüler*innen analysierten den Raum, führten Modell-Interventionen durch und setzten sich mit der Gestaltung öffentlicher Abb. 3-5: Fotos Schüler*innenbeteiligung 9 Leitmotive der Umsetzungsstrategie Aus dem bisherigen Prozess ergeben sich somit fünf Leitmotive, die der Umsetzungs- strategie zu Grunde gelegt werden: • KUL TUR & GEDENKEN Gestaltung des Waidmarkts zu einem kulturell attraktiven Ort mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Als ein Ort des akti- ven Erinnerns wird er eine angemessene Würdigung der Opfer des Archiveinstur- zes am 3. März 2009 ermöglichen. Der Ort des Kulturgutverlustes soll zu einem neuen Kulturort werden, an dem sich künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten und würdiges Gedenken treffen. • VIELFÄL TIGE NUTZUNG & AUFENTHAL TSQUALITÄT Schaffung eines lebendigen Stadt- quartiers mit attraktiven öffentlichen Räumen, Grünflächen und einer ausge- wogenen räumliche Gestaltung. • NACHHAL TIGE MOBILITÄT & INFRASTRUKTUR Verbesserung der verkehrlichen Anbin- dung durch Konzepte zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie innovative Lösungen für den öffentlichen Raum. • PARTIZIPATIVE PLANUNG & BETEILIGUNG Transparente Kommunikation und frühzeitige Einbindung der Stadtgesell- schaft, Interessensvertreter*innen und Nutzer*innen vor Ort in die Entwicklung eines zukunftsfähigen Konzepts. • INTEGRATION VON EXPERTISEN & BISHERIGEN ERGEBNISSEN Nutzung der Erkenntnisse aus dem bis- herigen Prozess als Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung, aktiver fortlaufender Einbezug von Fachexper- tise in die Planungen. Plätze auseinander. Der dritte Tag stand im Zeichen der Partizi- pation. Die Jugendlichen erhielten Einblicke in das Kinder- und Jugendbüro sowie das Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung und erarbeiteten Konzepte zur Mitgestaltung des Waidmarkts. Dabei stellten sie sich Fra- gen wie: „Wie möchten wir uns einbringen?“ und „Welche Themen sind uns wichtig?“ . Sowohl die inhaltlichen Anregungen als auch die Ideenskizzen zur räumlichen Gestaltung des Waidmarkts wurden in Konzeptpostern festgehalten und werden in den weiteren Prozess eingespeist. 10 Die vorliegende Umsetzungsstrategie verfolgt das Ziel, eine verbindliche Pro - zessstruktur für die Entwicklung eines langfristigen Gesamtkonzepts für den Waidmarkt festzulegen. Dieses Konzept soll – in Abstimmung mit dem Zeitplan zur Fertigstellung des Stadtbahnausbaus – als Grundlage für die zukünftige Gestaltung des Waidmarkts dienen. Um dies zu erreichen definiert die Umset - zungsstrategie zwei Phasen: • In der Entwicklungsphase (2025–2028) inszenieren Künstler*innen in temporä - ren Interventionen das Gelände neu und nähern sich über verschiedene thema - tische Schwerpunkte einer zukünftigen städtebaulichen Gestaltung des Waid - markts und eines Erinnerungsortes an. Abb. 6: Prozessgrafik zur Umsetzungsstrategie Waidmarkt II. Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt 11 • In der Verstetigungsphase (2029-2031) wird im Rahmen eines kooperativen Werkstattverfahrens und unter Einbe - zug der Stadtgesellschaft auf Basis der Ergebnisse und Erkenntnisse des bishe - rigen Prozesses ein umsetzungsfähiges Konzept für den Waidmarkt entwickelt. Am Ende der beiden Phasen soll somit eine nachhaltige, funktionale und qualitativ hochwertige Lösung für die Gestaltung des Waidmarkts stehen, die den Anforderungen der Stadtgesellschaft Rechnung trägt und zur Realisierung auf dem Waidmarkt in zeit- licher Abstimmung mit der Fertigstellung des Stadtbahnausbaus dient. II. Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt 12 Phase 1 - Entwicklung (2025-2028): Künstlerische Interventionen Während der Entwicklungsphase werden temporäre künstlerisch-kulturelle Interven - tionen und Bespielungen mit wechselnden thematischen Schwerpunkten und Forma - ten unter freiraumplanerischer Begleitung durchgeführt. Dabei sollen Zukunftsvisionen erarbeitet werden, die das gesamte Gebiet des Waid - markts als einen besonderen urbanen Raum wahrnehmbar machen – einen Stadtraum, der auch schon temporär als lebendiges Quartierszentrum und als attraktiver, über - lokaler Ort für die gesamte Stadt fungiert. Insbesondere tragen die künstlerischen Interventionen auch zur Konkretisierung eines auf die Zukunft gerichteten kulturellen Ortes bei, der Raum für Erinnerung an die Vorgeschichte des Ortes und die katastro - phalen Ereignisse lässt. Die erste installativ-programmatische Intervention am Waidmarkt wurde von der niederländischen Künstlergruppe Observa - torium von November 2024 bis Juni 2025 umgesetzt. In den Jahren 2026 bis 2028 sollen weitere Interventionen in Kooperation mit der diversen Stadtgesellschaft, lokalen Akteur*innen und Anwohner*innen reali - siert werden. Fester Bestandteil der Projekte sollen die Rahmung durch öffentliche Veran - staltungen und eine Aktivierungs- und Beteiligungsstrategie sein. Die jeweiligen Künstlergruppen sollen dabei auf das in den vorangegangenen Projekten etablierte Netzwerk aufbauen und dieses für weitere Zielgruppen erschließen. Partizipative Ele - mente der Interventionen sollen maßgeblich zur Sensibilisierung der Stadtgesellschaft Abb. 7: Lupe Phase 1: Entwicklung 13 hinsichtlich der Entwicklung des Waidmark- tes beitragen. Mithilfe von künstlerischen Mitteln (Installa- tion, Skulptur, Grafik, audiovisuelle Medien, Musik, Performance, Theater, Literatur etc) sollen im besten Fall interdisziplinäre Teams in ihren Projekten eine atmosphärische Stadtrauminszenierung und überquartier - liche Urbanität entwickeln und – je nach Ansatz – architektonisch-skulpturale Zei - chen erproben. Die Interventionen fördern die Identifikation der Stadtgesellschaft mit dem neu ent - stehenden Stadtraum. Zudem liefern sie richtungsweisende Impulse für die weitere städtebauliche Entwicklung. Teil des Auftra- ges ist somit auch die Dokumentation des Arbeitsprozesses und der Ergebnisse, die in das anschließende Werkstattverfahren (Phase 2) einfließen. Einladungswettbewerbe und künstler- ische Interventionen Den Interventionen wird jeweils ein Einla - dungswettbewerb vorangestellt. Die Einla - dungen der Künstler*innen basiert auf einer von der Projektwerkstatt getroffenen Aus - wahl von Künstler*innen und auf Empfeh - lung des Dezernats VII – Kunst und Kultur. Die Entscheidung, welches installativ-pro - grammatische Konzept zur Umsetzung ausgewählt wird, soll eine Jury bestehend aus Vertreter*innen der Verwaltung, Bürger- initiativen und Schüler*innen treffen. Die Künstler*innen sollen dabei der Jury ihre Konzepte persönlich mit der Möglichkeit zu direkten Nachfragen vorstellen. Jeder Jahreswettbewerb soll unter einem anderen Motto stehen, das sich aus dem Konzept „Auf dem Weg zu einem Neuen Abb. 8: Künstlerische Intervention 2025 Abb. 9: Eröffnung Pavillon, 04.05.2025 Abb. 10: Eröffnung Pavillon, 04.05.2025 Abb. 11: Künstlerische Intervention 2025 14 Waidmarkt“ ableitet und verschiedene Pers- pektiven auf den Waidmarkt beleuchtet. • 2026: „Magischer Realismus: Ver - wandlungspotenziale und ungeahnte Perspektiven für ein außergewöhnliches Stück Stadt“ • 2027: „Freiraumvisionen: Andere Stadt - landschaften für ein zukunftsorientiertes kulturelles Leben“ • 2028: „Das Laboratorium am Waid - markt: Neue kulturelle Identitäten für einen zukünftigen Ort der Kölner Stadtgesellschaft“ Der Umsetzungszeitraum der ausgewähl - ten Projekte beträgt etwa ein halbes Jahr (Frühjahr bis Herbst). Die Ergebnisse der vier künstlerischen Interventionen am Waid- markt aus den Jahren 2024 bis 2028 fließen in das geplante Werkstattverfahren ein und werden in der Planung des dauerhaften Aus- baus berücksichtigt. Freiraumplanerische Begleitung Die künstlerischen Interventionen wer - den freiraumplanerisch begleitet, um eine gesamträumliche Herangehensweise fach - lich zu begleiten und die Berücksichtung planerischer Belange sicherzustellen. In diesem Sinne stehen Aspekte wie z.B. Schaffung von Aufenthaltsqualität und Begrünung sowie Beleuchtung des Stadt - raums im Fokus, um eine harmonische und nachhaltige Entwicklung des Waidmarkts zu unterstützen. Neben Aspekten der Nutzung und Frei - raumgestaltung sind insbesondere auch technische Belange bezüglich Barrierefrei - heit, Orientierbarkeit und Durchlässigkeit sowie die Abstimmung und Sicherung der Verkehrssicherheit oder des Brandschutz im Fokus. Abb. 12: Eröffnung Pavillon, 04.05.2025 Abb. 13: Öffentlicher Raum 32 15 Die Entwicklungsphase kann sich somit, mit Fokus auf die jeweilige künstlerische Intervention, durch eine gesamtheitlichen Betrachtung des Raums einer zukunfts - fähigen Entwicklungsperspektive für den Waidmarkt annähern. Kommunikation & Grafik Zur Sicherstellung einer transparenten und kontinuierlichen Kommunikation im Rahmen des Planungsprozesses wird ein externes Büro mit der begleitenden Kommunika - tionsarbeit beauftragt. Dieses übernimmt die Aufgabe, die einzelnen Prozessschritte nachvollziehbar aufzubereiten, öffentlich zu dokumentieren und über geeignete städti - sche Plattformen sowie weitere geeignete Kanäle zu kommunizieren. Ziel ist es, die Stadtgesellschaft frühzeitig, umfassend und verständlich über den Fortgang des Projekts zu informieren und somit die Nach- vollziehbarkeit des Vorgehens zu stärken. Neben der inhaltlichen Begleitung liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der gestal - terisch-grafischen Umsetzung. Insbeson - dere die Gestaltung des Bauzauns soll zur Sichtbarkeit des Projekts im öffentlichen Raum beitragen und zugleich Informationen zum Projektverlauf anschaulich vermit - teln. Auch in anderen Formaten – etwa in Dokumentationen, digitalem Projektauftritt oder bei Veranstaltungen – soll durch ein konsistentes grafisches Erscheinungsbild die Wiedererkennbarkeit und Zugäng - lichkeit des Projekts gefördert werden. Die Kommunikationsstrategie wird dabei kontinuierlich an den Verlauf des Prozes - ses angepasst und eng mit den inhaltlich- fachlichen Teilprozessen abgestimmt, um ein möglichst kohärentes und wirksames Gesamtbild zu erzeugen. Die Beauftragung eines externen Diens - leisters beruht auf zeitlich flexiblen sowie optionsbasierten Bausteinen. Abb. 14: Foto Sitzmöblierung & Bauzaun Waidmarkt 16 Phase 2 - Verstetigung (2029-2031): Werkstattverfahren Als zweite Phase dient die Verstetigung im Zeitraum von 2029 bis 2031 der Entwick - lung eines umsetzungsfähigen Konzepts für den Waidmarkt im Rahmen eines kooperati- ven Werkstattverfahrens. Hierin erarbeiten interdisziplinäre Planungs- teams aus den Fachrichtungen Städtebau, Freiraumplanung und Kunst gemeinsam mit Bürger*innen integrierte Konzepte, die auf bisherigen Erkenntnissen basieren und diese weiterentwickeln. Die Stadtgesellschaft sowie lokale Akteur*innen werden aktiv in den Prozess einbezogen, um eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit sicherzustellen. Über mehrere Werkstätten innerhalb des mehrmonatigen Erarbeitungszeitraums hinweg werden Ideen gesammelt, disku - tiert und planerisch konkretisiert. Letztlich prämiert eine Fachjury das überzeugendste Konzept für den Waidmarkt. Dieses wird anschließend durch die Sie - ger*innen qualifiziert und in die bauliche Umsetzbarkeit überführt. Abb. 15: Lupe Phase 2: Verstetigung 17 Ablauf des kooperativen Werkstattverfahrens Der Waidmarkt in Köln soll im Rahmen eines umfassenden Werkstattverfahrens ein gesamtheitliches Gestaltungskonzept erhalten. Es arbeiten verschiedene interdisziplinäre Planungsteams in offenen Werkstätten mit der Stadtgesellschaft zusammen, um Ideen zu entwickeln und weiterzuverfolgen. Das Ziel des Werkstattverfahrens besteht darin, ein umsetzungsfähiges und integriertes Konzept für den Waidmarkt zu entwickeln, das eine nachhaltige und zukunftsorien- tierte Gestaltung ermöglicht. Eine enge Zusammenarbeit mit Bürer*in- nen und insbesondere Akteur*innen vor Ort ist essenziell, um eine breite Akzeptanz sicherzustellen und insbesondere den Anforderungen der Stadgesellschaft ent- sprechende Lösungen herauszustellen. Der Prozess sieht die Beteiligung von drei interdisziplinären Planungsteams, die die Expertise in den Bereichen Stadtplanung, Freiraumplanung und Kunst abdecken vor, die gemeinsam an unterschiedlichen Konzeptansätzen arbeiten. Eine Fachjury wählt schließlich das überzeugendste Kon- zept aus, das anschließend zur Umsetzung gebracht wird. Die Durchführung des Werkstattverfahrens beginnt 2028 mit der Vergabe zur Durch- führung sowie der Konzeption gemeinsam mit dem beauftragten Dienstleister. In die- ser Phase werden die Themen und Abläufe des Verfahrens geschärft sowie organisa- torische Vorbereitungen für das umfang- reiche Werkstattverfahren vorgenommen. Abb. 18: Beteiligung Ebertplatz Abb. 16: Referenz Werkstattverfahren Abb. 17: Lenkungsgruppe Masterplan Abb. 19: Werkstattverfahren Hallen Kalk 18 Das Werkstattverfahren zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Konzepts für den Waidmarkt ist in drei aufeinander auf- bauende Phasen gegliedert. Ziel ist es, in einem offenen, dialogorientierten Prozess fundierte Entwürfe zu erarbeiten, die den vielschichtigen Anforderungen an diesen besonderen Ort gerecht werden. Zentrale Themen des Verfahrens sind dabei die Bedeutung des Ortes als Erinnerungs- und Kulturraum, die Gestaltung qualitätsvoller Freiräume sowie die zukünftige Nutzung und Funktion des Waidmarkts im städti- schen Gefüge. Teil 1 – Auftakt: Den Ort verstehen & Ideen sammeln Den Beginn bildet eine öffentliche Auf- taktveranstaltung, die den Rahmen für eine gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Waidmarkt schafft. Im Fokus stehen zentrale Fragestellungen rund um die Themen Kultur und Gedenken am Ort, die Herstellung eines resilienten und qualitäts- vollen öffentlichen Raums sowie geeignete Nutzungen und Funktionen, die den Waid- markt zu einem zukunftsfähigen Stadtraum werden lassen. Die Veranstaltung kombiniert verschiedene Formate: Ortsbegehungen ermöglichen eine direkte Erfahrung des Ortes, während Impulsvorträge durch Expert*innen sowie Austausch an Thementischen dabei helfen, neue Perspektiven zu eröffnen. Aufbauend auf diesen inhaltlichen Impulsen arbeiten die eingeladenen Planungsteams im Rah- men einer offenen Werkstatt an ersten kon- zeptionellen Ansätzen. In engem Austausch mit Bürger*innen, lokalen Akteur*innen und Fachleuten werden dabei gemeinsam erste Ideen diskutiert und skizziert. Teil 2 – Halbzeit: Konzepte diskutieren An den Auftakt anknüpfend haben die Teams nun mehrere Monate Zeit, ihre Konzepte zu erarbeiten. Zur Mitte des Verfahrens werden die Zwischenstände der Planungsteams im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert. Diese Zwischenpräsentation dient nicht nur der Information, sondern ist bewusst als Diskussionsforum angelegt. Die Stadt- gesellschaft erhält hier die Gelegenheit, die erarbeiteten Ansätze zu kommentieren, Fragen zu stellen und Hinweise zu geben. Ergänzend zur öffentlichen Rückmeldung Abb. 20: Ebertplatz / Jahresempfang Abb. 21: Referenz Werkstattverfahren Abb. 22: Modell Ebertplatz 19 wird auch der Austausch mit Fachgremien, zivilgesellschaftlichen Initiativen und der Verwaltung fortgesetzt. Die gesammelten Impulse fließen unmittelbar in die Weiter- entwicklung der Konzepte ein. Teil 3 – Finale: Präsentation & Entscheidung Den Abschluss des Werkstattverfahrens bildet die öffentliche Präsentation der final überarbeiteten Entwürfe. In einer dialogisch angelegten Veranstaltung stellen die Planungsteams ihre Konzepte vor. Eine interdisziplinär besetzte Fachjury bewertet die Beiträge auf Grundlage fachlicher Krite- rien, berücksichtigt jedoch auch die in den vorangegangenen Beteiligungsformaten eingebrachten Rückmeldungen. Am Ende steht die Auswahl eines überzeugenden Konzepts, das sowohl planerisch tragfähig als auch gesellschaftlich anschlussfähig ist und die Grundlage für die weitere Entwick- lung des Waidmarkts bildet. Nach der Auswahl des besten Konzepts werden die Sieger*innen mit der planeri- sche Konkretisierung beauftragt. Es folgt eine vertiefte Ausarbeitung in Leistungs- phase nach HOAI, in der planerische Details geklärt und die bauliche Umsetzbarkeit sichergestellt werden. Eine enge Abstim- mung mit dem geplanten Stadtbahnausbau stellt sicher, dass das neue Konzept in die übergeordnete Stadtentwicklung integriert wird. Bauleitplanung & Überführung in die Umsetzung Am Ende der zweiten Phase soll somit eine nachhaltige, funktionale und qualitätsvolle Lösung für die Gestaltung des Waidmarkts stehen, die gleichwohl den Anforderungen der Stadtgesellschaft Rechnung trägt und zur UMSETZUNG auf dem Waidmarkt in zeitlicher Abstimmung mit der Fertigstel - lung des Stadtbahnausbaus dient. Diese Überführung löst entsprechend des Siegerkonzeptes Verfahren der Bauleitpla - nung (Neuaufstellung oder Bewertung nach §34 BauGB) aus sowie je nach Konzeption der Mobilität im Planungsbereich Entwid - mungs- oder Umwidmungsverfahren der bestehenden Verkehrsflächen. Das planerische als auch zeitliche Inein - andergreifen der Umsetzungsplanung der Oberflächengestaltung ist fortlaufend mit dem weiteren Verlauf der Fertigstellung des Stadtbahnausbaus abzustimmen. Abb. 23: Referenzbild Werkstattverfahren Abb. 24: Beteiligung Ebertplatz 20 Ressourcenplanung Umsetzungsstrategie Waidmarkt In Phase 1: Entwicklung wird gemäß den Darstellungen in Kapitel II pro künsterlischer Intervention inklusive vorangeschaltetem Wettbewerb rd. 200.000 € aufgewendet. Für die Vergabe einer fortlaufenden exter - nen Begleitung in Kommunikation & Grafik wird ein jahresweiser und auf Optionen beruhender Auftrag in einem Umfang von rd. 250.000€ angenommen. Weiterhin werden Mittel für Aufwendungen durch die Kommu- nikationsleitung gem. Bedarfsfeststellungs- beschluss 4018/2022 vorgehalten. Für die Phase 2: Verstetigung ist für die Beauftragung eines externen Dienstleisters zur Durchführung des Werkstattverfahrens eine Summe von rd. 510.000 € ange - nommen. Die in Folge vorzunehmenden Planungsleistungen zur planerischen Quali - fizierung des Konzepts gem. HOAI bis zur Leistungsphase 4 - Genehmigungsplanung für den Waidmarkt werden mit rd. 270.000€ kalkuliert. Hinzu kommen Mittel für die auf die künstlerischen Interventionen folgende Maßnahmen zur temporäre Freiraumgestal- tungen während des Werkstattverfahrens sowie der Fortführung entsprechenden Kommunikationsmaßnahmen. Die Ressour- cenplanungen fußen auf Bedarfsfeststel - lungsbeschluss 4018/2022. ÜBERSICHT KOSTEN UMSETZUNGSSTRATEGIE WAIDMARKT Abb. 25: Übersicht Kosten Umsetzungsstrategie Waidmarkt Phase 1: Entwicklung (2025 -2028) Position Kosten Künstlerische Interventionen mit vorgeschaltetem Wettbewerb (2026-2028) Teilprojekt 2 600.000 € Vergabe: Kommunikation & Grafik (bis 2031) Teilprojekt 3 250.000 € Aufwendungen Kommunikation Kommunikationsleitung 120.000 € Phase 2: Verstetigung (2029 -2031) Vergabe: Durchführung des Werkstattverfahrens Teilprojekt 3 510.000 € Beauftragung Siegerbüros – Qualifizierung Konzept Teilprojekt 3 270.000 € Mittel zur temporären Freiraumgestaltung Teilprojekt 3 100.000 € Aufwendungen Kommunikation Kommunikationsleitung 120.000 € SUMME (Restbudget 4,6 Mio.€) rd. 1.970.000 € 21 Hintergrund Ressourcenplanung Die für den Umsetzungsprozess zur Ver - fügung stehenden Mittel beruhen auf mehreren Ratsbeschlüssen, die bewirkten, dass die ehemals für den Kulturraum K3 bereitgestellten Mittel nun für Planung und Herrichtung eines oberirdischen Kultur- und Gedenkortes genutzt werden können. Am 04.04.2019 wurde im Rat beschlossen, einen unterirdischen Hohlraum (K3) ober - halb des Gleiswechselbauwerks zu schaffen (Vorlagen-Nr. 0089/2019). Am 29.06.2020 verpflichtete sich die ARGE Los-Süd im Rahmen eines außergericht - lichen Vergleichs zur Errichtung eines unterirdischen Ausstellungsraums K3 auf eigene Kosten (Vorlagen-Nr. 1887/2020). Dabei war ein Kostendeckel von 4,8 Mil - lionen Euro netto für die vergütungsfreie Planung und Errichtung vorgesehen. Im Laufe der weiteren Planungen wurde jedoch festgestellt, dass die Umsetzung des unterirdischen K3 mit erheblichen bautech- nischen Herausforderungen, hohen Kosten und langen Bauzeiten verbunden wäre. Daher entschied der Rat der Stadt Köln, das Projekt K3 nicht weiterzuverfolgen und stattdessen eine oberirdische Alternative zu realisieren, die besser ins Stadtbild integriert werden kann. Die Vergleichsvereinbarung mit der ARGE wurde daher dahingehend geändert, dass statt einer kostenfreien Errichtung des unterirdischen Raums durch die ARGE eine Erstattungszahlung von 4,8 Millionen Euro netto erfolgt. 22 Nicht zuletzt durch die Ergebnisse der Projektwerkstatt sowie die Erkenntnissen der Schüler*innenbeteiligung erwächst die Erfordernis, den Waidmarkt zu einem qualitätsvollen, urbanen Stadtraum zu ent - wickeln, der eine zukunftsfähige Gestaltung und Funktion mit dem Thema Erinnerung angemessen zu vereinen weiß. Die in diesem Kontext formulierten Anfor- derungen und Ziele für den Waidmarkt (Kapitel I) waren Ausgangspunkt und Grundlage zur Herleitung der vorliegenden Umsetzungsstrategie. Die Umsetzungsstrategie (Kapitel II) für den Waidmarkt dient in diesem Sinne zur Entwicklung eines langfristigen Konzepts für den Waidmarkt im Zeitraum von 2025 bis 2031. Um dies zu erreichen definiert die Umsetzungsstrategie zwei Phasen: In der Entwicklungsphase (2025–2028) inszenieren künstlerische Interventionen das Gelände temporär neu und nähern sich über verschiedene thematische Schwer - punkte einer zukünftigen Gestaltung des Waidmarkts an. In der Verstetigungsphase (2029-2031) wird im Rahmen eines kooperativen Werk- stattverfahrens und unter Einbezug der Stadtgesellschaft auf Basis der Ergebnisse und Erkenntnisse des bisherigen Prozesses ein umsetzungsfähiges Konzept für den Waidmarkt entwickelt. Das Siegerkonzept wird anschließend in Abstimmung mit der Fertigstellung des Stadtbahnausbaus für die Entwicklung des ebenerdigen Waidmarkts in der Umset - zungsphase zu Grunde gelegt werden. Die für die vorliegende Umsetzunsstrategie geplanten Ressourcen sind über die Erstat - tungszahlungen der ARGE (1887/2020) sowie den Bedarfsfeststellungsbeschluss (4018/2022) gesichert. Zusammenfassend dient die vorliegende Umsetzungsstrategie der transpartenten Darstellung des Vorgehens am Waidmarkt bis 2031 unter Zugrundelegung der bis - herigen Ergebnisse des Prozesses. Über künstlerische Interventionen als essenzielle Schritte soll das anschließenden Werkstatt- verfahren die Ansprüche an die Entwicklung des Waidmarkts in ein gesamträumliches Konzept gießen. Um dies zu erreichen, legt die Umsetzungs - strategie einen zielgerichteten, ressourcen - effizienten Prozess vor. Nur gemeinsam kann auf dem Waidmarkt ein Ort entstehen, der Erinnerung wahrt und Zukunft gestaltet. Zusammenfassung & Ausblick 23 Amt für Planen und Bauen Stadtplanungsamt VI/61/06.2025
Beschlussvorlage Rat
8505 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
VI/61/615
Vorlagen-Nummer
0820/2025
Freigabedatum
12.06.2025
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung
Betreff
Beschluss einer Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt
Beschlussorgan
Rat
Gremium Datum
Beschluss:
Der Rat beauftragt die Verwaltung mit der Durchführung der in Anlage 2 dargestellten Umset-
zungsstrategie für den südlichen Waidmarkt.
Verkehrsausschuss 24.06.2025
Ausschuss Kunst und Kultur 24.06.2025
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 26.06.2025
Stadtentwicklungsausschuss 26.06.2025
Rat 03.07.2025
2
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Nein
Auswirkungen auf den Klimaschutz
Nein
Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)
Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)
Begründung:
1. Zielsetzung
Die Vorlage dient dem Beschluss einer Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt, auf deren
Grundlage die Entwicklung eines langfristigen Konzepts für den Waidmarkt im Zeitraum von
2025 bis 2031 erfolgen soll. In Abstimmung mit der Fertigstellung des Stadtbahnausbaus soll
hierauf aufbauend die räumliche Gestaltung des ebenerdigen Waidmarkts zur Umsetzung ge-
bracht werden.
Vor diesem Hintergrund gliedert sich die Umsetzungsstrategie in zwei Phasen:
In der Entwicklungsphase (2025–2028) inszenieren künstlerische Interventionen das
Gelände temporär neu und nähern sich über verschiedene thematische Schwerpunkte
einer zukünftigen Gestaltung des Waidmarkts an.
In der Verstetigungsphase (2029-2031) wird im Rahmen eines kooperativen Werkstatt-
verfahrens und unter Beteiligung der Stadtgesellschaft sowie auf Basis der Ergebnisse
und Erkenntnisse des bisherigen Prozesses ein umsetzungsfähiges Konzept für den
Waidmarkt entwickelt.
Die detaillierte Darstellung der Umsetzungsstrategie Waidmarkt kann der beigefügten Anlage 2
entnommen werden.
2. Hintergrund
Am 3. März 2009 stürzte das Kölner Stadtarchiv ein und hinterließ eine tiefe Wunde im Stadtbild
sowie in der Stadtgesellschaft. Um die entstandene städte bauliche Lücke am Waidmarkt zu
schließen, formulierte die Stadt Köln drei Leitziele:
die Fertigstellung der Nord-Süd-Stadtbahn,
die Schaffung eines lebenswerten Stadtraums sowie
die Etablierung eines attraktiven Kulturraums.
Nachdem das anfängliche Hauptaugenmerk der Sicherung der Einsturzstelle sowie der Wie-
deraufnahme des Stadtbahnausbaus galt, wurde am 04.04.2019 im Rat beschlossen, einen
unterirdischen Hohlraum (K3) oberhalb des Gleiswechselbauwerks zu schaffen, dessen Nut-
zung zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden sollte (Vorlagen-Nr. 0089/2019).
Nach umfangreichen Prüfungen erwiesen sich jedoch die bautechnischen Herausforderungen,
die hohen Kosten und die langen Bauzeiten als unüberwindbare Hürden. Statt einer kosten-
freien Errichtung des unterirdischen Raums wurde eine Einigung mit der ARGE Los-Süd erzielt,
die eine Erstattungszahlung von 4,8 Millionen Euro netto (gemäß ursprünglichem Kostendeckel
aus Vorlagen-Nr. 1887/2020) durch die ARGE Los-Süd vorsieht. Daher entschied der Rat, das
K3-Projekt nicht weiterzuverfolgen und stattdessen eine oberirdische Alternative zu realisieren,
die besser in das Stadtbild integriert werden kann (1357/2023).
Die Neugestaltung des Standorts wurde anschließend in drei Teilprojekte gegliedert: den Stadt-
bahnausbau zur Fertigstellung der Nord-Süd-Stadtbahn, die Errichtung eines Kultur- und Ge-
denkortes sowie die städtebauliche Entwicklung des Quartiers. Trotz der Aufgabe des K3 bleibt
das Ziel, einen würdigen Kultur- und Erinnerungsort am Waidmarkt zu schaffen, weiterhin be-
stehen. Zugleich gilt es aber auch einen Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität entsprechend
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der Anforderungen der Nutzer*innen sowie der Stadtgesellschaft herzustellen. Der Erstattungs-
zahlung von 4,8 Millionen Euro netto stellt somit den finanziellen Rahmen für das Erreichen der
o.g. Ziele dar.
Die Projektwerkstatt zum Waidmarkt brachte im Jahr 2023 vier Expert*innen aus den Bereichen
Kunst und Kultur sowie Architektur und Stadtplanung, die von den Bürgerinitiativen „Köln kann
auch anders“ und „ArchivKomplex“ entsandt wurden, zusammen. Begleitet wurde die Projekt-
werkstatt von der startklar a+b GmbH, einem Büro für nachhaltige Quartiersentwicklung und
bürgerschaftliches Engagement. Darüber hinaus unterstützten die KVB und Mitarbeitende aus
städtischen Fachämtern die Arbeit der Projektwerkstatt und die Fertigstellung des Konzeptes.
In Diskussionsrunden wurden zentrale Anforderungen an die weitere Planung erarbeitet, da-
runter die Stärkung öffentlicher Räume, eine autofreie Gestaltung und eine behutsame räumli-
che Entwicklung unter Berücksichtigung von Kultur und Gedenken. Darüber hinaus fand 2024
eine Schüler*innenbeteiligung statt, die ebenfalls wertvolle Erkenntnisse zu Nutzung und Ge-
staltung des zukünftigen Waidmarkts in den Prozess einbringen konn te. Die Ergebnisse der
unterschiedlichen Beteiligungsformate bilden die Grundlage für die nächsten Schritte in der Ent-
wicklung des Waidmarkts.
Die nun vorgelegte Umsetzungsstrategie stellt das Vorgehen der Verwaltung am Waidmarkt
dar, und definiert, wie sich bis zur Fertigstellung des Stadtbahnausbaus einem umsetzungsfä-
higen Konzept für die Gestaltung des Stadtraums angenähert wird.
3. Die Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt
Die erste Phase der Umsetzungsstrategie trägt den Titel „Entwicklung“. In den Jahren 2025
bis 2028 sollen künstlerische Interventionen durchgeführt werden, die das Gelände tem-
porär neu besetzen und erlebbar machen. Jede Intervention wird durch einen vorausgehenden
Wettbewerb vorbereitet und anschließend von Künstlergruppen in Zusamm enarbeit mit der
Stadtgesellschaft umgesetzt. Thematisch widmen sich die Interventionen den Verwandlungs-
potenzialen des Ortes ('Magischer Realismus'), neuen Freiraumvisionen für eine zukunftsorien-
tierte Stadt ('Freiraumvisionen') und der Schaffung neuer kultureller Identitäten für den Waid-
markt ('Das Laboratorium am Waidmarkt').
Die künstlerischen Projekte werden durch freiraumplanerische Expertise begleitet, um nachhal-
tige und integrative Entwicklungsmöglichkeiten zu erproben. Eine umfassende kommunikative
und grafische Begleitung stellt Transparenz sicher und ermöglicht einen umfangreichen Einbe-
zug der Stadtgesellschaft.
Die Interventionen werden durch jeweils öffentliche Vernissage und Finissage gerahmt und fu-
ßen auf der Kooperation mit lokalen Akteur*innen. Arbeitsprozess und Erkenntnisse hieraus
werden dokumentiert und als essenzieller Schritt zu einem neuen Waidmarkt in das anknüp-
fende Werkstattverfahren eingespeist.
Als zweite Phase dient die „Verstetigung“ im Zeitraum von 2029 bis 2031 der Entwicklung
eines umsetzungsfähigen Konzepts für den Waidmarkt im Rahmen eines offenen Werkstatt-
verfahrens. Hierin sollen interdisziplinäre Planungsteams aus den Fachrichtungen Städtebau,
Freiraumplanung und Kultur Vorschläge erarbeiten, die auf den bisherigen Erkenntnissen ba-
sieren und diese weiterentwickeln. Über mehrere Werkstätten innerhalb des mehrmonatigen
Erarbeitungszeitraums hinweg werden Ideen gesammelt, diskutiert und planerisch konkretisiert.
Die Stadtgesellschaft sowie lokale Akteur*innen werden aktiv in den Prozess einbezogen, um
eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit sicherzustellen. Das Verfahren ist offen und kooperativ
angelegt, die Ideen für einen neuen Waidmarkt werden von Bürger*innen und Planungsteams
gemeinsam erarbeitet.
Letztlich prämiert eine Fachjury das überzeugendste Konzept für den Waidmarkt. Dieses wird
anschließend durch die Sieger*innen qualifiziert und in die bauliche Umsetzung sowie Bauleit-
planung überführt.
Am Ende der zweiten Phase soll somit eine nachhaltige, funktionale und qualitätsvolle Lösung
für die Gestaltung des Waidmarkts stehen, die gleichwohl den Anforderungen der Stadtgesell-
schaft Rechnung trägt und zur UMSETZUNG auf dem Waidmarkt in Abstimmung mit der Fer-
tigstellung des Stadtbahnausbaus dient.
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4. Auswirkungen auf den Klimaschutz
Die Verwaltung verfolgt das Ziel, die sektorspezifischen Beiträge zum Klimaschutz zu erfüllen.
Die Umsetzungsstrategie für den Waidmarkt trägt dazu bei, den Stadtraum auch zu einem kli-
masensiblen Raum zu entwickeln, welcher im Kontext der gesetzten Themen auch die Be-
lange von Klimaanpassung, -schutz und entsprechenden Grün- und Freirauminfrastrukturen
miteinbezieht.
Anlagen
Anlage 1: Öffentlichkeitsbeteiligung
Anlage 2: Umsetzungsstrategie Waidmarkt
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (5)
- Severinstraße
- Brückenstraße 5
- Ebertplatz 19
- Waidmarkt 6
- Markt
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 0820/2025
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 12.06.2025
- Erstellt
- 17.03.2025 12:27